Politik
05. Januar '12
Wie weiter Herr
Bundespräsident?
Ein Kapitel zum Fremdschämen! So etwas hat unsere
schwarz-gelbe Koalition als Inbegriff der Integrität, der moralischen
Leuchtkraft, der Glaubwürdigkeit unserem Staat vorangestellt! Einen spießigen
Krämer, der, wenn er in die Enge getrieben wird, sich dümmlich mit der Presse
anlegt, sie zu zensieren versucht. Wären nicht die wütenden Reaktionen der
Medien, dann hätten unsere famosen schwarzgelben Spießgesellen, die dieses
armselige Licht, das sie unter dem Scheffel hervorgezogen haben, unter dem Mantel
der beschönigenden Barmherzigkeit verborgen gehalten.
> Unser Bundespräsident
Gesellschaft
23. Dezember '11
Frohe Weihnachten
und ein gutes neues Jahr
Die Tabula Rasa, Zeitung für Gesellschaft und Kultur wünscht all Ihren treuen Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein friedliches und gesundes neues Jahr. Gedankt sei allen Autoren für Ihre treue Mitarbeit. Wir hoffen Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch im nächsten Jahr auf unserer Webseite begrüßen zu dürfen und verbleiben für die stillen Tage mit den besten Wünschen. Ihr Dr. Stefan Groß.
Gesellschaft
20. Dezember '11
Hans Christian Andersen
Der Weihnachtsbaum
Draußen im Wald stand ein niedlicher kleiner Tannenbaum. Er hatte einen
guten Platz. Die Sonnenstrahlen liebkosten ihn, und der Wind strich
durch seine Zweige. Im nächsten Jahr war der Baum schon um einen
bedeutenden Ansatz größer und das Jahr darauf noch um einen. "Ach,
wenn ich doch so groß wie die anderen Bäume wäre", seufzte das Bäumchen,
"dann könnte ich meine Zweige weit ausstrecken und mit meinem Wipfel in
die weite Welt hinausblicken."
> Der Weihnachtsbaum - Hans Christian Andersen (1805-1875)
Gesellschaft
20. Dezember '11
Erich Kästner - Eine
vorweihnachtliche Betrachtung
Es hatte schon wieder geklingelt. Das neuntemal im Verlauf der letzten
Stunde! Heute hatten, so schien es, die Liebhaber von Klingelknöpfen
Ausgang. Mürrisch rollte ich mich türwärts und öffnete. Wer, glauben
Sie, stand draußen? Sankt Nikolaus persönlich! In seiner bekannten
historischen Ausrüstung. "Oh", sagte ich. "Der eilige Nikolaus!" - "Der
heilige, wenn ich bitten darf. Mit h!" Es klang ein wenig pikiert.
> Eine vorweihnachtliche Betrachtung - Erich Kästner (1899-1974)
Der Blick in die Welt
19. Dezember '11
Václav Havel ist tot
Er war die politische Schlüsselfigur im gewaltlosen Kampf gegen den Kommunismus. Erst war der 1936 geborene Václav Havel politischer Gefangener, dann avancierte er zur demokratischen Autorität mit weltweiter Anerkennung. Nach der sogenannten Samtenen Revolution, an der der Dichterpräsident wesentlich beteiligt war, war Havel von 1989 bis 1992 der Präsident der Tschechoslowakei sowie von 1993 bis 2003 Präsident der Tschechischen Republik. Am Sonntag ist der Politiker im Alter von 75 Jahren gestorben
Der Blick in die Welt
19. Dezember '11
Kim Jong Il ist tot
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il ist tot. Der Diktator, der nach dem Tod seines Vaters und "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung
1994 die Macht übernommen hatte, regierte sein Land mit eiserner Faust. Nach offiziellen Angaben wurde Kim Jong Il 69 Jahre alt. Nach einem Schlaganfall im Jahr 2008 galt er als gesundheitlich angeschlagen.
Zum Nachfolger wurde sein Sohn Kim Jong Un bestimmt, die Trauerfeierlichkeiten finden am 21. Dezember statt.

Kunst und Künstler
14. Dezember '11
Leo-Baeck-Medaille
für Anselm Kiefer
Der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer (66), der 1945 in Donaueschingen geboren wurde, ist mit der Leo-Baeck-Medaille ausgezeichnet worden. Der Deutsche Außenminister
Guido Westerwelle (FDP) hat Kiefer die Medaille bei einer Gala im Waldorf Astoria Hotel verliehen. Allährlich vergibt das Leo-Baeck-Institut den Preis an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um
die deutsch-jüdische Aussöhnung verdient gemacht haben.
> Weltschmerz schlägt Ware
Finanz- und Kapitalmarkt
14. Dezember '11
Scholl-Latour und der
Tod von Gaddafi
Der Arabien-Experte Peter Scholl-Latour hat gegenüber Welt-Online betont, daß der frühere libysche Diktator Muammar al-Gaddafi möglicherweise nicht erschossen wurde. Vielmehr geht Scholl-Latour davon aus, daß Gaddafi von seinen Gegnern zu Tode gefoltert worden sei. "Gaddafi ist mit einer Eisenstange
gepfählt worden“, so Scholl-Latour unter Berufung auf französische
Informationen.
> Chronist aus Leidenschaft - Peter Scholl-Latour
Finanz- und Kapitalmarkt
14. Dezember '11
2012: ifo-Institut senkt
Konjunkturprognose
Das Münchner ifo-Institut hat angesichts der andauernden Euro-Krise seine
Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft für das Jahr 2012 deutlich gesenkt. Das
Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr voraussichtlich nur um 0,4
Prozent zulegen. Im Sommer 2011 war der Präsident
des ifo-Insituts, Hans-Werner Sinn, noch von einem Plus von 2,3 Prozent ausgegangen. Auch die
Bundesbank hatte ihren Ausblick zuletzt nach unten korrigiert und zwar
von 1,8 auf 0,6 Prozent. Die Bundesregierung erwartet nur noch ein Wachstum von
einem Prozent.
Gesellschaft
14. Dezember '11
Christian Lindner tritt
als Generalsekretär zurück
Der wortgewandte FDP-Generalsekretär Christian Lindner hat seinen Rücktritt nach einem Gespräch mit Parteichef Philipp Rösler erklärt. Lindner kommentierte seine Entscheidung mit den Worten: "Es gibt den
Moment, in dem man seinen Platz frei machen muß, um eine neue Dynamik
zu ermöglichen." Der 32-jährige Politiker war im Zusammenhang mit der Organisation des
Mitgliederentscheids seiner Partei zum Euro-Rettungsschirm ESM stark in
die Kritik geraten. Die FDP käme derzeit nur auf drei Pozent der Wählerstimmen.
> FDP-Generalsekretär Christian Lindner im Gespräch mit der Tabula Rasa
Buchbesprechungen
13. Dezember '11
Gavin
Pretor-Pinney
Kleine Wellenkunde
Wenn
man an Wellen denkt, assoziiert man unmerklich mit Strand,
Sonne und Meer. Denn dort treten sie offenkundig zutage, als rollende Brecher,
die Gischtwolken aufwerfen oder als stete Folge von Wellenkämmen, die eine nach
der anderen mit schöner Regelmäßigkeit auf den Kiesstrand fallen, je nach
Stimmung des Ozeans. Ihre Bewegungen hypnotisieren und bringen "einen
ewigen Klang von Traurigkeit mit sich", schrieb der englische Dichter
Matthew Arnold.
> Das Verborgene im Alltäglichen oder Die Wege der Welle
Kunst und Künstler
07. Dezember '11
Ehre für Christa Wolf
Die Berliner Akademie der Künste will die verstorbene Schriftstellerin
Christa Wolf mit einer Gedenkveranstaltung ehren. Am kommenden Dienstag werden der
Literaturnobelpreisträger Günter Grass, der Theologe Friedrich
Schorlemmer, die Suhrkamp-Verlegerin Ulla Berkéwicz und der Akademiepräsident
Klaus Staeck erwartet. Am Anschluß daran wird die Schrifstellerin, die vergangene
Woche im Alter von 82 Jahren gestorben ist, auf dem Dorotheenstädtischen
Friedhof in Berlin-Mitte beigesetzt. Wolf war seit 1973
Mitglied der Ost-Berliner Akademie der Künste und seit 1982 im
West-Berliner Pendant. Beide Akademien haben sich 1993 zusammengeschlossen. Volker Braun wird die Trauerrede halten.
> Wem gefallen gefallende Mythen? Christa Wolfs "Medea" - eine Stimme 
Der Blick in die Welt
06. Dezember '11
Terrorakte in
Afghanistan
Wieder haben Attentäter an einem der wichtigsten Feiertage der schiitischen
Moslems verheerende Anschläge auf Gläubige in mehreren
Städten in Afghanistan verübt. In
der Hauptstadt Kabul hat sich ein Selbstmordattentäter am Eingang
eines wichtigen schiitischen Heiligtums der Stadt in die Luft gesprengt. Am Heiligtum hatten sich anlässlich des Aschura-Festes hunderte Gläubige versammelt.
Mindestens 34 Menschen sind den Attentaten zum Opfer gefallen.
> Afghanistan in Blut und Chaos
Kunst und Künstler
03. Dezember '11
Christa Wolf ist tot
Nach der Feuilletonschlacht und dem IM-Vorwurf war es lange Zeit ruhig
um Christa Wolf. Sie hatte Zeit, sich neu zu Wort zu melden. Dies
geschieht nun mit ihrem Roman "Medea. Stimmen". Schon vor seinem
Erscheinen stand die Frage im Raum, ob damit der deutsch-deutsche
Literaturstreit, der ein Streit deutsch-deutscher Intellektueller war,
erneut aufflammen würde. Ein Blick auf die Rezensionen zu "Medea" im
westlich geprägten "Spiegel" und in der "Zeit" sowie im östlich
verwurzelten "Freitag", in der "Wochenpost" und im "ndl" scheint die
Vermutung zu bestätigen: Lob oder Schonung hier, Verriß dort.
> Wem gefallen gefallende Mythen? Christa Wolfs "Medea" - eine Stimme
Der Blick in die Welt
29. November '11
Anders Behring Breivik
unzurechnungsfähig
Der Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, kann
für die Tötung von 77 Menschen wahrscheinlich nicht vor Gericht zur
Verantwortung gezogen werden. Wie die Online-Ausgabe der Zeitung "VG"
nun meldete, hatten zwei Rechtspsychiater den 32-Jährigen überraschend für
unzurechnungsfähig erklärt. Am 22. Juli 2011 hatte Breivik zuerst eine Bombe im
Osloer Regierungsviertel gezündet und danach ein Massaker auf der Insel Utøya
verübt. Die endgültige Entscheidung über die Zurechnungsfähigkeit trifft das
zuständige Gericht. Brevik selbst will nicht für unzurechnungsfähig erklärt werden.
> Steffen Dietzsch: Mord aus reinen Begriffen?
Der Blick in die Welt
28. November '11
UNO-Klimakonferenz
begann in Durban
Am Montag begann im südafrikanischen Durban die 17. Weltklimakonferenz.
Auf der Agenda - der Kampf gegen den Klimawandel. Nach Rio, Kyoto, Bali, Kopenhagen, Cancún sind die Erwartungen eher minimal. Zur Debatte stehe "nichts geringeres als die überwältigendste
energietechnische, industrielle und verhaltensrelevante Revolution der
Menschheitsgeschichte", betonte die Generalsekretärin des Sekretariats der
UNO-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), Christiana Figueres, am Sonntag vor
Beginn der Sitzungen, die bis zum 9. Dezember dauern und an denen Vertreter aus 196 Ländern teilnehmen.
Politik
26. November '11
Bundeswehr auch nach
2014 in Afghanistan
Die Soldaten der Bundeswehr sollen auch nach 2014 in Afghanistan im Einsatz bleiben. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (Foto) unterstrich, daß nach der Übergabe der
Sicherheitsverantwortung an die Afghanen die Bundeswehrsoldaten beispielsweise
als Ausbilder tätig sein könnten. FDP-Außenminister
Guido Westerwelle erklärte seinerseits, daß eine deutsche Präsenz in Afghanistan ohne die
Unterstützung durch das US-Militär nicht denkbar ist. Westerwelle betonte die Notwendigkeit, daß sich die Internationale Gemeinschaft auch künftig gemeinsam am Hindukusch engagiert.
Politik
12. November '11
Christian Lindner und
der Rettungsschirm
Der Generalsekretär der FDP, Christian Lindner, rechnet beim Mitgliederentscheid über
den Euro-Rettungsschirm mit einem klaren Votum für den Kurs der
Parteispitze. Die Alternative dazu sei ein schlichtes Nein zu allem. Die Parteimitglieder sind sich darüber bewußt, daß dies den Euro insgesamt gefährden würde. Auf dem FDP-Sonderparteitag in Frankfurt am Main, der am 12. November beginnt, steht der Umgang mit der Euro-Krise im Mittelpunkt. Mit Hilfe des Mitgliederentscheides will der Initiator, der
FDP-Politiker Schäffler, den geplanten dauerhaften Rettungsschirm ESM
stoppen.
> Christian Lindner im Interview mit Stefan Groß 
Finanz- und Kapitalmarkt
11. November '11
Unternehmerverantwortung
in der Sozialen Marktwirtschaft
In der Sozialen Marktwirtschaft ist der Kunde König! Er ist
der Souverän des wirtschaftlichen Geschehens und bestimmt durch seine
Nachfrage, was und wieviel produziert wird. Der Unternehmer „dient“ also dem
„König Kunde“ und letztlich dem Konsumenten. Der Markt insgesamt „dient“ der
Versorgung der Bedürfnisse der Menschen und der Gesellschaft insgesamt. In
diesem Sinne haben Unternehmer und Markt eine unverzichtbare gesellschaftliche
Aufgabe und dadurch eine durch und durch "soziale" Funktion. Voraussetzung
ist ein funktionierender Wettbewerb und ein freier Preismechanismus.
> Marie-Luise Dött: Unternehmerverantwortung in der Sozialen Marktwirtschaft
Kunst und Künstler
07. November '11
Heinrich von Kleist
Scheitern als Lebensprinzip, so könnte man kurz Heinrich von Kleists
irdisches Schicksal umschreiben. Und diese Maxime unterstrich der
berühmte Dramatiker selbst, als er sich zuletzt als „nichtsnütziges
Glied der menschlichen Gesellschaft“ bezeichnete. Dabei hatte der
1777 im Frankfurt/Oder geborene Dichter die besten Voraussetzungen für
eine gesellschaftliche Karriere; er kam aus einer einflußreichen
pommerschen Familie, ausgestattet also mit dem besten Pedigree, hatte
von Jugend an beste Beziehungen zu einem erlesenen Kreis einflußreicher
Politiker des preußischen Staatsapparates.
> Der post-moderne Heinrich von Kleist
Gesellschaft
02. November '11
Weniger Arbeitslose
in der Bundesrepublik
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober in der Bundesrepublik weiter
zurückgegangen. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte,
waren 2,73 Millionen Erwerbslose registriert. Im Vergleich zum Vormonat
sind dies 59.000 Arbeitslose weniger, im Jahresvergleich waren es 204.000
Menschen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 6,5 Prozent. Nach wie vor ist die Zahl der Arbeitslosen in den ostdeutschen Bundesländern höher.
> Philipp Legrand: Arbeitslosigkeit – hoffen, bangen, resignieren
Kunst und Künstler
21. Oktober '11
August von Kotzebue
„Das eigentliche Theatertalent der Deutschen war Kotzebue; er und seine
Deutschen, die der höheren sowohl als die der mittleren Gesellschaft,
gehörten notwendig zusammen; und die Zeitgenossen hätten von ihm im
Ernste sagen dürfen: „In ihm leben, weben und sind wir.“ Hier war nichts
Erzwungenes, Angebildetes, Halb- und Angeniessendes: was er wollte und
konnte, wurde verstanden.“
So Nietzsche, einer der wenigen wichtigen nachgeborenen Befürworter des
großen Theatertalents, das zu Lebzeiten immer wieder polarisierte.
> Annette Seemann: August von Kotzebue
Der Blick in die Welt
20. Oktober '11
Muammar al-Gaddafi
ist tot
Seit Monaten wurde nach ihm gesucht – nun meldet der libysche
Übergangsrat, daß der Ex-Machthaber Gaddafi bei seiner Gefangennahme
getötet wurde. Zuerst hieß es, daß Gaddafi während der Festnahme durch Schüsse in die
Beine verletzt worden sei, später dann, daß er diesen schweren
Verletzungen erlegen sei. Sirte war am Donnerstag von Milizen des Übergangsrates befreit worden. Mit dem Fall von Sirte und der Festnahme Gaddafis ist die Herrschaft des langjährigen Diktators endgültig beendet.
> Ghaddafi geht, Assad bleibt noch
Politik
19. Oktober '11
Bodo Ramelow
erwägt Austritt
Bodo Ramelow, Thüringer Fraktionschef der Linken, erwägt
einen möglichen Austritt aus seiner Partei, sollte diese in ihrem neuen
Programm einen anti-religiösen Bezug festschreiben. Die Linke will auf ihrem
Parteitag darüber diskutieren. Ramelow sagte: "Das Parteiprogramm sollte
das institutionelle Verhältnis von Staat und Kirchen beschreiben, aber jede
Herabsetzung von Glauben strikt unterlassen." Respekt und religiöse
Toleranz sind der Geist des derzeitigen Leitantrages; sollte sich die Linke jedoch
als linke Weltanschauungspartei "verorten", dann ist ein Austritt des
bekennenden Protestanten eine Sache, die er sich und seinem Glauben schuldig ist, unterstrich Ramelow.

Gesellschaft
18. Oktober '11
Jean-Claude Trichet geht
Eine Ära geht zu Ende. Der Präsident der Europäischen Zentralbank,
Jean-Claude Trichet, gibt sein Amt am 31. Oktober 2011 ab. Sein Nachfolger wird
der Italiener Mario Draghi. Nach acht Jahren seiner EZB-Präsidentschaft ist die
Meinung über Jean-Claude Trichets bei den 1500 Mitarbeitern der EZB gespalten. Über
55 Prozent bemängeln, daß unter der Führung von Trichet die EZB in der Krise
über ihr Mandat hinausgegangen ist. Trichet wurde 1942 im französischen Lyon
geboren. Zuletzt räumte er Mängel im Finanzsektor, in der Finanzpolitik und
im Hinblick auf die Finanzstabilität ein. Doch: "Der Euro ist als Währung nicht in Gefahr."
Gesellschaft
14. Oktober '11
Paul Kirchhof in der
Katholischen Akademie
Der ehemalige Verfassungsrichter Professor Paul Kirchhof
gilt als einer der profiliertesten Verfechter einer radikalen Vereinfachung des
deutschen Steuerrechts. Seine Vorschläge sind ebenso wegweisend wie heftig
umstritten. Bei der Abendveranstaltung „Gerechtigkeit im Steuerrecht –
Gegenwartsauftrag oder intellektueller Traum?“ am Donnerstag, 20. Oktober 2011,
wird Professor Kirchhof die Grundlinien seines Konzepts vorstellen. Nach dem
Referat wartet auf Sie ein Gespräch zwischen dem Juristen Kirchhof und dem
katholischen Sozialethiker Professor Markus Vogt, in dem neben den ökonomischen
auch auf die sozialen und ethischen Aspekte des Steuerrechts eingegangen wird.
Politik
14. Oktober '11
Lammert kritisiert
Slowakei
Der Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert, hat die zweimalige Abstimmung im
slowakischen Parlament über den erweiterten Euro-Rettungsschirm
kritisiert. Der Vorgang sei zwar, wie er hervorhob, rechtlich korrekt, aber offensichtlich
von taktischem Kalkül geprägt. Für das
Ansehen und die Autorität politischer Entscheidungen ist dies jedoch nicht
hilfreich. Das slowakische Abgeordnetenhaus hatte erst im
zweiten Anlauf die EFSF-Ausweitung gebilligt.
Der Blick in die Welt
12. Oktober '11
Das Wunder
von New York
Die NATO will den syrischen Präsidenten Baschir al-Assad stürzen, weil
er sein Volk quält. Alle NATO-Mitglieder sind sich einig, sogar die
islamische Türkei, die noch vor Kurzem vom unverbrüchlichen Bündnis mit
dem südlichen Nachbarn Syrien sprach. Ob das Quälen des eigenen Volkes
den Ausschlag gab, mögen Europäer bezweifeln, solange sie rational
denken. Wie lange haben Europa und die NATO dem Morden im Süden des
Sudan tatenlos zugesehen? Dort wurden mehrere Hunderttausend Menschen
von der anerkannten Regierung umgebracht, ohne dass westliche Politiker
von Albträumen verfolgt waren.
> Das Wunder von New York
Gesellschaft
11. Oktober '11
400 Euro für Printmedien:
Das Buch vor dem E-Book
In der Bundesrepublik Deutschland gibt jeder private Haushalt
pro Jahr 400 Euro für Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und ähnliche
Druckerzeugnisse aus. Dies untermauern Zahlen des Statistischen Bundesamts von 2009.
Im Unterschied zu Büchern aus Papier bleiben digitale E-Books nach wie vor ein
Nischenprodukt. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens GfK lag der
Anteil an E-Books am gesamten deutschen Buchmarkt im ersten Halbjahr 2011 bei
0,7 Prozent. Die Bundesbürger haben im Zeitraum Januar bis Juni 2011 rund 1,4
Millionen elektronische Bücher gekauft. Dies sind – laut GfK – immerhin bereits
60 Prozent des Vorjahresumsatzes.
Philosophie und Wissenschaft
09. Oktober '11
Im Gespräch mit
Julian Nida-Rümelin
http://www.julian.nida-ruemelin.de
Die Geisteswissenschaften sind gegenwärtig durch die
Reformen an den Universitäten unter Druck geraten. Das darf man nicht auf die
leichte Schulter nehmen. Ich fürchte, zumindest sehe ich darin eine Gefahr,
dass sich hier eine Entwicklung wiederholt, wie sie aus den USA ziemlich vertraut
ist, d. h. dass die harten Wissenschaften, insbesondere die
Naturwissenschaften, aber auch die social sciences im Sinne einer harten
Wissenschaft sehr stark dominieren, und dass die Geisteswissenschaften eher eine
schmückende Nebenrolle bekommen.
> Interview mit Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin – Die Zukunft der Philosophie 
Gesellschaft
08. Oktober '11
Bundesbürger
lesen wieder mehr
Laut einer Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag"
wird in bundesdeutschen Haushalten wieder mehr gelesen. Danach haben 76 Prozent
der Befragten in diesem Jahr ein oder mehrere Bücher in ihrer Freizeit gelesen –
dies allerdings nicht aus schulischen oder beruflichen Gründen. Ein Viertel der
Befragten gab hingegen an, kein einziges Buch gelesen zu haben. Mit der Umfrage wurde
das Vorurteil widerlegt, daß junge Menschen kein Interesse mehr an Büchern hätten.
Gerade in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen gaben 81 Prozent an, im
laufenden Jahr mindestens ein Buch gelesen zu haben.
> Hilft das Lesen in der Not? Warum unsere Wirtschaftskrise eine Krise der Moderne ist
Feuilleton
06. Oktober '11
Thomas Tranströmer
erhält Literaturnobelpreis
Der diesjährige Nobelpreis für Literatur geht an den
schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer, wie die Königlich-Schwedische Akademie
in Stockholm bekanntgab. Zur Begründung hieß es, daß der 80-Jährige studierte
Psychologe einer der größten Poeten unserer Zeit sei. Tranströmer gelingt es,
den Lesern – durch seine dichten, klaren Bilder – einen neuen Zugang zur
Wirklichkeit zu ermöglichen. Zu seinen wichtigsten Werken, die in rund 50
Sprachen übersetzt wurden, gehören die Gedichtbände "Das große
Rätsel", "Für Lebende und Tote" und "Der wilde
Marktplatz". Der Literaturnobelpreis ist mit 1,1 Millionen Euro dotiert
und wird traditionell am 10. Dezember in Stockholm verliehen. 2011 erhielt der
Peruaner Mario Vargas Llosa die Auszeichnung. Die Tabula Rasa erinnert nochmals an den Preisträger des vergangenen Jahres.
> Michael Lausberg: Mario Vargas Llosa - ein politischer Schriftsteller
Finanz- und Kapitalmarkt
04. Oktober '11
Euro-Rettungsfonds
und die Glaubwürdigkeit
Der Verfasser dieses Kommentars
ist nicht dafür bekannt, dass er der Ausweitung des Euro-Rettungsfonds
ablehnend gegenüber steht. Es hat achtzehn Monate gedauert, bis die Kanzlerin
aller Deutschen dem Kernproblem in dieser Angelegenheit näher gekommen ist.
Aufgrund der zögerlichenVerhaltensweise
hat sich das Problem zu einer realen Krise in der EU ausgeweitet. Es kann sogar
behauptet werden, dass das bestehende Problem, dieses bezieht sich auch auf die
so genannte Finanzkrise, mehr oder weniger durch mangelhafte Fähigkeiten der
Protagonisten entstanden ist.
> Ausweitung des Euro-Rettungsfonds EFSF und das Problem der Glaubwürdigkeit
Gesellschaft
30. September '11
Kein Ende um
die DDR-Stasi
Die Möglichkeiten zur Stasi-Überprüfung von Mitarbeitern im öffentlichen
Dienst werden nach einem Beschluß des Bundestages ausgeweitet. Die Novelle des Stasi-Unterlagen-Gesetzes sieht eine Verlängerung der Frist bis 2019 vor. Bundestagsvize
Wolfgang Thierse (SPD, Foto) hingegen hat diese "verdachtslose Erweiterung der
Überprüfbarkeit von Personen" kritisiert und gab zu Bedenken, daß die geplante
Überprüfung von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst ohne konkreten Verdacht
unverhältnismäßig ist. Für Thierse ist es nicht hinzunehmen, im Rechtsstaat ein
Klima der Unterstellungen zu schaffen.
> Die Folgen der Staatssicherheit bis heute
Finanz- und Kapitalmarkt
29. September '11
Bundestag bestätigt
Euro-Rettungsschirm
Am 29. September 2011 hat der Deutsche Bundestag in Berlin der Erweiterung
des Euro-Rettungsschirms mit klarer Mehrheit zugestimmt. Die Abgeordneten
aus allen politischen Lagern sprachen sich dafür aus, die deutschen Garantien an dem Schirm auf 211
Milliarden Euro zu erhöhen. Für die Ausweitung des Rettungsschirms hatten 523
Abgeordnete gestimmt, 85 votierten dagegen, drei enthielten sich der Stimme. Die absolute
Mehrheit liegt bei 311 von 620 Abgeordneten - damit wurde die sogenannte Kanzlermehrheit knapp übertroffen.
Der Blick in die Welt
27. September '11
Papandreou und die
Rettung Griechenlands
Wie der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou
zusicherte, wird sein Land alle zugesagten Reformen erfüllen. Dennoch brauchen
die Griechen weitere Unterstützung der Euro-Partner. In seiner Rede vor dem
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warb Papandreou um neue deutsche
Investitionen und um eine entschiedene europäische Solidarität. Der
Ministerpräsident hat nochmals den Zusammenalt Europas beschworen und betonte,
daß es seine Hauptaufgabe sei, sein Land zu retten. Papandreou verlangte
darüber hinaus mehr Respekt für Griechenland.
> Griechisches Monopoly - Oder: Was macht unser Öl unter Griechenland> Die Griechen in der Schuldenfalle 
Kirche und Religion
23. September '11
Benedikt XVI. fordert
erneut Lebensschutz
Papst Benedikt XVI. hat in Erfurt mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß alle Christen dazu aufgerufen seien, den Schutz des Lebens
und der Menschenwürde zu achten - dies gilt von der Empfängnis bis zum
Tod und damit auch für Themen wie Präimplantationsdiagnostik und
Sterbehilfe. An der Messe im
Augustinerkloster haben auch Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Merkel
teilgenommen. Der Papst dankte Deutschland dafür, daß es sich für ein
menschenwürdiges Dasein überall auf der Welt einsetze. Im Blick auf
die Ökumene hat das Oberhaupt der Katholiken aber die Erwartungen gedämpft, indem er erklärte, daß man in Glaubensfragen keine Kompromisse wie in
der Politik schließen könnte.
> Hans Küng: Ist die Kirche noch zu retten?> Glaube und Wissen – Die kreatürliche Vernunft im Werk Joseph Ratzingers
Kunst und Künstler
21. September '11
Der postmoderne
Heinrich von Kleist
Scheitern als Lebensprinzip, so könnte man kurz Heinrich von Kleists
irdisches Schicksal umschreiben. Und diese Maxime unterstrich der
berühmte Dramatiker selbst, als er sich zuletzt als „nichtsnütziges
Glied der menschlichen Gesellschaft“ bezeichnete. Dabei hatte der
1777 im Frankfurt/Oder geborene Dichter die besten Voraussetzungen für
eine gesellschaftliche Karriere; er kam aus einer einflußreichen
pommerschen Familie, ausgestattet also mit dem besten Pedigree, hatte
von Jugend an beste Beziehungen zu einem erlesenen Kreis einflußreicher
Politiker des preußischen Staatsapparates.
> Stefan Groß: Der post-moderne Heinrich von Kleist
Kirche und Religion
20. September '11
"Wo Gott ist, da ist Zukunft"
Der Papst in Deutschland
Am Donnerstag wird das Oberhaupt der Katholiken, Papst
Benedikt XVI., in Deutschland zu einem viertägigen Besuch erwartet. Als
Oberhaupt eines Staates, der mit einer Fläche von 0,44 Quadratkilometern und
rund 1 000 Einwohnern der kleinste Staat der Welt ist, wird er auch vor dem Deutschen
Bundestag sprechen. Einer der Höhepunkte der Reise des Kirchenfürsten dürfte dann
die Eucharistiefeier am Donnerstag im 70.000 Besucher fassenden Berliner
Olympiastadion sein. Weitere Gottesdienste sind für Erfurt und Freiburg
geplant. Die Tabula Rasa hat in ihrem
Archiv geblättert.
> Nun geht es erst richtig los> Über Glauben und Wissen, Gott und Moderne - Robert Spaemann im Gespräch> Das Kreuz mit der PID
Politik
19. September '11
Klaus Wowereit bleibt:
FDP verliert deutlich
Berlins alter und neuer Bürgermeister Klaus Wowereit hat allen Grund zur Freude, denn seine SPD hat zwar Einbußen hinnehmen müssen, ist in der Bundeshauptstadt aber nach wie vor die stärkste Kraft, gefolgt von der CDU und den Grünen. Auch die Linke hat deutlich an Boden verloren und tritt nach der Wahl aus dem Regierungsbündnis. Der überraschende Gewinner ist die Piratenpartei, eine herbe Niederlage mit 1, 8 Prozent der Stimmen mußte hingegen die FDP um Außenminister Guido Westerwelle und Parteichef Rösler einstecken. Im Juli sprach die Tabula Rasa noch mit dem FDP-Generalsekretär Lindner über Ziele und neue Aufgaben der Liberalen.
> FDP-Generalsekretär Christian Lindner im Gespräch mit der Tabula Rasa
Philosophie und Wissenschaft
14. September '11
München: XXII. Deutscher
Kongress für Philosophie
Fünf Tage lang, vom 11. bis zum 15. September 2011, findet der XXII. Deutsche Kongreß für Philosophie mit dem Thema "Welt der Gründe" an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität statt. Im Mittelpunkt einer der größten Tagungen für Philosophie geht es um die wissenschaftliche und die lebensweltliche Praxis, die ohne Gründe nicht denkbar wären. Was sind Gründe, und was kann man konkret darunter verstehen, welchen Status haben diese, sind sie bloß rein subjektiv oder objektiv, in welchem Zusammenhang stehen sie zueinander. Ausgewiesenes Ziel des Kongresses soll es sein, verschiedene Perspektiven und Aspekte freizulegen, um weitere Fragestellungen zum Thema Gründe zu eröffnen. Berücksichtigt werden in München die unterschiedlichsten Strömungen des philosophischen Denkens, so phänomenologische, analytische, pragmatische, naturalistische, humanistische Ansätze. Wie vielgestaltig dieses Thema ist, zeigt sich an einer Vielzahl von prominenten Denkern. So konnten Seyla Benhabib, Lorraine Daston, Peter Gärdenfors, Jürgen Habermas, Franz von Kutschera, Susan Neiman und Robert Pippin als Referenten gewonnen werden. In Kürze können Sie ein ausführliches Interview mit dem Präsidenten der Gesellschaft und ehemaligen Staatsminister, Prof. Dr. Nida-Rümelin, hier lesen.
> Mehr erfahren Sie hier
Politik
14. September '11
Interview mit
Norbert Blüm
In einem Exklusivinterview mit der Tabula Rasa hat
der ehemalige Minister für Arbeit und Sozialordnung, der CDU-Politiker
Norbert Blüm, über sein neues Buch "Ehrliche Arbeit, Ein Angriff auf den
Finanzkapitalismus und seine Raffgier" gesprochen. Gegenstand des
Interviews waren auch Fragen zum homo oeconomicus, zur
Vergesellschaftung der Wirtschaft, wie der konkrete Sozialstaat in
Zukunft aussehen könnte und welche Rolle die Katholische Soziallehre
dabei spielt. "Dumm ist der Konservatismus nicht", so Blüm, der für
Entschleunigung plädiert. "Ich bin von Herkunft und Gemüt gar kein
Konservativer, ich habe mich immer als progressiven Menschen verstanden.
Ich entdecke nur plötzlich im Alter, dass möglicherweise die Welt zu
bewahren die neue Maxime des Fortschrittes und der Zukunft ist." Der 1935 in Rüsselsheim geborene Politiker wurde 1967 mit der Arbeit über die "Willenslehre und Soziallehre von Ferdinand Tönnies. Ein Beitrag zum Verständnis v. 'Gemeinschaft und Gesellschaft'" promoviert.
> Im Gespräch mit Norbert Blüm: Wer das Neue will, trägt die Beweislast! 
Gesellschaft
14. September '11
Leopoldina: Ab wann
ist der Mensch ein Mensch?
Die Frage „Was ist Leben?“ steht im Zentrum der diesjährigen
Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Vom
23. bis zum 25. September 2011 folgen über 500 Gäste aus aller Welt 20
Vorträgen im Kongress- und Kulturzentrum in Halle (Saale). Sie diskutieren
aktuelle Fragestellungen wie die Methoden der Synthetischen Biologie, die
Stammzellenthematik sowie die Problematik einer Abgrenzung von lernenden
Computersystemen und Organismen. Am Freitagnachmittag sprechen Bundeskanzlerin Dr.
Angela Merkel und der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner
Haseloff. Zwei allgemeinverständliche Vorträge laden die breite Öffentlichkeit
ein: Am Freitagabend, 20.00 Uhr, erläutert die Nobelpreisträgerin Professorin
Christiane Nüsslein-Volhard in ihrem Vortrag „Zur Evolution der Schönheit“, wie
sich ein Zebrafisch aus Stammzellen entwickelt. Der Theologe Professor Richard
Schröder gibt im Abschlussvortrag am Sonntag, 11.45 Uhr, Antworten auf die
ethisch und politisch kontrovers diskutierte Frage „Ab wann ist der Mensch ein
Mensch?“ und konzentriert sich dabei auf den Status des menschlichen Embryos
vor Beginn der Schwangerschaft.
Kunst und Künstler
13. September '11
Manfred Osten und die
Aktualität Georg Büchners
Am Donnerstag, 15. September 2011, um 18 Uhr hält Manfred
Osten einen Vortrag zum Thema »Woyzeck oder das ›offene Rasiermesser‹ in uns –
zur Modernität Georg Büchners«. »Er läuft ja wie ein geöffnetes Rasiermesser
durch die Welt» und »Er sieht immer so verhetzt aus« – das sind die Bemerkungen
des Hauptmanns über Woyzeck im gleichnamigen Werk Büchners. Goethe hat 1829
gegenüber Johann Peter Eckermann den Menschen als ein »dunkles Wesen«
charakterisiert. Den Ursachen dieses desillusionierenden Menschenbilds des
späten Goethe und den Konvergenzen dieser Auffassung mit vergleichbaren
Einsichten Büchners soll der Vortrag auch vor dem Horizont moderner
Erkenntnisse der Neurowissenschaften nachgehen. Osten ist trat in den
Auswärtigen Dienst ein und war bis 1994 an verschiedenen Botschaften und im
Auswärtigen Amt in Bonn tätig. Bis 2003 war er Generalsekretär der Alexander
von Humboldt-Stiftung.
Feuilleton
12. September '11
Vor einem Jahr: Cees
Nooteboom erhielt KAS-Preis
Vor einem Jahr erhielt der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom, dessen Bücher in über 15 Sprachen übersetzt wurden, den Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung in Weimar. Nooteboom, geboren 1933, erlangte mit seinem Roman "Rituale" 1980 Weltruhm. In der Bundesrepublik erreichte der Autor durch die Veröffentlichung seiner Novelle "Die folgende Geschichte" 1991 ein breites Publikum. Die Laudatio auf den Preisträger von 2010 hielt Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, die Sie hier in der Tabula Rasa nochmals nachlesen können.
> Norbert Lammert: Das Paradies ist nebenan. Europa und die folgenden Geschichten.
Feuilleton
09. September '11
Arno Geiger erhielt
KAS-Preis in Weimar
Der 1968 in Bregenz geborene, in Wolfurt/Vorarlberg aufgewachsene Arno
Geiger hat bislang ein Drama, fünf Romane, einen Band mit Erzählungen
sowie jüngst das autobiographische Buch Der alte König in seinem Exil publiziert, das mit außergewöhnlich positivem Echo aufgenommen, für den Leipziger Buchpreis 2011 nominiert wurde und in der Spiegel-Bestsellerliste
vom 21.3.11 auf dem zweiten Platz stand. In der deutschen Literaturwelt
genießt der Autor seit seiner Auszeichnung mit dem Deutschen Buchpreis
(2005) ein hohes Ansehen. Am 18. September 2011 wurde Arno Geiger in
Weimar mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung
ausgezeichnet. Die Laudatio hielt die Berliner Literaturkritikerin Dr.
Meike Feßmann (Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2006).
> Mehr dazu hier
Philosophie und Wissenschaft
09. September '11
Nida-Rümelin fordert mehr
Philosophie an Schulen
Der Philosoph und ehemalige Kulturstaatsminister im ersten
Kabinett von Gerhard Schröder, Professor Julian Nida-Rümelin, fordert, daß an
bundesdeutschen Schulen mehr philosophiert werden soll. Die Philosophie kommt im
Schulbetrieb einfach zu kurz und spiele lediglich eine beklagenswerte
Randrolle, betonte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie in
München. Die Schuld für die Misere gibt Nida-Rümelin den Kirchen, die das
Unterrichtsfach jahrelang blockiert haben, auch und insbesondere aus Angst vor
einer Konkurrenz zum Religionsunterricht. Dagegen hob Nida-Rümelin hervor, daß
das Interesse an Philosophie in der Bundesrepublik nach wie vor groß sei, was
sich darin spiegelt, daß sich philosophische Bücher sehr gut
verkauften.
Der Blick in die Welt
09. September '11
Die Angst vor einem
neuen 9/11-Anschlag
Seit den verheerenden
Terroranschlägen vom 11. September 2001 warnen Innenminister regelmäßig vor der
Gefahr von Terrorismus, so auch Bundesinnenminister Friedrich. Es gäbe derzeit
zwar keine konkrete Gefahr vor Terrorismus, allerdings müsse sich die deutsche
Gesellschaft der Bedrohung bewusst sein, so die Aussage des Ministers während
seiner Israelreise in der vergangenen Woche. Derartige Aussagen sollen künftige
staatliche Sicherheits- beziehungsweise Überwachungsmaßnahmen rechtfertigen.
Die Sicherheitsdebatte wurde bereits
in die Agenda der Deutschen Islamkonferenz aufgenommen. Hier warb Friedrich für
eine Sicherheitspartnerschaft mit den Muslimen. Gestern sprach sich der
Minister, zur Sicherheit aller Deutschen, für eine sechsmonatige Mindestspeicherfrist
von Telefondaten aus.
> Philipp Legrand: Ouvertüre eines Innenministers – zur Terrorismusgefahr in Deutschland 
Gesellschaft
09. September '11
Das Ende des Pazifismus
Der deutsche Pazifismus moderner Prägung tauchte auf, als
die Deutschen erneut und innerhalb eines halben Jahrhunderts einen Weltkrieg
verloren hatten. Nicht die Millionen Toten und Vertriebenen der eigenen Nation,
schon gar nicht die fremder Völker oder gar die Ermordung Millionen Wehrloser
prägte den aufkeimenden Pazifismus: Es war der Gedanke an den Krieg an sich,
der nicht gewonnen wurde. Hätten die deutschen Nazis den Krieg gewonnen, was Gott
verhütete, hätte der Pazifismus nicht die geringste Chance gehabt, sich in den
Gehirnen des deutschen Volkes zu verbeißen. Dank des von den Alliierten
gewonnenen Krieges und der erfolgreichen Umerziehung erlebten die Deutschen zum
ersten Mal in ihrer tausendjährigen Geschichte eine Generationen lange Phase
des Friedens.
> Das Ende des Pazifismus …
Politik
09. September '11
In Kürze: Norbert
Blüm im Interview
In einem Exklusivinterview mit der Tabula Rasa hat der ehemalige Minister für Arbeit und Sozialordnung, der CDU-Politiker Norbert Blüm, über sein neues Buch "Ehrliche Arbeit, Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier" gesprochen. Gegenstand des Interviews waren auch Fragen zum homo oeconomicus, zur Vergesellschaftung der Wirtschaft, wie der konkrete Sozialstaat in Zukunft aussehen könnte und welche Rolle die Katholische Soziallehre dabei spielt. "Dumm ist der Konservatismus nicht", so Blüm, der für Entschleunigung plädiert. "Ich bin von Herkunft und Gemüt gar kein Konservativer, ich habe mich immer als progressiven Menschen verstanden. Ich entdecke nur plötzlich im Alter, dass möglicherweise die Welt zu bewahren die neue Maxime des Fortschrittes und der Zukunft ist."
Kirche und Religion
07. September '11
Der Papst in Thüringen:
Eine evangelische Perspektive
Erfurt rüstet sich für den Papstbesuch, den ersten eines Papstes in der
Stadt überhaupt. Der Blick der evangelischen Christen richtet sich dabei vor
allem auf die ökumenische Begegnung am 23.September im Augustinerkloster.
In diesem strengsten der sechs Erfurter Klöster begehrte Martin Luther am
17.Juli 1505 Aufnahme, nachdem er in einem Gewitter nahe Stotternheim
gelobt hatte, ein Mönch zu werden. Hier empfing er 1507 die Priesterweihe, hier
ängstigte ihn bis zur Verzweiflung die Frage: „Wie bekomme ich einen gnädigen
Gott?“ Die Antwort, die er als junger Professor in Wittenberg darauf in
Auslegung des Römerbriefes 1,17 fand, legte das theologische Fundament der
Reformation.
> Karl-Eckhard Hahn: Erwartungen an den Papstbesuch – eine evangelische Perspektive
Finanz- und Kapitalmarkt
06. September '11
Walter Eucken und die
Soziale Marktwirtschaft
In Freiburg war es die um Walter Eucken entstandene Freiburger Schule,
wobei es sich um eine Gruppe christlich gesinnter Professoren handelte,
die im Sommer 1942 einen gefährlichen Auftrag übernahm. Der Auftrag
erfolgte von der „Bekennenden Kirche“ mit der Forderung eine Denkschrift
zu verfassen dahingehend, wie man sich dass öffentliche Leben in einem
von Hitler befreiten Deutschland vorzustellen hätte. Das für den Untergrund gedachte Papier wurde nicht veröffentlicht, da
die Angst zu groß war, dass ihr Programm in die Hände der Gestapo fallen
könnte.
> Walter Eucken (1891-1950) - Einer der Väter der „Sozialen Marktwirtschaft"
Politik
05. September '11
9/11: Friedrich warnt vor
Terrorgefahr in Deutschland
Vor dem 10. Jahrestag der Terroranschläge in den Vereinigten Staaten am 11.
September hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich erneut auf die Gefahr durch
Islamisten in der Bundesrepublik hingewiesen. Wie der CDU-Politiker gegenüber der "Bild"-Zeitung betonte, gibt es insgesamt fast 1.000
Personen, die man als potenzielle Terroristen bezeichnen kann. Unter diesen sind 130 besonders gefährlich.
Viele von ihnen stünden daher unter ständiger Beobachtung der Behörden.
Wie der Innenminister betonte, geht die größte Gefahr von Einzeltätern aus,
die schwerer zu entdecken seien. Friedrich rief die Muslime in Deutschland
erneut zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern auf.
Der Blick in die Welt
04. September '11
Vor 125 Jahren gab
Geronimo den Kampf auf
Der Apachen-Häuptling Geronimo, wie ihn die Weisen nannten,
eigentlich Gokhlayeh, so zumindest wurde er von seinen Eltern genannt, gab vor 125 Jahren den Kampf auf. Vor einigen Monaten wurde die Operation gegen den Terroristen Osama Bin Laden unter
seinem Namen geführt. Was sich die Befehlshaber der
Aktion bei diesem Code-Namen eigentlich gedacht haben, dürfte ihr deren
Geheimnis sein. Einst war der Apache, der der 1829 geboren wurde, eine
Kriegerlegende, die den Truppen der USA und Mexikos immer wieder die Stirn bot.
> Rainer Westphal: Operation Geronimo 
Gesellschaft
02. September '11
Datenleck bei
WikiLeaks
Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat den nächsten
handfesten Skandal im Haus. Der Australier Julien Assange, Chef von WikiLeaks,
beschuldigt einen Reporter des britischen "Guardian", ein wichtiges
Paßwort verraten zu haben. Jetzt sind Informanten von US-Diplomaten in Gefahr.
In den vergangenen Jahren hatte die Enthüllungsplattform immer wieder geheime
Dokumente aus internen Regierungskreisen ins Internet gestellt und damit
regelmäßig für mehr Transparenz gesorgt. WikiLeaks kam so aber auch immer
wieder in den Fokus der Geheimdienste.
> Tobias Fresenius: WikiLeaks – Geheimnisverrat Online
Der Blick in die Welt
01. September '11
Al-Gaddafi will um jeden
Preis die Macht behalten
Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi offenbarte in
einer Audio-Botschaft, daß er immer noch von einem militärischen Sieg über
seine Gegner träumt. Niemals will er sich ergeben und den Kampf mit allen
Mitteln fortsetzen, so die Parole des Mannes, dessen Land fast in den Händen
der Aufständischen liegt. Seine Botschaft wurde vom syrischen Satellitensender
Arrai in Auszügen verbreitet. „Wir sind keine Frauen, wir werden weiter
kämpfen“. […] „Wir sind nicht dumm, wir sind nicht feige, wir sind tapfer.“ Dem
Westen warf er vor, lediglich ein Interesse am libyschen Erdöl zu haben. Die Tabula Rasa denkt über terroristische
Persönlichkeiten nach.
> Philipp Legrand: Auf der Suche nach einer terroristischen Persönlichkeit
Gesellschaft
01. September '11
Rente: Norbert Blüm
kritisiert Walter Riester
Für den früheren CDU-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm ist
der Grund für das sinkende Rentenniveau klar. Dies sei „eine Folge der
rot-grünen Rentenreform aus dem Jahr 2001“, die Walter Riester zu verantworten
habe. Die damalige Bundesregierung unter Gerhard Schröder hatte die Riester-Rente als Ergänzung
eingeführt – und dafür das Rentenniveau reduziert. „Da wurden der Rentenversicherung
vier Prozent weggenommen und an die Versicherungskonzerne transferiert, um die Riester-Rente
zu finanzieren.“ Nun fehlten diese vier Prozent der Rentenkasse, um ein
angemessenes Niveau zu halten, so Blüm.
Kirche und Religion
31. August '11
Neue Reformen bei
Abendmahl für Geschiedene?
Hoffnung besteht für Christen, die nach einer Scheidung
nicht mehr am Sakrament des Abendmahles teilnehmen dürfen. Dies betonte der
Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert
Zollitsch, gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“. Der Erzbischof rechnet mit
einer Lockerung des Abendmahlverbotes. Wie er betonte, geht es darum Menschen
zu helfen, "deren Leben in wichtigen Dingen unglücklich verlaufen
ist". Eine gescheiterte Ehe gehört dazu.
> Hans Küng: Ist die Kirche noch zu retten?
Der Blick in die Welt
31. August '11
Geldsegen für
ein freies Libyen
Die Aufständischen in Libyen bereiten sich derzeit auf die Erstürmung der
letzten Gaddafi-Hochburgen vor. Unterstützung erhalten die dabei aus dem Westen, der die Rebellen mit Milliarden finanziert. Neben Paris fließen Gelder aus London und auch die EU will ihre Sanktionen lockern. Am Donnerstag beginnt eine erste große Aufbaukonferenz. Wo sich der Diktator Gaddafi aufhält, ist bislang unbekannt, sicher ist unterdessen, daß seine Familienangehörigen nach Algerien flüchteten.
> Rainer Westphal: Der arabische Aufstand
Gesellschaft
31. August '11
Zahl der Arbeitslosen
ist leicht gestiegen
In der Bundesrepublik ist die Zahl der Arbeitslosen im August leicht gestiegen. Wie die
Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, waren 2 Millionen
945.000 Menschen als erwerbslos gemeldet. Das sind 5.000 mehr als im
Juli, jedoch 238.000 weniger als im Vorjahresmonat. Die Quote liegt
unverändert bei sieben Prozent. Wie der Vorstandschef Weise betonte, verliert der konjunkturelle Aufschwung derzeit an Fahrt. Er unterstrich dennoch, daß sich die grundsätzlich gute Dynamik auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt habe.
> Philipp Legrand: Arbeitslosigkeit – hoffen, bangen, resignieren 
Politik
30. August '11
Rösler unterstützt
Guido Westerwelle
Bei der Diskussion um einen möglichen Rücktritt von Außenminister
Guido Westerwelle hat Parteichef Rösler nun die Personaldebatte auf der FDP-Tagung
für beendet erklärt. Das Führungsteam der Liberalen wird auch in Zukunft aus
der Parteispitze, der Fraktionsspitze und den Regierungsmitgliedern in der
momentanen Konstellation bestehen. Westerwelle, so Rösler zur Begründung, sei der
vorgegebenen Partei-Linie zum Libyen-Einsatz der NATO-Partner gefolgt. Zuvor
hatte Westerwelle von mehreren prominenten Politikern seiner Partei
Rückendeckung erhalten.
> Philipp Rösler: Politisches Interview
Kirche und Religion
30. August '11
Ökumenischer Preis 2011
für Bischof Johannes Friedrich
Die Katholische Akademie Bayern verleiht den Ökumenischen
Preis 2011 an den evangelischen Landesbischof Dr. Johannes Friedrich. Nach
zwölf Jahren scheidet Friedrich im Oktober 2011 als bayerischer Landesbischof
aus dem Amt. Er habe entscheidend dazu beigetragen, Brücken zwischen den
Konfessionen zu bauen, würdigte Akademiedirektor Dr. Florian Schuller den
Preisträger. Der mit 10 000 Euro dotierte
Ökumenische Preis wird in einem Festakt am Dienstag, 11. Oktober 2011, in der
Katholischen Akademie überreicht. Die Laudatio auf den Preisträger hält der
Regensburger Bischof Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller, Vorsitzender der
Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz.
Politik
30. August '11
Die Zukunft des
Guido Westerwelle
Über die Zukunft von Außenminister Guido Westerwelle wird
derzeit heftig spekuliert - die Kanzlerin hält nach wie vor an ihrem Minister fest. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ denkt der 49-jährige
Politiker darüber nach, ob er auch der am Dienstag beginnenden Klausurtagung
der FDP-Bundestagsfraktion die Vertrauensfrage stellen wird. Der FDP-Politiker ist, so die Zeitung, aber fest entschlossen, um sein Amt zu kämpfen. Nun liegt es an seiner Partei, eine „klare Entscheidung“
zu treffen, ob man ihn noch im Amt haben wolle.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich
Der Blick in die Welt
27. August '11
Evakuierungen an US-Ostküste:
Die Angst vor "Irene" wächst
Zwar hat der Hurrikan "Irene" die amerikanische Ostküste
noch nicht erreicht, doch noch nie zuvor wurden so viele Bürger aufgefordert,
ihre Häuser wegen eines Orkans zu verlassen. Allein in New York betrifft es mehr als
300.000 Menschen, bereits in sieben Bundesstaaten wurde der Notstand
ausgerufen. "Warten und zögern sie nicht", mit diesem Aufruf appellierte
der amerikanische Präsident Barack Obama an die 65 Millionen Amerikaner, die
zwischen North Carolina und New England leben, also in jener rund 1000
Kilometer langen Ostküsten-Schneise, die vom Hurrikan "Irene" betroffen
ist. Daß es Obama ernst meint, hat er damit unterstrichen, daß er seinen Ostküsten-Urlaub
verkürzte und nach Washington zurückkehrte.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
25. August '11
Friedrich-Nietzsche-Kolleg:
Weimar denkt II.
Am Sonntag, 28. August 2011, und Montag, 29. August 2011,
geht das Philosophische Festival »Weimar denkt II« der Frage nach, ob die
Philosophie in abstrakten Diskursen und auf verwinkelten Wegen den Menschen
vergessen hat oder es der Mensch selbst war, der das Staunen, Hinterfragen und
Entdecken verlernt hat. An Veranstaltungsorten in ganz Weimar setzt es damit
einen Prozess fort, der auf einer Tagung im Jahr 2009, dem Jubiläumsjahr des
Kollegs, begann. Fellows des Kollegs Friedrich Nietzsche – Philosophen,
Kulturwissenschaftler, Schriftsteller und Künstler – werden die Philosophie in
Gestalt von Vorträgen, Impulsreferaten und Diskussionsrunden vom Berg hinunter
in das Getümmel der Stadt tragen.
> Mehr dazu finden Sie hier
Gesellschaft
23. August '11
Komiker Loriot
gestorben
Vicco von Bülow ist bereits Montagnacht im Alter von 87 Jahren an Altersschwäche in Ammerland am
Starnberger See verstorben. Die Beisetzung soll im engsten Familienkreis
stattfinden. Seine zahlreichen Sketche hatten ein Millionenpublikum begeistert,
so die Nudel im Gesicht beim verpatzten Rendezvous, der mißglückte Auftritt des
Lottogewinners Erwin Lindemann oder die Cartoons "Herren im Bad" und
"Das Frühstücksei". Auch seine beiden Kinofilme "Ödipussi"
und "Pappa ante portas" haben Millionen in die Kinos gezogen. Die Todesmitteilung hatte der Diogenes-Verlag auf seiner Homepage veröffentlicht.

Der Blick in die Welt
22. August '11
Gaddafi-Regime fällt:
Das Ende einer Diktatur
Nach 42 Jahren hat Libyen das Ende des Regimes von Muammar
al-Gaddafi gefeiert. In Tripolis bejubelten Tausende den Sieg der
Aufständischen. Die Hauptstadt des Landes war am Montagmorgen bis auf wenige Widerstandsnester
vollständig in der Hand der Regimegegner. Die Leibgarde von Gaddafi hatte die
Waffen niedergelegt; zwei Söhne des Despoten wurden festgenommen. Bislang ist
über den momentanen Aufenthaltsort von Gaddafi selbst nichts bekannt. Es ist
aber davon auszugehen, daß Gaddafi sich nicht mehr in Tripolis befindet.
19. August '11
Walter Kappacher
liest in Weimar
Den
262. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes am 28. August 2011 begeht
die Klassik Stiftung mit einem großen Fest im Park an der Ilm, flankiert
von einer Lesung am Vorabend, die eine der seltenen Gelegenheiten
bietet, den Schriftsteller Walter Kappacher zu erleben. Vor
200 Jahren erschienen die ersten Bände der Autobiographie »Dichtung und
Wahrheit«, in der Johann Wolfgang von Goethe seine zum Teil
schmerzvollen Liebeserlebnisse verarbeitete – Grund genug, die
diesjährigen Geburtstagsfeierlichkeiten unter das Motto ›Liebe und
Poesie‹ zu stellen. Im
festlich illuminierten Park an der Ilm rund um das Römische Haus können
Besucher auf kleinen »Poetischen Inseln« Theaterszenen, Lesungen, Musik
und Gesang erleben.
> Lesung mit Walter Kappacher und Fest am Römischen Haus - Goethes Geburtstag
Gesellschaft
19. August '11
Brief an die Linken
Protest gegen "Junge Welt"
„Keine Zusammenarbeit mit der Jungen Welt!“
Sehr geehrte Frau Lötzsch, sehr geehrter Herr Ernst, sehr
geehrter Herr Gysi, am 13. August 2011, dem 50. Jahrestag des Mauerbaus, hat sich
die Zeitung Junge Welt für die Errichtung des menschenverachtenden
DDR-Grenzregimes bedankt. Auf ihrer Titelseite schrieb sie über einem Foto
bewaffneter Kampfgruppenangehöriger vor dem Brandenburger Tor in großen Lettern:
„Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: Danke“. Darunter listet sie 13
vermeintliche Errungenschaften der DDR auf und bedankt sich unter anderem „für
28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe“. An der Berliner Mauer kamen mindesten 136 Menschen zu Tode,
im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen wurden etwa 11 000 Menschen gequält –
das Titelblatt ist an Zynismus kaum zu überbieten.
> Offener Brief - An die Parteivorsitzenden der Linken
Gesellschaft
18. August '11
Ursula von der Leyen plädiert
für Alzheimer-Hilfenetz
Die Bundesministerin für Arbeit, Ursula von der Leyen, sieht, wie sie
gegenüber "Deutschlandradio Kultur" betonte, die Bundesrepublik
Deutschland vor neue und einschneidende Herausvorderungen gestellt -
gerade mit Blick auf das erschreckende Anwachsen der Zahl von
Alzheimer-Patienten. Die CDU-Politikerin unterstrich, die schon vor
Jahren über die Alzheimer-Erkrankung ihres Vaters im "Focus" berichtete,
daß Deutschland ein größeres Hilfenetz nicht nur für die Erkrankten,
sondern auch für deren Angehörige benötige. In der Bundesrepublik leben
derzeit mehr als 1,4 Millionen Erkrankte. Prominentestes Beispiel ist
sicherlich der Publizistikprofessor aus Tübingen, Walter Jens, über
dessen Erkrankung sein Sohn Timann vor zwei Jahren ein Buch
veröffentlichte
> Ursula von der Leyen: "Immer noch eine Tabudiagnose"> Annegret Balogh: Demenz – ein unabwendbares Schicksal oder doch nicht?> Stefan Groß: Demenz: Der lange Abschied von Walter Jens und das Resümee des Sohnes Tilman
17. August '11
Podiumsdiskussion mit
Gesine Schwan in Weimar
Ein Gipfeltreffen mit Gesine Schwan (D), Adam Michnik (PL), Jack Lang
(F) findet am 26. August unter dem Motto "20. Geburtstag des 'Weimarer Dreiecks'" statt. Nils Minkmar moderiert die Veranstaltung. 1991 in Weimar von den drei damaligen
Außenministern Deutschlands, Frankreichs und Polens begründet, gab das
»Weimarer Dreieck« Zeugnis vom Aussöhnungsprozess mit unseren Nachbarn
nach Weltkrieg und Eisernem Vorhang. Mit der Osterweiterung der EU 2004
haben sich die Zielsetzungen verändert. Jetzt geht es um gemeinsame
Projekte, Freundschaft, Zusammenarbeit. Den ausführlichen
Veranstaltungsplan der ersten Woche von „pèlerinages“ Kunstfest Weimar
2011 finden Sie hier!
> „pèlerinages“ Kunstfest Weimar 2011 - 19. August bis 11. September 2011 - Motto: „Vision“> Gesine Schwan: Wo wir stehen. Überlegungen zur gegenwärtigen Krise
Gesellschaft
17. August '11
Bildungsmonitor 2011
Sachsen und Thüringen Spitze
Vor dem Schulstart in Sachsen und Thüringen haben beide
Länder mit Blick auf ihr Bildungsniveau vom Bildungsmonitor 2011 Bestnoten erhalten.
Demnach führt Sachsen vor Thüringen und Baden-Württemberg, auf dem letzten
Platz landete Berlin. Dennoch ist die Zahl der Schulabbrecher zu hoch. In
keinem Industriestaat der Erde entscheidet die soziale Herkunft immer noch so
stark über die Bildungschancen wie in der Bundesrepublik. Die "Financial Times
Deutschland" hat unterdessen vorgeschlagen, sich die beiden führenden
Bundesländer, Sachsen und Thüringen, zum Vorbild in Sachen Bildung zu nehmen.
Zur Begründung hieß es, daß die innerdeutsche Konkurrenz um das beste
Bildungssystem nichts nütze, wenn am Ende die Verlierer das Siegermodell doch nicht
übernehmen wollten.
> Philipp Legrand: Die Reproduktion sozialer Ungleichheiten im deutschen Schulsystem 
Gesellschaft
16. August '11
Woddy Allen nimmt
Carla Bruni in Schutz
Hart ging der Regisseur Woody Allen gegen Gerüchte über
Carla Bruni vor. Wie er gegenüber der "Frankfurter Rundschau"
betonte, habe er selten so viele ausgedachte Geschichten über die französische
First Lady gelesen, die in seinem Film "Midnight eine Rolle übernommen
hatte. Wie Allen betonte, seien selbst Fotos der französischen
Präsidentengattin verfälscht worden. Allen dementierte auch, daß wegen dem
ehemaligen Modell keine Szenen nochmals gedreht werden müßten. Überhaupt sei
Bruni bei den Dreharbeiten sehr engagiert gewesen und selbst der französische
Präsident und ihr Ehemann, Nicolas Sarkozy, habe sie beim Filmprojekt
tatkräftig unterstützt.
Gesellschaft
16. August '11
Die andere Seite
der Coco Chanel
Eine neue Biographie über Coco Chanel, die heute in den USA
erscheint, sorgt für Aufsehen. Der in Frankreich lebende US-Journalist Hal
Vaughan behauptet, daß die Ikone der Haute Couture von den Nazis beeinflußt
wurde. Chanel sei 1940 vom deutschen Geheimdienst rekrutiert worden. Darüber
hinaus hatte sie eine Liebesaffäre mit einem hochrangigen deutschen Nazi-Spion.
Bei seinen Recherchen beruft sich Vaughan auf Dokumente aus verschiedenen
Archiven weltweit. Chanel hatte Gerüchte über eine Kollaboration mit
den Nazis zu Lebzeiten immer bestritten.
Politik
15. August '11
Peer Steinbrück
neuer Kanzler 2013?
Wird Peer Steinbrück, der ehemalige Bundesfinanzminister, nächster
Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten? Schon im Mai brachte sich der64-Jährige als Kanzlerkandidat ins Gespräch und bekundete die
Bereitschaft als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf 2013 zu
ziehen. Andrea Nahles kritisierte den Vorstoß Steinbrücks. Erst 2009 verkündete Steinbrück seinen Rückzug aus der
Spitzenpolitik und legte das Amt des stellvertretenden
Bundesvorsitzenden der SPD nieder.
> Philipp Legrand: Steinbrück als Kanzlerkandidat?
Gesellschaft
15. August '11
Attentäter Breivik
zeigt keine Reue
Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat drei
Wochen nach dem dutzendfachen Mord in Oslo und auf der Ferieninsel Utoya bei
einer Tatortbegehung keine Reue gezeigt. Wie die Polizei ervorhob, hat der
Täter bei der Rekonstruierung von Details aber gut mit den Ermittlern
zusammengearbeitet. Der 32-jährige Breivik wurde am 13. August 2011 für acht
Stunden nach Utoya gebracht, wo der rechtsradikale Islamhasser im Juli 69
Menschen erschossen hatte.
> Steffen Dietzsch: Mord aus reinen Begriffen?
Politik
15. August '11
Im Sommerinterview:
Sigmar Gabriel
Was vor einem halben Jahr undenkbar war, scheint Realität zu
werden. Die in der Wählergunst abgeschlagene SPD kommt langsam aus ihrem
Stimmungstief heraus. Und glaubt man den neuesten Umfragen des
ARD-Deutschlandtrends, dann würden die Sozialdemokraten – wären denn derzeit
Wahlen – den Kanzler stellen. SPD-Chef Sigmar Gabriel wirke zumindest im
Sommerinterview souveräner als sonst, wenngleich er bei der Kanzlerfrage auswich.
Ob nun Steinbrück oder Steinmeier, dass scheint auch für Gabriel die
Grechtenfrage zu bleiben. Einer rot-roten Koalition auf Bundesebene hat er zumindest schon eine Absage erteilt.
> Bettina Röhl: Erzengel Gabriel soll die SPD erlösen 
Der Blick in die Welt
14. August '11
Fidel Castro feiert
seinen 85. Geburtstag
"Sozialismus oder Tod" - das war und ist das Motto von Fidel Castro. Seit Tagen wird auf der armen Karibik-Insel sein 85.
Geburtstag gefeiert. Geboren wurde Castro am 13. August 1926 als Fidel Alejandro Castro Ruz im ostkubanischen Birán. Von 1956 bis 1959 kämpfte Castro gegen das Batista-Regime und führte die Rebellenarmee an. 2008 bestimmte die Nationalversammlung Raúl Castro zum Nachfolger und 2011 bestätigt der Máximo Líder sein
Ausscheiden aus der Führung der Kommunistischen Partei (KP). Castro zählt zu den reichsten Politikern der Welt, sein Vermögen wird auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt.
> Robert Lembke: „Das ewige Floß“. Wohin treibt Kuba?
Politik
14. August '11
Christian Wulff
gedenkt Mauerbau
Am Morgen des 13. August 1961, einem Sonntag,
hörte das junge Ehepaar Hartmut und Gerda Stachowitz in seiner
Westberliner Studentenwohnung, dass an der Sektorengrenze eine Mauer
gebaut werde. Voller Angst eilte Gerda Stachowitz in den Ostteil der
Stadt, wo im Haus ihrer Eltern ihr kleiner Sohn Jörg war. Ihr Mann blieb
im Westen. Viele Monate später wurden Hartmut und Gerda verhaftet,
nachdem sie verzweifelt versucht hatten, durch einen Fluchttunnel wieder
als Familie zueinander zu kommen. Beide kamen ins Gefängnis, der kleine
Sohn in staatliche Hände, die Mutter wusste nicht, wie und wo. Erst
zwei Jahre später war die Familie wieder vereint, erst 1973 durfte sie
endlich die DDR verlassen.
> Christian Wulff: Zentrale Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Mauerbaus
Gesellschaft
12. August '11
Wie gefährlich sind
die "Neuen Rechten"?
Die rechte Zeitung Junge Freiheit (JF) aus Berlin, die
wöchentlich erscheint, hat sich zu einem Vorzeigeprojekt der Neuen Rechten
entwickelt. Laut ihrem Herausgeber Dieter Stein fehle in der Bundesrepublik
eine rechte parlamentarisch orientierte Alternative, die die Leerstelle im
deutschen Parteiensystem rechts von der CDU/CSU besetze. Die Aufgabe der JF
liege darin, an der Bildung einer solchen Alternative mit publizistischen
Mitteln mitzuwirken. Die JF bezieht sich nachdrücklich auf antidemokratische
Ideologen der Konservativen Revolution wie den Staatsrechtler Carl Schmitt.
> Michael Lausberg: Die Junge Freiheit
Politik
10. August '11
Lindner: Arbeitslosengeld
für ältere Menschen kürzen
FDP-Generalsekretär Christian Lindner schlägt wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt nun vor, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für
ältere Arbeitnehmer zu verkürzen. Wie der Politiker betonte, erfordere die derzeitige Lage auf dem Arbeitsmarkt keine Quasi-Frühverrentungsformen. Ältere Arbeitnehmer würden als Fachkräfte gebraucht. "Die
Bundesagentur für Arbeit sieht die für Ältere auf bis zu zwei Jahre
verlängerte Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I selbst kritisch", so Lindner. "Wenn die Union Mut hat, folgt sie mit uns dem Rat der
Experten."
> Stefan Groß im Gespräch mit Christian Lindner
Feuilleton
08. August '11
Geschichten sind Lebewesen
Michail Schischkins "Venushaar"
Seinem monumentalen Buch hat der russische Autor, der gern
als Tolstois und Nabokovs Enkel bezeichnet wird, einen Auszug aus dem Alten
Testament, dem "Buch der Offenbarung Baruchs" vorangesetzt: "Und
angerufen wird der Staub und zu ihm gesagt: 'Gib zurück, was dir nicht gehört;
offenbare, was du bewahrt für seine Zeit.' Denn durch das Wort ward die Welt
erschaffen, und durch das Wort werden wir einst auferstehen." Und genau
diesen Epigraph versucht Schischkin auf den folgenden, höchst anspruchsvollen
Seiten mit atemberaubender Eloquenz, Fantasie, Fabulierlust und erzählerischer
Kunstfertigkeit zu belegen.
> Heike Geilen: Geschichten sind Lebewesen Michail Schischkins "Venushaar"
Gesellschaft
08. August '11
Ostdeutsche Universitäten
sind bei Studies immer beliebter
Laut einer Umfrage der "Hochschulinitiative Neue
Bundesländer" gewinnen ostdeutsche Universitäten immer mehr an
Attraktivität. Bundesweit haben 20 Prozent der Abiturienten angegeben, daß sie
gern im Osten des Landes studieren würden. Vor zwei Jahren waren es lediglich
nur 15 Prozent. Insgesamt schätzen 56 Prozent die Studienangebote in den neuen
Ländern als sehr attraktiv ein, 2009 waren es noch 35 Prozent. Die „Hochschulinitiative“
vermutet, daß dieser Trend eng mit dem derzeit sich abzeichnenden Ansturm auf
die Universitäten zusammenhängt. Viele, die Angst davor haben, in ihrer
Heimatregion keinen Studienplatz zu erhalten, sind nach der Umfrage bereit,
sich auch jenseits der Heimat umzuschauen.

Der Blick in die Welt
04. August '11
Attentäter Breivik besorgte
Material im Ausland
Der Anwalt des Attentäters Anders Behring Breivik, Geir
Lippestad, hat bestätigt, dass sein Mandant die Materialien für seine Anschläge
größtenteils im Ausland gekauft habe und dazu rund 20 Länder bereiste. Breivik
gab an, sich das für die Anschläge benötigte Material bei seinen Reisen gekauft
zu haben. Dies betonte Lippestad gegenüber der Zeitung „Verdens Gang“, nachdem Brevik
am Mittwoch zum dritten Mal von der Polizei verhört worden war.
> Steffen Dietzsch: Mord aus reinen Begriffen?
Gesellschaft
26. Juli '11
Wolfram Weimer kein
"Focus"-Chefredakteur mehr
Der ehemalige „Cicero“-Begründer und derzeitige "Focus"-Chefredakteur,
Wolfram Weimer, hat nach nur einem Jahr im Amt in München das Nachrichtenmagazin
verlassen. Der bisherige Co-Chefredakteur Uli Baur wird das Blatt nun
alleinverantwortlich führen. Weimer hatte den "Focus" in den
vergangenen Monaten auf einen Kurs von "höherer journalistischer
Relevanz" gebracht, der auch die Verkaufszahlen gesteigert habe, hieß es aus München. Er soll nun dem Burda-Konzern beratend zur Seite stehen. Der Rückweg zum "Cicero" bleibt ihm vesperrt, gleichwohl er noch Gründungsherausgeber ist, weil sich der Riniger-Verlag nach Weimers Weggang nach links verschoben hat. Der von Weimer eingeschlagene Weg soll unter der Leitung von Uli Baur unterdessen beim "Focus" fortgesetzt werden.
> Rezension zu Wolfram Weimer, Freiheit, Brüderlichkeit, Bürgerlichkeit
Der Blick in die Welt
25. Juli '11
Der Terror des Anders
Behring Breivik
Bei einem Bombenattentat im Regierungsviertel von Oslo und einem
Massaker in einem Ferienlager der Regierungspartei auf der in der Nähe
der Hauptstadt gelegenen Insel Utöya wurden insgesamt 93 Menschen
getötet. Die Zahl der Todesopfer kann sich aber noch erhöhen, da noch
viele Schwerverletzte in Osloer Kliniken um ihr Leben kämpfen. Gegen
15.20h Ortszeit erschütterte eine gewaltige Explosion das
Regierungsviertel. Eine Autobombe tötete 7 Menschen, mehr als 20 wurden
zum Teil schwer verletzt. Mehr als 3 Stunden später tötete der Rassist
Anders Behring Breivik in einem Ferienlager norwegischer
Sozialdemokraten als Polizist verkleidet mindestens 93 Teilnehmer.
> Michael Lausberg: Die Saat des Hasses
Gesellschaft
25. Juli '11
Guardian-Liste 2011 der
wichtigsten Medienmacher
Die britische Zeitung "The Guardian" hat nach den
einflußreichsten Medienmachern gesucht. Ganz oben im Ranking steht Facebook-Gründer
Mark Zuckerberg, dessen soziales Netzwerk inzwischen die Marke von 750
Millionen Nutzern deutlich überschritten hat. Auf Platz zwei folgen der Kurznachrichtendienst
Twitter und sein Mitbegründer Jack Dorsey. Den dritten Platz, der Top-100, geht
an Google-Mitbegründer Eric Schmidt. Trotz des Abhörskandals um Medienunternehmer
Rupert Murdoch zählt dieser neben BBC-Direktor Mark Thompson und Apple-Chef
Steve Jobs weiter zu den wichtigsten und mächtigsten Medienmachern 2011.
> Nietzsche on Facebook? - Postmoderne Welten des Philosophierens
Gesellschaft
24. Juli '11
Maler Lucian Freud ist gestorben
Der bedeutende Porträtkünstler und Enkel von Sigmund Freud, des
Begründers der Psychoanalyse, ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 88
Jahren gestorben. Seine Menschenbilder, häufig als schonungslos bezeichnet,
gelten als gemalte Werke der Psychoanalyse. Seine Werke erzielen auf dem
Kunstmarkt Höchstpreise. Seine Bilder kennzeichnen sich durch einen
realistischen Detailreichtum. Freud galt als Lebemann, der in Bars und
Restaurants häufig mit attraktiven Frauen erschien. Geboren wurde er 1922 in
Berlin. Nachdem die Nationalsozialisten an die Macht kamen emigrierte er mit
seiner Familie nach Großbritannien. Freud wurde 1939 britischer Staatsbürger.

Gesellschaft
23. Juli '11
Amy Winehouse ist tot
Die Sängerin Amy Winehouse ist tot. Die 27-jährige Musikerin
wurde in ihrer Londoner Wohnung leblos aufgefunden. Kurz nach 1600 Uhr wurden Polizeibeamte
vom Rettungsdienst zur Wohnung von Winehouse gerufen. Als
die Beamten eintrafen, war die Musikerin bereits tot. Über die genaen Todesumstände ist bislang nichts bekannt. Winehouse wurde mit ihrem 2006
veröffentlichten Album "Back in Black" bekannt, für das sie einem
Grammy erhielt. Die letzten Jahre waren von Negativ-Schlagzeilen überschattet - Alkohol-
und Drogenkonsum, ihre stürmische Ehe und das Ende ihrer musikalischen Karriere.
Die Sängerin hatte Ende Juni 2011 nach einem verpatzten Konzert in Belgrad ihre
gesamte restliche Europa-Tour abgesagt. Erst Ende Mai dieses Jahres wurde sie
in London wieder in einer Entzugsklinik behandelt.
21. Juli '11
„La Damnation
de Faust“
beim Kunstfest Weimar
An Goethes Geburtstag macht „pèlerinages Kunstfest Weimar
allen Musikbegeisterten ein ganz besonderes Geschenk: Am Abend des 28. August
spielt die Ungarische Nationalphilharmonie in der Weimarhalle unter der Leitung
von Zoltán Kocsis „La Damnation de Faust von Hector Berlioz. Goethes Faust bildete die Grundlage von Hector
Berlioz Dramatischer Legende op. 24. Berlioz taucht seinen Faust jedoch in
französische Schauer-Romantik: Ein surrealer Höllenritt beendet Fausts Leben,
Margarethe kommt in den Himmel – und Mephisto hat gewonnen! Wir haben die
besten internationalen Solisten für „Fausts Verdammnis gewinnen können: die
unvergleichliche bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova als
Margarethe, den jungen amerikanischen Tenor Raymond Very in der Rolle des Faust
und den „teuflisch“ guten Spanier Rubén Amoretti als Mephisto. Als Brander ist
der gefragte Bariton Christian Miedl zu hören.
Politik
18. Juli '11
Kein Quadriga-Preis
für Wladimir Putin
Kontrovers wurde über den diesjährigen Quadriga-Preisträger
Wladimir Putin diskutiert, der den „Petersburger Dialog“ einstmals
mitbegründete. Nun ist sich die Jury darüber einig, den Preis, der jährlich am
3. Oktober in Berlin vergeben wird, 2011 auszusetzen. Kritiker bemängelten, daß
die Verleihung des Preises für Demokratie bei Putin nicht in den richtigen
Händen sei, denn ob es sich bei ihm um einen Demokraten erster Klasse handelt,
wurde von vielen in Frage gestellt. Die Tabula Rasa hat den Vorsitzenden des „Petersburger
Dialogs“, Lothar de Maizìere interviewt.
> Stefan Groß im Gespräch mit Lothar de Maizière
Politik
18. Juli '11
Herzlichen Glückwunsch
Frau Dr. Merkel
Die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) feiert ihren 57. Geburtstag und nimmt den Bundesbürgern im traditionellen Sommerinterview die Angst vor der Zukunft - die Renten und Privatvermögen seien gesichert, der Euro sicher und die "Krise" bewältigbar. Die Japaner sind endlich am Ziel ihrer Träume angekommen und Fußballweltmeister, und die Bundespolitiker haben sich in die Sommerpause verabschiedet und auch die Tabula Rasa schaltet einen Gang zurück.
> Die geopolitische Tektonik von Frau Dr. Merkel
Politik
14. Juli '11
Im Interview mit
Christian Lindner
Im Gespräch mit der Tabula Rasa hat der Ausnahmepolitiker und junge Hoffnungsträger der FDP, Christian Lindner, nicht nur über den schweren Stand seiner Partei reflektiert, sondern auch über die zentralen Eckpfeiler seiner politischen Botschaft Auskunft gegeben, über das neue Parteiprogramm, über seine Vorstellungen von Freiheit und Gerechtigkeit und über die Stellung der christlichen Religion innerhalb der Wertegesellschaft. Lindner, der 2011 den Rednerpreis "re: republik" erhielt, studierte im Nebenfach Philosophie.
> FDP-Generalsekretär Christian Lindner im Gespräch mit der „Tabula Rasa"
12. Juli '11
Monsignore Karl-
Heinz Ducke ist tot
Thüringens Stellvertretender Ministerpräsident Christoph Matschie ist tief betroffen über den Tod von Monsignore Karl-Heinz Ducke. „Wir verlieren mit Monsignore Ducke einen großartigen Menschen und wachen Zeitgenossen“, so Matschie. „Ich habe ihn auch ganz persönlich in besonderer Erinnerung. Im Herbst 1989 war er ein wichtiger Geburtshelfer der Demokratie. Als einer der drei Moderatoren des Runden Tisches in Berlin hatte er eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung der ersten freien Wahlen in der DDR. Wir werden dass Andenken von Monsignore Ducke in Ehren bewahren.“

Gesellschaft
11. Juli '11
Richard Williamson wegen
Volksverhetzung verurteilt
Der britische Bischof und Holocaust-Leugner Richard
Williamson hat sich, wie das Landgericht Regensburg bestätigt, der
Volksverhetzung schuldig gemacht. Die Richter verurteilten den 71-Jährigen zu einer
Geldstrafe von 6.500 Euro. Das Amtsgericht Regensburg hatte den Bischof der Pius-Brüderschaft
bereits zuvor zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Williamson hatte
in einem Fernsehinterview den Massenmord an den Juden durch die Nazis
abgestritten. Die Tabula Rasa hatte
darüber schon berichtet und greift ins Archiv.
> Eilert Herms: Was Protestanten aus dem Fall Williamson lernen können> Guido Horst: Der Papst, die Juden und der Holocaust
Gesellschaft
10. Juli '11
Quadriga-Preis
für Wladimir Putin
Den diesjährigen Quadriga-Preis wird an den russischen
Ministerpräsidenten Putin verliehen. Der Verein "Werkstatt
Deutschland" erklärte, daß es Putin geschafft hat im Innern Stabilität
durch das Zusammenspiel von Wohlstand, Wirtschaft und Identität zu erreichen.
Die Verleihung an den russischen Politiker war nicht umstritten – insbesondere aus
den Kreisen der Grünen. Der Quadriga-Preis wird jährlich zum Tag der Deutschen
Einheit verliehen. Er geht an "Vorbilder, die der Aufklärung, dem
Engagement und dem Gemeinwohl verpflichtet sind".
Der Blick in die Welt
10. Juli '11
Südsudan – neuer Staat
auf der Landkarte
Der Südsudan hat seine Unabhängigkeit vom Norden des
Landes verkündet. Parlamentpräsident James Wani Igga verkündete „wir, die
demokratisch gewählten Vertreter des Volkes, erklären den Südsudan auf der
Grundlage des Willens der Bevölkerung und des Ausgangs des
Unabhängigkeitsreferendums hiermit zu einer unabhängigen und souveränen
Nation“. Eine neue Flagge hat die jüngste Nation der Welt bereits entworfen und
symbolträchtig gehisst. Die Zeremonie zur Unabhängigkeit wurde in Juba, der
Hauptstadt des Landes, abgehalten. Das Plebiszit zur Unabhängigkeit wurde im
Januar dieses Jahres abgehalten und war Teil eines Friedensabkommens aus dem
Jahr 2005. Mit dem Abkommen endete ein mehr als zwei Jahrzehnte währender Konflikt
zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. Es wird erwartet, dass die
Vereinten Nationen den Südsudan als 193. Mitgliedsstaat in die Organisation aufnehmen
werden.
> Südsudan - eine Nation ohne Hoffnung
Politik
08. Juli '11
Das Jahrestief der
Angela Merkel
Für die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht es derzeit
nicht gut – zumindest wenn man die Wählerumfragen betrachtet. Die Kanzlerin der
Mitte fällt deutlich hinter mögliche Herausforderer wie SPD-Fraktionschef
Frank-Walter Steinmeier und den früheren Finanzminister Peer Steinbrück (ebenfalls
SPD) zurück. Die Union kann derzeit nur 32 Prozent der Wählerstimmen auf sich
vereinigen und landet damit auf einem Jahrestief. Die SPD erhält 26 Prozent, die
Grünen 23 Prozent, FDP und Linke bleiben bei 5 bzw. 8 Prozent. 85 Prozent der
Bundesbürger sind der Meinung, Merkel "müsste in der Bundesregierung
klarer den Kurs angeben", für 65 Prozent ist nicht erkennbar, wofür sie
selbst eigentlich steht. 58 Prozent sind der Meinung, die Kanzlerin „regiert
eher nach Umfragen als nach eigenen Überzeugungen".
07. Juli '11
Bundestag erlaubt begrenzte
Zulassung der PID
Der Deutsche Bundestag hat nach heftigen Diskussionen einer begrenzten
Zulassung der sogenannten Präimplantationsdiagnostik zugestimmt. Die Mehrheit von
326 Abgeordneten sprach für das Verfahren aus, 260
stimmten dagegen. Damit wird die PID in Zukunft in solchen Fällen zulässig sein,
in denen ein oder beide Elternteile die Veranlagung für eine
schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder mit einer Tot- oder
Fehlgeburt zu rechnen ist. Mehrere Politiker - darunter Bundestagsvizepräsidentin Göring-Eckart, Unionsfraktionschef Kauder und Bundestagsvizepräsident Thierse hatten gegen die Zulassung der PID gestimmt.
Gesellschaft
06. Juli '11
Deutschlands Fußballfrauen
glänzen eindrucksvoll
Daß Frauenfußball attraktiv und ästhetisch genußvoll sein kann, haben die deutsche Nationalmannschaft der Frauen bei ihrem 4:2 Sieg gegen die Französinnen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Frauenfußball langweilig sei, wird wohl keiner mehr behaupten dürfen. Und in einer Sache sind die Damen den Herren dann haushoch überlegen - alles verläuft hier stiller und mit weniger Platzhirschmentalität. Wehleidige und sich inszenierende Männer bleiben uns bei dieser Fußballweltmeisterschaft jedenfalls erspart. Aus philosophischer Sicht interessiert sich die Tabula Rasa für die Perspektiven des Fußballs.
> Lukas Kaelin: Perspektiven einer Philosophie des Fußballs 
Gesellschaft
01. Juli '11
Seid fruchtbar
und mehret euch!
Der erste Befehl Gottes an seine lebenden Geschöpfe steht im
ersten Kapitel des ersten Buches der Bibel, Satz 22, am 5.Tag der Schöpfung:
- Und Gott segnete seine Geschöpfe und sagte: „Seid
fruchtbar, vermehrt euch und füllt die Meere, und ihr Vögel, vermehrt euch auf
der Erde!“ - Mit Fug und Recht wird dieses Gebot als äußerst wichtig
betrachtet, allein auf Grund seiner Stellung als erster dokumentierter Befehl
Gottes an die lebenden Geschöpfe. Auch wenn noch ein Tag vergeht, bis der
Mensch erschaffen wird, darf sich ein gläubiger Katholik über dieses Gebot
nicht hinwegsetzen.
> Seid fruchtbar und mehret euch!
Finanz- und Kapitalmarkt
30. Juni '11
Preis Soziale Marktwirtschaft
2011 für Reinhard Kardinal
Marx
„Professor Reinhard Marx hat die Dimensionen der Marktwirtschaft, deren
Bedingungen und deren Grenzen aufgezeigt. Ein Wirtschaftssystem, das ohne
Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit ist, hat hiernach keine Moral und
keine Zukunft.“, so begründet die Jury ihre Entscheidung. Der KAS-Vorsitzende,
Hans-Gert Pöttering, begrüßte das Votum „sehr nachdrücklich“ und hob hervor:
„Gerade der kritische Dialog mit den Kirchen hat die Soziale Marktwirtschaft zu
einem Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell werden lassen, das breiten Rückhalt
in der Bevölkerung genießt.“ Der undotierte Ehrenpreis wird am 7. Dezember 2011
in der Frankfurter Paulskirche verliehen.
> Reinhard Marx: Marx schreibt an Marx
Kirche und Religion
30. Juni '11
Berliner Kardinal Georg
Sterzinsky ist tot
Der frühere Berliner Erzbischof Kardinal Georg Sterzinsky ist gestorben. Wie aus dem Berliner Bistum mitgeteilt wurde, verstarb Sterzinsky am Donnerstag im Alter von 75 Jahren nach langer
und schwerer Krankheit. Sterzinsky hatte es nach dem Fall der Mauer und der
deutschen Wiedervereinigung verstanden, ein Bistum mit zwei
verschiedenen Mentalitäten zu verbinden. Seit 1989 stand der Priester an der Spitze des Erzbistums, das sich
auf Berlin sowie Teile von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
erstreckt. Akzente setzte Sterzinsky immer wieder bei Fragen der Asyl- und
Migrationspolitik. 1996 war er Gastgeber von Papst Johannes Paul II. bei
seinem Besuch in Berlin. 1966 bis 1981 war er Pfarrer in Jena, 1981 wurde er zum Generalvikar im Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen berufen.
Finanz- und Kapitalmarkt
27. Juni '11
Paul Kirchhof und die
Reform des Steuerwesens
Professor Paul Kirchhof, ehemaliger Richter am
Bundesverfassungsgericht, fordert eine radikale Vereinfachung des Steuerrechts.
In seinem „Bundessteuergesetzbuch“ ist vorgesehen, daß in Zukunft sämtliche
Einkommen mit einem Satz von 25 Prozent einheitlich zu besteuern sind. Dabei
sollen 534 Steuervorteile wie beispielsweise die Pendlerpauschale oder die
Steuerbefreiung von Sonntags- und Nachtzuschlägen gestrichen werden. Bereits
2005 hatte sich der renommierte Steuerrechtler für eine Flat Tax ausgesprochen
> Constantin Graf von Hoensbroech: Kants Imperativ und Rüttgers` Regeln
Kunst und Künstler
24. Juni '11
Franz Liszt - Ein Europäer
in Weimar: Eröffnung 24. Juni
Anlässlich
des 200. Geburtstages von Franz Liszt (1811–1886) am 22. Oktober 2011 zeigt die
Klassik Stiftung Weimar vom 24. Juni bis zum 31. Oktober 2011 die in
Kooperation mit der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar erarbeitete
Landesausstellung »Franz Liszt – Ein Europäer in Weimar«. Im Mittelpunkt der
über 350 Exponate umfassenden zweiteiligen Ausstellung im Schiller-Museum und
im Schlossmuseum stehen die europäischen Dimensionen sowohl des Komponisten und
Interpreten Liszt wie auch seiner in Weimar verwirklichten Kunstprojekte. Dabei
werden Liszts Leben und Wirken und die Bedeutung Liszts für die europäische
Musik- und Geistesgeschichte umfangreich dokumentiert.
> »Franz Liszt – Ein Europäer in Weimar«
Philosophie und Wissenschaft
22. Juni '11
Nietzsches Philosophie
des Unbewussten
Internationaler Nietzsche-Kongress in Naumburg/Saale: Die
Friedrich Nietzsche Stiftung und die Nietzsche-Gesellschaft veranstalten einen
internationalen Kongress zum Thema „Nietzsches Philosophie des Unbewussten“.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Jutta Georg (Frankfurt/M.) und
Prof. Dr. Claus Zittel (Florenz/I) wird in 38 Vorträgen von Teilnehmern aus 16
Ländern das Thema erarbeitet. Vier parallele Sektionen werden sich mit den
Themen Sprachen des Unbewussten, Maske und Scham, Kulturen des Unbewussten und
Politik des Unbewussten beschäftigen. Im Rahmenproramm des Kongresses liest am
1. Juli 2011 um 20.00 Uhr die Autorin Juli Zeh aus ihrem Roman „Spieltrieb“.
> Zum Veranstaltungs-PDF 
Finanz- und Kapitalmarkt
20. Juni '11
Nach der Krise -
vor der Krise
Aus
der Bibel kennen wir den naturalen Rhythmus von sieben mageren und sieben
fetten Jahren. Auch die Erfahrung mit der modernen Wirtschaftswelt scheint die
ewige Wiederkehr eines Konjunkturzyklus zu bestätigen, der sich aber nicht auf
die geheiligte Zahl sieben festlegen läßt und sich überdies verläßlicher
Berechnung entzieht. Diese Unberechenbarkeit ist eine Frechheit, die sich der
Geschichtsverlauf gegenüber den politökonomischen Technokraten herausnimmt. Mit
den Konjunkturen und Strukturen wird man einfach nicht fertig. Wegen der
„Imponderabilien“, hätte Bismarck gesagt. Und der war eher ein
preußischer Staatssozialist als ein liberaler Kapitalist.
> Nach der Krise – vor der Krise
Gesellschaft
20. Juni '11
Thomas de Maizière spricht
auf BKU-Sommerempfang
„Der neue Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière ist
der Festredner des BKU-Sommerempfangs am Montag, 20. Juni, um 19.00 Uhr in der
Katholischen Akademie Berlin. Der BKU stellt das Jahr 2011 unter das Thema
"Nachhaltigkeit". Zentral ist uns dabei, die
"Nachhaltigkeit" nicht auf "Ökologie" zu verengen, sondern
als Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und Sozialem zu verstehen. Der BKU stellt
das Jahr 2011 unter das Thema "Nachhaltigkeit". Zentral ist uns
dabei, die "Nachhaltigkeit" nicht auf "Ökologie" zu
verengen, sondern als Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und Sozialem zu
verstehen.“
> Zur Webseite des Bundes Katholischer Unternehmer kommen Sie hier
Kunst und Künstler
16. Juni '11
Stephan Balkenhol gestaltet
Wagner-Denkmal in Leipzig
Im blauen Gehrock und in Original-Körpergröße tritt der
jugendliche Wagner aus dem Schatten seines anderen, berühmten Ich, einer vier
Meter hohen Silhouette, die dem Entwurf von Max Klinger aus den Jahren 1904/05
nachempfunden ist. Der seit 1992 an der Akademie der Bildenden Künste in
Karlsruhe lehrende Bildhauer Stephan Balkenol konnte sich mit seinem
vielschichtigen Entwurf gegen vier weitere namhafte Künstler durchsetzen und
die Jury mit seinem naturalistischen künstlerischen Ansatz überzeugen.
> Sylvia Hüggelmeier: Mit Richard Wagner auf Augenhöhe
Kunst und Künstler
16. Juni '11
42. Art Basel
öffnet ihre Türen
Kunst kommt von Können und uneigentlich von Müssen, ausdrücken müssen. Wer Freitagabends
in der Kneipe mit Freunden alles Wichtige besprechen kann, wird seltenst
Künstler. Interviews mit ihnen führen selten in die Tiefe. Wer sie erleben will
muss reisen. In Basel hält die Kaiserin aller Kunstmärkte bis Sonntag Hof. Für junge
Galerien ist die Berufung zur Art Basel der Ritterschlag. Sechs gestandene
Galeristen beraten die Messeleitung zur jährlichen Auswahl. Drei von ihnen
haben heuer ihren Sitz in Berlin. Und diese brachten die Überraschung fertig, Judy
Lybkes Eigen + Art Galerie nicht in den heiligen Hallen beherbergen zu wollen.
> Jan Löw: Art Basel - Die Kaiserin aller Kunstmärkte hält Hof
Gesellschaft
15. Juni '11
Plagiatsaffäre: zu Guttenberg
Koch-Mehrin & Co
Nach Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg mußte nun auch die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin ihren im Jahr 2000 erlangten Doktortitel abgeben. Wie die Prüfungskommission der Universität Heidelberg mitteilte, besteht die vorgelegte Arbeit in substanziellen Teilen aus Plagiaten.
Wie der
Promotionsausschuß bekannt gab, finden sich auf rund 80 Textseiten über
120 Plagiate. Die Arbeit trägt den Titel: „Historische Währungsunion
zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865 – 1927“ . Ihre politischen Spitzenämter hatte die Politikerin bereits aufgegeben - auch und insbesondere in Rücksicht auf ihre Familie.
> Wolfgang Ockenfels: Akademisch abgehoben> Michael Lausberg: Der Absturz des Homo Novus
Kunst und Künstler
10. Juni '11
Maler Bernhard
Heisig ist tot
Der Maler Bernhard Heisig ist im Alter von 86 Jahren in seinem Wohnort Strodehne an der Havel
in Brandenburg verstorben. Der gefeierte Künstler wurde 1925 in Breslau geboren und 1954 an die Hochschule
für Grafik und Buchkunst in Leipzig berufen, deren Rektor er ab 1961 war. Das Amt verlor er jedoch später wegen seiner Kritik an der damaligen DDR-Kulturpolitik. Heisig gehörte
zu den Leipziger Malerfürsten und er galt neben Werner Tübke und Wolfgang
Mattheuer als Gründer der sogenannten Leipziger Schule. Seine Vorbilder waren u. a.Otto Dix, Max Beckmann und Oskar Kokoschka. Immer wieder wechselte er in seinen Werken zwischen klassischer Moderne, Realismus und
Collagen-Kunst. Bekannt wurde er mit seinen Zeichnungen, Lithographien, Porträts und mit dem Historiengemälde zur 1848er-Revolution.

Gesellschaft
07. Juni '11
Börne-Preis für
Joachim Gauck
Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Sohn der Stadt Rostock,
Joachim Gauck, hat am Wochenende den Börne-Preis in Frankfurt am Main erhalten.
In seiner Dankesrede hat der 71-jährige Theologe zu einer Rückbesinnung auf die
Grundwerte unserer Gesellschaft aufgerufen. "Gerade unserer Nation, die
regelmäßig von Angst-Attacken geschüttelt wird, würde es guttun, sich selbst
weniger über die eigenen Mängel und Defizite zu definieren." "Sich
dessen bewusstzuwerden heißt auch, dass wir die Werte, Freiheiten und
Haltungen, die wir angenommen haben, achten, bewahren und verteidigen müssen."
> Constantin Graf von Hoensbroech im Interview mit Joachim Gauck> Constantin Graf von Hoensbroech: „Wahrheit macht versöhnungsbereit“
30. Mai '11
Hans Ulrich
Gumbrecht in Jena
Hans Ulrich Gumbrecht, geb. 1948, Professor für spanische, französische
und vergleichende Literaturwissenschaft an der Stanford University;
ständiger Gastprofessor an der Université de Montréal, am Collège de
France sowie an der Zeppelin University, Friedrichshafen;
Ehrendoktorwürden der Universitäten Siegen, Greifswald und Marburg;
Mitglied der American Academy of Arts and Sciences; regelmäßige Beiträge
in den Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Neuen
Zürcher Zeitung und des Estado de São Paulo. Seine Monographien wurden
in zahlreiche Sprachen übersetzt. Forschungsschwerpunkte:
Mittelalterliche Literatur und Kultur; spanische, französische, deutsche
und italienische Literatur der Renaissance; argentinische und
brasilianische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts; Ästhetik und
Ideengeschichte.
> Hans Ulrich Gumbrecht "Extreme und Explosionen der europäischen Aufklärung"
Gesellschaft
30. Mai '11
33. Deutscher Evangelischer
Kirchentag in Dresden
Die Landeshauptstadt an der Elbe erwartet zum Kirchentag über 120 000 Gäste. Am
Mittwoch, 1. Juni 2011 beginnt in Dresden der 33. Deutsche Evangelische
Kirchentag. Fünf Tage lang beherbergt die Stadt Gäste aus aller Welt. Der Losung des Matthäusevangeliums folgend, „... da wird auch dein Herz sein“, sind die vielen Podien, Zentren und Foren in drei Themenbereiche unterteilt, in einen geistlichen, einen gesellschaftlich-politischen und einen internationalen. Neben Kirchenvertretern und Politikern werden auch renommierte Vertreter aus Gesellschaft und Kultur erwartet.
> Zum Programm kommen Sie hier
Der Blick in die Welt
28. Mai '11
G8-Gipfel: Anmerkungen
zur Regierungserklärung
Wer mit Spannung die
Regierungserklärung von Frau Dr. Merkel in der obigen Angelegenheit verfolgt
hat, dürftemehr als nur enttäuscht
worden sein. In ihrer üblichen, oberlehrerhaften Form wurden Erkenntnisse der
Regierung erläutert, welche offensichtlich nur von dieser als neu empfunden
werden. Offensichtlich ist nach dem Prinzip verfahren worden, dass
Binsenweisheiten einer ständigen Wiederholung bedürfen, um als neue Erkenntnis
anerkannt zu werden. So wird von einer Zeitenwende in
der Arabischen Welt gesprochen und von historischen Verpflichtungen diesen
Ländern gegenüber.
> Anmerkungen zur Regierungserklärung zum G8-Gipfel in Deauville
Gesellschaft
27. Mai '11
Hans Küng: "Ist die
Kirche noch zu retten?"
In seinem neuen Buch "Ist die Kirche noch zu retten?" diagnostiziert der Theologieprofessor emeritus Hans Küng eine Krise in der katholischen Kirche, die ihn dazu zwingt, in der gegenwärtigen Situation nicht zu schweigen. Er kritisiert den Eurozentrismus, das Faktum des unhintergehbaren Wahrheitsanspruchs und das Festhalten am Zölibat. Zuletzt erschienen vom 1928 in der Schweiz geborenen Theologen, der einst mit Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., in Tübingen befreundet war, bevor sich ihre Wege in den Wirren des Jahres 1968 trennten, "Was ich glaube" und Anständig wirtschaften. Warum Ökonomie Moral braucht" im Piper-Verlag.
> Freddy Derwahl, Benedikt XVI. und Hans Küng, Geschichte einer Freundschaft
Politik
19. Mai '11
Leopoldina richtet
Empfehlungen an G8-Chefs
Die Leopoldina hat gemeinsam mit den nationalen
Wissenschaftsakademien der G8-Staaten im Vorfeld des G8-Gipfeltreffens der
Staats- und Regierungschefs zwei Stellungnahmen erarbeitet. Die darin
enthaltenen Empfehlungen werden heute den beteiligten Regierungen für die
Verhandlungen am 26. und 27. Mai in Deauville (Frankreich) übergeben. In einer
Stellungnahme zum Thema „Bildung in einer globalisierten Welt“ fordern die
Akademien die Regierungen auf, gezielt in eine Infrastruktur zur weltweiten
Verbreitung des wissenschaftlichen Wissens zu investieren.
> Leopoldina richtet Empfehlungen an die G8-Staats- und Regierungschefs 
Politik
18. Mai '11
FDP: Trotz Rösler
nur drei Prozent
Trotz dramatischer Veränderungen an der Spitze der Liberalen
in Deutschland kann die FDP nach wie vor bei den Wählern nicht punkten. Auch
mit Philipp Rösler an der Spitze kommt die Partei in der Wählerumfrage derzeit
nur auf 3 Prozent und sinkt damit auf ein neues Rekordtief. Über 50 Prozent der
Deutschen haben kein Vertrauen in den neuen Wirtschaftsminister. Die Union hingegen kann
einen Punkt dazugewinnen, bleibt aber mit 32 Prozent ebenfalls schwach. Die
Grünen liegen derzeit bei 26 Prozent, die SPD bei 22 Prozent, die Linke
verharrt bei 9 Prozent.
Kirche und Religion
16. Mai '11
Vatikan: Neue Leitlinien
gegen den Mißbrauch
Der Vatikan hat auf die Mißbrauchfälle vom vergangenen Jahr reagiert
und neue Leitlinien gegen den Mißbrauch herausgegeben. In einem Rundschreiben
an alle Bischöfe weltweit ordnete der Vatikan an, daß in Verdachtsfällen sofort
und umgehend die Justiz einzuschalten sei. Auch wurden die Bischöfe auf der ganzen Erde ermahnt,
"auf eventuelle Fälle sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger durch Kleriker
angemessen zu reagieren", denn dies, so die Leitlinie, gehört zu ihren wesentlichen und vordringlichen Aufgaben. Darüber hinaus sollen Auswahl und Ausbildung von Priestern und Ordensleuten der Vorbeugung von Mißbrauch dienen. Dies war eine zentrale Forderung des
Oberhauptes der Katholiken, von Papst Benedikt XVI. Nun
haben die nationalen Bischofskonferenzen ein Jahr Zeit, die neuen Vorgaben
umzusetzen.
Feuilleton
16. Mai '11
Peter Michalziks
Heinrich von Kleist
"Wer das Leben Heinrich von Kleists verfolgt, findet im Wesentlichen
zwei Geschichten", beginnt der in Landshut geborene Journalist,
Theaterkritiker und Buchautor Peter Michalzik seine Biografie über den
deutschen Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizisten der Weimarer
Klassik und Romantik. Allerdings scheinen diese beiden Geschichten kaum
etwas miteinander zu tun zu haben. "Es ist zum einen die Geschichte
eines schwer zugänglichen, merkwürdig verstockten Menschen, der lange
als einer der großen Einsamen der deutschen Literatur galt. Zum anderen
ist es die Geschichte eines agilen jungen Mannes in einer Zeit der
Umbrüche, Kriege und Neuerungen.
> Heike Geilen: "Ich passe mich nicht unter die Menschen."
Kunst und Künstler
13. Mai '11
6. Richard Wagner Festtage
Leipzig vom 15. - 22. Mai 2011
Wie einen jährlich wiederkehrenden Vorabend zum 200.
Geburtstag des großen Sohnes der Stadt veranstaltet die Richard Wagner
Gesellschaft seit 2006 ihre geistreichen, unkonventionellen und
zeitgemäßen Festtage. Die Schirmherrschaft über die 15 Veranstaltungen hat in
diesem Jahr der Oberbürgermeister Burkhard Jung übernommen Als musikalischer
Höhepunkt und „Geburtstagsgeschenk“ wird der dritte Aufzug des „Siegfried“
unter der Leitung von David Timm konzertant aufgeführt. Sie sind sich ewig,
sind sich immer: Siegfried und Brünhilde im strahlenden Schlussduett des
dritten „Ring“-Teiles. Zum ersten Mal kooperieren alle drei Wagner-Vereine; Nike
Wagner hält einen Festvortrag zum 200. Geburtstag von Franz Liszt
(Veranstalter: Richard –Wagner-Verband Leipzig) und im Benefizkonzert zugunsten
des Denkmalprojektes huldigt man ebenfalls dem berühmten Schwiegervater Richard
Wagners (Veranstalter: Wagner Denkmal Verein) „See you in Walhalla“ witzelt das
Kabarett und auch andere Events konterkarieren die Hochkultur.
13. Mai '11
Jan Fleischhauer in Erfurt
Das Bildungswerk Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. veranstaltet am Mittwoch, 18. Mai 2011 (20.00 Uhr) Buchhandlung Peterknecht, Anger 28, 99084 Erfurt eine Lese- und Gesprächsveranstaltung mit dem Autor und SPIEGEL-Journalisten Jan Fleischhauer. Er liest aus seinem Bestseller „Unter Linken. Von einem der aus Versehen konservativ wurde.“ und steht anschließend für ein Gespräch und Diskussion zur Verfügung. Mike Mohring, MdL (Vorsitzender der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag) wird nach der Lesung gleichfalls als Moderator und Gesprächspartner zur Verfügung stehen.
> Jan Fleischhauer: „Unter Linken. Von einem der aus Versehen konservativ wurde.“ 
Politik
10. Mai '11
Philipp Rösler sichert seine
Machtposition in der FDP
Philipp Rösler hat den Machtkampf in der FDP gewonnen. Der
promovierte Mediziner wechselt nun an die Spitze des Wirtschaftsministeriums. Sein
Vorgänger im Amt, der bis Freitag amtierende Wirtschaftsminister Rainer
Brüderle, wurde mit großer Mehrheit zum neuen Fraktionschef gewählt. Die Rösler-Nachfolge
als Gesundheitsminister wird sein bisheriger Staatssekretär Daniel Bahr
übernehmen. Die bisherige Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger (46) hat auf
eine erneute Kandidatur verzichtet und wird auf dem Parteitag in Rostock als
erste Stellvertreterin Röslers im Vorsitz vorgeschlagen. Für Rösler und
Brüderle sind die Personaldebatten damit vom Tisch.
> Philipp Rösler: Politisches Interview
Gesellschaft
09. Mai '11
Zensus 2011 - Die
Volkszählung beginnt
Heute beginnt nach 24 Jahren die erste Volkszählung seit der
Wiedervereinigung. Im Zuge des Zensus werden Informationen über demographische
und geographische sowie erwerbs-, bildungs-, haushalts-, familien-, gebäude-
und wohnungsstatistische Merkmale erhoben. Bei der Erhebung handelt es sich
erstmals um einen registergestützten Zensus, bei dem bereits vorhandene Daten
der Verwaltung verwendet werden. Die Datenbanken der Bundesagentur für Arbeit,
die Melderegister der Kommunen und die Register öffentlicher Arbeitgeber
liefern dabei weit reichende Informationen über die bundesdeutschen Bürger.
> Philipp Legrand: Zensus 2011 – „Röntgendienststelle“ nimmt Arbeit auf
06. Mai '11
Zeitungen in Thüringen
erhalten neues Layout
Wie der Geschäftsführer der „Zeitungsgruppe Thüringen“, Klaus Schrotthofer betonte, will man in Thüringen „mit der konsequenten regionalen
Ausrichtung“ der Tageszeitungen ernst machen. Schrotthofer hat den Zeitungen „Thüringer
Allgemeine“, „Ostthüringer Zeitung“ und „Thüringische Landeszeitung“ eine neue Struktur und Layout verordnet. Zudem soll ein "Thüringen-Buch beigefügt werden, das aus dem Freistaat informiert. „Wir
glauben“, so Schrotthofer „an die Zukunft unserer regionalen Tageszeitungen und
konzentrieren uns deshalb auf, das was wir wirklich exklusiv besitzen: hohe
regionale Kompetenz und Glaubwürdigkeit“. In Erfurt-Bindersleben werden seit 2010 die
(Mantel-) Themen entwickelt, die regionalen Seiten werden von den
einzelnen Redaktionen produziert. Die drei Zeitungen gehören zur WAZ Mediengruppe. Die verkaufte Gesamtauflage der drei liegt
derzeit bei 315.000 Exemplaren.
Gesellschaft
06. Mai '11
Zu Guttenberg: Uni-Bayreuth
bestätigt vorsätzliche Täuschung
Die Universität Bayreuth hat ihrem ehemaligen Doktoranten, Ex-Verteidigungsminister
Karl-Theodor zu Guttenberg, nunmehr ein „vorsätzliches wissenschaftliches
Fehlverhalten" bei seiner Promotionsarbeit bescheinigt. Wie die Hochschule
mitteilte, hat zu Guttenberg „die Standards guter wissenschaftlicher Praxis
evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht“. Bereits am 23.
Februar hatte die Hochschule zu Guttenberg den Doktortitel aberkannt, der – auf
Druck der Öffentlichkeit und parteiinterner Kritik – daraufhin sein
Ministeramt am 1. März niederlegte.
> Michael Lausberg: Der Absturz des Homo Novus
Politik
05. Mai '11
Angela Merkel und die
Taliban im eigenen Land
Noch kann Bundeskanzlerin Merkel hoffen, daß Osama Bin Laden
gar nicht tot ist, zumal die USA jeden Beweis verweigern. Die Kanzlerin, die
sich darüber freute und darüber wiederum scharf von den Gutmenschen hierzulande
kritisiert wurde, weil man sich über den Tod, und sei es der eines Tyrannen,
nicht freuen darf, muß nun um ihre moralische Standhaftigkeit fürchten. Aus
allen Lagern treffen sie Vorwürfe, flankiert wird sie nur von Guido
Westerwelle. Was aber an der ganzen Sache am meisten verwundert, ist, daß die
Gutmenschen, die sonst nie über moralische Erwägungen aus dem Vatikan Rücksicht
nehmen, ausgerechnet die Kritik am Tod von Osama Bin Laden aus Rom zum Ausweis
ihrer Moralfähigkeit machen. Man hat das Gefühl, die Taliban stehen im eigenen Lande.
Gesellschaft
05. Mai '11
Und Einstein hat doch recht:
Die Erde verbiegt die Raumzeit
Der Nasa-Satellit "Gravity
Probe B" hat zwei Vorhersagen der Relativitätstheorie des Physikers und Nobelpreisträgers Albert Einstein mit bislang
unerreichter Genauigkeit bestätigt. Dabei handelt es sich um den geodätischen Effekt und
den Lense-Thirring-Effekt. Einerseits verbiegt die Erde die
Raumzeit um sie herum. Zwar ist dieser Effekt winzig, kann aber gemessen werden, so die US-Raumfahrtbehörde. Andererseits zieht die Erde die Raumzeit bei ihrer Rotation mit sich. Wie die Astrophysiker der Behörde hervorhoben, haben diese Ergebnisse Langzeitfolgen für die Arbeit der theoretischen Physiker. Einsteins Werk mit dem Titel Zur Elektrodynamik bewegter Körper erschien 1905, 1916 publizierte er dann seine allgemeine Relativitätstheorie.

Kunst und Künstler
03. Mai '11
Wolfgang Welsch
spricht in Weimar
Ab Donnerstag, 05. Mai 2011, um 18 Uhr lädt das Kolleg Friedrich Nietzsche der
Klassik Stiftung Weimar herzlich ein zum Auftakt der Vorlesungsreihe »Mensch
und Welt – Jenseits der anthropischen Denkform der Moderne« mit Wolfgang
Welsch. Welsch, der zurzeit Fellow am Kolleg Friedrich Nietzsche ist, widmet
sich in der Eröffnungsvorlesung dem Thema »Die Denkform der Moderne – eine
kritische Betrachtung«. Die
Fragestellung der Vorlesungsreihe lautet: Gibt es zu der seit zweihundert
Jahren dominierenden anthropischen Denkform, der zufolge in allem vom Menschen
auszugehen und alles auf den Menschen zurückzuführen ist, tatsächlich keine
Alternative oder ist es an der Zeit, über sie hinauszugehen?
> Auftakt zur Vorlesungsreihe »Mensch und Welt
Gesellschaft
30. April '11
Roland Jahn: Keine
Gnade für Stasispitzel
Der neue Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, hält daran fest, 47 ehemalige Stasi-Mitarbeiter in seiner Institution
zu entlassen. Der mit dieser Entscheidung in die Kritik geratene Nachfolger von Gauck und Birthler begründete seine Entscheidung damit, daß seine Behörde
sonst wohl kaum glaubwürdig arbeiten könnte. Ihm geht es dabei nicht um Rache, eine Versöhnung sei aber nur in bestimmten Fällen möglich. SED-Opferverbände hätten ihm klargemacht, daß ihre Mitglieder die
Tätigkeit der Ex-Stasi-Mitarbeiter in der Aufarbeitungsbehörde als
einen Schlag ins Gesicht empfinden.
Gesellschaft
28. April '11
Neuer Kultursender:
ZDFkultur ab 7. Mai
Über ein neues kulturelles Angebot kann sich der deutsche Fernsehzuschauer demnächst freuen. Das neue Programm ZDFkultur soll am 7. Mai auf Sendung gehen und den bisherigen Theaterkanal des Zweiten ersetzen. Das auf ein junges und kulturinteressiertes Publikum abgestimmte Bildungsfernsehen will eine wichtige Lücke schließen, da die deutsche Medienlandschaft derzeit wohl kaum unter zu viel Kultur leidet. Mit diesem Argument haben die Macher des neuen Digitalsenders
ZDFkultur ihr Projekt verteidigt. Von Seiten der Medienpolitiker wurde den Initiatoren vorgeworfen, daß das neue Projekt lediglich eine
ähnliche Nische wie 3sat und ARTE bedienen würde.
Kunst und Künstler
27. April '11
Luise Rinser -
100. Geburtstag
Am 30. April 1911 wurde die Schriftstellerin Luise Rinser in Landsberg am Lech geboren. Sie galt als eine der prominentesten Autorinnen der Nachkriegszeit, gescholten und geliebt gleichermaßen.
Mit ihren Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Briefen erlangte sie Weltruhm. Und dennoch war ihr Leben ambivalent. Einerseits war sie eine Vertreterin des Linkskatholizismus, kämpfte für die Rechte der Frauen, andererseits sind ihre Texte von einer religiösen Mystik durchdrungen. 1984 kandidierte Rinser als Präsidentschaftskandidatin für die Grünen, aber sie
sympathisierte auch mit Diktator Kim Il Sung, verfaßte eine Ode auf Hitler und hatte Kontakte zu DDR-Staatschef Erich Honecker. Eine neue Biographie von José Sánchez de Murillo, die im März 2011 erschien, Luise Rinser – Ein Leben in Widersprüchen, setzt sich kritisch mit dem politischen Selbstverständnis Rinsers auseinander.
Politik
26. April '11
Kein Ende im Streit
um Thilo Sarrazin
Auch nach dem überraschenden Ende des Parteiausschlußverfahrens gegen Bestsellerautor Thilo
Sarrazin herrscht weiterhin Unruhe in der SPD. Der Vorsitzende des
SPD-Arbeitskreises Migration, Kenan Kolat, hat nun seiner Partei vorgeworfen, daß sie
eingeknickt sei. "Aufgrund einer mickrigen Erklärung alle Anträge
zurückzuziehen", ist für ihn keineswegs akzeptabel. Auch der Landeschef von Baden-Württemberg kritisierte die SPD-Spitze scharf dafür, daß sie sich auf die
Erklärung Sarrazins eingelassen hatte. "Sein biologistisches
Geschwätz war der Kern unseres Vorwurfs, er verhalte sich
parteischädigend. Davon hat er sich nicht distanziert".
"Unsere mühselig aufgebaute Verankerung in der Einwanderer-Community
droht Schaden zu nehmen." Thilo Sarrazin, geboren 1945 in Gera, bleibt Mitglied der SPD.
Gesellschaft
24. April '11
Frohe Ostern wünscht
Ihnen die Tabula Rasa
Liebe Leserinnen und Leser, die Tabula Rasa, Die Kulturzeitung aus
Mitteldeutschland, wünscht Ihnen allen ein gesundes und friedvolles
Osterfest 20111. Wir danken unseren Lesern, die immer öfter unsere Webseite
besuchen. Für die Osterfeiertage steht Ihnen, wie gewohnt, unser
komplettes Archiv zum Nachlesen und Stöbern zur Vefügung. Viele Autoren
haben uns bislang unterstützt, Ihnen gebürt Dank für das kleine Projekt,
das vor zwei Jahren das Licht der Welt erblickte. Seien Sie
herzlich gegrüßt, und bleiben Sie uns gewogen, Ihr Dr. Stefan Groß.

Gesellschaft
20. April '11
Was ist eigentlich
Minimal-invasiv 2.0?
Alle Welt spricht mittlerweile von den Operationen mit den
kleinen Schnitten. Wann sind diese kleinen Hautschnitte sinnvoll, was bewirken
sie und welchen Vorteil hat dieses Verfahren, das unter dem Begriff Minimial-invasive
Chirurgie derzeit immer wieder in den Medien für positive Schlagzeilen sorgt.
Nicht nur in der ästhetischen Chirurgie wird mittlerweile minimal-invasiv
operiert, auch bei schweren Krankheiten, wie bösartigen Tumoren, kommt diese
Technik mit dem Ziel zum Einsatz, postoperative Schmerzen und unschöne Narben
zu verringern. Was ist also dran an dieser Methode fragt die Tabula Rasa den
Klinikdirektor der Jenaer Universitäts-Frauenklinik Jena – Professor Ingo
Runnebaum.
> Minimal-invasive Operationen 2.0 - Stefan Groß spricht mit Professor Runnebaum
Politik
19. April '11
Haseloff ist Ministerpräsident
von Sachsen-Anhalt
Dr. Reiner Haseloff ist der neue Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Bei der
geheimen Wahl im Landtag stimmten 57 der 104 anwesenden Abgeordneten für
den CDU-Politiker. Es gab 46 Gegenstimmen und eine Enthaltung. Damit
verweigerten einige Abgeordnete der Koalition Haseloff die
Unterstützung. Nunmehr haben CDU und SPD zusammen 67 der 105 Sitze im Parlament. Das Ergebnis der Wahl ist ein Indiz für den Widerstand in der Koalition gegen
einige Punkte im neuen Regierungsprogramm. Bei der SPD stieß die
Angliederung des Wissenschaftsressorts ans Wirtschaftsministerium auf
Ablehnung. Haseloff tritt die Nachfolge von Professor Wolfgang Böhmer an, der nach neun
Jahren als Regierungschef in den Ruhestand gegangen ist.
Gesellschaft
19. April '11
Pulitzer Preis
für Online-Artikel
Den diesjährigen Pulitzer Preis hat das gemeinnützige Nachrichtenportal "ProPublica" erhalten. Damit wurde die renommierte Auszeichnung zum ersten Mal für einen Artikel vergeben, der nicht zusätzlich in gedruckter Form
erschienen ist. Im vergangenen Jahr waren die ausgezeichneten Artikel des
im Jahr 2008 gegründeten Nachrichtenportals noch zusätzlich im "New York Times
Magazine" erschienen. Der Pulitzer Preis wird seit 1917 für
herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Journalismus verliehen - doch die neuen Online-Medien werden
erst seit 2009 überhaupt berücksichtigt. Die Verleihung ist damit zugleich eine Anerkennung der Arbeit der neuen Medien.
Gesellschaft
15. April '11
Energiewende kostet bis
zwei Milliarden Euro jährlich
Nach Einschätzung von FDP-Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (Foto) wird die von der Bundesregierung nunmehr angestrebte Energiewende zwischen
ein und zwei Milliarden Euro jährlich kosten. Der Minister verlangte unterdessen von den Bundesländern, den
beschleunigten Ausbau der Stromnetze mitzutragen. Wer die Energiewende
will, muß auch für die neuesten Leitungen sich verantwortlich zeigen. Zuvor hatte der rheinland-pfälzische
Ministerpräsident Beck im "Deutschlandradio Kultur" betont, daß man bei der Energiediskussion auch die wirtschaftlichen Chancen berücksichtigen soll, die in diesen Energien steckten.
Kunst und Künstler
14. April '11
Neo Rauch im Gespräch
für Leipziger Wagner-Denkmal
Zum 200. Geburtstag Richard Wagners (Foto) im Jahr 2013 soll in
seiner Geburtsstadt Leipzig das von Max Klinger zum Jubiläumsjahr 1913 geplante
und nie vollendete Denkmal durch eine zeitgenössische Darstellung vollendet
werden. Der tonnenschwere drei Meter hohe, inzwischen restaurierte Marmorsockel
mit Motiven aus Wagners Werken wurde bereits im Juni 2010 auf die ebenfalls
wiederhergestellte Klinger-Treppe am Zugangzum ehemaligen Matthäikirchhof transportiert. Außer Neo Rauch nehmen Stephan Balkenol (Karlsruhe), Bernd
Otto Steffen (Leipzig), Stephan Huber (München) und Carsten Nicolai (Berlin) am
Wettbewerb teil. Jonathan Meese wurde angesprochen, zeigte aber kein Interesse.
Die Jury entscheidet im Juni.
Der Blick in die Welt
13. April '11
Husni Mubarak
kommt in U-Haft
Der ehemalige ägyptische Präsident Husni Mubarak (82) soll
15 Tage in Untersuchungshaft genommen werden. Am 12. April wurde der Politiker in
Al-Tur auf der Sinai-Halbinsel vernommen und anschließend mit Herzproblemen in
ein Krankenhaus im Badeort Scharm el Scheich gebracht. Auch seine Söhne - Gamal
und Alaa Mubarak – hat man zur Vernehmung festgenommen. Beiden wird vorgeworfen,
daß sie tödliche Angriffe auf Demonstranten durch bezahlte Schlägertrupps im
Januar mitgeplant haben – sie werden derzeit in Kairo verhört.

Politik
11. April '11
Angela Merkel, zu
Guttenberg und das Plagiat
Bundeskanzlerin Angela Merkel drängt im Fall des Plagiates der Promotion des ehemaligen Verteidigungsministers
Karl-Theodor zu Guttenberg auf
dessen Mithilfe bei der Aufklärung. Die CDU-Politikerin geht davon aus, daß zu Guttenberg
"weiterhin zur Aufklärung voll beiträgt". Die Anwälte
des Freiherrn hatten zuvor versucht, eine Veröffentlichung des Untersuchungsberichts
der Universität Bayreuth zu verhindern, wie die bayerische Hochschule bestätigte.
In diesem Zusammenhang hatten die Anwälte die Universität scharf kritisiert und dieser vorgeworfen, das Ergebnis der Doktorarbeitsprüfung vorab öffentlich
gemacht und damit zu einer Vorverurteilung beigetragen zu haben.
> Michael Lausberg: Der Absturz des Homo Novus
Der Blick in die Welt
11. April '11
Lenkt Gaddafi in
Waffenruhe ein?
Im Bürgerkrieg in Libyen scheint sich eine Wende
abzuzeichnen. Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat einen Friedensplan
der Afrikanischen Union (AU) zur Beendigung des Bürgerkriegs akzeptiert. Libyens
Nummer eins will nun, so Ramtane Lamamra, der AU-Kommissar für Frieden und
Sicherheit, einer sofortigen Waffenruhe mit den Aufständischen im Land
zustimmen. Die Aufständischen forderten einen Rücktritt Gaddafis und einen
Machtverzicht seines Clans. Zuvor hatten die Präsidenten von Südafrika, Mali,
Mauretanien, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo dem libyschen
Diktator ihre Vorstellungen präsentiert.
> Brennpunkt Libyen – vom Aufstand zum Flächenbrand
Gesellschaft
09. April '11
Anne Frank, der BND
und die Waffen-SS
Der ehemalige SS-Oberscharführer Josel Silberbauer, der 1944 Anne Frank in ihrem Amsterdamer Versteck aufgespürt hat
und danach ins Konzentrationslager Auschwitz schickte, hat, wie das Magazin "Focus" berichtet, nach dem Krieg als V-Mann für den Bundesnachrichtendienst gearbeitet. Silberbauer hatte jahrelang geeignete Spitzel für den
BND in Pullach ausgewählt. In seinem neuen Buch schildert der Publizist Peter-Ferdinand Koch, wie gut die
Seilschaften der ehemaligen SS im deutschen Auslandsgeheimdienst
funktioniert haben. Nach seinen Recherchen haben zeitweilig bis zu 200 Mitarbeiter des früheren
Reichssicherheitshauptamtes beim BND gearbeitet - unter ihnen auch Mitglieder der SS-Totenkopfverbände.
Politik
08. April '11
Wahltrend: Die Grünen,
die neue bürgerliche Mitte
In der Sonntagsfrage haben die Grünen weiter Boden gut gemacht. Die SPD kommt nur noch auf 27 Prozent (- 1), könnte aber zusammen mit den Grünen das Regierungslager stellen. 50 Prozent derzeit für rot-grün - dies gab es seit elf Jahren nicht mehr. Die Union hingegen fällt um zwei Punkte auf 33
Prozent, die FDP verliert einen Punkt und komt auf 5 Prozent. Große
Probleme hat auch die Linkspartei, die nur noch 7 Prozent erreicht (-
2), nachdem sie die vergangenen zwei Jahre immer zweistelltige Werte erreichte.
Der Blick in die Welt
08. April '11
Bundeswehr bald
in Libyen präsent?
Die Bundesrepublik Deutschland will sich nun doch mit der Bundeswehr an der
Libyen-Mission beteiligen. Im Falle einer UN-Anfrage sollen dann deutsche
Soldaten Hilfsaktionen für die libysche Bevölkerung absichern. Noch vor
wenigen Tagen hatte Außenminister Westerwelle argumentiert, daß sich Deutschland nicht in allen Ländern engagieren kann, in denen Unrecht geschieht. "Voraussetzung für eine solche Mission ist aber ein Auftrag der Vereinten Nationen", betonte Westerwelle.

Politik
06. April '11
Hans-Dietrich Genscher plädiert
für "neue Gesichter" in der FDP
Der ehemalige Außenminister und langjährige FDP-Vorsitzende
Hans-Dietrich Genscher (84) hat sich im "Berliner Tagesspiegel" zu Wort gemeldet. Genscher empfahl seiner Partei eine personelle Erneuerung, die sich nicht nur auf den Vorsitz beschränken sollte. Der FDP-Politiker betonte, daß seine Partei in der „schwersten
strukturellen Krise seit ihrem Bestehen“ steht und sprach sich ausdrücklich dafür aus, daß neben dem designierten Parteichef Philipp Rösler "neue Gesichter" die Zukunft mitgestalten müssen.
„Da wird es manche in der FDP geben, die selbst zu dem Schluss kommen
sollten: Es ist besser, das Profil der neuen FDP durch neue Gesichter
prägen zu lassen.“ Dort müßten dann „die Personen glaubwürdig für die Ziele
der Partei“ stehen.
Feuilleton
05. April '11
Vor 20 Jahren starb der
Schriftsteller Max Frisch
Gestern vor zwanzig Jahren verstarb der Schweizer
Schriftsteller Max Frisch. Durch Romane wie Stiller, Mein Name sei Gantenbein
und Homo faber sowie die Theaterstücke Biedermann und die Brandstifter und
Andorra erlangte Frisch einen großen Bekanntheitsgrad. Biedermann und die
Brandstifter sowie Andorra zählen zu häufig behandelten Stücken im
Schulunterricht. In seinen Werken beschäftigt sich Frisch mit dem Phänomen der
Selbstentfremdung und Identität. Nach einem abgebrochenen Studium der
Germanistik absolvierte Frisch ein Studium der Architektur und arbeitete einige
Zeit als Architekt. Erst nach dem Erfolg seines Romans Stiller widmete er sich
gänzlich seiner Arbeit als Schriftsteller.
> Heike Geilen: Vom schreibenden Architekten zum schriftstellerischen Wühltier
Philosophie und Wissenschaft
04. April '11
Kolleg Friedrich Nietzsche
stellt sein Programm 2011 vor
Das Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar
freut sich, die diesjährigen Veranstaltungen und Projekte vorstellen zu können.
Programmschwerpunkte bilden unter anderem die internationale Tagung »Nietzsche
und die psychiatrische Welt« und die Vortragsreihe »Im Getümmel der Stadt:
Weimar denkt II« im August sowie die große Vorlesungsreihe »Der Ausnahmezustand
als Regel«, die sich ab November einer Bilanz der Kritischen Theorie widmet. Als
Fellows und Gäste werden in diesem Jahr u.a. Wolfgang Welsch, Jean-Luc Nancy,
Robert B. Pippin, Rüdiger Safranski, Christoph Menke und Rolf Wiggershaus
erwartet.
> Zu den Seiten des Kollegs und zum Programm kommen Sie hier
Politik
04. April '11
Der Kampf um die FDP-Macht:
Die Chance des Philipp Rösler
Gute Karten im Poker um die Macht als Partei-Chef der Liberalen hat Gesundheitsminister Philipp Rösler. Der 38-jährige promovierte Mediziner wird wahrscheinlich auf
dem Parteitag der FDP im Mai in Rostock für den Parteivorsitz
kandidieren. Für Insider ist es bereits als ausgemacht, daß Rösler dann sein
Ministerium zugunsten eines prestigeträchtigeren und wichtigeren
Ressorts abgeben müsste, um als neuer Parteichef im Bundeskabinett größeres
politisches Gewicht einzubringen. So wäre ein Wechsel an die Spitze
des Wirtschaftsressorts denkbar, das derzeit mit dem FDP-Politiker Rainer Brüderle
besetzt ist.
> Philipp Rösler: Politisches Interview
Der Blick in die Welt
04. April '11
Japan: Nach dem Beben
ist vor dem Beben
Über 20.000 Tote, Schäden
in Höhe von 220 Mrd. Euro und eine noch immer nicht unter Kontrolle
gebrachte Havarie mit Strahlungsleck im Atomkraftwerk von Fukushima:
Dies ist die nüchterne Bilanz des schweren Erdbebens vor der japanischen
Ostküste, das nachträglich auf eine Stärke von 9,0 korrigiert wurde. Ein
seltenes Jahrhundertereignis? Nicht, wenn es nach der Meinung von
Erdbebenexperten geht. Der lange Schatten eines möglichen Super-GAUs
ruht noch immer auf Japans Bevölkerung, da prognostizieren Seismologen
bereits die nächsten Beben.
> Robert Lembke: Nach dem Beben ist vor dem Beben: Todesverachtung oder Dekadenz?
Politik
04. April '11
Westerwelle gibt Parteivorsitz
und Vizekanzler-Amt auf
Außenminister Guido Westerwelle hat nach zehn Jahren an der Spitze der
FDP den Parteivorsitz aufgegeben. Der 49-Jährige FDP-Politiker hatte am Sonntagabend in Berlin angekündigt, beim nächsten Parteitag im Mai in Rostock
auf eine nochmalige Kandidatur zu verzichten. Auf Vorschläge für seine
Nachfolge legte er sich jedoch nicht fest. Westerwelle sprach sich aber
für einen "Generationswechsel" in der FDP aus. Als mögliche Nachfolger
gelten Generalsekretär Christian Lindner und Gesundheitsminister Philip
Rösler, der wahrscheinlich das Rennen gewinnt. Westerwelle, der Außemninister bleibt, hat aber mittlerweile
sein Amt als Vizekanzler zur Verfügung gestellt. Der nächste
Parteivorsitzende soll dann auch Vizekanzler sein.

Politik
01. April '11
Westerwelle tritt als
FDP-Chef zurück
Außenminister Guido Westerwelle hat nach zehn Jahren an der Spitze der
FDP den Parteivorsitz aufgegeben. Der 49-Jährige FDP-Politiker kündigte am Sonntagabend in
Berlin an, beim nächsten Parteitag im Mai in Rostock auf eine
nochmalige Kandidatur zu verzichten. Auf Vorschläge für seine Nachfolge legte er sich jedoch nicht fest. Westerwelle sprach sich aber für einen "Generationswechsel"
in der FDP aus. Als mögliche Nachfolger gelten Generalsekretär
Christian Lindner und Gesundheitsminister Philip Rösler. Westerwelle will Außemninister bleiben, das Amt des Vizekanzlers würde er aber abgeben.
> Guido Westerwelle: "Es ist ein besonderer Tag"
Der Blick in die Welt
31. Maerz '11
Bewaffnung von libyschen
Rebellen wird ausgelotet
Die Gaddafi getreuen Anhänger können die Rebellen in Libyen
erneut zurückdrängen. Daher wird insbesondere in den USA über eine bessere
Bewaffnung der Aufständischen nachgedacht, um diese im Kampf gegen das Regime
zu unterstützen. CIA-Agenten suchen derweil Kontakt zu den Rebellen, um
herauszufinden, welche Ziele diese verfolgen und welche Vorstellungen sie von
einer künftigen libyschen Nation haben. Die Angst seitens der Alliierten ist
groß potenzielle Terroristen zu bewaffnen.
> Philipp Legrand: Qu’ est ce qu’ une nation?
Politik
31. Maerz '11
Krise in der FDP:
Westerwelle will gehen:
Das Schicksal von FPD-Parteichef Guido Westerwelle könnte
sich bereits an diesem Montag entscheiden. Einem Zeitungsbericht zufolge
will die Parteispitze dann über die personelle Neuaufstellung beraten.
Westerwelle soll selbst dazu bereit sein, auf sein Amt zu verzichten, um sich ganz auf das Außenministerium zu konzentrieren. Die
Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger, die in der Nachfolge hoch gehandelt wird, fordert: "Keiner sollte an seinem Posten kleben." Christian Lindner hat beim Machtpoker keine Chance.
Politik
30. Maerz '11
Schwere Zeiten für
Guido Westerwelle
FDP-Vorstandsmitglied Jorgo Chatzimarkakis forderte Generalsekretär
Christian Lindner auf, nun das Amt des FDP-Parteivorsitzenden zu
übernehmen. "Lindner traut sich gegen den Strich zu bürsten und die
Wahrheit auszusprechen. Er kettet sich nicht sklavisch an die Union, wie
es Westerwelle getan hat. Ich sehe ihn als natürlichen Nachfolger",
so Chatzimarkakis gegenüber dem Magazin "Stern". Chatzimarkakis hat gefordert, daß Westerwelle bereits vor dem offiziellen Parteitag im Mai seinen
Rückzug vom Amt des Parteichefs ankündigen soll: "Wer als Parteivorsitzender
Schicksalswahlen verliert, muss als Parteivorsitzender die Konsequenzen
ziehen." Die Doppelbelastung als Außenminister und
Parteivorsitzender zugleich hat Westerwelle nicht überzeugend bewältigt.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich
Gesellschaft
29. Maerz '11
Baustopp für
Stuttgart 21
Nun hat die Deutsche Bahn (DB) einen Bau- und Vergabestopp für das
umstrittene Projekt „Stuttgart 21“ erlassen. Aus Bahn-Kreisen heißt es: „Bis zur Konstituierung der
neuen Landesregierung wird die DB beim Bahnprojekt ’Stuttgart 21’ keine
neuen Fakten schaffen, weder in baulicher Hinsicht noch bezüglich der
Vergabe von Aufträgen.“
Die Bahn kündigte für den Mai an, wenn sich die neue
Landesregierung konstituiert habe, unmittelbar mit den
Verantwortlichen dann das Gespräch zu suchen. Unterdessen haben SPD und Grüne, die bei der Landtagswahl am Sonntag eine Mehrheit
errungen hatten, diese Maßnahme positiv bewertet.
> Steffen Dietzsch: Nach der Schlichtung von Stuttgart
Gesellschaft
29. Maerz '11
Hans-Peter Friedrich
und die Islamkonferenz
Bereits vor dem Beginn der Deutschen Islamkonferenz wurde das Treffen, das vom neuen Bundesinnenminister Friedrich geleitet wird, für den, wie er jüngst betonte, der Islam nicht zur deutschen Leitkultur gehört, heftig kritisiert. So bezeichnete der
Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Mazyek, das Treffen
als verkappte Debattier- und Sicherheitskonferenz. Für ihn sei in der Frage der
Gleichstellung der Muslime bislang zu wenig passiert - ein Grund, warum der Zentralrat nicht teilnehmen wird. Zu den Teilnehmern der Islamkonferenz gehören Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen und Repräsentanten
muslimischer Verbände. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen der islamische Religionsunterricht und die Ausbildung von Imamen in
Deutschland.

Der Blick in die Welt
29. Maerz '11
Libyen: Barack Obama
will keinen zweiten Irak
Wie der amerikanische Präsident Barack Obama in einer Rede an der National
Defense University in Washington betonte, liegt zwar die Militäraktion gegen Libyen im nationalen Interesse der USA, aber Libyen soll kein zweiter Irak werden. „Amerika hat ein wichtiges
strategisches Interesse daran, Gaddafi daran zu hindern, seine Gegner zu
überrollen“, so der US-Präsident. Der Diktator hätte in Bengasi ein Massaker
durchführen können, was schließlich dazu geführt hätte, daß "tausende zusätzlicher
Flüchtlinge über die Grenzen" Libyens nach Ägypten und Tunesien geflohen wären, was die dortigen Demokratiebewegungen massiv negativ beeinflußt hätte.
Gesellschaft
27. Maerz '11
Bundesweite Anti-
Atomkraft-Initiativen
Bundesweit kam es gestern zu Protesten gegen die Energiegewinnung
durch Kernkraftwerke. Unter dem Motto "Fukushima mahnt – alle AKWs
abschalten" hatten Anti-Atomkraft-Initiativen, Umweltverbände,
globalisierungskritische und friedenspolitische Organisationen zu
Demonstrationen aufgerufen. Den Veranstaltern zufolge nahmen in Berlin 120.000
in Hamburg 50.000 und in München sowie Köln jeweils 40.000 Personen an den
Anti-Atom-Demonstrationen teil. In einer Pressemitteilung von "ausgestrahlt" wird verkündet, dass die Proteste der Auftakt für eine neue starke Anti-AKW-
Bewegung seien.
> Moratorium und Atomethik
Feuilleton
26. Maerz '11
Für Rolf Hochhuth ist der
Klassenkampf nicht beendet
Der Dramatiker Rolf Hochhuth ist der Überzeugung, daß der Klassenkampf noch nicht beendet ist. Diese Meinung äußerte der 1931 in Eschwege geborene Dramatiker, der mit seinem "Der Stellvertreter" (1963) die katholische Kirche im Dritten Reich kritisierte, gegenüber der Nachrichtenagentur
dpa. Hochhuth hat die sozialen Mißstände in der Bundesrepublik angeklagt und der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeworfen, daß sie bei den Hartz IV-Empfängern um jeden Euro knausere. Viele Kinder könnten
ihr Schulessen nicht mehr bezahlen, was vollkommen
amoralisch sei. In seinem neuen Drama "Der fliehende Holländer" hat
Hochhuth den Kapitalismus anprangert. In den 60er Jahren
wurde der Dramatiker wegen seiner Attacken gegen den damaligen
Bundeskanzler Ludwig Erhard gerügt.
Der Blick in die Welt
26. Maerz '11
Thomas de Maizière
besucht Afghanistan
Nach drei Wochen im Amt ist der Nachfolger von Karl Theodor zu Guttenberg, der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière zu seinem Antrittsbesuch in Afghanistan eingetroffen. Der CDU-Politiker traf sich in der Hauptstadt Kabul mit Präsident Hamid Karsai und den Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF, US-General David Petraeus. Aus Sicherheitsgründen wurde die Reise de Maizières bis zu seiner Ankunft am Hindukusch geheim gehalten. Erst am Freitag war es in der Provinz Kundus erneut zu einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsch-afghanische Patrouille gekommen, bei dem ein afghanischer Soldat getötet wurde. De Maizière hatte bereits als Innenminister Afghanistan besucht
Gesellschaft
23. Maerz '11
Zum Abschneiden der
NPD in Sachsen-Anhalt
Die selbst ausgegebenen Ziele
waren hoch. Der NPD-Landesverband Sachsen-Anhalt wollte bei der Landtagswahl
2011 „sieben Prozent plus x“ holen. Der Einzug in den Landtag wurde allerdings
mit 4,8% der Stimmen knapp verpasst. Während die NPD in den Landkreisen vor
allem im Süden von Sachsen-Anhalt überproportional viele Stimmen holten, war
das Ergebnis in den größeren Städten wie Magdeburg oder Halle eher
enttäuschend. Im Wahlkreis Magdeburg II verbuchte die Partei lediglich 2,1% der
Stimmen, im Wahlkreis Halle II waren es ebenfalls „nur“ 2,8%. Ihr bestes
Ergebnis schaffte die NPD in Nebra mit 8,4% der Stimmen.
> Michael Lausberg: Rückschlag für die „braune Regionalpartei“?
Politik
21. Maerz '11
Brüderle und Röttgen für
Ausbau des Stromnetzes
CDU-Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat sich hinter Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gestellt und plädiert für
einen forcierten Stromnetzausbau. Wie er gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" mitteilte, ist der "beschleunigte Ausbau der Netze eine zentrale
Voraussetzung zum Ausbau der erneuerbaren Energien". "Deshalb unterstütze ich die
Initiative ausdrücklich." Der Ausbau des Stromnetzes wird als wichtig erachtet, um künftig eine wachsende Menge an
Windstrom zuverlässig von Nord nach Süd zu transportieren. Auf die Verbraucher dürften in Zukunft höhere Strompreise zukommen. Angesichts der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima ist jedoch eine Mehrheit der Bundesbürger bereit, mehr für Strom zu zahlen, wenn er nicht aus Kernkraftanlagen
kommt.

Politik
21. Maerz '11
Reiner Haseloff, der neue
Mann für Sachsen-Anhalt?
Er war lange im Amt, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, und er hinterläßt große
Spuren. Der Neue, Reiner Haseloff, soll die CDU künftig in Magdeburg führen. Der
ehemalige Wirtschaftsminister wurde als Nachfolger von
Böhmer bereits 2007 gehandelt, doch erst jetzt kann er die Nummer eins im Land der Frühaufsteher werden. Im Oktober vergangenen Jahres wählte der Landesparteitag Haseloff mit 97
Prozent der Delegiertenstimmen zum Spitzenkandidaten. Stolz ist der CDU-Politiker auf seine Verläßlichkeit, er legt großen Wert auf Loyalität und begreift sich als Teamplayer. 1976 war Haseloff in die damalige Blockpartei CDU eingetreten. Von 1992 bis
2002 leitete er das Arbeitsamt Wittenberg als Direktor; danach
ging es als Staatssekretär ins Wirtschaftsministerium, 2006 wurde er Wirtschaftsminister.
Politik
20. Maerz '11
Wahl in Sachsen-Anhalt:
Die CDU ist stärkste Partei
Trotz Verlusten hat die CDU die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewonnen
und kann mit der SPD weiter zusammen regieren. Rechnerisch wäre allerdings auch ein rot-rotes Bündnis möglich, was aber unwahrscheinlich ist, da die Linke stärker ist als die SPD und
die Sozialdemokraten eine Rolle als Juniorpartner der Linken
ausgeschlossen hatten. Nach dreizehn Jahren schafften die Grünen die Rückkehr
in den Landtag, während die FDP nicht mehr im Land vertreten sein wird. Auch die rechtsextreme NPD scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Die CDU
kam mit ihrem Spitzenkandidaten Reiner Haseloff auf 32,7 Prozent, die Linke mit
ihrem Fraktionschef Wulf Gallert an der Spitze verlor leicht und erzielte 23,8 Prozent. Die SPD mit Jens Bullerjahn erreichte 21,5 Prozent.
19. Maerz '11
Wissenswertes
rund um die Brust
Brustveränderungen sind sehr häufig und zum Glück nicht
immer bösartig. Dennoch belasten sie Frauen sowohl körperlich als auch
seelisch. In der Vorsorge kommt es darauf an, dass wir als Frauenärztinnen bzw.
Frauenärzte über die gutartigen und bösartigen Veränderungen aufklären. Ich
empfehle Frauen in meiner Sprechstunde auch die Selbstuntersuchung zu erlernen.
Die Brustschwestern an meiner Klinik zeigen den interessierten Frauen die
Techniken, wie Veränderungen erkannt werden können, welche unauffällig und
welche entfernt werden müssen. Die Brustuntersuchung gehört zu jeder
gynäkologischen Vorsorge dazu und sollte spätestens ab dem 30. Lebensjahr
möglichst jährlich durchgeführt werden.
> Wissenswertes rund um die Brust – Im Gespräch mit Ingo B. Runnebaum
Gesellschaft
18. Maerz '11
Konstantin Neven DuMont
im Gespräch mit der Tabula Rasa
Auf der Leipziger Buchmesse sprach Stefan Groß mit dem deutschen Unternehmer, Manager, Verleger und Moderator Konstantin Neven DuMont über die Zukunft des digitalen Zeitalters, über Pay Content, über das Ipad und über seine persönlichen Lese-Interessen. DuMont war bis 2010 Vorsitzender des publizistischen Beirates der "Berliner Zeitung", des "Berliner Kuriers", der "Hamburger Morgenpost", er war Vorsitzender des Herausgeberrates der "Frankfurter Rundschau" und Herausgeber des "Kölner Stadt-Anzeigers", des "Express" und der "Mitteldeutschen Zeitung". Er engagiert sich als Aufsichtsrat für die Deutsche Presse-Agentur, ist Mitglied vom Deutschen Presserat, Vorstandsmitglied der Freunde "Wallraf-Richartz-Museum" und "Museum Ludwig" in Köln.
> Interview mit Konstantin Neven DuMont über die Zukunft des digitalen Zeitalters
Feuilleton
18. Maerz '11
Clemens J. Setz erhält
Leipziger Belletristikpreis
Der österreichische Autor Clemens J. Setz, geboren 1982, hat den diesjährigen Preis der
Leipziger Buchmesse erhalten. Der aus Graz stammende
Schriftsteller, wo er auch heute noch lebt, erhielt den mit 15.000 Euro dotierten Preis in der
Kategorie Belletristik. Sein Erzählband "Die Liebe zur Zeit des
Mahlstädter Kindes" sei, wie die Jury hervorhebt, ein einfühlsames Porträt der menschlichen Natur
und ihrer Eigenarten. 2008 erhielt Setz den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Die Auszeichnung für die beste Übersetzung ging an Barbara
Conrad für Lew Tolstois "Krieg und Frieden".
Der Blick in die Welt
18. Maerz '11
Guido Westerelle will keinen
Militärschlag gegen Gaddafi
Zur Resolution zu Libyen heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Außenministeriums. "Die Resolution enthält auf der einen Seite eine wesentliche
Verschärfung der internationalen Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime.
Das begrüßen und unterstützen wir, und das haben wir selbst
vorangetrieben." Zwar hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle die UN-Resolution zu Libyen
grundsätzlich begrüßt, aber sein Ministerium und er haben Vorbehalte gegen die in der Resolution ebenfalls vorgesehene Option einer militärischen
Intervention im libyschen Afrika. "Wir sehen hier erhebliche Gefahren und Risiken.
Deswegen können wir diesem Teil der Resolution nicht zustimmen."
Wie der FPD-Politiker betonte, werden sich deutsche Soldaten nicht an einem militärischen Einsatz in Libyen beteiligen.

Gesellschaft
17. Maerz '11
Die Unzufriedenheit mit dem
Bio-Kraftstoff E-10 wächst
Harte Zeiten für Autofahrer, denn an immer mehr Tankstellen
ist normales Super und Super Plus „leider ausverkauft“. Damit sind die
Autofahrer gezwungen, den Biosprit E 10 zu tanken, um nicht auf der Strecke zu
bleiben. Trotz E-10-Gipfel lehnen die meisten Verbraucher den Biosprit ab und
verstehen die Entscheidung der Bundesregierung nicht. Derzeit produzieren die
Raffinerien 80% E10 und nur 20% Super Plus, was jedoch nicht
ausreicht, um die große Nachfrage zu decken. Mittlerweile fordert der Auto Club
Europa einen sofort in Kraft tretenden Steuer-Rabatt auf Bio-Sprit. Wie der ACE
erklärte, sollte Bundeswirtschaftsminister Brüderle sich „für eine ermäßigte
Mineralölsteuer auf E10 stark machen. 10 Prozent Bioanteil müssen 10 Prozent
weniger Steuer entsprechen.“ Beim Biokraftstoff handelt es sich nicht um ein
Mineralölprodukt, und wer dafür Steuern erhebt, betrügt letztendlich die
Verbraucher.
Der Blick in die Welt
16. Maerz '11
Lage im japanischen
Atomreaktor dramatisch
Die Lage im Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima in Japan
gerät außer Kontrolle. Nach weiteren Feuern an zwei Reaktoren und einem starken
Anstieg der Strahlung mußten sich die Arbeiter zeitweise aus dem Kraftwerk
zurückziehen und ihre Arbeiten vorerst einstellen. Am Mittwoch fingen die
Reaktoren 4 und Reaktor 3 Feuer. Zudem wurde in Block 3 die wichtige innere
Reaktorhülle beschädigt. Die radioaktive Strahlung auf der Anlage hat neue
Rekordmarken erreicht. Unterdessen hat die japanische Regierung Südkorea
gebeten, einen Teil seiner Reserven des Halbmetalls Bor zu schicken, um dadurch
die schwer beschädigten Atomreaktoren im Kraftwerk zu stabilisieren.
> Wenn in Japan die Erde bebt, fallen in Deutschland die Meinungen um
Gesellschaft
16. Maerz '11
Jenaer Lutz Rathenow ist
Stasi-Beauftragter in Sachsen
stadtmagazin07.de
Der sächsische Landtag hat am Mittwoch einen neuen
Stasi-Landesbeauftragten gewählt. Der Schriftsteller aus Jena stammende Lutz Rathenow folgt
auf Michael Beleites. Dieser ist im Dezember nach zehn Jahren aus dem
Amt ausgeschieden. 67 Abgeordnete stimmten für den von CDU und FDP
aufgestellten Kandidaten Rathenow. 51 Abgeordnete votierten dagegen,
sieben enthielten sich der Stimme. Der 58-Jährige hat die Wahl angenommen. Der DDR-Bürgerrechtler Rathenow ist ein regelmäßiger Mitarbeiter der Tabula Rasa.
> Beiträge von Lutz Rathenow finden Sie hier
Gesellschaft
16. Maerz '11
Leipziger Buchmesse beginnt:
Martin Pollack erhält Buchpreis
Copyright: Lukas Beck/Paul Zsolnay Verlag
Es ist soweit – die diesjährige Leipziger Buchmesse beginnt.
Von Donnerstag bis Sonntag werden mehr als 2.000 Aussteller ihre Neuheiten
präsentieren. Aus dem Gastland Serbien sind 60 Autoren in der Messestadt
vertreten und zum 20. Mal findet zeitgleich zur Buchmesse das
Literatur-Festival "Leipzig liest" statt. 1.500 Autoren lesen an 300 Orten überall in der Stadt aus ihren Neuerscheinungen. Der mit 15.000 Euro verbundene Leipziger Buchpreis zur
Europäischen Verständigung geht in diesem Jahr an den österreichischen
Schriftsteller Martin Pollack. Der 66-jährige Autor wird für sein
"einprägsames und richtungsweisendes Werk" ausgezeichnet, so die Jury.
Gesellschaft
16. Maerz '11
Dominik Graf erhält
erneut Grimme-Preis
Der Regisseur Dominik Graf erhält zum neunten Mal den
begehrten Grimme-Preis. Die Auszeichnung erhält er für die Regie der
zehnteiligen Krimi-Serie "Im Angesicht des Verbrechens". Ausgezeichnet
wird auch der "Tatort: Nie wieder frei sein" (BR) als bewegender Film,
der im Spannungsfeld zwischen Selbstjustiz, individueller Schuld und
gesellschaftlicher Konvention siedelt. Beeindruckt war die Jury von der Regiearbeit
Hermine Huntgeburths in Christian Züberts Romanadaption "Neue Vahr Süd"
(WDR/RB). Auch Aelrun Goette darf sich über ihren zweiten Grimme-Preis freuen,
den sie für das Sozialdrama "Keine Angst" (WDR) erhielt. Einen Preis bekam auch das Drama "In aller Stille" (BR).
Gesellschaft
16. Maerz '11
Porsche baut in Leipzig
sein neues Modell "Cajun"
Die Entscheidung im Aufsichtsrat der Porsche AG ist
gefallen. Wie das Unternehmen informierte, wird es seine neue Baureihe mit der
Modell-Bezeichnung „Cajun“ im Leipziger Porsche-Werk produzieren, dafür rund
500 Millionen Euro am Standort Leipzig investieren und etwa 1.000 neue
Arbeitsplätze schaffen. Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Der Automobilstandort Leipzig befindet sich
derzeit auf der Überholspur: Auch Porsche baut sein neuestes Fahrzeug in
Leipzig, das hiesige Werk wird ganz erheblich erweitert, hunderte neue
Arbeitsplätze entstehen.
> „Automobilstandort Leipzig auf der Überholspur“ 
Der Blick in die Welt
15. Maerz '11
Helmut Schmidt verteidigt
die Info-Politik Japans
Bundeskanzler a. D, Helmut Schmidt, hat die zurückhaltende Informationspolitik der japanischen Regierung verteidigt. "Die Regierung ist nicht gezwungen, alles zu sagen, was sie weiß," sagte der SPD-Politiker. Wie er gegenüber "seiner" Zeitung "Die Zeit" betonte, ist es für Politiker unvermeidlich, durch eine gezielte Informationspolitik Paniken zu vermeiden. Er selbst ist dagegen, die gegenwärtigen Katastrophen, Erdbeben, Tsunami und Zerstörung der
Kernkraftwerke in Japan, für die innerdeutsche Pro- und
Anti-Kernkraft-Diskussion zu mißbrauchen. Während Schmidts Amtszeit von
1974 bis 1982 (Foto 1975) hatte sich in der Bundesrepublik die erste
Umweltschutzbewegung formiert. Die Tabula Rasa hatte sein Buch "Außer Dienst" rezensiert.
> Helmut Schmidt: Außer Dienst
Kirche und Religion
15. Maerz '11
Papst Benedikt XVI. am
23. September in Erfurt
Papst Benedikt XVI. wird vom 22. bis 25. September in Deutschland
zu Gast sein. Innerhalb dieses Zeitraums wird er die Landeshauptstadt Erfurt
und das Eichsfeld besuchen. Am 23. September ist auf dem Domplatz in Erfurt eine
Heilige Messe geplant, an der 70.000 Menschen teilnehmen könnten. Geprüft wird
unterdessen, ob das von Benedikt XVI. anvisierte Gespräch mit Vertretern des
Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands in Erfurt stattfinden könnte. Der
Besuch steht unter dem Motto "Wo Gott ist, da ist Zukunft". Der
ehemalige Kardinal Joseph Ratzinger wird auch im Deutschen Bundestag reden.
Der Blick in die Welt
15. Maerz '11
Die Angst der Deutschen
vor dem atomaren Super-Gau
Die große Mehrzahl der deutschen Bevölkerung schaut mit Sorge nach Japan. Viele halten einen ähnlich schweren AKW-Unfall auch hierzulande für denkbar. Wie der "ARD-Deutschland Trend extra" ermittelte, äußern genau 70 Prozent diese Befürchtungen, während 28 Prozent dies für unwahrscheinlich halten. 39 Prozent der Bundesbürger haben Angst, daß die Radioaktivität die Bundesrepublik erreicht, 61 Prozent hingegen nicht. 80 Prozent befürworten das Moratorium der Bundesregierung, die Laufzeitverlängerung auf drei Monate auszusetzen, während 18 Prozent dieses ablehnen. 53 Prozent der Deutschen sind für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Den Vorschlag der Opposition, sieben der ältesten deutschen AKWs vom Netz zu nehmen, unterstützen 72 Prozent.
> Robert Lembke: Japan als Argument? Die Irrationalität der Politik in der Atomenergie-Frage
Gesellschaft
14. Maerz '11
Das Atom-End-Zeitalter
wird in Deutschland eingeläutet
Drei Tage nach dem schweren Beben in Japan hat die Bundesregierung die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke ausgesetzt. Während es in den japanischen Atomreaktoren nach wie vor keine Entwarnung gibt, hat die Bundesregierung ein Moratorium für drei Monate verabschiedet, um die derzeitige Atompolitik zu überprüfen. Die erst im vergangenen Jahr beschlossene Verlängerung der Laufzeiten der 17 Atomkraftwerke ist damit ins Wanken gekommen. Die Konsequenz ist, daß die ältesten deutschen Atomkraftwerke möglicherweise sofort abgeschaltet werden müssen. Deutschlands größter Energiekonzern E.on hat die Forderungen nach einer Rücknahme der Laufzeitverlängerung unterdessen zurückgewiesen. „Dafür gibt es keinen Grund“ [...] „Unsere Anlagen werden nach höchsten Sicherheitsstandards betrieben,“ so der Konzern.
> Zum Kommentar, klicken Sie hier
Finanz- und Kapitalmarkt
13. Maerz '11
Muhamad Yunus und
die Grameen-Bank
Die Grameen-Bank muß sich umschauen, denn Muhamad Yunus ist nicht mehr ihr Chef. Was sich derzeit um den Friedensnobelpreistrager von 2006 ereignet, kommt einem Trauerspiel nahe. Millionen von Menschen, die von Yunuus einen billigen Kredit erhielten, können wohl in Zukunft auf diese Unterstützung nicht mehr rechnen. Mit Yunus verläßt einer der wenigen einflussreichen Kämpfer für die Rechte der Ärmsten die Finanzbühne. Seit über 25 Jahren hat die Grameen Bank an die ärmsten der Armen Geld verliehen, insbesondere Frauen konnten davon profitieren. Mit diesen sogenannten Mikrokrediten gelang es vielen Familien, sich aus dem Elend zu befreien. Zahlreiche Geldhäuser weltweit hatten das Prinzip der Grameen Bank kopiert und zum Teil auch mißbraucht.
> Marie Luise Dött: Verstaatlichung und Politisierung der Grameen Bank verhindern
Kirche und Religion
12. Maerz '11
Islamdebatte: Norbert Lammert
fordert gegenseitige Toleranz
Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die unnötige Zuspitzung der
Diskussion um die Rolle des Islam in Deutschland kritisiert. Er versteht die Kontroverse nicht, denn bei genauer Betrachtung kann man doch nicht bestreiten, daß in der Bundesrepublik viele Bürger mit muslimischer Glaubensüberzeugung leben und der Islam daher in Deutschland angekommen sei. Aber umgekehrt, so der CDU-Politiker, würde auch keiner bestreiten, daß die Bundesrepublik in ihrer Geschichte viel
nachhaltiger durch die christliche Tradition geprägt wurde. Lammert fordert Toleranz sowohl von den Islamkritikern als auch von den Befürwortern. Der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hatte mit seiner Äußerung, der
Islam gehört nicht zu Deutschland, in der vergangenen Woche für
Diskussionen gesorgt, woraufhin der Vorsitzende des
Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, den Aussagen Friedrichs
widersprochen hatte.
> Wolfgang Schäuble: Das Miteinander der Religionen in Deutschland und Europa 
Gesellschaft
12. Maerz '11
Kritische Bilanz zu
Marianne Birthler
Wie der Chef des Berliner Forschungsverbundes SED-Staat, Klaus
Schroeder, betonte, war Frau Birthler "eine Repräsentantin der Behörde aufgrund ihrer
untadeligen Biografie - die Linie aber haben die Verwaltungsleute
bestimmt." Schroeder zieht damit eine kritische Bilanz der rund
zehnjährigen Amtszeit von Marianne Birthler, die seit dem Jahr 2000, nach Nachfolgerin von Joachim Gauck, die Leiterin der
Stasi-Unterlagen-Behörde gewesen war. Die 1948 in Berlin geborene Birthler hatte es in all den Jahren versäumt, so Schroeder, ihre Einrichtung enger mit anderen
Institutionen zur Aufklärung zu vernetzen. Der Politikerin, die am Montag aus dem Amt scheidet, folgt der Jenaer DDR-Bürgerrechtler Roland Jahn.
Politik
12. Maerz '11
Renate Künast und die Frage
nach den Atomkraftwerken
Nach der äußert kritischen Situation der japanischen
Atomkraftwerke nach dem schweren Beben in der Region ist auch in der
Bundesrepublik der Streit um das Thema Atomkraft neu entfacht. Die
Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, sieht die Laufzeitverlängerung
der deutschen Atomkraftwerke infrage gestellt. Wie die Politikerin betonte, sei
Deutschland zwar kein Erdbebengebiet, dennoch verdeutlicht das Ereignis, daß
wir nicht die Natur beherrschen, „sondern die Natur herrscht über uns.“ Daher
müsse erneut die Frage gestellt werden, ob nicht die falschen Entscheidungen
getroffen worden seien, so beispielsweise die falsche Entscheidung der
schwarz-gelben Bundesregierung, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke auf
zwölf weitere Jahre zu verlängern. Bundesumweltminister Norbert Röttgen schließt eine Gefährdung Deutschlands durch den Reaktorunfall in Japan aus.
> Norbert Röttgen: Europas Berufung heute: Die Globalisierung muss europäisch werden
Der Blick in die Welt
11. Maerz '11
Schweres Erdbeben
erschüttert Japan
Eines der schwersten Erdbeben in der Geschichte Japans hat das Land am Freitag erschüttert. Das Erdbeben der Stärke 8,9 ließ den Nordosten
erbeben. Eine über zehn Meter hohe Tsunami-Welle traf auf die Küste und forderte mehrere tausende Opfer. Mittlerweile haben hunderte Nachbeben weitere Schäden angerichtet. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt, über 200000 Menschen obdachlos, über 10000 Tote werden befürchtet.
Das Erdbeben ereignete sich gegen 14.45 Uhr Ortszeit (06.45 Uhr MEZ). Auch die Millionenmetropole Tokio ist schwer betroffen. Die Angst vor weiteren Nachbeben ist groß, mittlerweile wurde der Atomalarm ausgelöst, weil zwei Atom-Kraftwerke schwere Probleme gemeldet hatten.
> Lisz Hirn: Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Politik
10. Maerz '11
«Le roi est mort, vive le roi»
Zapfenstreich für zu Guttenberg
Der zurückgetretene Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg wurde mit
einem Großen Zapfenstreich aus seinem Amt verabschiedet. Am
feierlichen Zeremoniell im Bendlerblock in Berlin nahmen Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) und weitere 450 Gäste teil. Einige Spitzenpolitiker, darunter der Bundestagspräsident Norbet Lammert und die Bildungsministerin
Annette Schavan, die Guttenberg in der Plagiatsaffäre kritisiert hatten, sagten ab. Der
CSU-Politiker stand 16 Monate an der Spitze des
Verteidigunsministeriums. Bundeskanzlerin Merkel unterstrich, daß Guttenberg die Tür zu der größten Reform in der Geschichte der Bundeswehr
aufgestoßen habe - dafür verdiene er Hochachtung.
> Michael Lausberg: Der Absturz des Homo Novus
Politik
10. Maerz '11
2009: 127,7 Millionen
erhielten unsere Politiker
2009 haben die im Bundestag vertretenen Parteien rund 127,7 Millionen Euro an staatlichen Mitteln erhalten.
Dies geht aus den Rechenschaftsberichten der Parteien vor. Die CDU
erhielt gut 41,9 Millionen, die SPD 39,6 Millionen, die FDP 12,6 Millionen, die CSU 11,7 Millionen, die Grünen 11,1
Millionen und die Linke 10,7 Millionen Euro. Die CDU konnte die meisten
Spenden für sich verbuchen, denn sie erhielt 2009 Spenden von
insgesamt rund 41,1 Millionen Euro von natürlichen und juristischen
Personen. Die SPD erhielt 18,7
Millionen Euro, die 16,2 Millionen Euro, die CSU 9,1 Millionen Euro, die Grünen 5,4 Millionen Euro, die Linke 2,9 Millionen Euro.
> Dietrich Böhler: Moral und Politik
Der Blick in die Welt
10. Maerz '11
Dalai Lama zieht sich
aus der Politik zurück
Das geistige Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, will in Zukunft seine politische Verantwortung als Chef der
tibetischen Exilregierung abgeben. Tenzin Gyatzo ersucht daher das Exilparlament, ihm seinen Rücktritt zu ermöglichen. Der Mönch möchte das Amt einem "frei gewählten" Führer übergeben. "Mein Wunsch, die politische
Führung zu übergeben, bedeutet nicht, dass ich mich meiner Verantwortung
entziehen möchte", so der Friedensnobelpreisträger. Wie der höchste Trülku innerhalb der Hierarchie der Gelug-Schule
des tibetischen Buddhismus
betonte, geht es ihm um das langfristige Wohl der Tibeter. Der neue Führer soll den Bemühungen Tibets um Autonomie von China eine größere Durchschlagskraft
verleihen. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf die indischen Religionen.
> Michael Lausberg: Das vedische Zeitalter – Philosophie aus dem alten Indien 
Gesellschaft
10. Maerz '11
"Forbes - Liste"
Mehr Milliardäre
Zwei Jahre nach der Finanzkrise ist die Zahl der Milliardäre rasant gestiegen und derzeit so hoch wie noch nie.
1210 neue Dollarmilliardäre verzeichnet die neue Liste des US-Magazins
"Forbes" - dies sind 200 mehr als noch vor einem Jahr. Die Top-Liste wird angeführt vom Mexikaner Carlos Slim
Helú. Der Telekommunikations-Unternehmer thront mit einem Vermögen von 74 Milliarden Dollar auf Platz eins.
Dahinter folgen der Microsoft-Gründer Bill Gates, der einen beträchtlichen Teil seines Vermögens spenden will, mit 56 Milliarden
Dollar und der Investor Warren Buffett mit 50 Milliarden Dollar.
Erstmals seit Jahren ist unter den ersten Zehn kein Deutscher, dafür
aber zwei Inder und ein Brasilianer. Bis vor einem Jahr waren die Brüder ALDI noch unter den 10 reichsten Männern der Welt.
> Bettina Röhl: Armut und Kapitalismus - Der bedeutendste deutsche Kommunist heißt Aldi
Gesellschaft
09. Maerz '11
"Gorch Fock"-Bericht
liegt nun endlich vor
Der Gorch-Fock-Untersuchungsbericht liegt endlich vor. Wie die Deutsche Presse Agentur berichtete, wurde dieser nun dem Marine-Inspekteur Schimpf vorgelegt. Der Bericht wird nun zunächst an den Wehrbeauftragten
des Bundestags, Königshaus, und dann weiter an die Verteidigungsexperten der
Parteien weitergeleitet. Nach dem Unfalltod einer Kadettin bei der
Ausbildung auf dem renommierten Segelschulschiff der Marine im November vergangenen Jahres hatte es
Schikane-Vorwürfe gegen die Stammbesatzung gegeben. Daraufhin war der
Kapitän der Gorch Fock, Schatz, vom damaligen Verteidigungsminister zu Guttenberg ohne Verhandlung bis zum Ende der Untersuchungen
suspendiert worden.
> Pfarrer Albrecht Hey im Gespräch mit der Tabula Rasa
Politik
09. Maerz '11
Neue Umfragewerte:
Union im Aufwind
Nach dem überraschenden Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
konnte die Union in der Wählergunst wieder zulegen. Im Wahltrend von RTL und
„Stern“ kletterten CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte
auf 36 Prozent - auf denselben Wert, den sie vor der Causa Guttenberg hatten. Daegegen fiel die SPD in der Wählergunst um 1 Punkt und liegt damit bei 26 Prozent. Die Grünen kommen erneut 16 Prozent, die Linke verharrt
bei 10 Prozent, die FDP bei 5 Prozent. Der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière erfreut sich schon jetzt in des Volkes Beliebtheit, jeder zweite Bürger hält
ihn für eine gute Lösung.
Gesellschaft
09. Maerz '11
Phobien und
andere Krankheiten
Manche Muslime fühlen sich gerne beleidigt und üben sich in Selbstmitleid. Denn
wer sich als unschuldiges Opfer beklagt, genießt das Mitleid der
Öffentlichkeit. Wer aber jeden Anflug von Kritik gierig aufgreift, um nicht nur
Mitleid zu erregen, sondern gewaltige Empörungsrituale zu organisieren,
verdient weder Verständnis noch Immunität. Den Trick mit der Opferrolle, mit
der ständigen Pflege von Empörungsbereitschaft durch dauerhaftes Beleidigtsein
haben inzwischen nicht nur Muslime herausbekommen, die über Islamophobie
klagen, sondern auch die Homosexuellenlobby, die sich von Homophobie umzingelt
sieht und als ihren natürlichen Feind die katholische Kirche ausgemacht hat.
> Wolfgang Ockenfels: Phobien und andere Krankheiten
08. Maerz '11
100. Internationaler
Frauentag wird gefeiert
Weltweit wird am 8. März 2011 zum 100. Mal der Internationale Frauentag gefeiert. Am 19.
März 1911 wurde auf Beschluß der II. Internationalen Sozialistischen
Frauenkonferenz in Kopenhagen dieser Frauentag ins Leben - auf Vorschlag der deutschen Sozialistin und Frauenrechtlerin
Clara Zetkin. Die zentrale politische Forderung des ersten
Internationalen Tages für die Frau war das aktive und passive Wahlrecht für
Frauen. Die Tabula Rasa nimmt diesen Tag zum Anlaß und stellt die Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Jena vor.
> Ingo Runnebaum: Die Jenaer Frauenklinik mit Herz: Tradition verpflichtet
Politik
08. Maerz '11
Christian Lindner, der
Islam und die CSU
„Die CSU war auch nicht prägende Kraft der deutschen Geschichte [...], trotzdem ist sie heute eine gesellschaftliche Realität, mit der wir umgehen müssen. [...] wir müssen heute auch die CSU integrieren“, so der Generalsekretär der FDP, Christian Lindner. Und zur deutschen Wertedebatte fügte er an: „Die bayerische Leitkultur ist geprägt worden, als Bayern noch Monarchie war. Da gab es keine CSU. So ähnlich ist es mit dem Islam. Er hat zwar unsere Leitkultur nicht geprägt, aber wir müssen ihn integrieren.“

08. Maerz '11
Ethikrat für begrenzte
Zulassung der PID
"Wir sind der
festen Überzeugung, dass die PID nicht nur begrenzt werden sollte,
sondern auch begrenzt werden kann", betonte die Vizechefin des Gremiums,
Christiane Woopen. Sie vertrat dabei die sehr knappe Mehrheit des Rats für eine
begrenzte Zulassung der PID. Eine Woche vor der ersten Beratung im Bundestag über Gentests an
Embryonen hat diese Entscheidung des Deutschen Ethikrates die
Befürworter unter den Abgeordneten gestärkt. 13 Mitglieder des Gremiums sprachen sich in ihrer Stellungnahme dafür aus, die Präimplantationsdiagnostik (PID) bei Embryonen aus dem
Reagenzglas begrenzt zuzulassen, elf Ratsmitglieder dagegen. Die Tabula Rasa sprach mit dem Philosophen und PID-Gegner Prof. Dr. mult. Robert Spaemann.
> Robert Spaemann im Gespräch mit Stefan Groß
07. Maerz '11
Goethe - der Schwarzseher
des 21. Jahrhunderts?
Vorsorglich hat Goethe den zweiten Teil der Faust-Tragödie
versiegelt. Könnte es sein, dass er damit auch die Büchse der
Pandora verschlossen hat, deren Bedeutung sich erst jetzt – vor dem
Horizont der Krisen unserer Zeit – zu offenbaren beginnt? Die Möglichkeit globaler Dimensionen unserer Krisen hat Goethe
spätestens 1825 erkannt. Die globale Unterwerfung aller
Lebensbereiche unter das absolute Diktat der Beschleunigung
bilanziert er in einem Brief mit dem Wort »veloziferisch«. Das Wort,
das die Eile (velocitas) mit Luzifer, dem Teufel, verbindet, ist für
Goethe zugleich das Betriebsgeheimnis der Globalisierung. In »Faust
II« antizipiert er zudem ein weiteres global entfesseltes
Instrument. Goethe beschreibt hier bereits ausführlich das
geheim-offenbare Schwunggrad der Wachstumsdynamik des globalen
Dorfes: das schnelle Geld im Weltinnerraum des virtuellen Kapitals
und der Verwöhnungstreibhäuser der Konsum- und
Fortschrittsgesellschaft.
> »Goethe – der Schwarzseher des 21. Jahrhunderts?« Vortrag von Manfred Osten
Gesellschaft
07. Maerz '11
Die Deutschen, die
Leitkultur und der Biosprit
Sie sind schon ein merkwürdiges Volk – die Deutschen.
Einerseits ein Land von Geistestitanen, das die Lessings, Kants, Reinholds und
Schillers hervorgebracht hat, die alles in Gang setzten, um ihre Landsmänner
aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien, um ihnen die Weiten und
Grenzen ihrer Vernunft deutlich vor Augen zu führen. Die Deutschen waren eine
Nation, die den Geist von Athen und Jerusalem tief eingeatmet hatte, die die
schönsten Schöpfungen von Kunst und Kultur hat erklingen lassen – ein Volk, das
viel auf sich hält. Andererseits sind die Deutschen ein Volk der Trägheitskultur, von
Freizeithappening und von aktiver Vereinskultur abgelenkt, das sich über
diesen emphatisch gepflegten Leidenschaften nur sehr eingeschränkt
getraut, über Leitkultur zu reflektieren.
> Die Deutschen, die Leitkultur und der Biosprit
Gesellschaft
07. Maerz '11
Neue Debatte
über Biosprit E 10
Eine Debatte über die Unbedenklichkeit des neuen Kraftstoffs E 10 hat die "Welt am Sonntag" am Wochenende ausgelöst. Der Biosprit soll auch bei neuen Autos Probleme verursachen, bislang ist man davon ausgegangen, daß nur Modelle, die vor 1994 gebaut wurden, den Sprit nicht vertragen. Wie der Leiter der
Mechanikentwicklung von BMW mitteilte, nimmt durch den hohen
Ethanolanteil von zehn Prozent im Benzin die Wassermenge im Motor
zu, was letztendlich dazu führt, daß sich das Öl verdünne und schneller alt werde. Die Folge sind kürzere Ölwechselintervalle, die die Kunden zahlen müßten - immerhin bis zu 200 Euro für einen Sechszylinder.
Politik
05. Maerz '11
Bausteine für einen
modernen Konservativismus
Was verstehen Sie
unter einer „Volkspartei“? Welchen Ansprüchen muss eine Partei genügen, um sich
mit diesem Titel schmücken zu dürfen? Handelt es sich um eine Partei, die in
ihren Wahlergebnissen regelmäßig beweist, den größten Teil der Bevölkerung
hinter sich versammeln zu können? Oder zeichnet sich diese Partei durch ihre
Mitgliederstärke aus? Ist es eine Partei, deren Programm so gestaltet ist, dass
sich jeder Bürger dieses Landes damit identifizieren kann?Oder ist es vielleicht im Sinne der
„Volx“-Bewegung eines bekannten deutschen Boulevardblattes eine Partei, die
sich auch „der kleine Mann“ leisten kann?
> Mike Mohring: Freiheit –Verantwortung –Ordnung
Kunst und Künstler
05. Maerz '11
200. Geburtstag:
Franz Liszt in Jena
Schon das erste Konzert in Jena brachte Liszt die Ehrenbürgerwürde ein.
Er weilte in Weimar zur Hochzeit von Carl Alexander von Sachsen-Weimar
mit der niederländischen Prinzessin Sophie, derselben, der die
Sophien-Ausgabe von Goethes Gesammelten Werken zu danken ist. Auf Bitten
erklärte sich Liszt zu einem Konzert in den Rosensälen bereit. In
Städten wie Wien oder Berlin brachte derlei manchmal tausend Taler und
mehr ein, in Jena waren es ganze 196 Taler, aber immerhin war das ein
Drittel der Summe, die die Akademische Konzertkommission sonst fürs
ganze Jahr zur Verfügung hatte.
> Franz Liszt in Jena 
Gesellschaft
04. Maerz '11
WikiLeaks
außer Gefecht
Die Internetplattform WikiLeaks ist vorerst außer Kraft gesetzt und kann nicht mehr operieren. Wie der Pressesprecher Kristinn Hrafnsson gegenüber dem Magazin "Focus" betonte, ist das Einsendesystem lahmgelegt. Aussteiger von WikiLeaks haben die Seite nicht nur sabotiert, sondern auch wichtige Technik gestohlen. Unklar bleibt, wie lange die Reparatur noch dauert. Hrafnsson leitet die Aufklärungsplattform, weil sich WikiLeaks-Gründer Julian Assange wegen des Verdachts der
Vergewaltigung vor Gericht verantworten muß.
> Tobias Fresenius: WikiLeaks – Geheimnisverrat Online
Kunst und Künstler
04. Maerz '11
Heinrich von Kleist-
Jahr wurde eröffnet
Am 4. März 2011 wurde in Frankfurt/Oder, der Geburtsstadt von Heinrich von Kleist, das Jubiläumsjahr
zum 200. Todestag des Dichters eröffnet. Bekannt wurde Kleist, dem Clemens Brentano ein langsames "Konsquenztelent" attestierte, durch
das Lustspiel "Der zerbrochne Krug" und durch die Novellen "Die Marquise
von O." und "Das Erdbeben in Chili". Der Biograph Jens Bisky, der 2007 im Rowohlt-Verlag Berlin seine Kleistbiographie vorlegte, war beispielsweise immer von der ungeheuer dichten und farbigen Sprache, ihrer Plastizität fasziniert. Wie Bisky im "Deutschlandfunk" hervorhob, sei Kleist kein Mann für
Kompromisse gewesen. "Wohl aber habe er ein
ausgeprägtes Sensorium für die Widersprüche des Zeitalters der Vernunft
besessen."
Gesellschaft
04. Maerz '11
Die Katastrophe von
Deepwater Horizon
Vor fast einem Jahr, am 20. April 2010, kam es infolge
verschiedener schwerer Versäumnisse zum Blowout der Ölplattform Deepwater
Horizon, die dabei in Brand geriet und infolgedessen zwei Tage später
unterging. Das dabei ausströmende Öl führte zur bislang größten Umweltkatastrophe im
Golf von Mexiko. Der britische Ölkonzern BP hat nun reagiert und auch die Bonuszahlungen
der Topmanager des Konzerns eingefroren. Die Vorstände der Geschäftsbereiche,
die die schwerste Ölpest in der Geschichte der USA zu verantworten haben,
erhalten für 2010 keine Sondervergütungen, wie aus dem Jahresbericht des
Unternehmens hervorging.
> Ulrich Büchler: Deepwater Horizon - Zeugnis einer Katastrophe.
Der Blick in die Welt
03. Maerz '11
Al-Gaddafi - Das Plagiat
und die politisch Mächtigen
Auch der Tyrannensohn Saif al-Islam al-Gaddafi, 38, steht
nun unter dem Verdacht, seine Doktorarbeit mittels Plagiat erschlichen zu
haben. Der Sohn von Diktator Muammar al-Gaddafi hatte noch vergangene Woche
angekündigt, "Flüsse voller Blut fließen" zu lassen, wenn das libysche
Volk rebellieren sollte. Al-Gaddafi hat seinen Masterabschluss in
"Philosophie, Politik und soziale Werte" gemacht. Er studierte an der
renommierten London School of Economics (LSE). Das Thema seiner Promotion war „Die Rolle der
Zivilgesellschaft bei der Demokratisierung internationaler Organisationen“. Untersuchen
wollte Gaddafi, wie gerechtere und demokratischere globale
Regierungsinstitutionen geschaffen werden könnten.
Politik
02. Maerz '11
De Maizière
wird neuer
Verteidigungsminister
Die Nachfolge von Karl Theodor zu Guttenberg ist geregelt. Innenminister Thomas de Maizière wird dem Freiherrn im Amt des Verteidigungsministers folgen. Der 57-Jährige CDU-Politiker galt bereits vor Monaten als möglicher
Nachfolgekandidat für Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), falls
dieser - krankheitsbedingt - ausscheiden sollte. De Maizière war als Innenminister bereits für die innere Sicherheit zuständig und hatte Afghanistan schon besucht, weil dort deutsche Polizisten im
Ausbildungseinsatz sind.

Gesellschaft
02. Maerz '11
Was ist dran, am
Antinatalismus?
Obschon der Titel seines Buches dies verheißen mag: Jim
Crawford ist kein Misanthrop. Der Leser hat es mit einem philanthropischen
Antinatalisten zu tun. Einem Freund der Menschen, der dennoch und scheinbar
paradoxerweise dafür plädiert, gar keine Menschen mehr zu zeugen, damit die
Menschheit schnellstmöglich ausstirbt. Der Vorwurf, Crawford wisse wohl gar
nicht, welches Glück es für Eltern mit sich bringt, Kinder zu haben, prallt an
diesem Autor ab. Als liebender und sorgender Vater zweier Töchter ist er selbst
Existenzgründer. Wobei er anders als die absolute Mehrzahl aller Eltern in der
Lage ist, den eigenen Glücksgewinn zu hinterfragen und nach Glück und Leid im
Leben seiner Kinder zu fragen.
> Bekenntnisse eines philanthropischen Antinatalisten
Politik
01. Maerz '11
Wer ohne Schuld ist,
werfe den ersten Stein
In Anbetracht der doch wohl gravierenderen Übel in der Welt
scheint die Causa Guttenberg wie ein zuhöchst inszeniertes und dazu noch wie
ein zuhöchst sekundäres Problem – sieht man auf die derzeitige Weltlage mit
ihrem Leid und Tod. All diese Themen waren zwei Wochen fast ausgeblendet, wären
nicht Libyen und der wirre Gaddafi dazwischengekommen. Aber auch der Aufstand
in Libyen wirkte gegenüber dem Fall Guttenberg wie ein angehängtes Ereignis der
Weltgeschichte. Die Causa Guttenberg war nicht das Thema des sogenannten
kleinen Mannes ....
> Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein
Politik
01. Maerz '11
Guttenberg tritt zurück
Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg ist von seinem Amt zurückgetreten - und zieht damit die einzig mögliche Konsequenz. Ein entsprechendes Rücktrittsgesuch hatte der CSU-Politiker bereits bei Bundeskanzlerin Angela Merkel eingereicht. Auch das Bundespräsidialamt soll schon über die Entscheidung des Freiherrn informiert sein. Immer wieder war der Politiker wegen Plagiatsvorwürfen kritisiert worden. Nicht unerhebliche Textmengen seiner Promotionsarbeit soll er aus anderen Publikationen übernommen haben, ohne diese Stellen dann durch Fußnoten kenntlich zu machen. Über 200 solcher Stellen wurden in der Doktorarbeit wissenschaftlich nachgewiesen. Guttenberg betonte noch vergangene Woche, daß er nicht absichtlich getäuscht habe, was nun jedoch zweifelsfrei widerlegt ist.
Gesellschaft
01. Maerz '11
Professoren fordern
Rücktritt von Guttenberg
Die Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nun auch die
deutsche Professorenschaft erreicht, die den Minister zunehmend kritisiert. Der
Bayreuther Jura-Professor Oliver Lepsius hält den sofortigen Rücktritt des
Verteidigungsminister für notwendig. „Er kann eine zweite Chance haben. Die muß
er sich aber erarbeiten, die fällt ihm nicht in den Schoß“. „Eine zweite Chance
kriegt Herr zu Guttenberg nur durch seinen Rücktritt.“
> Michael Lausberg: Der Absturz des Homo Novus
Gesellschaft
01. Maerz '11
Kölner Stadtarchiv:
Bilanz nach 2 Jahren
Wie zwei Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs deutlich
wurde, konnten zehn Prozent der Bestände nicht geborgen werden. Zwar könnten aus dem Grundwasser noch fünf Prozent gerettet werden, die übrigen fünf Prozent aber bleiben
verloren. Die
bislang geretteten Bestände sind derzeit auf 20 Archive in ganz Deutschland
verteilt. Die Kosten für die Restaurierung und die Zusammenführung aller
Bestände wird auf bis zu 400 Millionen Euro geschätzt. Um dem Schaden in den
Griff zu bekommen, werden mindestens 30 bis 50 Jahre vergehen.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Eine Aufgabe für Generationen
Politik
28. Februar '11
Lammert kritisiert
Causa Guttenberg
Bundestagspräsident Lammert hat sich kritisch zur Plagiatsaffäre von Verteidigungsminister zu Guttenberg
geäußert. Der Soziologieprofessor erklärte, daß die Vorkommnisse ein "Sargnagel" für das
Vertrauen in die Demokratie seien. In einem Protestbrief sprachen ungefähr 20.000
Bürger von einer Verhöhnung aller wissenschaftlichen Mitarbeiter und
Doktoranden. Auch die Bundeskanzlerin geriet mit in die Kritik. Ihre Rückendeckung für den 39-jährigen CSU-Minister würde zum Glaubwürdigkeitsverlust der
Bundesrepublik führen.

Politik
27. Februar '11
Erdogan sprach
über Integration
Der Ministerpräsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, hat vor einer anwachsenden Ausländerfeindlichkeit in Deutschland
gewarnt, die in der Türkei "mit großer
Beunruhigung" betrachtet wird. Der AKP-Politiker hielt am Sonntag eine Rede über Integration. Am Montag wird Erdogan nach Hannover reisen,
um dort gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Computermesse "Cebit" zu eröffnen.
Das Partnerland der Fachmesse ist dieses Jahr die Türkei.
> Integration als Problem - Zur Tragik eines Begriffs
Der Blick in die Welt
27. Februar '11
Brennpunkt Libyen
Die rasche Ankunft weniger tausend Flüchtlinge auf einer
winzigen Mittelmeerinsel reichte schon aus, um einer verblüfften, vom
Medienkartell wochenlang genarrten Öffentlichkeit das plötzliche Fürchten zu lehren.
Man hatte den Menschen hierzulande vorauseilend versichert, ein Regimewechsel
böte die sichere Gewähr, dass in den Staaten Nordafrikas bald wieder Ruhe und
Ordnung Einkehr hielten, dass dem Sturm der Erhebung automatisch zivile,
rechtsstaatliche Abläufe folgen müssten, die wiederum dauerhaft demokratische
Verhältnisse nach sich zögen, ohne die es nun einmal nirgends gehen kann und
darf.
> Brennpunkt Libyen – vom Aufstand zum Flächenbrand
Politik
23. Februar '11
Guttenberg verliert
seinen Doktortitel
Die Universität Bayreuth hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu
Guttenberg seinen Doktortitel aberkannt. Dies gab Hochschulpräsident
Rüdiger Bormann am Mittwochabend nach einer Sitzung der
Promotionskommission der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen
Fakultät bekannt. Der 39-jährige CSU-Politiker hatte in einem Brief an die Universität
"gravierende handwerkliche Fehler" bei seiner Doktorarbeit eingeräumt
und selbst um die Aberkennung des Titels gebeten. Am Mittwoch mußte Guttenberg vor dem Deutschen Bundestag zu seiner Promotion Stellung nehmen. Weiterhin hält ein Großteil der Bevölkerung weiterhin an Guttenberg als Minister fest.
> Michael Lausberg: Der Absturz des Homo Novus
23. Februar '11
Rembrandt van Rijn im
Weimarer Schillermuseum
Vom 25. Februar bis zum 08. Mai 2011 präsentiert die Klassik Stiftung
Weimar im Rahmen einer hochkarätigen Ausstellung Radierungen von
Rembrandt Harmensz van Rijn (1606–1669). Rembrandt zählt zu den
bedeutendsten Schöpfern von Radierungen. Seine Arbeiten zeugen von einer
beispiellosen Beherrschung dieses druckgraphischen Verfahrens und
dienen bis heute als einflussreiche Quelle künstlerischer Inspiration. Im
17. Jahrhundert gründete Rembrandts Ruhm zu einem gewissen Teil gewiss
auf seinen Gemälden, in vielleicht noch höherem Maße aber auf seinen
Graphiken, die über ganz Europa in großer Zahl verbreitet waren.
> Die Ausstellung »Rembrandt – Meisterwerke aus den Graphischen Sammlungen
Politik
23. Februar '11
Im Westen nichts Neues:
Grüne verlieren bei Wählern
Nach ihrem Hoch haben die Grünen
wieder an Wählergunst verloren. Die Partei verliert zum dritten Mal in Folge
einen Punkt und kommt derzeit nur noch auf 18 Prozent. Für die Grünen ist dies
der schlechteste Wert seit Anfang August 2010. Die SPD dagegen steigt in der Umfrage
um einen Punkt auf 23 Prozent. Die Linke sinkt um einen Punkt auf zehn Prozent.
Konstant zur Vorwoche blieben die Werte von Union (36 Prozent) und FDP (5
Prozent). Derzeit liegt das Regierungslager aus Union und FDP gleichauf mit dem
rot-grünen Bündnis, denn beide kommen jeweils auf 41 Prozent.
Gesellschaft
22. Februar '11
Warum eigentlich immer
nur Herr Guttenberg?
Sicherlich, der Verteidigungsminister hat einen
überflüssigen Fehler begangen, den er bereut. Daß er daraus die Konsequenz
gezogen hat, ist vollkommen richtig und auch, daß er seinen Titel der Bayreuther
Universität zurückgegeben will. Richtig nicht nur im Hinblick auf die Sache
„Promotion“ generell, sondern auch auf sein eigenes Plagiat, dem mittlerweile
auf jeder Seite siebzig Prozent Fremdanteil bescheinigt wurde. Eine Promotion ist und bleibt eine nicht nur zeitaufwendige,
sondern eben auch eine emotional höchst belastende Angelegenheit, die jeden
Studierenden immer wieder an die Grenze der eigenen Möglichkeiten und der
Verzweiflung bringt. Die Promotionszeit wirkt nachhaltig, die Arbeit wird oft
hart erkämpft, oft gegen die Mühen der Ebene erstritten.
> Warum eigentlich immer nur Herr Guttenberg? 
Der Blick in die Welt
22. Februar '11
Al-Gaddafi - der
lange Atem der Macht
Der Terror hat ein Gesicht (Foto). Oberst Muammar al-Gaddafi, der seit 41 Jahren herrscht, ist
nicht nur der dienstälteste, sondern auch mit Abstand der schrillste unter all den
schillernden arabischen Herrschern. Mit eiserner Hand führt der – zuweilen wirre
– Politiker sein Land. Und die Bevölkerung muß ständig unter seinen Eskapaden leiden.
Kritik am ältesten Dienstherrn der arabischen Liga ist äußerst unangebracht –
sie wurde in Libyen stets mit Haft und Folter geahndet. An Rücktritt denkt Gaddafi, ein guter Freund von Berlusconi, allerdings nicht. Den Libyern stehen - anders als in Ägyptern - schwere Tage bevor. Die Tabula Rasa hat einen Blick auf das Nachbarland am Nil geworfen.
> Rainer Westphal: Der arabische Aufstand
Kunst und Künstler
22. Februar '11
Willi Sitte
in Merseburg
Die Stadt Merseburg feiert den 90. Geburtstag des Malers Malers
Willi Sitte mit einer Ausstellung seiner Werke - "Liebe,
Lust, Erotik" . 50 Arbeiten des am 28. Februar 1921 geborenen Sitte geben einen repräsentativen Einblick in seine frühe
Schaffenszeit bis in die 90er Jahre hinein. Dazu gehören
Zeichnungen, Lithografien und teils unveröffentlichte Skizzenbücher. Der 90-jährige Maler ist wegen seiner DDR-Vergangenheit im Osten des Landes umstritten. Sitte war lange Zeit Präsident des "Verbandes bildender Künstler" und von
1986 bis 1989 sogar Mitglied im Zentralkomitee der SED. Die Sonderschau dauert bis
zum 11. Mai.
Politik
21. Februar '11
Freiherr zu Guttenberg
verzichtet auf Doktortitel
Nach den Plagiatsvorwürfen der vergangenen Tage hat Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Konsequenz gezogen. Künftig will er auf den Doktortitel verzichten, sagte der 39jährige CSU-Politiker bei einem öffentlichen Auftritt im hessischen Kelkheim. Seine Entscheidung begründete er mit den Fehlern, die seine Arbeit
offenkundig enthält. Er habe
"an der einen oder anderen Stelle den Überblick über die Quellen
verloren". Guttenberg entschuldigte sich bei all jenen, bei denen er abgeschrieben hatte, auch bei seinem Doktorvater. Einen Rücktritt von seinem Amt als Bundesminister lehnte er aber ab. Nun muß die Universität Bayreuth über den weiteren Verlauf des Verfahrens entscheiden - Guttenberg selbst aber kann seinen Titel rein rechtlich nicht zurückgeben, dieser muß ihm aberkannt werden.
Gesellschaft
17. Februar '11
Steve Jobs hat
Pankreaskrebs
Laut einer Information der US-Boulevardzeitung
"National Enquirer" hat sich der Gesundheitszustand von Apple-Chefs Steve
Jobs (hier im Bild mit Microsoft-Chef Bill Gates) dramatisch verschlechtert. Angeblich werde er derzeit in der gleichen
Krebsklinik wie schon Patrick Swayze behandelt, der seiner Erkrankung vor eineinhalb Jahren unterlag. Alle äußeren Anzeichen sprechen
auf ein Krebsleiden – auf einen Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskrebs). Experten vermuten sogar, daß
Jobs nur „noch sechs Wochen zu leben" habe. Diese Form von Krebs ist unheilbar
und hat zumeist einen tödlichen Verlauf. Jobs, der mit iphone, ipad und ipod ganze neue Marktsegmente kreierte, wurde 1955 in San Francisco geboren.
17. Februar '11
Deutsche Ärzteschaft lockert
Grundsätze bei Sterbehilfe
Immer dann, wenn Sterbenskranke ihrem Leben ein Ende setzen wollen, sind Ärzte in
einer Zwickmühle. Laut den aktuellen Grundsätzen der BÄK
widerspricht die Mitwirkung bei der Selbsttötung dem ärztlichem Ethos. Dies
soll sich in Zukunft ändern. Demnächst sollen Ärzte nach ihrem Gewissen entscheiden dürfen:
Die Beihilfe zur Selbsttötung soll dann nicht mehr in jedem Fall als
unethisch gelten. Mit diesem Vorstoß lockert die Spitze der deutschen Ärzteschaft nunmehr ihre
berufsethischen Vorgaben. In den neuen "Grundsätzen der
Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung" heißt es:
"Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche
Aufgabe." Bisher galt, daß dies dem ärztlichen Ethos widerspreche.
Patienten auf Verlangen zu töten, ist den Ärzten jedoch weiterhin verboten.
Kunst und Künstler
17. Februar '11
Die Leiden des
Peter Handke
Es war einmal ... ein Kreuzritter von der traurigen Gestalt.
Der saß mit schlaffen Schultern und trübe verhangenem Blick auf einem lahmen,
lustlos wiederkäuenden Ross; ein müder, matter Gaul. Das Tier hielt mürrisch
Hof, und je fahriger unser Held an den Zügeln zerrte und zog, umso zweckloser
schien es: der Rappe, einst ein echter Heißsporn, nun aber recht klapprig auf
den Beinen und an den Hufen ganz wund, wich nicht mehr vom Fleck. Das olle
Zugpferd zog eine Schnute und der Reiter tat´s ihm gleich.
> Adolescentia Obscura – Die Leiden des Peter Handke 
Kunst und Künstler
16. Februar '11
Thüringen eröffnet:
Franz-Liszt-Jahr 2011
Am 22. Oktober würde der im damaligen Ungarischen Kronland geborene Franz Liszt 200 Jahre alt. Und zum 125. Male jährt sich 2011 auch der Todestag des Pianisten, Komponisten, Dirigenten,
Pädagogen und Schriftstellers. Mit großer Besetzung, mit keinem anderen als Alfred Brendel, hat das Land Thüringen das Liszt-Jahr
eröffnet, das die thüringische Landesregierung mit 1,2 Millionen
Euro fördert. Die Federführung liegt bei der nach Liszt benannten Hochschule für
Musik in Bayreuth. Das ganze Jahr über sind landesweit mehr als 200
Veranstaltungen zum Gedenken an Liszt geplant.
Gesellschaft
16. Februar '11
Dr. jur. zu Guttenberg
und der Plagiatsvorwurf
Kaum ist die „Gorch Fock“-Affäre "vorbei", muß sich der Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an einer anderen Front gegen den Vorwurf wehren, daß er bei seiner Doktorarbeit getäuscht habe. Wie die "Süddeutsche Zeitung" mitteilte, gibt es in der juristischen Doktorarbeit Guttenbergs einige Passagen, die wörtlich mit Formulierungen anderer Autoren übereinstimmen, ohne daß dies ausdrücklich gekennzeichnet wurde. Die Dissertation sei an mehreren Stellen "ein dreistes Plagiat" und "eine Täuschung", so der Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano, der Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht lehrt. Die Tabula Rasa hat die Promotion gelesen.
> Alexander Kissler: Guttenbergsche Geschichtsprophetie
Gesellschaft
15. Februar '11
Apple und der gigantische
Gewinn mit den neuen Apps
Apple will in der Zukunft bei Zeitungsabos auf dem iPad 30
Prozent für sich selbst behalten. Das Geschäftsmodell für Software im App Store
des Unternehmens wird auch für inhaltliche iPad-Angebote wie Zeitungen,
Zeitschriften, Videos oder Musik übernommen. Der Beschluß läßt den Verlegern
zwar die Möglichkeit, ihren Kunden ein Abonnement außerhalb der iPad-App
anzubieten; in diesem Fall müssen sie aber die Bestellmöglichkeit zusätzlich
auch innerhalb der App zu mindestens den gleichen Konditionen bereitstellen.
Nur bei diesen "In-App-Käufen" kassiert Apple einen Anteil von 30
Prozent.
Gesellschaft
15. Februar '11
Freispruch für
Radprofi Contador
Der dreimalige Toursieger Alberto Contador wurde vom
Doping-Verdacht freigesprochen. Dies teilte sein Anwalt mit. Der spanische
Radsport-Verband RFEC folgte dem Antrag der Verteidigung, die kontaminiertes
Fleisch für den positiven Dopingbefund verantwortlich gemacht hatte. Durch den
Urteilsspruch darf der Radprofi ab sofort wieder in den Sattel steigen. Nach
eigenen Angaben wird der Kletterkönig Contador bereits am 16. Februar 2011 bei
der Algarve-Rundfahrt wieder am Start stehen.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Anmerkungen zur Glaubwürdigkeitskrise des Sports
Gesellschaft
15. Februar '11
Weltfußballer Ronaldo
verläßt das Spielfeld
Er kam aus einfachen Verhältnissen und spielte sich zum Weltfußballer empor: der Brasilianer Ronaldo. Doch nach 18 Jahren im
Fußball-Geschäft ist nun Schluß. Ronaldo Luiz Nazario de Lima beendet seine Fußball-Laufbahn vorzeitig. Das gab
der mittlerweile 34-Jährige auf einer Pressekonferenez am Montag in Sao Paolo bekannt. "Diese Karriere war sehr schön und
wunderbar", so Ronaldo. Aus aktuellem Anlaß denkt die Tabula Rasa über eine Philosophie des Fußballs nach.
> Lukas Kaelin: Perspektiven einer Philosophie des Fußballs
Der Blick in die Welt
13. Februar '11
Ägypten auf dem
Weg zur Demokratie?
Das ägyptische Militär hat eine reibungslose Übertragung der
Macht an eine gewählte Regierung von Zivilisten versprochen. Unterdessen
drängte der amerikanische Präsident Barack Obama in mehreren Telefonaten mit
Staats- und Regierungschefs in Europa und im Nahen Osten weiter auf einen
demokratischen Wandel in Ägypten. Nach dem Rücktritt von Präsident Husni
Mubarak bleibt eine Vielzahl von Demonstranten auf dem Tahrir-Platz weiterhin
mißtrauisch, ob das Militär tatsächlich sein Versprechen eines demokratischen
Wandels einlöst. Einige Demonstranten wollen gar ausharren, bis es eine
demokratische Ordnung gibt.
> Rainer Westphal: Der arabische Aufstand> Nathan Warszawski: Die Revolution, die nie stattgefunden hat 
Kirche und Religion
11. Februar '11
Benedikt XVI.: Von
wegen ein Übergangspapst
Zwei italienische Journalisten waren es, Paolo Rodari und Andrea
Tornielli, die im vergangenen Sommer das Buch mit dem etwas martialisch
klingenden Titel „Angriff auf Ratzinger“ veröffentlicht haben. Das Buch
beginnt mit einem längeren Zitat. Es spricht ein Kurienkardinal, der
anonym bleiben will, aber seine Einschätzung des deutschen Pontifikats
dennoch den beiden Autoren anvertrauen wollte. Und so diktierte er ihnen
diese Sätze: „Ich habe immer noch, als ob es heute wäre, die Worte im
Ohr, die ich einen damals äußerst einflußreichen Kardinal der römischen
Kurie am Tag nach der Wahl Benedikts XVI. sagen hörte: ,Zwei, drei Jahre
– länger als zwei, drei Jahre wird das nicht dauern’, wobei er seine
Worte mit einer Art beschwichtigenden Geste begleitete.
> Guido Horst: Nun geht es erst richtig los
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Februar '11
Facebook im Rausch:
Geldfieber ausgebrochen
Die Investmentbank Goldman Sachs hat das soziale Netzwerk
Facebook mit 50 Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen selbst schätzt den Wert
jedoch noch höher ein – von 60 Milliarden ist schon die Rede. Hingegen hält Google-Chef
Eric Schmidt den Ansturm auf Facebook für ziemlich übertrieben und spricht gar
von einer neuen Blase. "Das sind klare Anzeichen einer Blase". Einem
Bericht des "Wall Street Journals" zufolge sind jedoch Facebook und
Google, also beide Konzerne, an einer Übernahme des rasant wachsenden
Kurznachrichtendienstes Twitter interessiert. Der Wert von Twitter wird derzeit
auf rund acht bis zehn Milliarden Dollar beziffert.
Gesellschaft
11. Februar '11
Nokia und Microsoft
gegen den Rest der Welt
Nokia will sich mit voller Kraft - zusammen mit Microsoft - gegen den Abstieg aus der Topliga
der Handybauer stemmen. Das Betriebssystem Windows Phone 7 soll nach
Angaben des Konzerns künftig die Plattform für Nokia-Smartphones werden. Durch die neue Strategie soll der fortschreitende Bedeutungsverlust des
weltgrößten Handyherstellers gestoppt werden. Die Finnen hatten zuletzt gegen
die Konkurrenz von Apple, Google und anderen Anbietern Marktanteile bei
Smartphones verloren. Das Betriebssystem Android von Google ist derzeit im Begriff, die weltweit wichtigste Software für internetfähige Handys zu werden.
Der Blick in die Welt
10. Februar '11
Hosni Mubarak
ist zurückgetreten
Der ägyptische Staatschef Husni Mubarak ist zurückgetreten. Er hat die Macht an die Streitkräfte im Land übergeben.
Am 18. Tag der Massenproteste gegen sein Regime hatte Mubarak sein Amt
aufgegeben, wie Vizepräsident Omar Suleiman im staatlichen Fernsehen erklärte.
Die präsidialen Vollmachten lägen nun beim Obersten Gremium der
Streitkräfte. Oppositionsführer Mohamed ElBaradei erklärte: „Das Land
ist nach Jahrzehnten der Unterdrückung befreit.“
Er sprach vom „großartigsten Tag meines Lebens“. Unter den
Hunderttausenden Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in der Hauptstadt
Kairo und in anderen Städten brach nach Suleimans Erklärung Jubel aus.
Gesellschaft
10. Februar '11
"Schaut auf diese Stadt":
Berlinale wurde eröffnet
Die Jury der Internationalen Filmfestspiele in Berlin hat mit Nachdruck die
Freilassung des iranischen Regisseurs Panahi gefordert. Die Meinungs-
und Redefreiheit sei die Grundlage des Filmemachens, sagte
Jurypräsidentin Rossellini. Man halte aus diesem Grund daher einen Olatz für Panahi. Der Regisseur sollte eigentlich Mitglied der diesjährigen Jury sein, wurde aber
im Iran zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Die
Berlinale wurde mit internationalen Gästen am 10. Februar mit dem Film "True Grit" der Regisseure Joel und
Ethan Coen eröffnet.
Kunst und Künstler
10. Februar '11
Preis der Leipziger
Buchmesse 2011
Wer erhält auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse den mit 45.000 Euro dotierten
Preis? Die Jury hat nun die
Nominierten in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Essayistik und
Übersetzung bekannt gegeben. In der Kategorie Belletristik: Wolfgang Herrndorf mit "Tschick", Anna Katharina Fröhlich mit ihrer Indien-Hommage
"Kream Korner", Arno Geiger mit "Der alte König in seinem
Exil", Clemens J. Setz mit seinem Band "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes", Peter
Stamm mit "Seerücken". In der Kategorie Sachbuch/Essayistik konkurrieren neben Karen Duve
folgende Autoren: Henning Ritter mit seinen "Notizheften", Andrea Böhm mit ihrem "Gott und die Krokodile", Patrick Bahners
mit seinem "Die Panikmacher" und Marie Luise Knott
mit ihrem Buch "Denkwege bei Hannah Arendt".

Kunst und Künstler
09. Februar '11
"Heldenplatz"-Autor
Thomas Bernhard wird 80
Der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard, geboren als uneheliches Kind 1931 in Herrlen (Niederlande) wäre heute achtzig
Jahre alt geworden. Seine Abneigung gegenüber dem seiner Meinung nach
spießbürgerlichen Österreich löste regelmäßig heftige Reaktionen aus und
brachte ihm im Land den Vorwurf des „Vaterlandsverräters“ und „Nestbeschmutzers“
ein. Anläßlich der Verleihung des Förderpreises zum Staatspreis 1968
provozierte Bernhard erneut, als er betonte, daß nicht nur alles lächerlich
sei, „wenn man an den Tod denkt“, sondern zugleich die Behauptung aufstellte, daß
die Österreicher Geschöpfe der Agonie seien.
Mit seinen Gedichten, Erzählungen, Romanen und
Theaterstücken hat er ein Gesamtwerk geschaffen, das zu den
bedeutendsten schriftstellerischen Leistungen des 20. Jahrhunderts
zählt. Und nach wie vor ruft Thomas Bernhards Literatur sowohl eine starke
Resonanz beim Publikum als auch eine immer wieder kontrovers geführte
wissenschaftliche Diskussion hervor. Bernhard starb 1989 im österreichischen Gmunden.
Gesellschaft
09. Februar '11
Das neue Apple iPad
steht in den Startlöchern
Kaum ein Jahr auf dem Markt soll, so Insiderinformationen,
auf die sich das „Wall Street Journal“ beruft, ein neues iPad-Modell an den
Start gehen. Dieses soll dann noch leichter und dünner sein, über einen schnelleren
Prozessor und mehr Speicherkapazität verfügen. Zudem ist es mit einer Kamera
auf der Vorderseite ausgerüstet, damit nun auch Videoaufzeichnungen möglich werden.
Wann genau das neue iPad erscheint, blieb offen. So sehr sich die Community über
die Innovationskraft des Hauses Apple freut, der Wertverfall des alten Tablets
ist damit vorprogrammiert. Es ist wie bei BMW – kaum gekauft, schon überholt,
überaltert und nichts mehr wert. Ob das die 15 Millionen iPad-Besitzer freuen
wird, die immerhin zwischen 500-800 Euro in ihr Spielzeug investiert haben, mag
stark bezweifelt werden, ob der Konzern um den erkrankten Steve Jobs (Foto) sich damit einen Gefallen tut - auch.
Politik
09. Februar '11
Keine Ende um Hartz IV:
Gespräche in der Sackgasse
Nach dem erneuten Scheitern der Verhandlungen über die Hartz -IV-Reform hat
SPD-Unterhändlerin Manuela Schwesig schwere Vorwürfe gegen die
schwarz-gelbe Koalition erhoben. Es sei „ganz deutlich“ zu spüren gewesen, daß
die Koalition und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen den klaren
Auftrag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) gehabt hätten, die
Verhandlungen zum Scheitern zu führen, so die stellvertretende
SPD-Vorsitzende im ZDF. Ein Jahr nach dem Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts,
das am 9. Februar 2010 eine Neuberechnung der Regelsätze gefordert
hatte, ist der Umfang der künftigen Unterstützung für
Langzeitarbeitslose und deren Familien damit weiterhin unklar. Der Armutsexperte Christoph Butterwegge analysiert:
> Hartz IV auf dem Prüfstand
Der Blick in die Welt
09. Februar '11
Causa Assange:
Kurze Ausszeit
Ein britisches Gericht hat die Entscheidung über eine
Auslieferung von WikiLeaks-Gründer Assange an Schweden vertagt. Während der
zweitägigen Anhörung lieferten sich die Prozessparteien heftige Redeschlachten.
Die Assange-Anwälte gingen mit der schwedischen Justiz hart ins Gericht. Assange wird von zwei Frauen beschuldigt, von ihnen
ungeschützten Geschlechtsverkehr verlangt und diesen auch durchgesetzt zu
haben. Er soll nun dort wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung, sexuellen
Belästigung und Nötigung befragt werden. Tobias Fresenius hat über WikiLeaks genauer nachgedacht.
> Tobias Fresenius: WikiLeaks – Geheimnisverrat Online
08. Februar '11
Was bedeutet es
heute, glücklich zu sein?
Psychologe, Psychotherapeuten, Psychiater,
Politiker, Gurus und Geistliche schreiben regelmäßig Beiträge zum Thema
“Glück”. Die Buchläden bieten eine schier unermessliche Auswahl an Literatur
zur (Selbst-) Hilfe. Und obgleich es so vieles gibt, das uns glücklich machen
soll/kann/will, sind wir es erstaunlicherweise selten. Dieses Erstaunen führt
uns zu einer Disziplin, für die dieses Phänomenaußerordentlich interessant ist: die Philosophie. Nun stellt sich die
Frage, was eine PhilosophIn zu dieser Sache sagen kann. Kann die Philosophie
eine neue Perspektive zu den Fragen “Was ist Glück?” und “Was bedeutet Glück?”
liefern?
> De felicitate
Politik
08. Februar '11
Stagnation bei Hartz IV:
FDP gegen Aufstockung
In einem erneuten Spitzengespräch zu Hartz-IV kamen
Regierung und Opposition zu keinem Ergebnis. FDP-Generalsekretär Christian Lindner
hat eine Änderung des Regelsatzes weiter abgelehnt. Der studierte
Politikwissenschaftler sieht in den festgefahrenen Verhandlungen über eine
Hartz-IV-Reform keine weiteren Spielräume, den Regelsatz über die geplante
Erhöhung um fünf auf 364 Euro hinaus aufzustocken. „Beim Regelsatz wird sich
nichts bewegen“. Das Bundesverfassungsgericht habe eine genaue
Berechnungsgrundlage für Hartz-IV gefordert, das die Koalition umgesetzt hatte.
Wenn nunmehr aber SPD und Grüne gemeinsam mehr forderten, dann sei dies eine Rückkehr zur bloßen
Willkür.

Feuilleton
07. Februar '11
Erich Loest und die DDR-
Vergangenheit der Christa Wolf
Schriftsteller Erich Loest hat seine Kollegin Christa Wolf
für ihre Haltung zur DDR schaf kritisiert. „Wer die DDR reformieren wollte,
wollte sie erhalten, wer die DDR erhalten wollte, wollte die Deutsche Einheit
nicht. So einfach ist das“, sagte Loest (84) im Interview mit der „Dresdner
Morgenpost“. Die Schriftstellerin Wolf behauptete, seit 1965 in der DDR nicht
mehr mitgespielt zu haben. „Das ist nicht wahr. 1989 gehörte sie zu den
Engagiertesten für das Weiterbestehen der DDR“. Loest wird am 24. Februar 85
Jahre. In Kürze wird ein Tagebuch von ihm veröffentlicht. Nach Angaben der „Dresdner
Morgenpost“ kommt auch Dichter Christoph Hein darin nicht gut weg. Loest, geboren im sächsischen Mittweida, kam vor 20 Jahren nach Leipzig zurück. In den letzten Jahren erschienen aus seiner Feder die Werke: Prozesskosten, Einmal Exil und zurück, Wäschekorb, Löwenstadt, Man ist ja keine Achtzig mehr, 2011.
Der Blick in die Welt
06. Februar '11
Ägypten: Eine Revolution,
die nie stattgefunden hat
Seit einigen Tagen ereignet sich Unvorstellbares in Ägypten,
so unvorstellbar, dass nicht einmal die bestbezahlten Experten es vorhergesehen
haben und erklären können. Selbst demokratisch gewählte und ehrenwerte Politiker
des Westens, die bis vor wenigen Tagen vorgegeben haben, die besten Freunde des
ägyptischen Diktators sein zu wollen, krümmen sich vor dem Aussprechen klarer
Worte. Eine Nachricht jagt die andere. Eine Nachricht widerlegt die
vorherige und widerspricht der nächsten.Weshalb kann niemand erklären, was sich in Ägypten ereignet?
Sind die Wissenden von Blindheit geschlagen? Widerspricht das Erlebte ihrem
Glauben? Und wieso bin ich allein im Besitz der Wahrheit?
> Die Revolution, die nie stattgefunden hat
Der Blick in die Welt
05. Februar '11
Mubarak tritt als
Parteichef zurück
Ägyptens Präsident Hosni Mubarak ist nun von seinem Amt als Parteichef der
Nationaldemokratischen Partei (NDP) zurückgetreten. Das berichten die
beiden Nachrichtensender Al Arabija und Al Dschasira übereinstimmend. Das
Staatsfernsehen berichtete, daß das gesamte Exekutivkomitee der
regierenden NDP geschlossen zurückgetreten sei. Der Generalsekretär der
ägyptischen Regierungspartei, Safwat al Scharif, wurde
durch Hossam Badrawi ersetzt. Auch Mubaraks Sohn Gamal wurde von seinem Parteiamt
enthoben., er war Vorsitzender des Politischen Komitees der Partei. Tabula Rasa-Kommentator Rainer Westphal wirft einen Blick auf den arabischen Aufstand.
> Der arabische Aufstand
04. Februar '11
Willi Sitte – Zum 90. Geburtstag
Anlässlich
des 90. Geburtstags Willi Sittes, den der Künstler am 28. Februar 2011 feierte, würdigen zwei Ausstellungen
das Leben und Schaffen des Hallenser Malers. Das Museum für aktuelle Kunst
Durbach zeigt noch bis zum 25. April 2011 eine umfassende Schau mit ca. 60 Gemälde
aus den Jahren 1950 bis 1960, die überwiegend aus dem Bestand der Willi Sitte Stiftung
in Merseburg entliehen sind. Die Galerie Schwind in Frankfurt am Main
präsentiert vom 25. Februar bis 30. April 2011 einen Querschnitt der Gemälde
aus den Jahren 1960-2002. Während
die Ausstellung in Durbach einen Einblick in das von der Klassischen Moderne geprägte
Frühwerk Willi Sittes erlaubt, bietet die Schau in Frankfurt am Main eine
erweiterte Perspektive und schließt auch die späteren sinnlichen Liebespaar und
Aktdarstellungen ein.
> Willi Sitte – Zum 90. Geburtstag> GALERIE SCHWIND Leipzig / Frankfurt am Main
Der Blick in die Welt
03. Februar '11
Rupert Murdoch und die
ipad-Zeitung "The Daily"
Während Mathias Döpfner noch davon träumt, macht Rupert Murdoch mit seiner neuen ipad-Zeitung "The Daily" bereits Ernst. Auch ein berühmteres Gebäude hätte sich der 79-jährige Medientycoon nicht
aussuchen können, denn im Guggenheim Museum - an der noblen New Yorker Fifth
Avenue - feierte er am 2. Februar die Premiere seiner iPad-Zeitung "The Daily". "Neue Zeiten brauchen neuen Journalismus", so Murdoch. Es
gebe heute viele gebildete Menschen, die keine Papierzeitung mehr lesen
würden. "Aber sie konsumieren Medien."
Diese Zielgruppe will der Medienmogul erreichen. 99 Cent pro Woche oder knapp 40
Dollar im Jahr soll die ipad-Zeitung kosten, die den Lesern eine Mischung aus Artikeln, Videos, Fotos,
Kreuzworträtseln und Sudoku bietet. 30 Millionen Dollar hatte Murdoch
investiert und 120 Journalisten eingestellt.
Der Blick in die Welt
03. Februar '11
Der Krieg in den
Straßen von Kairo
Nach Tagen friedlicher Demonstrationen ist die Gewalt in die Straßen der ägyptischen Hauptstadt zurückgekehrt, die Stadt brodelt. In Kairo herrschen mittlerweile bürgerkriegsähnliche Zustände. In der Nacht hatte sich die Lage auf dem Tahrir-Platz im Herzen der Stadt dramatisch
zugespitzt. Zehn Menschen wurden bereits getötet, 1.500 verletzt, berichtete der arabische
Nachrichtensender al-Arabiya. Die Lage in Ägypten hat sich seit Mitte Januar stetig verschärft. Die
Protestbewegung in dem nordafrikanischen Land eint vor allem die
Forderung nach dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak. Genau wie in
Tunesien gab es auch in Ägypten zu Beginn der Proteste mehrere
Selbstverbrennungen.
> Europa am Abgrund - Falsche Hoffnungen auf einen demokratischen Islam> Ägypten: regime change mit Fernsteuerung von hinten 
Gesellschaft
02. Februar '11
Google geht
ins Museum
Der kalifornische Internetkonzern Google
hat Anfang Februar die Innenansichten von 17 Museen ins Netz gestellt. Darunter befinden sich Ansichten vom Museum of Modern Art in New York, vom Museo Reina Sofia in Madrid
und von der Berliner Alte Nationalgalerie. Insgesamt werden mehr als 1.000
Kunstwerke durch den Internetanbieter präsentiert. Besucher der Seite googleartproject.com haben die Wahl entweder einen Rundgang zu machen oder sich die Werke einzeln anzusehen. Wie der Konzern mitteilte, ist es möglich, die Größe der Bilder zu verändern, um schwer sichtbare Details zu erkennen. Mit dem neuen Projekt will das Unternehmen Menschen weltweit die Möglichkeit geben, Kunstwerke anzuschauen.
Politik
02. Februar '11
Kampf ums Kanzleramt:
Guttenberg bleibt Nummer 2
Trotz leichten Image-Schaden zählt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu den beliebtesten deutschen Politikern und viele sehen ihn bereits auf dem direkten Weg ins Kanzleramt. Doch die Mehrheit der
Bevölkerung ist anderer Meinung, wie eine repräsentative Umfrage im
Auftrag des Magazins "Der Stern" nun ergeben hat: Nur 42 Prozent der
Bundesbürger glauben, daß Guttenberg das Zeug zum Bundeskanzler hat. Sein Verhalten in der Affäre um die Vorfälle auf dem
Segelschulschiff "Gorch Fock" hatte seinem Ansehen in der Bevölkerung
offenbar nur wenig geschadet.
Politik
02. Februar '11
Die FDP im Aufwind:
Union fällt um ein Prozent
Die SPD-Genossen haben erneut in der Wählergunst eingebüßt
und erhielten derzeit von den Wählern 22 Prozent. Die SPD liegt damit nur noch
einen Zähler vor den Grünen, die auf 21 Prozent der Stimmen kommen. Auch die
Union konnte ihr Jahreshoch nicht halten und fällt auf 36 Prozent zurück. Die
FDP meistert wieder die 5-Prozent-Hürde, die Linken verharren bei 9 Prozent.
Das Regierungslager aus Union und FDP kommt derzeit auf 41 Prozent und liegt
damit weiter zwei Prozentpunkte hinter einem möglichen rot-grünen Bündnis. Der Generalsekretär der FDP, Christian Lindner (Foto), ist diesjähriger Ehrengast auf dem Neujahrsempfang der Jenaer Liberalen.
Gesellschaft
02. Februar '11
Till Schweiger und die
Sehnsucht nach Harmonie
Till Schweiger ist wieder da, diesmal mit seinem neuen Film „Kokowääh“.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Probleme, die in einer Patchwork- Familie
entstehen. Doch "Kokowääh" ist kein Drama, das sich schwerfällig mit
dem Thema Patchwork auseinandersetzt, sondern Schweiger bringt eine beschwingte
und unterhaltsame Komödie auf die Leinwand. Filmstart in den deutschen Kinos
ist Freitag, der 4. Februar. Zwar schauspielert Schweiger auch, hat aber
zusätzlich das Drehbuch geschrieben (zusammen mit Bela Jarzyk) und Regie
geführt. Mit "Knockin' on Heaven's Door", "Der Eisbär", "Keinohrhasen"
und "Zweiohrküken" hat Schweiger bisher sein Publikum begeistert.
Gesellschaft
02. Februar '11
Lena-Meyer-Landrut und
der mißglückte Song-Contest
"Unser Song für Deutschland" floppte richtig. Das "Badische Tageblatt" vernichtete jede Hoffnung auf ein neues
Lena-Märchen. Nicht nur die Stimme aus Süddeutschland urteilte vernichtend, die Reaktion fast aller Feuilletons auf die
erste Entscheidungs-Show zum Eurovision Song Contest fiel negativ aus. "Die Welt" nannte die Idee, die Vorjahrssiegerin
Lena Meyer-Landrut 2011 wieder antreten zu lassen, "schlicht
und ergreifend dumm". Und die "Neue Westfälische
Zeitung" äußerte, daß Lena nicht das Format für eine zweieinhalbstündige
Sendung habe.
Gesellschaft
01. Februar '11
Gorch Fock: Der Dienst
ist kein Wunschkonzert
Im Gespräch mit der Tabula Rasa reflektiert der ehemalige Militärseelsorger der Bundeswehr, Albrecht Hey, über den Alltag auf deutschen Schulschiffen. Über 13 Jahre war er selbst für die Marine aktiv. Er spricht über seine Aufgaben an Bord und darüber, daß der Dienst nichts mit Seefahrerromantik zu tun hat. In jüngster Zeit ist das Schulschiff der Bundeswehr, die Gorch Fock, immer wieder in die Schlagzeilen geraten, mysteriöse Todesfälle, Alkoholprobleme an Bord und eine Ausbildung, die über die menschlichen Kräfte geht.
> Pfarrer Albrecht Hey im Gespräch mit der Tabula Rasa 
Der Blick in die Welt
01. Februar '11
Dirk Niebel und die
Freiheit der Christen
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat darauf hingewiesen, daß die Christen im Irak besser geschützt werden müssen. Der FDP-Politiker betonte zu Beginn einer
dreitägigen Reise in die Region, daß die Religionsfreiheit und
Menschenrechte beim Aufbau eines demokratischen
Rechtsstaates entscheidend seien. In der neuen Regierungskoalition des Landes sehe er die
Chance, daß künftig die Rechte aller Bevölkerungsgruppen besser
geschützt würden.
Gesellschaft
01. Februar '11
Protest: Keine neue
Kunsthalle für Berlin
Die Berliner Künstlerin Katharina Sieverding hat sich gegen das Projekt des Regierenden Bügermeisters Klaus
Wowereit (Foto) , in Berlin eine "Leistungsschau junger Künstler"
einzurichten, ausgesprochen. Den Slogan "Arm, aber sexy" könnten Künstler nichts abgewinnen, er sei diskriminierend. Sieverding betonte darüber hinaus, daß es geradezu zynisch sei, eine neue Kunsthalle bauen zu wollen,
solange die bestehenden Berliner Institutionen nicht ausreichend mit
Finanzmitteln ausgestattet sind. Sieverding gehört zu den
Unterzeichnern eines offenen Briefes, in dem Künstler, Galeristen und
Institutsleiter gegen das Vorhaben Wowereits protestieren.
Kirche und Religion
28. Januar '11
Zölibat: Jesuiten machen
Front gegen Vatikan
Die Frage nach dem Für oder Wider des Zölibats stellt nicht nur die "Kirche von unten". Nun bekommt sie Unterstützung aus den Reihen der Jesuiten. Der Provinzial der Jesuiten in Deutschland, Kiechle, hat ein Ende der
Zölibatspflicht für katholische Geistliche gefordert. Die deutschen
Bischöfe sollten nicht länger auf eine Entscheidung aus Rom warten.
Wie Kiechle nahelegte, könnten bewährte Laien so zum Priester geweiht werden. In der Debatte um
den Zölibat erinnerte die "Süddeutsche Zeitung" an ein Memorandum
aus den 70er Jahren. Darin sprachen sich führende Theologen, unter
ihnen der heutige Papst Benedikt XVI., Kardinal Walter Kasper, Kardinal Karl Lehmann u.a., dafür aus, die Pflicht
der Priester zur Ehelosigkeit auf den Prüfstand zu stellen. Begründet
wurde dies mit der "notvollen Situation der Kirche".
Politik
28. Januar '11
Für Gregor Gysi ist der Einsatz
in Afghanistan Terrorismus
Für Gregor Gysi hat sich die politische Lage am Hindukusch nicht verbessert, sondern verschlechtet. So hat der Linksfraktions-Chef nun den Nato-Einsatz in Afghanistan als
Terrorismus bezeichnet. „Terrorismus kann man nicht mit der höchsten
Form des Krieges, nämlich Terrorismus, bekämpfen“. Nach Gysi schadet der militärische Einsatz nicht nur Afghanistan, sondern auch Deutschland, denn die Sicherheit der Bundesrepublik wird dadurch nicht verteidigt, vielmehr eingeschränkt, weil die Terrorgefahr ständig zunimmt. „Wofür führen Sie eigentlich Krieg?“ fragte Gysi und forderte die SPD und die Grünen auf: „Treten Sie aus der Kriegskoalition aus.“ Seit Beginn des
Bundeswehreinsatzes 2002 sind 45 deutsche Soldaten am Hindukusch ums
Leben gekommen.
> Gregor Gysi: Wer über das Grundgesetz spricht, muss auch über die Zeiten davor sprechen
Gesellschaft
28. Januar '11
Stasibeauftragter: Birthler
geht, Roland Jahn kommt
Der designierte neue Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, geboren 1953 in Jena, sieht
sich, wie er gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" betonte, als Anwalt der Opfer des DDR-Regimes. Auch 20 Jahre nach dem
Ende der SED-Herrschaft möchte er den Opfern zu ihrem Recht verhelfen. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Jahn wurde heute vom Bundestag gewählt. Jahn war einer der Mitbegründer der oppositionellen Friedensgemeinschaft Jena und wurde noch im gleichen Jahr zwangsausgebürgert. Die amtierende Chefin der
Stasiunterlagen-Behörde, Marianne Birthler (Foto), scheidet im März turnusgemäß aus dem
Amt.
Finanz- und Kapitalmarkt
27. Januar '11
Das lange Zögern der
Herren Bush und Bernanke
Nach Ansicht einer von Präsident Barack Obama eingesetzten
Kommission zur Finanzkrise ist eine ungesunde Mischung für die schlimmste
Rezession der Nachkriegsgeschichte verantwortlich. „Die Krise war ein Ergebnis
menschlicher Taten oder Tatenlosigkeit“. „Es waren nicht Mutter Natur oder
durchgeknallte Computermodelle.“ Die Kommission hatte seit 2009 mehr als 700
Zeugen befragt, um herauszufinden, welche Rolle die staatlichen Stellen und
privaten Geldhäuser bei den heftigen Turbulenzen auf dem Finanzmarkt vor drei
Jahren spielten. Der 576 Seiten lange Report geht mit dem ehemaligen US-Präsidentes
George W. Bush und dem amtierenden Notenbankchef Ben Bernanke hart ins Gericht.
Beide hätten die Krise nicht vorhergesehen und bei ihrem Eintreten falsch
reagiert.

Gesellschaft
27. Januar '11
Holocaust-Gedenktag
Der Bundestag in Berlin erinnert am Donnerstag an die Opfer des
Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg. Seit fünf Jahren ist der 27. Januar der internationale Holocaust-Gedenktag. Anlaß ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 66 Jahren.
Bundespräsident Christian Wulff (CDU) hatte in Polen an einer Gedenkfeier im ehemaligen Verrnichtungslager Auschwitz-Birkenau teilgenommen. Vor fünf Jahren besuchte bereits der deutsche Papst Benedikt XVI. das Konzentrationslager. Die Tabula Rasa denkt aus aktuellem Anlaß über das sechste jüdische Gebot, "Morde nicht", nach. Das jüdische sechste Gebot ist kurz. Es besteht aus zwei Worten
(lo tirzach : לֹא
תִרְצָח) und sechs Buchstaben.
Kein Satz hat die Welt mehr bewegt als dieses kurze eindringliche Verbot. Das Hebräische unterscheidet zwischen „morden“ und „töten“.
Die lateinische Übersetzung lautet: non occides, was sowohl „Töte nicht!“ wie auch
„Morde nicht!“ heißt. Die deutschen Bibeln, die aus dem Lateinischen übersetzt
wurden, haben sich für „töten“ entschieden.
> Morde nicht!
Gesellschaft
26. Januar '11
Der innerdeutsche Postkrieg
Nicht nur verbal wurde in Zeiten des Kalten Krieges jeweils Front gemacht, auch die Post auf beiden Seiten der Mauer kämpfte nach ganz eigenen Regeln. Gnadenlose Schlachten gegen den Feind jenseits des sozialistischen Lagers wurden geführt, die parteilichen Richtlinien galt es zu verteidigen - und dieser Kampf wurde im Miniformat geführt, alltäglich und für Millionen sichtbar. Die Briefmarke wurde zum ideologischen Botschafter weltweit, war Aushängeschild des jeweiligen Fortschrittes. Der innerdeutsche Postkrieg war mit Sicherheit eines der skurrilsten Kapitel innerhalb der Geschichte der deutschen
Teilung. Ein treffendes Beispiel hierfür ist die von der Deutschen Bundespost im
Jahr 1953 herausgegebene „Kriegsgefangenen-Marke“", die an die deutschen
Kriegsgefangenen in der damaligen Sowjetunion erinnerte. Marken auf
Briefen von West nach Ost wurden von der DDR-Post entweder mit Farbe
unkenntlich gemacht oder mit einer Vignette überklebt - Aufschrift:
„Gedenkt der gefangenen Friedenskämpfer, die in Adenauers Kerkern
schmachten.“
> Postalische und philatelistische Grabenkämpfe
Gesellschaft
25. Januar '11
Bernd Eichinger ist tot
Der deutsche Filmproduzent Bernd Eichinger ist tot. Er starb im Alter
von 61 Jahren in seinem Anwesen in Los Angeles (US-Bundesstaat
Kalifornien) an einem Herzinfarkt – während eines Essens im Kreis seiner
Familie. In seiner Laufbahn hatte Eichinger mehr als 70 Filme produziert. Er
hinterlässt seine Ehefrau Katja und seine Tochter, die Moderatorin Nina
Eichinger (29). Der Münchner hatte seinen zweiten Wohnsitz in Hollywood.
Eichingers Produktionsfirma Constantin Film gab kurz nach Bekanntwerden
der Todesnachricht eine Pressemitteilung heraus. Darin hieß es: "Mit
Bernd verlieren wir einen Freund und Weggefährten, unsere Trauer und den
Schmerz kann man nicht in Worte fassen. Bernd war über 30 Jahre lang
das Herz der Constantin Film und hat die Filmindustrie national wie
international geprägt."
Gesellschaft
25. Januar '11
Wer wird Walter
Mixas Nachfolger?
Der Militärgeneralvikar Walter Wakenhut hat nun im "Deutschlandradio Kultur" für das
Amt des Militärbischofs, das er derzeit komissarisch leitet, geworben. Wie Wakenmut betonte, müsse ein Militärbischof bereit sein, sich besonderen Gefahren
auszusetzen und Verständnis für die Situtation der Soldaten und deren
Familien haben. Er sei jedoch sicher, daß bald ein Nachfolger für den
früheren Augsburger Bischof Walter Mixa (Foto) gefunden werde. Mixa war vor
knapp einem knappen Jahr von all seinen Ämtern zurückgetreten. Noch gestern aber wollte Mixa mit seinem ehemaligen Bodyguard auf eine Vortragsreise gehen, nun hat er seine Tournee abgeblasen.
Gesellschaft
25. Januar '11
Joachim Gauck
erhält Börne-Preis
Auszeichnung für Joachim Gauck. Mit seinen Reden und
Schriften repräsentiere Gauck "den freiheitlichen Geist all jener in der
ehemaligen DDR, die dem repressiven Staat durch ihr politisches
Engagement ein Ende bereiteten", begründete Preisrichter Michael Naumann, derzeit Chefredakteur des "Cicero",
die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung. Der frühere
SPD-Kulturstaatsminister war alleiniger Juror des renommierten Preises,
den die Börne-Stiftung jährlich an eine Person vergibt, die "im Bereich
des Essays, der Kritik und der Reportage Hervorragendes geleistet" hat. Das Bundespräsidentenamt hatte Gauck im vergangenen Jahr knapp verpaßt, doch nun erhält der ehemalige DDR-Bürgerrechtler den renommierten Ludwig-Börne-Preis 2011.
> Constantin Graf von Hoensbroech im Interview mit Joachim Gauck> Constantin Graf von Hoensbroech: „Wahrheit macht versöhnungsbereit“
Gesellschaft
25. Januar '11
Der Islam und
der Darwinismus
Laut Presseberichten hat sich ein türkischer Lehrer einen Verweis eingehandelt, weil er Schülern der fünften Klasse Darwins Evolutionstheorie erklärte - auch im Hinblick auf die Abstammung vom Affen. Daraufhin klagte eine Mutter, denn die Lehre Darwins steht nicht auf dem Lehrplan türkischer Schulen. Darwins Evolutionstheorie wird nach wie vor von den Islamisten in der Türkei abgelehnt. Gegner der religiös-konservativen Regierung in Ankara werfen
daher Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor, daß er aus der Türkei
einen islamischen Gottesstaat machen wolle, was Erdogan jedoch zurückweist.
> Hans Kessler: Kein Atheist: Wie Darwin zu Religion und Schöpfungsglauben stand> Thomas Junker: Schöpfung gegen Evolution – und kein Ende? 
Gesellschaft
25. Januar '11
Helmut Kohl
in Dresden?
Die Oberbürgermeisterin der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, Helma Orosz, befürwortet ein Denkmal für den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Wie Orosz betonte, hat Kohl mit seiner Rede vor der Ruine der Frauenkirche am 19.
November 1989 den Weg für ein geeintes Deutschland vorbereitet. Die benötigten 30.000 Euro für das Denkmal sollen aus Fördermitteln entnommen werden. Mittlerweile erklärte die Opposition, daß sie die Pläne nicht mittragen will, da, so die Aussage der Grünen, ein derartiger "Personenkult" um den CDU-Kanzler Kohl übetrieben sei. Anfang März stimmt der Stadtrat
über das Vorhaben ab. Helmut Kohl (80) ist nach einem schweren Sturz seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt. Gerade rechnet sein Sohn Walter in den Medien mit seinem Vater ab.
Gesellschaft
24. Januar '11
Jonathan Meese und
die neue Menschlichkeit
Aktionskünstler Jonathan Meese hat insbesondere die jungen
Menschen aufgefordert, sich mehr für ihre Mitmenschen zu engagieren. Wie der
41-Jährige gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Focus" betonte, sei dies
wichtiger als Proteste gegen so etwas Nebensächliches wie einen Bahnhof in
Stuttgart. Messe beklagte darüber hinaus, daß man in einer unglaublich
langweiligen, verweichlichten und verwässerten Zeit lebt. Mit seiner eigenen
Kunst will er dieser Langeweile begegnen, seine Bilder, Skulpturen oder
Theaterinszenierungen sind oft laut und bunt - anders als sein stets schwarzes
Outfit.
Gesellschaft
24. Januar '11
Der Stoff für neue
Krimis: Stuttgart 21
Kaum sind die Schlichtungsgespräche um "Stuttgart 21" beendet, wird die Thematik inzwischen in Kriminalromanen aufgearbeitet. So beispielsweise in Heinrich Steinfests "Wo die Löwen weinen". Der Autor versetzt seinen Kommissar in die schwäbische
Heimat zurück, wo dieser in den eskalierenden Konflikt um "Stuttgart 21"
gerät. Vor einigen Monaten stellte bereits Michael Krug in
"Bahnhofsmission" angebliche Machenschaften bei der Bahn in den
Vordergrund. Autorin Stefanie Wider-Groth nannte ihren Roman
"Schlossgartensterben", bedauert aber, die Eskalation der Proteste darin nicht
mehr verarbeitet zu haben.
> Steffen Dietzsch: Nach der Schlichtung von Stuttgart
Gesellschaft
24. Januar '11
Kairo fordert
Nofretete zurück
Ägypten fordert offiziell die Büste der Nofretete zurück. Das
Kulturministerium in Kairo teilte mit, ein entsprechender Brief sei
bereits an den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz,
Parzinger, geschickt worden. Die etwa 3300 Jahre alte farbige Büste der Gattin von Pharao Echnaton
hatte der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt 1912 in Tell al-Amarna
ausgegraben, einer von Echnaton gegründeten Residenzstadt. Die Büste ist
das Glanzstück des Neuen Museums in Berlin.
Kunst und Künstler
24. Januar '11
Vor 25 Jahren
starb Joseph Beuys
Kaum einer polarisierte so wie Joseph Beuys. Nach langer Herzkrankheit verstarb der Künstler am 23. Januar
1986 in seiner Wahlheimat Düsseldorf, vier Jahre vor dem Fall der deutschen Mauer. Kein zweiter deutscher
Künstler erreichte eine vergleichbare öffentliche Aufmerksamkeit wie der 1921
in Krefeld geborene Beuys, der als der Kunstexport aus der Adenauer-Ära schlechthin galt. Zur Legende wurde er dann durch die
Kasseler Documenta 5, 1972. Beuys war nun zu einer Instanz geworden, die, wie "Die Zeit" schreibt, im „sozialstaatlich
gesättigten Getriebe der gereiften Bundesrepublik nicht nur untergründig
verstörte.“
Kirche und Religion
22. Januar '11
Diskussion über
Lockerung des Zölibats
Die Deutsche Bischofskonferenz hat im Zusammenhang mit einer möglichen
Lockerung des Zölibats zu mehr Geduld gemahnt. In ihrer Erklärung zu dieser Thematik heißt es, daß es in den kommenden Jahren die
Gelegenheit geben werde, dieses Thema neu zu bedenken. Auch beim
Deutschland-Besuch von Papst Benedikt dem XVI. wird diese Frage nicht zur Debatte stehen. Die Bischöfe reagierten mit ihrer Stellungnahme auf
ein Schreiben namhafter Unions-Politiker, die sich für die Weihe
verheirateter Männer zu Priestern ausgesprochen hatten, um damit der
sinkenden Zahl von Geistlichen zu begegnen. Zu den Unterzeichnern des
Briefes gehörten Bundestags-Präsident Lammert und der
langjährige Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen
Katholiken, Kronenberg.
> Alexander Kissler: Dampfplauderei und Dünkel> Martin Lohmann: Zum Angriff auf den Zölibat aus CDU-Kreisen 
Gesellschaft
22. Januar '11
Der teure Herr
Johannes B. Kerner
Gerade billig war der von der Opposition scharf kritisierte Ausflug des Moderators Johannes B. Kerner nach Afghanistan gerade nicht. Die im Dezember am Hindukusch aufgezeichnete Talk-Show von
Johannes B. Kerner hat den Steuerzahler rund 17.000 Euro gekostet. Die
Bundeswehr hat dabei einen Großteil der Kosten für Transport und
Unterbringung übernommen. Das Ministerium hatte
die Aufzeichnung des Gesprächs mit Soldaten und Ressortchef Karl-Theodor
zu Guttenberg als Maßnahme der Informationsarbeit bezeichnet und so gerechtfertigt. Auch von zu Guttenberg und seine Frau Stephanie standen in der Kritik, denen eine PR-Tour in eigener Sache vorgeworfen wurde.
22. Januar '11
Abtreibung - ein
Grundrecht des Menschen
In Österreich gibt es eine gesetzliche Regelung bezüglich
der Abtreibung. Was gibt es also immer wieder zu argumentieren und warum kommt
das Thema „Abtreibung“ nicht zur Ruhe? Weil das Thema ideologisch bestens
ausbeutbar ist, zumal man mit schwergewichtigen Metaphern und Slogans wie dem „Recht
auf Leben“ und „Jedes Leben ist wertvoll“ um sich werfen kann. Das bringt
Stimmen und spricht die ganz großen Emotionen an. Einmal von der Welle erfasst,
ist es scheinbar für viele nicht mehr einsehbar, dass das Recht eines Staates
oder eines Volkes über den Körper (und damit auch über das Leben) einer Frau zu
bestimmen, genau dieser Frau das Recht auf ihr Leben (und dessen
Lebensgestaltung) abspricht.
> Abtreibung – ein Grundrecht des (weiblichen) Menschen
21. Januar '11
Klassik Stiftung Weimar:
Seemann will erneut kandidieren
Der noch amtierende Präsident der KLassik Stiftung Weimar, Hellmut Seemann, will sich dem äußeren Druck nicht beugen, denn es geht immerhin um die Zukunft der zweitgrößten Kulturstiftung
Deutschlands. Sein Vertrag, der im Mai ausläuft, soll nach dem Willen von
Kultusminister Matschie (SPD) nicht verlängert werden. Seemann hat nun erklärt,
daß er sich entgegen allen Traditionen trotzdem noch einmal bewerben wird und es auf eine Kampfkandidatur ankommen lassen will. Widerspruch gegen die
Nichtverlängerung des Vertrags gibt es auch vonseiten zahlreicher
Kulturschaffender. Seemann steht der Stiftung seit zehn Jahren vor. Mittlerweile haben sich 26 Kandidaten um das Präsidentenamt beworben.
Gesellschaft
21. Januar '11
Das Dilemma auf
dem Arbeitsmarkt
Nach einem Bericht der "FAZ" hat die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Studie „Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland“ einen Zehn- Punkte-Plan gegen den drohenden
Fachkräftemangel aufgestellt. Vor allem durch eine verbesserte Bildungs-
und Arbeitsmarktpolitik sollen dann bis 2025 mehrere Millionen zusätzliche
Arbeitskräfte gewonnen werden. Einerseits erhofft man sich durch eine stärkere Integration von Frauen in die
Erwerbstätigkeit rund drei Millionen Vollzeitarbeitskräfte zu gewinnen, andererseits soll eine nach ökonomischen Bedarf gesteuerte Zuwanderung bis zu 800.000 ausländische Fachkräfte ins Land holen.
Der Blick in die Welt
21. Januar '11
Yes, we can - 2012 ist
das Jahr des Barack-Obama
Er war der Hoffnungsträger nach der Ära Bush - Barack Obama. Doch im letzten Jahr kam er kaum aus der Deckung, Kritiker warfen ihm Zurückgezogenheit, Weltfremdheit und einen abgehobenen Intellektualismus vor. Nun ist der amerikanische Präsident wieder in die Herzen seines Wahlvolkes zurückgekommen. Pünktlich zur Halbzeit seines ersten Amtsmandats steigt Obama in
der Gunst der Wähler. Nach neuesten Umfragen zeigen sich 53 Prozent der
Befragten zufrieden mit seiner Amtsführung – acht Prozentpunkte mehr als
bei der letzten Umfrage im Dezember. Das Weiße Haus reagiert prompt und
hält es für "sehr wahrscheinlich", daß Obama auch bei der nächsten
Wahl wieder antritt.
Gesellschaft
20. Januar '11
Wahl in Sachsen-Anhalt:
Die FDP muß zittern
Am 20. März 2011 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag
gewählt. Nach einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap liegt die CDU derzeit bei 32
Prozent. Die LINKEN liegen mit derzeit 28 Prozent knapp dahinter. An dritter Stelle folgt die SPD mit 22 Prozent.
Die Grünen mit 8 Prozent könnten nach 13 Jahren auf den Wiedereinzug ins
Parlament hoffen, während die FDP derzeit bei 4 Prozent rangiert und um ihren
Einzug in den Landtag bangen muß. Vor fünf Jahren hatte die FDP noch 6,7
Prozent der Stimmen erhalten. Auch in Sachsen-Anhalt müssen die Liberalen für
die Politik der FDP-Spitze büßen. Seit 2006 wird das Bundesland von einer Großen Koalition regiert.

Gesellschaft
20. Januar '11
ARD-Dokumentation:
Die Causa Gregor Gysi
Der frühere DDR-Anwalt Gregor Gysi geriet erstmals 1992 in Verdacht, Zuträger der
Stasi gewesen zu sein. Auch im Mai 2010 wollte er sich nicht zu den Stasi-Vorwürfen äußern. Hingegen beschwört er, daß hinter IM „Notar“ oder IM „Gregor“ nicht er gemeint sein kann. Wie ist es aber möglich, und dieser Frage geht die ADR-Dokumentation "Die Akte Gysi" am Donnerstag, den 20. Januar, 23.30 Uhr nach, daß der DDR-Staatssicherheitsdienst unter diesen Decknamen
brisante Informationen zu Vorgängen sammelte, die eigentlich nur er
wissen konnte? Auch sein Vater, Klaus Gysi, wird in der Dokumentation bedacht. Daß Autoren wie Bloch, Lukács, Sartre aus dem Aufbau-Verlag flogen und der Verlagsleiter Walter Janka im Bautzener
Stasi-Knast landete, gehört zur Geschichte von Vater Klaus.
Gesellschaft
20. Januar '11
Sarrazins Thesen
unter der Lupe
Ein Forscherteam der Berliner Humboldt-Universität hat nun Thilo
Sarrazins Thesen zur Ausländerintegration genauer unter die Lupe
genommen. Die Gruppe kommt zu dem Schluß, daß das frühere
Bundesbank-Vorstandsmitglied und der derzeitige Bestsellerautor wichtige Studien nicht berücksichtigt
hat und teilweise nur Zustände aus der Vergangenheit beschrieben habe. "Er ignoriert einfach Studien, die für Wissenschaftler und Fachleute von
zentralem Gewicht sind". Thilo Sarrazins Buch «Deutschland schafft
sich ab» hält sich schon länger auf Bestsellerlisten, mittlerweile wurden schon über 1,5 Millionen Exemplare verkauft.
> Und Sarrazin hat doch recht
Gesellschaft
19. Januar '11
Norbert Lammert kritisiert
ARD-Polit-Talkshows
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat die geplante
Ausweitung des Talkshow-Angebotes in der ARD auf fünf Tage in der Woche kritisiert.
Die Entscheidung des Unternehmens, weitere Gesprächsrunden ins abendliche Hauptprogramm
aufzunehmen, „lässt nicht die Trendwende erkennen, die ich mir erhoffe“, so
Lammert. Er hatte bereits zuvor die zahlreichen Talkshow-Auftritte und
„Homestories“ über das Privatleben von Politikern kritisiert. Lammert
kritisierte erneut, daß es in der Medienberichterstattung zu oft den Trend
gebe, der Unterhaltung Vorrang vor der Information, den Personalien Vorrang vor
Sachinformationen und der schnellen Nachricht Vorrang vor der Analyse
einzuräumen. Der Bundestagspräsident lehnt regelmäßig derartige Einladungen ab.
Gesellschaft
19. Januar '11
Scheitern von Hartz-IV-
Reform nicht ausgeschlossen
In SPD-Kreisen wird ein Scheitern der
Vermittlungsgespräche über die Hartz-IV-Reform nicht mehr ausgeschlossen. Zwar
seien die Genossen zu Kompromissen bereit, es gebe aber auch die
Option, grundsätzlich Nein zu sagen. Die Sozialdemokraten forderten die
Regierungskoalition auf, sich unter anderem bei der Neuberechnung der
Regelsätze und beim geplanten Bildungspaket für Kinder endlich zu bewegen.
Bundesarbeitsministerin von der Leyen äußerte die Hoffnung, daß
Regierung und Opposition einen Kompromiss finden. Am Nachmittag berät
der Vermittlungsausschuß von Bundestag und Bundesrat über die noch
strittigen Punkte der Hartz-Vier-Reform.
> Hartz IV auf dem Prüfstand
Feuilleton
19. Januar '11
Rainer Brüderle prognostiziert
Wachstum um 2,3 Prozent
Die Bundesregierung erwartet für 2011 ein Wirtschaftswachstum von
2,3 Prozent. Deutschland gehe mit Sieben-Meilen-Stiefeln voran, so
FDP-Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle . Motor des Aufschwungs sei
der starke Export, a ber auch der Binnenkonsum ziehe an. Im kommenden
Jahr werde die Konjunktur voraussichtlich um 1,8 Prozent wachsen. 2010
hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um 3,6 Prozent zugelegt. Der
Minister rechnet im Jahresdurchschnitt mit einer Zahl von weniger als
drei Millionen Arbeitslosen. Der positive Trend werde sich im kommenden
Jahr fortsetzen.
Politik
19. Januar '11
Rainer Brüderle und das
Jahreswirtschaftswachstum
Der FPD-Bundesminister für Wirtschaft und Technik, der schon am Sonntag bei Anne Will ankündigte, gute Zahlen vorzulegen, stellt am 19. Januar den Jahreswirtschaftsbericht der
Bundesregierung vor. Wie bereits zuvor bekannt wurde, geht daraus
hervor, daß die Bundesrepublik Deutschland voraussichtlich schon in diesem Jahr die
EU-Defizitgrenze von drei Prozent wieder unterschreiten wird. Die
Bundesregierung erwartet ein gesamtstaatliches Minus von rund
2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Es wird damit gerechnet, daß
Brüderle auch die Wachstumsprognose von bisher 1,8 Prozent auf 2,25
Prozent anheben wird.

Der Blick in die Welt
19. Januar '11
Angela Merkel: Kein
Zurück zur D-Mark
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Wiedereinführung der D-Mark in
Deutschland kategorisch ausgeschlossen und der französischen Forderung
nach einer Wirtschaftsregierung in der Eurozone erstmals ausdrücklich
zugestimmt. „Es gibt keine Rückkehr zur D-Mark“, so die Bundeskanzlerin . Merkel lehnte darüber hinaus zugleich eine Aufspaltung der Eurozone in einen
harten Norden und einen weichen Süden ab: „Mit mir nicht. Ich sage für
Deutschland ganz klar Nein. Und so schwarz-weiß sind die Verhältnisse in
Europa auch nicht.“ Deutschland setze auf den Euro und werde „auch
weiter das Notwendige tun, um einen stabilen Euro zu garantieren“.
Politik
19. Januar '11
Die Links-Partei
und das Stasierbe
Die Vorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch, hat nach ihren
umstrittenen Äußerungen zum Kommunismus ein weiteres Problem: Wie die
"B.Z." aufdeckte, arbeitete ihr Büroleiter Klaus Singer von 1978 bis
Anfang 1981 für die Stasi. Singer war Angehöriger des Wachregiments des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Damit ist die Linken-Chefin zum zweiten Mal indirekt in einen
Stasi-Skandal verwickelt - denn vor einem Jahr wurde bekannt, daß ihr Ehemann
Ronald viele Jahre lang als IM "Heinz" für den Staatssicherheitsdienst gearbeitet hatte.
> Siegmar Faust: Egal, welcher Pfad zum Kommunismus führt?
Gesellschaft
18. Januar '11
Berlinale unterstützt
iranischen Regisseur
Die
Berlinale will in Zukunft den iranischen Regisseur Jafar Panahi unterstützen.
Wie Festivaldirektor Dieter Kosslick erklärte, will man gegen die
drastische Strafe gegen den Iran-Kritiker protestieren. Panahi wurde im
Dezember 2010 in seiner Heimat zu sechs Jahren Haft und darüber hinaus zu zwanzig Jahren
Berufsverbot verurteilt. Bei der Berlinale in diesem Jahr sollen zu diesem Thema Diskussionen stattfinden. Außerdem soll in mehreren Sektionen jeweils
ein Film des Regisseurs gezeigt werden. Den Auftakt wird am 11. Februar der
Berlinale-Preisträger "Offside" machen. Der Film über fußballbegeisterte
Frauen im Iran erhielt 2006 den Silbernen Bären.
Gesellschaft
18. Januar '11
"Alternativlos" ist das
Unwort des Jahres 2010
Die Jury unter
Leitung des Germanisten Horst Dieter Schlosser wählte den Begriff aus
1120 Vorschlägen aus, wie der emeritierte Professor in Frankfurt am Main
bekanntgab. "Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei
einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit
auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe", so Schlosser zur Begründung. "Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft
aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der
Bevölkerung zu verstärken." Das von Bundeskanzlerin Angela Merkel
im Zusammenhang mit der Griechenland-Hilfe genannte "alternativlos" war
der meistgenannte Vorschlag.
Gesellschaft
18. Januar '11
Das Dilemma mit den
Bachelor-Studenten
Mehr Praxisbezug, dies hatte sich zumindest die Wirtschaft mit der Einführung der
Bachelor-Studiengänge gewünscht. Doch nach Ansicht der Wirtschaft
wurde dieses Versprechen nicht ausreichend eingelöst. Dies ergab eine
Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK, aus der
das "Handelsblatt" zitiert. Demnach sehen nur noch 63 Prozent der Firmen
ihre Erwartungen an die Absolventen erfüllt. Bei der letzten Befragung
waren es noch 67 Prozent. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann
kritisierte, daß den Uni-Abgängern vor allem die Verknüpfung von
Theorie und Praxis fehlt. Inzwischen plädieren viele Arbeitgeber wieder für
längere Studienzeiten; vor der Bologna-Reform hatten sie jedoch stets nach jüngeren
Hochschulabsolventen verlangt.
Gesellschaft
17. Januar '11
Via Netzwerk
zum neuen Job
Soziale Netzwerke werden in Zukunft immer mehr Bedeutung für den Arbeitsmarkt gewinnen, so u.a. Facebook, StudiVZ oder Xing. Inzwischen
veröffentlichten 29 Prozent der deutschen Unternehmen ihre freien Stellen in Online-Netzwerken. Insbesondere große Unternehmen nutzten diesen Weg für die Suche nach
neuen Mitarbeitern. Unter den Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern
veröffentlichten im Jahr 2010 sogar 58 Prozent ihre Stellenanzeigen in sozialen
Netzwerken, bei kleinen und mittelständischen Unternehmen betrage der Anteil 29
Prozent. "Das Web 2.0 ist der Stellenmarkt der Zukunft",
sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Die Unternehmen müssen dort
präsent sein, wo sich die Menschen beruflich und privat vernetzen, Informationen
sammeln oder einen Teil ihrer Freizeit verbringen."

17. Januar '11
Helmut Newton
meets Apolda
Im
Kunsthaus Apolda Avantgarde ist für den Zeitraum vom 09.01. bis 27.03.2011 die
Ausstellung Helmut Newton mit Werken aus dem Museum der Moderne Salzburg,
Leihgabe der Sammlung MAP, geöffnet. Für das www.kunsthausapolda.de und die
Ausstellung entstand ein Katalog mit 144 Seiten. Der Preis beträgt 20 Euro. Für
Konzeption und Realisierung zeichnen Dr. Andrea Fromm und Thomas Beege,
Hamburg, verantwortlich. Veranstalter sind der Kunstverein Apolda Avantgarde
e.V. und die Kreisstadt Apolda. Vor allem förderte die VR Bank Weimar eG dieses
Projekt.
> Helmut Newton – neue Ausstellung im Kunsthaus der Apolda Avantgarde
Gesellschaft
15. Januar '11
Wulff fordert Aufarbeitung
der Geschichte der STASI
Bei der Eröffnung einer Ausstellung über die Stasi hatte Bundespräsident Christian Wulff von den Bürgern eine stärkere
Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit gefordert. Das SED-Regime
dürfe nicht nachträglich verharmlost werden.
Anlaß der Eröffnung war der 21. Jahrestag der Erstürmung der Zentrale
der Staatssicherheit im Rahmen der friedlichen Revolution in der DDR. Der Bundespräsident kritisierte, daß es empörend sei, daß ehemalige Helfer der Diktatur ihre
einstigen Opfer öffentlich verhöhnen könnten. "Wir müssen ihnen lauter
und vernehmlicher widersprechen." Es sei erschreckend, wie verklärend
viele Menschen heute im Rückblick auf die DDR blickten und dabei
Menschenrechtsverletzungen und Unfreiheit ausblendeten.
> Constantin Graf von Hoensbroech im Interview mit Joachim Gauck
Politik
15. Januar '11
Der abgerüstete Staat
und das Finanzloch
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat unterdessen zugegeben,
daß die Sparvorgaben des Bundeskabinetts in Höhe von 8,4 Milliarden Euro bis
zum Jahr 2015 nicht einhalten werden können, denn mit den politisch gewünschten
185.000 Soldaten sei dieses Sparziel nicht zu erreichen: „Ich habe immer
gesagt, daß mehr Soldaten mehr Geld kosten“, so Guttenberg. Selbst mit der ursprünglichen Zielmarke von 163.500
Soldaten wären die 8,4 Milliarden Euro nicht zu schaffen gewesen. „Es
ist allgemein bekannt, daß wir selbst mit dieser minimalen Zahl zwar
sparen können, aber auch das ursprüngliche Sparziel nicht erreichen
können“, unterstrich der Minister.
Politik
14. Januar '11
Das Desaster der Linken:
Die Grünen im Aufwind
Die Vorsitzenden der Linken, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst,
erhalten von den Bürgern derzeit sehr schlechte Noten in der Wählergunst. Laut
dem ZDF-Politbarometer sind nur 18 Prozent der Befragten der Meinung, daß diese
Doppelspitze die Partei gut führt. 37 Prozent der Deutschen – großteils
aus dem Western – gehen davon aus, daß die Linke mehrheitlich den Kommunismus
anstrebt, während 53 Prozent das nicht glauben. Demgegenüber bescheinigen die Bürger der CDU-Vorsitzenden
Angela Merkel (59 Prozent) eine gute Arbeit. Am besten schneiden die Grünen-Chefs
ab: 63 Prozent aller Befragten finden, die Grünen werden gut geführt von Claudia
Roth und Cem Özdemir.
Gesellschaft
14. Januar '11
Thilo Sarrazin und
der braune Teppich
Der in Gera geborene Thilo Sarrazin hat bei einem Vortrag zu seinem umstrittenen
Buch "Deutschland schafft sich ab“ diesmal in Dresden die Einwohner polarisiert.
Mit rund 2500 Gästen erreichte Sarrazin die bislang größte Besucherzahl
bei seiner Lesetour quer durch Deutschland. Andererseits drückten seine Gegner
in Elbflorenz ihre Ablehnung seiner Thesen über Muslime in Deutschland
besonders radikal aus – mit einem symbolischen "braunen Teppich".
> Die Causa Sarrazin
Kirche und Religion
13. Januar '11
Seligsprechung für
Johannes Paul II.
Der populäre polnische Papst Johannes Paul II. (1978-2005)
wird am 1. Mai seliggesprochen. Das teilte der Präfekt der Kongregation für die
Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Angelo Amato, am 14. Januar in Rom
mit. Papst Benedikt XVI., Nachfolger von Karol Wojtyla, hatte dem Dekret der
Seligsprechung am Vormittag zugestimmt. Die feierliche Zeremonie für Johannes
Paul II. sei dann auf den ersten Sonntag nach Ostern gelegt worden. Entscheidend war eine Wunderheilung, die das polnische Kirchenoberhaupt erwirkt
haben soll. Es handelt sich dabei um die Genesung der französischen
Ordensschwester Marie Simon-Pierre.

Der Blick in die Welt
13. Januar '11
Afghanistan-Abzug:
SPD will Klarheit
Vor einer neuerlichen Zustimmung zum Afghanistan-Mandat besteht die SPD
weiterhin darauf, am Abzugsbeginn der Bundeswehrsoldaten festzuhalten. Eine
Verständigung mit der SPD sei einfacher, wenn festgelegt werde, daß
die Bundeswehr 2011 mit dem Abzug beginne, so SPD-Fraktionschef
Frank-Walter Steinmeier gegenüber der «Passauer Neuen Presse». Das Bundeskabinett
hatte gestern das neue Afghanistan-Mandat beschlossen. Damit soll der
Einsatz um ein weiteres Jahr verlängert werden. Die Entscheidung liegt
nun beim Bundestag.
> Frank-Walter Steinmeier: "Wir stehen vor neuen Bedrohungen"
Der Blick in die Welt
11. Januar '11
Wulff verurteilt
religiöse Gewalt
Bundespräsident Christian Wulff hat die weltweit zunehmende Gewalt gegen
Religionsgruppen verurteilt. Bei dem traditionellen Neujahrsempfang für
das Diplomatische Corps setzte sich Wullf, Nachfolger von Horst Köhler, der vergangenes Jahr überraschend zurückgetreten war, für die Wahrung der
kulturellen Vielfalt ein. Man müsse Gewalt gegen Religionsgemeinschaften
entschieden entgegentreten, so Wulff im Schloß Bellevue. In der
Neujahrsnacht wurden bei einem Anschlag in der ägyptischen Hafenstadt
Alexandria vor einer koptischen Kirche 23 Menschen getötet.
> Bundespräsident Christian Wulff empfängt das Diplomatische Korps
Der Blick in die Welt
11. Januar '11
Julian Assange vor Gericht
Gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat das Auslieferungsverfahren
begonnen. Der Australier Assange mußte nach seiner Freilassung auf Kaution kurz vor
Weihnachten am 11. Januar erneut in London vor Gericht erscheinen. Die
schwedische Justiz wirft Assange Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch
vor und will ihm den Prozeß machen. Der 39 Jahre alte
Assange allerdings bestreitet die Vorwürfe und sieht darin eine Kampagne gegen seine Plattform WikiLeaks. Bei dem Gerichtstermin ging es zunächst um
verfahrenstechnische Fragen. Die eigentliche Entscheidung über eine
mögliche Abschiebung nach Schweden soll erst im Februar fallen.
> Tobias Fresenius: WikiLeaks – Geheimnisverrat Online
Politik
09. Januar '11
Die Sehnsucht nach
dem Kommunismus
Mehrere hundert Menschen haben in Berlin der Ermordung der
Arbeiterführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 92 Jahren gedacht. An der traditionellen Kranzniederlegung auf dem Friedhof in
Friedrichsfelde nahmen auch die Spitzenvertreter der Links-Partei teil,
unter ihnen die beiden Vorsitzenden Lötzsch und Ernst. Den Traum vom Kommunismus träumt Frau Lötzsch dabei nicht allein, ein Blick auf einen Stalin-Prozeß in Moskau belehrt darüber. Trotz Millionen von Toten ist die Stalinverehrung in Rußland weiter ungebrochen. Es lebe der Kommunismus!
> Teresa Tammer: Moskau: Stalins Enkel zieht vor Gericht
Gesellschaft
08. Januar '11
Wer liest Thilo Sarrazin?
Die "Süddeutsche Zeitung" ist der Frage nachgegangen: Wer liest Thilo Sarrazin? Und die Zeitung, die die Gesellschaft für Konsumforschung bat, den Leser von "Deutschland schafft
sich ab" zu durchleuchten, kam zu folgendem Schluß: Das Buch wurde bislang vorwiegend von Männern gekauft, die älter als sechzig Jahre sind. Aber auch in der Altergruppe zwischen zwanzig und neunundzwanzig Jahren erfreut sich Sarrazin großer Beliebtheit. Und was das Einkommen betrifft, fand die Gesellschaft für Konsumforschung, die die Daten von 10.000 Konsumenten analysierte, die befragt wurden, heraus: Je höher das Einkommen, desto
mehr Käufer.

Der Blick in die Welt
08. Januar '11
WikiLeaks und die Folgen
Wer in Dokumenten von Wikileaks genannt wird, kann
leicht zur Zielscheibe werden. Dies haben sich zumindest einige verantwortliche Politiker in den USA gedacht
und eine Reihe von Personen, die von der Plattform namentlich genannt
werden, unter Schutz gestellt. Dem Außenministerium zufolge hatte man sich
dabei auf Personen konzentriert, die in autoritären Staaten leben und damit ein größeres Risiko
haben, Gewalt und Verfolgung zu erleiden. Wikileaks hatte Ende vergangenen Jahres zahlreiche US-Diplomaten-Depeschen veröffentlicht, Washington hält
einige der darin genannten Personen für besonders gefährdet.
> Tobias Fresenius: WikiLeaks – Geheimnisverrat Online
Der Blick in die Welt
07. Januar '11
Die französische Angst
vor der Geiz-Mentalität
Alain Caparros, der französische Vorstands-Chef von REWE,
hat den Hang der Deutschen zu billigen Lebensmitteln kritisiert, die
hierzulande herrschende „Geiz ist geil“-Mentalität. „Die Deutschen haben das
Aldi-Gen in sich, sie sparen an den Lebensmitteln, um sich im Urlaub oder in
anderen Freizeitbereichen etwas mehr zu leisten“, so Caparros gegenüber der „Bild“-Zeitung.
Zwar habe der Handel die Wirtschaftskrise noch nicht überwunden, jedoch stehe
die Bundesrepublik, so die Einschätzung des Managers, der die Wirtschaftsmacht
fürchtet, hervorragend da. Für Bettina Röhl hingegen heißt der bedeutendste deutsche
Kommunist immer noch ALDI.
> Bettina Röhl: Armut und Kapitalismus - Der bedeutendste deutsche Kommunist heißt Aldi
Politik
07. Januar '11
CSU plädiert für
Vorratsdatenspeicherung
Die CSU-Bundestagsabgeordneten haben auf ihrer Klausurtagung
in Wildbad Kreuth (Foto) die sofortige Einführung der
umstrittenen Vorratsdatenspeicherung gefordert. In einem entsprechendem Papier heißt es, daß die Erhebung und Speicherung von Telefon- und
Internetverbindungs- Daten ein wichtiges Instrument zur Aufklärung
und Verhütung terroristischer Straftaten sowie im Kampf gegen die
Organisierte Kriminalität sei. Damit geht die CSU auf Distanz zu
Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger.
> Schmutzige Verarbeitung personenbezogener Daten
Politik
06. Januar '11
Machtpoker in der CSU:
Seehofer contra Guttenberg
Bis zum Parteitag im Herbst will CSU-Chef Horst Seehofer kein Wort mehr
über einen möglichen Wechsel an der Parteispitze verlieren. "Von mir hören Sie bis
zum Einzug in die Parteitagshalle in Nürnberg dazu nichts mehr", sagte
er bei der Klausur der Bundestags-CSU in Wildbad Kreuth. Gestern noch hatte Seehofer angekündigt, auch eine Kampfkandidatur gegen Karl-Theodor
zu Guttenberg beim Parteitag Anfang Oktober einzugehen. Zu Guttenberg,
der seit Monaten als beliebester deutscher Politiker gilt, werden
Ambitionen auf das Kanzleramt unterstellt. Doch um dies zu erreichen, müßte er erst die CDU anführen.
> Alexander Kissler: Guttenbergsche Geschichtsprophetie
Politik
06. Januar '11
Gesine Lötzsch und ihr
Rollback in den Kommunismus
Linken-Chefin Gesine Lötzsch hat mit ihrem Bekenntnis zum
Kommunismus selbst in der eigenen Partei für Kopfschütteln gesorgt. "Ich
bin überrascht, daß der Kommunismus das Ziel der Partei sein soll. Mein Ziel
ist er nicht. Ich bin demokratischer Sozialist. Das ist die
Gesellschaftsordnung, die ich anstrebe", sagte Mecklenburg-Vorpommerns
Linken-Chef Steffen Bockhahn. In einem Beitrag für die marxistische
"Junge Welt" hatte Lötzsch geschrieben: "Die Wege zum Kommunismus
können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob
in der Opposition oder in der Regierung." Für die Union und SPD waren die
Ausführungen eine willkommene Steilvorlage: Wenn die Linken-Chefin den Kommunismus zum Ziel
ihrer Partei erhebt, stellt sie sich "außerhalb der Verfassung".
> LINKE muss sich zwischen Kommunismus und Demokratie entscheiden
Politik
06. Januar '11
Rechenfehler bei
Hartz-IV-Regelsatz
Möglicherweise ist dem Bundesarbeitsministerium bei der
Neuberechnung des Hartz-IV-Regelsatzes ein schwerwiegender Fehler
unterlaufen. Nach Informationen des Deutschen Landkreistages ist
der Bedarf für die Warmwasserbereitung nicht in die Bemessung des
Regelbedarfs eingeflossen, was früher aber der Fall war. Um den existenziellen
Bedarf zu decken, flossen bislang 6,47 Euro für das Warmwasser in den
Regelsatz der erwachsenen Hartz-IV-Empfänger ein. Über die Berechnung und die Höhe des Regelsatzes,
der nach dem Willen der schwarz-gelben Koalition in Berlin um 5 Euro auf 364 Euro
steigen soll, streiten Bund und Länder derzeit im Vermittlungsausschuß.
> Christoph Butterwegge: Hartz IV auf dem Prüfstand 
Der Blick in die Welt
05. Januar '11
Kuba auf dem Weg
in den Kapitalismus
Kuba hat mit dem Abbau von mehr als einer halben Million Stellen im
öffentlichen Dienst bis Ende März begonnen. Die im Herbst angekündigte
„Neuordnung des Arbeitsmarktes“ in fünf Wirtschaftssektoren ist nunmehr auf den Weg gebracht. Mittelfristig
will die kubanische Regierung sogar eine Million staatliche Jobs
streichen, um die Wirtschaft des kommunistisch geführten Landes
langfristig effizienter zu gestalten. Neue Jobs erhofft sich das Land vom Ausbau des selbstständigen
Unternehmertums. Ziel ist es, daß bis 2015 rund 50 Prozent der
fünf Millionen kubanischen Arbeiter im Privatsektor tätig sind. Bislang
kontrolliert der kubanische Staat noch 95 Prozent des Wirtschaftslebens.
> „Das ewige Floß“. Wohin treibt Kuba?
Kunst und Künstler
05. Januar '11
Schriftsteller Friedrich
Dürrenmatt wurde 90
Am 5. Januar 1921 im Kanton Bern geboren, zählte Friedrich Dürrenmatt bald zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Dürrenmatt, der Philosophie, Naturwissenschaften und Germanistik studierte, eigentlich über Kierkegaard promovieren wollte, hatte schon früh seine Leidenschaft für die Schriftstellerei und Malerei entdeckt. Mit seinem 1952 entstandenen Theaterstück Die Ehe des Herrn Mississippi hatte er erste Erfolge auf deutschen Bühnen. Weltweiten Erfolg hingegen erzielte er mit seinen Komödien Der Besuch der alten Dame und Die Physiker, die sein erfolgreichstes Theaterstück wurden. Am 14. Dezember 1990 starb er im Schweizer Neuenburg im Alter von 69 Jahren.
Politik
05. Januar '11
Horst Seehofer und die
Schicksalsfrage der FDP
CSU-Chef Horst Seehofer hofft im Hinblick auf die Lage der schwarz-gelben Koalition in Berlin, daß sich die FDP wieder stabilisiert. Guido Westerwelle, den FDP-Vorsitzenden, bezeichnete Seehofer als eine der starken Figuren des deutschen Liberalismus. Eine
Ursache für die Probleme der Koalition, so Seehofer, sei die derzeitige Situation der Freien
Demokraten mit ihren schlechten Umfragewerten (4 Prozent). Die baden-württembergische FDP setzt
am 5. Januar ihren Landesparteitag in Stuttgart fort. Dabei soll ein neues
Wahlprogramm verabschiedet werden. Am 6. Januar beginnt dann das
traditionelle Drei-Königs-Treffen der Partei.
Gesellschaft
04. Januar '11
Christian Lindner und die
Gleichstellung der Religionen
FDP-Generalsekretär Christian Lindner, geboren 1979, sprach sich dafür aus, die
verschiedenen Glaubensgemeinschaften in der Bundesrepublik Deutschland rechtlich
gleichzustellen. In der neuen "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" unterstrich er, daß der Staat auch bei Muslimen
irgendwann ein Pendant zur Kirchensteuer einziehen könnte. Nach eigenen Angaben befürwortet Lindner ein Religionsverfassungsrecht, welches ohne Bevorzugung
auskommt. Auch staatliche Zuwendungen über die Kirchensteuer hinaus
stellte Lindner in Frage. Eine nüchterne Debatte über das
Staatskirchenrecht sei kein antiklerikaler Akt. Die beiden großen
christlichen Kirchen erhalten jährlich staatliche Leistungen als
Kompensation für Enteignungen in früheren Jahrhunderten.
Gesellschaft
04. Januar '11
Die DDR-Lyrikerin
Eva Strittmatter ist tot
Die Lyrikerin Eva Strittmatter ist tot. Strittmatter wurde 1930 in Neuruppin geboren. Nach einem Studium der
Germanistik und der Romanistik arbeitete sie beim Deutschen
Schriftstellerverband und beim Kinderbuchverlag der DDR. Seit 1954 war
Strittmatter freie Schriftstellerin und veröffentlichte seitdem 14
Gedicht- und sechs Prosa-Bände. 1956 heiratete sie den 18 Jahre älteren
Schriftsteller Erwin Strittmatter, der 1994 starb. Wie der Verlag Das Neue Berlin
mitteilte, starb die 80-Jährige, die auch als Kinderbuchautorin bekannt
wurde, am Dienstag in einem Altersheim in Berlin. In der Tabula Rasa lesen Sie mehr über die charismatische Lyrikerin, die für viele Ostintellektuelle gegenüber dem DDR-Regime zu unkritisch gewesen ist.
> „Ich mach ein Lied aus Stille“ – Eva Strittmatter im Zwiegespräch mit Irmtraud Gutschke
Gesellschaft
04. Januar '11
Jubilare des Jahres 2011
David Hume würde seinen 300. Geburtstag (7. Mai) feieren, Franz Liszt seinen 200.
Geburtstag (22. Oktober). Emil Cioran wäre dieses Jahr 100 geworden (8. April). Die Schriftstellerin Luise
Rinser, die zuerst eine Ode auf Hitler schrieb und sich dann in einen Jesuiten verliebte, würde ebenfalls ihren 100. Geburtstag (30. April) begehen. Max Frisch wäre am 15. Mai ebenfalls 100 - wie
Georges Pompidou (5. Juli). Marshall McLuhan wäre einhundert Jahre am 21. Juli, während William M. Thackeray seinen 200. Geburtstag (18. Juli) feiern würde. Louise Bourgeois (25. Dezember) und Ronald Reagan (6. Februar) würden wiederum 100. Den 200. Todestag von Heinrich von Kleist begeht die Nachwelt am 21. November.
> Der ewige Sucher – Heinrich von Kleist (1777-1811) 
03. Januar '11
Kunstsammlung Gera:
Andreas Feininger
In der Kunstsammlung Gera sind noch bis zum 20. Februar 2011 Arbeiten von Andreas Feininger (1906-1999) zu sehen. Die Fotoausstellung "Andreas Feininger. New York in the Forties" wird in
Kooperation mit den Andreas Feininger Archiven Tübingen gezeigt. Im
Mittelpunkt der Ausstellung, die aus dem polnischen Kraków nach Gera kam,
stehen die 40er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind 78
Schwarzweiß-Fotografien mit Motiven der amerikanischen Großstadt. Feininger hatte einst mit seinen Bildern das Gesicht von New York
weltweit geprägt, mittlerweile sind seine Aufnahmen zu Klassikern der
Fotografie-Geschichte geworden.
03. Januar '11
Apolda meets Helmut Newton
Es ist das erste Mal, daß das Werk des Fotografen Helmut Newton seinen Weg in den Freistaat Thüringen findet. 75 zum Teil großformatige
Fotografien geben einen repräsentativen Einblick in das umfassende Werk des 1920 in
Berlin geborenen Fotografen, der bis heute den Ruf eines Superstars der
Mode-, Porträt- und Aktfotografie genießt. Neben seinen Auftragsarbeiten
für internationale Modemagazine verfolgte Newton auch eigene, unabhängige
künstlerische Visionen, die sich zumeist in provokativen Bildmotiven
niederschlugen. Die Ausstellung, die vom 9. Januar bis zum 27. März 2011 im Kunsthaus Apolda zu sehen ist, stellt die ästhetischen Charakteristika
seines Werkes heraus und gibt darüber hinaus zugleich Einblicke in Newtons ganz persönliche
Philosophie.
Gesellschaft
02. Januar '11
Die ARD und die Apps
"Wenn die Verlage ihre Apps kostenpflichtig anbieten, werde ich das auch
in der ARD durchsetzen", dies unterstrich die neue ARD-Vorsitzende, WDR-Intendantin
Monika Piel. Piel hatte sich dafür ausgesprochen, Geld für Internet-Inhalte zu
verlangen. Dem Berliner "Tagesspiegel" gegenüber betonte sie, daß die Verlage um
diese Umstellung nicht herum kommen würden. Wenn man weiter einen guten und damit
qualitativen Journalismus liefern wolle, könne man diesen nicht länger
kostenlos im Internet abgeben. Große Konzerne wie Google beispielsweise nutzten diese
Inhalte bislang, um selbst damit Geld zu verdienen, betonte Piel - deshalb sollten die Anbieter eine Allianz bilden.
Gesellschaft
30. Dezember '10
König Herodes, Kardinal
Meisner und die PID
Der Kölner Erzbischof Joachim Meisner hat die Präimplantationsdiagnostik
(PID) mit dem biblischen Kindermord von Bethlehem verglichen. König
Herodes habe eine Selektion nach ganz bestimmten Kriterien vorgenommen,
genau dies täten heute die PID-Befürworter. Bei der PID werden im
Reagenzglas erzeugte Embryonen außerhalb des Mutterleibs auf
Erbkrankheiten untersucht bevor sie endgültig implantiert, dem
weiblichen Körper zugeführt werden. So sollen Fehl- und Totgeburten oder
Geburten kranker oder behinderter Kinder vermieden werden.
> 28. Dezember 2010: Tag der unschuldigen Kinder
Gesellschaft
29. Dezember '10
Trainingszentren
statt Ein-Euro-Jobs
Rechtzeitig zum Jahreswechsel wird in den Medien die Absicht der
Bundesregierung verbreitet, Trainingszentren für Langzeitarbeitslose zu
schaffen, um diese intensiver zu fördern und zu fordern. Mit dieser
Propaganda will man offensichtlich der Öffentlichkeit wieder
suggerieren, dass es lediglich ein Problem der Langzeitarbeitslosigkeit
wäre, dass die Bundesagentur mehr fördern und fordern müsse, um das
Problem einer Lösung zuzuführen. Man will u. a. vertuschen, dass die
sog. Ein-Euro-Jobs ein Flop waren, und zur Ausweitung, ob erwünscht oder
nicht, des Leichtlohnsektors führten.
> Trainingszentren statt Ein-Euro-Jobs für Arbeitslose
29. Dezember '10
Neue Ausgabe der
Gerbergasse 18
Gerbergasse 18
Die Auseinandersetzung mit der deutschen Diktaturgeschichte des 20.
Jahrhunderts wird neben der fachlichen Aufarbeitung von ambivalenten
Erinnerungsdiskursen im privaten wie öffentlichen Raum bestimmt. Dabei
unterliegt sie einem beständig weiter zu entwickelnden Prozess der
Geschichts- und Erinnerungspolitik. Beides zusammen bildet jenes ab, was
wir als Erinnerungskultur bezeichnen. In der aktuellen Ausgabe
wollen wir in der Rubrik „Thema“ der Frage nachgehen, welche
Erinnerungsdiskurse der Gegenwart zur Bewältigung der Diktaturgeschichte
wo und wie aktuell geführt werden, und wir untersuchen Licht- und
Schattenseiten bei der Aufarbeitungsgeschichte.
> Neue "Gerbergasse 18" erschienen 
Gesellschaft
24. Dezember '10
Köpfe 2010 - Staatsfeind
No 1: Thilo Sarrazin
Zwar ist er nicht mehr im Vorstand der Bundesbank, aber immerhin ist der aus Gera stammende Thilo Sarrazin unterdessen Bestseller-Autor. 1,2 Millionen Mal verkaufte sich sein „Deutschland schafft
sich ab“. Und Sarrazin rechnet weiter ab, nun mit der "Bildung" der Politiker. „Wie schön wäre es, wenn unsere politischen Führer nicht
nur über die Halbbildung ihrer Redenschreiber, sondern über eigene
Bildung verfügten.“ Scharf geht Sarrazin mit Christian Wulff ins Gericht, der sich
der Kritik der Bundeskanzlerin Merkel beflissen angeschlossen hatte. Dem Bundespräsidenten wirft er außerdem vor, daß dieser den „West-östlichen Divan“ Goethes nicht kenne.
> Bettina Röhl: Thilo Sarrazin und die Heuchel-Gesellschaft> Die Causa Sarrazin
Politik
24. Dezember '10
Köpfe 2010:
Julian Assange
WikiLeaks hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Erst 2006
gegründet, ist man vier Jahre später mit der Veröffentlichung als geheim
eingestufter Dateien von US-Einsätzen in Afghanistan und Irak zu einer
internationalen Medien-Institution geworden. Seitdem stehen WikiLeaks und deren
Spiritus Rector, der Australier Julian Assange, im Rampenlicht der
Weltöffentlichkeit. Während die Befürworter von WikiLeaks eine neue Macht der
Masse sehen und ein Mehr an Transparenz bejubeln, kritisieren die Gegner die
Struktur von WikiLeaks und warnen vor den Gefahren dieses Lecks für die
legitimen Interessen von Staaten.
> WikiLeaks – Geheimnisverrat Online
Gesellschaft
23. Dezember '10
Altkanzler Helmut
Schmidt wurde 92
Zum ersten Mal mußte Altkanzler Helmut Schmidt, geboren 1918,
seinen Geburtstag ohne seine Frau Loki feiern. Und auch noch mit 92 Jahren
polarisiert Schmidt, spricht noch immer unliebsame Wahrheiten aus, analysiert
knallhart und bleibt fast keine Antwort schuldig, es sei denn, man fragt ihn
nach der derzeitigen Lage in der Berliner Republik. Die Popularität Schmidts ist
weiter ungebrochen; so sahen 2,73 Millionen Zuschauer das Interview mit Sandra Maischberger.
Und Schmidt ist, selbst wenn einer seiner Erfolgstitel, „Außer Dienst“ heißt, weiterhin in Sachen Politik unterwegs, ist ein gefragter Gesprächspartner, dem die Deutschen geradezu ein Urvertrauen entgegenbringen.
> Helmut Schmidt: Überalterung und Schrumpfung zwingen zum Umbau
Philosophie und Wissenschaft
22. Dezember '10
Im Interview mit
Robert Spaemann
Seit Jahren zählt der 1927 in Berlin geborene Philosoph Robert Spaemann zu den bekanntesten deutschen Denkern. Immer wieder schaltet er sich ein, wenn es um die großen Fragen der Menschheit geht, wenn der Mensch und seine Würde, sein Personsein, auf dem Spiel stehen, wenn wieder - wie derzeit - über die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) diskutiert wird. Spaemann, der auch als Berater des Papstes fungiert, spricht mit Chefreakteur Dr. Stefan Groß über Gott, den Glauben, die Moderne und den Wertrelativismus. Für Aufsehen sorgte Spaemann, der mit "Glück und Wohlwollen" eines seiner wichtigsten Bücher vorlegte, mit seinem Buch "Der letzte Gottesbeweis", einem Beweis Gottes aus der Grammatik.
> Über Glauben und Wissen, Gott und Moderne - Robert Spaemann im Gespräch (Teil I)
21. Dezember '10
Goethes Briefe an Charlotte
von Stein sind jetzt Online
Die 1770 Briefe Johann Wolfgang von Goethes an seine
Jugendfreundin Charlotte von Stein sind jetzt online zu lesen. Damit sei einer
der wertvollsten Handschriftenbestände des Goethe- und Schiller-Archivs über
das Internet zugänglich, teilte die Klassik-Stiftung Weimar mit. Die Briefe an
die sieben Jahre ältere Freundin und Vertraute stammen von 1776 bis 1826. Sie
seien ein einzigartiges biografisches Dokument des Dichters vor allem für sein
erstes Weimarer Jahrzehnt bis zur italienischen Reise 1786. Aus diesem Zeitraum
seien nur lückenhafte Tagebuchaufzeichnungen erhalten. In seinen Erinnerungen
habe Goethe diese Zeit bis zu seiner Flucht nach Italien ausgespart.
> Ernst Osterkamp: Einsamkeit. Über ein Problem in Leben und Werk des späten Goethe
Gesellschaft
18. Dezember '10
Nachdenken über
"Work Life Balance"
Es gibt gute und schlechte
Freunde. Nachdem mich jemand überredet hatte, eine Glosse über das Thema »Work
Life Balance« zu schreiben, war ich nach einer Weile überzeugt, es habe sich um
einen Freund der letzteren Sorte gehandelt: Von Stund an ging es mir jedenfalls
so miserabel wie dem bärtigen Mann in der bekannten Geschichte, der, nachdem ihn
jemand gefragt hatte, ob sein Bart beim Schlafen über oder unter der Bettdecke
liege, kein Auge mehr zu tun konnte. Ich lebte sozusagen nach dem frei nach
Heine formulierten Motto »Denk ich an Work-Life in der Nacht, so bin ich um den
Schlaf gebracht«.
> Walther Ch. Zimmerli: Vom Unfug des Gleichgewichts - Nachdenken über „Work Life Balance“ 
Politik
18. Dezember '10
Papa ante Berlin
Mit Papst Benedikt XVI. wird 2011 Jahr erstmals ein
katholisches Kirchenoberhaupt vor dem deutschen Parlament sprechen. Der
Pontifex, der von Christian Wulff nach Deutschland eingeladen wurde, hatte eine
entsprechende Einladung angenommen, teilte Bundestagspräsident Norbert Lammert
mit. Doch die Reaktionen sind unterschiedlich: Während Christian Ströbele sogar
den Plenarsaal verlassen will, betonte der Linke-Fraktionsvize Dietmar Bartsch:
„Wenn George Bush geredet hat, dann darf auch der Papst reden.“ In der Tabula
Rasa können Sie nochmals die „Regensburger Rede“ nachlesen sowie einen Beitrag
über seine Theologie von Maximilian Heim.
> Joseph Ratzinger Papst Benedikt als Theologe
Feuilleton
18. Dezember '10
"Wutbürger" ist
Wort des Jahres
In Wiesbaden hat die Gesellschaft für deutsche Sprache den
Ausdruck "Wutbürger" zum Wort des Jahres 2010 gewählt. Zur Begründung
hieß es, daß der Begriff für die Empörung der Bevölkerung steht, daß politische
Entscheidungen permanent über ihren Kopf hinweg getroffen würden. Bestes
Beispiel seien Ereignisse bei dem Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21",
dieser Begriff kam auf Platz zwei. Auf dem dritten Rang landete der Ausdruck
"Sarrazin-Gen", der im Zusammenhang mit den umstrittenen Äußerungen
des früheren Bundesbankvorstands geprägt wurde. 2009 war die
"Abwrackprämie" zum Wort des Jahres gekürt worden.
Politik
17. Dezember '10
Bundesrat stoppt
Hartz-IV-Reform
Die von der Bundesregierung geplante Hartz-IV-Reform ist nun im Bundesrat
am Widerstand der SPD-geführten Länder vorläufig gescheitert. Diese
lehnten das bereits vom Bundestag beschlossene Gesetz ab, das eine
Erhöhung des Regelsatzes für Erwachsene um fünf Euro auf 364 Euro
vorsieht sowie ein Bildungspaket für Kinder. Damit werden die
Hartz-IV-Neuregelungen mit aller Sicherheit nicht zum 1. Januar in Kraft
treten können. In der Tabula Rasa widmet sich der Armutsexperte Christoph Butterwegge dem Thema.
> Hartz IV auf dem Prüfstand:
Philosophie und Wissenschaft
17. Dezember '10
Albert Camus - die
Revolte geht weiter
Am 7. November 1913 in dem
algerischen Dorf Mondovi geboren, westlich von Oran und östlich von Constantine
aufgewachsen und Sohn eines elsässischen Landarbeiters, Lucien Camus, und einer
spanischen Magd. Der Vater fällt nur ein Jahr nach der Geburt des Sohnes in der
Marne-Schlacht. Albert Camus wächst unter bescheidensten Umständen in
Nordafrika. Eine harte Schule wie er später immer wieder bemerken wird. Genauso
wie die Tuberkulose, die ihn als Jugendlicher überfällt. Sein
Todestag jährte sich zum 50. Mal am 4. Januar.
> DIE REVOLTE GEHT WEITER
Gesellschaft
16. Dezember '10
WikiLeaks-Gründer
Assange kommt frei
Der 39 Jahre alte Julian Assange saß wegen des Vorwurfs
sexuellen Mißbrauchs zweier Frauen auf Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls
aus Schweden seit mehr als einer Woche in Untersuchungshaft. Bereits am
Dienstag hatte die britische Justiz entschieden, daß der Australier nach
Zahlung einer Kaution vorerst aus der Haft entlassen wird, bis die Anhörung
über seine Auslieferung an Schweden ansteht, die auf den 11. Januar angesetzt
ist. Die Kaution betrug 236 000 Euro. Assange hatte sich vergangene Woche der Polizei in London gestellt. Assange
bestreitet die Anschuldigungen und sieht dahinter einen Versuch der USA, ihn
ruhigzustellen. Auf der Enthüllungsplattform wurden in den vergangenen
Wochen zahlreiche geheime Schriftstücke von US-Diplomaten veröffentlicht.
> Tobias Fresenius: WikiLeaks – Geheimnisverrat Online
Kunst und Künstler
16. Dezember '10
Wer ist eigentlich
Nordahl Grieg?
Der Name Grieg
verbindet sich in Deutschland am häufigsten mit dem eindrucksvollen,
großen Komponisten der Romantik, Edvard Grieg, der bis zu Beginn des 20.
Jahrhunderts lebte. In Norwegen selbst besitzt der Name jedoch noch
einen anderen Klang. Lange Zeit leitete Harald Grieg den namhaften
Gyldendal-Nosrk-Verlag. In seinen "Erinnerungen eines Verlegers" ist zu
lesen, dass vier Geschwister zusammen aufgewachsen sind, der jüngste
hieß Nordahl und wurde Schriftsteller. Nach dem Krieg wurden seine
"Gesammelten Werke" bei Gyldendahl herausgebracht.
> In Memoriam Nordahl Grieg 
Kunst und Künstler
16. Dezember '10
Die Urbanisierung als
Herausforderung der Zukunft
Nicht nur im Hinblick auf die Urbanisierung gilt das 20.
Jahrhundert als Epoche der Gegensätze, sondern auch im Blick auf die
tiefen
Spuren, die diese Urbanisierung in den Grundrissen der Städte
hinterlassen hat.
Während die Bildungsschichten im 18. und 19. Jahrhundert auf das Land
flohen,
um, wie Goethe meinte, dort die Idylle zu entdecken, ist die Landflucht
heute
geradezu gravierend. Niemals zuvor lebten mehr Menschen in den
Metropolen dieser Welt. Und schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts
begleiteten
explosionsartiges Bevölkerungswachstum und soziale Mißstände,
Bodenspekulation
und tiefgreifende Transformationsprozesse diese Entwicklung. Die Urbanisierung als
Herausforderung der Zukunft, so formuliert es die Tabula Rasa.
> Die zunehmende Urbanisierung ist eine der größten Herausforderungen der nahen Zukunft
Gesellschaft
16. Dezember '10
Michael Faber abgewählt
Den schon bei seiner Amtseinführung umstrittenen Kulturdezernenten Michael
Faber, ehemals Verlag Faber & Faber, hat der Leipziger Stadtrat nun im ersten Wahlgang abgewählt. So stimmten 48 der 69 anwesenden Stadträte für einen entsprechenden Antrag von Oberbürgermeister Burkhard
Jung. Jung warf
Faber mangelnde Verwaltungserfahrung und fehlende strategische Führung
vor. Bereits Anfang November hatte er dem Dezernenten die Zuständigkeit für die
Hochkultur entzogen. Michael Faber ist der Sohn von Elmar Faber, der seinen Verlag "Faber & Faber" nach zwanzig Jahren Ende des Jahres schließt. Faber hatte keinen Nachfolger gefunden.
Gesellschaft
15. Dezember '10
"Wir sind das Volk" -
auch ohne den Islam
Mit der Einführung des berühmten Rufes „Wir sind das Volk“
in die gegenwärtige Debatte um multikulturelle Gesellschaft und
Identität und Integration
hat Bundespräsident Christian Wulff in unverantwortlicher Weise einer
Beliebigkeit und Relativierung der deutschen Geschichte das Wort
geredet. Gerade einmal zwei Jahrzehnte sind vergangen seit der Ruf „Wir
sind das Volk“
so lange gegen die Mauer geschleudert wurde, bis diese sich heute vor
genau 21
Jahren öffnete. Auch Christian Wulff zitierte in seiner Rede zum 20.
Jahrestag
der Wiedervereinigung die berühmte Vokabel der Freiheit, um sie dann mit
den
Worten zu interpretieren:
> Schon relativiert oder gar vergessen? Vor 21 Jahren fiel die Mauer
Kunst und Künstler
10. Dezember '10
Von Donnersmarck kritisiert
Verkauf von Goethe-Zeichungen
Der Erfolgs-Regisseur des Films "Das Leben der Anderen" (2005), Florian Henckel von Donnersmarck, hat sich im Magazin der "Südeutschen Zeitung" kritisch über den Verkauf der Goethe-Zeichnungen geäußert. Der 37-Jährige war verärgert, daß ein adoptierter Cousin, heimlich 39
Goethe-Zeichnungen aus dem Familienbesitz verkauft hatte. Dies hätte
ein echter Henckel von Donnersmarck nie getan. Es sei gerade die Pflicht seiner adeligen Familie, den Goethe-Nachlaß für die
Allgemeinheit zugänglich zu machen.
> Klassik Stiftung Weimar bedauert Verkauf von Goethe-Zeichnungen
Feuilleton
10. Dezember '10
Nobelpreis für
Mario Vargas Llosa
Am
7.10.2010 wurde der Schriftsteller Mario Vargas Llosa mit dem Nobelpreis
für Literatur ausgezeichnet, der am 10.12. 2010 offiziell verliehen wird. Die
Juroren in Stockholm würdigten Vargas Llosa mit der Preisverleihung „für seine
Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen
Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage“. Die
Verleihung des Nobelpreises ist als Auszeichnung für ein Lebenswerk mit 15
Romanen und zahlreichen Artikeln, die vor allem in der spanischen Zeitung „El
País“ erschienen, zu verstehen. Vargas Llosa gilt einer der führenden
lateinamerikanischen Romanciers und Essayisten seiner Zeit.
> Mario Vargas Llosa - ein politischer Schriftsteller
Politik
10. Dezember '10
FDP - wohin gehst du?
Seit Monaten rangieren die Liberalen um Chef-Guido Westerwelle in den Umfragen von Meinungsforschern ganz unten. In der ermittelten Tabelle der politischen Parteien steht die FDP auf einem tristen
Stammplatz. Nur noch vier Prozent der Bundesbürger
würden derzeit die Liberalen wählen, so eine Information des Umfrageinstituts Forsa. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hatte die Partei noch das
Rekordergebnis von 14,6 Prozent erreicht, derzeit würde es noch nicht mal mehr
für den Einzug in den Bundestag reichen. Am Sonntag erscheint in der Tabula Rasa ein Interview mit Klaus Kinkel. Darin spricht der FDP-Politiker über seine Partei, die schlechten Umfragewerte und über WikiLeaks.
> Politik der Generation Ich 
Der Blick in die Welt
08. Dezember '10
FDP kritisiert Vorgehen gegen
WikiLeaks und Julian Assange
Rückendeckung bekommt WikiLeaks-Gründer Julian Assange gerade von der FPD. "Der Staat muß seine Unterlagen selbst schützen", so urteilt zumindest der
rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag Christian
Ahrendt anläßlich der Festnahme von Assange. Der "Financial Times Deutschland" gegenüber unterstrich er, daß es falsch sei,
WikiLeaks mundtot machen zu wollen. Insbesondere die Versuche der USA, solche Seiten zu
eliminieren, stellen einen massiven Angriff auf die Pressefreiheit dar. Assange hatte sich am 7. Dezember 2010 in London der
Polizei gestellt; gegen den 39-Jährigen liegt ein internationaler
Haftbefehl wegen Vergewaltigung vor.
Politik
08. Dezember '10
De Maizière und der Kampf
gegen den Fundamentalismus
Bundesinnenminister Thomas de Maizière forderte die in Deutschland lebenden Imame auf, sich stärker im Kampf gegen den islamistischen Extremismus
zu engagieren. Bei seinem ersten Treffen mit 16 Religionslehrern warb der Minister für mehr Anstrengungen bei der Integration von
Muslimen in der Bundesrepublik. Wie de Maizière unterstrich, trügen die Imane eine große Verantwortung als
Vermittler zwischen Moscheen und der Öffentlichkeit. In Deutschland sind
schätzungsweise mehr als 2.000 islamische Religionslehrer tätig. -
Künftig sollen diese auch an deutschen Hochschulen ausgebildet werden.
> Zum Problem der Integration
Gesellschaft
08. Dezember '10
Mathias Döpfner:
"Renaissance" der Medien
Wie der Mediendienst "kress.de" mitteilt, sieht Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Springer-Gruppe, eine "Renaissance" für
die Medienbranche heraufziehen. Für den promovierten Musikwissenschaftler ist die "depressive Phase" an ihr Ende gekommen. Neben der hohen Springer-Rendite von 18%
sind es die ermutigenden Verkaufszahlen für die 15
kostenpflichtigen Apps des Medienkonzerns, die Döpfners in eine rosige Zukunft blicken lassen. "Wir sind weiter, als wir es
für möglich gehalten haben". Der Manager wirbt schon lange für ein Bezahl-Internet.
08. Dezember '10
Verdienstmedaille für
Ernst-Ludwig Winnacker
Das Präsidium der Leopoldina ehrt Ernst-Ludwig Winnacker (Jg. 1941) mit
der Verdienstmedaille für seine in den Jahren 1995 bis 2005 als
Vizepräsident der Akademie geleistete Arbeit. Besonderer Dank gilt ihm
wegen seiner bleibenden Verdienste um die Weiterentwicklung der Akademie
in der Nachwendezeit sowohl im Bereich der biochemisch-genetischen
Wissenschaften als auch in der wissenschaftspolitischen und
internationalen Außenwirkung. Ernst-Ludwig Winnacker kann an der
Verleihung im Rahmen der Jahresversammlung leider nicht teilnehmen. Er
erhält die Verdienstmedaille daher persönlich zu einem späteren
Zeitpunkt.
> Ernst-Ludwig Winnacker erhält die Verdienstmedaille der Leopoldina
Der Blick in die Welt
07. Dezember '10
Christian Wulffs Auftrag
und Willy Brandts Erbe
Vor zwei Tagen bei einer Adventsfeier berichtete mir der ehemalige
Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Horst
Hirschler, wie er den Advent vor 40 Jahren, 1970, erlebt hat. Die jungen
Geistlichen inspirierte damals ein Gedanke - drastisch formuliert:
"Wenn uns Deutschen der Ausgleich mit Polen nicht gelingt, dann haben
wir umsonst gelebt." Es waren die Tage unmittelbar nach dem Kniefall
Willy Brandts vor dem Denkmal des Warschauer Ghettos. Ich war damals elf Jahre alt. Das Bild des knienden Bundeskanzlers hat mich tief beeindruckt.
> Bundespräsident Christian Wulff auf der Konferenz "Europa - Kontinent der Versöhnung?"
Feuilleton
07. Dezember '10
Die Ikone der Weimarer
Klassik - Sigrid Damm wurde 70
Die 1940 im thüringischen Gotha geborene Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Sigrid Damm wurde 70. Nach Studium und Promotion in Jena arbeitete sie für den Verlag "Volk und Wissen", später dozierte sie im In- und Ausland. Die derzeit in Berlin lebende Damm gilt als Ikone der Weimarer Klassik. Mit ihren Büchern Cornelia Goethe, Ich bin nicht Ottilie, Christiane und Goethe, Das Leben des Friedrich Schiller und Goethes letzte Reise erzielte sie große Publikumserfolge. Sigrid Damm ist Mitglied des deutschen P.E.N.-Zentrums und der Mainer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. 2005 erhielt sie den "Thüringer Literaturpreis".

Politik
07. Dezember '10
Generalkritik von
Altkanzler Helmut Schmidt
Er hat das Schelten nicht verlernt, Altkanzler Helmut Schmidt, geboren 1918 in Hamburg, dessen Frau vor kurzer Zeit verstarb. Nun hat Schmidt, der nie um Kritik verlegen ist, der Bundesregierung harsche Inkompetenz ausgestellt. Im Fokus der Kritik stehen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wolfgang Schäuble, denen Schmidt die Wirtschaftskompetenz abspricht. Auch die im Amt verbliebenen Bundesbanker sind nach der Einschätzung des Altkanzlers Reaktionäre, die gegen die europäische
Integration sind. Die Tabula Rasa hat Schmidts Buch "Ausser Dienst" besprochen.
> Hier dazu mehr> Die Berliner Reaktionäre
Der Blick in die Welt
06. Dezember '10
Neun Jahre danach:
Afghanistan zieht Bilanz
Über zwei Drittel der afghanischen Bevölkerung stellen dem
westlichen Engagement in ihrem Land am Hindukusch ein negatives Zeugnis aus. Sogar mehr als
ein Viertel befürwortet mittlerweile sogar Anschläge auf die NATO-Truppen. Auch die Hoffnung - neun Jahre nach dem Einmarsch - auf
eine Wende zum Besseren wurde in weiten Teilen des Landes enttäuscht. Insbesondere das Ansehen Deutschlands hat dramatisch gelitten. Auch die Arbeit internationaler
Hilfsorganisationen fällt kritisch aus, weil zu viele Spendengelder der Korruption zum Opfer fallen. Dies ist das Ergebniss einer neuen Afghanistan-Umfrage von ARD, ABC, BBC und
"Washington Post".
> Afghanistan in Blut und Chaos> Was passiert, wenn wir Afghanistan verlassen
Der Blick in die Welt
06. Dezember '10
Billiglohnland Irland
Die Wirtschaftskrise hat Irland fest im Griff, der keltische Tiger liegt in Fesseln. Das Land, das noch in den 90er Jahren durch seine Vorzeigeökonomie glänzte, steht vor dem finanziellen Kollaps. Vorbei die Zeiten, als günstige Unternehmenssteuersätze, niedrige Löhne und gut ausgebildete,
englischsprachige Arbeitskräfte internationale Konzerne wie
Siemens, SAP, Google, Microsoft, Intel, Vodafone oder GlaxoSmithKline anlockten. Doch ausgerechnet die Wirtschaftskrise könnte Irland nun helfen, sich als attraktiver Investitionsstandort - mit Hilfe geringer Löhne - zu profilieren.
> Der „Keltische Tiger“
Feuilleton
06. Dezember '10
Cees Nooteboom erhält
Preis der Adenauer-Stiftung
„Der diesjährige Literaturpreis der
Konrad-Adenauer-Stiftung“, so ihr Vorsitzender Dr. Hans-Gert Pöttering,
„würdigt die politische und kulturelle europäische Dimension in Cees Nootebooms
Gesamtwerk. Nooteboom hat sich – als einer der ersten Schriftsteller aus
unseren westlichen Nachbarländern – intensiv und in großer Nähe zu Deutschland
mit der kulturellen Vielfalt Europas und der europäischen Wertetradition
beschäftigt.“ In der Jurybegründung heißt es: Cees Nooteboom ist ein ebenso
esprit- wie ironievoller, gestalterisch virtuoser Autor von internationalem
Rang, ein „politisch wacher Zeitgenosse“ und ein „philosophierender Poet“. Der
Autor hat als stets neugieriger, ideologieresistenter Wanderer zwischen den
Welten literarische Brücken der Verständigung gebaut, als Augenzeuge den „Fluss
der Demokratie“ verfolgt und das „Ideal der Freiheit gegenüber der maskierten
Lüge“ verteidigt.
> Pressebegegnung und Preisverleihung am 12. Dezember 2010 in Weimar
Gesellschaft
06. Dezember '10
Nach der Schlichtung
von Stuttgart 21
Die Wochen der
Schlichtungsdiskurse sind vorbei und mit ihnen auch die Illusionen, die zu
ihrer Einrichtung führte. Die zivilgesellschaftliche Unruhe-Situation nach der Schlichtung ist dieselbe wie
davor, und noch nicht einmal mit dem Schein eines Verstehenszuwachses. Woran liegt das? Womöglich in
einer tiefverwurzelten aufgeklärten Einbildung von Selbstbestimmung? – Was
heißt das? Der gegenwärtige, prima vista poltik-verdrossene und protestierende
(grün-pietistische) Mittelklasse-Mensch hat offenbar ein Selbstverständnis, das
sich aus folgendem Dreisatz deduziert: da
das Volk – konstitutionell – der Souverän ist und er selber sich als souverän
versteht, läge es doch nahe, das er das Volk sei …
> Steffen Dietzsch: Nach der Schlichtung von Stuttgart
Der Blick in die Welt
06. Dezember '10
Norbert Röttgen reist
zum Weltklimagipfel
Von dem seit einer Woche im mexikanischen Cancun tagenden Weltklimagipfel erwartet sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen keinen großartigen Durchbruch. Wie der CDU-Politiker betonte, sollten jedoch die unverbindlichen Vereinbarungen von Kopenhagen in kleinen Schritten
umgesetzt werden. Zu den Hauptaufgaben, die der Gipfel erbringen müßte, zählt er die Beschränkung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius; allerdings sieht Röttgen dies eher skeptisch. Der Politiker erhofft als Minimalziele wenigstens einen internationalen
Schutz der Wälder und erwartet, daß langfristige Finanzierung von
Umweltschutzmaßnahmen in den Entwicklungsländern vereinbart werden können.
> Norbert Röttgen: Europas Berufung heute> Norbert Röttgen will die CDU an Rhein und Ruhr wieder an die Macht führen 
Politik
04. Dezember '10
Der Hartz-IV-Kampf
der Ursula von der Leyen
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (Foto) hat sich zu Gesprächen mit der
Opposition über die vom Bundestag beschlossene Hartz-IV-Reform bereit
erklärt. Wie die CDU-Politikerin betonte, dürften die Forderungen nicht überzogen sein. Dagegen lehnte Unionfraktionschef Kauder Zugeständnisse an die Opposition ab. Kauder beklagte, daß die SPD immer neue Leistungen verlangt, sich aber nicht darum kümmert, wie man mehr Menschen in Arbeit bringt.
> Christoph Butterwegge: Hartz IV auf dem Prüfstand
Gesellschaft
04. Dezember '10
Der Weihnachtsbaum:
Hans Christian Andersen
Draußen im Wald stand ein niedlicher kleiner Tannenbaum. Er hatte einen
guten Platz. Die Sonnenstrahlen liebkosten ihn, und der Wind strich
durch seine Zweige. Im nächsten Jahr war der Baum schon um einen
bedeutenden Ansatz größer und das Jahr darauf noch um einen. "Ach,
wenn ich doch so groß wie die anderen Bäume wäre", seufzte das Bäumchen,
"dann könnte ich meine Zweige weit ausstrecken und mit meinem Wipfel in
die weite Welt hinausblicken."
> Der Weihnachtsbaum - Hans Christian Andersen
Feuilleton
04. Dezember '10
Nietzsche lebenslänglich
von Martin Walser
Als ich meinen Computer fragte, wie oft Nietzsche (Foto) bei mir vorkomme,
antwortete er: 732 Mal. Ich darauf: Das könnte mich interessieren. Und
er bediente mich bzw. mein Interesse. Bald genug merkte ich, daß ich
nie etwas über Nietzsche gesagt oder geschrieben habe. Ich hatte nie
eine Meinung über Nietzsche. Es war immer ein begriffloser Umgang. Ich
habe Nietzsche brauchen können. Geglaubt, daß ich ihn brauchen könne. Wie das vor sich ging, ist hier noch einmal festgehalten.
> Martin Walser: Nietzsche lebenslänglich
Kunst und Künstler
03. Dezember '10
Neues Museum für
Otto Dix in Gera
Am 2. Dezember 2011 will die Stadt Gera ihr neues Kunsthaus
eröffnen, pünktlich zum 120. Geburtstag ihres wohl berühmtesten Sohnes. Otto
Dix wurde 1891 in Gera geboren. Der Künstler, der 1969 starb, zählt zu den wichtigsten
Vertretern der Malerei des 20. Jahrhunderts. Dix gehörte zu den Repräsentanten der
neuen Sachlichkeit und des Expressionismus. Immer wieder setzte er sich mit den
Schrecken des Ersten Weltkriegs auseinander, die zum Thema seiner
Antikriegsbilder wurden. Im neuen Kunsthaus sollen dann mehr als 400 Werke der
Geraer Dix-Sammlung sowie Leihgaben zu sehen sein.
Gesellschaft
03. Dezember '10
Büste von Christian
Wolff in Halle zu sehen
Im ehemaligen Wohnhaus von Christian Wolff wird eine Büste
des Philosophen der Öffentlichkeit präsentiert, die durch Initiative von
engagierten Vereinen und Einzelpersonen aus Wrocław, ehemals Breslau, sowie aus Halle angefertigt
werden konnte. In der Büstensammlung des Stadtmuseums Wrocław (Polen) befindet
sich seit kurzem eine Marmorbüste des in Breslau geborenen Philosophen Christian Wolff.
Gefertigt wurde die im Auftrag des Stadtmuseums entstandene Büste vom Bildhauer
Tomasz Rodziński. Der hallesche Breslauer Stammtisch schlug vor, eine Kopie
dieser Marmorbüste zu schaffen und sie der Stadt Halle zu schenken.
Gesellschaft
03. Dezember '10
Nicht Matthias Rößler,
sondern Michael Richter
Die Tabula Rasa entschuldigt sich für einen Fehler, der sich eingeschlichen hatte. In einer falschen Berichterstattung, die mittlerweile gelöscht wurde, kam es leider zu einer gravierenden Namensverwechslung, die hier ausdrücklich bedauert wird. Es handelt sich natürlich nicht um Dr. Matthias Rößler, sondern um Michael Richter (57), der wegen seiner Stasi-Verstrickungen fristlos gekündigt wurde. Die moralische Integrität des Präsidenten des Sächsischen Landtags steht außer Frage. Wir bitten Herrn Dr. Matthias Rößler hiermit ausdrücklich um Entschuldigung für dieses schwerwiegende Versehen, das keineswegs beabsichtigt war.

Kunst und Künstler
02. Dezember '10
"Blickkontakte" in Dessau:
Sammlung SØR Rusche
Sammlung SØR Rusche
Der „Blickkontakt“ mit den Portraits der niederländischen Meister des
17. Jahrhunderts wird in der Ausstellung um einen lebendigen Kontrast
mit Bildnissen der Gegenwartskunst, wie z. B. mit Werken von Martin
Assig, Stephan Balkenhol, Beza, Norbert Bisky, George Condo, Marcel
Eichner, Zofia Kulik, James Lloyd, erweitert. Dabei werden nicht nur die
inzwischen erfolgten Veränderungen der Bildkonzeptionen deutlich. Zum
Erstaunen des Betrachters finden sich auch viele Berührungspunkte, die
aufzeigen, daß das Sujet nach wie vor aktuell ist. Die Expressivität und
der gesellschaftliche Kontext treffen den Betrachter ungleich direkter
als das scheinbar distanzierte und ästhetisierte Bildnis einer
vergangenen Zeit. Der Dialog alter und neuer Bildnisse führt für beide
Epochen gleichermaßen zu einer schärferen Wahrnehmung und zu einem
zusätzlichen historischen Erkenntnisgewinn.
> Blickkontakte. Niederländische Portraits> Mehr zur Sammlung SØR Rusche, hier:
Gesellschaft
02. Dezember '10
Eine vorweihnachtliche
Betrachtung von E. Kästner
Es hatte schon wieder geklingelt. Das neuntemal im Verlauf der letzten
Stunde! Heute hatten, so schien es, die Liebhaber von Klingelknöpfen Ausgang.
Mürrisch rollte ich mich türwärts und öffnete. Wer, glauben Sie, stand draußen? Sankt Nikolaus persönlich! In seiner
bekannten historischen Ausrüstung. "Oh", sagte ich. "Der eilige
Nikolaus!" - "Der heilige, wenn ich bitten darf. Mit h!" Es
klang ein wenig pikiert. "Als Junge habe ich Sie immer den eiligen
Nikolaus genannt. Ich fand's plausibler." - "Sie waren das?" -
"Erinnern Sie sich denn noch daran?" Lesen Sie hier weiter!
> Eine vorweihnachtliche Betrachtung - Erich Kästner
Gesellschaft
01. Dezember '10
Roland Jahn wird
neuer Stasibeauftragter
Der aus dem thüringischen Jena stammende Journalist Roland Jahn, geboren 1953, war einer der tapfersten Oppositionellen in der
Deutschen Demokratischen Republik. Nun soll er als Nachfolger von
Marianne Birthler über den Aktennachlaß der Geheimpolizei wachen, die
ihn einst drangsalierte. Die Tabula Rasa nimmt dies zum Anlaß, sich dem Thema Staatssicherheit und DDR-Regime erneut zu widmen. Auch der in Jena geborene Lutz Rathenow ist einst in den Fängen des DDR-Geheimdienstes gewesen sowie Siegmar Faust, der von 1996 bis 1999 Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen im Freistaat Sachsen war.
> Birthler muss weitermachen> Die Folgen der Staatssicherheit bis heute
Gesellschaft
01. Dezember '10
Thomas de Maizière
und der Datenschutz
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will einem Zeitungsbericht
zufolge schärfere gesetzliche Regelungen für den Datenschutz - auch im Hinblick auf die Veröffentlichungen von WikiLeaks - im Internet festlegen.
„Werden Daten, die über eine Person zusammengestellt worden sind,
gezielt veröffentlicht, greift dies besonders tief in das
Persönlichkeitsrecht ein“, so de Maizière in den „Ruhr Nachrichten“. Weiterhin unterstrich er: „Wenn hierbei gezielt Persönlichkeitsprofile verbreitet werden, dann
geht das nicht ohne Einwilligung der Betroffenen oder ein klar
überwiegendes Interesse an der Veröffentlichung.“ Dabei gebe es „eine
rote Linie, die jeder beachten muss“.
Gesellschaft
01. Dezember '10
Der vorerst letzte
RAF-Prozeß
Vielleicht ist es der letzte große RAF-Prozeß. 33 Jahre nach
dem Mordanschlag auf den Generalbundesanwalt Siegfried Buback steht die frühere
Terroristin Verena Becker in Stuttgart-Stammheim vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft
hat der 58 Jahre alten Angeklagten Becker vorgeworfen, an der Ermordung
Siegfried Bubacks und zwei seiner Begleiter am 7. April 1977 in Karlsruhe
beteiligt gewesen zu sein. Laut Anklage soll Becker maßgeblich an der
Entscheidung für den Mordanschlag, an dessen Planung sowie der Verbreitung der
Bekennerschreiben mitgewirkt haben. Bei dem gemeinschaftlich begangenen Mord
sei sie Mittäterin gewesen. Das Oberlandesgericht hat 17 Verhandlungstage bis
zum 21. Dezember angesetzt.
> Höllenfahrt auf totem Gleis - Mutmaßungen über Andreas Baader
Der Blick in die Welt
30. November '10
Klimagipfel in Mexiko
Bei der 16. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen im mexikanischen
Badeort Cancún auf der Halbinsel Yucatan geht es in den kommenden zwei Wochen um die Fortsetzung
des Kyoto-Klimaschutzvertrages, der 2012 ausläuft. Verbindliche
politische Beschlüsse gelten bei diesem Thema als unwahrscheinlich.
Lediglich bei den Themen Klimafonds und Schutz der Regenwälder könnten auf der Konferenz in Mexiko Fortschritte erzielt werden. Weiterhin lehnen es die USA ab, sich auf weitreichende und verbindliche Zusagen zur Reduzierung des
Kohlendioxidausstoßes (CO2) einzulassen, weil sie das als nachteilig für
ihre Wirtschaft und Entwicklung ansehen. Auch die großen Schwellenländer China, Indien und Brasilien plädieren in diese Richung.
> Kritik der Klimaökonomik 
Gesellschaft
30. November '10
Joachim Gauck erhält
Geschwister-Scholl-Preis
Der ehemalige evangelische Pastor, DDR-Bürgerrechtler und Kandidat für das Amt des
Bundespräsidenten 2010, Joachim Gauck, wurde in München mit dem renommierten
Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. „Er steht für die
Verteidigung der Freiheit, wenn die Freiheit in Gefahr oder bereits
abgeschafft ist, er steht für geistige Unabhängigkeit und für den Mut,
an dem Anspruch auf Freiheits- und Bürgerrechte festzuhalten“, so der
Autor Peter Schneider in seiner Laudatio. Gauck wurde für seine Autobiografie „Winter im Sommer - Frühling im
Herbst“ mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet.
„Widerstand ist nicht, Widerstand wird“, sagte Gauck kurz vor der
offiziellen Preisverleihung. Jeder Mensch
muß sich und seine moralischen Werte immer wieder neu hinterfragen und
darf nicht zum Mitläufer werden. „Wir sind nicht dazu da, vor
dem Verbrechen zu kapitulieren und vor dem Unheil zu flüchten.“
> „Wahrheit macht versöhnungsbereit“
Kunst und Künstler
29. November '10
Büchner-Preisträger
Reinhard Jirgl in Leipzig
Der Georg-Büchner-Preisträger 2010, Reinhard Jirgl, liest am
Donnerstag, dem 2. Dezember, um 19 Uhr, in der Alten Handelsbörse am Naschmarkt
aus seinem Buch "Die Stille". Die Deutsche Akademie für Sprache und
Dichtung verlieh am 23. Oktober den mit 40.000 Euro dotierten
Georg-Büchner-Preis 2010 an den Schriftsteller Reinhard Jirgl, der in einem
Romanwerk von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches,
oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert
entfaltet hat. Reinhard Jirgls Roman „Die Stille“ ist ein Epos vom langen 20.
Jahrhundert in Deutschland. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder
sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine
aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege,
Inflation, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien über fünf
politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute, überlebt. Den
einhundert Fotografien folgend, erzählt Jirgl Geschichten von Verletzungen,
Liebe und Verrat. "Die Stille" bestätigt seinen außergewöhnlichen
Rang.
> Georg-Büchner-Preis für Reinhard Jirgl> Reinhard Jirgl, liest am Donnerstag, dem 2. Dezember
Gesellschaft
29. November '10
WikiLeaks - Die Tabula
Rasa plädiert für Brieftauben
Offensichtlich können vertrauliche Informationen über die
Versendung von Postkarten geheimer gehalten werden, wie Informationen über das
Internet. Das dürfte u.a. bei Massendaten mit der Problematik der Selektion
etwas zu tun haben. 100.000 Postkarten zu lesen und zu sortieren dürfte
schwieriger sein, als 100 Millionen Datensätze zu selektieren und zu
archivieren. Ein Tipp für die größte Sicherheit bei der Übersendung von
Informationen ist die Verwendung von Brieftauben. Hieraus leite ich die künftige
Hochkonjunktur dieser Branche ab. Die Datenlücke die von WikiLeaks aufgetan
wurde, ist ein Beweis für die Richtigkeit meiner Bedenken. Die
Veröffentlichung ist zwar als anrüchig zu bezeichnen, aber in dem Sinne
erforderlich, um die vorhandenen Risiken aufzuzeigen.
Gesellschaft
29. November '10
Das Prinzip Nachhaltigkeit:
Die Generation 1927
Kaum eine Generation hat die Bundesrepublik in den letzten Jahren nachhaltiger geprägt als die Generation 1927. Nicht nur Papst Benedikt XVI. gehört ihr an, sondern auch berühmte Philosophen wie Robert Spaemann und Hermann Lübbe (fast, 31. Dezember 1926). Die Schriftsteller Martin Walser und Günter Grass, die im deutschen Literaturbetrieb und im Ranking führender Tageszeitungen, die vorderen beiden Plätze belegen, zählen hierzulande zu den einflußreichsten Literaten. Jüngst hat Martin Walser, der gerade an einem neuen Buch über "Wissen und Glauben" arbeitet, ein kleines Bändchen bei Hoffmann und Campe herausgebracht, in dem er sich mit dem Denker Friedrich Nietzsche auseinandersetzt. Immer, so Walser selber, hat er davon geträumt, über Nietzsche zu sprechen, nun hat er es getan. Und dabei wird deutlich: Nietzsche gehört zu den wirksamsten Lektüren Walsers, sein Werk "trägt diese dauerhafte Beschäftigung über fünfzig Jahre hin in sich [...]."
> Martin Walser: Nietzsche lebenslänglich
Der Blick in die Welt
25. November '10
Irland am Abgrund:
Der zahnlose "Tiger"
Das Foto zeigt die irische Hauptstadt Dublin am Abend und gibt damit die dortige Stimmung treffsicher kund. Es ist noch nicht lange her, wo
uns Irland als Musterland für den Erfolg eines neoliberalen Systems dargestellt
wurde. Insbesondere die niedrigen Steuersätze wurden als vorbildlich für die
anderen Länder in der EU propagiert. Nun sind dem „Tiger“
offensichtlich die Zähne ausgegangen. In der Euro-Zone ist die Summe von 1 Mrd.
Euro offensichtlich zur niedrigsten Verrechnungseinheit mutiert. Deshalb wird
der Kapitalbedarf von 85 Mrd. Euro laut Aussage der „politischen Eliten“ als
unproblematisch bezeichnet. Dabei ist davon auszugehen, dass ein Land von 4,5
Millionen Einwohnern wohl kaum in der Lage sein wird, diese Summe
zurückzuführen.
> Der „Keltische Tiger“
Kunst und Künstler
25. November '10
Martin Pollack erhält den
Leipziger Buchpreis 2011
Für sein einprägsames und richtungweisendes Œuvre wird dem österreichischen Publizisten,
Schriftsteller und Übersetzer Dr. Martin Pollack von einer international
besetzten Jury der mit 15.000 Euro dotierte Leipziger Buchpreis zur
Europäischen Verständigung für das Jahr 2011 zuerkannt. Die Preisverleihung
findet anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 16. März 2011 im
Gewandhaus zu Leipzig statt. In der Begründung der Jury heißt es, dass Pollack in seinen historischen Reportagen
stets „ein erhellendes Licht auch auf unsere Gegenwart wirft“. Er fokussiere
diese literarische Kunstform auf dem heiklen Grat zwischen Essayistik und
Dokumentation mit seiner Empathie immer darauf, den namenlosen Opfern der
Geschichte Namen und Würde zuzuschreiben.
> Martin Pollack erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2011 
24. November '10
Studienrekord an
Thüringer Hochschulen
„Die Thüringer Hochschulen sind Zuwanderungsmagneten. Zum Start des
Wintersemesters 2010/11 kam jeder dritte Studienanfänger aus den
westdeutschen Ländern.“ Das erklärt Thüringens Minister für Bildung,
Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, zu den heute vorgestellten
Zahlen des Statistischen Landesamtes, nach denen die Studierendenzahlen
im Freistaat im Vergleich zum Wintersemester 2009/2010 um zwei Prozent
gestiegen seien. Nach ersten vorläufigen Ergebnissen seien an allen
Hochschulen im Freistaat 53.600 Studierende eingeschrieben.
> Studierendenrekord spricht für Hochschulstandort Thüringen
Kunst und Künstler
24. November '10
Stefan Heym jetzt Online
Die Werke des 1913 im sächsischen Chemnitz geborenen Schriftstellers Stefan Heym sind jetzt im Internet verfügbar. Die Materialsammlung über dessen Leben und Werk wurde von dessen Geburtsstadt freigeschaltet; sie gibt einen hervorragenden Einblick in dessen Leben und Wirken. 1976 protestierte Heym gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. 1982 hatte er sich für eine deutsche Wiedervereinigung nach sozialistischem Vorbild ausgesprochen; im Herbst 1989 hielt er mehrere Reden während der Montagsdemonstrationen in Berlin. 1994 kandidierte er auf der offenen Liste der PDS und gewann ein Direktmandat im Wahlkreis Prenzlauer Berg. 1994 eröffnete er als Alterspräsident den 13. Deutschen Bundestag, die Rede führte zu einem Eklat mit der CDU/CSU-Fraktion. Der Schriftsteller starb 2001 in Israel.
> Mehr dazu finden Sie hier
Kunst und Künstler
23. November '10
90. Geburtstag
von Paul Celan
Der deutschsprachige Lyriker Paul Celan, geboren am 23. November 1920, wurde in Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina in Nordrumänien, in einer deutschsprachigen jüdischen Familie geboren. 1952 ist bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart sein Gedichtband "Mohn und Gedächtnis" mit dem viel beachteten Gedicht "Todesfuge" ("Der Tod ist ein Meister aus Deutschland, sein Auge ist blau") erschienen, das den Mord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten thematisierte. Der Lyriker suchte vermutlich am 20. April 1970 den Freitod in der Seine am Pont Mirabeau. Seine Leiche wurde am 1. Mai 1970 in der Nähe von Paris aus dem Fluß geborgen. Celan gilt als einer der berühmtesten Lyriker des 20. Jahrhunderts.
Kunst und Künstler
23. November '10
Eckart Hahns "Zwischenwelt"
in der Galerie Rothamel
Eckart Hahns Bilder erinnern an computergenerierte Inszenierungen, doch sie
entstehen per Hand, in virtuoser Lasurtechnik, gewalzt, schabloniert, mit
feinsten Pinseln ausgemalt. Seiner Malerei stellt er Objekte zur Seite, die
gleichfalls einer virtuellen Parallelwelt entsprungen scheinen und ihre
Stofflichkeit in raffinierter Manufakturarbeit erhalten. Hahns Szenarien führen
in den Raum zwischen Wachsein und Traum, in dem wir nicht mehr steuern, welche
Wege unser Bewußtsein einschlägt. Ihre Eindringlichkeit resultiert aus der
Intensität, mit welcher der Künstler seine Motive bearbeitet, formell wie
inhaltlich. Den Weg in seine Zwischenwelt weist er uns durch Bezüge,
die vertraut erscheinen, deren Zusammenklang indes verstört. Aus kontextuellen
Fallen, Fehlern und Durchbrüchen hat Hahn über die Jahre ein emotionales Schema
entwickelt. Aus dem Eigenen, dem Unbewußten, wird etwas Reflektiertes,
Beschreibbares und damit auch Fremdes.
> Mehr dazu finden Sie hier
Gesellschaft
23. November '10
Was eigentlich bedeutet
das Wort "normal"?
Die Zeitungen sind voll von Abnormalen. Da gibt es abnormale Verbrecher,
abnormal hohe Kreditzinsen, abnormal kleine Löhne und abnormal schöne
Mannequins, die bis zur Abnormalität retuschiert werden. Fazit: Überall
lacht uns das Abnormale entgegen und wir saugen es gierig auf. Warum
streben wir es dann an, „normal“ zu sein bzw. als normal wahrgenommen zu
werden? Was bedeutet das Wort „normal“? Normen sind soziale
Vorschriften, die das Verhalten des Einzelnen in Bezug auf die soziale
Gruppe regeln sollen. Sie konstituieren mögliche Handlungsformen in
einer sozialen Situation. Sie sind gesellschaftlich und kulturell
generiert und unterliegen daher immer dem sozialen Wandel. Normen zeigen
auch die Erwartungen der Gesellschaft an das Verhalten von Individuen
in allen ihren Dispositionen.
> ABNORMAL NORMAL
Gesellschaft
21. November '10
Neues Chaos um Hartz IV
Der Sozialrichter Jürgen Borchert, dessen Senatsvorlage mit dazu beigetragen hat, daß die Hartz-IV-Regelsätze vom
Bundesverfassungsgericht gekippt wurden, hält auch die neuen
Berechnungen und Regelsätze für verfassungswidrig. „Die Vorgabe des
Verfassungsgerichts, den Regelbedarf transparent und nachvollziehbar zu
ermitteln, wurde nicht erfüllt“, die Neuberechnung sei nicht plausibel. Borchert sprach von einer „gravierenden Verzerrung der
Referenzgruppe“. Auch sind die Kinderbedarfssätze erneut „ins
Blaue geschätzt“. Für die Sozialverbände ist der Regelsatz, der zum 1. Januar 2011 um fünf
Euro auf 364 Euro erhöht werden soll, zu niedrig. Auch der Deutsche
Gewerkschaftsbund (DGB) hatte kritisiert, daß das Gesetz keine „tragfähige
Basis zur Vermeidung von Armut, insbesondere von Kinderarmut“, bildet. Demgegenüber hatten Arbeitgeber und Kommunen darauf hingewiesen, daß höhere Regelsätze nur die
Anreize zur Arbeitsaufnahme vermindern und den Steuerzahler zu stark belasten.
> Christoph Butterwegge: Hartz IV auf dem Prüfstand 
Kirche und Religion
19. November '10
Der jüngste Kardinal im
Vatikan heißt Reinhard Marx
Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, wird von Papst Benedikt XVI. am 20. November in den Kardinalsrang erhoben. Damit ist der 1953 im westfälischen Geseke geborene Sohn eines Schlossermeisters der jüngste Purpurträger innerhalb des Kardinalskollegiums. Bekannt wurde Marx nicht nur wegen der von ihm rigoros geforderten Aufklärung in Sachen Mißbrauch, sondern auch durch sein viel beachtetes Buch über seinen Namenskollegen Karl Marx, in dem er nicht nur kritisch Stellung zum neoliberalen Kapitalismus bezog, sondern sich mit Nachdruck für eine christiliche Soziallehre einsetzte. Dem Kommunismus in der Marx-Nachfolge unterzog er in seinem Buch "Das Kapital, Ein Plädoyer für den Menschen" einer harschen Kritik. Hier ein Auszug aus dem Buch, das 2008 erschien, und für das er 2009 die "Corine, den internationalen Buchpreis, erhielt.
> Marx schreibt an Marx
19. November '10
Benedikt XVI.
kommt nach Thüringen
Papst Benedikt XVI. wird 2011 sein Heimatland Deutschland besuchen.
Zunächst wird er in der Bundeshauptstadt Berlin von Bundespräsident Christian Wulff empfangen, der ihn
im vergangenen Monat eingeladen hatte. Weitere Stationen sind nach
Angaben der Deutschen Bischofs-Konferenz die Bistümer Freiburg sowie Erfurt in Thüringen. Es handelt sich bei der Visite um den ersten offiziellen Staatsbesuch des aus Marktl am Inn stammenden Pontifex in Deutschland. Seine beiden bisherigen Reisen zum
Weltjugendtag nach Köln 2005 und in seine Heimat Bayern 2006
hatte er ausdrücklich als pastorale, beziehungsweise private Besuche deklariert. Unterdessen hieß es aus Rom, daß Benedikt
XVI. den Gebrauch von Kondomen begrüßt. Der Papst hatte in einem Interview gesagt, der Einsatz von
Kondomen könne in begründeten Einzelfällen erlaubt sein, wenn es darum
gehe, die Ansteckungsgefahr mit HIV zu verringern. Dennoch sei die
Verwendung von Kondomen keine moralische Lösung.
Der Blick in die Welt
17. November '10
Wulff reist auf den Spuren
Willy Brandts nach Polen
Bundespräsident Christian Wulff (CDU) wird zum 40. Jahrestag des historischen Kniefalls von Willy Brandt (Foto) vor dem Ghetto-Denkmal in Warschau in die polnische Hauptstadt reisen. Geplant ist die Reise für den 7. Dezember. Gemeinsam mit dem polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski werden beide Staatsmänner dieses besondere Ereignis würdigen. Der Kniefall des damaligen Bundeskanzlers Brandt vor dem Ehrenmal im Jahr 1970 bildete den Auftakt für eine auf Entspannung ausgerichtete Ostpolitik. Wie Wulff betonte, bleibt die Aussöhnung mit Polen eine historische Aufgabe, der er sich verpflichtet fühle. In der Tabula Rasa können Sie nochmals Wulffs Ansprache nach der Verteidigung im Bundestag lesen.
> Ansprache nach der Vereidigung im Deutschen Bundestag
Feuilleton
17. November '10
Werksausgabe von
Heinrich Böll fertig
Nun ist es vollendet, die
letzten drei Bände von Heinrich Bölls Werk kommen in wenigen Tagen in den Buchhandel. Nach
neunjähriger Arbeit liegt damit nun eine 27-teilige Werkausgabe des
Literaturnobelpreisträgers vor. Neben den bekannten Werken
wie "Ansichten eines Clowns" und "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", mit denen Böll Berühmtheit erlangte,
ist in der Ausgabe auch bisher unveröffentlichtes Material enthalten. Der Verlag und
die Heinrich-Böll-Stiftung hatten das Mammutwerk in Berlin
vorgestellt; Festredner war Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Die
sogenannte "Kölner Ausgabe" zeichnet den Weg des Schriftstellers von den jugendlich-literarischen
Anfängen bis zu seinem Tod 1985 nach.
Feuilleton
16. November '10
Rousseau-Forscher Jean
Starobinski feiert seinen 90.
Der 1920 in Genf geborene Literaturwissenschaftler und
Philosoph Jean Starobinski feiert am 17. November seinen 90. Geburtstag. Nach
dem Studium der Literaturwissenschaft und Medizin war er Professor für
Ideengeschichte in Genf, von 1966 bis 1985 zusätzlich für Medizingeschichte und
von 1967 bis 1985 für Geschichte der französischen Literatur. Zu den
Schwerpunkten seiner Forschungen zählte die Geschichte der Melancholie, darüber
hinaus wurde er mit seinen Arbeiten zur französischen Literatur des 16. bis 18.
Jahrhunderts (Montesquieu, Rousseau (Foto), Diderot, Montaigne, Racine, Corneille u.
a.) bekannt. In diesen Studien spiegelte er psychoanalytische und phänomenologische
Zugänge aus dem Blickwinkel des Arztes und des Literaturhistorikers.
16. November '10
Angela Merkel und
das Verbot der PID
Mit knapper Mehrheit hat sich die
CDU für ein Verbot von Gentests an
Embryonen ausgesprochen. Bei ihrem Parteitag in Karlsruhe am
Dienstag votierten nach stundenlanger emotionaler Debatte 51,06 Prozent der
Delegierten in geheimer Abstimmung für die Position der
Parteivorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die sogenannte
Präimplantationsdiagnostik (PID) ablehnt. Damit ist der von Kritikern immer wieder befürchtete
"Dammbruch" zumindest für eine gewisse Zeit aufgeschoben. Angela Merkel, so scheint es, hat ihre konservative Wende vollzogen; ihre Position Mitte, die sie seit einem Jahr unter Schwarz-Gelb verkörperte, hatte ihr in den letzten Monaten Stimmverluste in der Wählerschaft eingebracht. Die Tabula Rasa fragt erneut: Wie viel Mitte hat die CDU?
> Das Phänomen Merkel - Einbruch bei Christen> Merkel und das Verbot der Präimplantationsdiagnostik 
16. November '10
Kristina Schröder
wirbt für PID
Die CDU ringt derzeit auf ihrem Bundesparteitag um
einen gemeinsamen Kurs für Gentests an Embryonen. Die sogenannte
Präimplantationsdiagnostik gilt als der heikelste Punkt. Für die CDU geht es um die Frage: Wie christlich sind
Gentests an Embryonen? Während sich Angela Merkel, nach zu viel Mitte in den letzten Jahren, konservativ gibt, und die PID ablehnt, sprach sich Familienministerin Kristina Schröder dafür aus, Gentests
unter engen Voraussetzungen zu erlauben. Es sei das kleinere Übel, dieses Verfahren zuzulassen. Ansonsten wird es hierzulande zu mehr Fehlgeburten,
Totgeburten und Abtreibungen kommen. Den von Kritikern immer wieder befürchteten
"Dammbruch" sieht Schröder nicht, da nur Paare mit einem ernsthaften
Kinderwunsch den schweren Weg einer künstlichen Befruchtung wählten. Die Tabula Rasa fragt erneut: Wie viel Mitte hat die CDU?
> Das Phänomen Merkel - Einbruch bei Christen
Gesellschaft
16. November '10
Ostdeutschland -
wohin gehst du?
Der Osten der Bundesrepublik hat schlechte Chancen, gegenüber den alten Ländern wirtschaftlich aufzuholen. Dies ist zumindest das Resultat einer Studie des Schweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos. Während der Süden geradezu boomt, hinken der Norden und der Osten beängstigend hinterher. Auch die Prognosen für die Zukunft des Ostens fallen eher düster aus. Von den 53 Regionen, für die Prognos hohe bis sehr hohe Zukunftsrisiken sieht, liegen 48 in den neuen Bundesländern. Nur zwei Städte aus dem mitteldeutschen Raum konnten laut der Prognos-Studie sehr gute Noten bekommen. Die Universitätsstadt Jena landete auf Platz 15 und mußte sich Städten wie München, Erlangen, Frankfurt a.M. und Stuttgart geschlagen geben, Dresden belegte Platz 32.
> Es lebe die Republik
15. November '10
Der Streit
um die PID
Schon lange wird darüber diskutiert, ob die Präimplantationsdiagnostik in Deutschland erlaubt werden soll. Auch im Hinblick auf diese Frage herrscht auf dem CDU-Parteitag derzeit Uneinigkeit. Während Bundesforschungsministerin Annette Schavan weiterhin an einem Verbot festhält,
votieren Wolfgang Schäuble, Kristina Schröder (Foto) und Ursula von der Leyen
für eine begrenzte Zulassung der sogenannten PID. Untersuchungen an Embryonen
sollen in solchen Fällen erlaubt sein, wenn Eltern
befürchten, Kinder mit Erbkrankheiten auf die Welt zu bringen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Unions-Fraktionschef
Volker Kauder lehnen die Diagnostik dagegen ab.
Gesellschaft
14. November '10
November - Monat
der Entscheidung
Der Dauersport in unserer Gesellschaft, Tod und Sterben aus dem Bewusstsein zu verdrängen,
legt zumindest in diesem Monat eine kurze Kunstpause ein. Memento mori,
bedenke, dass du sterben wirst. Den siegreichen Feldherren im alten Rom soll ein
Sklave diesen Satz beim Triumphzug beständig ins Ohr gerufen haben, während er
dem Triumphator den Lorbeerkranz über das stolze Haupt hielt. Aber nicht nur
die Sklaverei ist heute – Gott sei Dank – abgeschafft. Auch von denen, die
bisweilen an die Endlichkeit des irdischen Lebens erinnern, ist nicht mehr viel
zu hören oder zu sehen. Lautstark treten dagegen diejenigen auf, die uns alle
möglichen Mittelchen anpreisen, um „fit for fun“ und ewig jung zu sein.
> November, Monat der Entscheidung
13. November '10
Schavan spricht sich
für PID-Verbot aus
Bundesforschungsministerin Annette Schavan bleibt standhaft
und wird sich auf manch eine Kontroverse auf dem am Sonntag beginnenden CDU-Parteitag
einlassen müssen. Die CDU-Politikerin hat sich nach wie vor für ein Verbot der
Prä-Implantationsdiagnostik ausgesprochen. Die gentechnische Untersuchung von
Embryos im Reagenzglas belaste die Menschen mehr, als daß sie Probleme löse, so
Schavan bei einer Pressekonferenz in Stuttgart. Es dürfe nicht sein, daß
Menschen mit Behinderungen als ein verhinderbarer Fehler angesehen würden. Viele Philosophen, beispielsweise Robert Spaemann, Honnefelder, Nida-Rümelin, Birnbacher und Hoerster, haben zu dieser Thematik in den letzten Jahren aus ganz unterschiedlicher Sicht Stellung bezogen. Argumentativ stingent erscheint immer noch die christliche Sicht, die eben für ein radikales Verbot dieses Verfahren wirbt.
Der Blick in die Welt
12. November '10
Vor 100 Jahren starb Tolstoi
Vor hundert Jahren, am 20. November 1910, starb die Seele
Rußlands, der Schriftsteller, Gutsbesitzer von Jasnaja Poljana und Vater von 13
Kindern, Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi. Mit seinen Romanen "Krieg und Frieden" und
"Anna Karenina", die mittlerweile zu Klassikern der Weltliteratur wurden,
hat er nicht nur den realistischen Roman geschaffen, sondern Literatur von
Weltruf. Neben seiner Passion für die Kunst des Schreibens interessierte er sich auch für reformpädagogische
Bestrebungen und Bewegungen, richtete Dorfschulen nach dem Vorbild Rousseaus ein und besuchte
die großen Pädagogen Deutschlands. Die Tabula Rasa stellt einen der
Reformer vor.
> Die Pädagogik Christian Gotthilf Salzmanns 
Politik
12. November '10
Grüner Herbst:
"Es grünt so grün..."
Die Grünen sind weiter auf dem Vormarsch. Im Herbst der "Entscheidungen", wie Merkel betonte, gibt es für das Wahlvolk aber fast nur eine Entscheidung: Grün. Die Grünen kommen mit einem Zugewinn von einem Prozentpunkt
derzeit auf 23 Prozent der Stimmen und erreichen damit ihren besten Wert. Und wenn am Sonntag
Bundestagswahl wäre, könnte Rot-Grün mit 49 Prozent die absolute
Mehrheit für den Bundestag erringen, während Schwarz-Gelb nur auf 36
Prozent käme. Wie die Grünen macht auch Die Linke einen Prozentpunkt
Boden gut und erreicht zehn Prozent. Die beiden alten Volksparteien
hingegen verlieren jeweils einen Punkt. Nur noch 31 Prozent würden die Union und nur 26 Prozent die SPD wählen. Die FDP bleibt mit fünf Prozent
seit Juli stabil im Keller.
Kunst und Künstler
11. November '10
Der teuerste Comic der Welt:
Lichtensteins "Ohhh...Alright..."
Ein Pop-Art-Gemälde von Roy Lichtenstein (geb. 1923 in Manhatten) im Stile einer Comiczeichnung wurde in New York für 42,6 Millionen Dollar (31 Millionen Euro)
versteigert. Nach Angaben des Auktionshauses Christie's war dies
ein Rekord für ein Werk des 1997 gestorbenen Künstlers. Den Zuschlag
erhielt ein unbekannter Bieter am Telefon. Das bisher teuerste
Lichtenstein-Bild, "In the Car" von 1963, war vor fünf Jahren für 16,2
Millionen Dollar versteigert worden. Der fast dreifache Betrag ist jetzt für "Ohhh...Alright..." von 1964 fällig geworden. Neben Andy Warhol gilt Roy Fox Lichtenstein als wichtigster Vertreter der Pop-Art. Sein Durchbruch gelang ihm 1961 mit dem Bild Look Mickey (dt. Schau mal Micky); später wurde sein Stil der industrielle Stil des gedruckten Comics.
11. November '10
Hirntod - schon wirklich tot?
Rechtlich ist ist die Sache klar: Der Mensch ist tot, wenn
die Funktionen seines Hirns einschließlich des Hirnstamms irreversibel
ausgefallen sind. Auf diesem Grundsatz – daß der Mensch tatsächlich tot ist,
wenn man ihm für eine Organspende seine Organe entnimmt – beruht die
Transplantationsmedizin. Ob aber diese Gleichung Hirntod = Tod tatsächlich
richtig ist, wird in jüngerer Zeit wieder kontrovers diskutiert. Denn zahlreiche
Studien hätten ein längeres Überleben und die Aufrechterhaltung der
Körperfunktionen von hirntoten Patienten nachgewiesen. Bereits im September
1968 hat der Philosoph Hans Jonas, bekannt durch sein Buch „Das Prinzip
Verantwortung“, die Definition des Gehirntodes der Kommission der Harvard
Medical School auf einer Konferenz über "Ethische Aspekte von
Humanversuchen" kritisiert, weil er die Gefahr eines Mißbrauchs an
menschlichen Subjekten (Patienten) für medizinische Zwecke sah.
> Hans Jonas' Kritik am Hirntod
11. November '10
"Gendiagnostikgesetz
hält Praxis nicht stand"
Wesentliche Teile des
deutschen Gendiagnostikgesetzes entsprechen nicht dem aktuellen Stand der
Technologie, sind in der medizinischen Praxis kaum umsetzbar oder haben gar
negative Auswirkungen auf den Erfolg anerkannter Vorsorgeuntersuchungen, wie
etwa auf das Neugeborenenscreening. Das Gesetz, das seit Februar 2010 in Kraft
ist, ist dringend novellierungsbedürftig. Zu diesem Schluss kommt die
Akademiengruppe „Prädiktive genetische Diagnostik als Instrument der
Krankheitsprävention“ von Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften,
acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (für die Union der
deutschen Akademien der Wissenschaften).
> „Gendiagnostikgesetz hält der Praxis nicht stand“
Kunst und Künstler
10. November '10
Schillermuseum in Bad
Lauchstädt eröffnet
In Bad Lauchstädt wurde nun ein Museum eröffnet, das
Friedrich Schiller gewidmet ist. In dem Barockgebäude wurde das Zimmer rekonstruiert, in
dem der Dichter bei seinen Besuchen in Bad Lauchstädt angeblich übernachtet
haben soll, was aber nicht mehr eine Legende ist, denn Schiller
hat diesen Raum in Wirklichkeit nie gesehen. Daß der Dichter aus Marbach in Bad Lauchstädt mehrmals in einem einfachen Bürgerhaus
übernachtete, zumeist um seinen Freund Goethe zu besuchen, dies gilt allerdings als sicher.
Der Geheime Rat und Oberdirektor
des Weimarer Hoftheaters Goethe besuchte ab 1791 regelmäßig die kleine Stadt südöstlich
von Halle. Der Aufbau des Sommertheaters geht maßgeblich auf den Einfluß des Juristen aus Frankfurt/Main zurück,
und daß Schiller auf dem Spielplan stand, war für Goethe eine Herzenssache.
> Was können wir von Friedrich Schiller lernen?
Gesellschaft
10. November '10
Bonjour tristesse:
Wir dopen uns zu Tode
Jetzt hat ein Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) zutage gefördert, daß vier Millionen Menschen in Europa regelmäßig koksen. Die Zahl der Konsumenten ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen, auch ist Kokain schon lange keine Schickimicki-Droge mehr, sondern wird zusehends zur
„Straßendroge“. Insbesondere in Spanien,
Großbritannien und Italien sind es vor allem junge Männer, die der Droge erlegen sind.
Aber selbst wenn Kokain nur in kleinen Mengen und unregelmäßig konsumiert wird, kann es bereits tödliche Wirkungen entfalten. Spitzenreiter aber ist und bleibt Cannabis. Immerhin 75 Millionen Europäer haben
Cannabis schon einmal probiert; 23 Millionen rauchen den Stoff
regelmäßig und über vier Millionen drehen sich täglich ihre Joints.

Kirche und Religion
09. November '10
Welche Rolle spielt Gott
in der Welt der Religionen?
Die Frage nach der Bedeutung und der Funktion des
Gottesbegriffs in internationalen Beziehungen ruft auf den ersten Blick
Verwunderung hervor, jedenfalls für den Frommen. Dieser sieht seinen
Gott ja gerade jenseits aller nationalen und internationalen Relationen.
Und in der Tat steht der Gott der monotheistischen Religionen nicht nur
jenseits aller irdischen Beziehungen, sondern auch jenseits der Welt.
Zu den grundlegenden Bestimmungen des monotheistischen Gottesgedankens
gehören seine weltenthobene Transzendenz sowie seine Universalität und
Einzigkeit.
> Christian Danz: Zur Bedeutung des Gottesbegriffs in den internationalen Beziehungen
Politik
09. November '10
"Wir sind das Volk" -
auch ohne den Islam
Mit der Einführung des berühmten Rufes „Wir sind das Volk“
in die gegenwärtige Debatte um multikulturelle Gesellschaft und
Identität und Integration
hat Bundespräsident Christian Wulff in unverantwortlicher Weise einer
Beliebigkeit und Relativierung der deutschen Geschichte das Wort
geredet. Gerade einmal zwei Jahrzehnte sind vergangen seit der Ruf „Wir
sind das Volk“
so lange gegen die Mauer geschleudert wurde, bis diese sich heute vor
genau 21
Jahren öffnete. Auch Christian Wulff zitierte in seiner Rede zum 20.
Jahrestag
der Wiedervereinigung die berühmte Vokabel der Freiheit, um sie dann mit
den
Worten zu interpretieren:
> Graf von Hoensbroech: Schon relativiert oder gar vergessen? Vor 21 Jahren fiel die Mauer
Kunst und Künstler
08. November '10
Kurt Masur erhält
Leo-Baeck-Medaille
Am 9. November wurde Prof. Kurt Masur, von 1970 bis 1997
Leipziger Gewandhauskapellmeister und späterer Chefdirigent der New Yorker
Philharmoniker, mit der Leo-Baeck-Medaille geehrt. Der schon als DDR-Dirigent
weltweit gefeierte Künstler spielte auch bei der Friedlichen Revolution in
Leipzig vor 20 Jahren eine zentrale Rolle – der von Masur verlesene und über
den Stadtfunk verbreitete Aufruf sechs prominenter Leipziger trug zum
unblutigen Ausgang der Demonstration am 9. Oktober 1989 bei. Anschließend war er
beim London Philharmonic Orchestra und dem Pariser Orchestre National de
France. Masur ist auch Ehrengastdirigent des Israel Philharmonic Orchestra.
> Kurt Masur erhält Leo-Baeck-Medaille
Politik
08. November '10
Wer hat Angst vor
Alfred Grosser?
Noch war die Rede des Publizisten und Politologen Alfred Grosser im Rahmen der Gedenkfeier zur Erinnerung an die Reichsprogromnacht 1938 noch nicht gehalten, da hagelte es schon Kritik. Der Vizevorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, hatte Grosser Haß gegen Israel vorgeworfen und ihn als eine "grandiose Fehlbesetzung" bezeichnet. In seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche am 9.
November hielt Grosser zwar an seiner Kritik an Israel fest, vermied aber einen Eklat. Grosser hatte im Vorfeld immer wieder kritisiert, daß sich der Zentralrat der Juden in
Deutschland nicht gründlich mit seinem Buch "Von Auschwitz
nach Jerusalem" (2009) auseinandergesetzt habe. Der deutsch-französische Publizist ist bekannt dafür, daß er sowohl ein Kritiker der israelischen als auch der französischen Regierungspolitik ist.
> Die Singularität der Schoah
Gesellschaft
08. November '10
Mathias Döpfner und
das Bezahl-Internet
Für den Chef des Axel
Springer-Konzerns ist zumindest eine Sache klar: Verantwortlich für die schlechte Lage des Zeitungsmarktes ist das Internet. Wie Mathias Döpfner gegenüber dem "Handelsblatt" mitteilte, sei es Anbietern wie Google gelungen, die These zu verbreiten, die Umsonst-Kultur des Internets ist die größte Errungenschaft der Moderne. Die Leser haben aus dieser ausgegebenen Devise letztendlich den Schluß gezogen, daß nun alles kostenlos zu konsumieren sei. Wie Döpfner betonte, dürfte man diese Einstellung aber nicht den Lesern, sondern eben jenen Internetkonzernen vorwerfen. Die Erkenntnis,
daß man in Zukunft für alle Inhalte und Angebote Geld verlangen müsse, setzt sich, so die Hoffnung Döpfners,
nun auch in der Medienbranche durch.
Politik
07. November '10
Der neue Mann für NRW:
Norbert Röttgen geht auf Kurs
„Kann man die Kiste noch hochstellen?“, raunte Jürgen
Rüttgers einem Mitarbeiter des Bonner Konferenz-Zentrums zu. Bei der
Totenehrung kurz zuvor war dem scheidenden Landesvorsitzenden der CDU in
Nordrhein-Westfalen offenbar aufgefallen, dass das Rednerpult nicht der für ihn
akzeptablen Höhe entsprach. Das durfte natürlich nicht sein. Schließlich sollte
nichts schief gehen bei diesem 32. Landesparteitag der nordrhein-westfälischen
CDU, bei dem Jürgen Rüttgers nach fast zwölf Jahren nicht wieder kandidierte.
So richtig schief ging zwar eigentlich nichts bei dem Treffen im ehemaligen
Bundestag, doch das von vielen in der CDU erhoffte geschlossene und kraftvolle
Signal eines Neustarts blieb aus.
> Norbert Röttgen will die CDU an Rhein und Ruhr wieder an die Macht führen 
Politik
07. November '10
"Multikulti gibt es nicht"
Necla Kelek erhält Preis
Necla Kelek hat den Freiheitspreis der
Friedrich-Naumann-Stiftung erhalten. Laudatorin Alice Schwarzer würdigte
in der Frankfurter Paulskirche den Mut und die Beharrlichkeit der
türkischstämmigen Islamkritikerin.
Seit dem Erscheinen ihres ersten Buches "Die fremde Braut" (2005) gilt Kelek
in Deutschland als Kronzeugin jener Mahner und Rufer, die es schon
immer besser wußten: Multikulti gibt es nicht. Insbesondere die Muslime
stehen immer wieder im Visier der promovierten Soziologin, denn ihnen wirft sie vor,
nicht in Deutschland angekommen zu sein und: daß sie weiterhin an traditionellen
Rollenmustern festzuhalten.
Der Freiheitspreis ist undotiert und wird alle zwei Jahre verliehen.
2006 ging er an den früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher,
2008 an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa, den
diesjährigen Träger des Literaturnobelpreises.
Der Blick in die Welt
07. November '10
Benedikt XVI. weiht
Sagrada Familia
In Barcelona hat Papst Benedikt XVI. eine Messe in der Kirche
"Sagrada Familia" gefeiert. Im Rahmen des Gottesdienstes hat er den
weltbekannten Sakralbau des Architekten Antonio Gaudi zur Basilika
erhoben. Vor der Messe war das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, der sich derzeit zwei Tage in Spanien aufhält,
zu einem privaten Treffen mit dem spanischen Königspaar
zusammengekommen. Vor dem Rückflug nach Rom am Abend steht dann noch eine
Unterredung mit Regierungschef Zapatero auf dem Programm. Erste
Station der Spanien-Reise des Papstes war gestern der Wallfahrtsort
Santiago de Compostela im Norden des Landes.
Feuilleton
05. November '10
100. Geburtstag
von Anna Seghers
Weniger bekannt hierzulande war, daß die vor 100 Jahren, am 19. November 1900, in Mainz geborene Anna Seghers in ihrer Jugendzeit eine Vertreterin der Neuen Sachlichkeit war. Die Büchnerpreisträgerin, die auch den Nationalpreis der DDR erhielt, schrieb während ihres Exils in Frankreich und in Mexiko ihre wohl berühmtesten Bucher Transit und Das siebte Kreuz. Von 1952-1978 war sie Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR. Gleichwohl sie gegen den Ausschluß von Heiner Müller aus dem Verband protestierte, wird ihr eine gewisse Nähe zu Walter Ulbricht nachgesagt. Seghers, die 1983 starb, liegt auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin begraben.
> Jörg Bernhard Bilke: Anna Seghers, Briefe 1953/83
Gesellschaft
05. November '10
Hannah Arendt und die
Friedliche Revolution
Vor wenigen Wochen wurde die Deutsche Einheit 20 Jahre alt.
Im Jahr 1990 gingen die Veränderungen in der noch bestehenden Deutschen
Demokratischen Republik mit einer so ungeheuren Geschwindigkeit voran bis
schließlich am 3. Oktober 1990 die Einheit von Ost und West besiegelt wurde.
Nicht einmal zwölf Monate zuvor fiel die Mauer und mit ihr die Herrschaft der
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) sowie der gesamte DDR-Staat.
Vor allem die Bevölkerung der DDR mit ihrem Willen zu politischen und
gesellschaftlichen Veränderungen bestimmte diese rasant ablaufende Entwicklung,
so dass die so genannte „Wende“ eher als eine Revolution bezeichnet werden muss.
> Hannah Arendt und die Friedliche Revolution
04. November '10
Kulturkampf in Weimar
Der Streit um die künftige Leitung der "Klassik Stiftung Weimar" geht in die zweite Runde. Nachdem der Thüringer Kulturminister Christoph Matschie - aus für viele nicht verständlichen Gründen - den Vertrag mit dem derzeitigen Präsidenten der Stiftung, Hellmut Seemann, nicht verlängert hat, soll jetzt eine Findungskommission bei der Neubesetzung helfen. Für seine Entscheidung, trotz Rückendeckung für Seemann aus Weimar, wurde Matschie nicht nur von der Opposition kritisiert. Demgegenüber betonte der SPD-Politiker, daß es völlig normal sei, wenn
ein Vertrag nach zehn Jahren nicht verlängert werde.
Feuilleton
03. November '10
Preis der Deutschen Gesellschaft
an Walser und de Bruyn
Der Preis der Deutschen Gesellschaft für Verdienste um die
deutsche und europäische Verständigung wird 2010 an Martin Walser (Foto) und Günter de
Bruyn verliehen. Der Preis würdigt die Verdienste um die Wahrung der
kulturellen Identität und das Werben um nationale Einheit sowie den
außergewöhnlichen Beitrag der beiden Schriftsteller zu einem friedlichen
Zusammenwachsen durch gegenseitiges Verständnis und den Abbau von Vorurteilen. Die Preisverleihung fand am 9. November statt. Bundestagspräsident, Professor Dr. Norbert Lammert MdB, hielt die
Laudatio, Grußworte sprach Dr. Dr. h. c. Lothar de Maizière,
Ministerpräsident a. D. und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft e.
V.

03. November '10
Bachmann-Preisträger liest
im Nietzsche-Zentrum
Im Rahmen des "IV. Literaturherbst an Saale, Unstrut und Elster" liest Lutz Seiler am 11.11.2010 um 19.30 Uhr im Nietzsche-Dokumentationszentrum Naumburg aus seinem Erzählungsband „Die Zeitwaage“. Lutz Seiler, im thüringischen Gera-Langenberg aufgewachsen, ist für sein Werk mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, 2007 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und 2010 für "Die Zeitwaage" mit dem Deutschen Erzählerpreis. Er ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.
> Bachmann-Preisträger im Nietzsche-Zentrum
Politik
02. November '10
Günter Grass protestiert gegen Roma-Abschiebungen
Für den Schriftsteller Günter Grass ist die geplante Abschiebung von mehreren tausend Roma aus Deutschland in den Kosovo ein "Skandal für Deutschland und eine Hypothek für den
europäischen Frieden." In einem Offenen Brief an Bundesinnenminister Thomas de
Maizière betonte der Schriftsteller: "In Deutschland geborende Kinder
werden mit ihren Familien ins Nichts geschickt, in eine feindliche
Umgebung ohne Perspektive." Vor diesem Hintergrund fordert Grass, daß die Bundesregierung ihre Entscheidung umgehend revidieren müsse. Mindestens 8.000 Roma sollen
aus der Bundesrepublik in das Kosovo abgeschoben werden. Sie gehören zu
einer größeren Gruppe geduldeter Kosovaren, die in den Balkanstaat
zurückkehren sollen.
Gesellschaft
01. November '10
Kritik der Klimaökonomik
Der
Klimawandel ist das größte Problem des 21. Jahrhunderts. Zerstören wir die
klimatische Grundlage menschlicher Existenz, brauchen wir uns über Finanzkrisen
und Arbeitsplätze keine Gedanken mehr zu machen.Trotzdem
steht in den Sternen, ob in nächster Zeit ein entschlossener globaler
Klimaschutz für die Zeit ab 2012 zwischen den Staaten vereinbart werden wird. Welches
Maß an Klimaschutz wäre aber optimal? Genau das möchte die Klimaökonomik in
Geld ausrechnen: Möglichst wenig Klimaschäden, aber bitte nur, wenn die dafür
nötige Klimapolitik nicht übermäßig viel kostet und möglichst noch andere
monetäre Vorteile hat (Wachstum). Das klingt plausibel.
> Felix Ekardt: Kritik der Klimaökonomik> Kommentar zum Artikel:
Politik
01. November '10
Jetzt geht er doch:
Röttgen der Taktiker
Was die K-Frage betrifft, hat sich Noch-Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) entschieden. Er nimmt den Umweg, denn direkt ist und bleibt ihm die Herrschaft in Berlin versagt - zumal auch von Guttenberg nach der Macht im Kanzleramt greift, wenngleich er beim CSU-Parteitag leise Töne angeschlagen hat. Auch ein Guttenberg weiß, wann er zu schweigen hat. Die Sache von Röttgen scheint hingegen klar: Von NRW, wo er von der Parteibasis zum Landesvorsitzenden gewählt wurde, demnächst zurück nach Berlin - vielleicht als der neue, starke Mann der CDU.
> Norbert Röttgen: Europas Berufung heute: Die Globalisierung muss europäisch werden
Feuilleton
31. Oktober '10
Harry Mulisch ist tot
Der niederländische Schriftsteller Harry Mulisch ist tot. Mit seinem Roman "Die Entdeckung des Himmels"
aus dem Jahre 1992 erlangte er Weltruhm. Mulisch, der 1927 in Haarlem geboren wurde, verstarb im Alter von 83 Jahren. In
den Sechziger Jahren sympathisierte er ebenso mit Fidel Castro als auch mit der Pariser Studentenbewegung. Er war Berichterstatter beim
Eichmann-Prozeß in Israel und mit Hannah Arendt befreundet. Besonders
bekannt war auch sein Romans "Das Attentat", in dem es um die Ermordung
eines mit dem NS-Regime kollaborierenden Polizisten geht. Mulisch
war Träger des Bundesverdienstkreuzes.
30. Oktober '10
Robert-Schumann-
Ausstellung in Jena
Am 24. Februar 1840 wurde der Komponist Robert Schumann an der
Universität Jena zum Dr. phil. promoviert. Die Universität erinnert nunmehr an dieses Ereignis mit einer Ausstellung. Schumann promovierte – damals ein gängiger
Vorgang – in Abwesenheit ("in absentia") und reichte dafür bei der
Philosophischen Fakultät verschiedene Schriften ein. Die Ausstellung "Der
akademische Schumann – eine Ausstellung zu Studium und Promotion des
Komponisten Robert Schumann" ist vom 3. bis 11. November zu sehen. Die Tabula Rasa hat sich dem Thema Schumann gewidmet.
> Der Chemiker Wolfgang Döbereiner befürwortet Robert Schumanns Promotion in Jena> Als Gesunder in der Irrenanstalt 
Gesellschaft
29. Oktober '10
Hartz IV auf dem Prüfstand
Am 9. Februar 2010 verkündete
das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sein Aufsehen erregendes Urteil zu
den Regelsätzen beim Arbeitslosengeld II und beim Sozialgeld (Az. 1 BvL 1/09, 1
BvL 3/09 und 1 BvL 4/09), die es für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar
erklärte. Zwar hielten die Richter/innen des Ersten Senats den
Hartz-IV-Regelsatz nicht für „evident unzureichend“, sie verpflichteten die
Bundesregierung jedoch, vor dem 1. Januar 2011 eine Neuberechnung/-regelung zu
treffen und bis dahin nötigenfalls einmalige Beihilfen zu gewähren, um
Hilfebedürftigen durch Deckung ihrer Sonderbedarfe eine menschenwürdige
Existenz zu sichern.
> Christoph Butterwegge: Hartz IV auf dem Prüfstand
Gesellschaft
29. Oktober '10
Roland Jahn soll
Birthler-Behörde leiten
Der frühere DDR-Bürgerrechtler und Journalist Roland Jahn soll neuer Chef der Stasi-Unterlagenbehörde werden. Kulturstaatsminister Bernd Neumann will den 57-Jährigen als Nachfolger von Marianne Birthler (Foto) für das Amt vorschlagen. Seit Jahren arbeitet Jahn für das politische Magazin "Kontraste" des
RBB und soll als Kompromißkandidat eine breite parlamentarische
Unterstützung erhalten. 1983 wurde er als Regimegegner aus der DDR
ausgewiesen, auch im Westen setzte er dann sich gegen den SED-Staat
ein. Jahn gilt als Wunschkandidat von Birthler, deren Amtszeit im Frühjahr 2011 endet.
> Birthler muss weitermachen
Kirche und Religion
29. Oktober '10
Nicht von dieser Welt:
Christen feiern Allerheiligen
Allerheiligen steht vor der Tür. Wir haben uns
also einen Begriff vorgenommen, der in unserer schönen durchsäkularisierten
Gesellschaft ein Fremdwort geworden ist. Was Missbrauch ist, weiß jeder –
leider! Doch wenn es um Heiligkeit geht, herrscht allgemeines Analphabetentum. Da
ist auch ein wenig die deutsche Sprache schuld. Die alten Griechen kannten noch
drei Begriffe (hagios, hieros, hosios), um deutlich zu machen, was „heilig“
ist. Bei den Lateinern waren es noch zwei, wobei „sanctus“ das Heilige und
Göttliche meinte, das Wort „sacer“ hingegen das, was mit dem Heiligen in
Überseinstimmung steht.
> Nicht von dieser Welt
Kirche und Religion
29. Oktober '10
Reformationstag 2010
Insbesondere von evangelischen Christen in ganz Deutschland wird
am 31. Oktober der Reformationstag gefeiert. Laut der Überlieferung soll der
Mönch und Professor für Theologie, Martin Luther, am Tag vor Allerheiligen 1517
an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg seine 95 Thesen in lateinischer
Sprache zu Ablaß und Buße angeschlagen haben, um damit eine akademische
Disputation auszulösen. Mit seinen Thesen leitete der die Reformation in der
Kirche ein. In der Tabula Rasa hat Udo Kern über das Kritikpotential nachgedacht und Bernd Rebe fordert: "Vollendet die Reformation!"
> Zum Kritikpotential des Protestantismus> Vollendet die Reformation!
Kunst und Künstler
27. Oktober '10
Kulturquartier von
europäischem Rang
Die Paternosterkette besteht aus sieben hölzernen
Totenköpfen, jeder von ihnen kaum größer als eine Fingerkuppe. Die Schädel sind
aufklappbar und enthalten zu beiden Seiten jeweils eine kunstvoll geschnitzte
und mit Kolibrifedern hinterlegte Darstellung einer im Neuen Testament
beschriebenen Szene aus dem Leben Jesu. „Memento mori“ ruft die ungewöhnlich
inszenierte Kette dem Beter zu, und „memento mori“ ist denn auch der gesamte
Raum überschrieben, in dem das um 1580 in Mexiko gefertigte Exponat ausgestellt
ist. Auf dem kleinen steinernen Altar liegt ein üppiges Antiphonar aus dem 16.
Jahrhundert, und in den wirkungsvoll ausgeleuchteten Vitrinen finden sich weitere
Exponate, die an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens, meist mit Bezug zur
Passionsgeschichte Christi, erinnern.
> Kulturquartier von europäischem Rang
Kunst und Künstler
26. Oktober '10
10 Millionen Besucher in
der Frauenkirche in Dresden
Seit der
Weihung der Kirche vor fünf Jahren sind mittlerweile mehr als zehn Millionen
Besucher in die Dresdner Frauenkirche gepilgert. Auch das kirchliche Angebot hat sich bewährt. Neben den Gottesdiensten gibt es während der Besuchszeiten alle 30
Minuten auch einen "geistlichen Impuls zum Innehalten". - Die
Frauenkirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der 1994
begonnene Wiederaufbau des Barockbaus wurde 2005 - dank vieler Spenden - vollendet. Die Tabula Rasa fragt: Wie säkular ist der Osten?
> Warum sind wir so säkular? Eine Antwort aus dem deutschen Osten 
Kunst und Künstler
25. Oktober '10
Moritzburg Halle zeigt von
Franz Marc und Paul Klee
Seit dem 24. Oktober 2010 ist im Kunstmuseum Stiftung Moritzburg in Halle eine neue
Ausstellung zu bewundern. Bis zum 9. Januar nächsten Jahres werden Arbeiten von
Franz Marc und Paul Klee gezeigt. Die Schau "Dialog mit Bildern" widmet
sich dem künstlerischen Austausch der beiden Maler, die in der Zeit zwischen 1912 bis
1916 besonders eng befreundet waren. Wie Moritzburg-Direktorin Katja
Schneider betonte, wird damit erstmals umfassend eine der wichtigsten
Künstlerfreundschaften der Avantgarde vor dem Ersten Weltkrieg
dokumentiert.
Kunst und Künstler
24. Oktober '10
Anselm Kiefer und die
Bedenken Heideggers
Der Künstler Anselm Kiefer ist um Europa besorgt. Sein Unbehagen habe er, so in einem Gespräch mit dem Regisseur Alexander Kluge in der "Welt am Sonntag", einer Vorlesung des Philosophen Martin Heidegger entnommen.
Heidegger hatte damals erklärt, daß Europa verloren gehen und nur noch als
geographische Einheit weiterexistieren könne, quasi als eine Halbinsel, die an Asien
dranhängt. Auch um Deutschland macht sich Kiefer Sorgen.
Man könnte den Deutschen besser trauen, wenn sie tatsächlich in Europa
integriert seien, denn dann sind sie gefesselt und gebunden. In der Nähe von Potsdam, in der Villa Schöningen, ist derzeit Kiefers Ausstellung "Europa" zu sehen. Die Tabula Rasa wirft nochmals einen Blick auf die Verleihung des Deutschen Friedenspreises.
> Weltschmerz schlägt Ware, Rückblick auf die Friedenspreis-Verleihung an Anselm Kiefer
Feuilleton
24. Oktober '10
Christa Wolff erhält
Thomas-Mann-Preis
Die Schriftstellerin Christa Wolf hat am 24. Oktober in Lübeck den Thomas
Mann-Preis für ihr Lebenswerk verliehen erhalten. Rund 700 Gäste waren
zu der Preisverleihung in das Theater der Hansestadt geladen, darunter
der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse (SPD) und
der Träger des Literatur-Nobelpreises, Günther Grass. Der Autor würdigte
Christa Wolf als eine der ganzen großen Schriftstellerinnen der
Nachkriegszeit. Die siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Heinrich Detering hat die aus der ehemaligen DDR stammende 81-jährige
Autorin ausgewählt, "weil sie in ihren Romanen und Erzählungen die
Kämpfe, Hoffnungen und Irrtümer ihrer Zeit kritisch und selbstkritisch
befragt und mit tiefem moralischen Ernst und erzählsicherer Kraft
geschildet hat".
> Christa Wolf: „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr.Freud
Der Blick in die Welt
24. Oktober '10
Der kulturelle Genozid
am Beispiel Tibets
Es sind nun auf den Tag genau 60 Jahre her, daß die Armeen
Festlandchinas mit der Eroberung Tibets begonnen haben. China hat
offiziell den 23. Oktober 1950 als Beginn des militärischen Angriffs
festgelegt. Im Genozid werden Menschen auf Grund von Eigenarten, sei es
Nationalität, sei es Religion, sei es Sprache oder sei es Hautfarbe
ermordet. Im kulturellen Genozid werden diese Menschen nicht umgebracht,
sondern dazu gebracht, ihre Eigenheiten abzulegen. Dies geschieht durch
Zwang, freiwillig oder historisch-natürlich. Das Paradebeispiel des
durch Zwangsmaßnahmen erreichten kulturellen Genozids gilt die
christliche Missionierung der indigenen Bevölkerung Schwarz-Afrikas und
Südamerikas.
> Der kulturelle Genozid am Beispiel Tibets
Feuilleton
22. Oktober '10
Martin Walser auf CD-Rom
Dass Amor auch noch bei reifen
Menschen wie der Blitz zuschlagen kann, ist durchaus keine Seltenheit und dass
dies alles andere als kitschig und peinlich ist, zeigt Martin Walser in seinem
neuesten Roman "Ein liebender Mann".
Ungewöhnlich ist vielleicht der gewaltige Altersunterschied des Anbetenden zu
seiner Auserwählten, aber prominente Pärchen der Gegenwart zeigen, dass eine
derartige Konstellation nicht unbedingt eine Ausnahmeerscheinung ist. Vierundsiebzigjährig
verliebt sich Johann Wolfgang von Goethe bei einem Kuraufenthalt im Böhmischen
Marienbad in die neunzehnjährige Ulrike von Levetzow. Dies beflügelt einen
Sommer lang noch einmal dessen Innerstes. Die Symptome einer derartigen
Gefühlswallung machen auch vor dem, bereits in ganz Europa als berühmter
Schriftsteller gefeierten und verehrten Herrn Geheimrat keinen Halt.
> Alter Mann, junges Mädchen - peinlich oder zeitgemäß?
Gesellschaft
21. Oktober '10
Hannelore (Loki) Schmidt ist tot
Loki Schmidt, geboren 1919 in Hamburg, ist tot. Die Frau von Altbundeskanzler Helmut Schmidt und engagierte Naturschützerin starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 91 Jahren. Sie verstarb in ihrem Reihenhaus in Hamburg-Langenhorn, in dem sie bis zuletzt gemeinsam mit ihrem Mann wohnte. Ihre Tochter Susanne sei bei ihr gewesen, sagte eine Sprecherin von Altkanzler Schmidt. Nach einem Krankenhausaufenthalt wegen einer Fußverletzung Ende September 2010 hatten Ärzte Loki Schmidt nach Hause entlassen. Die Tauerfeier findet am 1. November in der Hauptkirche
St. Michaelis statt.
Die Zeremonie beginnt um 12 Uhr mittags. Neben Hamburgs Erstem
Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) sollen der frühere Bürgermeister
Henning Voscherau (SPD) und Bischof Eduard Lohse sprechen.

Gesellschaft
21. Oktober '10
Weltfußballer
Pelé wird 70
Der am 23. Oktober 1940 in einfachen Verhältnissen geborene Pelé, eigentlich Edison Arantes do Nascimento, zählt zu den weltbesten Fußballern der Geschichte. Der brasilianische Außnahmespiel wurde von der FIFA nicht nur zum Weltfußballer gewählt, vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts, sondern war auch Sportminister seines Landes. Selbst der "Kaiser", Franz Beckenbauer, hält Pelé für den besten Fußballer überhaupt. Die Tabula Rasa denkt über Fußball und Philosophie nach.
> Perspektiven einer Philosophie des Fußballs
Kunst und Künstler
21. Oktober '10
Galerie Rothamel zeigt
Werke von Markus Lüpertz
Sie gestalteten Kunstgeschichte, wurden mehrfach zur
Documenta eingeladen, nahmen nach Belieben teil oder sagten ab. Der eine schuf
seinen eigenen Geniekult und wurde weltbekannt, der andere gab Kataloge ohne
Namen heraus und hält sich weltweit bedeckt. Beide agieren und lehren
genreübergreifend. Abraham David Christian(*1952) ist Bildhauer und Zeichner,
Markus Lüpertz (*1941) Maler, Bildhauer, Grafiker, Musiker und Poet. „Abraham
David Christian und Markus Lüpertz“ 23. Oktober bis 4. Dezember 2010, Galerie
Rothamel Frankfurt, Fahrgasse 17, 60311 Frankfurt am Main, Do - Fr 14 - 19, Sa
11 - 16 Uhr.
> Mehr dazu:
Kirche und Religion
20. Oktober '10
Münchner Erzbischof
Reinhard Marx wird Kardinal
Papst Benedikt XVI. kündigte für den 20. November ein
Konsistorium an, bei dem er neben dem Münchner Erzbischof Reinhard Marx 23
neue Kardinäle berufen will Gewöhnlich werden nur Bischöfe zu Kardinälen
ernannt, die Inhaber großer Bischofssitze sind. Im deutschen Sprachraum sind
das Wien, Köln, Berlin und München. Deshalb ist die Ernennung von Reinhard Marx
keine Überraschung: In den vergangenen 100 Jahren wurden alle Münchner
Erzbischöfe Kardinäle. Unter anderen auch Joseph Ratzinger, heute Papst
Benedikt XVI. In einem Monat wird der Pontifex seinem Nachfolger die
Ernennungsurkunde und das purpurrote "Birett" überreichen. In der
Tabula Rasa denkt Marx über seinen Namensvetter Karl Marx nach.
> Marx schreibt an Marx
20. Oktober '10
Der Philosoph Ryôsuke
Ôhashi spricht in Weimar
Am Donnerstag, 21. Oktober 2010, 18 Uhr, spricht Ryôsuke Ôhashi im
Festsaal des Goethe-Nationalmuseums zum Thema »Kultur des >Windes<
im Fernen Osten«. Der Vortrag ist als eine Fortsetzung des
»fernöstlich-westlichen philosophischen Gesprächs« zu verstehen, das
Ryôsuke Ôhashi bereits 2009 zum zehnjährigen Jubiläum des Kollegs
Friedrich Nietzsche skizzierte. Dabei greift er den von dem japanischen
Philosophen Kitaro Nishida (weiter)entwickelten Identitätsgedanken auf,
der eine Grundlage der abendländischen Philosophie bildet.
> »Kultur des >Windes< im Fernen Osten«
20. Oktober '10
Augentest gibt Hinweise
auf Schwere der Depression
In Zukunft könnte eine Augenuntersuchung wertvolle Hinweise zur die Schwere einer Depression geben. Wie Freiburger Wissenschaftler herausgefunden haben, reagiert die Netzhaut depressiver Menschen nur schlecht auf Farbkontraste. In einer Studie, die im Fachjournal "Biological Psychiatry" erschien, prüften die Neuropsychiater bei depressiven und gesunden Teilnehmern die Reaktionen der Netzhaut auf wechselnde Schachbrettmuster mit unterschiedlichen Kontrasten. Sollte sich das Resultat in weiteren Studien bestätigen, könnte man anhand dieses Verfahrens objektiv den subjektiven Zustand einer Depression messen.
Philosophie und Wissenschaft
20. Oktober '10
Andreas Urs Sommer
entdeckt die Stoa neu
„Fordern Zeiten der Krise eine harte und kalte Philosophie
des Verzichts? Seelenruhe sei, so die alten Stoiker, nur zu erreichen durch den
Verzicht auf alles, was uns vom Schicksal genommen werden könnte. Damals
wollten sie Seelenruhe auf unerschütterliche Gewissheiten gründen. Uns sind
solche Gewissheiten abhanden gekommen. Umso größer ist das Bedürfnis nach einer
Philosophie, die der Krise trotzt.“ Über diese Fragen denkt der Philosoph Andreas Urs
Sommer in seinem Buch: „Die Kunst der Seelenruhe, Anleitung zum stoischen
Denken" nach.
> Mehr dazu: "Sternstunde Philosophie im Schweizerischen Fernsehen 
Kunst und Künstler
20. Oktober '10
Deutscher Pavillon:
Hommage an Schlingensief
Der deutsche Regisseur und bekennende Katholik Christoph Schlingensief sollte den Deutschen Pavillon für die Biennale
in Venedig 2011 gestalten, doch der Künstler starb an einem unheilbaren Krebsleiden. Schlingensiefs (1960 in Oberhausen geboren und im August 2010 in Berlin gestorben) Ideen werden jetzt, wie die Kuratorin des Pavillons mitteilte, nicht umgesetzt. Dagegen ist eine Hommage an den
Regisseur plant - in Zusammenarbeit mit dessen Witwe. So sollen viele
Projekte eingearbeitet werden - darunter auch das Operndorf in Burkina Faso. Vergangenes Jahr schrieb Schlingensief noch das beeindruckende Tagebuch seiner Krebserkrankung: "So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!"
Der Blick in die Welt
20. Oktober '10
Das Grauen vor Mexiko:
"Deepwater
Horizon"
Vor einem halben Jahr explodierte die Ölplattform
"Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko. „Wir haben es mit einer
gewaltigen und womöglich beispiellosen Umweltkatastrophe zu tun,“ räumte damals
US-Präsident Barack Obama ein. Viel zu lang warteten die Regierung und das
ganze Land darauf, daß die BP-Ingenieure endlich die sprudelnde Ölquelle in
1500 Metern Tiefe verschließen. 87 Tage dauerte dies dann und knapp 700
Millionen Liter Öl verschmutzten die Südküste der USA. Bislang hat die
Ölkatastrophe den BP-Konzern nach eigenen Angaben 11,2 Milliarden Dollar
gekostet. Von den Schäden am Ökosystem ganz zu schweigen.
> Deepwater Horizon - Zeugnis einer Katastrophe.
Der Blick in die Welt
19. Oktober '10
Rede von Christian Wulff
bei seinem Besuch in Ankara
Unsere Beziehungen reichen weit in die Geschichte zurück und haben die
Entwicklung unserer Nationen immer wieder bereichert. Der Dialog von
Orient und Okzident hat früh Schriftsteller und Künstler beschäftigt.
Auch in Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Technik entstand eine
enge partnerschaftliche Beziehung. Das Ende des Ersten Weltkriegs führte
beide Länder in eine neue Epoche, die Kaiserreich und Sultanat hinter
sich ließ und in der das Parlament eine zentrale Rolle spielen sollte.
> Rede des Bundespräsidenten in der Türkei
Gesellschaft
19. Oktober '10
Alois Glück und die
fraktale Struktur des Islam
Wie der Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen
Katholiken, Alois Glück (Foto), gegenüber dem "Deutschlandfunk" betonte, kann der Islam nicht Partner des Staates sein,
wie das derzeit die christlichen Kirchen sind. Der Islam, so die Begründung Glücks, sei eben keine "einheitliche
Religionsgemeinschaft". Das zeigt sich insbesondere an einer Vielzahl von Konflikten innerhalb der
islamischen Welt. Die Tabula Rasa veröffentlicht nochmals die Rede von Christian Wulff, der zumindest in einer Passage postulierte, daß der Islam zu Deutschland gehöre.
> Christian Wulff: "Vielfalt schätzen - Zusammenhalt fördern"
Gesellschaft
19. Oktober '10
Der Mathematiker Benoît
Mandelbrot ist tot
Der Vater der fraktalen Geometrie ist tot. Der Mathematiker
Benoît Mandelbrot, geboren 1924 in Warschau, ist im Alter von 85 Jahren in
Chicago gestorben. Mit seiner Mandelbrot-Menge ermöglichte er die Berechnung
fraktaler Strukturen, dazu zählen Küstenlinien, Bäume, Farne oder Wolken. Durch
die Darstellung in Computergrafiken - "Apfelmännchen" - wurden
Mandelbrots Fraktale berühmt. Die Tabula Rasa widmet sich aus gegebenem Anlaß dem Thema Philosophie und Mathematik.
> Wahrheit oder Spiel
Kunst und Künstler
18. Oktober '10
Dokumentationsfestival
in Leipzig hat begonnen
In Leipzig hat das Internationale Festival für Dokumentar- und
Animationsfilm begonnen. An sieben Tagen laufen fast 350 Filme aus 58
Ländern. In diesem Jahr ist das Festival sehr politisch, so
der verantwortliche Direktor Claas Danielsen. Themen sind der Afghanistan-Krieg, der
Gaza-Konflikt und die Lage im Iran. Danielsen beklagt die Sende- und
Vorführbedingungen für dokumentarische Produktionen. Im Kino würden die
Filme oft schon nach der ersten oder zweiten Woche wieder aus dem
Programm genommen, und im Fernsehen landeten sie regelmäßig auf sehr späten
Sendeplätzen. Kultur hat so keinen Wirkungsraum. Die Veranstaltung findet seit 1955 jährlich statt. In den
beiden Wettbewerbskategorien – Internationaler Dokumentarfilm, Internationaler Animationsfilm
– werden als Hauptpreise die Goldene und Silberne Taube verliehen.

Kunst und Künstler
18. Oktober '10
"ECHO" Klassik
für Kurt Masur
Der Dirigent Kurt Masur hat für sein Lebenswerk den
renommierten Musikpreis „ECHO Klassik“ erhalten, womit er auch für seine
humanitären Verdienste gewürdigt wird. Masur war von 1970 bis 1996
Gewandhauskapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters; in den Jahren
1989/90 engagierte er sich in der Initiative "Keine Gewalt" für einen
friedlichen Verlauf der Montagsdemonstrationen, die zum Umbruch in der DDR und
später zur Wiedervereinigung führten. 2008 feierte Kurt Masur sein 60-jähriges
Jubiläum als Dirigent. Bei der Gala des „ECHO“ in der Essener Philharmonie
erhielten unter anderem die US-amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato,
der chinesische Pianist Lang Lang und der deutsch-amerikanische Geiger David
Garrett die Preise. Der „ECHO Klassik“ gilt als bedeutendster Klassikpreis der
Welt und wurde erstmals 1994 verliehen.
Der Blick in die Welt
17. Oktober '10
Wie weiter Herr Raúl Castro?
Kuba droht die Marktwirtschaft
Auf der sonnenverwöhnten Karibik-Insel Kuba ist schon längst
alles nicht mehr so wie einst Fidel Castro erträumte. Völlig unverständlich für
die sozialistisch-sozialisierten und politisierten Kubaner ist nun die
Nachricht, daß in den kommenden Monaten 500.000 Mitarbeiter im Staatssektor
ihren Job verlieren werden. Ihren Sozialismus haben sie sich anders
vorgestellt. Massenentlassungen, die nun den Kubanern drohen, waren im
Sozialismus immer ein Tabubruch. Wer das Land aber kennt, der weiß, hier hilft
nur noch die private Selbstständigkeit, sonst droht der schon lange erwartete Niedergang. Nur wie soll man dies den Kubanern erklären?
> „Das ewige Floß“. Wohin treibt Kuba?
Feuilleton
15. Oktober '10
Mario Vargas Llosa - ein
politischer Schriftsteller
Am
7.10.2010 wurde der Schriftsteller Mario Vargas Llosa mit dem Nobelpreis
für Literatur ausgezeichnet, der am 10.12. 2010 offiziell verliehen wird. Die
Juroren in Stockholm würdigten Vargas Llosa mit der Preisverleihung „für seine
Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen
Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage" Die
Verleihung des Nobelpreises ist als Auszeichnung für ein Lebenswerk mit 15
Romanen und zahlreichen Artikeln, die vor allem in der spanischen Zeitung „El
País“ erschienen, zu verstehen. Vargas Llosa gilt einer der führenden
lateinamerikanischen Romanciers und Essayisten seiner Zeit.
> Mario Vargas Llosa- ein politischer Schriftsteller
Philosophie und Wissenschaft
14. Oktober '10
Nietzsche-Kongreß in Naumburg
Die Jahrestagungen der Nietzsche-Gesellschaft finden jeweils
zu den Gedenktagen im August oder Oktober jeden Jahres statt. Im ca.
zweijährigen Turnus sind dies größere Kongresse, die von Donnerstag bis Sonntag
abgehalten werden. Sie bieten Plenarbeiträge und bis zu 6 verschiedene
Sektionen. Im Rahmen der Kongresse wird der Friedrich-Nietzsche-Literaturpreis
des Landes Sachsen-Anhalt vergeben. Der Kongress findet vom 14. bis 17. Oktober
2010 statt und wird erstmals gemeinsam mit der Friedrich Nietzsche Stiftung
ausgerichtet. Er steht unter dem Titel: „Einige werden posthum geboren."
Friedrich Nietzsches Wirkungen.
> Mehr Informationen
Kunst und Künstler
14. Oktober '10
"Berühre mich nicht"
Neue Ausstellung in Kolumba
Gleich im Foyer des Hauses kommt es für die Besucher zur
ersten sinnenreichen Begegnung. Das großformatige zwei Jahre alte Gemälde ohne
Titel von Michael Toenges zeigt eine geradezu plastisch erscheinende Farbmasse,
deren Reichhaltigkeit die Freude des Künstlers erahnen lässt, immer wieder und
nochmals von Neuem möglichst tief die Pinsel in die verschiedenen Farbeimer zu
tauchen, um dann die Ölfarbe verschwenderisch aufzutragen. Diese sinnliche
Präsenz überträgt sich auf die Besucher und verdichtet sich sogleich einige
Schritte weiter, wenn der Weg hinein in das Gelände mit den frei gelegten
Zeugnissen und Gebäuderesten aus rund 2000 Jahren römischer und christlicher
Zeit führt.
> Berühre mich nicht!
Der Blick in die Welt
13. Oktober '10
Das Wunder von Chile:
Bergarbeiter gerettet
Happy End in Chile: Alle 33 veschütteten Bergleute haben die Oberfläche
erreicht. Die ganze Welt verfolgte die spektakuläre Aktion. Die
Bergleute waren seit mehr als zwei Monaten in einer eingestürzten Kupfermine in
der Atacama-Wüste eingeschlossen gewesen. Neben Chiles Präsident Pinera kam auch der bolivianische Präsident Morales zum
Bergungsort. Morales lobte die chilenische Regierung für die Planung der
Bergungsaktion und sprach von einem historischen Akt.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben? 
Gesellschaft
13. Oktober '10
Die neue Chance
des Horst Köhler
Nach seinem Rücktritt als Bundespräsident vor fünf Monaten
zeichnet sich für Horst Köhler eine neue Aufgabe ab. Wie „Die Zeit“ berichtete,
soll er Mitglied eines hochkarätigen Expertengremiums - mit Vertretern der
internationalen Politik- und Finanzwelt - werden, welches Konzepte für eine
Reform des Weltwährungssystems ausarbeitet. Köhler stand vor seinem Wechsel ins
höchste deutsche Staatsamt 2004 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds
(IWF). Der CDU-Politiker war am 31. Mai 2010 als Bundespräsident
zurückgetreten. Seinen Rücktritt hatte er damals mit mangelndem Respekt vor dem
Amt begründet. Zuvor wurde er heftig von der Presse kritisiert, weil er dem
"Deutschlandradio" ein umstrittenes Interview gab. Darin hatte er
sinngemäß gesagt, daß beim Afghanistan-Krieg für Deutschland auch
wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen.
12. Oktober '10
Christoph Matschies
Streit um Hellmut Seemann
Harte Worte findet die "Süddeutsche Zeitung" bei "Thüringens Umgang mit der Klassik Stiftung Weimar, der "infam" ist. Im Fokus der Kritik ist dabei der thüringische SPD-Kulturminister Matschie, der in zwei Zeitungsinterviews dem scheidenden
Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar, Hellmut Seemann, ein
vernichtendes Zeugnis ausgestellt hatte. Mit dieser öffentlichen Schelte habe
Matschie Seemann auf skandalöse Weise in seiner bürgerlichen Existenz
beschädigt, so die "Süddeutsche", die die Kritik nicht
nachvollziehen kann: Für Seemanns Arbeit spricht, daß
sich die drei Direktoren der Klassik-Stiftung allesamt für seine
Weiterbeschäftigung ausgesprochen hätten. Matschie hatte dem Präsidenten
unter anderem vorgeworfen, Mäzene verprellt und Entscheidungen
verschleppt zu haben.
Philosophie und Wissenschaft
12. Oktober '10
Im Gespräch mit
Herbert Schnädelbach
„Was darf ich hoffen?“, das ist ja die Frage der Religion (wenn man das mit
Kant versteht) – das ist ja nicht gemeint im Sinne von „Ich hoffe, auf einen
Lottogewinn“ oder so. Sondern: Das hat
natürlich zu tun mit der Idee der Unsterblichkeit der Seele, mit dem Leben nach
dem Tod und so. Und da meine ich
einfach, dass durch die Privatisierung der Religion, die ja seit dem 19.
Jahrhundert eingetreten ist, also einfach in dem Sinne, dass die Religion heute
eine ganz persönliche Sache geworden ist und es eigentlich keine Instanz gibt,
die noch – jedenfalls im Westen – das nun tatsächlich dem Menschen beibringen
kann, was nun Glaube ist – das ist meine Einschätzung – glaube ich nicht, dass
die Philosophie zu diesem Punkt was verallgemeinerungsfähiges beitragen kann.
> Herbert Schnädelbach: Erinnern, Glauben und Wissen
Der Blick in die Welt
12. Oktober '10
Wie weiter Herr Chávez?
Venezuela in Schwierigkeiten
Bei der Wahl zur Nationalversammlung in Venezuela hat „El
Comandante“, der sozialistische Präsident Hugo Chavez (Foto), erstmals seit 2005
wieder den direkten Gegenwind der Opposition zu spüren bekommen. Zwar errang
sein Parteienverbund PSUV die Mehrheit im Parlament, verfehlte jedoch die
angestrebten zwei Drittel der Stimmen, um ohne Verhandlungen mit der Opposition
Gesetze verabschieden zu können. Die Gegenseite MUD („Tisch der Einheit“)
errang dabei 65 der 165 zu vergebenden Sitze; geht man jedoch von der reinen
Zahl der Stimmen aus, hätten die Chavez-Gegner sogar noch mehr Sitze errungen.
> Venezuela: Das sozialistische Experiment ist in Schwierigkeiten
Philosophie und Wissenschaft
11. Oktober '10
Philosophische Probleme
der Mathematik
Obwohl vermutlich jeder Leser im
Laufe seines Lebens mehr als einmal mit Mathematik konfrontiert wurde – sei es
als Schüler, der sich mit mehr oder weniger Begeisterung an mathematischen
Aufgaben abmüht, oder als Benutzer von Technik, bei deren Entwicklung ein gewisses
Maß an Mathematik unverzichtbar ist –, so kann doch kaum jemand auf die Frage,
was Mathematik eigentlich sei, eine klare und möglichst überschaubare Antwort
geben. Selbst eine von Mathematikern verfasste Arbeit wie das „Lexikon der
Mathematik“ beginnt den Artikel über die Mathematik selbst mit dem Satz: „Der
Versuch, das Wesen der Mathematik im Rahmen eines Lexikon-Stichwortes zu
definieren, ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt.“
> Wahrheit oder Spiel - Philosophische Probleme der Mathematik
Gesellschaft
10. Oktober '10
Die Monotonisierung der Welt
Monotonisierung der Welt. Stärkster geistiger Eindruck von
jeder Reise in den letzten Jahren, trotz aller einzelnen Beglückung: ein leises
Grauen vor der Monotonisierung der Welt. Alles wird gleichförmiger in den
äußeren Lebensformen, alles nivelliert sich auf ein einheitliches kulturelles
Schema. Die individuellen Gebräuche der Völker schleifen sich ab, die Trachten
werden uniform, die Sitten internationaler. Immer mehr scheinen die Länder
gleichsam ineinandergeschoben, die Menschen nach einem Schema tätig und
lebendig, immer mehr die Städte einander äußerlich ähnlich.
> Die Monotonisierung der Welt 
Kunst und Künstler
08. Oktober '10
Eklat um Kurt Westergaard
beim Medienpreis in Leipzig
Beim Leipziger Medienpreis gab es einen Eklat: Die Ehrung des dänischen
Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard war auf scharfe Kritik
gestoßen. Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi sagte
nach Bekanntgabe der Preisträger beim anschließenden ersten
Leipziger Medienkongress, daß die Auszeichnung nicht gerechtfertigt
sei, weil Westergaards Karikaturen religiöse Gefühle verletzt hätten.
Sie kündigte an, aus Protest nicht zu der Preisverleihung am Abend zu
kommen. Der iranische Journalist und Regimekritiker Akbar Ganji verlies
die Tagung. Neben Westergaard erhalten den Leipziger Medienpreis auch
die Journalisten Sayed Yaqub Ibrahimi aus Afghanistan und Assen
Yordanov aus Bulgarien.
Der Blick in die Welt
08. Oktober '10
Liu Xiaobo erhält
Friedensnobelpreis
Der chinesische Schriftsteller Liu Xiaobo erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis. Der seit einem Jahr in Gefangenschaft sitzende Dissident wird für sein Engagement für Freiheit, für seinen Kampf um die Menschenrechte und für seine Kritik am chinesischen System geehrt. Die Machthaber in Peking sind empört, denn noch nie haben es die kleinen Europäer gewagt, trotz vorheriger Warnung, einem
Regimegegner, diesem „Volksfeind“, den Friedensnobelpreis zu verleihen
und damit sein Engagement zu adeln. Im Dezember 2008 unterstützte Xiaobo das Bürgerrechtsmanifest "Charta 08"
und wurde wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" festgenommen und zu elf
Jahren Haft verurteilt.
Feuilleton
07. Oktober '10
Friedenspreis für
David Grossmann
Wie Kultusstaatsminister Bernd Neumann bemerkte, begegnet
der diesjährige Preisträger des Deutschen Buchhandels, David Grossmann, geboren 1954 in Jerusalem, den
politischen Konflikten im Nahen Osten mit unerschütterlicher Dialogfähigkeit. Grossmann
erhält den Preis am Sonntag in
Frankfurt am Main. „Für mich ist die Bibel nicht nur Literatur“, so der
israelische Schriftsteller David Grossmann, der sich jede Woche mit Freunden zu
einem Lektürekreis trifft. In der Bibel könnten Israelis sehen, warum sie heute
so seien, wie sie sind, betonte Grossmann gegenüber der "Süddeutschen
Zeitung". Viele Linien des israelischen Selbstverständnisses sind in den
alten Texten erkennbar.Darüber hinaus ist die Einsicht enthalten, daß die selbst empfundene
Einzigartigkeit einmal ein Geschenk und andererseits ein Fluch sei. Wie
Grossmann betonte, könne man monatelang in zwei Versen lesen.
Feuilleton
07. Oktober '10
Nobelpreis für Literatur
an Mario Vargas Llosa
Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den peruanischen
Schriftsteller Mario Vargas Llosa, geboren 1936. Die Königlich Schwedische Akademie
der Wissenschaften in Stockholm hat den renommierten Autor für seine Darstellung
von Machtstrukturen gewürdigt. Vargas Llosa zeichne in seinen Werken zudem
gestochen scharfe Bilder von Widerstand und Revolte des Einzelnen, hieß es zur Begründung. Zu
seinen bekanntesten Büchern gehören "Das grüne Haus", "Tod in den Anden"
und "Das Fest des Ziegenbocks". Die Auszeichnung ist mit gut einer
Million Euro dotiert und wird am 10. Dezember in Oslo feierlich verliehen. Die Vergabe des Preises hat den Suhrkamp-Verlag offenbar überrascht. Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz
äußerte sich schließlich, daß Vargas Llosa ein
ganz großer Erzähler seiner Zeit sei. Von ihm stammt der Satz:
"Literatura es fuego", "Literatur ist Feuer". Wie Feuer
sind auch die Werke des 74-Jährigen, so die Suhrkamp-Verlegerin.
Politik
07. Oktober '10
Wulffs liberal-religiöser
Paukenschlag für Immigration
"Die
gut gemeinte Rede des Bundespräsidenten zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit
bedarf einer sauberen Analyse und gegebenenfalls einer klärenden Ergänzung
durch das deutsche Staatsoberhaupt. Dessen Versuch, für eine klare und selbstverständliche
Toleranz im Hinblick auf die verschiedenen Religionen zu werben, verdient
Anerkennung. Gleichwohl sollte der Bundespräsident nicht übersehen, dass die
jüdisch-christliche Tradition, auf der unsere Gesellschaft gebaut ist, nicht
gleichgesetzt werden kann mit islamischen Vorstellungen von Demokratie und
Selbstbestimmung." Eine kritische Anmerkung zu Wulffs Rede zur Deutschen Einheit von Martin Lohmann.
> Wulff und die vorpolitischen Vorraussetzungen des Rechtsstaates
Gesellschaft
06. Oktober '10
Überalterung und Schrumpfung
zwingen zum Umbau
In Deutschland leben 82 Millionen Menschen, davon sind 40
Millionen erwerbstätig. Sie arbeiten Voll- oder Teilzeit, einige sind
selbständig. Weitaus die meisten sind Arbeitnehmer in einem
sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Die übrigen 42 Millionen
Einwohner leben von dem Sozialprodukt, welches die kleinere Hälfte der
Einwohner hervorbringt (und von unentgeltlichen Leistungen innerhalb der
eigenen Familie oder Nachbarschaft). Die Erwerbsquote liegt also deutlich unter
50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Rund 21 Millionen Einwohner erhalten eine
Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung; das sind etwa 25 Prozent der
Gesamtbevölkerung.
> Überalterung und Schrumpfung zwingen zum Umbau 
Gesellschaft
06. Oktober '10
Generation Burnout
Sie sind schön, sie sind erfolgreich, sie chatten und sind kommunikationssüchtig, sie sind ständig unterwegs und multitask, sie können einfach alles, das World Wide Web ist ihre Welt, Facebook und Xing die Plattform ihrer Sozialnetze. Doch nun sind sie ausgebrannt - Krankheitsbild Burnout. Eine von ihnen die Professorin Miriam Meckel. Nicht Generation Golf, nicht Generation 89, sondern Generation Burnout.
> Generation Burnout - Selbstbeschränkung versus Informationswahn
05. Oktober '10
Manfred Lütz über Depression
Verzweifelt war der Manager in den besten Jahren. Schon seit Monaten
war die Stimmung immer weiter gesunken, an nichts hatte er mehr Freude.
Der Antrieb fehlte, er war schnell ermüdet, dennoch war der Schlaf
gestört und nichts schmeckte ihm mehr. Es plagte ihn die Angst, dass
alles den Bach runtergehen würde. Dabei gab es im Grunde keine Probleme.
> Manfred Lütz: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Feuilleton
05. Oktober '10
Deutscher Buchpreis 2010
für Melinda Nadj Abonji
Die Schweizer Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji erhält
für ihren Roman "Tauben fliegen auf" den Deutschen Buchpreis. Nadj
Abonji erzählt in ihrem Roman von einer ungarischen Familie aus der serbischen
Vojvodina, die sich eine Existenz in der Schweizer Gastronomie gründet. Was zuerst
als scheinbar unbeschwerte Balkan-Komödie beginnt, wenn die Familie mit einem
klapprigen braunen Chevrolet die sommerliche Reise in die alte Heimat antritt,
endet mit einem Blick auf die sich anbahnenden jugoslawischen Kriege. Zum ersten Mal wird mit Melinda Nadj Abonji jemand prämiert, dessen
Muttersprache nicht Deutsch ist. "Ich bin eine ungarische Serbin, die in
der Schweiz lebt und ich liebe die deutsche Sprache genauso wie das
Ungarische". Nadj Abonji wurde 1968 in Becsej,
Serbien, geboren. Sie schreibt nicht
nur, sondern tritt ebenso auch als Performerin mit einem "Beatboxer" auf und
ist als Musikerin aktiv.
Im Finale
um die beste literarische Neuerscheinung des Jahres setzte sich Abonji überraschend
gegen fünf andere Romane auf der Shortlist durch.
Politik
03. Oktober '10
Christian Wulff und die
Einheit Deutschlands
Wir feiern heute, was wir vor 20 Jahren erreicht haben: Einigkeit und
Recht und Freiheit für unser deutsches Vaterland. Wir erinnern uns an
jenen epochalen Tag, wie ihn ein Volk nur selten erlebt. Ich denke an
die Bilder aus Berlin, in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober. An die
Menschen, die vor dem Reichstagsgebäude standen. An die gespannte
Erwartung in den Momenten vor Mitternacht. An den Klang der
Freiheitsglocke. An das Hissen der Fahne der Einheit. An die
Nationalhymne. An das Glücksgefühl.
> Christian Wulff: Vielheit schätzen - Zusammenhalt fördern 
Gesellschaft
02. Oktober '10
"Innovationsatlas" -
Der Osten rüstet auf
Wenn die derzeitige Entwicklung anhält, die der
„Innovationsatlas Ost“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
dokumentiert, dann dürfte der Bildungsstatus der Bürger im Osten des Landes bald
über dem der westdeutschen liegen. Inzwischen machen 41 Prozent aller
Ostdeutschen Abitur – 1995 waren es lediglich 25 Prozent, 2006 schon knapp 30
Prozent. Dagegen machen nur knapp 26 Prozent der Westdeutschen Abitur; in
manchen Gegenden Bayerns sogar nur jeder sechste Schulabgänger. Und: Während
1995 noch 2,6 Personen je tausend Einwohner aus dem Osten ein Studium
aufnahmen, waren es 2007 schon 4,2. Damit hat der Osten den Westen überholt.
Dort gab es zuletzt vier Studenten je tausend Einwohner.
02. Oktober '10
Tagung zu Goethes
Liebeslyrik in Weimar
Von Mittwoch, 29. September 2010, bis Samstag, 2. Oktober 2010, findet
unter der Leitung von Thorsten Valk und Carsten Rhode eine
wissenschaftliche Tagung zu Goethes Liebeslyrik im Festsaal des
Goethe-Nationalmuseums statt. International renommierte
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fragen nach der Bedeutung, die
Goethes lyrisches Werk für die Entstehung des modernen Liebesdiskurses
gewonnen hat. Goethes Gedichte haben einen wesentlichen Anteil an der Formierung moderner Liebeskonzepte.
> »Goethes Liebeslyrik. Semantiken der Leidenschaft um 1800«
Gesellschaft
30. September '10
Wie krank ist unser
Gesundheitssystem?
Leider sind in unserer Gesellschaft viele Werte verloren
gegangen, viele unerfüllbare Ansprüche werden dennoch sorglos erfüllt von
Menschen, die nicht im Traum daran denken, hierfür die Verantwortung zu
übernehmen. Und sich dafür übersteigerte Gehälter zahlen zu lassen,
wohlwissend, daß sie im Falle des Scheiterns oder einer Umstrukturierung sicher
mit einem goldenen Handschlag rechnen können. Überzogen? Nein Realität in einer
Realität, wo die Handelnden an der Macht sich nicht den Menschen verpflichtet
fühlen und die Leistungserbringer ausgequetscht und bestraft werden. Ich
spreche übrigens von unserer Politik, die das konsequent vorlebt, nicht dem
Gewissen verpflichtet, sondern wider besseres Wissen.
> Wie krank ist unser Gesundheits-System?
Kunst und Künstler
29. September '10
Benefizkonzert zugunsten
des
Baus der Neuen Peterskirche
Das Westsächsische Sinfonieorchester unter der Leitung seines
Dirigenten Frank-Michael Erben, gleichzeitig
Gewandhauskonzertmeister, gestaltet ein Benefizkonzert zugunsten
des Baus der Neuen Peterskirche am 1. Oktober 19.30 Uhr. Zu Gehör kommen darin die
Hebriden-Overtüre sowie die Reformationssinfonievon Felix
Mendelssohn-Bartholdy. Der Erlös des Konzerts kommt den dringend benötigten Arbeiten zur
Sanierung des 125 Jahre alten Gotteshauses zugute. Schirmherr des Jubiläums der
Peterskirche ist der Oberbürgermeister von Leipzig, Burkhard Jung.
Der Blick in die Welt
28. September '10
Mexiko: Hunderte Tote
nach Erdrutsch befürchtet
Etwa 300 Häuser sind von einem Erdrutsch in
Mexiko begraben worden. Es wird befürchtet, daß Hunderte Menschen im
Schlaf starben, als die Geröllmassen die Häuser unter sich begruben.
Heftiger Regen hatte den Boden rund um die Ortschaft Santa Maria
Tlahuitoltepec in den Bergen des Bundesstaats Oaxaca gelockert. Die Erde habe sich auf einer Breite von 200
Metern von einem Hügel gelöst und sei auf die Häuser gestürzt. "Wir
fürchten um das Leben von 500 bis 600 Menschen, man spricht sogar von
1000", fügte der Gouverneur des Bundesstaates hinzu.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben? 
Kirche und Religion
27. September '10
Furioser Start der ersten
Benedikt-Akademie in Salzburg
Mit einem furiosen Start hat die erste Benediktakademie in
Salzburg getagt. Unter dem Thema – Europäische Identität. Gibt es einen
europäischen Sonderweg? diskutierten junge Wissenschaftler und prominente
Akademiker über das Verhältnis von christlicher Religion und Europa. Wofür
steht Europa? Und wofür soll es stehen? In einem Vortrag am 28. November 2000
hat Joseph Ratzinger auch diese Frage gestellt und an die Christinnen und Christen appelliert: „Wie es mit Europa weitergehen wird,
wissen wir nicht. Die Charta der Grundrechte kann ein erster Schritt sein, daß es wieder
bewusst seine Seele sucht. Toynbee ist darin Recht zu geben, daß das Schicksal einer
Gesellschaft immer wieder von schöpferischen Minderheiten abhängt. Die gläubigen Christen
sollten sich als eine solche schöpferische Minderheit verstehen und dazu beitragen, daß
Europa das Beste seines Erbes neu gewinnt und damit der ganzen Menschheit dient.“
Feuilleton
25. September '10
Bonjour Antonin Artaud
Lisz Hirn begibt sich auf Spurensuche, was dabei herauskommt, ist ein Gespräch mit einem der skurrilsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Antonin Artaud kommt 1896 in Marseille zur Welt. Er erwirbt
sich im Laufe seines Lebens einen Ruf als Regisseur, Schauspieler und
Theatertheoretiker. Ein Interview über die wuchernde Theaterunkultur, gesellschaftlichen
Ausstoß und die postmoderne Obszönität der Kunst. Antonin Artaud wird am 5. März 1948 tot in seiner Wohnung in
Ivry-sur-Seine aufgefunden.
> Was Kunst können sollte - Ein posthumes Interview mit Antonin Artaud
Gesellschaft
24. September '10
Das gelehrte Wissen:
Wikipedia wird 10 Jahre
Für viele Internetnutzer ist Wikipedia die Seite Nummer eins
zum Nachschlagen. Über 300 Artikel werden täglich neu in die Wissensplattform
eingefügt, eine fast unübersehbare Flut von Beiträgen ist derzeit bereits im
Netz verfügbar. Doch auch für die engagierten Wissensvermittler stellt sich die
Frage nach der Zukunft des Internet-Lexikons. Derzeit findet eine Konferenz,
erstmals in Deutschland, in Leipzig statt, die sich mit dem künftigen Projekt
Wikipedia auseinandersetzt. Seit fast zehn Jahren ist das Online-Lexikon für wißbegierige User verfügbar.
Gesellschaft
24. September '10
Die neue Frage der Evolutionstheorie
Angesichts der heutigen Menschheitsprobleme ist es dringend
erforderlich, auch das geistige Sein und Verhalten des Menschen
umfassend aus der Evolutionstheorie abzuleiten. Es stellt sich so die
Frage, inwieweit altbekannte Instinkte wie die Gier nach Macht,
Reichtum und Rang für die Probleme verantwortlich sind, und worin
dagegen in einem evolutionären Verständnis das eigentlich Menschliche
und damit auch die weitere Entwicklung liegt.
> Die Antwort eines evolutionären Humanismus
Der Blick in die Welt
24. September '10
Ahmadineschad interpretiert
den 11. September 2001
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad
hat mit seiner Rede vor der UN-Vollversammlung auch 2010 für
einen Eklat gesorgt. Ahmadineschad sprach von
Verschwörungstheorien, nach denen eigentlich die USA
hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 steckten. Die Terrorakte seien auf diese Weise verübt worden, um zu
versuchen, das Überleben des israelischen Staates zu sichern, so
Ahmadineschad in New York. Etliche Diplomaten verließen daraufhin demonstrativ den
Plenarsaal. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte,
Ahmadineschads Aussagen zum 11. September seien „abwegig und
verletzend“.
> Der Buhmann bangt
Kunst und Künstler
23. September '10
Die Ikone aus Leipzig:
Arno Rink wird 70
Arno Rink, geboren 1940 im thüringischen
Schlotheim, gilt als „Vater der Neuen Leipziger Schule“. Der Leipziger Maler
und Hochschullehrer hat darüber hinaus den Ruf, ein „Maler-Macher“ zu sein. Immer
wieder haben seine Schüler in den vergangenen Jahren den internationalen
Kunstmarkt erobert. Werke von seinen Schülern, so von Neo Rauch, Matthias Weischer,
Tilo Baumgärtel sind auf dem internationalen Kunstmarkt begehrt. Rinks Lehrer
waren Werner Tübke und Bernhard Heisig, in dessen Fachklasse er sein
Studium 1967 abschloß. Rink erhielt verschiedene Auszeichnungen, so den
Kunstpreis der DDR (1978), den Nationalpreis der DDR (1984) sowie 2005 den
Max-Pechstein-Ehrenpreis der Stadt Zwickau. Eine Ausstellung seiner Werke
findet derzeit in der Kunsthalle der Sparkasse in Leipzig statt (23. September –
27. Dezember).

Gesellschaft
23. September '10
Masse und Macht:
Die Wende-Generation West
Auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es nur wenige
Führungskräfte aus dem Osten des Landes. So wird kein einziges Dax-Unternehmen
von einem ostdeutschen Bundesbürger geleitet. Auch im gesellschaftlichen Leben,
wo es um Machtpositionen geht, sind die meisten Entscheidungsträger
Westdeutsche, von den Universitäten ganz zu schweigen. Wende einmal
anders. Offenbar gibt es auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung noch
Vorurteile auf beiden Seiten - und dies wahrscheinlich auch aus guten Gründen.
Philosophie und Wissenschaft
22. September '10
2010: Schopenhauers 150. Todestag
Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) zählt
heutzutage – neben Nietzsche – zu den meist gelesenen Autoren. Die Klarheit der
Sprache, die Eindeutigkeit der Formulierungen und die Argumentation verleihen
seiner Philosophie Ausdruck. Wie Nietzsche wird Schopenhauer, der um seinen
philosophischen Auftrag wußte, die akademische Lehrbahn versagt. 2010 ist Schopenhauer-Jahr.
> Peter Sloterdijk: Schopenhauer
Gesellschaft
22. September '10
Hurra, wir sind die Größten
George Bush ist es allemal – Guido Westerwelle sowieso,
die Kanzlerin ist in ungetrübter und fast unantastbarer Heiligkeit die
Herrscherin über ihr Königreich und regiert aus dem Reich der Mitte über ihre
Vasallen – fast wie einst der Basta-Kanzler Gerhard Schröder, der sowieso der
allergrößte war, erst recht und dann aber richtig, als der mit kubanischer
Zigarre ausgerüstet im Zentrum der Macht, im Kanzleramt, flanierte – die Welt
war ihm da bloß noch ein Anhängsel seiner schon längst empfundenen
Unsterblichkeit. Und gäbe es sie nicht, die Begriffe Egoismus und Übermensch,
hätte nicht Nietzsche von einem derartigen Wesen im Also sprach Zarathustra berichtet, wir dächten Egoismus und
Übermensch seien unsere höchst eigenen Erfindungen.
> Hurra, wie sind die Größten
Politik
22. September '10
Die Profilneurose der CDU:
Wieviel Mitte verträgt die BRD
Man sagt, Angela Merkel sei
der beste Grund, CDU zu wählen. Viele wählen die Union, weil es
Merkel gibt. Was aber passiert mit dieser Partei, wenn es eines Tages Merkel
nicht mehr geben wird? Wenn heute das „System Merkel“ die Union ist, was ist
die Union denn an jenem Tag, da es das System Merkel nicht mehr geben wird?
Warum sollte man sie dann wählen, wenn heute Merkel der Grund ist, CDU zu
wählen? Frisst das Karrieremodell Merkel das Profil einer Partei? Könnte
längerfristig ein Schaden für die Partei entstehen? Nach dem Weggang von Steinbach und nach dem Rücktritt von Sarrazin (SPD) stellt sich für die CDU erneut die Profilfrage: Nicht nur wie christlich ist sie noch, sondern was ist von den einst konservativen Werten noch übrig? Intern hat man nun berechtigte Angst vor einer möglichen Partei rechts der CDU, denn so viel Mitte und politische Unbestimmtheit war nie. Und was wird mit dem Erbe von Konrad Adenauer (Foto)?
> Das Phänomen Merkel - Einbruch bei Christen> Und Sarrazin hat doch recht
20. September '10
Erotisches von Max Klinger
im Kunsthaus Apolda
Im Kunsthaus Apolda sind derzeit rund 160 Arbeiten des
Bildhauers, Malers und Zeichners Max Klinger (1857-1920) zu sehen. Anlaß für
die Schau ist der 90. Todestag Klingers in diesem Sommer. Erstmal werden erotische Zeichnungen aus den Jahren 1910 bis 1919 gezeigt. Wie der Kurator Hans-Dietrich Mück betonte, war Klinger zu
Leben „ein Superstar, so wie zurzeit aus Neo Rauch einer gemacht wird“. Klinger
gilt als einer der wichtigsten deutschen Vertreter des Symbolismus, einer Kunstströmung, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts - zwischen Impressionismus
und Expressionismus - entstand. Klinger erwarb sich damals eine herausragende Stellung innerhalb des
Symbolismus vor allem durch sein grafisches Schaffen, das er "Griffelkunst" nannte. Gefördert wurde er vom Kunstmäzen Harry Graf Kessler.
Die Ausstellung ist bis zum 19. Dezember zu sehen.

Kunst und Künstler
20. September '10
Art Brut in Weimar
"Künstler aus Gugging"
Erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts begannen sich Psychiater mit dem
bildnerischen Schaffen ihrer Patienten zu beschäftigen und erklärten
ihre Patienten schließlich zu Künstlern - was eine neue Kunstrichtung
hervorbrachte, die Art Brut. Das Weimarer Kunstfest lotet dieses Jahr
die Zusammenhänge zwischen Kunst und Wahn musikalisch als auch
bildnerisch aus. Und zeigt eine Ausstellung mit "Art Brut". Seit den
70er-Jahren gehören jene Künstler, die unter dem Namen "Künstler aus
Gugging" bekannt geworden sind, zu den wichtigsten Vertretern der Art
Brut – der ursprünglichen, von Kunst nicht beeinflussten Kunst.
> Art Brut: "Künstler aus Gugging" im Neuen Museum Weimar
Kunst und Künstler
20. September '10
Johannes Vermeer in Dresden
In der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden ist derzeit eine Sonderausstellung des Barockmalers Johannes Vermeer zu sehen. Wie die
Staatlichen Kunstsammlungen mitteilten, werden in der Ausstellung "Der
frühe Vermeer" zum ersten Mal drei Frühwerke des
Holländers an einem Ort in Deutschland präsentiert. Dabei handelt es sich um die Gemälde
"Diana und ihre Gefährtinnen" aus dem Mauritshuis Den Haag, "Christus
bei Maria und Martha" aus der National Gallery of Scotland Edinburgh und
"Bei der Kupplerin" aus dem Dresdner Bestand. Vermeer zählt neben Rembrandt und Frans Hals zu den bedeutendsten holländischen Künstlern des 17. Jahrhunderts.
20. September '10
Kunsthalle Jena zeigt
Werke von Louise Bourgeois
Am 4. September eröffnete die Kunsthalle
Jena eine Ausstellung mit 114 Arbeiten von Louise Bourgeois. Die Schau ist die
erste nach dem Tod der französisch-amerikanischen Künstlerin am 31. Mai in New
York.
Höhepunkt der Werke, die aus internationalen Sammlungen nach
Jena kommen, sind "Personnages". Die abstrakten Totem-Figuren stellen
symbolhaft Individuen und ihre Beziehungen untereinander dar. Zu
ihrer Mutter hatte sie eine bessere Beziehung. Sie bezeichnete die Weberin oft
als beste Freundin. Zudem symbolisierte sie sie häufig als Spinne – die bis zu
neun Meter hohen Bronze-Skulpturen nannte sie "Maman" (Foto).
> Louise Bourgeois - Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafik
Kunst und Künstler
20. September '10
Lüpertz: Licht für die Ewigkeit
Seit Jahrhunderten ist für Kunst und
Kunstwerke einerseits sowie für Glaube und Theologie andererseits die
Dimension
des Lichts von außerordentlicher Bedeutung. Das gilt in herausragender
Weise
für die Fenster eines Kirchenraumes, denen sowohl in künstlerischer wie
auch in
geistlicher Hinsicht immer schon bei dieser Korrelation von Kunst und
Glaube,
Erde und Himmel, Göttlichkeit und Menschlichkeit besondere
Aufmerksamkeit
zukommt.
> Mit Licht für die Ewigkeit gemalt
Kunst und Künstler
20. September '10
Wolfgang Mattheuer in Chemnitz
Die Ausstellung WOLFGANG MATTHEUER. ZEICHNUNGEN, GEMÄLDE, GRAFIK vom 27.
Juni bis 26. September 2010 in den Kunstsammlungen Chemnitz präsentiert
neben der Schenkung an Zeichnungen und Gemälden Wolfgang Mattheuers
durch Ursula Mattheuer-Neustädt die Publikation „Wolfgang Mattheuer. Das
druckgrafische Werk - Schenkung Hartmut Koch“. Für das Werk von
Wolfgang Mattheuer haben sich die Kunstsammlungen Chemnitz in drei
großen Überblicksausstellungen in den Jahren 1997, 2002 und 2008
eingesetzt.
> WOLFGANG MATTHEUER ZEICHNUNGEN, GEMÄLDE, GRAFIK
20. September '10
Franz Liszt Jahr 2011
In Erwartung und Vorbereitung auf das Liszt-Jahr 2011 konnte
die Klassik Stiftung Weimar mehrere Briefe und künstlerische Darstellungen zum
sammlerischen Schwerpunkt Liszt noch 2009 erwerben. Dazu gehören 22 Briefe
der Lebensgefährtin Franz Liszts, Carolyne von Sayn-Wittgenstein, und 11 Briefe
ihrer Tochter Marie an den Maler
Wilhelm von Kaulbach und dessen Frau in München.
> Klassik Stiftung Weimar erweitert Sammlungsschwerpunkt zu Franz Liszt 
Politik
20. September '10
Sarrazin führt Bestsellerliste:
650 000 verkaufte Exemplare
Für Thilo Sarrazin läuft es, zumindest was den Verkauf seines Buches Deutschland schafft sich ab betrifft, wunderbar. Laut „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hat die
Druckauflage jetzt 650 000 Exemplare erreicht. Beobachter gehen inzwischen von
einem siebenstelligen Honorar für Sarrazin aus. Unterdessen geht der Streit
zwischen Sarrazin und SPD-Parteichef Sigmar Gabriel (51), der das Parteiausschlußverfahren
befürwortet, weiter.
Politik
17. September '10
18 Prozent für die Grünen:
FDP erhält nur 5 Prozent
Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, gäbe es ein
Rekordergebnis für die Grünen. 18 Prozent würden sie wählen, 32 Prozent
der Befragten die CDU/CSU, 29 Prozent die SPD, zehn Prozent die Linkspartei,
fünf Prozent die FDP. In der Debatte um das Profil der CDU ist das
Meinungsbild geteilt: 37 Prozent der Bundesbürger sind derzeit der Meinung, daß
die CDU mit ihren heutigen politischen Standpunkten zu konservativ aufgestellt
ist. 32 Prozent finden die CDU zu wenig konservativ
und 15 Prozent denken, daß sich die Partei genau richtig positioniert. Das
Ergebnis bei den CDU-Anhängern: 33 Prozent von ihnen ist die eigene Partei nicht
konservativ genug, 20 Prozent der CDU-Wähler finden ihre Partei zu konservativ.
Der Blick in die Welt
17. September '10
Peter Høeg und der Dialog
zwischen den Religionen
Wie der Erfolgsautor Peter Høeg hervorhob, helfen "Verbote und Verunglimpfungen nicht." Der dänische
Schriftsteller, der mit seinem Roman "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" Weltruhm erlangte, hat mit Nachdruck für Toleranz und Dialogbereitschaft geworben, nur so sei ein besseres Verständnis zwischen den Religionen möglich. Ein konstanter
Dialog zwischen den Kulturen sei notwendig, so der Autor gegenüber der Zeitung
"Die Welt". Ohne diesen Dialog, der etwa auch die Kopftuch-Debatte
umfaßt, ist der Weltfrieden gefährdet. Sein soeben erschienenes Buch "Die Kinder der
Elefantenhüter" bezeichnete Høeg als Liebeserklärung an die Vielfalt
religiöser Vorstellungen.
Politik
16. September '10
Das konservative Bekenntnis:
Roland Kochs neues Buch
Der aus dem Amt scheidende hessische Ministerpräsident hat ein neues Buch geschrieben, das er zugleich sein politisches Manifest nennt. Roland Koch gab seinem Werk den Titel "Konservativ" und wird dieses auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse präsentieren. Offiziell
vorgestellt wird es bereits Anfang Oktober von Bundeskanzlerin Angela Merkel in
Berlin - so eine Mitteilung des Herder-Verlages. Auf seiner Webseite schreibt der CDU-Politiker, der sich in die Wirtschaft verabschiedet hat, daß er mit seinem Buch Rechenschaft darüber ablegen will, warum er
sich als Konservativer versteht. Er will damit eine weitere Debatte über Werte
und Traditionen anstoßen.
Der Blick in die Welt
16. September '10
Römische Kurie trifft Empire:
Papst Benedikt XVI. in England
Papst Benedikt XVI. hat sich auf eine viertägige Pilgerreise nach
Großbritannien aufgemacht. Zu den Höhepunkten gehören dabei ein Ökumenegipfel mit dem anglikanischen
Primas Williams sowie eine Rede in der Westminster Hall vor Vertretern
von Politik, Wirtschaft und Kultur. Am Wochenende wird Benedikt den
englischen Kardinal John Henry Newman selig sprechen. Dieser war im 19.
Jahrhundert von der anglikanischen Kirche zum Katholizismus übergetreten. Es ist der erste Staatsbesuch eines Papstes in Großbritannien, und für den Deutschen kein leichter, Kritik ob der Mißbrauchsfälle und Kritik an seiner harten Linie in Sachen Piusbrüderschaft erwarten ihn.
Kunst und Künstler
15. September '10
Schumann-Festwoche
in der Messestadt Leipzig
An Robert Schumanns vielfältiges Wirken in Leipzig erinnert die
diesjährige Schumann-Festwoche in Leipzig. Zum Auftakt gibt es im
Mendelssohn-Saal des Gewandhauses die Wiederholung eines Programms, das Robert
und Clara Schumann am 8. Januar 1843 im Alten Gewandhaus vor geladenen Zuhörer gaben.
Unter dem Motto "Schumanns Welt" würdigt die Festwoche vom 9. bis 19.
September das Schaffen des Komponisten. Konzerte, Lesungen und
Stadttouren geben einen Einblick in Schumanns Leben in der Stadt an der Pleiße.
> Als Gesunder in der Irrenanstalt 
Der Blick in die Welt
15. September '10
Das Ende des Kommunismus:
Wann gibts wieder Cuba Libre?
Rechte: Markus Sieber
Das kommunistische Regime auf Kuba will bis zum Frühjahr
nächsten Jahres 500.000 Beschäftigte aus Staatsbetrieben und Ministerien
entlassen. Dies wurde in einem Kommuniqué der kubanischen Einheitsgewerkschaft
(CTC) bekannt gegeben. Kubas Máximo Líder, Fidel Castro, der vor kurzem noch
Fehler beim Aufbau des Kommunismus einräumte, diese aber wieder relativierte,
wird auf der Karibikinsel fast wie ein Heiliger verehrt, er ist der
realistische Mythos schlechthin. Nun gerät sein Wirtschaftssystem zunehmend
unter Druck, der real existierende Sozialismus ist in die Jahre gekommen, ihm geht das Geld aus. Trotz zuweilen bitterster Armut, grasser sozialer Gegensätze und parteipolitischer Fehl- und Mangelwirtschaft haben sich die Kubaner bislang hinter die Regierung gestellt, ob dies so bleibt, darf allerdings in Zukunft bezweifelt werden.
Politik
15. September '10
Es grünt so grün:
Stimmungstrend im Herbst
Die Grünen setzen ihren Höhenflug der letzten Wochen fort. Im wöchentlichen
Forsa-Wahltrend für „Stern“ und RTL kletterten sie im Vergleich zur
Vorwoche um einen Punkt auf 22 Prozent - den höchsten Wert, der je gemessen
wurde. Die SPD fällt um einen Punkt auf 24 Prozent. Für die Linke würden
derzeit 11 Prozent stimmen (plus 1). Die Regierungsparteien Union und FDP
verharren weiter im Stimmungstief. Die Union sinkt um einen Punkt auf 30
Prozent, die FDP stagniert bei 5 Prozent.
Feuilleton
14. September '10
Nominierte für Deutschen
Buchpreis stehen fest
Jetzt sind es nur noch sechs Autoren, die sich Chancen auf den diesjährigen Deutschen
Buchpreis ausrechnen können. Als Finalisten des Wettbewerbs nominierte
die Jury: Jan Faktor, Thomas Lehr und Melinda Nadj Abonji. Doron
Rabinovici bleibt neben Peter Wawerzinek und Judith Zander ebenfalls auf
der Auswahlliste. Der Sieger soll am 4. Oktober bekannt gegeben werden.
Zu dem Wettbewerb hatten deutschsprachige Verlage fast 150
Neuerscheinungen eingereicht. Der Deutsche Buchpreis (dbp) zeichnet seit 2005 jährlich den
„besten Roman deutscher Sprache“ aus. Gestiftet wurde er vom Börsenverein des
Deutschen Buchhandels. Der Sieger erhält 25.000 Euro, die fünf anderen Finalisten
je 2.500 Euro.
Der Blick in die Welt
14. September '10
Amazons Kampf ums E-Book:
Mehr Books als Bücher verkauft
Im Kampf um die Vorrangstellung auf dem elektronischen Büchermarkt mußte der Internetriese Amazon
einen Rückschlag hinnehmen. Wie das "Wall Street Journal"
berichtete, habe der weltgrößte Onlinehändler mittlerweile die Exklusiv-Rechte an den
E-Book-Ausgaben von 20 bedeutenden Werken von amerikanischen Autoren verloren - unter diesen John
Updike und Ralph Ellison. Der US-Verlag Random
House hatte sowohl massiven Druck auf die Autoren als auch auf ihre Agenten ausgeübt, die Rechte nicht weiterzugeben. Nun will der Verlag die Werke seiner Autoren selber in einer elektronischen
Version anbieten.
Der Blick in die Welt
14. September '10
Unser Mann in Havanna:
Die Ängste des Fidel Castro
Daß sein Lebenswerk vielleicht gescheitert ist, hatte Fidel Castro
bisher offenbar vergessen, der Öffentlichkeit mitzuteilen. Die selbstkritischen Einsichten der ehemaligen Nummer eins von Kuba sind derzeit in der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Magazins "The
Atlantic" nachzulesen. Eine Sorge, so wird deutlich, treibt den alten Mann aus Havanna immer wieder an. Er hat Angst davor, daß die USA den Iran angreifen. "Kuba kommt die
schwere Aufgabe zu, die Menschheit vor den Gefahren eines Atomsschlags
gegen den Iran zu warnen," so Castro.
> „Das ewige Floß“. Wohin treibt Kuba?
Politik
14. September '10
Beckstein in der Offensive
Die Anliegen der Konservativen würden innerhalb der CDU nicht so
berücksichtigt, so der ehemalige Ministerpräsident Bayerns, Günther Beckstein. Merkel "versucht durchaus, sich auch um konservative
Anliegen zu kümmern. Aber leider nicht in der Selbstverständlichkeit,
wie das bei Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble der Fall war. Hier spielt
die Sozialisation in Ostdeutschland sicher auch eine Rolle." Beckstein kritisierte darüber hinaus die "so massive Verurteilung Thilo Sarrazins." Das Risiko einer Parteigründung rechts von der
Union hingegen hält Beckstein indes für geringer. "Unser Glück ist, dass keine
charismatische Person dafür auch nur im Ansatz erkennbar ist. Neue
Parteien haben eher Anziehungskraft auf Spinner als auf Seriöse – das
haben wir mit Schönhuber, Schill und auch Gabriele Pauli erlebt."

Politik
12. September '10
Architekt der deutschen
Einheit
Preis für Hans-Dietrich Genscher
Mit einem Festakt in Halle haben Politiker und Zeitzeugen an den 20. Jahrestag der Deutschen Einheit erinnert - der frühere Bundesaußenminister
Hans-Dietrich Genscher hielt die Festrede. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer bezeichnete die demokratische
Revolution im Herbst 1989 als eine Tradition deutscher
Freiheitsbewegungen. Bereits zuvor war der 83-jährige Genscher in Magdeburg mit dem Verdienstorden von
Sachsen-Anhalt geehrt worden. Er gilt als "Architekt der deutschen
Einheit". Im Geburtshaus Genschers, der aus Reideburg bei Halle stammt, wurde eine
Ausstellung über die Wiedervereinigung eröffnet. Die Schau mit dem Titel
"Der steinige Weg zur Deutschen Einheit" ist in der Begegnungsstätte
Deutsche Einheit etwa ein halbes Jahr lang zu sehen.
Der Blick in die Welt
12. September '10
Claude Chabrol gestorben
Der Regisseur und
Altmeister des französischen
Kinos, Claude Chabrol, ist tot. Wie das
Pariser Rathaus mitteilte,
starb Chabrol am Sonntag im Alter von 80
Jahren. Chabrol, von
Kritikern immer wieder als "zynischer Moralist" bezeichnet, hat in seiner
50-jährigen Karriere über 60 Filme gedreht, darunter "Das Biest muss
sterben", "Stille Tage in Clichy" und "Die
Phantome des Hutmachers". Einer seiner letzten Filme war "Kommissar Bellamy", der 2009 auf
der Berlinale zu sehen war. Chabrol hatte in seinen Filmen
schonungslos hinter die Fassade der
bürgerlichen Gesellschaft und tief in die
menschlichen Abgründe
geblickt. Er gehörte zu jener Generation von Filmemachern an, die die Nouvelle Vague
gegründet hat, einer Bewegung,
die sich gegen das etablierte,
verkrustete und zu angepaßte Kino
wehrte.
Politik
12. September '10
Der Ausstieg vom Ausstieg:
Die Zweifel des Herrn Röttgen
Auch in der Bundesregierung gibt es - laut einem Medienbericht - Zweifel an
der Verfassungsmäßigkeit der eben erst beschlossenen längeren
AKW-Laufzeiten. Umweltminister Norbert Röttgen soll am Donnerstag vor
Mitgliedern des Arbeitskreises Umwelt der CDU-Fraktion im NRW-Landtag
gesagt haben: "Das wird das Bundesverfassungsgericht nicht mitmachen."
Das schreibt die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einige Teilnehmer.
> Norbert Röttgen: Europas Berufung heute
Politik
12. September '10
Erzengel Gabriel, Herr Sarrazin
und die Kritik an Herrn Wulff
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat die Vereinbarung der
Bundesbank mit ihrem Noch-Vorstand Thilo Sarrazin über seinen Rückzug
scharf kritisiert. "Die Bundesbank hat doch nichts anderes als einen
Deal gemacht, um den Bundespräsidenten zu retten und Herrn Sarrazin
trotzdem los zu werden", so Gabriel der "Bild am Sonntag". "Jetzt zahlt die Bundesbank Herrn Sarrazin vermutlich viel Geld dafür,
daß er geht." Dem Bundespräsidenten warf der
SPD-Chef Fehlverhalten in dem Fall vor: "Christian Wulff hat sich völlig
zu Unrecht in die Entlassung Sarrazins aus dem Bundesbankvorstand
eingeschaltet."
> Erzengel Gabriel soll die SPD erlösen
Gesellschaft
11. September '10
Bärbel Bohley ist tot
Bärbel Bohley galt als "Mutter der friedlichen Revolution", sie verkörperte den politischen Aufbruch in der Wendezeit: Die
DDR-Bürgerrechtlerin ist am 11. September 2010 im Alter von 65
Jahren gestorben. Sie erlag einem Krebsleiden. Die Bürgerrechtlerin wurde 1945 in Berlin geboren. Sie studierte an der
Staatlichen Kunsthochschule in Berlin-Weißensee und arbeitete als
freischaffende Künstlerin. Gleichzeitig knüpfte sie Kontakte zu den
Grünen in Westdeutschland. Von Mitte der achtziger Jahre an war sie die
Stimme der DDR-Opposition und wurde wegen ihrer Aktivitäten mehrfach in Haft genommen.
Der Blick in die Welt
10. September '10
New York Times plant
bezahlten Online-Dienst
Der Verlegereiner der einflußreichsten Tageszeitungen, Arthur Sulzberger Jr von der New York Times, hat sich leicht ironisch darüber geäußert, wie lange seine Zeitung noch als Print zur Verfügung stehen werde. Wenngleich der Zeitpunkt einer reinen Onlinepräsenz noch nicht feststeht, geht es dem Verleger derzeit viel konkreter um den Einstieg ins Bezahl-Geschäft für
Online-Inhalte. Geplant ist dieser im Frühjahr 2011. Ab diesem Zeitpunkt sollen die
User eine gewisse Anzahl von Artikeln kostenlos lesen können; erst ab
einer gewissen Menge werden sie dann zur Kasse gebeten. Dies hat, so Sulzberger, den
Vorteil, daß gelegentliche Nutzer weiterhin über
Suchmaschinen bei der Zeitung landen und Inhalte kostenlos sehen
könnten

Politik
09. September '10
Die Causa Thilo Sarrazin:
Der Banker wirft das Handtuch
Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, kann Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (SPD) bei einer
Entlassung mit keiner Abfindung rechnen. In einem Antwortschreiben des
parlamentarischen Staatssekretärs im Finanzministerium, Steffen Kampeter
(CDU), an die Linkspartei, heißt es, daß Sarrazin „für den Fall
der Vertragsauflösung keine Abfindung vertraglich zugesichert“ worden
sei. Nun hat Sarrazin selbst die Konsequenzen gezogen. Der
Bundesbanker verläßt die Notenbank im gegenseitigen Einvernehmen zum
Monatsende.
Philosophie und Wissenschaft
09. September '10
Giorgio Agambens Herrlichkeit
Soeben ist Giorgio Agambens neues
Buch „Herrschaft und Herrlichkeit“ im Suhrkamp-Verlag erschienen. Agamben, der mit Homo sacer sein bisheriges Hauptwerk vorlegte, das bislang unvollendet blieb, begibt sich in seinem neuesten Werk der Tatsache auf die Spur, daß Macht und Glanz immer zusammen auftreten, daß
der Glanz, die Gloria, die Herrlichkeit, die Außenhaut von Herrschaft und
Macht sind. Auch Schmitt, bekennender Katholik wie Agamben,
konzentrierte sich bekanntlich auf die Herausarbeitung der Beziehungen zwischen abendländischer
Herrschaft und christlicher Theologie.
> Gottes Glanz und Agambens Gloria
Politik
08. September '10
Der Fall Thilo Sarrazin:
Die Grünen im Allzeithoch
Die parteiinterne Diskussion um die Thesen und einen
möglichen Parteiausschluß ihres umstrittenen Mitgliedes Thilo Sarrazin läßt die
SPD in der Wählergunst fallen fallen. In der wöchentlichen Forsa-Umfrage für
den "Stern" und RTL verlieren die Sozialdemokraten im Vergleich zur
Vorwoche 2 Punkte und kommen damit nur noch auf 25 Prozent. Es ist ihr
schlechtester Wert seit Mitte Mai. Die Profiteure der sozialdemokratischen
Misere sind nunmehr die Grünen, denn sie klettern um 2 Punkte und erzielen mit
21 Prozent ein neues Allzeithoch. Nur noch 4 Punkte trennen sie von der SPD.
07. September '10
Hans Magnus Enzensberger
liest in Jena
Am 7. September ist mit Hans Magnus Enzensberger einer der
wichtigsten Schriftsteller und Intellektuellen der letzten Jahrzehnte zu Besuch
in Jena. Die Veranstaltung steht unter dem Titel "Auch ein
Romantiker?", denn Enzensberger schrieb seine Doktorarbeit über Clemens
Brentano, der prägende Jahre in Jena verbrachte. Und für Brentano hat
Enzensberger sich auch später immer wieder interessiert. Im Gespräch mit dem
Germanisten Prof. Dr. Dirk von Petersdorff (Universität Jena), in der Lesung
aus eigenen Werken und auch im Dialog mit dem Publikum soll es aber nicht nur
um den Romantiker Enzensberger, sondern auch um den genauen Beobachter der
Gesellschaft, den Zeitdiagnostiker und den politisch engagierten
Intellektuellen gehen. Der Autor, der im vergangenen Jahr seinen 80. Geburtstag
feierte, hat sich immer wieder in Debatten eingemischt und ist vor
Standpunktwechseln nicht zurückgeschreckt: Ein beweglicher Geist, der sich in
der Aula der Universität dem Jenaer Publikum präsentieren wird. Die
Veranstaltung beginnt in der Aula der FSU Jena um 19 Uhr.
Feuilleton
06. September '10
Die Fänge des Geheimdienstes:
Wallraff und der Stasi-Veracht
Der Verdacht, doch für die Stasi gearbeitet zu haben, läßt Bestseller-Autor Günther Wallraff nicht los. Laut der
Zeitung "Berlingske Tidende" soll der Journalist über die Begegnung mit einem Stasi-Mitarbeiter 1971 nicht die
volle Wahrheit gesagt haben. Dies sei aus einem kürzlich entdeckten
Papier des dänischen Geheimdienstes hervorgegangen. Demnach hatte sich Wallraff damals
mit dem ostdeutschen Stasi-Mitarbeiter Heinz Gundlach
unter vier Augen in einem Kopenhagener Hotel getroffen. Der Autor von "Ganz unten" hatte
aber angegeben, Gundlach im Beisein weiterer Personen
getroffen zu haben. In einer Verhandlung vor dem
Hanseatischen Oberlandesgericht 2006 wurde dies als
entlastender Faktor gewertet. Damals hatte sich Wallraff erfolgreich gegen die Behauptung der "Bild"-Zeitung gewehrt, als
Stasi-Spitzel tätig gewesen zu sein.
Feuilleton
06. September '10
Michel Houellebecq und
der Vorwurf des Plagiats
Die Edition "Flammarion" in Paris teilte mit, daß sie die Plagiatsvorwürfe gegen Bestsellerautor Michel Houellebecq nicht gelten lassen will. Wie aus der Metropole an der Seine zu hören war, verwendet Houellebecq in seinem
neuen Roman "La carte et le territoire" zwar Auszüge aus Internetseiten als
literarisches Rohmaterial, doch könnte dabei von einem Plagiat nicht gesprochen werden, da der Autor die Vorlagen künstlerisch bearbeite. "Flammarion" reagierte damit auf einen
kritischen Artikel in der französischen Ausgabe des Online-Magazins "Slate". Darin
wurden Passagen aus dem Roman Houellebecqs und Auszüge aus bestimmten
Artikeln der Internet-Enzyklopädie "Wikipedia" über Künstler einander gegenübergestellt. Dabei waren auffällige wörtliche Parallelen zu erkennen.
"La carte et le territoire" erscheint am 8. September.

Politik
06. September '10
Norbert Bolz kritisiert
den Nachtwächterstaat
Der Philosoph und Medientheoretiker Norbert Bolz polarisiert, und das ist gut so. Bei Anne Will kritisierte er die Bundesrepublik am Sonntagabend als Meinungsdiktatur, und zwar so rigoros, daß die Gutmenschen Wowereit und die Grünen-Abgeordnete Göring-Eckhardt nichts mehr hinzufügen konnten. Geradezu grotesk war auch das Bekenntnis von Berlins Bürgermeister, daß für ihn die Immigration intakt und gelungen sei, hatte er sich doch davon bei einem Einkaufsbummel in seinem Bezirk überzeugen können. Sich politisch äußern zu dürfen, darauf hatte Bolz hingewiesen, ohne die PC zu verletzen, dieses Recht der Meinungsfreiheit einzuklagen, dies sei das Geheimrezept von Sarrazins Buch, mit dem er zumindest eins gezeigt hat: Die Deutschen lassen sich nicht mehr alles gefallen, ohne dabei ins rechte Lager abzuwandern. Die Tabula Rasa hat sein Religionsbuch rezensiert.
> Norbert Bolz, Das Wissen der Religion, Betrachtungen eines religiös Unmusikalischen
Gesellschaft
05. September '10
Der neue Ton in der Politik:
De Maizière gibt Fehler zu
Die durch das Buch "Deutschland schafft sich ab" von Bundesbanker Thilo Sarrazin ausgelöste Debatte um die Integration von Zuwanderern erreicht nun auch in aller Schärfe die Bundespolitik. So hat Innenminister Thomas de Maizière politische Fehler der Bundesregierung in den vergangenen
Jahren eingeräumt. Heute gebe es "vielleicht 10 bis 15 Prozent
wirkliche Integrationsverweigerer", um die man sich verstärkt kümmern
muß, so der Minister im ARD-Fernsehen. Künftig soll es dann Sanktionen
geben, wenn die Pflicht zur Teilnahme an Integrationskursen nicht
erfüllt wird. Laut Information der "Bild"-Zeitung würden derzeit 18 Prozent der Deutschen einer von Sarrazin gegründeten Partei beitreten.
Gesellschaft
04. September '10
Wirtschaft im Osten boomt
Man will es kaum glauben. Nach einer Untersuchung des arbeitgebernahen Insitituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sind die ostdeutschen Länder die dynamischsten Regionen Deutschlands.
Spitzenreiter ist ausgerechnet Brandenburg,
dahinter folgen Mecklenburg-Vorpommern und die Bundeshauptstadt Berlin. Sind die Wachstumsbedingungen in diesen Ländern derzeit am besten,
Spitzenreiter bei Wirtschaftskraft und Wohlstand bleiben weiterhin
reiche Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und
Hamburg.
Politik
03. September '10
Henryk M. Broder:
Angie und die Brandstifter
Thilo Sarrazin im Kreuzverhör, sei es ohne ihn bei Maybrit Illner, oder mit ihm bei Frank Plasberg, die Öffentlichkeit kennt nur einen Feind, und der heißt eben Sarrazin, der sein Audodafé gerade in den Medien durchlebt. Inquisitorisch melden sich diese zu Wort und dulden keinen, der sich widersetzt, obwohl, rein statistisch gesehen, daß Buch nur wenige gelesen haben können, da es selbst bei Amazon vergriffen ist. Erfreulich, daß Henryk M. Broder in seiner Achse des Guten und bei Illner auch mal wagt, was anderes zu sagen, was der Political Correctness wiederspricht.
> Angie und die Brandstifter
Politik
03. September '10
Politikbarometer im September:
Bald wieder Große Koalition?
Auch in dieser Woche gibt es mit Blick auf das politische Barometer nur leichte Stimmungsveränderungen im Land zu verzeichnen. Wenn am
Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die CDU ein Plus von einem Prozent
verzeichnen und käme damit auf 32 Prozent. Die SPD büßt einen Punkt ein und erreicht 30
Prozent. Die anderen Parteien kämen auf die gleiche Zustimmung wie im
Vormonat: 17 Prozent für die Grünen, 10 Prozent für die Linke, 5
Prozent für die FDP.
Gesellschaft
03. September '10
Das Spiel ist aus:
Sarrazin muß gehen
Thilo Sarrazins Karriere bei der Deutschen Bundesbank ist beendet. Der
Vorstand der Notenbank hatte einstimmig beschlossen, ihn aller seiner Ämter zu entheben. Als
Grund nennt die Bundesbank, daß Sarrazin keine „Mäßigung im Amt“ an den Tag legte. Die Bundesbank hatte Sarrazin ein
Ultimatum gesetzt: Entweder er trete bis Ende der Woche zurück, oder die
Bundesbank werde beim Bundespräsidenten um seine Abberufung bitten. Nun muß Christian Wulff entscheiden. Die Frage aber bleibt: Wieviel Meinungsdemokratie verträgt Deutschland?

Der Blick in die Welt
03. September '10
Das Öl-Grauen kommt erneut:
Plattform vor Mexiko explodiert
Im Golf von Mexiko ist nach Angaben der US-Küstenwache eine
Ölbohrinsel explodiert. 13 Menschen seien ins Wasser geschleudert worden,
inzwischen aber in Sicherheit. Schiffe,
Flugzeuge und Hubschrauber sind auf dem Weg zu der Bohrinsel, die 130 Kilometer von
der Küste von Louisiana entfernt liegt. In der Nähe der Plattform entdeckte die
Küstenwache einen Ölteppich von 1,8 Kilometer Länge und 30 Metern
Breite. Die Explosionsstelle liegt westlich der Stelle, an der die Bohrinsel „Deepwater
Horizon“ von BP explodiert war.
> Auf Öl und Fleisch fahren wir ab von Karim Akerma
03. September '10
Das Gedächtnis der
Aufklärung kehrt zurück
Sechs Jahre
nach dem verheerenden Großbrand sind rund 25.000 von den mehr als 60.000 beschädigten
Büchern restauriert worden. Hinzu kommen 27.500 Neuerwerbungen, zum
größten Teil aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Sie sollen nunmehr die vielen
tausend Werke ersetzen, die damals verbrannten. Für Restaurierung
und Neuanschaffung hat die Bibliothek fast 11 Millionen Euro gezahlt. Im "Leipziger Universitätsverlag" erschien 2009 der Sammelband "Krisenmanagement", der sich mit der Brandkatastrophe auseinandersetzt.
> Zwei Neuerscheinungen aus dem Leipziger Universitätsverlag
Kunst und Künstler
02. September '10
Neo Rauchs Hommage
an die Stadt seiner Jugend
Der bei seinen Großeltern in Aschersleben aufgewachsene Maler Neo Rauch, geboren 1960 in Leipzig, hat sein grafisches Werk der Stadt seiner Jugend geschenkt.
Die derzeit 40 Blätter haben einen geschätzten Wert von 100.000 Euro. Wie die ansässige Stadtverwaltung mitteilte, solle die Schenkung kontinuierlich fortgesetzt werden: Je ein Exemplar der noch
entstehenden Grafiken wird dann an die Stadt Aschersleben gehen. Präsentiert werden die Blätter im sogenannten "Riegelbau", wo ein fester
Ausstellungsraum eingerichtet wird.
Der Blick in die Welt
02. September '10
No sex but more alcohol:
Die Memoiren des Tony Blair
Kaum auf dem Markt - sind sie schon ein Bestseller, die Memoiren
des ehemaligen britischen Premiers Tony Blair. In "A Journey", zu
deutsch: eine Reise, rechnet er knallhart ab, stigmatisiert die Amtszeit von
Gordon Brown als Katastrophe und schreibt über diesen: „Politisches Kalkül: ja.
Politisches Gefühl: nein. Analytische Intelligenz: absolut. Emotionale
Intelligenz: null.“ In seinen Memoiren verteidigt Blair auch seine Entscheidung
für die Teilnahme am Irak-Krieg ab 2003, die er immer wieder wiederholen würde.
Und Blairs Autobiographie (718 Seiten) trägt Persönliches auf, das man sich
gern erspart hätte, sein unverhohlenes Bekenntnis zum gemäßigten Alkoholismus
beispielsweise.
Politik
01. September '10
Christian Wulffs Sorge
um die Demokratie
Bundespräsident Christian Wulff hat von den Deutschen mehr Einsatz für
die Demokratie gefordert. „Wir dürfen uns auf keinen Fall bequem
zurücklehnen in dem Glauben, unsere Demokratie sei unerschütterlich, so
ist das nämlich nicht“, sagte der CDU-Politiker der „Sächsischen Zeitung“. Wulff verwies auf die abnehmende Wahlbeteiligung und die
schrumpfenden Mitgliederzahlen der Parteien im Land. „Der Graben zwischen
Wählern und Gewählten wird größer.“ Darüber beunruhigt ihn
auch die bundesweite Problematik des Rechtsextremismus.
Der Blick in die Welt
01. September '10
Bleibt er auf Spur
Benjamin Netanjahu?
Während seiner ersten Amtszeit galt Israels Ministerpräsident
Netanjahu als Hardliner, der gegenüber den Palästinensern kaum zu
Kompromissen bereit war. Inzwischen schlägt Netanjahu diplomatischere
Töne an. Doch nicht jeder in Israel glaubt an diesen Kurswechsel, selbst in der eigenen Partei, dem Likud, lauern die Widersacher des neuen
Friedensprozesses. Ihnen gefällt nicht, daß Netanjahu seinen Kurs wechselte und sich für die Gründung eines
palästinensischen Staates ausgesprochen hatte.
> Über die Möglichkeit eines Krieges 
Politik
31. August '10
De Maizière lobt die Einheit
Bundesinnenminister de Maizière würdigte den deutsch-deutschen
Einigungsvertrag als ein Meisterwerk von Politik und Verwaltung, was insbesondere im Hinblick auf die kurze
Vorbereitungs- und Verhandlungszeit gilt. Zugleich räumte de Maizière auch Fehler ein: "Heute wissen wir:
Deutschland hätte von der DDR vielleicht nicht den Hymnentext, aber
ruhig ein bisschen mehr übernehmen können als nur den grünen Pfeil und
das Ampelmännchen." Auch äußerte er Zweifel an der Entscheidung, das
gesamte westdeutsche Rechtssystem sofort auf das sogenannte
"Beitrittsgebiet" zu übertragen. Er stellte jedoch klar: "Solche Mängel
schmälern die Bedeutung und den Wert des Einigungsvertrages nicht."
Politik
31. August '10
Lothar
de Maizière, oder die
Aufhebung des Unrechtsstaates.
Die Äußerung des letzten Ministerpräsidenten der DDR, Lothar
de Maizière (CDU), daß die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen, löste
Unverständnis aus. Anläßlich des 20. Jahrestages des Volkskammer-Beschlusses zum
Beitritt der DDR zur BRD hatte de Maizière gesagt: "Ich halte diese Vokabel
für unglücklich. Die DDR war kein vollkommener Rechtsstaat, aber auch kein
Unrechtsstaat. Der Begriff unterstellt, dass alles, was dort im Namen des
Rechts geschehen ist, unrecht war." Gegen diese Äußerungen regte sich
heftige Kritik aus den Reihen von DDR-Opfern. Die Debatte, ob die DDR ein Unrechtsstaat
war, wurde 2009 insbesondere von Politikern aus Westdeutschland angefeuert. Aber
auch Staatsrechtler halten nach wie vor am Begriff Unrechtsstaat fest, der zwar
kein juristischer Terminus sei, aber genau das unterstreiche, was die DDR
wirklich gewesen ist: eine Diktatur, die rechtsstaatliche Prinzipien
ignorierte.
Politik
31. August '10
Das Verschwinden der DDR
Durch Vertrag in die Demokratie
Am 31. August 1990 unterzeichneten Wolfgang Schäuble und Günther Krause
in Berlin den Einigungsvertrag. Die Verhandlungen über das komplexe
Vertragswerk hatten nur acht Wochen gedauert. Die Kernpunkte des 900-Seiten-Konvolutes saher vor: den Beitritt der DDR zum
Geltungsbereich des Grundgesetzes nach Artikel 23 desselben; die
Vereinigung von Berlin zu einem Bundesland, welches Hauptstadt
Deutschlands werden soll und die Übernahme des DDR-Vermögens sowie der
Schuldenhaftung durch die Bundesrepublik.
> Rainer Eppelmann - Markus Meckel: Die Revolution der Pastoren
Feuilleton
30. August '10
Seit 20. Jahren Auf großer Fahrt:
Faber & Faber feiert Geburtstag
Rechte: Faber & Faber
Unter dem Motto "20 Jahre auf großer Fahrt!"
feiert der Leipziger Verlag Faber & Faber am 5. September sein 20-jähriges
Bestehen. 1990 wurde er von Elmar Faber und seinem Sohn in Berlin gegründet. Anfang
2010 wurde der Verlag beim bundesweiten Wettbewerb "365 Orte
im Land der Ideen" für seine Reihe "Die DDR-Bibliothek" als
"Ausgewählter Ort 2010" ausgezeichnet. Ab 1975 war Faber Verleger von "Edition Leipzig" und von 1983 bis 1992 Verleger des
Aufbau-Verlages sowie von "Rütten & Loening". Zu den
Aufbau-Autoren zählten damals Christa Wolf, Volker Braun, Irmtraud Morgner und
Erwin Strittmatter. Vom ersten Buch an gehörte auch Christoph Hein dazu, dessen
Roman "Horns Ende" Elmar Faber 1985 ohne Druckgenehmigung auf den
Markt brachte.
Gesellschaft
29. August '10
Der getrennte Blick:
Fernsehjunkies im Osten
Nun ist es mal raus. Die größten TV-Junkies der Bundesrepublik sind die Ostdeutschen, die täglich 52 Minuten länger ihre Zeit vor der Glotze verbringen als der West-Bundesbürger. Diese
Zahlen hat das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf "Media Control"
vorab veröffentlicht. Von Januar bis Juli war der Fernseher in Wohnungen
im Westen im Schnitt drei Stunden und 33 Minuten eingeschaltet, im
Osten vier Stunden und 25 Minuten. Im Vergleich zu 2009 nahm die
Differenz um sieben Minuten zu.
Gesellschaft
29. August '10
Der Siegeszug der E-Books
Amazon verkündete im Juli 2010, dass sie für jedes Hardcover-Buch
1,8 E-Books verkaufen. Insgesamt nehmen E-Books heute drei Prozent des
Buchmarktes ein. Der Durchbruch für die elektronischen Bücher scheint
geschafft. Die Analysten von Goldmann Sachs sagen bis 2015 einen Anteil von
12,8 Prozent am Gesamtbuchverkauf voraus. E-Books entstanden bereits in den 70
er Jahren. Anfänglich für Sachbücher im IT-Bereich und als Domäne rechtefreier Literatur
wie das Project Gutenberg genutzt, wurden die ersten Lesegeräte in den 90er Jahren
vom Markt nicht angenommen. Erst Sony bahnt 2004 mit seinen E-Readern für
Belletristik und andere Freizeitbücher den Weg für einen gewinnbringenden E-Book-Markt.
> Mehr dazu finden Sie hier> Chancen und Risiken durch neue Lesegeräte 
Kirche und Religion
26. August '10
Melanchthon-Tage in Wittenberg
In Wittenberg beginnen am 26. August die
"Melanchthon-Tage der Gegenwartsliteratur". Bekannte deutsche
Literaten werden auf den Spuren der Reformation
wandeln. Schriftsteller wie Durs Grünbein, Rolf Hochhuth und Tankred Dorst sind mit von der Partie. Den Auftakt bilden eine Lesung und ein Gespräch mit
Rolf Hochhuth und der Schriftstellerin Anja Utler in der Evangelischen Akademie
Sachsen-Anhalt. Luthers Verhältnis zum Humanisten Melanchthon war so innig, daß er einmal bemerkte:"Ich würde lieber sterben als von diesem Manne getrennt
zu sein."
Der Blick in die Welt
26. August '10
100. Geburtstag von
Mutter Theresa
Praktiziertes Christentum und Nächstenliebe par excellence - dafür stand und steht ein Name - der von Mutter Theresa. Andächtig und voller Stolz zeigen die Ordensschwestern in Rom, nahe dem Colosseum, immer noch die karge und höchst einfache Zelle, in der sie arbeitete und während ihrer Italienaufenthalte lebte. Vor 100 Jahren wurde Mutter Teresa in Skopje, in Albanien geboren, 1997 starb sie im indischen Slum von Kalkutta, wo sie 1950
den Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe gegründet hatte. 1979 erhielt sie
den Friedensnobelpreis und wurde sechs Jahre nach ihrem Tod vom
damaligen Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Im Gedenken an ihre außerordentlichen Leistungen für das Wohl der Menschen finden überall in der Welt Dankesgottesdienste statt.
Gesellschaft
26. August '10
Der unbeugsame Denker
Sarazzin polarisiert erneut
Bundesbank-Vorstand Sarrazin ist mit seinen Forderungen nach strengeren
Auswahlkriterien bei der Zuwanderung von Muslimen auf scharfe Kritik
gestoßen. So bezeichnete die Staatsministerin für Integration im Bundeskanzleramt,
Böhmer, Sarrazins These einer mangelnden
Integrationsbereitschaft als wissenschaftlich nicht haltbar und
darüber hinaus auch als verletzend. Von Seiten der Grünen wurde ihm die Propaganda von Hasstiraden vorgeworfen. Auch die Berliner SPD ging auf Distanz. Der umstrittene Politiker hatte mehrfach eklärt, daß man es nicht zulassen dürfe, daß immerhin 40 Prozent der muslimischen
Migranten von Transferleistungen lebten und ihnen jede Form von
Integration damit erspart bleibt.Erst vor kurzem hatte Sarazin den intellektuellen Verfall der Bundesbürger beklagt.
> Und Sarrazin hat doch recht
26. August '10
Weimar: Der Dichterfürst ruft:
Goethes 261. Geburtstag
Am Samstag, 28. August 2010, 9 bis 19 Uhr, lädt die Klassik Stiftung Weimar zum
261. Geburtstag von Johann Wolfgang Goethe in das Goethe-Nationalmuseum, in
Goethes Wohnhaus, Garten und Hof sowie in die Parkhöhle ein. Unter dem Motto
»Forschergeist und Hokuspokus« können die Gäste bei Führungen, Vorträgen,
Filmvorführungen, Experimenten, Lesungen und kreativem Gestalten die Welt der
Farbenlehre und andere naturwissenschaftliche Forschungen Goethes kennenlernen.
Daneben stehen eine Lesung von Durs Grünbein am Vorabend des
Goethe-Geburtstags, Freitag, 27. August 2010, 20 Uhr sowie die Verleihung der
Goethe-Medaille 2010 am Samstag, 28. August 2010, 11 Uhr, auf dem Programm.
> »Forschergeist und Hokuspokus« – Klassik Stiftung Weimar feiert den 261. Goethe-Geburtstag
Der Blick in die Welt
25. August '10
Happy End für einen Traum:
Schlingensiefs Afrikaprojekt
Ein Opernhaus für Afrika - dies war der Traum des Christoph Schlingensief, doch erlebt hat er die Fertigstellung nicht. Der Künstler verstarb vergangene Woche nach einem schwerem Krebsleiden. Doch nun soll an seinem Traum weitergebaut werden. Nach dem Tod des Regisseurs wird das Goethe-Institut das Projekt "Festspielhaus
Afrika" weiter finanzieren und vorantreiben, wie dessen Präsident Klaus-Dieter
Lehmann mitteilte. Die Energie Schlingensiefs solle in einem Dorf in
Afrika fortleben und über die Grenzen Burkina Fasos hinausreichen. Schlingensief hatte im Februar
2010 den Grundstein für das Operndorf gelegt, es umfaßt eine Theaterbühne,
Werkstätten, eine Schule, ein Krankenhaus und Künstler-Unterkünfte.
Politik
24. August '10
Wem die Stunde schlägt:
Angela Merkel unter Druck
Die SPD hat erstmals seit der Bundestagswahl die CDU/CSU
klar überholt. Damit könnte sie - gemeinsam mit den Grünen - auf eine
parlamentarische Mehrheit hoffen. Das ergab die August-Umfrage des Instituts
für Demoskopie Allensbach für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Danach
liegt die SPD jetzt mit 32,0 Prozent um einen Prozentpunkt vor der Union mit
31,0 Prozent. Die Grünen lassen mit 17,0 Prozent die FDP mit 6,0 Prozent weit
hinter sich. In den westlichen Bundesländern würden für die SPD sogar 33,0
Prozent der Wahlberechtigten stimmen, wenn schon am nächsten Sonntag
Bundestagswahl wäre; hier kommt die Union auf 32,0 Prozent. In den östlichen
Bundesländern liegen SPD und CDU der Umfrage zufolge gleichauf bei 26,5 Prozent.

24. August '10
Grande Dame der Klassik:
Tagung zu Anna Amalia
Die Anna Amalia und Goethe Akademie zu Weimar wurde 2007 von
Ettore Ghibellino ins Leben gerufen, um in den nächsten Jahren auf dem Gebiet
der Goethe- und Anna Amalia-Forschung durch Arbeiten, Tagungen, Konferenzen, Kolloquien
und Seminare veränderte Fragestellungen einzubringen. Ziel ist es, eine
grundlegende Archivarbeit zu leisten, um weitere Dokumente, die das
Staatsgeheimnis betreffen, ans Tageslicht zu fördern und eine konkretere
Vorstellung der damaligen Zeit zu gewinnen. Informationen zur Sommertagung am
28. August 2010 finden Sie hier.
> Sommertagung am 28. August 2010
24. August '10
Thomas Thieme liest Textvorlage
von Schuberts „Die Winterreise“.
Am (morgigen) Mittwoch, 25. August, um 20 Uhr liest der
Weimarer Schauspieler Thomas Thieme die Textvorlage von Wilhelm Müller für
Franz Schuberts Liederzyklus „Die Winterreise“. Als Kontrast hören die
Zuschauer im Anschluss eine halluzinative zweite Textgestalt – die
„dahinterweise“ des Gesamtkünstler Gerhard Rühm. Er wird selbst eine Einführung
geben. Die Veranstaltung findet bei gutem Wetter auf der Wiese vor dem Reithaus
statt, die Zuschauer sind eingeladen, Picknickutensilien, Klappstühle, Decken und
weiteres mitzubringen. Bei schlechtem Wetter wird die Vorstellung ins Reithaus
verlagert. Der Eintritt ist frei.
24. August '10
Moritz Götze NEUES SCHLAND:
Galerie Rothamel Erfurt
2002
reklamierte Moritz Götze für sein Schaffen den Begriff „Deutscher Pop“ und
brachte damit auf den Punkt, was auch Sigmar Polke beschäftigte – die
Versöhnung der programmatischen Leichtigkeit der Siegerkunst Pop Art mit
der grüblerischen Tiefe deutscher Malerei von Dürer bis C. D. Friedrich. Es geht
um nichts weniger als ein neues Selbstverständnis deutscher Kunst und
deutscher Geschichte. Götzes Bildsprache, hemmungslos naiv und zugleich mit
allen Wassern der Kunstgeschichte gewaschen, ist dafür das perfekte
Trägermedium (Moritz Götze,
NEUES SCHLAND, Galerie Rothamel Erfurt, 21. August bis 25. September 2010).
Politik
23. August '10
Thilo Sarrazin und der
Abschied vom Wohlstand
Thilo Sarrazin nimmt kein Blatt vor den Mund. In seinem
neuen Buch „Deutschland schafft sich selbst ab“ zieht er Bilanz über eine zusehends verfallende Bundesrepublik, kritisiert Geburtenrückgang,
Bildungs-Misere, wachsende Unterschicht und mangelnde Integration. Wenn, wie
der promovierte Volkswirt, Bundesbank-Vorstand und Ex-Finanzsenator von
Berlin, nicht bald etwas passiert, schaffen sich die Deutschen selbst ab. Dümmer,
ärmer und zu wenig tüchtiger Nachwuchs: So schonungslos beschreibt Sarrazin die
Bedrohung der deutschen Gesellschaft und ihres Wohlstands.
Gesellschaft
23. August '10
Armenhaus Deutschlands
Jeder vierte Leipziger ist arm
Die Menschen in der Messestadt Leipzig sind die am stärksten von Armut gefährdeten Bürger in der Bundesrepublik. Damit ist Leipzig die ärmste Großstadt Deutschlands. Ganze 27 Prozent der Bevölkerung sind von Armut betroffen; In Dresden trifft das für jeden fünften Bürger zu. Ein Ost-West-Problem ist dies aber nicht. Eine gleiche Gefährdungsrate wie in Dresden trifft auf die Bürger von Hannover, Bremen, und Dortmund zu. Allein in München war dagegen nur jeder Zehnte in dieser Lage; ähnlich gut positioniert sind die Hamburger mit 13 Prozent.
Feuilleton
23. August '10
Deutschland trauert
über Tod Schlingensiefs
„Faz“, "taz", "Frankfurter Rundschau und
"Süddeutsche" – die deutschen Medien widmen sich am Montag dem Tod
von Christoph Schlingensief. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung"
nennt den 1960 geborenen Künstler "zart, verletzlich, zugeneigt" und
schreibt davon, "wie groß sein Herz" war. Die „Süddeutsche“ erinnert
an den großen "Schnellredner" und "Blitzdenker", der immer "geistig
hellwach" und immer charmant" war. Und die "Frankfurter
Rundschau" sieht in Schlingensief "das größte Herz, das im
Kunstbetrieb zu finden" war.

Der Blick in die Welt
23. August '10
Deepwater Horizon:
Das Drama vor Mexiko
Das Sprachversagen im Angesicht
einer fatalen Ölpest spiegelt letztlich nur die Faktizität aller Naturgesetze. Es macht offenkundig, dass der
Mensch samt seiner Kultur und Sprache in jene Dialektik eingereiht bleibt, die
jede Zelle universal durchwaltet. Mag er sich suggerieren, die Sprache, sein
genialisches Werkzeug, sei ein Erzeugnis seiner Kultur - im letzten Sinne ist sie es nicht.
> Deepwater Horizon - Zeugnis einer Katastrophe
21. August '10
Christoph Schlingensief ist tot
Der umstrittene und gefeierte Regisseur, der immer wieder polarisierte, litt schon seit langem an Lungenkrebs, obwohl er nie geraucht hatte. Ein Sprecher der Ruhr-Triennale bestätigte Schlingensiefs Tod. In der Ruhr-Triennale hätte am Samstagabend die Premiere seines Stücks "SMASH - in Hilfe
ersticken" stattfinden sollen. Schlingensief stammt aus Oberhausen (1960) und
machte zunächst mit Filmen wie "Das deutsche Kettensägenmassaker" auf
sich aufmerksam, er inszenierte aber auch 2004 Richard Wagners
"Parsifal" in Bayreuth. Mit seiner Krebserkrankung setzte sich Schlingensief auf der
Bühne und im Fernsehen immer wieder auseinander. Auch und insbesondere in seinem Buch "So schön wie hier kanns im Himmel
gar nicht sein". In den letzten Jahren engagierte er sich intensiv für den Aufbau eines
Festspielhauses im afrikanischen Burkina Faso. Schlingensief starb mit nur
49 Jahren.
20. August '10
Wagner für Jedermann:
Public-Viewing in Bayreuth
In Bayreuth rüsten sich Wagnerfans für das zweite
Public-Viewing in der Geschichte der Richard-Wagner-Festspiele. Ab 16 Uhr wird
am 21. August die Walküre in der Inszenierung von Tankred Dorst via
Großbildleinwand vom Bayreuther Festspielhaus auf den Volksfestplatz
übertragen. Das Public-Viewing für "Jedermann" lockte bei seiner
Premiere im vergangenen Jahr Tausende Fans an. 2009 hatte Festspielleiterin
Katharina Wagner mit ihrer Idee einen „Wagner für Alle“ ins Programm zu bringen
weltweit für Schlagzeilen gesorgt und bei getreuen Fans eine wahre Begeisterung
ausgelöst.
> Wagner ans Licht - ein Richard-Wagner-Denkmal für Leipzig zum 200. Geburtstag> Wagner-Fest (tage) in Leipzig oder wem gehört Wagner?
Gesellschaft
19. August '10
Wulff engagiert für Jugendliche:
Schirmherrschaft Stiftung Lesen
Bundespräsident Christian Wulff (CDU) tritt in die Spuren seines Amtsvorgängers
Horst Köhler. Auch er wird die Schirmherrschaft über die Stiftung Lesen übernehmen. Wie Wulff betonte, gehört die Förderung der
Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen zu den zentralen
politischen Anliegen und sei ihm eine Herzensangelegenheit.Wulff hat zwei Kinder aus zwei verschiedenen Ehen, daß zweite wurde 2008 geboren.
Politik
19. August '10
Im Osten nichts Neues:
Platzeck kritisiert Stimmungslage
Der Ministerpräsident von Brandenburg Matthias Platzeck sieht zwanzig Jahre nach der
Wiedervereinigung eine zunehmende Stimmungsmache gegen ostdeutsche Länder auf dem Vormarsch. So kritisierte er, daß es „vielerorts in den
westlichen Ländern - quer durch die Parteien - eine Stimmung des
Vergleichens und Missgönnens gibt“. Wie der SPD-Politiker betonte, sei teilweise ein schiefes Bild entstanden. „Wir haben in Brandenburg
inzwischen gute Straßen und schöne, wiederhergestellte Ortskerne. [...]." Was man aber nicht sieht, sind die größten
Defizite, die weiterhin bestehen - so die "hohe
Arbeitslosigkeit, fehlende Wirtschaftskraft und vor allem kaum
Industrieforschung.“
19. August '10
Bildungsmonitor 2010
Sachsen und Thüringen vorn
Eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen
Wirtschaft weist die beiden ostdeutschen Länder Sachsen und Thüringen als Gewinner des
"Bildungsmonitors 2010" aus. Vor allem weil sie so viel bei Mathematik,
Informatik und den Naturwissenschaften leisteten, trage ihr
Bildungssystem zu mehr Wirtschaftswachstum bei. Auf den Plätzen Drei und
Vier folgen Baden-Württemberg und Bayern. Lediglich bei der Integration
von Ausländern dokumentierten die Autoren einen Stillstand - nicht zuletzt
deshalb ist Berlin auch 2010 Schlußlicht der Erhebung.

Der Blick in die Welt
19. August '10
Wir machen den Weg frei:
US-Soldaten verlassen den Irak
Nach Darstellung der Vereinigten Staaten sind die militärischen Operationen im Irak offiziell beendet. Ein Konvoi mit den letzten
Kampftruppen hat das Land am Donnerstagmorgen in Richtung Kuwait verlassen. Nach dem Abzug der
Kampftruppen bleiben aber noch gut 50.000 US-Soldaten im Irak
stationiert, diese sollen bis Ende 2011 zivile Projekte
absichern und einheimische Sicherheitskräfte ausbilden. Seit dem
Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten Barack Obama haben insgesamt 90.000 amerikanische Soldaten
den Irak verlassen.
Politik
18. August '10
Der lange Weg nach Berlin:
Röttgen und der Kanzlertraum
Zwar hat er es nicht gesagt, der dynamische Umweltminister
aus Nordrhein-Westfalen, doch vorstellen könnte es sich der CDU-Politiker schon
– Kanzler der Deutschen. Röttgen will mehr als nur Rüttgers' Nachfolger
am Rhein werden. Er möchte vielmehr Angela Merkels Erbe in Berlin antreten, die sich schon in ihrer
zweiten, und bislang ziemlich glanzlosen Amtszeit befindet. Mit dem Posten des
nordrhein-westfälischen CDU-Vorsitzenden wäre Röttgen dann auch automatisch
Anwärter auf einen Vize-Posten in der gesamten CDU und damit Merkels Stellvertreter. Nach
wie vor gilt: Ministerpräsidenten waren und sind immer wieder heiße Aspiranten für die
Kanzlerkandidatur.
Kunst und Künstler
18. August '10
Ungemach für Wörlitzer Park:
Bleiben wir Unesco-Kulturerbe?
Ungemach droht dem Unesco Kulturerbe, dem Wörlitz-Dessauer Gartenreich an Elbe und Mulde, da in der Nähe des einzigartigen Landschaftsparks, in Vockerode, nach neuesten Erwägungen ein Vergnügungspark mit Spielbanken gebaut werden soll. Thomas Weiss, der
Chef des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs, warnt mit Nachdruck vor einem derartigen Unternehmen und führt ins Gewicht, daß man nicht leichtsinnig mit dem Status des Weltkulturerbes umgehen sollte, ein Blick nach Dresden belehrt ja, wohin moderner Gestaltungswille führe, eben zur Aberkennung des weltweiten Kulturstatus. Das Gartenreich steht seit zehn Jahren unter dem Schutz der
Unesco.
Kunst und Künstler
17. August '10
Büchnerpreis für Reinhard Jirgl
Der Georg-Büchner-Preis 2010 geht an den Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl. Er habe in einem Romanwerk "von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet", hieß es in der Begründung der Jury. Der Preis gilt als der wichtigste Literaturpreis in Deutschland und ist mit 40.000 Euro dotiert. Bekannt wurde der 57-Jährige unter anderem mit den Werken "Die
Stille" und "Die Unvollendeten".
> Jörg Bernhard Bilke: Georg-Büchner-Preis für Reinhard Jirgl
Feuilleton
16. August '10
Günter Grass kritisiert
unpolitische Kollegen
Der Schriftsteller Günter Grass hat seine jüngeren Kollegen kritisiert. Der Schriftsteller vermißt das politische Engagement beim
Autoren-Nachwuchs. Früher sei der Beitrag der Intellektuellen zur Entwicklung der
Demokratie in Deutschland erheblich gewesen, nun zeichnet sich ab, daß es dergleichen Engagement nicht mehr geben werde. Die Finanzkrise, die Kinderarmut, die
Abschiebepraxis sowie die Schere zwischen Reich und Arm - das
seien Themen, zu denen jüngere Schriftsteller eine Haltung entwickeln
und verlautbaren sollten, so Grass.
Politik
15. August '10
Die Farben im Herbst:
Rot-Grün dominiert
Die Union rutschte im "Stern"-RTL-Wahltrend im
Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt ab und erreichte damit zum zweiten
Mal in diesem Jahr nur 29 Prozent, ihren schlechtesten Wert seit November 2006.
Für die FDP würden der Umfrage zufolge unverändert fünf Prozent der Wähler
stimmen. Mit zusammen 34 Prozent befindet sich das schwarz-gelbe Lager aus CDU,
CSU und FDP also weiter im historischen Stimmungstief. Die SPD konnte ihr Jahreshoch
von 28 Prozent halten. Im Aufwind befinden sich nach wie vor die Grünen: Ihr
Wert stieg um einen Punkt, so dass die Partei erneut ihr Rekordhoch von 19
Prozent erreichte. Für die Linke ergaben sich unverändert elf Prozent. Für „sonstige
Parteien“ würden acht Prozent der Wähler stimmen.

Politik
13. August '10
"Niemand hat die Absicht,
eine Mauer zu errichten"
Am 13. August 1961, vor 49 Jahren, hat die DDR-Regierung unter dem damaligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht begonnen, in Berlin
eine Mauer zu bauen. Sie teilte die Stadt 28 Jahre lang in Ost und West. Geschichtsforscher
gehen mittlerweile davon aus, daß allein an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989
mindestens 136 Menschen getötet wurden. Die Gesamtzahl der Todesopfer an der
innerdeutschen Grenze zwischen 1945 und 1989 beträgt nach neuesten
Erkenntnissen fast 1400. "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", sagte Ulbricht noch wenige Wochen vor dem Mauerbau.
Gesellschaft
13. August '10
So läßt es sich bequem leben:
Traumgehälter beim WDR
Die Intendantin des WDR, Monika Piel, erhielt 2009 308.000
Euro Gehalt. Die fünf vom Rundfunkrat gewählten Direktoren bekamen zwischen
190.000 und 206.000 Euro. Etwas bescheidener sieht es beim RBB aus. Die 59-jährige
Intendantin Dagmar Reim bekam 220.000 Euro. Somit verdient die WDR-Intendatin
mehr als der Bundespräsident. Der Westdeutsche Rundfunk hatte als erste
Landesrundfunkanstalt die Gehälter des Führungspersonals genannt. Die Zahlen veröffentlichte der WDR in
seinem Geschäftsbericht 2009, worauf der Branchendienst „Funkkorrespondenz“
hinwies.
Für Horst Köhler wie auch für Christian Wulff
liegt das jährliche Grundgehalt bei 199.000 Euro.
Finanz- und Kapitalmarkt
13. August '10
Nun wächst sie doch wieder!
Deutsche Wirtschaft im Aufwind
Mit der Wirtschaft ist es wie mit dem lieben Gott, keiner
weiß letztendlich, wohin der Weg geht. Für Wirtschaftsexperten steht es
mittlerweile aber fest, die deutsche Wirtschaft wächst, und zwar so rasant wie
noch nie seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990. So legte das Bruttoinlandsprodukt
(BIP) im zweiten Quartal um 2,2 Prozent im Vergleich zum ersten Vierteljahr
2010 zu. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs die deutsche Wirtschaft
demnach um 4,1 Prozent. Während Deutschland als Exportweltmeister also wieder
vor einem neuen Wirtschaftsboom steht, ist es um die USA und ihre Wirtschaft weiterhin
nicht sonderlich gut bestellt. Die Tabula Rasa wendet einen Blick auf die Finanzkrise
zurück.
> Die Entwendung der Krise. Ein Lehrstück des Irrsinns im Namen der Vernunft
13. August '10
"The Art of John Lennon":
Ex-Beatle im Kunsthaus Gotha
Das Kunsthaus Gotha zeigt derzeit eine Ausstellung über den "Beatles"-Musiker
John Lennon. Anlaß für die Schau "The Art of John Lennon. 1967-1980" ist
nach Angaben des Kunsthauses der 70. Geburtstag Lennons und der 30. Jahrestag der
Ermordung des Künstlers. Bis zum 3. Oktober sind Zeichnungen und Cartoons des
Musikers sowie seltene Fotografien zu sehen. Auch einmalige Exponate wie
Goldene Schallplatten und Skulpturen werden in Gotha ausgestellt. Die
seltenden Leihgaben stellt ein privater Sammler
für die Ausstellung zur Verfügung.
Gesellschaft
13. August '10
"Stiftung Stadtgedächtnis":
Köln sucht seine Geschichte
Rund
6300 Jahre würde ein einzelner Restaurator benötigen, um die verheerenden
Zerstörungen und Beschädigungen an den Archivalien des im März vergangenen
Jahres eingestürzten Historischen Archivs der Stadt Köln zu beseitigen. Dagegen
nehmen sich die 16 Monate, die die Gründung der kürzlich etablierten "Stiftung
Stadtgedächtnis" in Anspruch genommen haben, allenfalls wie eine zeitliche
Fußnote aus.
> Eine nationale Aufgabe
Kunst und Künstler
12. August '10
Besucherrekord in Leipzig:
Die Macht des Neo Rauch
Er ist schon lange ein Star auf dem nationalen und mehr noch auf dem internationalen Kunstmarkt - Unsummen werden für Bilder des in Leipzig geborenen Neo Rauch bezahlt. Nun hat er gleich zwei
deutschen Kunstmuseen einen Besucher-Boom beschert. Mehr als eine
Viertelmillion Kunstinteressierte sahen sich seine Werke in München und
Leipzig an. Die Doppelschau war damit wenige Tage vor ihrem Ende bereits
für beide Museen jeweils die erfolgreichste Ausstellung überhaupt. Die
120 Werke Rauchs, der als Meister des Surrealen gilt, stammen
überwiegend aus privaten Sammlungen. Die Schau wurde aus Anlaß des 50.
Geburtstags des Künstlers organisiert.

Kunst und Künstler
12. August '10
Neue Ausstellung in Chemnitz
Die Ausstellung Porträt einer Sammlung. Schenkung Gisela und Dr.
Wolfgang
Flügge vom 6. Juni bis 1. August 2010 in den Kunstsammlungen Chemnitz
gewährt mit 124 Arbeiten von 22 Künstlern einen ersten repräsentativen
Einblick in diese
umfangreiche Schenkung zeitgenössischer Kunst. Seit Mitte der 1970er erwarben Flügges zahlreiche
Werke. Im Laufe der Jahre wuchs die Sammlung auf 586 Werke von 106
Künstlern aus insgesamt 16 Ländern an. 2005 wurde die komplette Sammlung
als Schenkung den Kunstsammlungen Chemnitz übergeben.
> PORTRÄT EINER SAMMLUNG Schenkung Gisela und Dr. Wolfgang Flügge
Gesellschaft
11. August '10
Online-Werbung steigt um 28%
Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Geht es den Zeitungen und ihrem Anzeigengeschäft immer schlechter, profitiert das Internet und die Bannerwerbung. So wird dieMilliarden-Marke in Kürze fallen. Bereits im ersten Halbjahr stieg der Umsatz
mit Werbebannern, Banderolen und Streaming-Ads in Deutschland auf 912
Mio Euro. Das sind gut 200 Mio Euro oder 28% mehr als im
Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen haben die Marktforscher von Thomson
Media Control im Auftrag des Bitkom errechnet
Kunst und Künstler
10. August '10
Christa Wolf "Stadt der Engel"
In Berlin
stellte Christa Wolf ihren neuen Roman "Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud"
vor. Auf mehr als 400 Seiten beschreibt die 81-jährige Literatin einen neunmonatigen
Aufenthalt in Los Angeles, der ihr dabei zur Aufarbeitung ihrer DDR-Vergangenheit gerät: eine Reflexion über ein Land, das nicht mehr existiert, und über ihre kurzfristige
Stasi-Mitarbeit, die sie lange vergessen und verdrängt hatte. Daß Wolf, im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen, im Osten Deutschlands blieb, begründete sie mit dem Gefühl des Gebrauchtwerdens.
10. August '10
Kunstfest Weimar: "Irrlichter"
Das Weimarer Kunstfest "pèlerinages" wird sich
2010 dem Thema der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn widmen. Unter dem Motto
"Irrlichter" startet das seit 2004 unter Leitung von Dr. Nike Wagner stehende
Kunstfest am 20. August und dauert bis zum 12. September. Wie Wagner mitteilte,
ist das Festmotto dem Klavierstück "Feux follets" von Franz Liszt
entlehnt. Wagner, die Ururenkelin von Liszt, unterstrich die mehrfache
Zweideutigkeit von Irrlichtern in Sagen und Mythen. "Irrlichter sind
zweideutige Führer, es geht ins Ungewisse. Und so etwas liebt die Kunst." Im
Jahr Liszt-Jahr 2011 soll das Kunstfest dann unter dem Motto "Vision"
stehen.
10. August '10
Studierte Gesundheitsmuffel:
Die Akademiker und ihre Laster
Die Mehrheit der Deutschen führt ein ungesundes Leben. Nur
14 Prozent leben „rundum gesund“. 86 Prozent rauchen, trinken zu viel Wein und
treiben keinen Sport. Zu diesem Ergebnis kam die Deutsche Krankenversicherung
(DKV) in ihrem Report „Wie gesund lebt Deutschland?“ Und darin steht: Frauen
leben gesünder als Männer, Ältere achten viel mehr auf ihre Gesundheit als
Jüngere. Und Menschen mit Hauptschulabschluß leben als
Akademiker. Im Ländervergleich führt Mecklenburg-Vorpommern, wo die Menschen am
häufigsten zu Fuß gehen oder Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen. Dort leben
19,8 Prozent der Bevölkerung „rundum gesund“, in Sachsen-Anhalt, dem Schlußlicht
der Bundesländer, sind es nur 7,9 Prozent.
Gesellschaft
09. August '10
Flutwelle bedroht Kulturerbe:
Kampf um den Muskauer Park
Nach dem schweren Hochwasser in Sachsen bereitet sich nun Brandenburg
auf die Flutwelle vor. Bedroht sind vor allem Orte an der Neiße im Süden
des Landes. Auch an Oder und Spree sollen die Pegelstände weiter steigen. In
sächsischen Bad Muskau rechnen die Behörden damit, daß die Neiße auf
sieben Meter ansteigen wird. Das sind vier Meter 50 über Normal. Es wird
erwartet, dass der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende
Fürst-Pückler-Park überschwemmt wird.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben? 
Gesellschaft
09. August '10
Die verborgenen Todbringer:
Benedikt begrüßt Verbot
Papst Benedikt XVI. hat die zum 1. August in Kraft getretene
Konvention gegen Streubomben begrüßt. In Castelgandolfo würdigte er das
internationale Abkommen als bedeutenden Schritt für die Abrüstung und das
internationale humanitäre Recht. Zugleich rief Benedikt XVI. alle Regierungen
auf, sich dem Bann dieser "heimtückischen Sprengwaffen"
anzuschließen. Zugleich erinnerte der Pontifex an die Opfer von Streubomben. Zudem
behindere das Vorhandensein von Streumunition auf einem Gebiet über lange Zeit
das Alltagsleben großer Bevölkerungskreise. Die Tabula Rasa widmet sich dem
Thema der vernichtenden Bomben.
> Verseuchte Erde – Grausame Spätfolgen eines kurzen Krieges
Gesellschaft
07. August '10
Weltkulturerbe: Wörlitz feiert
Am 7. August lädt die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz zum alljährlichen
Gartenreichtag in das Gartenreich Dessau-Wörlitz ein. Mit dem Tag soll an
den Gründer des Gartenreiches, Fürst Leopold III. Friedrich Franz von
Anhalt-Dessau, erinnert werden. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist eine in sich geschlossene Garten- und
Schlösserlandschaft, die im Jahr 2000 den Status als
UNESCO-Weltkulturerbe erhielt. Das grüne Kunstwerk wurde ab 1764 im Auftrag
des Fürsten Leopold III.
angelegt.
07. August '10
Immer weniger Thüringer
Thüringen wird bis zum Jahr 2030 fast jeden fünften Einwohner verlieren.
Die Einwohnerzahl des Freistaates
sinkt von 2,2 Millionen auf 1,8 Millionen. Mit deutlichen Zuwächsen können
die Städte Erfurt, Jena und Weimar rechnen. Die
Klassikerstadt wird bis 2030 mehr als 70.000 Einwohner haben. Gera, die einstige Bezirksstadt, wird 2030 jeden vierten Einwohner verlieren. Suhl wird in 20 Jahren nur noch 23.000 Einwohner haben.
Die 17 Landkreise in Thüringen werden alle einen Bevölkerungsrückgang
verzeichnen. Im Kyffhäuserkreis sowie in Ostthüringen wird die Einwohnerzahl
um ein Drittel zurückgehen.
Politik
06. August '10
Guido - Allein zu Haus:
Merkels Kampf geht weiter
Führungslos in Berlin. Während Frau Merkel Urlaub vom Wählervolk und dieses wiederum Urlaub von Frau Merkel macht, die allerdings schon vor ihrer Reise ihre Rückkehr ins Kanzleramt (Foto) mit aller Bestimmtheit angekündigt hat, übt sich Außenminister Westerwelle als Ersatzkanzler, wenngleih ihm im Sommerloch die Politik abhanden gekommen ist. Und auch die ehemalige FDJ-Sekretärin aus dem Osten, Frau Merkel, muß sich im September etwas einfallen lassen, denn Rot-Grün hat Schwarz-Gelb in der Gunst der Wähler längst überholt, die Mehrheit der Deutschen wünscht nun, von der SPD regiert zu werden, bis sie dann, nach zwei Jahren SPD, wieder von der CDU bevormundet werden wollen.
Gesellschaft
06. August '10
Das Drama von Duisburg:
Herr Schaller, was nun?
Zwischen der Stadt Duisburg und Loveparade-Veranstalter
Lopavent gab es, wie jetzt bekannt wurde, massive Differenzen hinsichtlich der Sicherheit auf dem
Gelände am Duisburger Güterbahnhof. Dies geht nun aus 150Seiten
Aktenvermerken, Gesprächsprotokollen und Anträgen zur Genehmigung der Loveparade hervor, die dem WDR vorliegen. Und die Fakten verdichten sich, daß das Berliner Unternehmen Lopavent, dessen Geschäftsführer und Saubermann Rainer Schaller, jede Schuldvorwürfe zurückwies, doch dirket in die Verantwortung zu nehmen ist. Bei einer Massenpanik auf der Loveparade starben am 24. Juli und in den darauf folgenden Tagen 21 Menschen. Seitdem fragt sich der gesunde Menschenverstand, warum denn nicht der Herr Schaller, sondern ausgerechnet der Oberbürgermeister von Duisburg, Sauerland, zurücktreten soll!

Kunst und Künstler
06. August '10
Die große Kahlo in Berlin
Urheber: Markus Sieber
Im Berliner Martin-Gropius-Bau wird am 29. April die Frida-Kahlo-Ausstellung eröffnet, was an ein Wunder grenze, wie Kultur-Staatsminister Bernd Neumann betonte, denn die Werke der Malerin würden nur selten ausgeliehen. Kahlo hat in ihrer Heimat Mexiko eine Art Heiligenstatus, ihr Wohnhaus im Süden der Stadt, in bunte Farben getaucht, ist jedes Jahr ein Besuchermagnet. Die Berliner Ausstellung umfaßt 150 Gemälde und Zeichnungen der Künstlerin. Kahlo starb 1954 im Alter von 47 Jahren, sie gilt als bekannteste lateinamerikanische Malerin.
Feuilleton
06. August '10
Der Erfolg des E-Book
Der Internethändler
Amazon hat Zahlen vorgelegt, die belegen, daß das elektronische Buch auf dem Vormarsch ist. In den Vereinigten Staaten verkauft Amazon mittlerweile mehr sogenannte E-books als gebundene
Bücher. Auf hundert normale kämen heute 143 elektronische Bände. Lediglich bei Taschenbüchern lägen die Verkaufszahlen noch
über denen des E-books. Dieser Trend sei erstaunlich, handelt das Unternehmen erst seit 33 Monaten mit E-books.
Den Grund für den Verkaufserfolg sehen Experten in der Einführung von tragbaren
Geräten, auf denen sich die digitalen Bücher bequemer lesen lassen.
Der Blick in die Welt
04. August '10
"Achse des Bösen" im Visier:
Anschlag auf Ahmadinedschad
Anschlag auf die Nummer eins des Irans. Auf den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad wurde, laut Medienberichten, ein Anschlag verübt. Der Attentäter habe am Flughafen von Hamedan im Nordwesten des Landes
eine Handgranate gegen den Konvoi des Präsidenten geworfen; Ahmadinedschad blieb
unversehrt,
dagegen wurden einige seiner Begleiter verletzt. Der weltweit wegen seines Atomprogramms kritisierte iranische Diktator war zu einem Besuch in
die nordwestiranische Stadt gereist, um "Projekte zur Verbesserung der
Lebensbedingungen der Bevölkerung auf den Weg zu bringen".
> Der Buhmann bangt
Politik
04. August '10
Wohin treibt Deutschland?
Der lange Weg von Westerwelle
Neun Monate ist er im Amt als Außenminister, der 48-jährige Guido Westerwelle. Knapp 35 Auslandsreisen hat er hinter sich, doch die Popularität des FDP-Politikers und Vizekanzlers könnte besser sein. Noch hat er es nicht geschafft, auf der Beliebtheitsskala emporzusteigen. Ganz im Gegenteil: Westerwelle befindet sich ebenso wie seine Partei im Umfragetief. Auch
den riesigen Apparat des Auswärtigen Amts konnte er noch
nicht für sich einnehmen können, denn zu groß waren dann doch die Irritationen
über sein Auftreten in den ersten Monaten, als er statt des Diplomaten
den Parteipolitiker gab und im Pressefoyer des Auswärtigen Amtes gegen spätrömische Dekadenz polterte.
> Politik der Generation Ich
Gesellschaft
04. August '10
Back to the Roots
Neue Karriere für Käßmann
Die ehemalige
Hannoveraner Bischöfin Margot Käßmann wird ab Januar 2011 für ein Jahr an die
Universität Bochum lehren, an jener Universität, wo die Theologin 1989 ihren Doktortitel
erworben hatte. Als erste Wissenschaftlerin wird sie den Lehrstuhl der
Max-Imdahl-Gastprofessur einnehmen, wobei im Zentrum ihrer Forschungen Fragen zur Ökumene
und Sozialethik stehen werden. Wie der Rektor der Uni Bochum betonte, sei Käßmann für den Lehrauftrag bestens geeignet, denn sie habe
bislang beispielhaft zum Wissenstransfer theologischer Theorie in die
Öffentlichkeit beigetragen.
> Predigt im Neujahrsgottesdienst in der Frauenkirche Dresden> Margot Käßmann – Eine Frau mit Rückgrat
Der Blick in die Welt
04. August '10
Unser Mann in Havanna:
Fidel Castro schreibt Memoiren
Auch Fidel Castro veröffentlicht seine Memoiren. In Havanna
hat er den ersten Band vorgestellt, der den Titel "Der strategische
Sieg" trägt. Darin geht es auf über 900 Seiten um den bewaffneten Kampf der Kubaner gegen den früheren Diktator Fulgencio Batista. Ein zweiter Band
soll demnächst folgen. Seit Castro krankheitsbedingt vor vier Jahren die
Führung des Landes Bruder
Raúl übergab, tritt er seltener öffentlich auf und widmet die freie Zeit nun der eigenen Geschichtsverklärung.
> „Das ewige Floß“. Wohin treibt Kuba? 
03. August '10
Wer hat Angst vor der UNESCO?
Das Bangen um die Wartburg
Auch Thüringen hat Angst um den Welterbe-Status der Wartburg, denn in der Sichtweite
des historischen Bauwerks sollen zwei Windkraftanlagen errichtet werden.
Zwar habe die UNESCO noch keine Aussage zu der Angelegenheit
getroffen, allerdings spiele die Umgebung eine wichtige Rolle, wie die Aberkennung des Dresdner Welterbe-Titels nach dem Bau der
Waldschlösschen-Brücke gezeigt hat. Das Verwaltungsgericht Meiningen hatte
in der vergangenen Woche entschieden, daß die Windräder gebaut werden
dürfen.
Gesellschaft
02. August '10
Mit Gabriella Pape durchs Gartenjahr
Eigentlich sind sie leidenschaftliche Gärtner - eigentlich. Doch wie Gabriella Pape in ihrem neuen Buch kritisiert, fehlt den Deutschen die Leidenschaft und Kreativität. Während sie ihren Rasen vertikutieren, liebt der Engänder das Experiment, fröhnt dem Garten als Erlebniswelt. Die enthusiastische Gartenpragmatikerin Pape, die hierzulande die "Königliche Gartenakademie" gründete, erklärt uns, was die Engländer den Deutschen voraus haben, warum, anders als beim Fußball, sie viel von den Britten lernen können.
> Von der Kunst, sich einen schönen Garten anzulegen
Kirche und Religion
30. Juli '10
Immer mehr Kirchenaustritte
Die Mißbrauchsskandale zeigen ihre Wirkung. So ist die erhöhte Zahl der Kirchenaustritte innerhalb der katholischen Kirche eine unmittelbare
Auswirkung der Skandale. „Die Zahl der
Kirchenaustritte hat sich seither dramatisch erhöht und in manchen
Bistümern fast verdoppelt“ - so das Urteil des Religionssoziologen Detlev
Pollack von der Universität Münster.
Jüngste Erhebungen seines Instituts zeigen, daß zwar auch die Zahl der Kirchenaustritte innerhalb der evangelischen Kirche angestiegen sind, doch seien diese bei weitem nicht so dramatisch wie in der katholischen.
Gesellschaft
30. Juli '10
Zeitung versus iPad
Düstere Zeiten für Zeitungen und Verlage. So lag 2009 der Gesamtumsatz mit 8,46 Milliarden Euro sieben Prozent unter
Vorjahresniveau. Die Auflage der Zeitungen sank insgesamt um 2,5 Prozent. Nun wollen deutsche Zeitungsverleger mit elektronischen Lesegeräten wie dem iPad gegen sinkende Auflagen und Einnahmen kämpfen.
Sogenannte Tablet-PCs sollen das klassische Geschäftsmodell der Zeitung
aus Vertriebs- und Werbeerlösen in die digitale Welt übertragen.
> Dossier iPad – Chancen und Risiken durch neue Lesegeräte
Gesellschaft
28. Juli '10
Theo Albrecht ist tot
Der legendäre Aldi-Gründer Theo Albrecht starb am 24. Juli 2010. Der Unternehmer, der mit seinem Bruder Karl Albrecht eine der erfolgreichsten Verkaufsketten weltweit gründete, überzeugte die Deutschen mit schlichten Läden und niedrigen Preisen. Albrecht starb nach langer, schwerer Krankheit an den Folgen eines Sturzes im vergangenen Jahr, von dem er sich nicht erholt hatte. Die Karriere eines der reichsten Menschen der Welt begann im Warenhaus seiner Mutter in Essen. Der 88-Jährige lebte zurückgezogen und hat zeit seines Lebens nur ein Interview nach seiner Entführung gegeben.
> Armut und Kapitalismus - Der bedeutendste deutsche Kommunist heißt Aldi
Gesellschaft
27. Juli '10
Niedriglöhne für Arbeitnehmer
Jeder fünfte Deutsche Arbeitnehmer erhält für seine Arbeit, so eine neue Studie,
nur einen Niedriglohn. Rund 20,7 Prozent der Beschäftigten in
der Bundesrepublik hätten 2008 einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle der
Industrienationen erhalten, teilte das Institut für Arbeit und
Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen mit. Insgesamt 6,55 Millionen
Arbeitnehmer sind demnach im Niedriglohnsektor tätig - so viele wie
nie zuvor. Innerhalb von zehn Jahren ist damit die Zahl der
Niedriglohnempfänger um 2,3 Millionen gewachsen.

Kunst und Künstler
27. Juli '10
Neuer Wind in Bayreuth
Die Intendantin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, kann sich auch vorstellen, wie sie gegenüber dem "Focus" erklärte, DJs auf den Grünen Hügel einzuladen, um damit ein
jüngeres Publikum an die Oper heranzuführen. Wie Wagner betonte, müsse man dazu aber die
Akzeptanzgrenze verschieben. Ab dem nächstem Jahr wird es vielleicht
ein Club-Event geben, wo DJs Wagner-Musik mit elektronischem Pop
mischten; Katharina Wagner selbst ist bekennende Rammstein-Hörerin.
> Wagner-Fest (tage) in Leipzig oder wem gehört Wagner?
Philosophie und Wissenschaft
27. Juli '10
Albert Camus: 50. Todestag
Studiert man Geisteswissenschaften,
kommt man mit unzähligen Philosophen in Berührung. Doch nur wenige
davon,
dringen in Geist und praktisches Leben des Studierenden ein. Einer von
denen
war für mich der algerisch-französische Existenzialist Albert Camus.
Sein
Todestag jährt sich heuer zum 50. Mal.
> DIE REVOLTE GEHT WEITER
Kunst und Künstler
24. Juli '10
Bildhauer Werner Stötzer ist tot
Werner Stötzer ist tot. Der Bildhauer starb gestern im Alter
von 79 Jahren nach langer, schwerer Krankheit im brandenburgischen Altlangsow. Der
1931 im thüringischen Sonneberg geborene Stötzer hatte mit seinen Arbeiten die
Kunstlandschaft der DDR nachhaltig geprägt. Seine Arbeiten sind am
Marx-Engels-Forum in Berlin ebenso zu finden wie auf dem Domplatz von Würzburg,
in Parks, Museen, Galerien und in Privatbesitz. Seit 1993 war Stötzer Mitglied
der Berliner Akademie der Künste, Sektion Bildende Kunst. Von 1990 bis 1993 war
er Vizepräsident der Akademie der Künste, Berlin (Ost), der er seit 1978
angehörte.
Politik
22. Juli '10
Trittin will die Macht
Angesichts ihres Umfragehochs wollen die Grünen Neuwahlen im Bund, die
SPD hingegen warnt vor allzu großer Überheblichkeit. Und nun will Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin "Schwarz-Gelb ablösen“.
Einem Bündnis mit der Union räumt der Politiker keine Chance ein. Die schwarz-gelbe Bundesregierung verzeichnet derzeit katastrophale
Umfragewerte. CDU, CSU und FDP erreichen im Forsa-Wahltrend mit
insgesamt 34 Prozent den niedrigsten Wert, den das Institut seit Beginn
seiner regelmäßigen Umfragen für den „Stern“ im Jahr 1986 jemals für die
drei Parteien gemeinsam ermittelt hat.
Gesellschaft
21. Juli '10
Tageszeitungen verlieren Leser
Schlechte Zeiten für den Zeitungshandel. Der Auflagenrückgang deutscher Tageszeitungen hat sich in den
vergangenen Monaten weiter drastisch fortgesetzt. Im zweiten Quartal seien im
Durchschnitt täglich knapp 23 Millionen Exemplare verkauft worden,
teilte das Institut IVW mit. Dies sind immerhin knapp drei Prozent weniger als
im selben Zeitraum des Vorjahres. In den Durchschnittswert sind auch die
Auflagen der Sonntagszeitungen eingerechnet. Bereits um die Jahrtausendwende überstieg die Zahl der Internetnutzer weltweit
die Zahl der Zeitungskäufer (2005: 439 Mio. laut Angaben der World
Association of Newspapers)
21. Juli '10
Ramelow weiter unter Beobachtung
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden. Demnach sei die Beobachtung des Thüringischen Linkspartei-Politikers Bodo Ramelow durch den
Verfassungsschutz rechtmäßig. Die Überwachung verletze nicht den
Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Der
Verfassungsschutz hatte mehr als zehn Jahre lang Informationen über
Ramelow gesammelt, der seit 2009 die Linkspartei-Fraktion im
Thüringer Landtag anführt. Dabei hat es sich ausschließlich um frei
zugängliche Quellen wie Zeitungsberichte, Internet-Einträge oder
Pressemitteilungen gehandelt.

Der Blick in die Welt
21. Juli '10
Milliarden-Gewinn für Apple
Der amerikanische Computerhersteller Apple hat 2010 den
höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte eingefahren und so die Erwartungen
der Analysten weit übertroffen. Von April bis Juni erlöste das Unternehmen 15,7
Milliarden Dollar, eine Steigerung um 61 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 3,25
Milliarden Dollar, im Quartal davor waren es noch 1,83 Millarden Dollar. Konzernchef
Steve Jobs sagte: "Es war ein phänomenales Quartal, das unsere Erwartungen
rundum übertroffen hat." Die Verkaufsschlager des Konzerns sind erneut das
iPhone und das anfangs kritisch beäugte iPad gewesen. Von dem Rechner mit
berührungsempfindlichem Bildschirm setzte Apple fast genauso viele ab wie von
den klassischen Mac-Computern.
Der Blick in die Welt
21. Juli '10
Afghanistan-Abzug 2014?
Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg sieht - trotz der Beschlüsse der
Afghanistan-Konferenz in Kabul - einen baldigen Abzug der ausländischen
Truppen noch lange nicht als gesichert an. Der 39-Jährige warnte davor, ein Enddatum für den Abzug der Nato-Soldaten zu nennen. Notwendig für den Beginn des Rückzugs im kommenden Jahr müßte ein Mindestmaß
an Stabilität sein, das aber so nicht gegeben ist. Am 20. Juli beschlossen die Teilnehmer der Konferenz, den afghanischen Kräften bis Ende 2014 die vollständige
Sicherheitsverantwortung zu übertragen.
> Afghanistan in Blut und Chaos
Gesellschaft
20. Juli '10
Joachim Löw bleibt bis 2012
Es ist gewiß. Nach dem dritten Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft der deutschen Elf in Südafrika hatte sich Bundestrainer Joachim Löw eine Auszeit erbeten, um darüber nachzudenken, ob er weiterhin Trainer der deutschen Mannschaft bleibt. Nun haben der Bundestrainer und
der Mannschaftsmanager Oliver Bierhoff ihre Verträge um weitere zwei Jahre verlängert.
> Bundesjogis Seligsprechung
18. Juli '10
Burnout - das überforderte Ich
Eine neue Krankheit geht um - das Burnout-Syndrom. Miriam Meckel hat in ihrem neuen Buch "Brief an mein Leben" über ihre Krankheit eine schonungslose Selbstanalyse geliefert. Nach einer Studie der DAK nehmen knapp 800 000 Beschäftigte
regelmäßig Medikamente, um im Büro mithalten zu können, jeder neunte
Bundesbürger leidet mittlerweile unter Burnout.
> „Mens sana in corpore sano“
Politik
17. Juli '10
Gysi: Schwarz-Gelb am Ende
Linksfraktionschef Gregor Gysi geht im ARD Sommer-Interwiew mit Ulrich Deppendorf und Rainald Becker davon aus, daß die schwarz-gelbe Koalition nicht bis zum Ende der Legislaturperiode durchhalten wird. "In zwei Jahren wird es sie nicht mehr geben", sagte der Fraktionsvorsitzende. Seine eigene Partei hält Gregor Gysi mittlerweile für regierungsfähig.
> Gregor Gysi: Wer über das Grundgesetz spricht
Kunst und Künstler
16. Juli '10
Schlössernacht in Dresden
Am Loschwitzer Elbhang laden Schloß Albrechtsberg, Schloß Eckberg und
das Lingnerschloß am Sonnabend zum zweiten Mal zur Dresdner
Schlössernacht. Nach Angaben der Veranstalter werden mehr als 180
Künstler in den Parkanlagen der Elbschlösser auftreten. Auf 13 Bühnen
und Spielstätten sollen unter anderem Rock- und Klassikmusik, Tango
und Tanzmusik geboten werden. Höhepunkt der Veranstaltung ist ein großes
Feuerwerk.

Kunst und Künstler
16. Juli '10
25. Todestag von Heinrich Böll
Am 25. Todestag von Heinrich Böll hat sich sein Sohn René zum Nachlaß der Schriften seines Vaters geäußert, die beim Einsturz des Kölner Stadt-Archivs unter Schutt und Asche begraben wurden. René Böll kritisierte unterdessen die Informationspolitik der Stadt Köln. Über den Nachlaß des Vaters wisse man überhaupt nichts. "Wir wissen überhaupt nichts. Von keinem einzigen Blatt. Gar nichts." Im Stadtarchiv lagerten neben Bölls Werken weitere 820 Nachlässe.
> Eine Aufgabe für Generationen
Kirche und Religion
15. Juli '10
Vatikan reagiert auf Mißbrauch
Der Vatikan hat als Folge der Mißbrauchsskandale in der katholischen Kirche die Regeln für den Umgang mit sexuellem Mißbrauch und ähnlichen
Verbrechen verschärft. In diesem Zusammenhang wurden zum ersten Mal die
Bestimmungen veröffentlicht, wie in solchen Fällen vorzugehen ist. Eine
der wichtigsten Änderungen betrifft dabei die Verjährungsfristen für
Pädophilie. Sie wurde von bisher zehn auf 20 Jahre angehoben, gerechnet
vom 18. Geburtstag des Opfers an. Wenn Priester sich an geistig
behinderten Menschen hingegen vergreifen sollten, soll dies in Zukunft mit Vergehen
an Kindern gleichgestellt werden.
> Die Hermeneutik des Verdachts
Kirche und Religion
15. Juli '10
Erzbischof Marx unzufrieden
Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx sieht in den Finanzmärkten eine
zusehende Bedrohung für die Kirche. Wie der Theologe gegenüber der "Frankfurter Rundschau" betonte, sei die Ausbreitung radikaler kapitalistischer
Strukturen auf die gesamte Gesellschaft eine Bedrohung für die Würde
jedes Einzelnen. Er selbst müsse sich
als Christ fragen, welche politischen und wirtschaftlichen Positionen
mit seinem Glauben noch vereinbar sind. Mit der derzeitigen Antwort der
Politik auf die Krise ist der ehemalige Trierer Bischof unzufrieden, denn diese führt in einen
Fürsorgestaat, in dem zwar niemand verhungert, der Mensch sich aber nicht mehr frei entfalten kann.
> Marx schreibt an Marx
Der Blick in die Welt
15. Juli '10
Fidel Castros Comeback
Nach langer Zeit ist Kubas betagter Revolutionsführer Fidel Castro erstmals wieder im Fernsehen aufgetreten. Der 83-jährige Ex-Präsident zeigte
sich in einer vom kubanischen Fernsehen ausgestrahlten Sendung in
augenscheinlich stabiler gesundheitlicher Verfassung und guter Laune. 2006 hatte der Ex-Präsident nach einer Darmoperation die
Amtsgeschäfte als Staatschef an seinen Bruder Raúl Castro abgetreten. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf die Karibikinsel, wo nicht nur Sonne und Sozialismus herrschen.
> „Das ewige Floß“. Wohin treibt Kuba?
Kunst und Künstler
13. Juli '10
Günter Behnisch ist tot
Er ist einer der bekanntesten deutschen Architekten gewesen. Nun ist Günter Behnisch, der mit dem Münchner Olympiastadion berühmt wurde, im Alter von 88 Jahren in Stuttgart gestorben. Sein Entwurf des Stadions für die Olympischen
Spiele 1972 in München hat ihm Weltruhm verschafft. Das
markante Glasdach sollte ein Zeichen setzen für ein demokratisches
Deutschland, das den Geist des Nationalsozialismus überwunden hatte.
Behnisch hat auch den Plenarsaal des 1992 eingeweihten früheren
Bonner Bundestags (Foto) entworfen.
Politik
13. Juli '10
Verwaiste Berliner Republik
Nun haben sie sich in die Ferien verabschiedet - die deutschen Politiker. Frau Merkel, Herr Steinmeier und Frau Schröder reisen nach Südtirol; Frau Leyen macht Urlaub auf einem Alpen-Bauernhof; Herr Schäuble, Herr Rösler und Herr Seehofer bleiben daheim; Herr Gysi taucht nach Griechenland ab, während sich Frau Roth in die Türkei begibt. Und Herr Westerwelle spielt Golf im brandenburgischen Fleesensee.

Gesellschaft
12. Juli '10
Spanien ist Weltmeister
Hohe Ballkunst ist was anderes: Geholze
statt Spielkunst im Finale. Erst in der 116. Minute konnte Iniesta mit seinem Tor Spanien zum WM-Titel gegen Holland führen. Die Niederländer, die selbst noch nie Weltmeister wurden, fielen durch unnötige Fouls auf. Und am
Ende standen auf beiden Seiten dreizehn Gelbe Karten und ein
Platzverweis. Diego
Forlán ist der beste Spieler der WM, Iker Casillas der beste Torhüter.
Thomas Müller ist bester Nachwuchsspieler und Torschützenkönig.
Gesellschaft
11. Juli '10
Und die Sonne - so heiß
Die anhaltende tropische Hitze sorgt in Deutschland für Ausnahmezustände: Hoch "Zadok" zeigte sich am Wochenende von seiner heißesten
Seite. Bereits am Samstag wurden erste Sommerrekorde
gemessen. Den bundesweiten Spitzenwert von 38,8 Grad erreichte Bendorf
bei Koblenz. Auf dem zweiten Platz folgte Trier mit 38,3 Grad. Durch die heißen Temperaturen steigen auch die Ozonwerte.
Gesellschaft
11. Juli '10
Christian Wulff ehrt Jogi Löw
Nach Ansicht des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff ist der Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Joachim
Löw, reif für
höchste Ehren. Er soll mit dem «Verdienstorden der Bundesrepublik
Deutschland» ausgezeichnet werden - und zwar aus der Hand des Staatsoberhauptes selbst im Schloß
Bellevue in Berlin. Der
Verdienstorden der Bundesrepublik ist die höchste Anerkennung, die das Land für
Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht, und zwar in acht Stufen. Bisher
wurde er etwa 240000 Mal verliehen.
> Bundespräsident Christian Wulff unterstützt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft
Gesellschaft
09. Juli '10
Denkmal für Katharina die Große
Zwar lebte die spätere russische Zarin Katharina die Große nur zwei Jahre im sachsen-anhaltinischen
Zerbst, doch dies hat die Stadt nicht daran gehindert, der 1729 in Stettin geborenen Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg ein
Denkmal zu widmen - vermutlich das erste auf deutschem Boden. Die
Bronzestatue ist ein Geschenk des russischen Bildhauers Michail
Perejaslawez.
Kirche und Religion
08. Juli '10
Zdarsa kommt für Mixa
Der Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa wird neuer Bischof in Augsburg. Er tritt damit die Nachfolge des zurückgetretenen Bischofs Walter Mixa an, so ein Sprecher aus dem Vatikan. Auch das Bistum Görlitz bestätigte unterdessen, daß Zdarsa
nach Augsburg wechselt. Der 66-Jährige soll am 23. Oktober im Augsburger Dom in sein
neues Amt eingeführt werden. Zdarsa war erst 2007 zum Bischof des Bistums Görlitz geweiht und in sein Amt
eingeführt worden. Bis dahin war der gebürtige Sachse Generalvikar und
Domkapitular des Bistums Dresden-Meißen.
Der Blick in die Welt
08. Juli '10
Endlich wieder Cuba libre
Wie die katholische Kirche mitteilte, wird die kubanische Regierung 52
politische Gefangene freilassen. Dieser Erfolg resultiert aus einem Besuch des spanischen Außenministers Miguel
Angel Moratinos und Gesprächen zwischen Kubas Präsident Raul Castro (Foto) und
dem kubanischen Kardinal und Erzbischof von Havanna, Jaime Ortega. Die Dissidenten gehören alle zur Gruppe von 75 Oppositionellen, die im
März 2003, im "Schwarzen Frühling", wegen "Söldnertums" im Dienste der
USA zu Haftstrafen von bis zu 28 Jahren verurteilt worden waren.
> „Das ewige Floß“. Wohin treibt Kuba? 
Politik
07. Juli '10
Ungeliebtes Schwarz-Gelb
Acht Monate nach der Bundestagswahl ist die schwarz-gelbe Regierungskoalition
so unbeliebt wie nie zuvor. Die Union kommt auf 31 Prozent, die FDP verharrt bei 4 Prozent. Beide zusammen fallen damit auf ein Rekordtief
von 35 Prozent. Die Werte für SPD (27 Prozent) und Grüne (18 Prozent) änderten sich
nicht. Lediglich die Linke konnte sich um einen Punkt auf 12 Prozent verbessern –
trotz ihres umstrittenen Abstimmverhaltens bei der Wahl Wulffs zum Bundespräsidenten. Damit hätten die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke nunmehr 57 Prozent der
Stimmen und liegen damit 22 Prozentpunkte vor Union und FDP.
Gesellschaft
07. Juli '10
Deutschland - Spanien
Erwartungvoll blicken die deutschen Fans auf Mittwoch, denn dann ist es soweit: das Halbfinale gegen Spanien. Wer kann sich den
Traum vom Endspiel erfüllen? Auf beiden Seiten haben die Akteure
bisher überzeugt und eine grandiose Leistung abgerufen. Ein Duell, das
wohl viele Fußball-Fans mit Spannung erwarten, ist mit Sicherheit der
Kampf der beiden Top-Torjäger David Villa und Miroslav Klose. Deutschland gegen Spanien - dieses Duell gab es schon öfters. Bei einer
Weltmeisterschaft kam es bisher zu drei Aufeinandertreffen, in denen es
ein Remis und zwei deutsche Siege gab – jeweils in der Gruppenphase. Das
wohl größte Duell, von der Brisanz und Wichtigkeit, gab es vor zwei
Jahren: Im EM-Finale 2008 setzte sich Spanien mit 1:0 durch.
> Bundesjogis Seligsprechung
06. Juli '10
PID: Bundesgerichtshof urteilt
Gentests an künstlich befruchteten Embryonen sind nicht strafbar. Die
Untersuchung von Embryonen auf Erbkrankheiten außerhalb des Mutterleibs,
die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID), verstößt nicht gegen
das Embryonenschutzgesetz, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in
Leipzig. Die Richter erlaubten die PID allerdings nur bei
Paaren mit einer Veranlagung zu schweren Erbschäden, weil durch diese
Methode die Zahl der Abtreibungen schwerst behinderter Kinder vermindert
wird. Ansonsten könnten sich Frauen für eine legale Abtreibung
entscheiden, wenn während ihrer Schwangerschaft eine Behinderung des
Embryos festgestellt wird. Ein darüber hinaus gehender Einsatz der PID
bleibt damit strafbar.
06. Juli '10
Hauptsache Gesund
Nach einer langen Debatte hat sich die schwarz-gelbe Koalition auf die
Eckpunkte für eine Gesundheitsreform nunmehr geeinigt. Demnach werden sich
Versicherte in Deutschland im kommenden Jahr auf höhere Kosten
einstellen müssen. Der Krankenkassenbeitrag steigt nach Angaben von
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler wieder auf 15,5 Prozent. Die Beiträge der Arbeitgeber steigen demnach von 7,0 auf 7,3 Prozent vom
Bruttolohn und werden dann dort festgeschrieben. Die Beiträge der
Arbeitnehmer steigen dementsprechend von 7,9 auf 8,2 Prozent.
Kunst und Künstler
06. Juli '10
150. Geburtstag von Mahler
Der am 7. Juli 1860, vor 150 Jahren geborene Gustav Mahler, war nicht nur ein begnadeter Komponist, in dessen Werken sich exemplarisch der Übergang von der Spätromantik zur Moderne zeigte, sondern zugleich ein Stardirigent. Sein Rang als Komponist hingegen war lange Zeit umstritten. Zwar bildete sich relativ schnell eine Gemeinde enthusiastischer
Anhänger, aber in der musikinteressierten Öffentlichkeit stießen seine
Schöpfungen zunächst überwiegend auf Desinteresse, Unverständnis oder
gar Ablehnung. Thomas Mann dagegen setzte Mahler ein Jahr nach dessen Tod ein Denkmal mit seiner Novelle Der Tod in Venedig, deren
exentrischer Protagonist, der Schriftsteller Gustav Aschenbach, Züge des
Komponisten trägt.
Kunst und Künstler
06. Juli '10
Thomas-Mann-Preis für Wolf
Die Schriftstellerin Christa Wolf erhält den mit 25.000 Euro dotierten
Thomas-Mann-Preis. Die Jury begründete diese Entscheidung mit dem tiefen moralischen Ernst
und der erzählerischen Kraft, die sich im Werk der 1929 geborenen Wolf zeigen. So habe Wolf
"in ihrem Lebenswerk die Kämpfe, Hoffnungen und Irrtümer ihrer Zeit
kritisch und selbstkritisch befragt, mit tiefem moralischen Ernst und
erzählerischer Kraft geschildert und bis in die grundlegenden
Auseinandersetzungen um Mythos und Humanität hinein erkundet".

Politik
05. Juli '10
Christian Wulff legt Amtseid ab
Der am 30. Juni gewählte Bundespräsident Christian Wulff (51) legte am Freitag in Berlin seinen
Amtseid ab. Dazu kommen Bundestag und Bundesrat zusammen. Anschließend hielt der CDU-Politiker seine
erste Rede als höchster Beamter im Staat halten; am Abend findet im Garten des Schlosses
Bellevue das traditionelle Sommerfest statt. Wulff war am Mittwoch trotz komfortabler
Mehrheit von Union und FDP erst im dritten Anlauf gewählt worden, dennoch fühlt er sich mit ausreichend Rückendeckung
versehen. In der Tabula Rasa können Sie seine Antrittsrede nochmals nachlesen.
> Christian Wulff: Dankesworte des neuen Staatsoberhaupts vor der 14. Bundesversammlung> Ansprache nach der Vereidigung im Deutschen Bundestag
Kirche und Religion
05. Juli '10
Rücktritt Mixas endgültig
Nunmehr wurde aus dem Vatikan die Endgültigkeit des Rücktritts von Bischof Mixa bestätigt. Papst Benedikt XVI. hatte bei einem Treffen mit Mixa in Rom bekräftigt, daß sich der ehemalige Augsburger
Bischof zu einer Zeit des Schweigens und der Sammlung zurückziehen wird.
Später solle er gegebenenfalls - wie andere emeritierte Bischöfe - für Aufgaben der
Seelsorge zur Verfügung stehen. Mixa hatte erst vor kurzer Zeit seinen Rücktritt vom Rücktritt verlautbaren lassen.
> Heilige statt Rebellen
04. Juli '10
Dick macht doof
Wer mehr Pfund auf die Waage bringt, riskiert nach neuesten Forschungen auch mancherlei Risiken. So ist beispielsweise die
Gefahr, Alzheimer oder Demenz zu bekommen, bei dicken Menschen wesentlich größer. US-Mediziner haben
nun nach einem Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und der Größe des
Hirnvolumens gesucht, und sie fanden heraus: Legt der Körper an Gewicht zu, nimmt das Gehirn
ab.
> Demenz – ein unabwendbares Schicksal oder doch nicht?
Gesellschaft
04. Juli '10
iPad - Chance und Risiko
Mit in weniger als 60 Tagen zwei Millionen verkaufter iPads
hat der amerikanische Technologie-Konzern Apple einen Launch geschafft, den
selbst die verwegensten Analysten nicht für möglich gehalten hätten. 67,2
Prozent der im dpa/ots-Medientrendmonitor befragten Journalisten glauben
„Zahlreiche heutige Tageszeitungen werden zukünftig nicht mehr erscheinen“ und
54 Prozent kreuzten an „Print wird drastisch an Bedeutung verlieren“.
> Dossier iPad – Chancen und Risiken durch neue Lesegeräte
Politik
04. Juli '10
Gekrönter Christian Wulff
Der lange Weg zur Macht
Er ist der zehnte deutsche Bundespräsident, der 1959 in Osnabrück geborene Christian Wulff. Seit März 2003 war er Ministerpräsident des Landes Niedersachsen; 1975 trat er in die CDU ein. Wulff wurde dem sogenannten Andenpakt zugerechnet, einer nichtoffiziellen
Interessengruppe von Unionspolitikern, die nicht immer mit der Politik von Angela Merkel konform lief. Der studierte Jurist konnte sich nun, im dritten und entscheidenden Wahlgang, gegen den gemeinsamen Kandidaten von Rot-Grün, Joachim Gauck, durchsetzen. Wulff erhielt 625 Stimmen, zwei mehr als die absolute Mehrheit. Die Linkspartei hatte sich enthalten.
Gesellschaft
04. Juli '10
Der Osten vergreist
Deutschlands Bevölkerung schrumpft und altert unaufhaltsam. Selbst
große Einwanderungswellen können den Trend in den nächsten Jahrzehnten
nicht umkehren, wie neue Zahlen zeigen. Der Osten ist am stärksten
betroffen. Dort wird es nach Ansicht von Statistikern zu einem großen
Mangel von Arbeitskräften kommen. Der Politikexperte Arnulf Baring analysiert die Lage im deutschen Osten.
> Arnulf Baring: Ostwärts liegt eine demoralisierte Gesellschaft
Gesellschaft
04. Juli '10
Wir werden immer älter
Nach einem Bericht der UNO ist die Lebenserwartung in den vergangenen 60 Jahren weltweit deutlich gestiegen. Während in
den 50er Jahren das Durchschnittsalter bei 47 Jahren lag, liegt er heute bei 68 (Mittelwert). Ursache für den deutlichen Anstieg sind eine bessere Ernährung, Hygiene sowie
Fortschritte in der Medizin. Mitte April will die UNO-Kommission für Bevölkerung
und Entwicklung über das Papier beraten.
04. Juli '10
Was ist Pilates?
Das Pilates-Training ist heute eine wichtige Facette des Fitness- und
Gesundheitstraining und dient der Prävention von alltagsbedingten
Beschwerden des Skelett- und Muskelapparates. In Europa ist das
Training seit ca. 20 Jahren bekannt, die Methode wurde jedoch in den
30er Jahren von Joseph Pilates in Deutschland entwickelt.
> Was ist Pilates?
Philosophie und Wissenschaft
04. Juli '10
Neues von Nietzsche
Friedrich
Nietzsche diskutiert in seiner Philosophie zwei anthropologische Ideale, die
chronologisch eindeutig voneinander unterscheidbar sind: Der Philosoph
konstruiert zum einen in seinen „frühen“ Werken das Ideal des „freien Geistes“,
zum anderen erörtert er in seiner „späten“ Schaffensphase das Ideal des
Übermenschen, welches besondere Popularität durch die nationalsozialistische
Ideologie bekommen hat.
> Lisz Hirn: Nietzsche: "Vom Freigeist zum Übermenschen"
Politik
30. Juni '10
Der lange Weg von Wulff
Union und FDP sind auch im zweiten Durchgang der Bundespräsidentenwahl
gescheitert. Ihr Kandidat Wulff verfehlte erneut die absolute Mehrheit.
Im dritten Wahlgang könnte die Linkspartei Zünglein an der Waage werden. Bei der Wahl des Bundespräsidenten war ein zweiter Wahlgang nötig.
Keiner der Kandidaten erhielt im ersten Anlauf die nötige absolute
Mehrheit. Der Kandidat von Union und FDP, Wulff, verfehlte sie um mehr
als 20 Stimmen. Für ihn votierten nur 600 der anwesenden Wahlmänner und
Wahlfrauen. Nun geht der dramatische Polit-Krimi Gauck versus Wulff in die dritte Runde.
Gesellschaft
30. Juni '10
Südafrika: Der Ball ruft
Mit dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft wird die schönste
Nebensache wieder einmal zum wichtigsten Ereignis der Welt. Die nächsten vier Wochen wird Südafrika im Zentrum nicht nur der Fußball-Interessierten stehen. Daß der Fußball seine eigene Philosophie hat, wird keiner bestreiten. Die Tabula Rasa begibt sich daher auf eine philosophische Spurensuche. So denkt Lukas Kaelin über den Sport mit dem runden Leder nach.
> Perspektiven einer Philosophie des Fußballs 
Kunst und Künstler
30. Juni '10
Baselitz und Richter in Dresden
Auch der Maler Georg Baselitz bekommt einen eigenen Raum in
der Galerie Neue Meister im neuen Albertinum in Dresden, das am 20. Juni als
Museum der Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart wiedereröffnet werden soll.
Nicht nur zwölf Werke des Künstlers Baselitz sind zu sehen, sondern – in zwei
Ausstellungsräumen – auch Bilder des 1932 in Dresden geborenen Malers Gerhard Richter (Foto). Insgesamt zwölf Bilder
werden einen Überblick über Richters Schaffen seit 1963 geben.
Kunst und Künstler
29. Juni '10
Galerie C/O verläßt Postamt
Die seit fünf Jahren im Berliner Alten Postfuhramt ansässige
Galerie C/O Berlin muß ihr Stammhaus räumen. Die Galerie, die für ihre Fotoausstellungen berühmt ist, konnte erst im vergangenen Jahr über 100.000 Besucher in eine Ausstellung
der amerikanischen Künstlerin Annie Leibovitz in ihren Bann ziehen. Nun steht der Verkauf der Immobilie an schwedische Investoren unmittelbar
bevor. Die Tabula Rasa erinnert nochmals an die Ausstellung.
> Das Wort "Star" mag sie nicht
Gesellschaft
29. Juni '10
Joop beteiligt sich an Schiesser
Er gilt - neben Karl Lagerfeld - als Philosoph unter den Designern - Wolfgang Joop. Nun eilt der 1944 in Potsdam geborene Joop dem insolventen Wäsche-Herstellers Schiesser an die Seite. Der
Modedesigner wird zukünftig eine Minderheitsbeteiligung an Schiesser erwerben sowie
die Firma bei Marketing und Design beraten. 1985 übernahm der bekennende Brandenburger eine Stelle als Gastdozent im Fachbereich Design an
der Berliner Hochschule der Künste, 1987 ernannte ihn diese zum Honorarprofessor.
Politik
29. Juni '10
Wohin Herr Westerwelle?
Die FDP hat ihren rasanten Absturz in den Umfragen fortgesetzt.
Derzeit muß die Partei um Guido Westerwelle sogar um ihren Wiedereinzug in den
Bundestag fürchten. Erstmals seit siebeneinhalb Jahren sind die Liberalen auf
vier Prozent abgesackt. Bei der Bundestagswahl im Herbst erhielt die FDP noch ein
Rekordergebnis von 14,6 Prozent. Die Union konnte sich, so die neueste Forsa-Umfrage, um zwei Punkte auf 32 Prozent verbessern, die SPD verharrte bei
27 Prozent. Die Grünen hielten ihr Umfragehoch von 18 Prozent. Die Linke dagegen verschlechterte sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die Opposition im Bundestag hat damit einen großen Vorsprung von 20 Prozentpunkten
vor Union und FDP.
Gesellschaft
29. Juni '10
FIFA reagiert auf Fehler
Nach einer Vielzahl von Schiedsrichter-Fehlentscheidungen bei der Fußball-Weltmeisterschaft will nun die FIFA reagieren und ihre bisherige Haltung zum Thema Videobeweis kritisch überdenken. „Nach den bisherigen Erfahrungen bei dieser WM wäre es Nonsens, das
nicht noch einmal zur Sprache zu bringen“, sagte Präsident Joseph S.
Blatter (Foto) am Dienstag. Der 1936 in der Schweiz geborene Blatter bat außerdem England und Mexiko um Entschuldigung für
die Fehler der Referees in den Achtelfinals. „Ich bedauere es, wenn ich
die offensichtlichen Fehler der Schiedsrichter sehe. Es ist kein
Fünf-Sterne-Turnier für die Unparteiischen. Ich bin betrübt“.
Kirche und Religion
29. Juni '10
Schönborn in der Kritik
Benedikt
XVI. hat den Wiener Kardinal Schönborn kritisiert, weil dieser vor zwei Monaten Kritik am früheren Kardinalstaatssekretär
Angelo Sodano übte. Schönborn hatte darauf hingewiesen, daß Sodano während seiner Amtszeit
Ermittlungen gegen den früheren Wiener Erzbischof Kardinal Hermann Groer
behinderte. Darüber hinaus habe er die Opfer sexuellen Missbrauchs beleidigt, da er das Thema
als "Geplapper" abgetan hatte. Das vatikanische
Presseamts teilte unterdessen mit, daß Benedikt nun mit Schönborn über Aspekte der
kirchlichen Disziplin gesprochen habe.

Gesellschaft
29. Juni '10
Einig Mitteldeutschland
Die Oberbürgermeisterin der Stadt Halle, Dagmar Szabados, und ihr Leipziger Kollege Burkhard Jung sind sich einig. Sie fordern ein gemeinsames
Bundesland Mitteldeutschland. Szabados will, daß sich - in acht bis zehn Jahren - Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammenschließen. Die derzeitige
Kleinteiligkeit, so beide Politiker, habe keine Zukunft. Angesichts des demografischen Wandels ist Eile
geboten, da die drei Bundesländer immer mehr Einwohner verlieren. Aus der Sicht Jungs hätte ein Bundesland Mitteldeutschland zudem eine stärkere ostdeutsche Stimme im Kanon der Bundesländer und würde zudem enorme Kosten
sparen.
Gesellschaft
29. Juni '10
Wulff oder Gauck?
Läge die Macht, den Bundespräsidenten zu wählen nicht indirekt bei der Bundesversammlung, sondern beim Volk hätte der 1940 in Rostock geborene Joachim Gauck die Nase vorn. Mit der Wahl Gaucks zum Bundespräsidenten wäre dann die deutsche Polit-Elite völlig protestantisch, und man versteht immer noch nicht, was die evangelischen Theologen dauernd zur Macht treibt. Die Selbstbeschaulichkeit protestantischer Pfarrershäuser ist zumindest nach der Wende gründlich erschüttert worden. Und wer Oppostion wollte, der studierte, Glauben hin oder her, eben evangelische Theologie in der DDR. Auf Köhler folgt so ein weiterer Gutmensch.
29. Juni '10
Kompetenz-Kritik an Optikern
Die Landesärztekammer des Freistaates Sachsen hat nun kritisiert, daß Optiker künftig
auch medizinische Augenuntersuchungen vornehmen dürften. Der Vizepräsident
Erik Bodendieck betonte, daß die vom sächsischen Wirtschaftsministerium
genehmigte Rechtsvorschrift rechtswidrig ist. Laut dieser könnten Optiker nach einer Fortbildung
bestimmte Augenuntersuchungen durchführen, wozu die
Beurteilung des Augenhintergrundes oder der vorderen Augenabschnitte
sowie Erste-Hilfe-Maßnahmen am Auge gehörten. Wie Bodendieck betonte, sind solche
Untersuchungen diagnostisch-therapeutische Eingriffe, die weiterhin von Ärzten
ausgeführt werden sollten.
Gesellschaft
29. Juni '10
96000 Einbürgerungen 2009
2009 wurden in Deutschland 96.000 Ausländer
eingebürgert. Dies waren laut Statistischem Bundesamt 1.650 mehr
als 2008. Den Angaben zufolge ist die Zahl der Einbürgerungen seit
Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 tendenziell
gesunken. In den sieben Jahren danach erwarben jährlich rund 140.000
Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit.
Gesellschaft
28. Juni '10
Schachmatt mit Mosebach
Kurz vor der Wahl zum neuen Bundespräsidenten hat sich der Schriftsteller Martin Mosbach kritisch gegen dieses Amt ausgesprochen. Wie der studierte Jurist gegenüber der "Welt am Sonntag" erklärte, plädiert er nicht nur für die Abschaffung dieses Postens, sondern suggeriert diesen auch etwas peinliches. "Was soll ein Parteipolitiker als machtloser Ordensverleiher und
Kranzniederleger?" Für Mosebach kann nur der Monarch glaubwürdig im Parteienstaat überparteiisch sein.
Ergo: Wenn es keinen König gibt, müsse es auch ohne ihn gehen.
Gesellschaft
27. Juni '10
Demnächst gegen Argentinien
Endstation für Mexiko. Nach einem starken Auftritt der argentinischen Elf und einer glanzvollen Torparade sind die agilen Mexikaner im Achtelfinale ausgeschieden. Nun kommt es am Samstag zum Spitzenspiel zwischen Argentinien und Deutschland. Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft hatten sich als Gegner allerdings die Mexikaner gewünscht. Gegen die brilliant spielenden Argentinier wird es mit Sicherheit schwerer als gegen England.

Gesellschaft
27. Juni '10
Deutschland gewinnt 4:1
Die Mannschaft von Jogi Löw kam deutlich besser ins Spiel als England. Und Miroslav Klose konnte in den Anfangsminuten (20.) die deutsche Elf in Führung bringen, kurze Zeit später legte Podolski zum 2:0 nach (32.). Dann kam England und verkürzte auf 2:1, ein reguläres Tor zum 2:2 wurde nicht gezählt. In der 66. und 69. Minute schoß Müller das 3:1 und das 4:1. Vielleicht gelingt es diesmal - das Wunder von Südafrika, nachdem vor vier Jahren im eigenen Land "nur" ein dritter Platz drin war.
Gesellschaft
27. Juni '10
Deutschland besiegt England
Endlich geschafft. Es war ein Krimi der Extraklasse. Souverän hatte die deutsche Elf mit den Toren von Klose und Podolski begonnen, wurde dann durch den Anschlußtreffer erschüttert. Bis in die Anfänge der zweiten Halbzeit wirkte Jogis Elf verunsichert. Erst dank dem Newcomer Müller, der das dritte und vierte Tor schoß, kam wieder Spielfreude in die zweite Halbzeit, die anfänglich stark von den Engländern dominiert wurde. Auch Arne Friedrich sei gedankt.
Der Blick in die Welt
27. Juni '10
Wawerzinek - Bachmannpreis
Der diesjährige Ingeborg-Bachmann-Preis geht an den deutschen Autoren
Peter Wawerzinek. Er gewann mit dem autobiografischen Text "Ich finde
Dich/Rabenliebe" über eine Kindheit in einem DDR-Waisenhaus. Wawerzinek
setzte sich gegen Dorothee Elmiger durch. Wawerzinek wurde 1954 als Peter Runkel in Rostock geboren. Als Kleinkind wurde er von seinen Eltern in der DDR zurückgelassen und wuchs in verschiedenen Kinderheimen und als Adoptivkind an der Ostseeküste auf. Viele
seiner Werke sind autobiografisch geprägt; sein Buch "Rabenliebe" erscheint im Herbst.
Gesellschaft
26. Juni '10
Vor zwanzig Jahren
Nach einem Aufruf des Neuen Forums vor 20 Jahren hatten sich am 15. Januar 1990
Tausende Menschen vor dem Gebäude der Berliner Stasizentrale in der Normannenstraße versammelt. Sie protestierten dagegen, daß dort neun Wochen nach dem Fall der Mauer immer noch weitergearbeitet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die Stasi dabei, eine intensive Aktenvernichtung zu betreiben. In Erinnerung an die Erstürmung der Stasi-Zentrale vor 20 Jahren werden am Freitag im Maxim Gorki Theater die
Chefin der Stasi-Unterlagen-Behörde, Marianne Birthler, und der
Vorsitzende der Aufarbeitungs-Stiftung, Rainer Eppelmann, sprechen.
> Rainer Eppelmann - Markus Meckel: Die Revolution der Pastoren
Gesellschaft
26. Juni '10
Was bleibt von Horst Köhler?
Wie sein Biograf Gerd Langguth einschätzt, wird von der Amtszeit des Bundespräsidenten Horst Köhler wenig in Erinnerung bleiben. Der CDU-Politiker sei kein guter Redner gewesen; auch habe
er keine Brücken zwischen Volk und Politik geschlagen. Köhler suchte immer wieder zu verbergen, daß er ein unsicherer Mensch sei. "Er
war kein Mann, der die Politik sehr gut kannte", sagte Langguth. Und trotz
seiner Beliebtheit im Volk hat es Köhler an unmittelbarer Erfahrung mit
diesem
gefehlt, da er niemals als Mandatsträger um dessen Stimmen gerungen
hatte.
> Unerträgliches Selbstmitleid> Abgang ohne Not? Zum Rücktritt Horst Köhlers
25. Juni '10
Bärfuss kritisiert Sterbedebatte
Der Anna-Seghers-Preisträger Lukas Bärfuss kritisiert die
niederländische Debatte über ein Recht auf Selbsttötung für alte
Menschen. Dem Schriftsteller gefällt der Gedanke des bequemen Sterbens nicht. Bärfuss befürchtet, daß kranke, alte Menschen leicht unter den sozialen Druck geraten könnten, ihrem Leben ein Ende setzen zu müssen. Auch stört den 1971 im schweizerischen Thun geborenen Autor, daß die Befürworter der
Selbsttötung stets von der Würde des Menschen sprächen. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juni in einem Urteil verfügt, daß lebenserhaltende Behandlungen beendet werden dürfen, wenn der Patient eine entsprechende Verfügung getroffen
hat.

Gesellschaft
25. Juni '10
Baselitz gegen Pavillon Abriß
Der deutsche Maler Georg Baselitz ist über die Idee, den deutschen
Biennale-Pavillon in Venedig abzureißen, entzürnt. Wie er gegenüber der Zeitung "Die Welt" betonte, kann man die Geschichte nicht neu schreiben. Zuvor hatte der Präsident der
Bundesarchitektenkammer, Sighart Schmid, den Abriß gefordert. Zur Begründung hieß es, daß das Ausstellungshaus aus dem Jahr 1938 mit seinem
faschistischen Stil nicht dem heutigen Staatsverständnis entspricht. Dagegen hob Baselitz hervor, daß diese Eigenschaft lediglich in den faschistischen Bau
hineininterpretiert wird.
Der Blick in die Welt
25. Juni '10
Stalin-Büste in Gori fällt
Die georgische Stadt
Gori hat kein Stalin-Denkmal mehr. Für die Demontage der
sechs Meter hohen Bronzestatue in der Geburtsstadt des sowjetischen
Diktators hatten sich die Behörden entschieden. Damit wollte man Proteste von Bürgern verhindern, denn trotz der Greueltaten und der von Stalin befohlenen Morde an Millionen von
Menschen wird er von vielen früheren Sowjetbürgern weiter verehrt. An der Stelle
der Statue soll künftig ein neues Monument an den Einmarsch
russischer Truppen im Jahr 2008 erinnern.
> Moskau: Stalins Enkel zieht vor Gericht - Stalinisten und Historiker um die Deutung der Ve
Gesellschaft
25. Juni '10
Multitasking und Eigentlichkeit
Der
deutsche Philosoph Rüdiger Safranski hat für die
Rückgewinnung von Zeitsouveränität plädiert. Der moderne Mensch lebt, so der Publizist in einem Pressegespräch in Salzburg, im
"Multitasking". Einerseits haben immer mehr Menschen in einem System der Beschleunigung das Gefühl, das Eigentliche im Leben zu versäumen. Andererseits gerät das von schwerfälligen und langandauernden Entscheidungsabläufen geprägte
politische System gegenüber einer global agierenden Ökonomie immer mehr
ins Hintertreffen.
Kunst und Künstler
25. Juni '10
200. Todestag von Seume
Johann Gottfried Seume, der 1763 in Poserna (Kursachsen) geboren wurde und am 13. Juni 1810 in Teplitz war nicht nur ein deutscher Schriftsteller und Dichter, sondern studierte von 1780 bis 1781 an der Universität Leipzig auch Theologie. Berühmt wurde er durch seinen Reisebericht, Spaziergang nach Syrakus, in dem er mit besonderer Schärfe die sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse in Italien beschrieb. Seitdem gilt Seume demnach als kulturpolitischer Reiseschriftsteller.
> Gedenktafel für Johann Gottfried Seume wird enthüllt
Kunst und Künstler
24. Juni '10
Literarische Castingshow
Der 34.
Ingeborg-Bachmann-Preis ist eröffnet, und es ist wieder die Zeit der Schimpftiraden und der Selbstinszenierungen der Juroren. Als Fernsehzuschauer, der sich das Spektakel, das sich jedes Jahr zur selben Zeit in Klagenfurt abspielt, betrachtet, fragt sich immer wieder erstaunt: Ist es die pure Selbstzerfleischung, die die junge Literatenelite in die österreichische Provinz treibt, oder ist es Anerkennungssucht um jeden Preis? Es ist in Klagenfurt wie im wahren Leben: Wer den wichtigsten Schriftstellerpreis mit nach Hause nehmen will, der muß sich erst einmal kollektiv demütigen lassen.
Gesellschaft
24. Juni '10
Mesut Özil rettet Deutschland
Nach einem glanzvollen Auftritt gegen Australien, einer mittelklassigen Leistung gegen Serbien hat die deutsche Elf gestern nicht ihren brilliantesten Fußball gezeigt. Von den drei Spielen der Vorrunde war das gegen Ghana sicherlich das Wichtigste, wenngleich fußballerisch nicht das Glanzvollste. Nun geht es gegen Enland, und um hier zu punkten, müssen die Jungs um Jogi Löw tatsächlich einen höheren Gang einlegen. Zumindest ist uns eines erspart geblieben, das Vorrundenaus - Mesut Özil sei Dank.

Kunst und Künstler
23. Juni '10
Architekturtag in Deutschland
Für Architekturbegeisterte ist das letzte Juni-Wochenende Plicht, denn in allen
Bundesländern laden die Architektenkammern zum Tag der Architektur ein.
So können beispielsweise beim 16. Tag der Architektur in Sachsen 84 Objekte
besichtigt werden. Das Programm steht unter dem Motto "Horizonte". Die
Besuchsprogramme sind
dabei äußerst vielfältig: Wohnhäuser, Büros, Industriebauten, Schulen und schwimmende
Ferienhäuser können besichtigt werden.
Gesellschaft
23. Juni '10
Sachsens Schüler ganz vorn
Auch beim neuesten Schulleistungsvergleich der
Bundesländer finden sich die Schüler aus Sachsen wieder auf den vorderen Plätzen. Wie die Nachrichtenagentur dpa aber mitteilt, sind die klaren Sieger die Bundesländer Bayern
und Baden-Württemberg. Mit zur Spitzengruppe gehören auch
Rheinland-Pfalz sowie Hessen. Thüringer Schüler sind beim Vergleich
hingegen nur noch Mittelmaß, und Schlußlicht in fast allen Disziplinen ist
Bremen.
Gesellschaft
22. Juni '10
Computerpionier wird 100
Am 22. Juni wäre er hundert Jahre alt geworden, der Konstrukteur des ersten Computers - Konrad Zuse. Wie sein Sohn glaubt, hätte sein Vater für Twitter und Facebook nichts übrig gehabt. Und in der "FAZ" erklärte der Chefredakteur des "Spiegel", daß die Menschen im Internet Geschichten mit Blut und Staub lesen wollen; mit Meinungsjournalismus läßt sich dort kein Geld verdienen. Vielmehr wollten die Menschen Geschichten lesen, die sich mit der
Welt wie sie ist, auseinandersetzten.
Feuilleton
21. Juni '10
Neues Buch von Grass erscheint
Mit seinem neuen Buch, das im Göttinger Steidl Verlag im September erscheinen wird, bekennt sich, so die Anündigung, Schriftsteller Günter Grass zum Werk der Gebrüder Grimm. Grass würdigt in seinem neuen Buch "Grimms Wörter" nicht nur das Engagement der Grimms für das Märchen, sondern auch für die deutsche Sprache. "Grimms Wörter" ist eine "Liebeserklärung an die deutsche Sprache und die
Wörter, aus denen sie gefügt ist".
Kirche und Religion
19. Juni '10
Käßmanns schöne neue Welt
Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, will die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Margot Käßmann, nach dem Rücktritt von ihren Ämter „ohne Familie irgendwo
neu anfangen“. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte die ehemalige Bischöfin: „Ich habe keinen Arbeitsplatz, ich habe keine Wohnung,
jetzt ist auch noch meine jüngste Tochter ausgezogen.“ Die 52-Jährige
war im Februar 2010 nach einer Fahrt unter Alkoholeinfluß am Steuer von all ihren Ämtern
zurückgetreten. Einen Neuanfang erhofft sich Käßmann nun in den USA.
Kunst und Künstler
19. Juni '10
José Saramago ist tot
Der portugiesische Nobelpreisträger José Saramago ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Seit Jahren lebte der Schriftsteller, der 1998 den
Literaturnobelpreis erhielt, auf Lanzarote. Erst im Alter von 40 Jahren entdeckte Saramago die Schriftstellerei. Sein internationaler Durchbruch gelang ihm dann mit Romanen wie
„Hoffnung im Alentejo“ (1980), „Das Memorial“ (1982) oder „Das Todesjahr
des Ricardo Reis“ (1984). Zu seinen bekanntesten Büchern der letzten Jahre gehören die Romane „Die Stadt der Blinden“ (1995)
und „Die Stadt der Sehenden“ (2004).

Gesellschaft
18. Juni '10
Und ewig lockt das Taschenbuch
Cicero-Herausgeber Michael Naumann hält nicht viel vom I-Pad, und sieht in diesem schon überhaupt keine Konkurrenz für das Taschenbuch. Geradezu chancenlos sei das elektronische Lesegerät gegenüber dem klassischen Paperback-Buch, so weiß der ehemalige Kulturstaatsminister und langjährige Geschäftsführer des Rowohlt-Verlag zu berichten. Gerade in
wirtschaftlich schweren Zeiten, so der SPD-Politiker, würden die Menschen das billigere
Taschenbuch der Hardcover-Ausgabe vorziehen. Am 18. Juni vor 60 Jahren erschienen in Deutschland die ersten beiden Taschenbücher: Damals brachte Rowohlt Rudyard Kiplings "Dschungelbuch" und Kurt Tucholskys "Schloss
Gripsholm" auf den Markt.
Politik
18. Juni '10
Der freie Fall der Liberalen
Derzeit hat die FDP um ihren Chef und der Chef selbst, Guido Westerwelle, nicht
viel zu lachen. Ein Dreivierteljahr nach ihrem Triumph bei der Bundestagswahl sind die Liberalen in die Nähe der Fünf-Prozent-Hürde abgerutscht. So würde nach dem Wahltrend
von „Stern“ und RTL die FDP derzeit nur noch 5 Prozent der
Wählerstimmen erhalten. Bei der Bundestagswahl im September 2009 hatte
die Partei noch 14,6 Prozent der Stimmen bekommen.
Kunst und Künstler
18. Juni '10
Bach-Fest in Leipzig
Das Bachfest, das vom 11.- 20. Juni 2010 in Leipzig stattfindet, steht unter dem Motto "Bach,
Schumann und Brahms". Dabei bildet das Schaffen von Robert Schumann und Johannes
Brahms als führender "Protagonisten der Bach-Rezeption im 19.
Jahrhundert" den Schwerpunkt des diesjährigen Bachfestes. Robert Schumann (1810-1856)
gehörte zu den Initiatoren der ersten Bach-Gesamtausgabe und Johannes Brahms
(1833-1897) hat sich als Komponist, Pianist und Dirigent auf vielfältige
Weise mit dem Werk des Thomaskantors auseinandergesetzt. Bis zum 20. Juni werden insgesamt 113 Veranstaltungen an 38 Orten
angeboten.
> Mehr dazu finden Sie hier:
17. Juni '10
Denkmal für DDR-Opfer enthüllt
(Jena, Foto: Marktplatz) Das neue Denkmal für die zwischen 1945 und 1989 politisch Verfolgten in der DDR wurde in Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in Jena eingeweiht. Nach Angaben der Künstler um Sibylle Mania zeichnet es die Geschehnisse um die Öffnung der Stasi-Archive nach. Nach der friedlichen Revolution 1989 türmten sich zunächst herausgerissene Papiere und Pappordner in und vor den Archiven, die dann später zur Aufarbeitung sortiert wurden. Die Installation der Weimarer Künsterlin besteht aus mannshoch aufgestapelten Aktenbehältern. Doch sind auch alle Opfer vermerkt?
> Und wieder ein neues Unrecht – Das Denkmal für die Stasi-Opfer in Jena
17. Juni '10
Vortrag zur Weimarer Malschule
Morgen, Donnerstag, 17. Juni 2010, 18 Uhr, lädt die Freundesgesellschaft
des Goethe- und Schiller-Archivs Weimar e.V. zu einem Vortrag in das
Schiller-Museum ein. Anneliese Klingenberg geht in ihrem Vortrag der
Frage nach, ob die Weimarer Zeichenschule als Vorbild der Berliner
Kunstakademie gelten kann. Im Rahmen ihrer Recherchen untersuchte die
Autorin insbesondere die Briefe von Andreas Riem an Friedrich Justin
Bertuch.
> »Weimarer Zeichenschule als Vorbild der Berliner Kunstakademie?«
Gesellschaft
17. Juni '10
Die geteilte Republik
Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird der Abstand zwischen Armen und Reichen in Deutschland immer größer.
Die Anzahl der Ärmeren wachse kontinuierlich, heißt es in der Untersuchung. Darüber hinaus haben die Betroffenen auch immer
weniger Geld zur Verfügung. Die Erhebung bezog sich auf die Jahre 2000
bis 2009. Die Forscher warnten zugleich davor, daß die geplanten
Sparmaßnahmen der Bundesregierung diese Entwicklung noch verschärfen
würden.

Der Blick in die Welt
17. Juni '10
Art Basel eröffnet
Am 16. Juni 2010 öffnete mit der Art Basel die weltgrößte und wichtigste
Kunstmesse zum 41. Mal ihre Türen. Über 300 der führenden Galerien
werden auf Einladung der Veranstalter Positionen von über 2.500
Künstlern präsentieren. Und mehr als 60.000 Besucher können Werke der
klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst betrachten - und, so die Hoffnung der Aussteller, auch kaufen. Die Kunstmesse ist bis Sonntag geöffnet. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen
und Diskussionen rundet das Kunstereignis der Sonderklasse ab.
17. Juni '10
Point-Alpha-Preis für Schmidt
„Helmut Schmidt hat die Politik der Bundesrepublik Deutschland in einer
historisch wichtigen Phase entscheidend geprägt. Außerdem hat er sich
große Verdienste um die deutsche Einheit erworben.“ Das erklärte
Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph
Matschie, vor der morgigen Verleihung des Point-Alpha-Preises an den
ehemaligen Bundeskanzler. Schmidt sei zwar „Außer Dienst“, er habe
jedoch immer noch eine starke Stimme, die gehört werde.
> „Helmut Schmidt hat Deutschland entscheidend geprägt“
Kirche und Religion
17. Juni '10
Marx contra Mixa
Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa (Foto) kann keinen
Frieden mit seiner Entscheidung finden. Jetzt spricht er sogar von einem
erzwungenen Rücktritt, den er bereits kurz danach widerrufen hat. Mixa
erwägt nun einen Gang vor den päpstlichen Gerichtshof. Zwischen Mixa und dem
Vorsitzenden der bayerischen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, ist mittlerweile ein offener
Streit ausgebrochen. Marx wies Mixas Vorwurf einer Intrige. Der Augsburger Bischof erhob zuvor schwere Vorwürfe gegen hohe Geistliche seines ehemaligen
Bistums. Er beschuldigte sie, den inzwischen wieder entkräfteten Vorwurf
des sexuellen Mißbrauchs an die Presse lanciert zu haben.
Gesellschaft
17. Juni '10
Gedenken an 17. Juni 1953
Am 17. Juni wird jedes Jahr an die Opfer des Volksaufstandes von 1953 in der DDR erinnert. Damals beteiligten sich an dem Aufstand, der sich aus Protesten gegen eine Erhöhung der
Leistungsnorm entwickelte, mehr als eine halbe Million
Menschen. Die Welle von Streiks und Protestkundgebungen wurde von der Volkspolizei und der sowjetischen Armee
niedergeschlagen.
Die DDR-Regierung flüchtete sich nach Berlin-Karlshorst unter den Schutz der
sowjetischen Behörden. Mindestens 55 Menschen sind in den Tagen um den 17. Juni getötet wurden, 20 weitere Todesfälle sind nach wie vor nicht aufgeklärt.
Gesellschaft
16. Juni '10
Gebeine von Edgitha sind echt
Die Archäologen sind sich endlich sicher: Die im Jahre 2008 im Magdeburger Dom
entdeckten Gebeine sind tatsächlich die von Königin Edgitha (auch Editha), der Ehefrau Ottos des
Großen. Wie der Landesarchäologe Harald Meller erklärte, haben dies Untersuchungen an Zähnen, Knochen und Grabtextilien
ergeben. Eine chemische Analyse
hatte dabei auf einen Aufenthalt der Frau in Südengland hingedeutet, denn dort wurde Editha im Jahr 910 geboren. Als Enkelin Alfreds des Großen und Nachfahrin des Heiligen Oswald entstammte sie dem
angesehensten angelsächsischen Geschlecht.
Politik
16. Juni '10
Das Schwarz-gelb-Desaster
Die Zufriedenheit mit der schwarz-gelben Bundesregierung ist auf einem
neuen Tief angelangt. Nur noch zwölf Prozent der Deutschen sind mit dem Pakt von Union und FDP zufrieden. Die Frage, ob die schwarz-gelbe Koalition bis 2013
weiterarbeiten soll, verneinen die meisten Befragten. So halten 47 Prozent Neuwahlen für die beste Möglichkeit; 24 Prozent sind für einen Wechsel
zu einer Großen Koalition (Union und SPD). Lediglich 23 Prozent halten es
für das Beste, wenn die schwarz-gelbe Koalition bis 2013 weiterarbeitet.

Der Blick in die Welt
16. Juni '10
Chiswick House in alter Pracht
Er ist einer der wichtigsten Gärten der englischen Gartenkunst. Nachdem die "Chiswick House Gardens" lange Zeit als öffentlicher Park genutzt wurden, war von ihrer Pracht
nicht mehr viel übrig gewesen. Im Jahr 2005 übernahm dann eine Stiftung das Gelände und versuchte den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Die "Chiswick House Gardens" gelten als der erste
Landschaftsgarten Endlands. Der Park wurde ab 1720 von Lord Burlington und
seinen Nachfolgern angelegt. Von England kam die Gartenrevolution dann auch nach Deutschland, insbesondere nach Wörlitz.
> Von der Kunst, sich einen schönen Garten anzulegen> Philosophische Aspekte der Gartenkunst am Beispiel des Wörlitzer Parks
Gesellschaft
14. Juni '10
Mendelssohn-Preis für Berben
Die Schauspielerin Iris Berben und der Pianist Lang Lang haben den Internationalen Mendelssohn-Preis 2010 in Leipzig erhalten. Berben wurde für ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet, Lang Lang (Foto) erhielt den Preis der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung für sein musikalisches Schaffen. Er hat die europäische Musik in seinem Heimatland China bekannter gemacht und fungierte so als kultureller Botschafter zwischen Europa und Asien.
Kunst und Künstler
11. Juni '10
Sigmar Polke ist tot
Sigmar Polke ist tot. Der Maler und Grafiker starb in der Nacht
zum Freitag im Alter von 69 Jahren an einem Krebsleiden in seiner Kölner Wohnung, wie sein Galerist Erhard Klein in Bad Münstereifel mitteilte. Polke wurde im Februar 1941 in Niederschlesien geboren. 1945 floh seine Familie nach
Thüringen und siedelte später nach West-Berlin und dann nach Düsseldorf
über. Hier begann Polke eine Glasmalerlehre, die er jedoch kurz darauf abbrach, um Kunst zu studieren. Zu seinen Lehrern zählten Karl Otto Götz und Joseph Beuys.
Kirche und Religion
11. Juni '10
Papst bittet um Vergebung
Papst Benedikt XVI. hat um Vergebung für die „Mißhandlung der Kleinen“
durch pädophile Geistliche gebeten. Der Pontifex wies darauf hin, daß die katholische Kirche „alles
nur Mögliche“ unternehmen wird, um solche Mißstände abzuschaffen. Es war die bislang deutlichste Entschuldigung des katholischen
Kirchenoberhaupts für die zahlreichen Fällen der Mißhandlung
Minderjähriger durch katholische Geistliche, die in den vergangenen
Jahren aufgedeckt wurden.
> Dampfplauderei und Dünkel
Politik
11. Juni '10
Gauck beliebter als Wulff
Bei einer Direktwahl des Bundespräsidenten könnte der von
SPD und Grünen gemeinsam aufgestellte Kandidat Joachim Gauck mit deutlich mehr
Stimmen rechnen als der schwarz-gelbe Bewerber Christian Wulff. Allerdings
bekäme keiner der beiden eine Mehrheit, wie der DeutschlandTrend im Morgenmagazin
ergab. 40 Prozent der Bundesbürger würden sich für Gauck entscheiden - davon 39
Prozent der West- und 47 Prozent der Ostdeutschen. 31 Prozent der
Befragten hingegen hätten Wulff gerne als Präsidenten (West: 33 Prozent, Ost: 25
Prozent). Linkspartei-Kandidatin Luc Jochimsen bekäme nur drei Prozent
Zustimmung.
> „Wahrheit macht versöhnungsbereit“
Kunst und Künstler
11. Juni '10
Händelfestspiele eröffnet
Vom 3. bis 13. Juni 2010 bildet die Geburtsstadt des Komponisten Georg
Friedrich Händel, Halle an der Saale, erneut den Schauplatz glanzvoller
Händel-Festspiele – in diesem Jahr geprägt von Ritter-, Zauberer- und
Heldengeschichten. Rund um den dramaturgischen Schwerpunkt „Orlando“
stehen über 80 Veranstaltungen mit internationalen Stars der
Barockszene, darunter allein fünf Grammy- bzw. Echo-Klassik-Preisträger
wie Cecilia Bartoli (Händel-Preisträgerin 2010) oder Christina Pluhar
mit L’Arpeggiata, auf dem Programm.
> Halle: Händel-Festspiele werden eröffnet 
Kunst und Künstler
10. Juni '10
Schloßbau: Berlin darf hoffen
Kommt es, oder kommt es nicht - das neue Stadtschloß im Herzen der Hauptstadt? Es kommt, nur eben später. Wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann bekräftigte, darf es auf Dauer "keine grüne Wiese in der deutschen Hauptstadt geben". Damit hob der CDU-Politiker den Willen der
Regierung zum Wiederaubau des Berliner Stadtschlosses hervor. Wie Neumann erklärte, handelt es sich um das wichtigste kulturpolitische Projekt der Gegenwart. Erst am Montag hatte das Bundeskabinett beschlossen,
die Gelder für das 550 Millionen Euro teure Schloß bis zum Jahr 2014 zu
sperren.
Kunst und Künstler
10. Juni '10
Friedenspreis für Grossman
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht 2010 an den israelischen Schriftsteller David Grossman. Wie die Jury betonte, setzt sich Grossmann für die Aussöhnung zwischen Israelis und
Palästinensern ein. Das Werk des israelischen Schriftstellers
zeigt, daß die Spirale von Haß, Gewalt und Vertreibung im Nahen Osten
nur durch die Kraft des Wortes beendet werden kann. Der mit 25 000
Euro dotierte Friedenspreis wird am Ende der Frankfurter Buchmesse im
Oktober in der Paulskirche (Foto) verliehen.
Kunst und Künstler
09. Juni '10
Gartenkunst meets Neo Rauch
Nun setzen einige Meisterschüler von Neo Rauch auf der
Landesgartenschau in Aschersleben künstlerische Akzente. "Von vorn"
heißt die Ausstellung mit rund 80 Arbeiten aus der Meisterklasse des
berühmten Malers, der 1960 in Leipzig geboren wurde. Bis zum 10. Oktober werden 17 ehemalige und derzeitige Schüler ihre Werke präsentieren. Rauch, der bei seinen Großeltern in
Aschersleben aufwuchs, nachdem seine Eltern bei einem Zugunglück ums Leben kamen, hat für die Schau die Rolle des Kurators
übernommen. Rauch war Meisterschüler bei Bernhard Heisig. Von 2004 bis 2009 hatte er eine
Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst inne.
Gesellschaft
09. Juni '10
Linke nominiert Luc Jochimsen
Die Linkspartei hat die Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen als
Kandidatin für das neu zu besetzende Amt des Bundespräsidenten nominiert. Die 74-jährige Jochimsen soll am
30. Juni in der Bundesversammlung gegen den Kandidaten von Union und FDP, Christian Wulff sowie gegen den Bewerber von SPD und Grünen, Joachim Gauck,
antreten. Die frühere ARD-Journalistin erklärte, daß sie als
Friedensstifterin und als Schirmherrin für
die Schwachen und Benachteiligten kandidieren wird.
Gesellschaft
08. Juni '10
Mohr-Siebeck übergibt Archiv
Der Tübinger Wissenschaftsverlag Mohr Siebeck will Mitte Juni sein Archiv der Staatsbibliothek
zu Berlin schenken. Die Manuskripte, Briefe und Rezensionen stammen aus
der Zeit von 1801 bis 1975. Damit steht der Forschung ein großer Fundus
zur Verfügung. Die
Erschließung der in fast 1.200 Kartons angelieferten Bestände wird fünf
Jahre dauern. Zu den Schwerpunkten des Verlags gehören
Theologie und Jura, sowie Philosophie, Geschichte, Ökonomie und
Judaistik.
Gesellschaft
07. Juni '10
Fußball-WM: Südafrika ruft
"Das Runde muß in das Eckige" und: "Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten" sind mittlerweile geflügelte Worte. Und in Kürze ist es wieder soweit. König Fußball regiert bald uneingeschränkt wieder. Südafrika, das Land der Gegensätze, ist gut vorbereitet. Und manch ein deutscher Fan träumt vom erneuten Wunder von Bern, nur diesmal am Kap der Guten Hoffnung. Anläßlich des Fußball-Weltereignisses hat Lukas Kaelin über eine Philosophie des Fußballs nachgedacht.
> Perspektiven einer Philosophie des Fußballs 
Politik
04. Juni '10
Und nochmals Horst Köhler
Noch wird viel über den Rücktritt des Bundespräsidenten spekuliert, doch in der zweiten Juni-Woche wird auch die Diskussionsgesellschaft zu anderen Themen übergehen, spätestens mit Südafrika wird der Rücktritt Köhlers nur noch eine Fußnote in der Geschichte sein, und wenn die Deutschen in den Sommerurlaub fahren, zählt dann nur noch: Was ist er wert, der Euro?
> Unerträgliches Selbstmitleid
Kunst und Künstler
04. Juni '10
Kreisler erhält Hölderlin-Preis
Längst hat sich Georg Kreisler vom Berufsbild des
Kabarettisten verabschiedet. Der 1922 in Wien geborene Schriftsteller, Komponist
und Satiriker erhält am Sonntag den Hölderlin-Preis der Stadt Homburg. Kreisler,
der sich über die Ehrung sehr gefreut hat, hatte bereits seit Mitte der 80er
Jahre das Verfassen von Liedern aufgegeben und sich seitdem auf das Schreiben
von Büchern konzentriert. Wie der 87-Jährige betonte, sei er ein großer
Bewunderer Hölderlins.
Der Blick in die Welt
04. Juni '10
Amos Oz will Palästinenserstaat
Der israelische Schriftsteller Amos Oz hat in der "FAZ" gefordert, daß Israel mit der Hamas über die Gründung eines
Pälästinenserstaates verhandeln sollte. Wie Oz unterstrich, muß der künftige unabhängige Staat aus dem
West-Jordanland sowie dem Gazastreifen bestehen und Ost-Jerusalem zur
Hauptstadt haben. Oz betonte, daß die Hamas nicht bloß eine
terroristische Organisation sei, sondern auch eine "verzweifelte, fanatische
Idee", die aus der Hoffnungslosigkeit vieler Palästinenser geboren
wurde. Eine Idee, soviel müßten die Israelis gelernt haben, kann jedoch nie durch Gewalt besiegt werden, so Oz.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Politik
04. Juni '10
Schwarz-Gelb will Wulff
Beim Personalkarusell für das Amt des neuen Bundespräsidenten hat sich Schwarz-Gelb entschieden. Nachdem Arbeitsministerin Ursula von der Leyen lange heiß gehandelt wurde, hat sich die Parteispitze um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf den niedersächsischen Ministerpräsidenten als Spitzenkandidaten festgelegt. Christian Wulff hatte bislang immer das Kanzleramt im Auge und rechnete sich Chancen in der Merkelnachfolge aus.
> „Die Rolle der Länder in der Europäischen Union am Beispiel Niedersachsens“
Politik
03. Juni '10
SPD favorisiert Joachim Gauck
Auch die SPD hat sich auf einen neuen Spitzenkandidaten für das höchste Amt im Schloß Bellevue festgelegt - im Blick der Theologe und Mitbegründer des Neuen Forums Joachim Gauck. Der 1940 in Rostock geborene SPD-Politiker war der erste Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Ob sich allerdings die Partei die LINKE auf diesen Kandiaten einlassen wird, bleibt fraglich, da doch die "Gauck-Behörde" vieler ihrer Mitglieder als Stasimitarbeiter enttarnte.
> „Wahrheit macht versöhnungsbereit“> Constantin Graf von Hoensbroech im Interview mit Joachim Gauck 
Politik
03. Juni '10
Christian Wulff contra Leyen
Machtpoker in Berlin. Auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den zurückgetretenen
Bundespräsidenten Horst Köhler deutet sich, so ein Bericht der ARD,
eine überraschende Wende an. Die bisher als Favoritin gehandelte
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll als Kandidatin aus dem
Rennen sein. Gute Chancen hingegen hat der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), für den, auf dem Weg ins Kanzleramt, damit ein weiteres Karriereziel in erreichbare Nähe rückt
> „Die Rolle der Länder in der Europäischen Union am Beispiel Niedersachsens“
Gesellschaft
02. Juni '10
Robert Zollitsch unter Verdacht
Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat wegen des Vorwurfs zur
Beihilfe zu sexuellem Mißbrauch von Kindern ein Ermittlungsverfahren gegen den
Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, eingeleitet. Dieshat die Behörde dem ARD-Politikmagazin „Report
Mainz“ und dem „Südkurier bestätigt“. Grundlage des Ermittlungsverfahrens ist eine
Strafanzeige, die der Staatsanwaltschaft Freiburg vorliegt.
> Die Hermeneutik des Verdachts
Gesellschaft
02. Juni '10
"Ich bin dann mal weg"
Der überraschende Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler (CDU), der erst vor einem Jahr seine zweite Amtszeit begonnen hatte, hat die Gemüter heftig erhitzt: Darf der höchste Mann im Staate dies, war sein Rücktritt übereilt, steckte Angela Merkel hinter der Entscheidung? Mittlerweile füllen die Kommentare zu Köhlers Abgesang eine eigene Bibliothek. Auch die Tabula Rasa nimmt Stellung. Die Chancen für Ursula von der Leyen, Köhler im Amt zu beerben, stehen derzeit nicht schlecht, nachdem die CSU und die FDP auf einen Kandidaten verzichtet haben.
> Abgang ohne Not? Zum Rücktritt Horst Köhlers
Gesellschaft
02. Juni '10
Reich-Ranicki ist 90
Vergangene Woche erhielt Deutschlands schärfster, und vielfach umstrittener Literaturkritiker noch die zweithöchste Ehrung des niederländischen Königshauses. Heute, am 2. Juni, wurde der 1920 im polnischen Włocławek geborene Reich-Ranicki 90 Jahre alt. In der Tabula Rasa können Sie nochmals ein Interview mit dem streibaren Denker nachlesen, das Bettina Röhl, Tochter von Ulrike Meinhof, geführt hat.
> Antisemitismus und Literatur
Gesellschaft
02. Juni '10
Reich-Ranicki erhält Orden
Jetzt wurde der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki mit dem zweitwichtigsten Orden des
niederländischen Königreiches ausgezeichnet. Reich-Ranicki, der am 2. Juni 90 Jahre alt wird, darf sich nun
"Offizier im Orden von Oranien-Nassau" nennen. Diese Auszeichnung wird nach Angaben der holländischen Botschaft in
Berlin nur an sehr wenige Ausländer verliehen. Im Fall des Kritikers
sollen dessen Verdienste um die niederländische Literatur gewürdigt
werden, denn Reich-Ranicki hatte innerhalb seines "Literarischen Quartetts" wiederholt
Werke holländischer Schriftsteller besprochen.
> Marcel Reich-Ranicki - der große Theaterdonner im deutschen Literaturbetrieb!> Antisemitismus und Literatur
Kunst und Künstler
01. Juni '10
Ungeahntes von Werner Tübke
Die Witwe des 2004 verstorbenen Malers Werner Tübke hatte beim Aufräumen des Schreibtisch ihres Mannes
Skizzen- und Tagebücher des
Künstlers gefunden. Nunmehr sollen diese in der Universitätsbibliothek
der Stadt Leipzig archiviert werden. Tübke hatte diese Skizzen und Notizen
in den Jahren zwischen 1952 und 2000 angelegt. Sie waren ursprünglich nicht zur
Veröffentlichung vorgesehen. 2011 plant die Hochschule
eine Ausstellung mit den Bleistift- und Kugelschreiber-Zeichnungen.

Kunst und Künstler
01. Juni '10
Beethoven: Keine Bleivergiftung
Jahrzehntelang galt es als sicher, daß Ludwig von Beethoven an einer Bleivergiftung gestorben sei. Nun wurden
erneut Schädelfragmente des Genies am Mount Sinai Institut
für Medizin in New York untersucht. Wie die "New York Times" berichtet, kamen Forscher zu dem Ergebnis, daß sich der
Bleianteil in den Knochen im normalen Rahmen bewegt. Beethoven ist, so der Befund, nicht an einer Bleivergiftung gestorben. Dagegen hatten fünf Jahren
zuvor andere Wissenschaftler erhöhte Bleiwerte in Beethovens Haaren
festgestellt und angenommen, daß der Künstler seiner Vorliebe für Wein
zum Opfer gefallen sein könnte, der damals mit Blei angereichert war, um ihm den bitteren Geschmack zu nehmen.
Politik
01. Juni '10
Horst Köhler tritt zurück
Bundespräsident Horst Köhler ist zurückgetreten. Der CDU-Politiker hatte in einer überraschenden Pressekonferenz seinen Rücktritt erklärt. Die Unterstellung, er habe einen grundgesetzwidrigen Einsatz der
Bundeswehr zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen befürwortet, entbehrt
jeder Rechtfertigung. Dies lasse den notwendigen Respekt
vor dem höchsten Staatsamt vermissen. Köhler hatte am
Pfingstwochenende nach einem Besuch bei den deutschen Soldaten in
Afghanistan in einem Interview von Deutschlandradio Kultur einen
Zusammenhang zwischen den Auslandseinsätzen und deutschen
Wirtschaftsinteressen hergestellt. Der Rücktritt, so die Überzeugung vieler, steht für ein fragwürdiges Demokratieverständnis von Köhler.
> Der Rücktritt im Wortlaut
Gesellschaft
01. Juni '10
Wolfgang Böhmer verteidigt Olbertz
Der scheidende Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz, erhielt Rückendeckung von seinem Chef. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer verteidigte Olbertz' Habilitationsschrift aus DDR-Zeiten gegen Vorwürfe, die dem Autor vorwerfen, daß es sich bei der Habil um eine marxistisch-leninistische Propaganda handelt. Wie Böhmer betonte, mußte man im Bereich der Erziehungswissenschaften verbale Zugeständnisse an das SED-Regime machen. Ob Olbertz dabei zu weit gegangen sei, darüber wird es keine Einigkeit geben. Böhmer hob hervor, daß er dem künftigen Präsidenten der Berliner Humboldt-Universität keine Vorwürfe machen könnte. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk hatte Olbertz wegen seiner im Februar 1989 abgeschlossenen Arbeit "ideologische Einpeitscherparolen" vorgeworfen.
Gesellschaft
30. Mai '10
Dennis Hopper gestorben
Der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur Denis Hopper, der 1936 in Dodge City (Kansas) geboren wurde, ist tot. Der New-Hollywood-Star
spielte in Filmen wie "Blue Velvet". Hopper, der in einer seiner letzten Rollen den Tod spielte, ist nun mit 74 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Der Schauspieler, der den Keim der Selbstzerstörung in sich trug, sei, so der Künstler zuletzt, gut auf den Tod vorbereitet.
Politik
30. Mai '10
Deutschlandtrend
Die Krise der schwarz-gelben Koalition ist auch eine Krise der Bundeskanzlerin. So verliert Angela Merkel zehn
Punkte an Zustimmung im Mai für ihre Arbeit. Nur noch 48 Prozent sind mit ihrem Regierungsstil zufrieden. Für die CDU-Politikerin ist dies zugleich der schlechteste Wert seit Herbst 2006.
Damit rutscht Merkel in der Politiker-Rangliste auf Platz 3 hinter
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (61 Prozent) und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (50 Prozent). Merkel steht nun fast auf Augenhöhe mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (47 Prozent).
Der Blick in die Welt
30. Mai '10
Maxxi-Museum in Rom eröffnet
Die Stadt der Liebe am Tiber, Rom, ist um eine Sehenswürdigkeit
reicher. Das Architekturmuseum Maxxi hat seine Tore geöffnet, das sich insbesondere der modernen Architektur widmet. Der imposante Entwurf stammt von Stararchitektin Hadid. Wie Margherita Guccione, Direktorin des neuen
römischen Maxxi-Architekturmuseums, betonte, ist das „Museum natürlich das
erste Kunstwerk in der Sammlung". "Das ist wichtig, weil Architektur
heute auch eine große Komponente beinhaltet, die mit Kommunikation zu tun hat.
Dieses Gebäude teilt die Absicht des Museums mit, sich mit Gegenwart zu
beschäftigen, beziehungsweise mit der Zukunft."

Gesellschaft
30. Mai '10
Das Wunder von Oslo
Lena Meyer-Landrut hat das neue Wunder für Deutschland vollbracht. Beim Eurovision-Song-Contest hat die 19 Jährige den zweiten Sieg in der Geschichte des Wettbewerbs für die Bundesrepublik errungen. Damit zählt das Fräuleinwunder, das 1991 in Hannover geboren wurde, bereits zu den bekanntesten Exporten aus unserem Land. Schon vor Ende der Abstimmung lag sie uneinholbar vorn. Sie sammelte
sogar in Ländern Punkte, die bislang kaum etwas für Deutschland übrig
hatten. Lena landete bereits nach der Veröffentlichung von "Satellite" auf Platz 1
der Deutschen Charts und
hielt sich dort über Wochen.
Kirche und Religion
30. Mai '10
Margot Käßmann kehrt zurück
Erstmals nach ihrem Rücktritt von allen ihren kirchlichen Spitzenämtern hat Margot Käßmann wieder einen Gottestdienst gehalten. 1.500 Besucher kamen in die Marktkirche in Hannover, um die Predigt der
ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD) zu hören. Bereits auf dem Ökomenischen Kirchentag in München wurde die charismatische Theologin von den Gläubigen wie ein Popstar gefeiert. Als Konsequenz nach ihrer Alkoholfahrt hatte Käßmann ihre Ämter niedergelegt. In die Schlagzeilen geriet Käßmann bereits mit ihrer Neujahrspredigt, in der sie den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr kritisierte.
> Margot Käßmann: Predigt im Neujahrsgottesdienst in der Frauenkirche Dresden
Der Blick in die Welt
29. Mai '10
Erstes Burka-Verbot in Spanien
Spanien hat ein erstes Burkaverbot durchgesetzt. Ab sofort müssen Frauen im katalanischen Lérida ihr Gesicht zeigen. Der Stadtrat der
katalanischen Stadt hatte ein Verbot des islamischen Vollschleiers in
öffentlichen Gebäuden ausgesprochen. Damit dürfen Frauen, die eine Burka tragen,
oder einen Nikab, bei dem nur die Augen zu sehen sind, nicht in Schulen
und Ämter. Der sozialistische Bürgermeister der Stadt erklärte, der
Schleier verstößt gegen die Würde der Frau. Burkaverbote gibt es bereits in Frankreich und Belgien. Die Tabula Rasa widmet sich aus aktuellem Anlaß dem Thema Islam.
> Peter Scholl-Latour: "Der Islam bietet die Lösung"> Notger Wolf: Statt von Glocken werden wir bald vom Muezzin geweckt
Gesellschaft
29. Mai '10
Fußball-EM 2016 in Frankreich
Nun ist es entschieden: Frankreich hat den Zuschlag für die Ausrichtung der Europameisterschaft im Jahr 2016 bekommen. Das Uefa-Exekutivkomitee gab den Franzosen um Präsident Sarkozy (Foto) den Vorzug vor den Bewerbern aus Italien und der Türkei. Das Turnier in sechs Jahren findet erstmals mit 24 Mannschaften statt. Frankreich will für das Fußballevent insgesamt 1,7 Milliarden Euro in zwölf Stadien investieren.
Politik
28. Mai '10
Interne Kritik: Rösler unter Beschuß
Zunehmend formiert sich in der Koalition Widerstand gegen die geplante
Gesundheitsprämie von Gesundheitsminister Philipp Rösler. Die Reform des FDP-Politikers sieht eine Erhöhung der Kassenbeiträge um bis zu 30 Euro vor. Selbst aus den Reihen der FDP heißt es zu diesen Bemühungen: "Wir sind nicht dafür gewählt worden, zusätzliche
Belastungen einzuführen." In der Tabula Rasa lesen Sie ein politisches Interview des Ministers.
> Politisches Interview
Gesellschaft
27. Mai '10
Apple überholt Microsoft
Unterschiedlicher kann die Philosophie nicht sein. Den jahrelang geführten Kampf um die Vorherrschaft am Computermarkt hat jetzt Apple, zumindest an der Börse, für sich entschieden. Der iPhone- und Mac-Hersteller überholte mit
seiner Börsenkapitalisierung erstmals den Erzrivalen Microsoft um Bill Gates (Foto). Zum Handelsschluß am 26. Mai erreichte Apple - trotz leichter
Kursverluste - einen Marktwert von gut 222 Milliarden Dollar, während der
Windows-Konzern nach einem Kurssturz von vier Prozent auf 219,2
Milliarden Dollar abrutschte

27. Mai '10
100. Todestag von Robert Koch
Bereits vor 100 Jahren zählte Robert Koch zu den Superstars der Medizin, denn er entdeckte den Erreger des Milzbrandes und den der Tuberkulose. Für seine Entdeckungen wurde er
1905 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Seine Arbeit
begründete die Bakteriologie, außerdem erkannte er die Wichtigkeit der
Hygiene für die Gesundheit. Am 27. Mai 1910 starb der Mediziner.
27. Mai '10
150. Jahre Malschule in Weimar
Vom 14. März bis 30. Mai 2010 präsentiert die Klassik Stiftung Weimar
anlässlich des 150. Gründungsjubiläums der Weimarer Kunstschule eine
hochkarätige Auswahl von rund 200 Werken im Neuen Museum Weimar,
darunter Gemälde von Gustave Courbet, Camille Corot, Theodor Rousseau,
Claude Monet sowie Hans Thoma, Carl Schuch, Paul Baum und Christian
Rohlfs.
> Hinaus in die Natur!
Gesellschaft
26. Mai '10
Der Deichgraf kehrt zurück
Still ist es um den Ministerpräsidenten von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), geworden. Einst meisterte er, ähnlich wie einst SPD-Altkanzler Helmut Schmidt, der 1962 als Hamburger
Innensenator ebenfalls eine große Flut zu bekämpfen hatte, die zwei großen Fluten von 1997 und 2002. Nunmehr könnte das Engagement von Platzeck als Deichgraf wieder nötig sein, denn die Oder-Flutwelle bahnt sich ihren Weg durchs Land. Ab sofort gilt die Hochwasseralarmstufe 4, die höchste. Es besteht die Gefahr von Überflutungen von
Dämmen und Deichen. Platzeck (Foto) hatte seinen Urlaub abgebrochen.
Kirche und Religion
26. Mai '10
Vatikan fördert Stammzellforschung
In Sachen Stammzellenforschung läßt der Vatikan normalerweise Vorsicht walten. Um so mehr überrascht es, daß die katholische Kirche auf diesem
Gebiet nun mit einer amerikanischen Pharma-Gesellschaft kooperieren will. Dies
gaben der Vatikan und die New Yorker biopharmazeutische Gesellschaft
"NeoStem" bekannt. Ziel der Kooperation ist es, für die Erforschung von Stammzellen
erwachsener Menschen zur Krankheitsbekämpfung zu werben. Die Forschung mit embryonalen
Stammzellen lehnt der Vatikan aber weiterhin strikt ab, nicht intervenierte er allerdings gegen die neuen Forschungserfolge von J. Craig Venter.
Gesellschaft
26. Mai '10
Wenn der Hund zur Waffe wird
Nach mehreren tödlichen Angriffen auf Kinder ist die Diskussion um gefährliche Hunde neu entflammt. Thüringens Innenminister hat vorgeschlagen, die Tiere in Gewichtsklassen einzuteilen und ab einer gewissen Größe Leinenzwang zu erteilen. Erfahrene Hundebesitzer wissen: Gefährlich wird es, wenn der Beutegreifer nicht mehr mit dem Schwanz wedelt, sondern starr sein Opfer fixiert, oder stocksteif hinter diesem herläuft. Bis zu 99 Prozent der Beißattacken finden in denjenigen Familien statt, zu denen der Hund gehört. Meist sind die Tiere schon über Monate genervt und frustriert, doch die Besitzer erkennen es nicht.

Gesellschaft
26. Mai '10
Die Leiden des Jogi Löw
Je näher die Weltmeisterschaft in Südafrika rückt, desto mehr Ausfälle hat Bundestrainer "Jogi" Löw zu beklagen. Nach Ballack und Rolfes ist nun auch Träsch verletzt. Joachim Löw gehen langsam die Kandidaten für das defensive Mittelfeld aus. Trotz der Ausfälle, die für deutsche Fußball-Fans einer Katastrophe gleichkommen, will der Bundestrainer niemanden nachnominieren. Zwar räumte auch Co-Trainer Flick ein, daß das verbliebene Personal für diese
Position „etwas dünn gesät“ ist, jedoch sei das Vertrauen in die vorhandenen
Kräfte groß genug.
Politik
26. Mai '10
Schlechte Zeiten für Schwarz-Gelb
Ein großes Imageproblem unter den Bürgern hat derzeit Schwarz-Gelb. Während Bundeskanzlerin Merkel im Nahen Osten auf Verkaufsreise ist, kommt die Union im neuen RTL-Wahltrend nur noch auf 32 Prozent der Stimmen und wiederholt damit den Negativrekord der vergangenen Woche. Die FDP um Guido Westerwelle schafft eine minimale Verbesserung
um einen Prozentpunkt. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf den FDP-Chef.
> Politik der Generation Ich
Politik
26. Mai '10
Roland Koch "hat fertig"
Er galt als Urgestein der CDU und als Gegenspieler der Bundeskanzlerin - der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Der Spitzenpolitiker sorgte am 25. Mai für eine Überraschung, als er seinen Rücktritt ankündigte. Mit Koch geht - nach Friedrich Merz - ein weiterer Wirtschaftsexperte der Union. Der konservative Flügel um Angela Merkel wird damit immer dünner. Nun soll der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) neuer
Ministerpräsident werden. Kritiker befürchten allerdings, daß mit dem Rücktritt Kochs, der in die freie Wirtschaft geht, die CDU endgültig ihr Profil verliert.
Gesellschaft
25. Mai '10
Immer mehr Studienabbrecher
25 Prozent der deutschen Studierenden brechen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ihr Studium ab. An Universitäten machen 32 Prozent keinen
Abschluß, an den Fachhochschulen hingegen sind es nur 20 Prozent. Unterscheide
gibt es auch zwischen den Geschlechtern: Während in den Sprach-
und Kulturwissenschaften mehr als zwei Drittel der Frauen ihr Studium
beenden, sind es bei den Männern nur 59 Prozent.
Gesellschaft
25. Mai '10
Die Facebook-Falle
Facebook will nach massiver Kritik seinen Usern einfachere
Kontrollmöglichkeiten ihrer persönlichen Daten an die Hand geben. Der Chef und
Gründer des Online-Giganten, Mark Zuckerberg (26), gab Fehler bei der
Verwaltung von privaten Daten zu. Zuckerberg geriet in die Kritik, weil seinem
Unternehmen vorgeworfen wurde, zu lax mit persönlichen Daten umzugehen. Der „Freundschaftsplattform“
drohten viele Mitglieder mit dem Ausstieg.
> Nietzsche on Facebook? - Postmoderne Welten des Philosophierens
Gesellschaft
25. Mai '10
Windhosen über Mitteldeutschland
Bei den schweren Unwettern der vergangenen Nacht ist ein
sechsjähriges Mädchen ums Leben gekommen. In mehreren Ortschaften in Sachsen und Brandenburg wurden
zudem große Schäden verursacht. Zunächst traf der Wirbelsturm die
Stadt Großenhain in Nordsachsen, wo die Windhose zahlreiche
Dächer abdeckte. Starker Hagel und Platzregen führten zu erheblichen
Verkehrsbehinderungen: Der Zugverkehr kam in der Region teilweise zum
Erliegen.
Finanz- und Kapitalmarkt
25. Mai '10
Euro unter Druck, Dax fällt
Keine Erholung auf den Aktienmärkten. So haben negative Vorgaben aus Übersee und Sorgen um die Verschärfung der
politischen Situation zwischen Nord- und Südkorea den deutsche Aktienmarkt und die
europäischen Börsen am Dienstag unter Druck gesetzt. Der Dax fiel in den ersten
Handelsminuten um 2,60 Prozent auf 5654,99 Punkte. Auch der Euro kennt derzeit nur eine Richtung - bergab.
Gesellschaft
25. Mai '10
Wann kommt die Flut?
Nach 1997 droht eine erneute Katastrophe an den Ufern der Oder. Viele Dämme sind gebrochen, Hunderte mußten bereits fliehen. Allein in Polen sind 15 Tote zu
beklagen. Das Hochwasser der Oder hat bereits vor den Toren Deutschlands für
Ausnahmezustände gesorgt. Schon jetzt sind deutsche Hilfsteams jenseits der
Grenze im Dauer-Einsatz. In Deutschland wird eine Verschärfung der Alarmstufen
zeitnah erwartet.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Politik
20. Mai '10
Merkel im Abwärtstrend
Die Euro-Krise hat dem Ansehen von Angela Merkel geschadet. Nach einer Emnid-Umfrage sind 63 Prozent der Befragten der Meinung, daß
die Kanzlerin ihre Regierung nicht mehr im Griff hat. In der Tabula Rasa können Sie nochmals Merkels Standpunkt zur Finanzkrise 2008 lesen.
> Angela Merkel: Vertrauen schaffen in Zeiten der Krise
Gesellschaft
20. Mai '10
Habermas kritisiert Politiker
Jürgen Habermas hat das Verhalten der
Volksvertreter in der Finanzkrise kritisiert. Wie er in der "Die
Zeit" betonte, hätten die deutschen Politiker keine Grundüberzeugungen und
schon gar keine politischen Visionen mehr. Die guten Absichten zur Bändigung des
Kasino-Kapitalismus scheiterten weniger an der Komplexität der Märkte
als am Kleinmut, so Habermas.
Gesellschaft
20. Mai '10
Der 100-Millionen-Euro-Raub
Fünf der weltweit bekanntesten Meisterwerke wurden aus dem "Musée
d'Art moderne" in Paris gestohlen. Dabei handelt es sich um einen Picasso, einen Matisse, einen Braque, einen
Modigliani und einen Leger. Der Wert der gestohlenen Gemälde wird auf mindestens 100 Millionen Euro geschätzt. Das städtische Museum liegt gegenüber vom Eiffelturm.
Politik
20. Mai '10
Der freie Fall der FDP
Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Laut der aktuellen Forsa-Umfrage kommt die schwarz-gelbe Koalition auf den
schlechtesten Wert seit zehn Jahren. Damals hatte die Parteispendenaffäre
um Ex-Kanzler Helmut Kohl die CDU ins Stimmungstief gerissen. Momentan erreicht die Union nur 32 Prozent, die
FDP hält sich nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Und die
Tendenz ist stark fallend. Derzeit sucht Merkel den Euro zu retten, doch wer rettet später die Kanzlerin?
Kunst und Künstler
19. Mai '10
Kokoschka in Halle
Das Museum Moritzburg in Halle zeigt ab dem 27. März Werke von Oskar Kokoschka zur Antike. Rund 80 Gemälde,
Drucke, Zeichnungen und Skizzenbücher sind zu sehen. Die Schau
"Oskar Kokoschkas Antike. Eine europäische Vision der Moderne" ist die erste mit Werken des expressionistischen Malers in der Saalestadt. Insbesondere in seinem Spätwerk hatte sich Kokoschka mit der Kultur der
griechischen Antike auseinandergesetzt.
> Mehr dazu lesen Sie hier
Kirche und Religion
11. Mai '10
Papst bezieht Stellung
Noch hatte das Oberhaupt der Katholiken nicht den portugiesischen Boden betreten, ließ er im Flugzeug verlautbaren, daß die katholische Kirche nach dem Mißbrauchsskandal nun Buße und Läuterung leisten muß. Ebenso
forderte Benedikt XVI. die katholische Kirche dazu auf, die Opfer
sexuellen Mißbrauchs um Vergebung zu bitten. Wie der Pontifex betonte, sind die Gründe für den
Mißbrauchsskandal nicht etwa außerhalb, sondern
innerhalb der Kirche zu suchen.
> Arbeitskreis Engagierter Katholiken in der CDU (AEK)
Politik
11. Mai '10
Schmidt contra Merkel
Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) hat die Führungslosigkeit der Europäischen Union
angeprangert und insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Saatschef Nicolas Sarkozy angegriffen. Wie Schmidt betonte, haben die beiden
Politiker durch ihr Zögern in der Griechenlandkrise die
Währungskrise verursacht. Nur deshalb seien die Kurse von
Staatsanleihen und Euro so dramatisch unter Druck geraten. In der Tabula Rasa denkt der SPD-Politiker über das Altwerden nach.
> Helmut Schmidt: Überalterung und Schrumpfung zwingen zum Umbau 
11. Mai '10
Rösler in Dresden
Bundesgesundheitsminister Rösler fordert eine bessere Bezahlung für
Hausärzte. Wie der FDP-Politiker betonte, müßten Gespräche mit Patienten sowie Hausbesuche großzügiger honoriert werden, wofür er ein Gesetz einbringen will. Rösler ist Gast auf dem Ärztetag in Dresden. Hauptthemen des Kongresses sind u. a. die Finanzierung des Gesundheitswesens
und der Ärztemangel auf dem Land.
> Politisches Interview
Gesellschaft
11. Mai '10
Deutscher Zeitungsmarkt stabil
Anders als in den USA, wo derzeit das Zeitungssterben grassiert, ist der Markt in der Bundesrepublik weitgehend stabil, so zumindest eine Studie, die der "Bundesverband
Deutscher Zeitungsverleger" in Auftrag gab. Während es in Amerika dramatische Einbrüche am Anzeigenmarkt gibt, die Auflagenverluste nach sich ziehen, sind die deutschen
Blätter in guter Verfassung. Immerhin 70 Prozent der
Erwachsenen in Deutschland greifen regelmäßig zur Tageszeitung.
Buchbesprechungen
07. Mai '10
Die Erinnerungen der Inge Jens
Inge Jens hat mit mit ihrem Buch "Unvollständige Erinnerungen" nunmehr ihre Memoiren
veröffentlicht, die sie seit der Alzheimer-Erkrankung ihres Mannes Walter
Jens aufgeschrieben hatte. In ihren "Erinnerungen" reflektiert sie über ihre Kindheit und Jugend, aber immer wieder kreisen ihre Gedanken auch um die schwere Erkrankung von Walter Jens. Die Tabula Rasa hat das Buch ihres gemeinsamen Sohnes Tilman rezensiert.
> Demenz: Der lange Abschied von Walter Jens und das Resümee seines Sohnes Tilman
07. Mai '10
Das Unrecht mit dem Unrecht
Die Geschichte, insbesondere die jüngste, geht zuweilen
seltsame Wege. Da wird in Jena zur Zeit ein Denkmal gebaut, das an die Opfer
der kommunistischen Diktatur in der alten Universitätsstadt erinnern, über den
dortigen aktiven Widerstand im real-existierenden Sozialismus Rechenschaft
ablegen soll. Und wenngleich dieses Denkmal noch gar nicht vollendet ist, regt
sich bereits jetzt intensives Unbehagen. Der
Bau – entworfen von der Weimarer Künstlerin Sibylle Mania – wird vor der
Gerbergasse 18 errichtet, wo früher die Stasi residierte.
> Und wieder ein neues Unrecht – Das Denkmal für die Stasi-Opfer in Jena
Feuilleton
07. Mai '10
40. Todestag von Nelly Sachs
Die deutsche Lyrikerin und Schriftstellerin Nelly Sachs wurde am 10. 12. 1891 in Berlin geboren. Schon als Kind kommt sie mit der deutschen Klassik in
Berührung. Mit 17 beginnt sie Gedichte im Stil des
literarischen Impressionismus zu schreiben, gefördert wird sie dabei von Stefan Zweig. Später hat sie sich mit dem Faschismus in Deutschland und mit ihren jüdischen Wurzeln, dem
Chassidismus und der Kabbala, auseinandergesetzt. 1940 flieht sie vor den Nazis nach Schweden, unterstützt von der Schriftstellerin Selma Lagerlöf. 1952 bekommt Sachs die Schwedische Staatsbürgerschaft; 1965 erscheint ihr Lyrikband "Späte Gedichte" und sie erhält den
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Am 12. Mai 1970 stirbt sie in Stockholm.
Feuilleton
07. Mai '10
205. Todestag von Schiller
Friedrich Schiller, er galt und gilt vielen als der Dichter und Denker der deutschen Sprache, der kaum seinen Schreibtisch, krankheitsbedingt, verlassen konnte, und dennoch belebte Bilder von fremden Gegenden poetisch erfand. Der Dichter des Sturm und Drang, der mit Goethe dann das Zeitalter der Weimarer Klassik einläutete, verstarb am 9. Mai 1805, schwer krank. Goethe wird den Tod des Freundes nie überwinden, wie Ernst Osterkamp in seinem Essay deutlich herausgearbeitet hat. Nach wie vor ist ungeklärt, wo sich der Schädel des Dichterfürsten findet, in seiner letzten Ruhestätte, auf dem Jacobsfriedhof in Weimar, ist er zumindest nicht.
> Was können wir von Friedrich Schiller lernen?> Ernst Osterkamp: Einsamkeit. Über ein Problem in Leben und Werk des späten Goethe 
Der Blick in die Welt
07. Mai '10
Stalin und kein Ende
Eigentlich denkt man, müßte der Kult um den sowjetischen Diktator Josef Stalin doch endlich auf den Müll der Geschichte gehören, eigentlich; Millionen sind seiner grausamen Herrschaft zum Opfer gefallen, Tausende wurden verschleppt, Tausende sinnlos ermordet. Auch in der Ukraine scheiden sich nach wie vor die Geister an Stalin, denn erst Mitte April wurde der Diktator von einem Gericht
schuldig gesprochen. Mit anderen Parteigrößen, so das Urteil der Richter, trage er die Verantwortung für die große Hungersnot, die in den
Jahren 1932 und 1933 über drei Millionen Ukrainer das Leben kostete.
Allerdings hindert dies Weltkriegs-Veteranen weiterhin nicht am Stalin-Kult. So enthüllten die Unbelehrbaren in der
Stadt Zaporoschje zu den Klängen der
sowjetischen Hymmne eine Bronzeskulptur des Despoten.
> Moskau: Stalins Enkel zieht vor Gericht
06. Mai '10
Spiegelzelt in Weimar eröffnet
Mit dem Auftritt des A-capella-Quartetts
"Maybebop" ist am 5. Mai das Spiegelzelt in Weimar in seine siebte
Saison gestartet. Bis zum 27. Juni bietet das Kleinkunstfestival 40
Vorstellungen mit 35 Künstlern aus den Bereichen Musik, Theater und Kabarett. Vertreten
im politischen Kabarett sind Jochen Busse und Henning Venske. Auch Schauspielerin
Katja Riemann ist dabei und interpretiert Texte der Schriftstellerin Sibylle
Berg mit Musik von Rammstein. Katharina Thalbach wird Liebeslieder singen und
Übersetzer und Rezitator Harry Rowohlt liest Texte der klassischen Literatur.
Kirche und Religion
06. Mai '10
Neuer Wirbel um Turiner Grabtuch
Der Streit um das legendäre Turiner Grabtuch geht weiter. Neueste Untersuchungen einer Gruppe von Forschern um Mark Spigelman und Charles Greenblatt vom
Sanford F. Kuvin Center von Infektionskrankheiten der hebräischen
Universität von Jerusalem deuten darauf hin, daß es sich beim Turiner Grabtuch
unmöglich um ein Leichentuch handeln kann, das aus der Zeit von Jesus Christus stammt, sondern das viel später gewebt wurde. Zu diesem Schluß kamen die Forscher, als sie ein anderes Grabtuch aus der Zeit zwischen 1 bis 50 untersucht haben, das einfacher gewebt war.
> Guido Horst: Auf dem Weg nach Turin
Feuilleton
06. Mai '10
250. Geburtstag von Hebel
Der weltweit gefeierte Johann Peter Hebel, der am 10. Mai 1760 in Basel geboren wurde, war nicht nur ein evangelischer Theologe und Erzieher, sondern vor allem einer der bekanntesten deutschsprachigen Dichter aus dem alemannischen Sprachraum Südbadens. Hebel gilt als der bedeutendste alemannische Mundartdichter, der sich mit seinen Alemannische(n) Gedichte(n), Für Freunde ländlicher Natur und Sitten und mit seinem Buch Der Rheinländische Hausfreund, Kalendergeschichten über mehrere Jahrgänge (1803–1811), eine große Leserschaft erobert hat.
Politik
05. Mai '10
Griechenlandkrise der Kanzlerin
Der Kanzlerinnen-Bonus sinkt in breiten Schichten der Wählerschaft.
Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die geplanten Finanzhilfen in
Milliardenhöhe für Griechenland in ihrer Regierungserklärung verteidigte, wird
das Rettungspaket von den Bundesbürgern kritisch betrachtet. Die Union verliert zwei Punkte in der Gunst der Wähler und
kommt nur noch auf 34 Prozent. Die Kanzlerin, die die letzten Jahre immer einen
komfortablen Vorsprung vor ihren Mitbewerbern hatte, büßt gar sechs
Prozentpunkte ein. Nur 48 Prozent der Deutschen würden Merkel derzeit zur
Kanzlerin wählen. Hingegen befinden sich SPD, Grüne und Linke im Aufwärtstrend, hätten
derzeit sogar eine Mehrheit.
Gesellschaft
05. Mai '10
Der teuerste Picasso der Welt
Am Kunstmarkt ist derzeit alles möglich, denn nach den schweren Zeiten der Rezession in den letzten zwei Jahren wird wieder kräftig in Kunst investiert. So erzielen die Bilder des im spanischen Malaga geborenen Pablo Picasso Höchstpreise. Sein Gemälde "Nackte, Grüne Blätter und
Büste" wurde nunmehr für 106 Millionen Dollar telefonisch ersteigert. Wie das Auktionshaus
Christie's in New York miteilte, ist dies mit Abstand die höchste Summe, die je bei
einer Versteigerung für ein Kunstwerk gezahlt wurde. Das Bild, das Picasso 1932 malte, war bislang im Besitz eines Sammler-Ehepaars, das dieses in
den 50er-Jahren direkt vom Künstler kaufte.

Feuilleton
04. Mai '10
MDR vergibt Literaturpreis
Der mit 5.000 Euro dotierte MDR-Literaturpreis ging in diesem Jahr an den 1983 in Frankfurt/Main geborenen Leif Randt. Die Auszeichnung bekam er für seine Kurzgeschichte "Lose
Spekulationen über Erotik im Kino", die von zwei jungen Leuten berichtet, die - trotz einer gewissen Nähe zueinander - schließlich doch kein Paar werden. Den zweiten Preis der Jury, dotiert mit 2.000 Euro, erhielt Florian
Wacker aus dem schwäbischen Göppingen. In seiner Geschichte "Rolling
home" erfährt der Leser von der schweren Krise eines Bundeswehr-Soldaten bei seinem Afghanistaneinsatz.
Der Blick in die Welt
04. Mai '10
280 Euro für Griechenland
Geteilt ist die Meinung hierzulande zu den Rettungsplänen für Griechenland. Sollte das von der Bundesregierung versprochene Darlehen angenommen werden, so kostet dieses den Steuerzahler 280 Euro jährlich. Finanzexperten sehen im Rettungspaket der Euroländer schon den wirtschaflichen Kollaps Griechenlands vorprogrammiert. Nicht nur die Wirtschaft steuert, so die Wissenschafter, auf einen Bankrott zu, sondern auch das politische System wird künftig auf eine harte Probe gestellt. Für viele deutsche Touristen rückt Griechenland als Sehnsuchtsziel damit wieder in weite Ferne, aber zumindest ist ihr Geld dann dort.
Der Blick in die Welt
03. Mai '10
Neue Drohungen aus dem Iran
Auf der UNO-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag hat Irans
Präsident Mahmud Ahmadinedschad schwere Vorwürfe gegen die USA gerichtet. Wie Irans Staatschef mitteilte, mißbrauchen die Vereinigten Staaten ihr Atomarsenal, um Länder ohne solche
Waffen zu bedrohen. Ahmadinedschad hat zugleich den Vorwurf zurückgewiesen, daß sein Land nach dem Besitz
von Nuklearwaffen strebt. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte Teheran auf, alle Resolutionen des Sicherheitsrates zu befolgen.
> Der Buhmann bangt
Kirche und Religion
03. Mai '10
Der Visionär Israels: Theodor Herzl
Am 2. Mai 1860 wurde der Schriftsteller, Publizist,
Journalist und der Begründer des modernen politischen Zionismus, Theodor Herzl,
in Pest, heute Budapest, geboren. Herzl organisierte 1897 den ersten
Zionistischen Weltkongreß in Basel, wo er zum Präsidenten der Zionistischen
Weltorganisation gewählt wurde. 1899 gründete er in London den „Jewish Colonial
Trust“, dessen Aufgabe die Bereitstellung finanzieller Mittel zum Ankauf von
Land im fernen Palästina war. 1900 publizierte Herzl seine Philosophischen Erzählungen. Und in seinem utopischen Roman Altneuland (1902) entwarf er seine
Vision eines künftigen Staates Israel.
Der Blick in die Welt
03. Mai '10
Putins Machtspiel im Kreml
Die derzeitige Nummer zwei Rußlands, Wladimir Putin, arbeitet intensiv an seinem Comeback 2012. Doch steht der charismatische Politiker und Sportsfanatiker derzeit auf der Negativ-Liste von "Reporter ohne Grenzen" ganz oben, flankiert wird der Ex-Geheimdienstchef vom chinesischen Präsidenten Hu Jintao. Die Organisation zählt beide zu den derzeit und weltweit 40 größten
Feinden der Pressefreiheit. Für beide Politiker gelte, daß sie staatliche Systeme repräsentieren, in denen die freie Meinungsäußerung nicht viel wert ist. Anlaß für den Bericht ist der "Internationale
Tag der Pressefreiheit", der heute gefeiert wird.

Kunst und Künstler
30. April '10
Der neue Boom am Kunstmarkt
Wie das "Handelsblatt" mitteilt, haben die Leute wieder Geld, Geld für den "Kunstmarkt". "Die neuen Reichen" sind "im Kauffieber", was nicht zuletzt einer verbesserten Stimmung auf den Aktienmärkten zu verdanken ist. So wurden allein bei einer Aktion in London 8,3 Millionen Euro für Werke aus den aufstrebenden
Wirtschaftsmächten ausgegeben. Es ist aber nicht so sehr der Nahe Osten samt seinem kaufkräftigen Magnatentum, der in das Kunstgeschäft einsteigt, sondern die Neureichen aus Asien, die sich gern mit dem Prestige edler Kunstwerke schmücken. In Shanhgai, Business-Megatown der Superreichen schlechthin, wurde gerade die Expo 2010 eröffnet, noch gigantischer als die Olympischen Spiele im vergangenen Jahr. Schöner kann Kommunismus nicht sein.
30. April '10
Althaus geht, Magna kommt
Thüringen war mit seinem CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus (2003-2009) nicht schlecht gefahren, anderen Bundesländern ging es weitaus schlechter. Althaus, Ziehsohn von Bernhard Vogel, hat sich am 30. April aus dem politischen Alltag verabschiedet. Der frühere Ministerpräsident ist inzwischen in das Management
des Autozulieferers Magna gewechselt. Althaus gehörte dem Thüringer Landtag 20 Jahre an. 2009 übereilten sich die Schlagzeilen: erst Skiunfall, bei dem eine Frau
ums Leben kam und er selbst schwer verletzt wurde, dann die
verlorene Landtagswahl und schließlich das lange Abschiednehmen von den Macht. Althaus, der nun in Wolfsburg
residiert, schließt ein Comeback in die Politik aus. "Das ist ein
voller Rückzug aus der Politik."
> Adieu Herr Althaus> Was lehrt uns Althaus' Schicksal? Ein Kommentar zur Lage
Der Blick in die Welt
30. April '10
Der Genozid am Beispiel Tibets
Im Genozid werden Menschen auf Grund von Eigenarten, sei es
Nationalität, sei es Religion, sei es Sprache oder sei es Hautfarbe
ermordet. Im kulturellen Genozid werden diese Menschen nicht umgebracht,
sondern dazu gebracht, ihre Eigenheiten abzulegen. Dies geschieht durch
Zwang, freiwillig oder historisch-natürlich. Das Paradebeispiel des
durch Zwangsmaßnahmen erreichten kulturellen Genozids gilt die
christliche Missionierung der indigenen Bevölkerung Schwarz-Afrikas und
Südamerikas.
> Der kulturelle Genozid am Beispiel Tibets
Der Blick in die Welt
30. April '10
Wann gibt's wieder Cuba Libre!
In einer der letzten Bastionen des real-existierenden Sozialismus, auf Kuba, wurden die rund 15.000 Delegierten der lokalen Volksräte gewählt. Die Wahlbeteiligung im kleinen Karibikstaat soll bei mehr als
acht Millionen gelegen haben. Die
Kommunalpolitiker werden alle zweieinhalb Jahre gewählt; am 2. Mai wird es einen weiteren Durchgang geben, denn dann soll es um jene Fälle gehen, in denen kein
Kandidat mindestens 50 Prozent der Stimmen erhalten hat.
> „Das ewige Floß“. Wohin treibt Kuba?
Gesellschaft
29. April '10
Königlicher Besuch bei Anne Frank
Einst war es der Zufluchtsort der Anne Frank, die "Prinsengracht 263". Heute ist es eine der berühmtesten Adressen in
ganz Amsterdam - das Anne-Frank-Museum. Und nun sind auch die kompletten Tagebuch-Aufzeichnungen für die
Besucher zugänglich. Königin Beatrix eröffnete einen
Raum mit fast allen erhaltenen Schriftstücken. Anlaß für den königlichen Besuch war das 50-jährige Bestehen des
Anne-Frank-Museums. Die damals
15-Jährige starb im Konzentrationslager Bergen-Belsen Anfang März 1945. Ihr
Tagebuch wurde mittlerweile in 70 Sprachen übersetzt und rund 35 Millionen
Mal verkauft.
Kirche und Religion
28. April '10
Neuer Glanz für Reformatoren
Wittenberg geht in die Offensive. Neuen Glanz sollen die Statuen des gelehrten Humanisten Philipp Melanchthon und seines langjährigen und engsten Freundes, Martin Luther, erhalten. Beide Statuen werden in drei Wochen restauriert, gesäubert und neu
versiegelt. Die Kosten von 1,2 Millionen Euro für das aufwendige Unterfangen teilen sich der Bund, das Land und
die Gemeinde gemeinsam. Zum Reformationstag am 31. Oktober sollen dann die geistigen Wegbegleiter der Reformation wieder auf dem Wittenberger Marktplatz stehen.
> Udo Kern: Zum Kritikpotential des Protestantismus 
28. April '10
Tucholsky Abend in Halle
„Merkt ihr nischt?“ nennt Gerd Berghofer seine Lesung am
Donnerstag, dem 29. April 2010, um 19:30 Uhr, in der Stadtbibliothek am
Hallmarkt
(Salzgrafenstraße 2). Anlässlich des 75. Todestages von Kurt Tucholskys
liest,
spricht und schnauzt Berghofer mit Witz, Ironie, Humor, mitunter bissig,
und eine Messerspitze
Bosheit gekonnt Gedichten, Satiren und Artikeln und Geschichten aus dem
Leben Kurt
Tucholskys.
> Kurt Tucholsky Abend in Halle
28. April '10
Uni-Ranking: TU Ilmenau gewinnt
Die Technische
Universität Ilmenau ist Sieger des Wettbewerbs der Hochschulinitiative
Neue Bundesländer „Campus und Stadt erleben“. Bei dem Wettstreit, an dem
17 ostdeutsche Hochschulen teilnahmen, wurde ihr Projekt als die beste
Idee zur nachhaltigen Verbesserung der Werbung und Betreuung von
Studieninteressierten prämiert. Die in enger Kooperation zwischen
Hochschule und Hochschulstadt erarbeiteten Vorschläge werden bei der
dreitägigen Veranstaltung „Campus Competition“ im Mai 2011 umgesetzt.
Verbunden mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 50.000
Euro.
Kunst und Künstler
28. April '10
Literatur-Tage in Chemnitz
Bis zum 28. April veranstaltet die Chemnitzer
Stadtbibliothek nunmehr die dritte Ausgabe der Literaturtage. Unter dem Titel
"Leselust" sind zahlreiche Lesungen geplant. Zu den Gästen zählen Schauspielerin
Katja Riemann und Fernsehjournalist Dirk Sager. Auch einige der erfolgreichsten
Schriftsteller der vergangenen Jahre, darunter Juli Zeh, Clemens Meyer und
Judith Hermann, werden ihre aktuellen Werke präsentieren. Der Sohn des
Schriftstellers Dieter Noll, Chaim Noll, wird ein Panorama der untergehenden
DDR vorstellen. Und der Strittmatter-Biograf Günther Drommer wird einen Text
über die Schuld der Väter-Generation und das Verhältnis der Nachgeborenen lesen.
Finanz- und Kapitalmarkt
27. April '10
Auch Selbständige unter den Opfern
Nur jeder sechste Deutsche kann sich vorstellen, selbständig zu
sein. Dies ist das Resulat einer Umfrage des Direktvertriebsunternehmens Amway und des Entrepreneurship Centers der Ludwig-Maximilians-Universität München
(LMU). Die Umfrage zeigt, daß die Deutschen das Risiko scheuen, ihr
eigenes Unternehmen zu gründen. So sind unter den 17 Prozent der
Befragten, die für diesen Schritt offen sind, nur drei Prozent ganz sicher, sich vorstellen, ihr eigener Chef zu sein. Dagegen antworteten 14 Prozent mit „eher schon“. Nur ein Drittel
aller Befragten hält die Selbständigkeit für eine
attraktive Beschäftigungsform. Für 70 Prozent bleibt sie „riskant“.
27. April '10
Van-der-Velde-Bau eröffnet
Nach zweijähriger Bauzeit wurde in Weimar das Van-de-Velde-Gebäude
wiedereröffnet. Ab April 2010 soll es wieder als Sitz der Fakultät Gestaltung
der Bauhaus-Universität dienen. Das Bauwerk war zwischen 1905 und 1906 erbaut
worden. Es gehört zu einem Ensemble von Kunstschulbauten, deren Bedeutung die
UNESCO im Jahr 1996 durch den Welterbestatus würdigte.
Kunst und Künstler
27. April '10
Halle im Händelfieber
Die Saalestadt Halle ist im Händelfieber. So sind drei Monate vor Beginn der Festspiele 2010 60
Prozent der Karten verkauft. Vom 3. bis 13. Juni stehen in Halle rund 80 Veranstaltungen rund um den berühmten Sohn der Stadt auf dem
Programm. Mehr als 40.000 Besucher werden erwartet. 2009,
als der 250. Todestag des Barockkomponisten gefeiert wurde, kamen
57.000 Besucher.

Gesellschaft
27. April '10
Springer plant "Spiegel"-Gegenoffensive
Es ist die Stunde von Ex-Spiegelchef Stefan Aust, der seinem ehemaligen Arbeitgeber den Rauswurf nicht verzeiht. Der Start eines neuen Nachrichtenmagazins als "Spiegel"-Konkurrenz scheint nur noch eine
Frage der Zeit zu sein. Nach Informationen von MEEDIA wird die Axel Springer AG mit aller Sicherheit Mehrheitsgesellschafter bei dem neuen Zeitschriftenprojekt, das derzeit noch den Arbeitstitel "Die Woche" trägt. Das Heft soll dann sonntags erscheinen und von einer rund 100 Köpfe starken Mannschaft in Berlin produziert werden. Geplanter Marktstart ist das zweite Quartal. Das Investmentvolumen im
ersten Jahr soll rund 50 Millionen Euro betragen.
Gesellschaft
26. April '10
Neue Richtlinien gegen Mißbrauch
Derzeit beraten die Bischöfe der katholischen Bischöfe aus ganz Deutschland in Würzburg über
neue Richtlinien beim Umgang mit Fällen von sexuellem Mißbrauch.
Diskutiert wird auch darüber, ob jeder Verdachtsfall sofort den
staatlichen Behörden gemeldet werden soll. Gnade vor Recht? Oder: Recht vor Gnade? In letzter Zeit wurde immer wieder darüber reflektiert, ob bei den Mißbrauchsfällen das kirchliche Recht über dem Strafrecht als letzte Instanz stehen darf. Ein Ergebnis wird für Juni erwartet.
Kunst und Künstler
26. April '10
Schlingensief probt "Intolleranza 1960"
Für den an Krebs erkrankten Christoph Schlingensief ist die Oper "Intolleranza 1960" von Luigi Nono ein Schlüsselwerk für das 20.
Jahrhundert. Der Theater- und Filmregisseur, der 1960 in Oberhausen geboren wurde, will das Werk im Mai in Brüssel aufführen. Die derzeitigen Proben versteht er als eine begleitende
Forschungsarbeit zu seinem Operndorf, das derzeit in Burkina Faso
entsteht. Wie Schlingensief betonte, hat Nono mit seiner
sozial engagierten Musik ein politisches Statement gegen Rassismus und
staatliche Gewalt verfaßt.
Der Blick in die Welt
26. April '10
Super-Gau vor 24 Jahren
Am 26. April 1986 kam es zum Super-GAU im Kernkraftwerk
Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat, als Folge einer
schwerwiegenden Kernschmelze und Explosion im Reaktor Tschernobyl Block 4. Der GAU gilt bislang als die schwerste
nukleare Havarie und als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen, auch ist die
Zahl der Krebserkrankungen in den Folgejahren dramatisch gestiegen.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Gesellschaft
26. April '10
Die Memoiren von Frau Dutschke
Gleichwohl die Witwe von Rudi Dutschke noch keinen Verlag für ihre Memoiren gefunden hat, hat sie doch schon einen Titel. "Gerettet werden" - so will Gretchen
Dutschke-Klotz ihre Memoiren nennen, die bereits ein Buch über ihren Mann, den Studentenführer, geschrieben hat. Nach dem Tod von Dutschke lebte sie in Dänemark und in den
USA; sie arbeitete als Sekretärin und bei einem Steuerberater.
26. April '10
Island war kein Einzelfall
Gerade hat sich Europa vom Vulkanausbruch in Island erholt, der den europäischen Flugverkehr für Tage lahmgelegt hat, prognostizieren Wissenschaftler schon, daß sich ein derartiges Ereignis in 50 Jahren wiederholen könnte. Auf dem europäischen Kontinent gibt es viele Vulkane, die ausbrechen könnten, so der Ätna auf Sizilien und der Vesuv bei Neapel.
Kirche und Religion
26. April '10
Der stille Ausverkauf
Die Mißbrauchsskandale haben nicht nur dem Ansehen der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit geschadet, sondern auch zu einer neuen Austrittswelle geführt. Wie Recherchen der "Frankfurter Rundschau" belegen, verließen im März und April deutlich mehr Menschen die
römisch-katholische Kirche als je zuvor. Insbesondere in den Großstädten sind gravierende Austritte zu verzeichnen. Vielerorts hat sich die Zahl verdoppelt
oder gar verdreifacht, Kernländer sind insbesondere der Süden
und der Westen Deutschlands.
Politik
26. April '10
Özkans Kampf gegen das Kreuz
Die designierte niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) hat einen neuen Kruzifix-Streit ausgelöst: Christliche Symbole gehörten ihrer Meinung nach nicht an
staatliche Schulen, so die 1971 geborene Politikerin. Mittlerweile hat sich auch ihr Mentor Christian Wulff distanziert. Ein CSU-Politiker hatte Frau Özkan darauf hingewiesen, sich zu überlegen, ob sie in der
christlichen Partei richtig sei.
> Frau Özkan sollte Toleranz üben
Kunst und Künstler
26. April '10
Beliebt für Fälscher - Frida Kahlo
Wie die Kunsthändlerin Mary-Anne
Martin gegenüber der Zeitung "Welt am Sonntag" betont, sind die Bilder der mexikanischen Malerin Frida Kahlo bei Fälschern beliebt. Manche Fälschungen sind sogenannte Pasticcios, die
Elemente aus verschiedenen Bildern enthalten, um so den Eindruck zu erwecken, daß es sich hierbei um ein bisher unbekanntes Werk der Künstlerin handeln könnte. Am 30. April wird im Berliner Gropius-Bau eine Frida-Kahlo-Retrospektive eröffnet. Zu sehen sind allerdings "nur" Originale.
Gesellschaft
24. April '10
Der ernste Janosch
Der Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller Janosch, der derzeit auf Teneriffa lebt, kann auch anders. So hat die "Süddeutsche
Zeitung" eine neue Karikatur des Künstlers, der eigentlich Horst Eckert heißt, veröffentlicht. Auf dieser ist ein katholischer Geistlicher zu sehen, der einem kleinen Jungen an
die Hose greift und spricht: "Und so vergebe ich mir deine Sünden,
Amen." Der Schrifteller, der bald 80 wird und selbst eine Jesuitenschule besuchte, verkündete vor einer Woche, daß er keine Bücher mehr schreiben will.
Gesellschaft
24. April '10
Neuer Glanz für Woddy Allen
In letzter Zeit sorgten sie für Verwirrungen - das französische Präsidentenpaar Sarkozy, die Gerüchteküche brodelte. Carla Bruni - einst Model und Sängerin - wird nun eine Nebenrolle im neuen Film von Woody Allen spielen. An der Seite von Frankreichs Nummer zwei stehen als Filmpartner Marion Cotillard und Owen Wilson.
Im Film mit dem Titel "Mitternacht in Paris" steht ein junges Paar im Mittelpunkt, dessen Leben durch eine Reise nach Paris aus den Fugen gerät; es geht aber auch um die Illusion, daß ein anderes Leben besser wäre.
Feuilleton
23. April '10
Welttag des Buches
Seit 1995 ist der 23.
April Welttag des Buches und fällt damit mit dem Todestag von William Shakespeare und mit dem des spanischen Dichters
Cervantes zusammen. Bezugnehmend auf den Welttag hat die Schriftstellerin Cornelia Funke darauf hingewiesen, daß Buchkunst und Digitalisierung in der Zukunft nicht voneinander zu trennen sein werden. Das Buch wird weiter seine Leser finden, die Internetmedien aber auch; es kommt daher darauf an, beide miteinander zu verschmelzen.

Gesellschaft
23. April '10
In den Fängen der Justiz
Für den 76-jährigen Regisseur Roman Polanski wird eine Abschiebung immer wahrscheinlicher. Der weltbekannte Künstler scheiterte nun auch im zweiten Anlauf vor einem
Berufungsgericht in den USA. Er hatte versucht, dort einen Prozeß
gegen ihn in Abwesenheit zu führen. Polanski wird beschuldigt,
1977 ein minderjähriges Mädchen sexuell mißbraucht zu haben, weshalb er in der Schweiz unter Hausarrest steht. Mit seinem Gerichtsantrag versuchte er seine drohende Abschiebung zu verhindern.
Der Blick in die Welt
23. April '10
Raus aus Afghanistan
Ab 2011 will die Bundesregierung die ersten Soldaten aus Afghanistan
abziehen. Dies teilte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Berlin mit. Noch im Jahr 2010 soll damit begonnen werden, die Verantwortung für die
Sicherheit am Hindukuch an die Afghanen zu übergeben. 2014 soll dieser Prozeß dann aber abgeschlossen sein.
> Politik der Generation Ich
Gesellschaft
22. April '10
Facebook greift Google an
In naher Zukunft wird es zu einem internen Kampf unter den Plattformen von Facebook und Google kommen, denn wer bereits eine Website hat, darf zukünftig die Funktionen von Facebook auf
seiner Internetpräsenz mit einbinden. Das soziale Netzwerk Facebook, 2004 von Mark Zuckerberg gegründet, kopiert damit eine Erfolgsstrategie des Suchmaschinen-Konzerns Google. Und der Clou für
Facebook ist, daß das Unternehmen wertvolle Daten von Nutzern fernab der
Freundschafts-Plattform erhält. Das Unternehmen hat derzeit schon mehr als 400 Millionen registrierte Nutzer. Damit ändert Facebook seine bisherige Strategie, denn
bislang durften Entwickler nur kleine Programme schreiben, die dann auf der Facebook-Webseite eingebunden wurden. Die User konnten so ihre Googlemail-Nachrichten
abrufen, ohne Facebook zu verlassen.
Gesellschaft
22. April '10
Die Kopfpauschale für Schüler
Die Ausbildung eines Schülers an öffentlichen Schulen
kostete im Jahr 2007 durchschnittlich 5.000 Euro – so eine Berechnung des Statistischen
Bundesamtes in Wiesbaden. Die Ausgaben sind damit um 100 Euro im Vergleich zu
2006 gestiegen. An allgemeinbildenden Schulen wurden 5.400 Euro pro Schüler
benötigt, an Berufsschulen dagegen nur 3.600 Euro. Für einen Schüler an einer
Förderschule hingegen beliefen sich die Kosten auf mehr als 13.000 Euro. Bei
dieser Berechnung wurden die Ausgaben für Personal, Sachaufwand und
Investitionen berücksichtigt.
Gesellschaft
22. April '10
Rücktrittsgesuch von Mixa
Der Bischof von Augsburg und seit 2000 auch als Militärbischof fungierende Walter Mixa (geb. 1941 in Oberschlesien) hat die Konsequenzen um seine Person gezogen. Nachdem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, und der Münchner Erzbischof Marx Mixa eine Auszeit vorgeschlagen hatten, um sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, hat dieser nun dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Diesen Schritt begründete er mit der Verantwortung für sein Bistum; Mixa wurde vorgeworfen, Jugendliche geschlagen zu haben. Die bayerische CSU begrüßte die Entscheidung ihres Würdenträgers. Ob Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch annimmt, darf allerdings bezweifelt werden.
Feuilleton
21. April '10
100. Todestag von Mark Twain
Am 21. April vor hundert Jahren (1910) starb Mark Twain, eigentlich
Samuel Langhorne Clemens. Unter seinem Pseudonym Twain ist er als vor allem als
Autor der Bücher über die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn bekannt
geworden. Twain selbst gehörte dem amerikanischen Realismus an und galt als
Kritiker der sozialen Verhältnisse in der damaligen amerikanischen Gesellschaft.
Aufgrund seiner scharfzüngigen Kritik wurde der Schriftsteller über die
Landesgrenzen hinaus berühmt. Immer wieder beschreibt Twain in seinen Werken
den alltäglichen Rassismus. Und fast immer durchschauen seine Protagonisten die
Heuchelei und Verlogenheit der herrschenden Verhältnisse.

Gesellschaft
21. April '10
Ex-IOC-Chef Samaranch ist tot
Juan Antonio Samaranch ist im Alter von 89 Jahren in seiner Heimatstadt Barcelona gestorben. Der spanische Politfunktionär galt als umstritten, Verstrickungen in unseriöse Geschäfte, Korrpution und Kommerzialisierung des internationalen Sports wurden ihm vorgeworfen. Samaranch wurde 1966 Mitglied des Interantionalen Olympischen Komitees (IOC) und war Sportminister unter Diktator Francisco Franco. Am 16. Juli 1980 wurde er als siebter Präsident des IOC Nachfolger von Michael Morris; 2001 folgte ihm nach 21 Jahren in diesem Amt der Belgier Jacques Rogge.
Kunst und Künstler
21. April '10
Kampf um Berliner "Tacheles"
Nun fordert auch der Berufsverband Bildender Künstler, daß
das "Tacheles" in Berlin erhalten bleibt. So haben die Künstler an
das Land Berlin appelliert, das Gelände im Zentrum der Hauptstadt bei der
drohenden Zwangsversteigerung zu erwerben. Das außergewöhnliche Areal mit
Künstlerateliers, Ausstellungsräumen, Kino und Theatersaal sollte weiterhin der
Kunst erhalten bleiben und der Kultur der Hauptstadt zur Verfügung stehen. Das Tacheles mußte im vergangenen Jahr
Insolvenz anmelden; der Eigentümer will das Haus nun räumen lassen und das
Gelände zwangsversteigern.
> Kunsthaus Tacheles von Geldgier bedroht
Gesellschaft
21. April '10
Die E-Mail-Lüge
In einer großangelegten Untersuchung mit Studenten haben Forscher der Universität New Jersey herausgefunden, daß E-Mail-Schreiber seltener die Wahrheit sagen. Die Wissenschaftler bestätigten, daß das Lügen in E-Mails den Usern leichter fällt als in handgeschriebenen Briefen. Begründet wurde das empirische Projekt damit, daß die
elektronische Kommunikation als viel unpersönlicher empfunden wird, wodurch die User sich weniger zum moralischen Handeln verpflichtet fühlten.
Gesellschaft
21. April '10
Die Milliarden des Steve Jobs
Der US-Konzern Apple ist weiter auf dem Vormarsch. Ein wahres finanzielles Feuerwerk verdankt das Unternehmen dem Verkaufserfolg des Smartphones iPhone. Im zweiten Quartal
des Geschäftsjahres 2009/2010 konnte das Unternehmen einen mehrstelligen Milliardengewinn verbuchen. So haben sich - im Vergleich zum Vorjahr - Umsatz und
Gewinn jeweils fast verdoppelt. Apple-Chef Steve Jobs spricht bereits von
neuen Produkten.
Gesellschaft
21. April '10
"Ossifizierung" der Bundeswehr
Es ist - blickt man auf die Auslandseinsätze der Bundeswehr - seit langem bekannt, daß überdurchschnittlich viele Soldaten aus Ostdeutschland kommen. Wie der Historiker Michael Wolffsohn betonte, sei die schlechte ökonomischen Situation für den Zustrom von Soldaten aus den neuen Ländern verantwortlich. Wolffsohn spricht sogar von einer "Ossifizierung" der Bundeswehr, auch sei die die deutsche
Armee eine "Unterschichtenarmee"
Gesellschaft
20. April '10
Olbertz neuer HU-Präsident
Die renommierte Berliner Humboldt-Universität hat einen neuen Präsidenten gewählt.
Vom Hochschulkonzil wurde Jan-Hendrik Olbertz zum Nachfolger von
Christoph Markschies gewählt, der sich nicht zur Wahl gestellt hatte. Markschies, der eine Professur in der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität innehatte, will sich verstärkt seinen theologischen Studien zur Spätantike widmen. Olbertz ist seit 2002 Kultusminister von Sachsen-Anhalt, er hatte Lehraufträge an den Hochschulen in Halle und Bielefeld.

Gesellschaft
20. April '10
Erfinder des Computers wird geehrt
Am 20. April beginnt zu Ehren des Erfinders des Computers das Konrad-Zuse-Jahr. Der aus Berlin stammende Erfinder konstruierte 1941 bereits den weltweit ersten funktionsfähigen Computer mit
Relais. Konrad Ernst Otto Zuses (1910-1995) Leben und Werk steht im Mittelpunkt zahlreicher Ausstellungen, Vorträge und Workshops. Verstärkt soll dadurch auf den Pionier der sicherlich wichtigsten Erfindung des 20. Jahrhunderts aufmerksam gemacht werden. Zuse gelang es jedoch nie, seine epochemachende Erfindung in Deutschland
als Patent anzumelden. Darüber empört, hat er sich nicht der Technik, sondern der Kunst und Malerei gewidmet.
Kunst und Künstler
20. April '10
Dresdner Albertinum wird übergeben
Am 20. April wurde das Albertinum in Dresden offiziell den Staatlichen Kunstsammlungen übergeben. Die Restaurierung des im Renaissancestil errichteten Museums ist jedoch noch nicht ganz angeschlossen; Ende Juni soll das Albertinum aber dann als Museum der Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart wiedereröffnet werden. Die Sanierungsarbeiten hatten fast sechs Jahre gedauert. Künftig werden im Gebäude die Skulpturensammlung und die Galerie Neue Meister zu sehen sein.
Kunst und Künstler
19. April '10
Otto Dix Gemälde für Gera
Ein weiteres Gemälde hat die Kunstsammlung Gera für ihre Otto-Dix-Sammlung erhalten. Das Haus bekam als Dauerleihgabe "Die Heilung
des Blinden (Christus als Arzt)", das 1945 entstand. Dix (1891-1969) hatte das 58 mal 72 Zentimeter große Bild in
einem Kriegsgefangenenlager in Frankreich für den Lagerarzt Lambert
Heussen gemalt. Nach ihrer Entlassung
aus dem Lager 1946 verblieb das Gemälde im Besitz des Arztes, der 2001 verstarb. Seine Tochter hat es nun der Kunstsammlung in Gera übergeben, die mit rund 450 Werken eine der größten Otto-Dix-Sammlungen
in Deutschland ist.
Gesellschaft
19. April '10
Neo Rauch und "Rammstein"
Der gerade fünfzig Jahre alt gewordene Leipziger Künstler Neo Rauch hat sich gegenüber dem Magazin "Rolling Stone" auch zur 1994 in Berlin gegründeten deutschen Rockband Rammstein geäußert. Wie Rauch betonte, müsse das "Gift" mehr zwischen den Zeilen durchsickern. Persönlich findet Rauch das Böse-Sein-Wollen von Rammstein manchmal zu dick
aufgetragen. Er hingegen würde seine Alpträume niemals eins zu eins
auf die Leinwand bringen. Rauch, der gerade mit zwei Ausstellungen in Leipzig und München glänzt, hatte für die aktuelle Ausgabe des
"Rolling Stone" zwei Titelbilder gemalt.
Gesellschaft
19. April '10
Der Fall Oberst Klein
Lange mußte er den Kopf hinhalten, der deutsche Oberst Klein. Ein Minister trat zurück, ein weiterer kam in Bedrängnis, der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, nahm seinen Abschied, selbst die Bundeskanzlerin hatte sich diese Angelegenheit zur Chefsache gemacht. Nun hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen Oberst Klein wegen des
Luftangriffs von Kundus eingestellt. Zur Begründung hieß es, daß Klein und sein Flugleitoffizier weder gegen die Vorschriften des Völkerstrafgesetzbuches noch
gegen die Bestimmungen des Strafgesetzbuches verstoßen hätten.
> „Kein Schießbefehl: Soldaten müssen in Recht und Ordnung eingehegt bleiben“
Kirche und Religion
19. April '10
450. Todestag von Melanchthon
Der 1497 im Bretten geborene Gelehrte Philipp Melanchthon
war wie sein Weggefährte Martin Luther (1483-1546) Humanist und Reformator.
Mehrere der von ihm verfaßten Schriften gehören zu den grundlegenden
Bekenntnisschriften der Reformation. Schon als Zwölfjähriger hatte er
ein Studium in Heidelberg begonnen, später ging Melanchthon nach Tübingen, wo er bis 1518 weiter studierte und
lehrte. 1518 folgte er einem Ruf an die Universität
Wittenberg, wo er den Lehrstuhl für Griechisch innehatte. Melanchthon wurde in der Wittenberger Schloßkirche (1560)
beigesetzt.

Kirche und Religion
19. April '10
Wanke bittet um Entschuldigung
Der Erfurter Bischof Joachim Wanke hatte in einem Hirtenbrief am Wochenende die Opfer von sexuellem
Mißbrauch in der katholischen Kirche um Entschuldigung gebeten. Wanke erklärte, daß es eine "besonders
bittere Tatsache" sei, "daß solche Taten in unserer Kirche passiert sind". [...] "Ein falsch verstandenes Ansehen der
Kirche darf nicht über das Leid der Opfer gestellt werden", erklärte
der Bischof.
> "Woher kommt das Böse?"
Kunst und Künstler
19. April '10
Neues von Rosa Luxemburg
Im Jahr 1902 trübte sich die Zusammenarbeit zwischen Rosa Luxemburg und dem
Publizisten Franz Mehring - der Grund für das Zerwürfnis war bislang unklar. Nun haben Wissenschaftler einen Brief entdeckt, worin sich die überzeugte Kommunistin darüber beschwert, daß der damalige Chefredakteur der "Leipziger
Volkszeitung", Mehring, einen ihrer Artikel "zusammengestrichen und verstümmelt"
hatte. Diese Korrektur führte letztendlich dazu, daß der Artikel nie veröffentlicht wurde. Die Biographin von Rosa Luxembrug, Annelies Laschitzka, betonte,
daß der Fund des Briefes "Gold wert" sei.
Feuilleton
19. April '10
"Plötzlich sind wir alle Zuschauer"
Während Aristophanes in "Die Wolken" sich über die sokratische Philosophie lustig machte, sieht "FAZ"-Mitherausgeber Frank Schirrmacher in der isländischen "Wolke" ein Schreckensszenario sondergleichen, das auf die Technologieabhängigkeit des modernen Menschen und seine Hilfsbedürftigkeit in einer durchtechnisierten Welt verweise. Wie die Datenflut im Internet, so Schirrmacher, den Menschen bedrohe, verweise diese "Wolke" auf die bevorstehende Gefahr, wenn die "menschliche Antwort auf die Maschine" nicht mehr möglich ist.
Gesellschaft
19. April '10
Görlitz im Gönnerrausch
Seit 16 Jahren
bekommt die sächsische Stadt Görlitz von einem anonymen Gönner immer Ende April eine halbe Million Euro. Das Geld, so die Bedingung des Unbekannten, muß in die Sanierung von Baudenkmälern
fließen - und sein Name darf nicht veröffentlicht werden. Mittlerweile haben die Görlitzer Peterskirche, die Synagoge und die
Turmuhren am Rathaus schon von den Spenden profitiert. Über soviel Großzügigkeit kann man nur staunen.
Kunst und Künstler
18. April '10
Gerhard Hoehme in Chemnitz
In den Kunstsammlungen in Chemnitz sind Gemälde und Objekte aus der Hand des Künstlers Gerhard Hoehme
(1920-1989) zu
sehen. Die Schau präsentiert unter dem Titel
"Malerei ist eine Struktur" unterschiedliche Werkphasen dieses
Protagonisten der deutschen Nachkriegskunst. Der in Greppin, bei Dessau, geborene Künstler gilt als wichtiger Vertreter der Abstrakten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit 1951 beschäftigte sich Hoehme mit der informellen
Malerei in der Nachfolge von Jean Dubuffet. 1960 erhielt er eine Professur an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf, wo
er bis 1985 lehrte. Zu seinen Schülern gehörten Sigmar Polke und Chris Reinecke.
Kunst und Künstler
18. April '10
Unbekannte Zeichnung von Kirchner
Eine bisher unbekanntes Werk vom Maler Ernst Ludwig Kircher wurde nun in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" veröffentlicht. Auf der schwarzweiß Skizze ist ein Platz im schweizerischen Davos
zu sehen, auf dem sich eine dichtgedrängte Gruppe drängt und zum Hitlergruß
den rechten Arm erhebt. Die Skizze ist das bislang einzige Zeugnis dafür, daß sich der Expressionist mit der Thematik des Nationalsozialismus künstlerisch auseinandersetzte. Kirchner hatte 1938 Selbstmord begangen.

Kunst und Künstler
17. April '10
Vortrag zu Anselm Kiefer
Die Klassik Stiftung Weimar und die Kirchengemeinden Weimars laden am
Sonntag, 18. April 2010, 11 Uhr, zur letzten Veranstaltung der Matinée
»Sichtbarer Glaube« in das Schlossmuseum ein. Mit der im Jahr 1977
entstandenen Arbeit »Engel mit Palette« von Anselm Kiefer steht zum
ersten Mal das Werk eines zeitgenössischen Künstlers im Zentrum des
Kunstgesprächs. Kiefer hat sich intensiv mit den Folgen des
Nationalsozialismus beschäftigt. Seine Werke sind zudem geprägt von
mythologischen und religiösen Themen.
> Weltschmerz schlägt Ware
Kunst und Künstler
17. April '10
Mascha Kaléko im Portrait
Im Rahmen einer lyrisch-musikalischen Darbietung erwecken die
Schauspielerin Paula Quast und der Musiker Henry Altmann das lyrische
Werk der Literatin Mascha Kaléko am Donnerstag, 22. April 2010, 19 Uhr,
im Festsaal des Stadtschlosses zu neuem Leben. Die Gedichte Kalékos –
zeitweise in aller Munde, zuweilen aber auch ganz vergessen – zeugen vom
Leben einer ungewöhnlichen Frau. Charakteristisch für die Arbeiten von
Mascha Kaléko ist ihre schnörkellose direkte Sprache mit
ironisch-zärtlichem, aber auch melancholischem Ton.
> Lyrisch-musikalischer Abend zeichnet ein Porträt der Literatin Mascha Kaléko
Gesellschaft
17. April '10
Sind wir noch Papst?
Anne Wills "Late Night" stand gestern ganz im Zeichen der Mißbrauchsskandale. Heftig wurde über den deutschen Papst, die Rolle der Frau in einer erneuerten Kirche, über Homosexualität und über notwendige Reformen in der Institution diskutiert. Gott, so ließ sich zwischen den Tönen entnehmen, stand nicht in der Kritik, nur eben mit seinen Stellvertretern wollten sich die Gesprächspartner nicht anfreunden. Die TV-Kritik der Tabula Rasa lesen Sie hier.
> "Benedikts Schweigen, sind wir noch Papst?"> Martin Lohmann: Pflege des antirömischen Affekts
Kunst und Künstler
17. April '10
Neo Rauch wird 50
Er gilt nicht nur hierzulande als Superstar – der Leipziger
Neo Rauch. Nicht nur in den USA verkaufen sich seine Werke zu horrenden
Preisen. Rauch, der nun seinen 50. Geburtstag feiert, war der erste Deutsche,
der im berühmten Museum of Modern Art in New York eine Einzelausstellung hatte.
Ihm zu Ehren würdigen das Leipziger Museum der Bildenden Künste und die
Münchner Pinakothek der Moderne den Künstler mit einer Doppelausstellung unter
dem Titel "Begleiter". Gezeigt werden jeweils 60 Werke aus allen
Schaffensperioden. Der runde Geburtstag war für das New Yorker Time Magazine
ein treffender Anlaß, die Messestadt Leipzig auf die Liste der 30
besuchenswertesten Städte in diesem Jahr zu setzen. Am 18. April wird die
Ausstellung in Leipzig eröffnet.
Der Blick in die Welt
15. April '10
Müller kämpft gegen "Diktatur"
Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller hat die Europäische Union gerügt, Rumänien so schnell in die Staatengemeinschaft aufgenommen zu haben. Wie die Schriftstellerin betonte, sei diese Aufnahme ein Zeichen von Naivität, denn die EU-Verantwortlichen hätten die "durchtriebenen" Verhältnisse im Land nicht gut genug gekannt oder sogar ignoriert. Für Müller findet in Rumänien derzeit eine zweite "Diktatur" statt. Die Netzwerke des Geheimdiensts "Securitate" funktionieren nach wie vor. Die Literatin kündigte an, auch in Zukunft über die Mißstände aufmerksam zu machen, zumal ihre Stimme nach der Preisverleihung nunmehr international gehört wird.

Kirche und Religion
15. April '10
Hans Küng kritisiert Vatikan
Reformtheologe Hans Küng, "Unfehlbar?", hat sich in einem Brief an die Bischöfe der katholischen Kirche gewandt. Küng, der unter Johannes Paul II. seine Lehrerlaubnis verlor, aber weiterhin an seinem "Projekt Weltethos" arbeitet, schrieb: "Geben Sie Ihren Gläubigen Zeichen der Hoffnung und Ermutigung und
unserer Kirche eine Perspektive." Wie Küng betonte, er war ehemals Kollege von Ratzinger beim Zweiten Vatikanischen Konzil, leidet die Kirche derzeit unter einem historischen Vertrauensverlust, und er warnte zugleich, daß die
Folgen der in den vergangenen Wochen bekannt gewordenen
Mißbrauchsskandale für die Kirche verheerend sein werden.
Der Blick in die Welt
15. April '10
Das Beben und der Tod
Nach dem schweren Erdbeben im Westen Chinas ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen. 620 Einwohner verloren ihr Leben. Inzwischen konnten Helfer zwar mehr als 1.000 Menschen
aus den Trümmern bergen, doch die Rettungsarbeiten verzögern sich immer wieder, weil viele Straßen entweder zerstört oder nach Erdrutschen blockiert
sind. Die Tabula Rasa fragt: Bestimmen Katastrophen unser Leben?
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Kunst und Künstler
13. April '10
Voltaire in der Händelstadt
Am Donnerstag, dem 15. April 2010, um 19.30 Uhr, lädt das
Stadtmuseum Halle zu einem Vortrag aus der Reihe „Kamingespräche“ in das
Christian-Wolff-Haus, Große Märkerstraße 10 ein. Der Vortrag ist Teil der Ausstellung „Voltaire & Candide“
und widmet sich dem Philosophen und Schriftsteller Voltaire und seinem
satirisch-philosophischen Roman „Candide“ von 1759.
> Kamingespräch zu Voltaire im Christian-Wolff-Haus
13. April '10
Robert und Clara Schumann
Zu einem Vortrag lädt die Freundesgesellschaft des Goethe- und
Schiller-Archivs e. V. am Donnerstag, 15. April 2010, 18 Uhr, in das
Schiller-Museum ein. Wolfgang Seibold spricht über die Beziehung von
Robert und Clara Schumann zu Weimar. Anhand von Bild- und
Klangbeispielen stellt der Musikwissenschaftler einzelne Besuche vor,
unter anderem zwei Begegnungen bei Goethe, die erste gemeinsame
»Künstlerfahrt« des frisch verheirateten Paares Robert und Clara
Schumann 1841 sowie das Oktober-Konzert 1854, in dem Clara Schumann
unter der Leitung von Franz Liszt das Klavierkonzert ihres Gatten
spielte.
> Vortrag beleuchtet die Beziehung von Robert und Clara Schumann zur Klassikerstadt
13. April '10
Manfred Osten spricht über Nietzsche
Morgen, Mittwoch, 14. April 2010, 18 Uhr, lädt die Klassik Stiftung
Weimar zu einem Vortrag des bekannten Autors und Publizisten Manfred
Osten in das Kolleg Friedrich Nietzsche ein. Osten geht der Frage nach,
ob es sich bei Goethes Homunculus bereits um ein Wesen auf dem Weg zu
jenem Menschen handelt, den es im Sinne Nietzsches zu »überwinden« gilt.
In den von Nietzsche gerühmten Gesprächen mit Eckermann hat Goethe die
Gestalt seines Homunculus erläutert und als ein durch Menschwerdung noch
nicht »beschränktes und verdüstertes Wesen« beschrieben.
> Manfred Osten spricht über Nietzsches Übermensch und Goethes Homunculus 
Kunst und Künstler
13. April '10
"Classical Brit Awards"
Man mag es kaum glauben, Benedikt XVI. konkurriert mit der britischen Mezzo-Sopranistin Faryl Smith, gerade 14 Jahre alt, im Wettbewerb um die "Classical Brit Awards". Im Rennen ist die Platte "Alma Mater", auf der, neben der Stimme des Papstes, Kirchenmusik zu hören ist. Die begehrte Auszeichnung wird am 13. Mai in London vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten bereits die russisch-österreichische Opernsängerin Anna Netrebko (geboren 1971) und der Dirigent Sir Simon Rattle, der der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker war. Die Classical BRIT Awards finden jährlich in Großbritannien statt. Es handelt sich um eine Preisverleihung im Bereich der klassischen Musik. Sie sind das Equivalent zu den BRIT Awards der Populärmusik.
Feuilleton
13. April '10
Bräunig-Preis für Lindhorst
Der Aufbau Verlag und die Textmanufaktur haben einen neuen Preis ins Leben gerufen. Der Literaturpreis erinnert an den Autor Werner Bräunig (1934-1976), der mit seinem Roman "Rummelplatz" einen der wichtigsten Romane der Nachkriegszeit in Deutschland vorlegte. Nun wird Johannes Lindhorst als erster mit dem 5 000 Euro dotierten Preis geehrt. Der 1960 geborene Autor erhält diesen für einen bislang nicht veröffentlichen Auszug aus seinem Roman "Niemandsland". Zur Begündung hieß es: "Hier handelt es sich um ein großes Werk aus der Endphase der DDR, das mit sprachlicher Dichte und großer Skurrilität ausgestattet ist."
Gesellschaft
13. April '10
Pulitzer-Preis für Onlinemedium
Das Printmedium und das Internet - beide kämpfen um Anerkennung beim Leser, mittlerweile ist es ein spannungsreicher Kampf um die Quote geworden. So beliebt das Internet und der Onlinejournalismus auch sein mögen, für viele bleiben nach wie vor die Printmedien und ihre Publikationen weitaus wichtiger. Um so mehr erfreut es nun, daß der begehrte Pulitzer-Preis erstmals an eine gemeinnützige
Online-Nachrichtenorganisation gegangen ist. Die Plattform "ProPublica" engagiert
sich in erster Linie für einen investigativen Journalismus bei gesellschaftlich
relevanten Themen.
Kirche und Religion
13. April '10
Wo war Gott?
Immer wieder stellt sich die Frage, ob man elementare Katastrophen wie Erdbeben oder Orkane als Strafe Gottes oder als Manifestation einer transzendenten Macht begreifen kann. So viel ist sicher, gleichgültig lassen die Naturgewalten niemanden. Doch konsequenzlogisch zeigt sich, daß von den Miseren oft die Hochreligionen profitieren. Simon Winchester zieht in seinem neuen Buch „Der Tag, an dem die Welt zerbrach“ Parallelen zwischen Katastrophe und Religion. Auch die Tabula Rasa macht sich ihre Gedanken zu diesem Thema.
> Zur Philosophie der Erschütterung
Feuilleton
12. April '10
Ringelnatz-Preis für Kirsten
Der in Weimar lebende Dichter Wulf Kirsten wird am 24. April den mit 15 000 Euro dotierten Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Preis erhalten. Zur Begründung der Jury hieß es, daß Kirsten "wie Ringelnatz auch das Kleine, Unscheinbare" achte. "Als poetischer Landvermesser erkundet er die Natur und unsere Lebenswelt." Die Laudatio hält der ehemalige Ministerpräsident Thüringens, Bernhard Vogel. Zu den früheren Preisträgern zählten Peter Rühmkorf und Wolfgang Biermann, aber auch Robert Gernhardt und Barbara Köhler.
Kirche und Religion
11. April '10
Der Kreuzzug des R. Dawkins
Die Vorwürfe gegen Benedikt XVI. erreichen nunmehr eine wahrhaft tragische Komik. Nun wollen doch tatsächlich zwei Autoren, die bekennenden Atheisten Richard Dawkins ("Der Gotteswahn") und Christopher Hitchens ("Der Herr ist kein Hirte, Wie die Religion die Welt vergiftet"), Rechtsmittel einlegen, um
den Papst bei seinem Besuch auf der grünen Insel im September beim Betreten britischen Bodens gefangen nehmen zu lassen.
Beide Autoren haben bereits Kontakte zu
Menschenrechtsanwälten aufgenommen, um die Möglichkeit der
Gefangennahme des Papstes zu prüfen. Wirft man dem Stellvertreter "Gotteswahn" vor, so ist dieses englische Autoren-Vorhaben ein eigentlicher Wahn, allerdings ein äußerst widersinniger.

Gesellschaft
11. April '10
Ade Schweinegrippe
Von einer globalen Pandemie mit erschreckendem Ausmaß war die Rede, die Medien überboten sich in Hiobsbotschaften und steigerten sich in gewaltige Horrorszenarien. Kaum ein Tag, an dem nicht über die Schweinegrippe spekuliert wurde, die Menschheit, so die Prognose, stand kurz vor der Vernichtung. Doch die düsteren Prophezeiungen haben sich nicht erfüllt. Nach einem Jahr medialer Dauerreflexion ist sie aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Zum Glück haben wir jetzt einen teuer erkauften Impfstoff, doch den interessiert auch jetzt kein Schwein mehr. Zumindest hat doch einer an der Möglichkeit profitiert - die Pharmaindustrie. Und in Anbetracht von "Deutschland ein Wintermärchen" ist auch die Rede vom Klimakollaps in weite Ferne gerückt.
Gesellschaft
11. April '10
Buchenwald: Befreiung vor 65 Jahren
Am 11. April 1945 wurde das KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar von den ehemaligen Häftlingen befreit. In Gedenken warnte der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge, vor
"Hardcore-Egoismus" in der heutigen Gesellschaft. Wie Knigge hervorhebt, gibt es eine zunehmende Tendenz zu einem sozialdarwinistischen Denken. Zur Gedenkfeier am 11. April erwartet die Gedenkstätte etwa 120 Zeitzeugen, darunter
rund einhundert ehemalige Häftlinge und zwanzig Veteranen der US-Armee.
Kunst und Künstler
10. April '10
Streit in der Wagner-Familie
Iris, Wolf Siegfried, Nike und Daphne
Wagner werden bei der Trauerfeier des langjährigen Leiter der Bayreuther
Festspiele, Wolfgang Wagner, nicht teilnehmen. Sie zeigten sich damit mit ihrem Cousin
Gottfried Wagner solidarisch, der nicht zum Festakt eingeladen wurde. Vor Jahren hatte Gottfried
Wagner mit seiner Kritik am Antisemitismus des Komponisten Richard Wagner
für Aufsehen gesorgt. Darüber hinaus forderte er, die Archive des
Festspielhauses zu öffnen, um die Rolle der Familie in der NS-Zeit zu
klären.
Gesellschaft
10. April '10
Facebook und die "Freunde"
Die aus dem thüringischen Friedrichroda stammende Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt hat eindringlich davor gewarnt, soziale Netzwerke wie Facebook und StudiVZ zu überschätzen. Wie die Politikerin betonte, hat es etwas sehr Beliebiges, wenn Facebook-Kontakte nunmehr "Freunde" genannt würden. "Ein paar hundert digitale Kontakte können keine Freundschaften sein." Facebook hat sich in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Kontaktplattformen entwickelt.
Der Blick in die Welt
10. April '10
Grabtuch in Turin zu sehen
Es ist eines der kostbarsten und berühmtesten Heiligtümer der christlichen Welt. Nun ist das legendäre Turiner Grabtuch erstmals wieder seit zehn Jahren im Turiner Dom zu besichtigen. Mit über drei Millionen
Pilgern wird gerechnet, darunter - Anfang Mai - auch Benedikt XVI. Viele Gläubige halten das gelbliche Tuch für das Grabtuch des Messias, in welchem Jesus
von Nazareth nach seiner Kreuzigung beigesetzt wurde.
Der Blick in die Welt
10. April '10
Polnischer Präsident tödlich verunglückt
Der polnische Präsident Kaczynski ist bei einem Flugzeugabsturz in
Rußland ums Leben gekommen. An Bord der Unglücksmaschine waren 132 Passagiere. Niemand hat den Absturz überlebt, so die Aussage des Gouverneurs von Smolensk mit. Kaczynski wollte zusammen mit seiner
Frau und einer polnischen Delegation an einer Gedenkveranstaltung für
die Opfer von Katyn teilnehmen.

Politik
09. April '10
Das Kreuz mit dem Kreuz
Für die Wahl in Nordrhein-Westfalen sagen Demoskopen vier Wochen vor der Entscheidung eine Patt-Situation voraus, in der die SPD eine Sonderrolle spielen könnte, denn gegen sie gibt es derzeit keine realistische Mehrheit. Also muß sich die Partei entscheiden: Entweder will sie Juniorpartner unter Rüttgers werden, oder begibt sie sich in ein Linksbündnis - Risiko nicht ausgeschlossen. Wie schwierig die Lage für den Wähler ist, daran erinnert die Tabula Rasa in einem Beitrag zur letzten Bundestagswahl.
> Das Kreuz mit dem Kreuz
Gesellschaft
09. April '10
Fernseh-Konsum nimmt zu
99 Minuten sehen Kinder in Deutschland täglich Fernsehen, so eine Prognose von Marktforschern von "media control". Noch vor einem Jahr waren es vier Minuten weniger. Mittleweile hat das weibliche Publikum das männliche überholt. Mädchen saßen im Schnitt sieben Minuten länger vor dem Bildschirm. Die Zahlen beziehen sich dabei auf eine Altergruppe zwischen drei und dreizehn Jahren. Der meistgesehene Sender ist Super RTL, gefolgt vom Kinderkanal KI.KA aus Erfurt.
09. April '10
Mit Liszt und ohne Tücke
Nike Wagner feiert den Geburtstag ihres Ururgroßvaters – und
ganz Thüringen feiert mit! 200 Jahre wird Franz Liszt im nächsten Jahr alt und
200 Veranstaltungen, darunter das Thüringen-Festival „Überlisztet" und die
Thüringer Landesausstellung „Franz Liszt. Ein Europäer in Weimar", werden
aus Anlass dieses Jubiläums im nächsten Jahr in Thüringen stattfinden.
Kunst und Künstler
09. April '10
325. Geburtstag von Händel
Am 23. Februar 1685 wurde der große Sohn der Stadt Halle geboren. Zum Anlaß des 325. Geburtstages von Georg Friedrich Händel wurde am 19. Februar im Händel-Haus in Halle eine neue Sonderausstellung eröffnet, die bis zum 9. Mai geöffnet ist. Gezeigt werden 16 Originaldokumente, darunter sein Taufbuch, seine
Uni-Matrikel und das "Dokument zur Bestallung als Organist am Dom".
> Georg Friedrich Händel
Kirche und Religion
09. April '10
Woher kommt das Böse?
Angesichts von Tod, Terror, Leid, Hunger und kriegerischen Konflikten weltweit stellt sich immer wieder die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt. Woher kommt das Böse? Wer hat es verursacht? Wie ist die Vorstellung von einem gerechten Gott mit dem Leid in der Welt vereinbar? Die Tabula Rasa widmet sich diesen Themen. Lesen Sie dazu zwei Interviews mit Bischof Joachim Wanke und dem Theologieprofessor Jürgen Moltmann.
> "Woher kommt das Böse?"> Warum macht die Hoffnung uns lebendig?
Gesellschaft
09. April '10
Altersarmut im Osten befürchtet
Ein sorgenfreies Leben im Alter wird für viele Rentner in den neuen Bundesländern
immer seltener und schwerer. Wie eine Studie des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung verdeutlicht, wird für einen Großteil der Senioren
ab 2020 das Ende des Berufslebens gleichbedeutend mit einem Abstieg in die
Armut sein. Für viele von ihnen wird dann das Geld kaum zum Leben reichen. Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt weiß mehr.
> Überalterung und Schrumpfung zwingen zum Umbau 
Feuilleton
07. April '10
Der Fall Ernst Moritz Arndt
Die Universität Greifswald behält weiterhin ihren Namen -
"Ernst-Moritz-Arndt-Universität". Der Senat der Hochschule lehnte eine Namensänderung mit 22 zu 14 Stimmen ab. Studentenvertreter wollten per Antrag die Grundordnung
der Universität ändern und den Zusatz "Ernst Moritz Arndt" streichen. Arndt
gilt zwar als deutscher Patriot, aber auch als aggressiver Nationalist,
der sich im 19. Jahrhundert kritisch gegenüber Frankreich und dem Judentum äußerte.
> Rassist und Antisemit oder Patriot und Gelehrter?> Es gibt keine "Uni ohne Arndt"
Gesellschaft
07. April '10
Kein Ende um Stasi-Diskussion
Auch zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer bleibt zumindest eins aktuell, die Diskussion um und über die Stasi. So unterstützt auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer Vorschläge, die
Stasi-Überprüfungen wieder auszuweiten. Wie der Politiker hervorhob, sei es immer noch erstaunlich, welche Flut an Informationen immer noch auftaucht. Obwohl Böhmer davon ausgeht, daß sich dieses Thema spätestens in den kommenden Generationen erledigen werde, sei es aber derzeit immer noch notwendig, nach ehemaligen Aktiven zu suchen. Nur wenn die Täter von einst entlarvt sind, könnte endlich ein Schlußstrich unter diese Debatte gezogen werden.
> Lutz Rathenow: Birthler muss weitermachen
Kunst und Künstler
07. April '10
Neue Bauhäuser in Dessau
Architekten aus ganz Europa hatten sich für den Wiederaufbau der beiden im Zweiten Weltkrieg zerstörten Anwesen der Bauhaus-Vertreter
Walter Gropius und Laszlo Moholy-Nagy beworben. Nunmehr geht der Wiederaufbau an die Adresse des Berliner
Büros "Bruno Fioretti Marquez", für das sich die Jury
einstimmig entschieden hatte, so der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau,
Philipp Oswalt. Wie Oswalt hervorhob, sollen die beiden Gebäude nicht originalgetreu
rekonstruiert werden, sondern es wird sich dabei um eine zeitgenössische Umsetzung des
historisch Gegebenen handeln. Buchautorin und Kennerin des Bauhauses, Annette Seemann, erinnert an die große Tradition in der Tabula Rasa.
> Adolf Meyer (1881-1929) - die rechte Hand von Walter Gropius (1883-1969)
Kunst und Künstler
06. April '10
Der Fall Leibovitz
Noch immer befindet sich Annie Leibovitz in den Fängen der
Finanzbranche. Die Fotografin, die vergangenes Jahr eine große Ausstellung in Berlin hatte, wurde von einer
Investmentgesellschaft verklagt. Das Unternehmen verlangte
800.000 Dollar für die Vermittlung neuer Kreditgeber. Nur mittels dieser Hilfe wurde der drohende Bankrott der Künstlerin abgewendet. Anfang des Jahres teilte Leibovitz mit, daß sie ihre Schulden umverteilt habe und damit den drohenden Verlust von Bildrechten
abgewendet hatte. Das Archiv der Künstlerin umfaßt rund 100.000 Papier-Abzüge
und eine Million Negative, darunter viele Porträts von Prominenten.
> Das Wort "Star" mag sie nicht
Politik
05. April '10
Brüderles Angst vor "Elena"
Bundeswirtschaftsminister Brüderle plant die zentrale Speicherung von
Arbeitnehmerdaten deutlich zu reduzieren. Vor allem kleine und mittlere
Unternehmen sollen von der elektronischen Meldepflicht befreit werden. Brüderle
hat nunmehr erhebliche Zweifel an der Praxistauglichkeit der geplanten
Datenbank "Elena". Das System sollte dem Bürokratieabbau dienen, hatte
aber datenschutzrechtliche Bedenken hervorgerufen. Beim Bundesverfassungsgericht
wurden in den letzten Tagen Beschwerden von rund 20.000 Bürgern gegen
"Elena" eingereicht.
Kunst und Künstler
05. April '10
Leipzig fördert Mahler-Festival
Vom 17. bis 28. Mai 2011 veranstaltet das
Gewandhaus ein in Europa und über die europäischen Grenzen hinweg einmaliges
Mahler-Festival, bei dem alle seine zehn Sinfonien gespielt werden. Aus
Anlass seines 100. Todestages am 18. Mai 2011 wird Leipzig so in den knapp
zwei Wochen zum Zentrum der Mahler-Pflege.Gustav Mahler trat im Alter von 26 Jahren
im Juli 1886 die Stelle des Zweiten Kapellmeisters am Leipziger Stadttheater
als Kollege von Arthur Nikisch an.
> Leipzig fördert Mahler-Festival 2011 
Gesellschaft
05. April '10
Führungswechsel an HU Berlin
Der derzeitige Kultusminister von Anhalt-Sachsen, Jan-Hendrik Olbertz, hat gute Chancen, daß er im kommenden Jahr Präsident der Berliner Humboldt-Universität werden könnte. Der parteilose Politiker sei von einer Findungskommission sowie vom
Kuratorium einstimmig nominiert worden. Olbertz habe die Gremien mit
seiner Haltung für sich eingenommen, daß die Lehre ein zentraler Aspekt
der Universität ist.
Politik
04. April '10
Zu Guttenberg und der Krieg
Nun hat auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach dem tödlichen Gefecht in der Nähe von Kundus von einem "Krieg" in Afghanistan gesprochen, wo früher nur von "kriegsähnlichen Zuständen" die Rede war. Der CSU-Politiker erklärte, daß man nunmehr "umgangssprachlich von Krieg reden" kann. Die Kritik an der deutschen Strategie am Hindukusch wies der CSU-Politiker jedoch zurück. In der Tabula Rasa lesen Sie nochmals die Neujahrspredigt von Margot Käßmann, die damals für Furore sorgte.
> Predigt im Neujahrsgottesdienst in der Frauenkirche Dresden
Kirche und Religion
04. April '10
Urbi et Orbi in Rom
Das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI., hat im traditionellen Ostergottesdienst auf dem Petersplatz zu Frieden und Eintracht in einer von Gewalt,
Diskriminierung und Terror geprägten Welt aufgerufen. Wie der Pontifex betonte, müsse die in der Welt grassierende „Kultur des Todes“ überwunden werden. Zu den Mißbrauchsskandalen in Deutschland hat er sich nicht geäußert.
> Enzyklika Deus caritas est
Gesellschaft
04. April '10
Frohe Ostern wünscht die Tabula Rasa
Liebe Leserinnen und Leser, die Tabula Rasa, Die Kulturzeitung aus Mitteldeutschland, wünscht Ihnen allen ein gesundes und friedvolles Osterfest. Wir danken unseren Lesern, die immer öfter unsere Webseite besuchen. Für die Osterfeiertage steht Ihnen, wie gewohnt, unser komplettes Archiv zum Nachlesen und Stöbern zur Vefügung. Viele Autoren haben uns bislang unterstützt, Ihnen gebürt Dank für das kleine Projekt, das vor eineinhalb Jahren das Licht der Welt erblickte. Seien Sie herzlich gegrüßt, und bleiben Sie uns gewogen, Ihr Dr. Stefan Groß.
04. April '10
Kirchenvater Augustinus im Ersten
Ostersonntag und Ostermontag strahlt die ARD, jeweils 13.15 Uhr, einen Zweiteiler über den Kirchenvater Augustinus aus. Der einflußreichste Theologe der Spätantike fand selbst erst spät zum Christentum. Augustinus
(354-430) gilt im christlichen Abendland als einer der wichtigsten Denker, über dessen Philosophie und Theologie auch heute noch viel diskutiert wird. In der katholischen Lehre und im Denken von Papst Benedikt XVI. spielt der Denker aus Afrika und spätere Bischof im afrikanischen Hippo eine bedeutende Rolle.
> Die Geschichte des Begriffs der Toleranz
Politik
04. April '10
Kanzler der Einheit wurde 80
Alt-Kanzler Helmut Kohl, geboren am 3. April 1930 in Ludwigshafen, wird 80. Keiner hat die CDU so intensiv geprägt wie der Kanzler der deutschen Einheit und der Europäischen Union. Kohl war 25 Jahre Parteivorsitzender, 16 Jahre lang regierte er Chef im Bonner Kanzleramt. Bis 1998 war er die Nummer eins, dann erreichte seine Union noch noch 35,1 Prozent der Wählerstimmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, sein Mädchen, hat Kohl bis heute nicht verziehen, daß er in der CDU-Spendenaffäre geschwiegen hat. Auch in derzeitig geführten Umfragen (ARD-Deutschland-Trend) erhält Kohl Zuspruch. So sind 59 Prozent der Deutschen der
Überzeugung, daß der in Oggersheim zurückgezogen lebende Kohl ein guter Kanzler war. Nur 33 Prozent sind nicht dieser Meinung.
> Rainer Eppelmann - Markus Meckel: Die Revolution der Pastoren 
Der Blick in die Welt
02. April '10
Afghanistan: Blutiger Karfreitag
Drei Soldaten der Bundeswehr sind bei einem gut vorbereitetem Großangriff radikaler Aufständiger in Afghanistan ums Leben gekommen. 200 Taliban-Kämpfer
hatten eine Patrouille der Bundeswehr attackiert, als diese - gemäß ihrem Auftrag - Minen
entschärfen wollte. Neben den drei Toten wurden weitere acht Bundeswehrsoldaten verletzt. In der Tabula Rasa schreibt Afghanistan-Experte Christoph R. Hörstel über den sinnlosen Krieg am Hindukusch.
> Afghanistan in Blut und Chaos
Kirche und Religion
02. April '10
Lehmann wittert Kumpanei
Der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Prof. Dr. mult. Karl Kardinal Lehmann, erhebt den Vorwurf, daß sich seine Kirche lange Zeit mehr um die Täter als um die Opfer gekümmert habe. In der "FAZ" schreibt der Mainzer Bischof, daß es im Umgang
mit den Mißbrauchsfällen in der Vergangenheit eine Kumpanei
gegeben habe, wie sie in manchen geschlossenen Systemen möglich ist.
Insgesamt sieht Lehmann die katholische Kirche durch die unschönen Enthüllungen
der vergangenen Wochen in eine tiefgreifende Krise geraten. Auch der Augsburger Bischof Walter Mixa gerät zusehends unter Druck.
> Karl Kardinal Lehmann: „Was dagegen über allen Preis erhaben ist, das hat eine Würde."
Kirche und Religion
01. April '10
Der Kardinal und die Schuld
Der österreichische Kardinal Christoph Schönborn, ein enger Vertrauter von Benedikt XVI, hat in einem Bußgottesdienst die Schuld der katholischen Kirche am Mißbrauch von Kindern
eingestanden. Während der Messe mit dem Titel "Ich bin wütend, Gott"
betonte der Geistliche, der vor Jahren eine Diskussion über das Intelligent-Design ausgelöst hat, daß sich die Kirche des Verschweigens und
Vertuschens schuldig gemacht hat.
> Schöpfung gegen Evolution – und kein Ende?
Politik
01. April '10
Politbarometer: FDP in der Krise
Über zwei Drittel der Bundesbürger sind derzeit mit der
schwarz-gelben Koalition nicht zufrieden, nun ist der Tiefstand nach fünf Monaten "gemeinsamer" Arbeit erreicht.
Trotz allgemeiner Unzufriedenheit in der Bevölkerung halten 67 Prozent Angela Merkel für eine gute Kanzlerin.
Während Karl-Theodor zu Guttenberg und Guido Westerwelle an
Sympathie verlieren, gewinnt Gesundheitsminister Philipp Rösler an Punkten.
> Philipp Rösler: Politisches Interview
Gesellschaft
31. Maerz '10
Zahl der Arbeitslosen sinkt
Eine erfreuliche Meldung kommt dieser Tage aus Nürnberg, von der Bundesanstalt für Arbeit. Nach dem Bericht ist die Zahl der Erwerbslosen im Monat März
weitaus stärker gesunken als dies von Experten erwartet wurde. Damit ist die Zahl um 75.000 Menschen
im Vergleich zum Februar gefallen. Die Arbeitslosenzahl ist erstmals seit einem Jahr auch im Vorjahresvergleich wieder zurückgegangen.
Experten sprechen nun schon vom "deutschen Jobwunder".
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?> De felicitate.
Der Blick in die Welt
31. Maerz '10
Religionskrieg in Nigeria
Bei mehreren Angriffen muslimischer Nomaden auf christliche Dörfer sind
in Nigeria über 500 Menschen mittlerweile getötet worden. Die Unruhen ereigneten
sich im zentralen Bundesstaat Plateau in der Nähe der Stadt Jos.
Vertreter der Behörden sprachen von einer "schrecklichen" Tat, viele
der Opfer sind Frauen und Kinder.
> Religiöse Imagination des Eigenen und Fremden 
Kirche und Religion
31. Maerz '10
Der Papst und das Zölibat
Wenngleich Benedikt XVI. derzeit das Zölibat vehement verteidigt, gab es Zeiten, in denen sich der ehemalige Kardinal eine Abschaffung des
Zölibats durchaus vorstellen konnte. Dies legt zumindest ein internes
Memorandum der katholischen Kirche aus dem Jahr 1970 nahe, das der
"Frankfurter Rundschau" vorliegt. Gemeinsam mit acht Kollegen hatte der damalige Theologieprofessor Ratzinger die
deutschen Bischöfe aufgefordert, sich im Vatikan für eine ergebnisoffene
Prüfung des Eheverbots für Priester einzusetzen. Die vom mittlerweile verstorbenen Theologen Karl Rahner initiierte Denkschrift läßt das
Ziel erkennen, das Priesteramt für verheiratete Männer zu öffnen.
> Hermeneutik des Verdachts
Der Blick in die Welt
31. Maerz '10
Die Macht der Gotteskrieger
Nach Einschätzung der Internationalen Schutztruppe Isaf könnten die Taliban in Afghanistan mindestens auf 25.000 bis 36.000 Kämpfer zählen. Nur 900 von ihnen sind Befehlsgeber, unterstrich der Chef der Abteilung zur Reintegration von Taliban im Isaf- Hauptquartier in Kabul. Die Isaf will abtrünnigen Kämpfern beim Neustart helfen, lesen Sie einen Text von Christoph Hörstel zur Lage im Land und den sarkastischen Brief von Henryk M. Broder an Guido Westerwelle im Spiegel.
> Die Nato auf dem Weg ins Desaster, Die aktuelle Lage in Afghanistan> Offener Brief an Guido Westerwelle
Gesellschaft
30. Maerz '10
Einheitsdenkmal in Berlin
Wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann befindet, spricht die große Zahl interessierter Künstler für das Projekt, denn für das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin sind mittlerweile 382 Gestaltungsvorschläge eingegangen. Aus der Vielzahl der Bewerber werden nun 30 Teilnehmer ausgewählt, die für die
Schlußrunde des Wettbewerbs Entwürfe ausarbeiten sollen. Zunächst war die erste Ausschreibung gescheitert, weil die geforderte Zahl von mindestens 20 geeigneten Vorschlägen nicht eingereicht worden war.
30. Maerz '10
Neue Gerbergasse 18 erschienen
Quelle: Gerbergasse 18
DDR Literatur - was bleibt? In der neuen Ausgabe widmen wir
uns von verschiedener Seite kritisch dem Thema DDR-Literatur und was von ihr
blieb. Sie gänzlich zu verteufeln, käme einer undifferenzierten Betrachtung
gleich. Zugleich wäre es ein Fehlurteil, „die“ DDR-Literatur in ihrer Bedeutung
zu überschätzen. Erst im Kontext biographischer und gesellschaftlicher
Spannungsfelder und vor dem Hintergrund des konkreten Handelns der
Schriftsteller zwischen Anpassung und Widerspruch wird die Ambivalenz ihrer Bedeutung
und Wirkung deutlich.
> Zur Homepage der Gerbergasse
Politik
30. Maerz '10
Der "Deutschland-Plan" von Seehofer
Der bayerische CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer klagt über die Arbeit der schwarz-gelben Koalition in Berlin. Der Politiker kritisierte, daß es zu viele abstrakte Diskussionen gibt. Stattdessen fordert der Nachfolger von Kurt Beckstein einen "Deutschland-Plan", der in den kommenden Jahren wichtige Weichen stellen soll. Die Unzufriedenheit mit dem schwarz-gelben Bündnis wächst auch in der Bevölkerung. Während die Union immerhin noch zwei Punkte (34 Prozent) zulegen kann, nähert sich die FDP
(7 Prozent) wieder einmal der Fünf-Prozent-Marke.
> Horst Seehofer - der neue Ministerpräsident aus der Sicht eines bayerischen Bürgers
Feuilleton
29. Maerz '10
Tellkamp auf der Bühne
Der Bestseller von Uwe Tellkamp, "Der Turm", soll nun auch auf die deutschen Bühnen kommen. Der Roman, der sehr ausführlich die letzten Jahre der DDR anhand eines Villenviertes in Dresden schildert, wird demnächst im Dresdner Staatsschauspiel uraufgeführt. Die Textfassung übernehmen der Intendant des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Armin Petras, und der Dresdner Dramaturg Jens Groß. Tellkamps Erstlingswerk, "Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café", erschien bei Faber und Faber in Leipzig im Jahr 2000.

Gesellschaft
29. Maerz '10
Geld für SED-Opfer
Wie die Ministerpräsidentin des Landes Thüringen, Christine Lieberknecht, betonte, sollte früheres SED-Vermögen in erster Linie den Opfern des
DDR-Regimes zugutekommen. Darüber hinaus forderte die CDU-Politikerin die Linkspartei darzu auf, endlich alle Transaktionen
und Geldflüsse offenzulegen. Ein Schweizer Gericht hatte die Bankengruppe Unicredit zur Zahlung von
möglicherweise über 230 Millionen Euro verurteilt, die auf ein in Österreich
angelegtes Vermögen der Ostberliner Handelsgesellschaft Novum
zurückgehen sollen. Die Unicredit will dieses Urteil anfechten.
> Günter Schabowski: Zwieback im Politbüro, Die profitfreie Planwirtschaft
Feuilleton
29. Maerz '10
Hermann Kant und der Verdacht
Der frühere Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes, Hermann Kant (83), wehrt sich vehement gegen Vorwürfe, als inoffizieller Mitarbeiter der Stasi gearbeitet zu haben. Hingegen räumte er aber ein, mit Leuten des Ministeriums für Staatssicherheit geredet zu
haben. Kant betonte darüber hinaus, daß er als "Freischaffender" immer auf seine Unabhängigkeit
Wert gelegt hat. "Festgelegte
Diskussionsbeiträge", die von der Stasi diktiert wurden, hat es bei Schriftstellertreffen nie gegeben.
Feuilleton
28. Maerz '10
Maar erhält Heinrich-Mann-Preis
Wie die Jury befindet, sei Michael Maar der "Detektiv unter den Essayisten". Der Germanist und Kritiker erhielt am Sonntag den
Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste. Bekannt wurde
Michael Maar durch das 1996 erschienene Buch "Geister und Kunst.
Neuigkeiten aus dem Zauberberg". Der Schriftsteller wurde 1960 in Stuttgart geboren.
Gesellschaft
26. Maerz '10
Bezahlter Online-Journalismus
Britische Zeitungen wie "Times" und "Sunday
Times" machen nun Ernst mit dem Bezahljournalismus. So werden die beiden Titel im Internet nur noch gegen
Gebühr zu lesen sein. Die dem Verleger Rupert Murdoch gehörenden Blätter wollen
ab Juni ein Pfund pro Tag verlangen. Die Leseberechtigung für eine ganze Woche
soll dagegen nur zwei Pfund kosten. Wie der Verlag News International mitteilte, ist dies ein ausschlaggebender Schritt, um mit Nachrichten endlich wieder Geld zu verdienen.
Politik
26. Maerz '10
Röttgen und die Atomkraft
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) lenkt im Streit der Bundesregierung um längere
Laufzeiten für Atomkraftwerke ein. Nunmehr ist er doch für das energiepolitische Gesamtkonzept bereit, vier unterschiedliche
Szenarien errechnen zu lassen. Der letzte Reaktor könnte damit allerdings erst 2050
vom Netz gehen. Über Globalisierung und die Zukunft Europas hat Norbert Röttgen in der Tabula Rasa nachgedacht.
> Europas Berufung heute: Die Globalisierung muss europäisch werden
Der Blick in die Welt
26. Maerz '10
Rettung für die Griechen
Beim Griechenland-Plan blieb die Kanzlerin vorerst hart. Zuerst sollten sich die Griechen bei der Sanierung ihrer Staatsfinanzen an den Internationalen Währungsfonds wenden. Doch mit dem am 26. März vereinbarten Rettungsplan für Griechenland haben die Euro-Länder die tiefe Spaltung überwunden. Frankreichs Präsident Sarkozy
bewertete die Einigung als großen Erfolg des deutsch-französischen
Tandems. Die europäische Gemeinschaft hofft nun darauf, daß die Griechen die Hilfen
gar nicht in Anspruch nehmen.
> Die Griechen und der Euro> Die Griechen in der Schuldenfalle 
Feuilleton
25. Maerz '10
"Die Andere Bibliothek" ganz anders
Aller Abschied tut weh. So wünschte Cicero-Chefredakteur Michael Naumann "dieser wunderschönen Buchreihe eine Zukunft, die ihrer
Tradition entspricht." Naumann und Klaus Harpprecht waren von 2007 bis 2010 die Herausgeber der "Die Andere Bibliothek". Nun hat der Eichborn-Verlag
den Herausgebern gekündigt. Das Unternehmen will, so die Begründung, mit
modernen Marketing-Methoden nach einer neuen Zielgruppe suchen. Von 1985 bis 2004 hatte der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger die Reihe herausgegeben, die er gemeinsam mit dem Verleger und Buchkünstler Greno einst konzipierte.
Gesellschaft
25. Maerz '10
Noelle-Neumann gestorben
Sie galt als die große Dame vom Bodensee, als die "Herin der Zahlen", als das "Gedächtnis der Deutschen". Nun ist die 1916 in Berlin geborene Elisabeth Noelle-Neumann,
Gründerin des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, im betagten Alter von 93 Jahren gestorben. Zu ihrem 90. Geburtstag 2006 hat die Gemeinde Allensbach den Prof.-Dr.-Elisabeth-Noelle-Preis gestiftet. Dieser mit 5000 Euro dotierte Preis wird an Nachwuchswissenschaftler der Universität Konstanz vergeben, die damit für ihre Leistungen auf dem Gebiet der Sozialwissenschaften ausgezeichnet werden.
Gesellschaft
25. Maerz '10
Neubau Schloß Potsdam
Lange wurde über den Wiederaufbau des alten Stadtschlosses in der ehemaligen Residenz der preußischen Könige, in Potsdam, diskutiert. Doch barocke Pracht, wie der einstige Bau von Barockbaumeister Hans Georg Wenzeslaus Freiherr von Knobelsdorff (1699-1753), wird der Neubau, der in die Hände des Kölner Architekten Kulka gelegt wurde, nicht haben. Das Projekt kostet 119, 6 Millionen Euro und soll 2013 fertiggestellt werden.
Politik
25. Maerz '10
Und nun doch: Helmut Kohl
Die CDU-Chefin fährt seit Tagen einen Zickzackkurs hinsichtlich der Frage nach ihrem Ehrenvorsitzenden. War Altkanzler Helmut Kohl für die Bundeskanzlerin vor Tagen nicht mehr für dieses Amt relevant, sprechen sich nunmehr, anläßlich des bevorstehenden 80. Geburtstages von Kohl, einflußreiche CDU-Politiker dafür aus, dem Altkanzler erneut den
Ehrenvorsitz anzubieten. Wegen der Parteispendenaffäre verlor der langjährige Parteichef 2000
seinen Ehrenvorsitz
Politik
24. Maerz '10
Der Traum von Schwarz-Rot
So unbeliebt war die schwarz-gelbe Regierung noch nie. Nur noch 40
Prozent würden FDP und Union wählen. Dies ist der schlechteste Stand des Bündnisses seit zehn Jahren. So verwundert es kaum, daß sich mehr als die Hälfte der Bundesbürger nach der großen Koalition zurücksehnt. Schuld an der Misere trägt für viele Wähler Vizekanzler Guido Westerwelle.
> Splitter und Balken in den Augen unserer (Politiker)brüder
Kunst und Künstler
24. Maerz '10
Das Gold aus Sachsen
Auch wenn es vielen nicht behagt. Es bleibt dabei: Das europäische
Hartporzellan wurde 1708 von Johann Friedrich Böttger entwickelt, dies bestätigte nun auch der englische Keramik-Experte John Mallet. In Fachkreisen hatte zuvor eine Studie für Ausehen gesorgt, derzufolge eine
britische Glashütte bereits 1680 Porzellan herstellen konnte.
Kunst und Künstler
24. Maerz '10
Hölderlin-Preis für Kreisler
Dem 1922 in Wien geborenen Georg Kreisler, der als Kabarettist seit Jahren mit seinem beißenden Spott begeistert, wurde von der Jury des Hölderlin-Preises "melancholisches Esprit" attestiert. Kreisler erhält die von der Stadt Bad Homburg
verliehene Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von 20.000 Euro dotiert ist.
Der Blick in die Welt
23. Maerz '10
Netanjahu verteidigt Siedlungsplan
Benjamin Netanjahu hat den geplanten Bau weiterer
Siedlungen in Jerusalem vehement bei seinem Treffen mit Präsident Barack Obama in Washington verteidigt. Die Juden hätten die Stadt vor 3000
Jahren gebaut und würden das auch weiterhin tun, so der israelische Ministerpräsident. "Jerusalem ist keine Siedlung, es ist unsere Hauptstadt", fügte er hinzu. Lisz Hirn geht in die Details.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Gesellschaft
23. Maerz '10
Wolfgang Wagner ist tot
Der langjährige und selbst in Bayreuth geborene Leiter der Bayreuther Festspiele, Wolfgang Wagner, ist
im Alter von 90 Jahren gestorben. Wagner, ein Enkel von Richard Wagner und ein Urenkel von Franz Liszt, hatte sein ganzes Leben dem Erbe seines berühmten
Großvaters gewidmet. Er hatte mehr als ein halbes
Jahrhundert die Geschicke der Festspiele gelenkt und
Wolfgang Wagner hatte die Leitung im Jahr 2008 an seine Töchter
Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier abgegeben.
> Die Resonanz des gobinistischen Rassenbegriffs bei Wagner und Nietzsche
Gesellschaft
23. Maerz '10
Besucherrekord auf Leipziger Buchmesse
Mit einem neuen Besucherrekord ist die Leipziger Buchmesse zu Ende gegangen. Waren es 2009 noch 146.000 Besucher, so 2010 bereits 156.000. Seit dem 18. März hatten sich in Leipzig 2.071 Verlage aus 39 Ländern mit ihren Programmen und Neuerscheinungen präsentiert. Das Feedback der Aussteller war "durchweg positiv", so daß 91 Prozent von ihnen im nächsten Jahr wieder nach Leipzig kommen wollen.
Kunst und Künstler
23. Maerz '10
Leipziger Buchpreis 2010
Der Schriftsteller Georg Klein ist für seinen "Roman unserer Kindheit"
mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Der 1950 geborene Ulrich Raulff erhielt den Preis in der Kategorie "Sachbuch und Essayistik", Ulrich Blumenbach in der Kategorie Übersetzung und Georg
Klein in Belletristik. Die nicht nur in der Literaturwelt umstrittene, aber dennoch nominierte Autorin
Helene Hegemann ("Axolotl Roadkill") hatte bei der diesjährigen Preisvergabe das Nachsehen.
Kunst und Künstler
22. Maerz '10
Leipzig: Bacharchiv eröffnet
Am 21. März wurde - unter großem Publikumsinteresse - das sanierte Bacharchiv und das erweiterte Bach-Museum in Leipzig eröffnet. Am Sonntag hatte auch Bundespräsident Horst Köhler bei den Feierlichkeiten teilgenommen. Die traditionelle Feier zum 325. Geburtstag des großen Komponisten aus Eisenach fand rund um den Thomaskirchhof statt.
> Horst Köhler: "Das kulturelle Erbe lebendig erhalten" 
Kirche und Religion
22. Maerz '10
Nikolaikirche wiedereröffnet
Nach zweijähriger Sanierung wurde die Berliner Nikolaikirche vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit wieder eröffnet. Im ältesten Gebäude Berlins kann derzeit eine Ausstellung, die die Entstehung und
Nutzung des Gotteshauses in den vergangenen 800 Jahren nachzeichnet, bewundert werden.
1991 konstituierte sich im Gotteshaus das erste frei gewählte Gesamtberliner
Abgeordnetenhaus, bis 1939 wurde die Kirche zu religiösen Zwecken genutzt. Die Tabula Rasa fragt: Warum sind wir so säkulär?
> Warum sind wir so säkular? Eine Antwort aus dem deutschen Osten
Kirche und Religion
20. Maerz '10
Hirtenbrief aus Rom
Papst Benedikt XVI. hat in einem Hirtenbrief die Fälle sexuellen Mißbrauchs in der
katholischen Kirche Irlands zutiefst bedauert und nun eine Untersuchung
angeordnet. Er fühle Scham und Reue. Zugleich warf der deutsche Pontifex den Bischöfen des Landes schwere
Verfehlungen vor. Über die Mißbrauchsfälle in Deutschland liegt bislang noch kein Kommentar aus Rom vor.
> PRESSEMITTEILUNG des Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU (AEK)
Der Blick in die Welt
20. Maerz '10
China: Das Ärgernis der Religion
Das Oberhaupt des tibetischen Buddhismus, der Dalai Lama, sorgt sich um die Religion in seinem Heimatland. Chinesische Behörden betrieben eine Kampagne der patriotischen Umerziehung,
was darauf hinausläuft, daß viele Klöster nur noch die Funktion von Museen hätten. Die Tabula Rasa nimmt eine andere Religion Chinas in den Blick.
> Die Philosophie des Konfuzius
Kunst und Künstler
20. Maerz '10
Tacheles will ins Adlon ziehen
Die Betreiber des Berliner Tacheles wollen ihr Kulturzentrum retten und ins Luxus Hotel Adlon am Pariser Platz umziehen. Zwanzig Jahre ist es her, als die Künstlerinitiative eine Ruine in Berlins Mitte besetzte, der nun die Zwangsräumung droht. Die insolvente Grundstückseigentümerin ist eine
Tochtergesellschaft der Fundus-Gruppe, der auch das Hotel Adlon gehört. Darum wollen die Tacheles-Betreiber nun
mit ihren Ateliers in den Südflügel des Hotels zu ziehen.
> Kunsthaus Tacheles von Geldgier bedroht
Gesellschaft
19. Maerz '10
19. März 1970 - Ein Tag Geschichte
"Der Tag von Erfurt. Gab es einen Tag in meinem Leben, der
emotionsgeladener gewesen wäre?", fragte sich Alt-Bundeskanzler Willy Brandt Jahre nach
dem denkwürdigen innerdeutschen Gipfeltreffen. Der 19. März 1970, der Tag von Erfurt, hatte damals Tausende DDR-Bürger bewegt. Gegen 22:00 Uhr wurden die ersten deutsch-deutschen Gespräche beendet, die Brandt mit dem Stellvertreter des Staatsrates, Willi Stoph, führte.
Gesellschaft
18. Maerz '10
Blick zurück
Im Bundestag wurde am Donnerstag mit einer Feierstunde an die erste freie
Volkskammer-Wahl in der DDR vor 20 Jahren erinnert. Der letzte Ministerpräsident
der DDR, Lothar de Maizière, trat ebenso an das Rednerpult wie auch Bundestagspräsident Lammert. Für diese Gedenkveranstaltung unterbrach das
Plenum die Haushaltsdebatte, die sich mit den Etats
Landwirtschaft, Inneres, Justiz, Familie und Bildung befaßte.

Gesellschaft
18. Maerz '10
Ex-Inspekteur Schneiderhan vor Ausschuß
Im Untersuchungsausschuß zum Luftangriff bei Kundus im September des vergangenen Jahres wurden zwei
wichtigre Zeugen befragt. Der ehemalige Generalinspekteur
Schneiderhan und der frühere Staatssekretär. Damals waren Schneiderhan
und Wichert von Verteidigungsminister zu Guttenberg entlassen worden, weil sie
ihm Berichte vorenthalten haben sollen. Bei dem Luftangriff auf zwei
Tanklastwagen waren auch Zivilisten
getötet worden.
> „Kein Schießbefehl: Soldaten müssen in Recht und Ordnung eingehegt bleiben“
Feuilleton
17. Maerz '10
Kritik an Hegemann-Nominierung
Sybille Lewitscharoff, die 2009 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, hat nun die diesjährige Nominierung der Nachwuchsautorin
Helene Hegemann kritisiert. Wie die Schriftstellerin hervorhob, beschädige ein durch Plagiat entstandenes Werk wie der
Hegemann-Roman "Axolotl Roadkill" den Preis. Lewitscharoff wies darauf hin, daß Verkaufszahlen und der Rang in einer
Bestsellerliste keinesfalls Kriterien für eine Nominierung sein sollten.
Feuilleton
17. Maerz '10
Buchmesse: OB Jung liest
Die Stadt Leipzig bringt sich auch in diesem Jahr mit
eigenen Veranstaltungen und Lesungen zum Thema Jugend und Bildung in das
Rahmenprogramm zur Leipziger Buchmesse ein. Wie schon seit mehreren Jahren liest Oberbürgermeister
Burkhard Jung auf der Buchmesse für Kinder und Jugendliche - diesmal am
Sonntag, 21. März, von 15 bis 16 Uhr im Lesetreff, Halle 2, Stand C 208.
> OB Jung liest auf der Leipziger Buchmesse
Feuilleton
17. Maerz '10
Leipzig und die Stars
Wie Buchmessedirektor Zille betonte, liegt der Schwerpunkt des Lesefestes auf der Literatur junger
deutscher Verleger sowie auf Büchern aus den Balkanländern - so aus Serbien. Neben Günter Grass und Herta Müller sind Volker Braun, Ingo Schulze, Christoph Hein, Alexander Osang,
Clemens Meyer, Jana Hensel und Martin Walser vertreten. Angekündigt haben sich auch: Ben Becker, Bernd-Michael Lade, Nina Hagen, Karat, Ulrich
Wickert, Michael Mittermeier, Manfred Stolpe, Richard von Weizsäcker
und Hinrich Lehmann-Grube.
Feuilleton
16. Maerz '10
"Anklage" gegen Papst Benedikt
Der deutsch-britische Publizist Alan Posener hat die Schriften von Benedikt XVI. in seinem neuen Buch untersucht und will herausgefunden haben, daß das Oberhaupt der katholischen Kirche einen Kreuzzug gegen die moderne Gesellschaft führt. Wie Posener unterstreicht, sei Papst Benedikt zwar ein brillianter Kirchentheoretiker und Denker, doch hapere es bei
der Vermittlung seiner Botschaften auf Erden. Poseners Buch "Benedikts Kreuzzug, Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft" ist gerade im Ullstein-Verlag erschienen.
> Die Thesen von Alan Posener:
16. Maerz '10
Gotha: Kunsthaus eröffnet mit Hundertwasser
Am 8. Januar hat die Stadt Gotha ihr Kunsthaus eröffnet. Zur Einweihung wird bis zum 21. März 2010 ein Querschnitt aus dem graphischen Werk von Friedensreich
Hundertwasser gezeigt. Rund 50 Grafiken des Künstlers sowie persönliche Fotos werden ausgestellt. Mit dem neuen Kunsthaus will die einstige Residenzstadt das
Ausstellungsangebot von Schloß Friedenstein und anderen Galerien
erweitern.
Feuilleton
16. Maerz '10
Günter Grass und der BND
Günter Grass will nun auch Einsicht in seine Akte bei den ehemals westdeutschen Geheimdiensten. Der 82-Jährige möchte dadurch eine gesamtdeutsche Sicht erhalten. Nachdem seine ausführliche Stasi-Akte soeben als Buch erschienen ist, hat Grass den Verdacht, daß auch der Bundesnachrichtendienst und
der Verfassungsschutz Material über ihn gesammelt haben. Nach Meinung des Schriftstellers dürfte die Informantensprache in Ost und West keine wesentlichen Unterschiede aufweisen.
Politik
15. Maerz '10
Thilo Sarrazin bleibt in der SPD
Viele Experten stuften die Äußerungen des in Gera geborenen Thilo Sarrazin als rassistisch ein, viele Politiker –
auch in der eigenen Partei – reagierten entsetzt und fanden diese Abrechnung mit den Migranten und mit der deutschen Unterschicht
erniedrigend. Doch jetzt hat sich die SPD entschieden: Sarrazin, der ehemalige Finanzsenator von Berlin, wird nicht aus der Partei ausgeschlossen.
> Thilo Sarrazin und die Heuchel-Gesellschaft
Politik
15. Maerz '10
Deutschland uneins Vaterland
Jeder vierte Deutsche würde sich wünschen, daß die Mauer zwischen West- und Ostdeutschland wieder
errichtet wird. 23 Prozent der Ost- und 24 Prozent der
West-Deutschen betonten bei einer Emnid-Umfrage, daß es sei "manchmal
wünschenswert" sei, "es gäbe die Mauer noch“. Anlaß der
Befragung war die Ausstrahlung des Sat.1-Zweiteilers „Die Grenze“.
Kirche und Religion
15. Maerz '10
Streitbarer Kirchenbau in Leipzig
St. Trinitatis, ein neues Kirchenbauprojekt in Leipzig, soll mit 600 Plätzen der größte Kirchenneubau nach der
Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern werden. Doch der Entwurf des
Architektenbüros schulz & schulz stößt in der Heldenstadt auf wenig Gegenliebe, die Architektur überzeugt viele Bürger der Messe- und Buchstadt nicht. Die Tabula Rasa fragt: Warum sind wir so säkular? Eine Antwort aus dem deutschen Osten.
> Warum sind wir so säkular?
Kunst und Künstler
15. Maerz '10
Telemann-Festspiele in Magdeburg
Die 20. Telemann-Festtage finden vom 12. bis zum 21. März 2010 in Magdeburg statt. Unter dem Motto „spielräume – HofMusikStadt“ wollen sie Telemanns
Rolle im Spannungsfeld zwischen höfischem und städtischem Musikleben näher
beleuchten. Georg Philipp Telemann wurde am 14. März 1681 in Magdeburg geboren und starb am 25. Juni 1767 in Hamburg.
Der Blick in die Welt
15. Maerz '10
Chile: Die Erde bebt erneut
Nur wenige Minuten vor der Vereidigung des neuen chilenischen Präsidenten
Sebastián Piñera (Foto), der Michelle Bachelet im Amt ablöste, wurde Chile erneut von schweren
Erdstößen erschüttert. Das Nachbeben am Donnerstag erreichte eine
Stärke von 7,2 und war bis in die Hauptstadt Santiago zu spüren. Berichte über Opfer liegen bislang noch nicht vor.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
15. Maerz '10
Eisenach plant Bach-Geburtstag
Mit Konzerten und Ausstellungen feiert Eisenach am 21. März den 325. Geburtstag von Johann Sebastian Bach, dem großen Sohn der Stadt am Fuß des Thüringer Waldes. Am 26. März werden in Bachs Taufkirche (Georgenkirche) die "Thüringer Bachwochen" eröffnet. Bis zum 18. April wird in Eisenach an den Barockkomponisten erinnert.
Kunst und Künstler
14. Maerz '10
Der Dichter und sein Kritiker
Nun hat der Schriftsteller Martin Walser den dritten Band seiner Tagebücher
veröffentlicht. Dieser handelt von den Jahren 1974 bis 1978; 1976 wurde sein Roman "Jenseits der Liebe" von Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki
vernichtend kritisiert. Bis heute ist diese Kritk ein Trauma für Walser.
Kunst und Künstler
13. Maerz '10
Martin Walser: Inspiration Tagebuch
"Die Sätze und Szenen haben sich gehalten, und ich bin mit ihnen
zufrieden." Dies ist die Begründung des Schriftstellers Martin Walser zur
Veröffentlichung weiterer Tagebuchaufzeichnungen. Wie der am Bodensee lebende Walser betonte, sind die Notizen sprachliche Biotope, die er immer wieder für seine Romane ausgebeutet
hat. Dennoch hat er die Tagebücher
nicht vor dem Hintergrund geschrieben, damit sie einmal gedruckt werden.
Kunst und Künstler
13. Maerz '10
Rolf Hoppe erhält Verdienstorden
Der Dresdner Schauspieler Rolf Hoppe hat den Bundesverdienstorden bekommen, teilte die Staatskanzlei in der sächsischen Landeshauptstadt mit. Die Auszeichnung erhielt der Künstler für sein großes Engagement für das Theater. Hoppe glänzte in einer Vielzahl von Rollen. Bekannt wurde er unter anderem 1981durch die Darstellung des Hermann Göring in dem
Spielfilm "Mephisto".
Politik
13. Maerz '10
So unbeliebt wie noch nie
Die Union und ihr ehemaliger Wunschpartner, die FDP, stecken derzeit in einer schweren Imagekrise. So schlecht wie in
einer aktuellen Forsa-Erhebung stand Schwarz-Gelb zuletzt im Februar 2001
da. Mittlerweile hat die Bundesregierung auf die Oppositionsparteien zehn Prozentpunkte Rückstand. Neben der CDU rutscht auch die CSU um Horst Seehofer auf den
schlechtesten Wert in diesem Jahr ab.
Der Blick in die Welt
13. Maerz '10
Verschwörung gegen Benedikt?
Für den Vatikan steht es außer Frage, daß dem Papst im Skandal um sexuelle
Missbrauchsfälle direkt geschadet werden soll. Für jeden objektiven Beobachter
sei aber klar, "daß diese Versuche gescheitert sind", so die einhellige Meinung aus Rom. In der Zeit Benedikts als Erzbischof von München und Freising wurde ein
Priester in der Gemeindearbeit weiter eingesetzt, obwohl er wegen
Kindesmißbrauchs vorbelastet war.

Kirche und Religion
12. Maerz '10
Erzbischof Zollitsch in Rom
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat Papst Benedikt XVI. bei einer Audienz auch über die Mißbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen informiert. In den vergangenen Tagen waren immer mehr Mißbrauchsfälle aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden bekannt geworden. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger forderte die Kirche zur Zusammenarbeit auf.
> PRESSEMITTEILUNG des Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU (AEK)
Kunst und Künstler
12. Maerz '10
Miguel Delibes gestorben
Im Alter von 89 Jahren ist der in Valladolid (Foto) geborene Schriftsteller Miguel Delibes nach schwerer Krankheit gestorben. Delibes litt nach Medienberichten an Darmkrebs. Der Autor, der viele Auszeichnungen und Ehrendoktorate erhalten hatte, war einer der
bedeutendsten Literaten Spaniens des 20. Jahrhunderts. Er galt als Hauptvertreter des sozialen Realismus. Zu seinen wichtigsten
Werken zählten: "Und zur Erinnerung Sommersprossen" und "Die
Ratten", "Fünf Stunden mit Mario", "Die heiligen Narren" und "Der Ketzer".
Der Blick in die Welt
11. Maerz '10
Der Maler und der Kirchenfürst
Der Leipziger Maler Michael Triegel wird noch im März mit den
ersten Skizzen für das offizielle Porträt von Papst Benedikt XVI. beginnen.
Im Spätsommer 2010 wird das Bild dann im Vestibül des
Regensburger Priesterseminars aufgehängt. Der 41-jährige Triegel wurde vom Regensburger Institut
Papst Benedikt XVI. beauftragt, das Kirchenoberhaupt zu malen.
> Die Vorlesung des Papstes in Regensburg
Kunst und Künstler
11. Maerz '10
Leibovitz behält ihr Archiv
Annie Leibovitz hat Hoffnug für den Erhalt ihres
Archivs. Die Starfotografin hat ihre Schulden umgeschichtet. Eine Investment-Firma wollte ihr helfen, ihre Kredite abzutragen. Das
Archiv der Künstlerin umfaßt rund 100.000 Papier-Abzüge und eine
Million Negative. Vergangenes Jahr wurde Leibovitz von ihren Gläubigern verklagt, die Forderungen von 24 Millionen Dollar geltend machten.
> Das Wort "Star" mag sie nicht
Gesellschaft
11. Maerz '10
Winnenden - ein Jahr danach
Vor einem Jahr ereignete sich der schreckliche Amoklauf von
Winnenden, am Vormittag des 11. März 2009. Bei der Bluttat wurden 15 Menschen
ermordet. Elf Menschen – einige von ihnen schwer verletzt – wurden in
Krankenhäuser eingeliefert. Der 17-jährige Täter hatte sich
nach mehrstündiger Flucht selbst erschossen.
> Die Toten von Winnenden und die Mitschuld der Amok-Industrie
Der Blick in die Welt
11. Maerz '10
World's Richest Men
Die Forbes-Liste der reichsten Menschen wird erstmals von
einem Mexikaner angeführt. Carlos Slim
Helú hat Microsoft-Gründer Bill Gates knapp abgehängt. Reichster Deutscher bleibt Aldi-Besitzer Karl Albrecht, 90 Jahre alt, der aber mit seinen 23,5 Milliarden Dollar gerade noch unter den Top Ten steht. Bettina Röhl ist fest überzeugt, der bedeutenste deutsche Kommunist heißt Aldi.
> Armut und Kapitalismus - Der bedeutendste deutsche Kommunist heißt Aldi
09. Maerz '10
Kunsthalle Erfurt zeigt "Farbwelten"
Die
Ausstellung "Farbwelten - von Monet bis Yves Klein", die derzeit in der Kunsthalle
Erfurt gastiert, bietet von Sonntag an einen Streifzug durch die klassische
Moderne. In der Thüringer Landeshauptstadt sind 57 Meisterwerke des Kunstmuseums Krefeld zu sehen, darunter Werke von Barlach, Heckel, Kandinsky, Picasso, Lehmbruck, Mondrian.
Gesellschaft
09. Maerz '10
Die Regentschaft der Alten
In 20 Jahren, 2030, wird Deutschland den höchsten Rentneranteil in der
Europäischen Union haben. Zu diesem Befund kommt eine Eurostat-Studie
zur Demografie. Der Erhebung zufolge ist Chemnitz in zwanzig Jahren die
älteste Stadt des Kontinents. Mehr als jeder dritte Einwohner der
sächsischen Stadt wird zu diesem Zeitpunkt älter als 65 Jahre alt sein.
> Helmut Schmidt: Überalterung und Schrumpfung zwingen zum Umbau
Gesellschaft
08. Maerz '10
"Das Weiße Band" ohne Oskar
"Das weiße Band", das vor der Oscar-Verleihung heiß gehandelt wurde, war als deutscher Beitrag in das Rennen um den «besten nicht-englischsprachigen
Film» gegangen. Jedoch holte ein Thriller aus Argentinien die begehrte Trophäe.
Der Österreicher Christoph Waltz bekam für seine Rolle in "Inglourious
Basterds" den Oscar als bester Nebendarsteller.
Kunst und Künstler
08. Maerz '10
Kurt Weill Fest in Dessau
Kurt Weill (1900-1950) schrieb die Musik für einige amerikanische
Musicals und zu Werken von Bert Brecht, darunter für die „Dreigroschenoper“. Am
26. Februar wurde in Anwesenheit von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang
Böhmer und des US-Botschafters in Deutschland, Philip Murphy, das 18.
Kurt-Weill-Fest eröffnet. Unter dem Motto "New Art is True Art"
stehen bis zum 7. März zahlreiche Lesungen, Konzerte und Theater-Aufführungen
auf dem Programm.
> Kurt Weill Fest in Dessau
Der Blick in die Welt
08. Maerz '10
Vatikan fordert Aufklärung
Im Blick auf die bekannt gewordenen Mißbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen unterstrich der Vatikan, daß Gerechtigkeit für die Opfer die höchste Priorität hat. Wie die Kirchenzeitung "Osservatore Romano" hervorhob, müssen die Fälle sofort aufgeklärt werden. Der Vatikan ist "dankbar für das Bemühen um Klarheit innerhalb der Kirche".
Der Blick in die Welt
08. Maerz '10
Schweres Beben in der Türkei
Nach einem schweren Erdbeben im Osten der Türkei ist die Zahl der Toten mittlerweile auf 41
gestiegen. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens 50 weitere Menschen
verletzt. Das Beben hatte eine Stärke von 6,0 auf der Richterskala. Das Zentrum lag in der
ost-anatolischen Provinz Elazig.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Feuilleton
06. Maerz '10
In den Fängen der Stasi
Die Stasi-Aufzeichnungen über Günter
Grass sind 20 Jahre nach dem Fall der Mauer nun erschienen. Seit seinem Protest gegen
den Mauerbau 1961 wurde der in Danzig geborene Schriftsteller als Staatsfeind betrachtet und bei seinen DDR-Besuchen überwacht. Am 14. August
1961 bezog Grass erstmals öffentlich Stellung. In einem Protestbrief an Anna Seghers bezeichnete er den SED-Chef Walter Ulbricht
als KZ-Kommandanten.
Politik
05. Maerz '10
Schwarz-Grün im Aufwind
Laut einer Umfrage hat die Bundesregierung an Zustimmung verloren. 72
Prozent der Bundesbürger sind mit der Arbeit von Schwarz-Gelb
derzeit unzufrieden. Dies sind fünf Prozentpunkte mehr als noch im Januar.
Momentan würden 46 Prozent der Befragten eine schwarz-grüne Regierung
bevorzugen. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf den Vizekanzler.
> Politik der Generation Ich
Gesellschaft
05. Maerz '10
Wohin treibt die Mediengesellschaft?
Ab 2010 geht mit „DRadio Wissen“ ein dritter nationaler
Hörfunkkanal von Deutschlandradio auf Sendung. Für Willi Steul, dem Intendanten
des bislang aus Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur bestehenden
Senders, soll auch der neue Kanal „offen für alle sein, der sich um die Dinge
dieser Welt bemüht oder sich dafür interessiert“. Eine elitäre Information für
die Reichen und Klugen werde das sicher nicht, so Steul. Kritiker werden
hingegen in dem neuen Programmangebot womöglich einen Beitrag zur Elitenbildung
in der deutschen Medienlandschaft erkennen.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Zwischen Staatsvertrag und Wettbewerb
Kirche und Religion
04. Maerz '10
Papst weiht Kathedrale
Das Oberhaupt der Katholiken, Papst Benedikt XVI., will im November 2010 den Altar der spanischen Kathedrale Sagrada Familia in Barcelona weihen. Der Architekt Antoni Gaudí hatte dien Kirchenbau
bei seinem Tod im Jahr 1926 unvollendet hinterlassen, seitdem dauern
die Bauarbeiten. Bis zum Besuch des Papstes in der Mittelmerrmetropole soll das zentrale
Kirchenschiff fertiggestellt sein.
Der Blick in die Welt
02. Maerz '10
Chile: Chaos nach dem Beben
Immer mehr regiert das Chaos in Chiles Erdbebengebieten. So werden aus Vororten
der besonders schwer vom Beben gezeichneten Stadt Concepción Schießereien
gemeldet, bei denen es auch Tote gab. An den
Zusammenstößen sind bewaffnete Bürgerwehren, Plünderer und das Militär
beteiligt. Allein in Concepción sollen bis zu 20 Menschen ums Leben
gekommen sein. Präsidentin Michelle Bachelet (Foto) hat weitere 5000 Soldaten ins Katastrophengebiet gesendet.
> Zur Philosophie der Erschütterung 
Kunst und Künstler
02. Maerz '10
Gerhard Richter in Dresden
Der 1932 in Sachsen geborene Gerhard Richter hat seine Heimatstadt Dresden neu entdeckt, wo er bereits 1996 erstmals ausgestellte. Nun schafft Richter zwei Werke für das neue Albertinum der Landeshauptstadt. Dabei handelt es sich
um eine Arbeit aus Glasscheiben und um ein Werk aus 100 Hinterglasbildern. Die Stücke sollen einen Raum des sanierten Ausstellungsgebäudes an der
Brühlschen Terrasse füllen, in einem weiteren wird ein Überblick über sein Schaffen seit 1963 gezeigt.
Gesellschaft
02. Maerz '10
Geld für Kölner-Stadtarchiv
Die Kulturstiftung der Länder will ihren Beitrag zur
Restaurierung der Bestände des Kölner Stadtarchivs leisten. So wird sich die Stiftung mit einer Millionen
Euro an der Wiederherstellung einzelner
Handschriften beteiligen. Die komplette Restaurierung der Archivalien, die beim Einsturz des Stadtarchivs vor einem Jahr beschädigt wurden, wird nach einer
Schätzung der Stadt Köln zwischen 300 und 500 Millionen Euro kosten.
> Eine Aufgabe für Generationen
Kirche und Religion
27. Februar '10
Schavan und der Islam
Bundesbildungsministerin Annette Schavan will weltweit nach
passenden Dozenten suchen, um islamische Theologen als
Gastprofessoren an deutsche Hochschulen einzuladen. Wie die CDU-Politikerin betonte, gibt es in Deutschland nur wenige führende
muslimische Religionsgelehrte. Durch die Einladung erhofft sich die Ministerin einen Gewinn für die
islamische Theologie.
> Annette Schavan: "Gott im Haus der Wissenschaft"
26. Februar '10
Neuer Präsident in Weimar
Neuer Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
wird ab dem 1. Juli 2010 Prof. Dr. Christoph Stölzl. Der Hochschulrat wählte
den Historiker nach einem positiven Votum des Senats zum Leiter der
Musikhochschule. Stölzl folgt für die nächsten sechs Jahre dem bisherigen
Präsidenten Prof. Dr. Rolf-Dieter Arens nach. Die Investitur des Präsidenten
soll am 24. Juni 2010 stattfinden.
> Stölzl wird neuer Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
Politik
26. Februar '10
Umfrage: Schwarz-Gelb im Keller
Nur 36 Prozent der Befragten räumen ein, daß das Schwarz-Gelbe-Bündnis in der Lage ist, die anstehenden Probleme zu lösen. Die Mehrheit der Befragten gibt der FDP die Schuld am schlechten Start der Koalition. 57
Prozent hingegen zweifeln an Schwarz-Gelb. Noch im Oktober 2009 glaubten 47
Prozent, diese Koalition werde die drängenden Probleme in den Griff
bekommen. Grund für die schlechte Stimmung unter den Wählern ist auch die Hartz IV Debatte, die Vizekanzler Westerwelle auslöste.
Kirche und Religion
25. Februar '10
Margot Käßmann tritt zurück
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Margot Käßmann, tritt zurück. Die 51-jährige
Bischöfin aus Hannover zieht damit die Konsequenzen aus ihrer
Trunkenheitsfahrt vom vergangenen Samstag. Die aus Marburg stammende Theologin begleitete das Amt der Ratsvorsitzenden seit Oktober 2009. Ihr Buch, "In der Mitte des Lebens" steht derzeit in der "Spiegel"-Bestseller-Liste.
> Margot Käßmann – Eine Frau mit Rückgrat 
Politik
25. Februar '10
Norbert Bolz flankiert Westerwelle
Rückendeckung für seine umstrittenen Äußerungen erhält Guido Westerwelle vom Soziologen Norbert Bolz. Der Philosoph Bolz findet, daß der FDP-Politiker eine notwendige
Diskussion um die Zukunft des Sozialstaats in Gang gebracht hat. Die sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts könne man nicht mehr "über
Umverteilung, sondern nur durch mehr Produktivität" lösen. Ohne Ungleichheit, so unterstrich Bolz, kein Leistungsansporn. Die Tabula Rasa hat das Religionsbuch des TU-Professors rezensiert.
> Norbert Bolz, Das Wissen der Religion, Betrachtungen eines religiös Unmusikalischen
24. Februar '10
Neuer Leopoldina-Präsident
Die festliche Amtsübergabe beginnt mit Grußworten der
Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, und des
Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Wolfgang Böhmer.
Eingerahmt von der Abschiedsrede von Prof. Dr. Volker ter Meulen und der
Antrittsrede von Prof. Dr. Jörg Hacker erfolgt die Übergabe der Amtskette vom
scheidenden Präsidenten an seinen Nachfolger. Die Festrede zum Thema
„Wissenschaftskultur – Zur Vernunft wissenschaftlicher Institutionen“ hält
Akademie-Mitglied und Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß
(Konstanz).
Kirche und Religion
24. Februar '10
EKD steht hinter Käßmann
Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat sich am Mittwoch hinter seine
Vorsitzende Margot Käßmann gestellt. Das Gremium sprach der Landesbischöfin das
Vertrauen aus. Käßmann war wegen Alkohol am Steuer in die
Schlagzeilen geraten. Die 14 Mitglieder des Rates hatten sich einmütig hinter Käßmann
gestellt.
Gesellschaft
23. Februar '10
Ein "Kessel Buntes" aus Leipzig
Manch einer hatte sie fast vergessen, die Wende vor zwanzig
Jahren. Und wer sie nicht vergißt, oder vergessen kann, der manche
Unarten des Osten erfolgreich verdrängt hatte, dankt die Rückkehr in
graue Vorzeiten dem MDR, der staatlich-vorgeordneten DDR-Erinnerungsanstalt, der sich nun quasi als
postsozialistischer Sender ins Gedächtnis einschreibt, der zu bewahren
sucht, was
man getrost vergessen kann. Ein Blick ins Programmheft unterstreicht
diese fast
schon ermüdende Nachhaltigkeit ...
> Der MDR und die Ostalgie
Politik
23. Februar '10
Helmut Schmidt rechnet ab
Eine mediale Standpauke par excellence hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) von Helmut Schmidt (SPD) bekommen. Wie der Altkanzler in der Sendung "Beckmann" unterstrich, sei der
Vizekanzler „ein Meister der Wichtigtuerei“. Westerwelle liegt völlig falsch,
wenn er von „anstrengungslosem Wohlstand“ und „spätrömischer Dekadenz“
spricht. „Es gibt niemanden, der dem Volk Wohlstand versprochen hat,
ohne daß es dafür arbeiten muß.“
> Altkanzler Helmut Schmidt wurde 90 
Kunst und Künstler
23. Februar '10
Manga-Ausstellung in Gera
Bis zum 18. April 2010 läuft im Stadtmuseum Gera die
ungewöhnliche Ausstellung „Sonne, Mond und Kulleraugen“, die sich eines oft
verpönten Themas annimmt: Mangas. Die beiden jungen Zeichnerinnen Olivia Vieweg
und Katja Klengel (beide 22 Jahre) zeigen über 160 Arbeiten aus den letzten
Jahren. Andreas Platthaus, der führende deutsche Comic-Journalist der FAZ, stellt am 27. Februar um 15 Uhr die deutschen Comic-Erfolgsgeschichten
der letzten Jahre vor.
> Manga-Ausstellung in Gera
Der Blick in die Welt
22. Februar '10
Haiti: 300 000 Tote vermutet
Bei dem schweren Erdbeben in Haiti vom 12. Januar sind nach Einschätzung von
Präsident Préval bis zu 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Bei einem
Treffen von Vertretern der Karibikstaaten bat Préval die
internationale Gemeinschaft erneut um Hilfe. Immer noch werden viele Tote unter den Trümmern zahlreicher
Gebäude vermutet.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Feuilleton
22. Februar '10
Der Fall Hegemann: "Das ist alles nur geklaut"
Der Debütroman der 17-jährigen Helene Hegemann wurde trotz
Plagiatsvorwürfen für den Preis der Leipziger Buchmesse vorgeschlagen. Die 1992 geborene Autorin ist mit ihrem Roman "Axolotl Roadkill" für den Preis in der Kategorie Belletristik nominiert..
Josef Haslinger vom Deutschen Literaturinstitut verteidigte den
Vorschlag. Was ist dran am Plagiat fragt die Tabula Rasa?
> Urheberrecht und Hegemann-Wahn
Gesellschaft
20. Februar '10
Aldi: Karl Albrecht wird 90
Am 20. Februar 1920 wurde der Gründer des Discounters Aldi, Karl Albrecht,
in Essen geboren. Albrecht, der ältere der beiden Aldi-Brüder, ist derzeit der reichste Deutsche und zählt zu den vermögensten Menschen der Welt, laut Forbes-Liste zu den Top 10. Der medienscheue Milliardär meidet die Öffentlichkeit und lebt zurückgezogen in Süddeutschland.
> Armut und Kapitalismus - Der bedeutendste deutsche Kommunist heißt Aldi
Gesellschaft
20. Februar '10
Hartz IV: Westerwelle in der Kritik
Vizekanzler und FDP-Chef Guido Westerwelle hatte vor wenigen Tagen in der Debatte über eine
Neuregelung der Hartz-IV-Sätze „sozialistische Züge“ ausgemacht und
gesagt, wer dem Volk „anstrengungslosen Wohlstand“ verspreche, lade zu
„spätrömischer Dekadenz“ ein.
Nun hat ein Hartz-IV-Empfänger Guido Westerwelle wegen dessen umstrittener
Äußerungen zur Sozialpolitik angezeigt. Die Tabula Rasa nimmt Stellung.
> Splitter und Balken in den Augen unserer (Politiker)brüder
Politik
19. Februar '10
Erfurt in der Morgendämmerung
Am Samstag vor 20 Jahren jubelten Zehntausende DDR-Bürger auf dem Domplatz in Erfurt dem Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, zu. Das letzte Urgestein der CDU wußte bereits an diesem Tag, daß das Undenkbare, die Deutsche Einheit, bald möglich sein sollte. Für sein Versprechen, "ein blühendes Land" zu schaffen, mußte er später viel Kritik einstecken.
> 20 Jahre nach dem Fall der Mauer
Kunst und Künstler
19. Februar '10
Endspurt in Berlin
Am heutigen Freitag werden auf der diesjährigen Berlinale die letzten
Anwärter für die Goldenen und Silbernen Bären gezeigt. So stellt der britische Regisseur Michael
Winterbottom die Romanverfilmung „The Killer Inside Me“ vor.
Außerdem laufen Filme aus Dänemark und Frankreich: „En Familie“ von Pernille Fischer Christensen und „Mammuth“ mit Gérard
Depardieu. Die Preise werden am Samstag verliehen.
Philosophie und Wissenschaft
19. Februar '10
110. Geburtstag Gadamers
Er war einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts - Hans-Georg Gadamer. Seine Studienzeit verbrachte er in
Breslau, Marburg, München und Freiburg; als Hochschullehrer wirkte er
später in Marburg, Leipzig, Frankfurt am Main und
Heidelberg. Gadamer, der erst 1960 mit seinem Hauptwerk "Wahrheit und Methode" in der philosophischen Öffentlichkeit bekannt geworden ist, wurde am 11. Februar 1900 in Marburg geboren.
> Mehr zu Gadamers Denk- und Lebensweg
Gesellschaft
18. Februar '10
Amoklauf in Ludwigshafen
In einer Berufschule in Ludwigshafen hat es laut Polizeiangaben eine "Amoksituation" gegeben. Ein mit einem Messer und einer Schreckschusspistole bewaffneter 23-jähriger Mann hat mehrere Lehrer angegriffen. Ein Lehrer wurde getötet. Der Tatverdächtige konnte festgenommen werden. Schlechte Zensuren sollen für die Tat mitverantwortlich sein. Die Tabula Rasa erinnert an die Opfer von Winnenden vor einem Jahr.
> Die Toten von Winnenden und die Mitschuld der Amok-Industrie
Gesellschaft
18. Februar '10
Steuergeld für Bildung
Nach Ansicht der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann sollten die unerwarteten Millionen von Deutschen Steuersündern für soziale
Zwecke und Bildung eingesetzt werden. Wie Käßmann gegenüber der Nachrichtenagentur dpa betonte, könnten die Steuernachzahlungen im dreistelligen
Millionenbereich in Ganztagsschulen investiert werden, oder für eine Mittagsmahlzeit
für bedürftige Schulkinder. In der Tabula Rasa können Sie nochmals die umstrittene Neujahrspredigt lesen.
> Predigt im Neujahrsgottesdienst in der Frauenkirche Dresden
Der Blick in die Welt
18. Februar '10
Dalai Lama im Weißen Haus
Der amerikanische Präsident Barack Obama hat das geistliche Oberhaupt der Tibeter in Washington empfangen. China wirft dem 14. Dalai Lama Separatismus vor und hat wegen des US-Besuchs gedroht, Sanktionen gegen amerikanische Firmen
zu verhängen. Obama hingegen ließ verlauten, daß er den Dalai Lama als international respektiertes Religionsoberhaupt treffe. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf die Religionen Asiens.
> Der Mohismus im alten China> Die Philosophie des Konfuzius
Politik
17. Februar '10
Atom-Streit in der Union
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer ist gegen eine baldige Abkehr von der
Atomenergie. Damit fährt er einen deutlich anderen Kurs als sein CDU-Kollege und Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Wie das Urgestein der CSU betonte, sei die kleine Schwesterpartei an einer Verlängerung der
Laufzeit der Kernkraftwerke interessiert. Zu seinem Amtseintritt hat die Tabula Rasa den ehemaligen Gesundheitsminister porträtiert.
> Horst Seehofer - der neue Ministerpräsident aus der Sicht eines bayerischen Bürgers
Politik
17. Februar '10
FDP bei 7 Prozent
Leicht haben sie es nicht, die Liberalen unter Angela Merkel, leicht aber auch nicht bei den Wählern. Im Vergleich zur Vorwoche verlor die FDP wiederum einen Punkt und landete bei 7 Prozent. Im Vergleich zum Ergebnis bei der
Bundestagswahl (14,6 Prozent) haben die Politiker um Guido Westerwelle damit die Hälfte an
Zustimmung eingebüßt.
Der Blick in die Welt
16. Februar '10
Erdrutsch erschüttert Ferienküste
Heftige Regenfälle haben in den süditalienischen Regionen
Kalabrien und Sizilien dramatische Erdrutsche ausgelöst. Nahe der
süditalienischen Hafenstadt Messina auf Sizilien schoben sich seit dem
Wochenende die Erdmassen immer weiter voran. Besonders betroffen ist das
4000-Einwohner-Dorf San Fratello im Westen der Hafenstadt, die Mehrzahl der Bewohner
wurde bereits evakuiert.
> Der kleine Goethe und seine bange Frage
Politik
15. Februar '10
Hundert Tage Einsamkeit
Kaum 100 Tage an der Macht hat sich die Regierung aus Union und FDP in Rekordzeit wundgerieben.
Laut neuesten Umfragen sind die Werte für Schwarz-Gelb so schlecht wie seit 2001 nicht mehr.
Vizekanzler Guido Westerwelle leidet an Merkels Beliebigkeit und Trägheit. Die Kanzlerin zeigt kaum Profil, nur Mitte", wie der Journalist Martin Lohmann diagnostiziert.
> Das Phänomen Merkel - Einbruch bei Christen
Gesellschaft
15. Februar '10
Die Technik und die Kehre
Der Skandal um Pfusch beim U-Bahn-Bau in Köln nimmt nun immer größere
Dimensionen an. Weil an einigen Haltestellen in der Innenstadt wichtige
Stahlbügel zur Stabilisierung der Grubenwände fehlen, prüft die
Staatsanwaltschaft nun die Aufnahme vom Ermittlungen wegen
Baugefährdung. Am 3. April 2009 stürzte das Historische Stadtarchiv in Kön ein. Als unmittelbarer Auslöser des Einsturzes gelten der massive Wasser- und Erdeinbruch in die Baugrube in 28 Meter Tiefe.
> Eine Aufgabe für Generationen
Feuilleton
15. Februar '10
Eva Strittmatter wurde 80
Die in Neuruppin geborene Eva Strittmatter gehört zu den meistgelesenen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts, millionenfach haben sich ihre Gedichtsbände verkauft. Einst hat sie mit ihrem Mann, Erwin
Strittmatter, das kleine Vorwerk Schulzenhof in Brandenburg zu einem magischen Ort der Literatur gemacht, nationale und internationale Künstler haben diesen Hort besucht. Die Tabula Rasa widmete sich ihrem Leben.
> „Ich mach ein Lied aus Stille“ – Eva Strittmatter im Zwiegespräch mit Irmtraud Gutschke
Kunst und Künstler
12. Februar '10
60. Berlinale in Berlin
Am Donnerstagabend wurden in Berlin die 60. Internationalen Filmfestspiele
eröffnet. Zum Auftakt feierte das chinesische Liebesdrama «Tuan Yuan»
des Regisseurs Wang Quan'an seine Weltpremiere. Insgesamt werden in den
nächsten zwei Wochen fast 400 Filme aus aller Welt gezeigt. Im
offiziellen Wettbewerb konkurrieren dann 20 Regiearbeiten um den Goldenen und
die Silbernen Bären.
Kunst und Künstler
12. Februar '10
Asiatische Kunst in Leipzig
Im Leipziger Grassi-Museum sind derzeit Kunststücke aus Asien zu bewundern. Über 400 Exponate stehen im Mittelpunkt einer neuen Schau der ständigen Ausstellung des "Museums für Angewandte Kunst". Über die Hälfte der Stücke wird erstmals in und für die Öffentlichkeit präsentiert. Mit der Ausstellung soll der prägende Einfluß der asiatischen auf die europäische Kunst verdeutlicht werden.
Kunst und Künstler
12. Februar '10
Leipzig ehrt Robert Schumann und Neo Rauch
Die Stadt Leipzig will 2010 Robert Schumann ehren. Der Komponist wurde vor 200 Jahren in Zwickau
geboren, übersiedelte dann im Alter von 18 Jahren jedoch von der Mulde an die Pleiße, um
in der Messestadt Jura zu studieren. Hier verliebte sich Schumann in die begabte Pianistin
Clara Wieck, die er 1840 in der Gedächtniskirche Leipzig-Lindenau
heiratete.Das Museum der bildenden Künste Leipzig wird im April auch eine Ausstellung
dem Maler Neo Rauch widmen. Der Leipziger feiert in diesem Jahr seinen
50. Geburtstag.
12. Februar '10
Kunsthaus Apolda zeigt klassische Moderne
Das neue Ausstellungsjahr hat das Kunsthaus Apolda mit einer Sammlung
der klassischen Moderne eröffnet. Das Museum, das 1995 eröffnet wurde, zeigt 134
Gemälde, Aquarelle, Grafiken und Zeichnungen aus der Privatsammlung des
Hamburger Ehepaares Hermann-Josef und Renate Bunte. Unter den Werken befinden sich auch Arbeiten von Oskar Schlemmer, Johannes Itten, Christian Rohlfs
und Conrad Felixmüller.
Kirche und Religion
12. Februar '10
Reformationswanderweg geplant
Bis zum Reformationsjubiläum 2017 (500 Jahre Thesenanschlag)
soll in Mitteldeutschland ein Wanderweg entstehen, der es Pilger und Wanderern
erlaubt, die Wege des Reformators nachzuvollziehen. Am 10. November 2009,
Luthers 526. Geburtstag, soll das erste Teilstück des Thüringer Weges übergeben
werden. Ein 15,5 km langer Weg führt von Nordhausen bis an die Landesgrenze von
Sachsen-Anhalt und schließt so die Lücke zwischen den Wegen in Sachsen-Anhalt
und Thüringen.
Der Blick in die Welt
11. Februar '10
Der Diktator und die Bombe
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in seinem Land das Atomzeitalter
ausgerufen. Wissenschaftlern sei es gelungen, Uran auf 20 Prozent
anzureichern, unterstrich der Staatschef am Jahrestag der iranischen
Revolution. Während der Feiern in der Hauptstadt Teheran schossen Polizisten mit
Tränengas auf protestierende Regimegegner, das Internet wurde blockiert.
> Der Buhmann bangt
Kunst und Künstler
10. Februar '10
Führungswechsel bei "Monopol"
Die Nachfolge von Cornelius Tittel, zur Zeit noch Chefredakteur der
Kunstzeitschrift "Monopol" des Schweizer Ringier-Verlags, wird am 1. Mai Holger Liebs antreten.
Tittel wird neuer Kulturchef der
Zeitungsgruppe "Die Welt" des Axel Springer Verlags. Liebs ist derzeit noch Redakteur für bildende Kunst im Feuilleton der
"Süddeutschen Zeitung".
Der Blick in die Welt
10. Februar '10
Oberst Klein übernimmt Verantwortung
Bundeswehroberst Georg Klein hat nunmehr die volle Verantwortung für das
Bombardement am 4. September übernommen. In einer
fast fünfstündigen Vernehmung des Oberst vor dem Kundus-Untersuchungsausschuß des
Bundestags wurde zudem klar, daß Klein nicht alle Informationen von seinen
Untergebenen bekommen hatte. Die Koalition sieht den Oberst vom Vorwurf
des leichtfertigen Handels entlastet.
> „Kein Schießbefehl: Soldaten müssen in Recht und Ordnung eingehegt bleiben“
10. Februar '10
Röslers Kampf um die Köpfe
Der neue Bundesgesundheitsminister Rösler glaubt, daß seine politische Zukunft
davon abhängig sei, ob die Kopfpauschale in der gesetzlichen
Krankenversicherung eingeführt werde. Der FDP-Politiker unterstrich, daß dies der einzige Weg ist, um das Gesundheitssystem in Fahrt zu bringen. Die Tabula Rasa weiß mehr über den dynamischen Mediziner.
> Politisches Interview
Gesellschaft
09. Februar '10
Merkel erhält Medienpreis 2009
Bundeskanzerlin Angela Merkel wurde mit dem deutschen Medienpreis ausgezeichnet. Die Regierungschefin wird, so die Begründung der Jury, für ihre
Berechenbarkeit und Verläßlichkeit geehrt. Die Laudatio hielt die
russische Star-Sopranistin Anna Netrebko. Der Preis wird an Persönlichkeiten verliehen, die die Gesellschaft oder die Politik geprägt haben. Ebenfalls am 9. Februar feierte Medienmogul Hubert Burda seinen 70. Geburtstag.
Philosophie und Wissenschaft
09. Februar '10
Bazon Brock in Weimar
Bazon Brock, Fellow des Kollegs Friedrich Nietzsche, wird 2010
vier große Vorlesungen zum Thema Nietzsche halten. Bei diesen Vorlesungen handelt es sich um die Fortsetzung der Reihe »Vom Denken
der Welt«, die in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche
Wissenschaftler nach Weimar führte.
> Bazon Brock zu Gast am Kolleg Friedrich Nietzsche
Kirche und Religion
08. Februar '10
Charlotte Knobloch geht
Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch,
tritt nicht wieder an. Viel wurde in letzter Zeit darüber diskutiert, ob sie noch genügend Rückhalt in den eigenen Reihen habe. Knoblauch wird aber ihr Amt nicht vor dem Ende der regulären Amtszeit im
November zur Verfügung stellen. Vizepräsident Graumann wird als Nachfolger gehandelt.
Politik
06. Februar '10
Röttgen und der Atom-Aussieg
Nach Meinung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen sollte sich die Union möglichst bald von der Atomkraft verabschieden. Seine Partei
müsse sich «gut überlegen, ob sie gerade die Kernenergie zu einem
Alleinstellungsmerkmal machen will», so der CDU-Politiker. Bis zum Herbst will die Bundesregierung darlegen, wie die
Reaktoren schrittweise durch erneuerbare Energien abgelöst werden
könnten.
> Norbert Röttgen: Europas Berufung heute: Die Globalisierung muss europäisch werden
Der Blick in die Welt
04. Februar '10
Die Schweiz und das liebe Geld
Seit Monaten sorgt die Schweiz für Aufsehen auf dem politisch-internationalen Parkett. Zuerst war es die Kontroverse um das Minarett, jetzt sind es Schwarzgeld und Steuerhinterziehung, die den Alpenstaat zusehends unter Druck setzen. Die Tabula Rasa erinnert in diesem Zusammenhang an den Streit um das Minarett.
> Rousseau und das Minarettverbot
Der Blick in die Welt
03. Februar '10
Köhler und das Klima
Bundespräsident Horst Köhler hat zu Beginn seines Besuches in Indien verbindliche Regeln zum Klimaschutz gefordert. Wie der CDU-Politiker betonte, hat das enttäuschende Ergebnis des
Klimagipfels in Kopenhagen gezeigt, daß es noch ein weiter Weg für die Staatengemeinschaft
sei, Regeln aufzufinden, um die
Globalisierung gerechter zu gestalten.
Politik
03. Februar '10
Umfragedebakel für Schwarz-Gelb
Fünf Monate nach der Bundestagswahl findet die Schwarz-Gelbe-Koalition wenig Zustimmung in der Wählergunst. Vier Prozentpunkte liegt derzeit das Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei vor der christlich-liberalen Regierung. Meinungsforscher prophezeien für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bereits ein Scheitern von Schwarz-Gelb.
Feuilleton
28. Januar '10
J. D.
Salinger gestorben
Der amerikanische Schriftsteller J. D.
Salinger ist im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in New Hampshire gestorben. Mit dem einzigen Roman, den er schrieb, erlangte er Weltruhm. "Der Fänger im Roggen", der im Jahre 1951 erschien, erzählt die Geschichte eines jugendlichen Rebellen. Der Autor lebte seit Jahrzehnten zurückgezogen und hatte seit 1965 nichts mehr veröffentlicht.
Der Blick in die Welt
28. Januar '10
Neues Beben auf Haiti
Die Karibik-Insel Haiti ist erneut von einem Nachbeben erschüttert worden. Wie amerikanische Geologen mitteilten, hatte der Erdstoß die Stärke von 4,9 auf der Richterskala erreicht. Über weitere Schäden oder über neue Verletzte ist derzeit noch nichts bekannt. Die Tabula Rasa fragt: Bestimmen Katastrophen unser Leben?
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Politik
28. Januar '10
Der lange Abschied von Lafontaine
Wäre Lafontaine je richtig von der Leine gelassen worden und etwa seinem
Wunsch entsprechend 1990 Bundeskanzler geworden, die Folgen wären desaströs
gewesen. Jetzt, wo Lafontaine geht, kommen manchem Gegner sicher
Verlustgefühle. So sehr hatte man sich an die Lafontainschen Absurditäten und
Extremismen gewöhnt.
> Lafontaine tritt von der großen politischen Bühne ab!
Kirche und Religion
26. Januar '10
Joachim Gauck wurde 70 Jahre alt
Das Jahr 1989 war das Jahr der friedlichen Revolution in Deutschland,
und er war einer der entscheidenden Revolutionäre: Joachim Gauck, der
am 24. Januar sein 70. Lebensjahr vollendet. Bis heute ist das Leben
und Wirken des gebürtigen Rostockers von diesem entscheidenden Datum
der deutschen, europäischen und globalen Geschichte geprägt. „Alles was
ich tue, ist von diesem Geist der Revolution bestimmt“, sagt der
überzeugte und parteilose Demokrat.
> „Wahrheit macht versöhnungsbereit“
Der Blick in die Welt
26. Januar '10
Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Nach dem schweren Erdbeben auf der Karibik-Insel Haiti ist die Lage auf der Karibik-Insel immer noch katasist die internationale Hilfe angelaufen. Zahlreiche Länder haben Bergungsteams und
Hilfslieferungen geschickt. Über die Zahl der Opfer und das genaue Ausmaß der Schäden gibt es
nach wie vor keine zuverlässlichen Angaben. Präsident Preval sprach von
möglicherweise mehreren zehntausend Toten. Die Tabula Rasa fragt: Bestimmen Katastrophen unser Leben?
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Buchbesprechungen
22. Januar '10
Martin Seels Theorien unter der Lupe
Manchmal täuscht die Verpackung über den Inhalt hinweg. Und
manchmal wird ein Buch unter dem eigenen Anspruch begraben, so wie hier. Was so
schneidig und auftrumpfend beginnt: „Mein Name ist M.S., ich mache Theorien“,
verwandelt sich alsbald in eine Suada, die mehr und mehr den Leser aus dem
Blick verliert, um endlich nur noch reflexionstrunken in sich selbst zu kreisen
und zum quälenden Sermon zu werden.
> Denker auf Abwegen.
Der Blick in die Welt
21. Januar '10
Die Bischöfin und der Krieg
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Margot Käßmann, bleibt bei ihrer Kritik am deutschen
Afghanistan-Einatz. In der ARD-Abendsendung "Beckmann" betonte die Bischöfin,
sie würde die mittlerweile kritisierte Neujahrspredigt genauso noch einmal halten, denn sie steht nach wie vor zu dem, was sie gesagt hat.
> Predigt im Neujahrsgottesdienst in der Frauenkirche Dresden
21. Januar '10
Der "andere" Goethe
Zu einem Vortrag über »Goethe und die „griechische Liebe“« lädt die
Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs e.V. am Donnerstag, 21.
Januar 2010, 18 Uhr, in das Schiller-Museum ein. Daniel Wilson beschreibt anhand von bisher unbeachteten – ungedruckten und
gedruckten – Quellen, Ansichten und Darstellungen Goethes zur Homosexualität.
> Daniel Wilson spricht über Ansichten und Darstellungen Goethes zur Homosexualität
Der Blick in die Welt
20. Januar '10
Steinmeier fordert: Raus aus Afghanistan
Der ehemalige deutsche Außenminister und derzeitige SPD-Fraktionschef, Frank-Walter Steinmeier, plädiert mit Nachhaltigkeit dafür, den Bundeswehr-Einsatz in
Afghanistan spätestens in fünf Jahren zu beenden. Zugleich
mahnte der SPD-Politiker an, den Beginn des deutschen Truppenabzugs an den
Abbau der US-Präsenz in Afghanistan zu koppeln. Präsident Barack Obama, der am 20. Januar 2009 vereidigt wurde, hatte als erstes Abzugsdatum das Jahr 2011 genannt.
> Frank-Walter Steinmeier: "Wir stehen vor neuen Bedrohungen"
Gesellschaft
20. Januar '10
Unwort des Jahres 2009 gewählt
Aus 2018 Vorschlägen hat die Jury
das Wort "betriebsratsverseucht" zum Unwort des Jahres 2009 gewählt.
Mit der Formulierung sei ein "zumindest sprachlicher Tiefpunkt im
Umgang mit Lohnabhängigen" erreicht worden, so hieß es zur Begründung. Das Unwort des Jahres wird seit 1994 jährlich von der Jury der
sprachkritischen Aktion „Unwort des Jahres” an der Universität
Frankfurt am Main bestimmt.
> Das Unwort des Jahres 2009
Philosophie und Wissenschaft
18. Januar '10
Nachruf auf Lévi-Strauss
Claude Lévi-Strauss, der „wohl bedeutendste
Ethnologe des 20. Jahrhunderts", verstarb am 30.
Oktober 2009 in
Paris. In seinen Forschungen entwickelte er die ethnologische Methode des
Strukturalismus weiter, insbesondere zur Analyse der Verwandtschaftssysteme und
Denkformen der schriftlosen Gesellschaften. Michael Lausberg beschäftigt sich mit dem großen Ethnologen.
> Zum Tode von Claude Lévi-Strauss – Ein Rückblick
18. Januar '10
Neue Ausgabe "Gerbergasse 18" erschienen
In der neuen Ausgabe der "Gerbergasse 18" geht es um das Jahr 1990 und den Prozess hin zur deutschen Einheit, zur Wiedervereinigung am 03. Oktober. Der Blick zurück auf das Jahr 1990 ist wichtig, weil der Weg dahin kein leichter und kein einseitiger war. Seit der Herstellung der deutschen Einheit debattieren wir Deutschen allerdings pausenlos, ob wir denn nun ein Volk sind.
> Zur Webseite der "Gerbergasse 18"> Henning Pietzsch: Die Revolution in Thüringen
Der Blick in die Welt
18. Januar '10
Afghanistan: Zahl getöteter Zivilisten steigt
Der Krieg in Afghanistan hat 2009 mehr Zivilisten
als je zuvor das Leben gekostet. Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan teilte mit, daß die Zahl der getöteten Unbeteiligten, verglichen mit 2008, um 14
Prozent auf 2.412 gestiegen sei. Das Taliban-Regime wurde 2001 gestürzt, dennnoch will sich kein dauerhafter Friede am Hindukusch einstellen.
> Afghanistan in Blut und Chaos
Politik
18. Januar '10
Debakel für Schwarz-Gelb
Laut der neuen Forsa-Umfrage für „Stern“ und „RTL“ bleibt die Union wie
in der Vorwoche bei 35 Prozent, der Koalitionspartner FDP verlor
hingegen zwei Punkte und liegt nunmehr bei zehn Prozent. Mit gemeinsam 45
Prozent liegen Union und FDP jetzt zwei Punkte hinter SPD, Grünen und
Linken. Noch vor einer Woche lag Schwarz-Gelb einen Punkt vor den
Oppositionsparteien.
Gesellschaft
18. Januar '10
Kein Ende bei Bologna-Reform
2009 haben viele Studenten gegen die Bologna-Reform
protestiert. Im Jahr 1999, von 29 europäischen Bildungsministern unterschrieben,
sieht die Reform vor, das Studium in Europa anzugleichen. Viele der Studierenden sehen sich aber als Opfer
einer Studienreform, die zu schnell realisiert und zu wenig durchdacht
wurde. Nicht nur die Bildung bleibt auf der Strecke, auch die neuen Bachelor und Master will keiner mehr haben.
17. Januar '10
Helmut Schmidt erhält Thüringen-Preis
Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) erhält in diesem Jahr den
Point-Alpha-Preis. Wie die Präsidentin des Kuratoriums Deutsche Einheit, Lieberknecht, mitteilte, werde der
91-Jährige vor allem wegen seiner Standhaftigkeit beim
NATO-Doppelbeschluß und für seine Rolle bei der Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) ausgezeichnet. Der Preis wird am 17. Juni, dem Jahrestag des DDR-Volksaufstandes, in der
Gedenkstätte Point Alpha in Thüringen verliehen.
> Altkanzler Helmut Schmidt wurde 90
17. Januar '10
Weimar: Ausstellung zu Schillers Schädel
Mit der Ausstellung »Schillers Schädel - Physiognomie einer fixen Idee« präsentiert
die Klassik Stiftung Weimar ein Resümee der Forschungen um Schillers Schädel.
Die Ausstellung wird vom 24. September 2009 bis zum 31. Januar 2010 im
Schiller-Museum gezeigt. Ihr Ausgangspunkt ist das Projekt »Der
Friedrich-Schiller-Code«, das der Mitteldeutsche Rundfunk Landesfunkhaus
Thüringen 2006 initiierte und bis 2008 gemeinsam mit der Klassik Stiftung
Weimar durchgeführt hat.
> »Schillers Schädel -- Physiognomie einer fixen Idee«
Gesellschaft
15. Januar '10
Demanjuk-Prozeß unterbrochen
Der Prozeß gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher Demjanjuk wurde erneut
unterbrochen. Wie das Münchner Landgericht mitteilte, hatte der 89-jährige Angeklagte über
gesundheitliche Probleme geklagt.
Von einer Zwangs-Vorführung
hat man daher abgesehen. Der gebürtige Ukrainer soll 1943 als Wachmann im
NS-Vernichtungslager Sobibor mitgeholfen haben, Zehntausende Juden in die
Gaskammern zu treiben.
> Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Tiziano Scarpas "Stabat Mater"
Kann man Romane hören? Natürlich, wird man entgegnen, zum
Beispiel durch das akustische Medium der Hörbücher. Doch nein, das ist hier
nicht gemeint. Die Frage muss präzisiert werden. Kann man einen Roman wie ein
Musikstück empfinden, ihn wie eine Partitur auf Notenpapier lesen? Ja, man
kann. "Stabat Mater" ist so ein Buch. Gerade erst mit dem wichtigsten
italienischen Literaturpreis - dem Premio Strega 2009 - geehrt, ist diese
feine, beinahe wir mit Tönen gemalte kleine Erzählung eine Ode des Autors an seinen
Lieblingskomponisten Antonio Vivaldi.
> Ich bin ein Nichts 
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Astrophysik und Schöpfung
"Das Universum ist keine Uhr, die ruhig vor sich hin
tickt, sondern ein Abenteuer.", stellt Arnold Benz, Professor für
Astrophysik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, fest. Der
Autor lässt diesen Satz nicht unkommentiert im Raum stehen, sondern stellt dem
Leser diesen einzigartigen "Abenteuerspielplatz" in seinem neuen Buch
"Das geschenkte Universum" vor.
> Staunen, Erschrecken und Deuten
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Der lange Weg gen Westen
Nach Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) wird die Angleichung der ostdeutschen Wirtschaftsleistung an das Westniveau
noch deutlich länger dauern als bislang erwartet. So sei mit einem Gleichstand beim
Pro-Kopf-Niveau der Wirtschaftskraft erst in knapp 50 Jahren zur
rechnen, heißt es in einer der «Leipziger Volkszeitung» vorliegenden
Analyse des IWH. Die im Koalitionspapier von Union und FDP enthaltene
Absicht, bis 2019 die Unterschiede zu beseitigen, sei völlig
realitätsfern.
> Arnulf Baring: Ostwärts liegt eine demoralisierte Gesellschaft
Gesellschaft
11. Januar '10
Was bedeutet Glück?
Psychologe, Psychotherapeuten, Psychiater,
Politiker, Gurus und Geistliche schreiben regelmäßig Beiträge zum Thema
“Glück”. Die Buchläden bieten eine schier unermessliche Auswahl an Literatur
zur (Selbst-) Hilfe. Und obgleich es so vieles gibt, das uns glücklich machen
soll/kann/will, sind wir es erstaunlicherweise selten.
> Lisz Hirn: De felicitate
Feuilleton
11. Januar '10
Berlin: Madame Tussaud feiert
„Nein, der macht mir Angst!“ bekräftigt die junge Dame entschlossen und tritt
weg von Willy Brandt, mit dem sie sich nicht fotografieren lassen will: „Wer
ist denn das eigentlich?“ legt sie nach. Die Mutter bittet höflich noch einmal
um ein Erinnerungsfoto. Da ist die Tochter schon zur nächsten Figur getreten
und bringt sich neben Erich Honecker in Pose. Den kennt sie zwar auch nicht,
aber Erich Honecker wirkt offenbar vertrauenserweckender.
> Der schöne Schein aus Wachs. Madame Tussaud feiert in Berlin ihr einjähriges.
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Kafka und die Jahre der Erkenntnis
Reiner
Stach hat sein Leben als Forscher und Autor Franz Kafka gewidmet –
mit einer Ausschließlichkeit, wie sie sonst nur Klaus Wagenbach
aufbrachte. Stachs monumentale Lebensbeschreibung, deren zweiter
Band: Die Jahre der
Erkenntnis jüngst
erschienen ist – und ähnlich enthusiastisch
besprochen wurde wie der erste: Die
Jahre der Entscheidungen
–, ist nicht sein erstes Verdienst um die Kafka-Forschung: Reiner
Stach hat den Nachlass von Felice Bauer, Kafkas Braut, entdeckt
und 1999 der staunenden Weltöffentlichkeit
präsentiert.
> Kafka und die Jahre der Erkenntnis
Philosophie und Wissenschaft
11. Januar '10
Foucault und Habermas
Der Tod des Subjekts scheint allgegenwärtig zu sein. Die
abendländische Philosophiegeschichte lässt sich bis weit ins 20. Jahrhundert
hinein in weiten Teilen als ein Diskurs über die Destruktion eines einst
vermeintlich sich allmächtig dünkenden Subjekts lesen2, welcher in Foucaults klassischer
Metapher, dass „der Mensch verschwindet wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“, ein geflügeltes Wort gefunden hat.
> Die Stellung des Subjekts bei Foucault und Habermas
Philosophie und Wissenschaft
11. Januar '10
Was meint Toleranz?
Der lateinische Begriff der tolerantia wurde von Martin Luther als
„Tollerantz“ in die deutsche Sprache übertragen. „Toleranz […] bezeichnet allgemein das Dulden oder
Respektieren von Überzeugungen, Handlungen oder Praktiken, die einerseits als
falsch und normabweichend angesehen werden, andererseits aber nicht vollkommen
abgelehnt und nicht eingeschränkt werden.“
> Die Geschichte des Begriffs der Toleranz
Politik
11. Januar '10
Vor 20 Jahren
Bundespräsident Horst Köhler (CDU) hat den Mut der Demonstranten im Herbst 1989
gewürdigt. Sie hätten sich an ihre eigene Forderung der Gewaltlosigkeit
gehalten und ihr Schicksal selbst in die Hände genommen. Was damals geschehen ist, war echte
Demokratie. Zugleich erinnerte Köhler daran, daß
die Kundgebungen vom 9. Oktober 1989 Teil einer europäischen
Freiheitsbewegung gewesen sind, denn ohne die Veränderungen in Polen,
Ungarn und in der Sowjetunion wäre die Deutsche Einheit nicht möglich
gewesen.
> Leipzig gedenkt der friedlichen Revolution von 1989> Horst Köhler: 20 Jahre friedliche Revolution
Gesellschaft
11. Januar '10
Immer weniger Deutsche
Die Zahl der Einwohner in Deutschland ist im ersten Quartal 2009
erstmals seit Mitte der 90er Jahre unter die Marke von 82 Millionen
gesunken. Am 31. März
dieses Jahres wohnten in Deutschland 81,9 Millionen Menschen. Das sind 200.000
weniger als im März 2008. Der höchste Stand wurde 2002 mit 82,5
Millionen Einwohnern erreicht. Seitdem geht die Bevölkerung
kontinuierlich zurück, weil es mehr Sterbefälle als Geburten gibt.
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Philippe Claudel: Brodecks Bericht
„Ich selbst bin ein Nichts, aber ich tue mein
Nichts mit einem Stückchen von allem zusammen.“ Das schreibt 1840 der französische
Schriftsteller Victor Hugo in seiner „Rheinreise“ und 169 Jahre später wählt
diesen Satz ein gleichfalls französischer Autor als voranführendes Zitat seines
neuen Romans. Philippe Claudel gelingt erneut ein eindrucksvoller,
beklemmender und erschütternder Roman.
> Der Wolf im Schafspelz
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Nachruf auf Claude Lévi-Strauss
Der Mensch ist strukturalen Systemen unterworfen, derer er sich nicht
bewußt ist – und vermeintlich „primitive“ Naturvölker haben mehr mit
den Angehörigen westlicher Gesellschaft gemein, als diese lange Zeit
wahrhaben wollten. Diese Ideen beinhaltet das Werk von Claude
Lévi-Strauss. Wie die Académie Française am Dienstag bestätigte, starb
der französische Völkerkundler und Anthropologe in der Nacht von
Samstag auf Sonntag in Paris. Am 28. November wäre er 101 Jahre alt geworden.
> Nachruf auf Claude Lévy-Strauss
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Über das Wesen der Wirklichkeit
Manjit Kumar gelingt es mit unglaublich großem Talent und
anhand vieler bildlicher Vergleiche, das komplexe Thema der Quantentheorie,
eines der spannendsten Kapitel der Wissenschaftsgeschichte, dem interessierten
Laien näher zu bringen. Eine ausführliche Zeittafel und ein Glossar ergänzen
dieses ausgezeichnete Buch.
> Quantenkönige versus Physikpäpste
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Mirko Bonnés neues Buch
"Wie wir verschwinden" - der Titel des vierten Romanes des Hamburger Schriftstellers Mirk Bonné ist mehrdeutig. Verschwinden? Wohin? Wer? Und warum? Verschwinden - ein Wort, das vielschichtig gedeutet werden kann. Davonlaufen, sich fortstehlen, abhanden kommen, nicht mehr vorhanden sein oder sich entfernen, sind nur ein paar Synonyme, die dazu einfallen. Und alle treffen sie auf die im Buch geschilderten Personen zu.
> Möglichkeiten, das Leben zu lieben
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Der faszinierende Tyrann
Am 25. Mai 1966 hatte der Film „Au hasard Balthazar“ (deutsch:
„Zum Beispiel Balthasar“) in Frankreich Premiere (deutscher Start am 01.
November 1967). Es ist das überwältigend einfache und doch endlos komplizierte
Meisterwerk des französischen Regisseurs Robert Bresson und gehört zu den
besten und brillantesten Arbeiten des einzigartigen Filmemachers.
> Der faszinierende Tyrann
Feuilleton
11. Januar '10
Der süße Klang des Philosophen
Es herrscht kein Mangel an
musikwissenschaftlichen Abhandlungen. Anders verhält es sich mit
Musik-Philosophie:
Zeitgenössische Ästhetik befasst sich viel eher mit
Bildender Kunst und Literatur. Sollte die viel beschworene
Sprachferne aller Musik – aller guten
Musik – deren theoretische ‚Zurichtung’ erschweren? Ist
Philosophie über Musik am Ende unmöglich? Nicht ganz:
Das 19. Jahrhundert hat mehrere gehaltvolle Musikphilosophien
hervorgebracht. Vor allem Schopenhauer und Nietzsche sind zu nennen.
> Ciceroni: Cioran, Celibidache. Oder: über Musik. 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Annäherung im Nahen Osten?
Israel und der Iran haben Gespräche über eine atomwaffenfreie Zone im
Nahen Osten geführt. Dies bestätigte ein Sprecher des Außenministeriums
in Tel Aviv.Vertreter beider Seiten haben sich im vergangenen Monat
mehrfach in Kairo getroffen, um über dieses Thema zu sprechen. Es waren die
ersten Gespräche dieser Art seit der Islamischen Revolution im Iran von
1979. In der Tabula Rasa analysiert Robert Lembke den iranischen Machthaber.
> Der Buhmann bangt
Gesellschaft
11. Januar '10
Kein Ende bei Stasi-Diskussion in Sicht
Knapp 100.000 hauptamtliche und fast doppelt so viele inoffizielle
Mitarbeiter arbeiteten einst für das Ministerium für Staatsicherheit
(MfS) in der DDR. Nun wird wieder über die Zahl der im Öffentlichen
Dienst weiterbeschäftigten früheren Stasi-Mitarbeiter debattiert. In der Tabula Rasa lesen Sie einen Beitrag von den Pastoren der friedlichen Revolution - Markus Meckel und Rainer Eppelmann.
> Rainer Eppelmann - Markus Meckel: Die Revolution der Pastoren
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Neues von Hölderlin
„’Harmonisch entgegengesetzt’ ist ein Grundwort der
Hölderlin’schen Poetologie und als das Verhältnis von Einheit und Differenz
zugleich die Grundstruktur von ‚Darstellung’ in der abendländischen Philosophie
und Dichtung. Die Monographie arbeitet dieses zentrale Verhältnis in Bezug auf
sämtliche theoretische Schriften sowie bedeutende poetische Texte Hölderlins
heraus und bestimmt es in Rückgriff auf Platon und Heraklit in seiner
spezifischen Hölderlin’schen Ausprägung.
> Zur Darstellungskunst in Hölderlins Poetik
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Houellebecqs "Volksfeinde" erschienen
Die französischen Kulturstars Bernard-Henri Lévy und Michel Houellebecq
schreiben sich seit einiger Zeit öffentlich Briefe, die jetzt in dem
Buch "Volksfeinde" nachzulesen sind. Darin verteidigt Houellebecq
Egoismus und Feigheit, und Lévy ist ein geregelter Krieg lieber als die
Revolution. Houellebecq gilt in Frankreich zurzeit als der meistgelesene, aber auch umstrittenste Autor seiner Generation.
Gesellschaft
11. Januar '10
Das schöne Leben in der DDR
Der Kabarettist Uwe Steimle wetterte bei Plasbergs "Hart aber fair" kräftig gegen
die Bundesrepublik und lobte die DDR. Diese Verherrlichung nahm ihm der ZDF-Journalist
Wolfgang Herles richtig übel. So kam es bei Plasbergs Sendung wieder zu einer harten Kontroverse zwischen einem Besser-Wessi und einem
Ossi, der ein Stück Geschichte verklärte. Zwanzig Jahre nach dem Fall der innerdeutschen Grenze bleiben die Positionen verhärtet.
> Warum das Gerede vom Fall der Mauer ein ewig Gestriges ist
Feuilleton
11. Januar '10
Stefan George: der Ausnahme-Dichter
Den Dichter Stefan George, 1868 - 1933, kennen viele heute nur
dem Namen nach. Dabei stand der aus Bingen stammende Künstler für eine exklusive
und elitäre Kunstauffassung, für eine "Aristokratie des Geistes". Ulrich
Raulff hat sich in einem Buch „Kreis ohne Meister. Stefan Georges
Nachleben", das im Münchner Beck-Verlag erschien, nun auf Spurensuche
begeben.
> Konservative Revolutionäre und jüdische Intelligenz in der Weimarer Republik 
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Auf den seichten Schwingen der Philosophie
"So wichtig sie
uns ist, in der abendländischen Philosophie gilt die geschlechtliche Liebe seit
Platon als U-Musik.", schreibt Richard David Precht, der nach seinem
Bestseller "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" ein weiteres
philosophisches Buch für Jedermann vorlegt. Die Tabula Rasa nimmt den Bestsellerautor unter die Lupe. Was ist dran am neuen Magier der populären Worte?
> Liebe - ein Vollbad der lustvollen Selbstinventur
Buchbesprechungen
11. Januar '10
"Die florentinische Krankheit"
Florenz, das sind Santa Maria del Fiore - der Dom,
Michelangelos David, die Uffizien, Ponte Vecchio und Palazzo Pitti. Laut einer
UNESCO-Statistik besitzt Italien etwa 60 Prozent aller bedeutenden Kunstwerke
der Welt; rund die Hälfte davon befindet sich in Florenz. Nirgendwo liegen
Kunstgenuss und Lebenslust so nah beisammen.
> Heike Geilen: Kunst und Wahn
Kirche und Religion
11. Januar '10
Auf dem Weg nach Turin
Im kommenden Frühjahr wird in Turin das Leichentuch Christi
wieder ausgestellt. Dass jetzt die im Vatikanischen Geheimarchiv arbeitende
Historikerin Barbara Frale eine bislang unveröffentlichte Entdeckung des
französischen Forschers Thierry Castex bekannt werden ließ, der auf dem
geheimnisvollen Tuch mit fotografischen Methoden einen aramäischen Schriftzug
sichtbar machte, der mit „Wir haben gefunden“ oder „Warum gefunden“ übersetzt
werden kann, ist pünktlich zur erneuten Ausstellung des Tuchs wie Öl in das
Feuer einer oft gereizt geführten Debatte.
> Guido Horst: Auf dem Weg nach Turin
11. Januar '10
Schirmherrschaft für Krankenversicherung
Nun sind die Rezessionsängste auch im deutschen Gesundheitswesen angekommen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt kündigte einen Rettungsschirm für die gesetzliche Krankenversicherung an.
Der Bund werde die in diesem Jahr notwendigen Darlehen zur Finanzierung
des Gesundheitsfonds
bis mindestens 2011 stunden, so die SPD-Politikerin.
Damit hat die Krankenversicherung im kommenden Jahr rund eine Milliarde Euro mehr zur Verfügung als ohne die Maßnahme.
Politik
11. Januar '10
Der Ex-SED-Chef Krenz als Autor
Einst war Egon Krenz ein hochrangiger Funktionär der DDR-Staatspartei (SED) und 1989 kurze Zeit Nachfolger Erich Honeckers. Nach der Wiedervereinigung wurde Krenz 1997 vor Gericht gestellt und zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen seiner Mitverantwortung am Tod von vier DDR-Flüchtlingen verurteilt, wovon er vier knapp Jahre verbüßte. Nun hat Krenz seine "Gefängnis-Notizen" vorgestellt. Zeit für die Tabula Rasa nochmals einen Blick auf die DDR zu werfen.
> Constantin Graf von Hoensbroech im Interview mit Joachim Gauck 
11. Januar '10
Dämpfer für Lieberknecht
Fehlstart für die neue CDU-Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine
Lieberknecht: Die Nachfolgerin von Dieter Althaus konnte erst im
dritten Wahlgang die notwendige Mehrheit erringen – aber nur mit Hilfe
der Opposition. Beim neuen Koalitionspartner SPD wird gemutmaßt, daß
in der CDU noch "alte Rechungen" zu begleichen waren. Auch Linke-Herausforderer Bodo Ramelow stellte sich zur Wahl.
> Bodo Ramelow im Gespräch> Armes, kleines Thüringen
Politik
11. Januar '10
CSU tagt in Wildbad Kreuth
Am Mittwoch begann im bayerischen Wildbad Kreuth, nahe dem Tegernsee, die Klausurtagung der CSU. Die Partei
muß diese Tagung dazu nutzen, um sich nach einem schwierigen Jahr zu
stärken. Eine Schlüsselrolle hat dabei Parteichef Horst Seehofer. Die Nummer eins der CSU hat es nicht leicht, denn seine Position in der Partei ist alles andere als
unumstritten.
> Horst Seehofer - der neue Ministerpräsident aus der Sicht eines bayerischen Bürgers
Kirche und Religion
11. Januar '10
Benedikt XVI. in Angola
Papst Benedikt XVI. hat in Angola zur weiteren Missionierung des
afrikanischen Kontinents aufgerufen. Auch fünf Jahrhunderte nach dem
Beginn der Evangelisierung Angolas seien viele Menschen
orientierungslos oder glaubten sich von unheilvollen Geistern und
Mächten bedroht, betonte der Papst in einer Messe in der Hauptstadt
Luanda. Benedikt war bei der Ankunft in Luanda
gestern frenetisch bejubelt worden.
> Robert Lembke: Enzyklika Deus caritas est
Gesellschaft
11. Januar '10
Kinderarmut wird immer größer
Die Zahl armer Kinder steigt auch in Deutschland kontinuierlich an. Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes schlägt daher Alarm: In 20 Jahren könnte jedes zweite Kind in einer sozialschwachen
Familie leben. Bereits jetzt ist die Zahl von 15 Millionen Kindern, die unter ärmlichen Verhältnissen leben, besorgniserregend.
11. Januar '10
Sterbehilfedebatte
In die derzeit so emotional geführte Sterbehilfedebatte hat
nun auch der renommierte Mannheimer Medizinrechtler Jochen Taupitz eingegriffen.
Mit seinen Äußerungen zu diesem Thema kommt nun wieder neue Bewegung in
die Diskussion. Doch die Thesen von Taupitz stehen auch in der Kritik.
> Sterbehilfedebatte
Politik
11. Januar '10
Westerwelle kritisiert die Union
Guido Westerwelle (FDP) hat die Unionspolitiker aufgefordert, zu einer klaren
Wirtschaftspolitik zurückzukehren. Wie der Liberale erklärte, befindet sich die Union derzeit in einem "Durcheinander". Dies zeigt sich beim Enteignungsgesetz, wo sie sich von grundlegenden
Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft verabschiedet. Majid Sattar beleuchtet in der Tabula Rasa den Liberalen Guido Westerwelle.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich 
Politik
11. Januar '10
Union verliert, FDP legt zu
Nach einer aktuellen Sonntagsfrage der Gesellschaft für Markt- und
Sozialforschung (GMS) liegt die CDU/CSU bei 35 Prozent der Stimmen. Das
sind zwei Prozentpunkte weniger als noch vor einem
Monat. Die Liberalen hingegen legen um zwei Prozentpunkte auf 16 Prozent
zu. Eine schwarz-gelbe Koalition käme demnach auf 51 Prozent der Stimmen
und könnte die nächste Bundesregierung stellen. Die SPD verliert einen
Prozentpunkt und liegt derzeit bei 26 Prozent. Die Grünen
klettern um einen Prozentpunkt auf 11 Prozent. Die Linke verharrt bei 9
Prozent. Ein rot-rot-grünes Bündnis könnte demnach 46 Prozent der
Stimmen auf sich vereinigen.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich
Politik
11. Januar '10
De Maizière vor Untersuchungsausschuss
Der Chef des Bundeskanzleramtes Thomas de Maizière steht am Montag als
Zeuge vor dem sächsischen Untersuchungsausschuss zur sogenannten
Aktenaffäre. Der 55-jährige CDU-Politiker war von Herbst 2004 bis Ende
2005 sächsischer Innenminister und damit auch zuständig für den
Verfassungsschutz. Den Ausschuss interessiert nun, warum De Maizière 2005
trotz eines einschränkenden Urteils des Verfassungsgerichtes in Sachsen
Teile der Organisierten Kriminalität weiter vom Geheimdienst
beobachten ließ und das Urteil offenbar missachtete.
Politik
11. Januar '10
Opel darf hoffen
Die Bundesrepublik will dem angeschlagenen Autobauer Opel mit
Bürgschaften helfen, sich jedoch nicht an dem Unternehmen beteiligen. Das
hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch am Opel-Stammsitz in
Rüsselsheim deutlich gemacht. Vor rund 3.000 Mitarbeitern betonte sie: Voraussetzung für staatliche Hillfe sei, daß Opel einen privaten
Investor finde. Damit grenzte sich die CDU-Politikerin zur Haltung von
Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) ab, der auch eine staatliche
Beteiligung nicht ausschließt.
> Bernd Rede: Der Verlust der Wirklichkeit
Kirche und Religion
11. Januar '10
Europas größter Gottesdienst
In Chemnitz hat am Sonntag Europas größter
Gottesdienstmarathon Pro Christ 2009 begonnen. Zum Auftakt kamen rund 6.400 Besucher. Bis zum 5. April wird ProChrist täglich ab 19:30 Uhr Gottesdienste abhalten, die per
Satellit in 18 europäische Länder übertragen werden. Nach Angaben der
Organisatoren sollen bei der größten Laienveranstaltung nach dem
Kirchentag rund eine Million Menschen erreicht werden. In Chemnitz
werden pro Abend zwischen 5.000 und 7.000 Besucher erwartet.
> Warum sind wir so säkular? Eine Antwort aus dem deutschen Osten
Politik
11. Januar '10
FDP kommt auf 17 Prozent
Die neueste Sonntagsfrage des
Forsa-Instituts Forsa sieht die Liberalen derzeit bei 17 Prozent der Stimmen. Die Union bleibt bei 34 Prozent. Schwarz-Gelb
könnte also derzeit 51 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die SPD
gewinnt einen Prozentpunkt und erreicht 25 Prozent. Die Grünen
kommen auf 10 Prozent. Die Linke dagegen
verliert einen Prozentpunkt und liegt jetzt ebenfalls bei 10 Prozent.
Rot-Rot-Grün käme demnach im Bundestag auf 45 Prozent.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich 
Politik
11. Januar '10
Obama fordert atomare Abrüstung
Nach dem Start einer Langstreckenrakete aus Nordkorea hat der amerikanische Präsident Barack Obama konkrete Schritte für eine atomare Abrüstung angekündigt. "Wir werden
damit anfangen, unser Atomwaffenarsenal zu reduzieren", sagte Obama in
Prag. Er verlangte eine Bestrafung Nordkoreas für den jüngsten
Raketentest und unterstrich, daß er am Raketenschild in Osteuropa
festhalten wird.
> Bettina Röhl: Seelenhirt und Bürgerpriester
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
EZB senkt Leitzins
Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise hat die Europäische Zentralbank
(EZB) den Leitzins im Euro-Raum auf ein Rekordtief gesenkt. Der
wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft verringert sich auf
1,25 Prozent. Fachleute hatten eine mutigere Zinssenkung erwartet. Die
Börsen zeigen sich trotz der Senkung unbeeindruckt.
> Peter Scholl-Latour: Wall Street in Trümmern
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Opel: Abbau von 3500 Stellen befürchtet
Radikaler Job-Kahlschlag bei Opel: Um den von der Pleite bedrohten
deutschen Autobauer zu retten, ist nach Angaben des US-Mutterkonzerns General Motors (GM)
neben Staatshilfen auch der Abbau von mindestens 3500 Arbeitsplätzen
notwendig. Laut GM-Europa-Chef Forster muß der Rest der Belegschaft
mit weniger Geld auskommen
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
Politik
11. Januar '10
Lammert lehnt Direktwahl des Bundespräsidenten ab
Gegen eine Direktwahl des Bundespräsidenten hat sich Bundestagspräsident Norbert Lammert ausgesprochen. Wie der CDU-Politiker hervorhob, würde ein derartiger Schritt die
politische Architektur in Deutschland nachhaltig verändern. Bei der Debatte werde regelmäßig übersehen,
daß mit Ausnahme des Bundestages alle Verfassungsorgane indirekt
gewählt würden. Bundespräsident Köhler hatte sich nach seiner
Wiederwahl für mehr Bürgerbeteiligung in der Politik ausgesprochen. Als
Beispiele nannte er Verfassungsänderungen; aber auch die Wahl des
Bundespräsidenten dürfe kein Tabu sein, so der wieder gewählte Köhler. In der Tabula Rasa lesen Sie die Rede des Bundespräsidenten anläßlich des 60. Geburtstages der Bundesrepublik.
> Horst Köhler: Festansprache von Bundespräsident Horst Köhler
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Die Macht des Barack Obama
Der amerikanische Präsident hat den Druck auf die um ihre Existenz
kämpfenden Autobauer General Motors und Chrysler massiv erhöht. Die von Barack Obama eingesetzte Auto-Taskforce lehnte am Montag die
Sanierungspläne der Opel-Mutter GM und der früheren Daimler-Tochter
Chrysler als unzureichend ab und setzte den beiden Unternehmen Fristen
für eine Nachbesserung. Zudem trat auf Drängen der Regierung GM-Chef
Rick Wagoner mit sofortiger Wirkung zurück.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Barack Obama kommt: Realismus, keine Euphorie 
Gesellschaft
11. Januar '10
Gewalttat in Landshut
Ein 60 Jahre alter Mann hat im Landgericht Landshut eine Waffe gezogen
und um sich geschossen. In einer Sitzungspause soll es zu einem Streit
gekommen sein, bei dem der Mann eine Frau erschoß und zwei weitere
Menschen verletzte. Anschließend beging der Täter Selbstmord. Erst am 11. März 2009 geriet Winnenden in die Schlagzeilen, als die dortige Realschule zum Schauplatz eines Amoklaufs wurde. Dort verloren 15 Menschen und der Attentäter ihr Leben.
> Bettina Röhl: Die Toten von Winnenden und die Mitschuld der Amok-Industrie
11. Januar '10
Ärztepräsident Hoppe in der Kritik
Wenn der Vorsitzende der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, künftig entscheiden könnte, würden nur noch
Notfälle unmittelbar versorgt. Breite Unterstützung darf er für seine
Vorschläge nicht erwarten. Im Gegenteil: Die wahlkämpfende Politik
läuft Sturm. „Diese Vorschläge beruhen auf einer falschen Diagnose und
sind ethisch nicht haltbar“, erklärte der SPD-Gesundheitsexperte Karl
Lauterbach. Hoppe hatte vorgeschlagen, von einem „Gesundheitsrat“
eine Prioritätenliste von Krankheiten je nach ihrer Bedrohlichkeit
erstellen zu lassen und die Patienten dann in der Reihenfolge dieser
Liste zu behandeln. „Krankheiten, die durch einen gesunden Lebensstil
vermieden werden können, würden an unterste Stelle der Prioritätenliste
gesetzt“.
> Karl Kardinal Lehmann: Der ärztliche Beruf in der Spannung
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neuwahlen in Afghanistan am 20. August
Der afghanische Präsident Hamid Karzai, der seit 2004 regiert, hat für den 20. August vorgezogene Präsidentschaftswahlen angekündigt. Das Land am Hindukusch ist weit von einer Befriedung entfernt. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Taliban, auch die Präsenz der amerikanischen Truppen im Land kann der Flut von Terroranschlägen nichts entgegenhalten.
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan in Blut und Chaos
Kirche und Religion
11. Januar '10
Boomfach Theologie
Immer mehr Jugendliche wollen wieder evangelische Theologie studieren. Nachdem in den letzten zehn Jahren die Studienzahlen massiv rückläufig gewesen sind, zeichnet sich nun ein gegenläufiger Trend ab. Unter den Studienbeginnern ist der Frauenanteil hoch, die Chancen später einen Job als Pastorin zu finden, sind perspektivisch gesehen nicht schlecht.
> Warum sind wir so säkular? Eine Antwort aus dem deutschen Osten
Politik
11. Januar '10
FDP kritisiert Abwrackprämie
Der finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Solms, hat
die geplante Aufstockung der Abwrackprämie als "falsches
konjunkturpolitisches Signal" kritisiert. Die positiven Effekte für die
deutschen Automobilhersteller seien begrenzt, da zwei Drittel der
verkauften Autos im Ausland hergestellt würden. Zudem ist von einem völligen
Nachfrage-Einbruch für die Zeit nach der Prämie auszugehen.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich
Politik
11. Januar '10
FDP sinkt in der Wählergunst
Laut der neuesten Sonntagsumfrage von Forsa hat die CDU einen
Prozentpunkt zulegen können und liegt nun bei 36 Prozent. Auch die SPD
verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 26. Sowohl die Grünen als auch
die Linkspartei blieben unverändert - die Grünen bei 9, die Linke bei
10 Prozentpunkten. Die FDP dahingegen verlor 2 Prozent und kommt somit
nur noch auf 14 Prozent. Damit hält der Abwärtstrend
der FDP an. Seit dem 1. April (17 Prozent) konnte die FDP keinen
Anstieg an Umfragepunkte verzeichnen.

Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Afghanistan: Mehrere NATO-Soldaten getötet
Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans sind drei
NATO-Soldaten und ein Zivilist getötet worden. Der Anschlag
ereignete sich in der Provinz Kapisa. Erst am Montagmorgen wurde in Nordafghanistan eine Patrouille der Bundeswehr mit einer Sprengladung angegriffen. Weder die Fahrzeuge noch die
Soldaten kamen bei dem Vorfall zu Schaden. Auch diese Attacke reihte sich in eine Serie von
Angriffen auf die Bundeswehr im Norden ein, wo sich die Lage zunehmend
verschärft.
> Christoph R. Hoerstel: Die islamische Welt wartet auf Obamas Wechsel
Gesellschaft
11. Januar '10
Stadtarchiv Köln: Eine Aufgabe für Generationen
Das Historische Archiv der Stadt Köln gilt als größtes kommunales Archiv nördlich der Alpen. Am 3. März 2009 kam es zum Einsturz des Gebäudes und zweier Nachbargebäude. Bei der Katastrophe kamen zwei Menschen ums Leben. 90 Prozent des
Archivguts wurden verschüttet, wobei der Zustand der geborgenen
Archivalien sehr unterschiedlich ist. Diese werden zur Lagerung und
Restaurierung auf zahlreiche Archive in ganz Deutschland verteilt.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Eine Aufgabe für Generationen
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Marktwirtschaft ist beschädigt
Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, konstatiert bei einem Vortrag in der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg, daß die soziale Marktwirtschaft weltweit durch die Finanzkrise an
Ansehen verloren hat. Daran sind nicht nur die Banken und das Bankensystem schuld: Auch die Folgen der Globalisierung und
ein schlechtes Image in den Medien hat zum Ansehensverlust des
Wirtschaftssystems beigetragen.
> Constantin Graf von Hoensbroech: BKU-Jubiäum im Zeichen der Finanzkrise
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Berlin: Annie Leibovitz-Ausstellung noch bis 24. Mai geöffnet
Die Ausstellung “A Photographer´s Life . 1990 - 2005″
beleuchtet anhand privater Fotografien und professioneller Auftragsarbeiten der
amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz (geb. 1949 / Westport) eine Chronik
der Ereignisse aus den vergangenen fünfzehn Jahren. Gezeigt werden 200 teils großflächige, monochrome Landschaftsaufnahmen. Die
Ausstellung endet am 24. Mai 2009. In der Tabula Rasa lesen Sie mehr dazu.
> Jan Löw: Das Wort "Star" mag sie nicht
Kirche und Religion
11. Januar '10
Pro-Christ in Chemnitz
Das Woodstock der Evangelikalen liegt in Chemnitz. Am Sonntag klingt
dort das Missionsfestival ProChrist aus, das Zehntausende anzieht. Der
EKD-Ratschef Huber will die Bibeltreuen jetzt in die Kirche
integrieren. Viele Positionen dieser frommen Protestanten unterscheiden
sich kaum von Ansichten des Papstes.
> Eilert Herms: Was Protestanten aus dem Fall Williamson ...
11. Januar '10
Prozeß gegen Althaus beginnt
Nach der Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen Thüringens
Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) beantragte sein Verteidiger
Walter Kreissl am Dienstag, daß die Hauptverhandlung noch am
Nachmittag beginnen soll. Daraufhin wurde die
Verhandlung vor dem zuständigen Bezirksgericht im österreichischen
Irdning kurz nach 16.30 Uhr eröffnet. Eine Anwesenheitspflicht
von Althaus besteht nicht, sein Anwalt vertritt ihn.
Politik
11. Januar '10
Horst Seehofer kritisiert CDU
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer kritisiert das derzeitige Profil der CDU. Seehofer bemängelt, daß ihr ein klarer Kurs fehlt und sie sich nicht hinreichend um ihre Stammwähler kümmert. Mit kritischer Sicht auf den CDU-Führungsstil warf er der Schwesterparei vor, immer mehr Wähler der FDP in die Arme zu treiben. Im Osten Deutschlands liegt die CDU mittlerweile hinter der Linkspartei.
> Ewald Zachmann: Horst Seehofer
11. Januar '10
112. Deutscher Ärztekongress
Jörg Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, verlangt mehr Geld für die
gesetzliche Krankenversicherung. Seiner Meinung nach sind die Probleme im
Gesundheitswesen nur über höhere Beiträge oder über Steuermittel
zu lösen. Hoppe wies darauf hin, daß in den meisten Industriestaaten etwa
neun Prozent des Brutto-Inlandsprodukts in die gesetzliche
Krankenversicherung fließen. In Deutschland dagegen sind es nur sechs
Prozent. Der Chef der BÄK bekräftigte seinen Vorschlag einer
dreistufigen Prioritätenliste, die eine bevorzugte Behandlung von
schwer- oder lebensbedrohlich Erkrankten vorsieht. Der 112. Deutsche
Ärztetag findet in Mainz statt.
> Karl Kardinal Lehmann: Der ärztliche Beruf in der Spannung
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neuer Kuba-Kurs der USA
Nach Jahren der Distanz gehen die USA und Lateinamerika
auf das kommunistische Kuba zu. Auf dem Amerika-Gipfel in Trinidad einigten sich die Regierungen des Kontinents darauf, ihre Beziehungen auf
der Grundlage von gegenseitigem Respekt, Partnerschaft und Gleichheit
weiterzuentwickeln und zu vertiefen. Das US-Embargo gegen die Karibik-Insel soll
jedoch nicht aufgehoben werden.
> Bettina Röhl: Seelenhirt und Bürgerpriester
Politik
11. Januar '10
Die Rolle der Kirchen vor 20 Jahren
Die früheren Bürgerrechtler Rainer Eppelmann und Markus Meckel haben die Bedeutung
der Kirchen für die friedliche Revolution in der DDR vor 20 Jahren
hervorgehoben. Nur in den Kirchen habe man frei reden können, betonte Eppelmann gegenüber dem Magazin "Chrismon". Weil der DDR-Staat Gottesdienste
nicht verboten habe, seien in dem Umfeld der Kirchen die
Friedensgruppen entstanden, so der heutige CDU-Politiker.
> Udo Kern: Zum Kritikpotential des Protestantismus
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Papst beendet Israel-Reise
Papst Benedikt XVI. beendet am Freitag seine achttägige
Nahost-Reise. Zunächst besucht er die Grabeskirche in der Jerusalemer
Altstadt. Anschließend sind Begegnungen mit dem armenischen und dem
griechisch-orthodoxen Patriarchen geplant. Am Mittag verabschieden
Israels Staatspräsident Peres und Regierungschef Netanjahu das
Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche am Flughafen Tel Aviv. Am
Nachmittag wird der Papst in Rom zurückerwartet.
> Wolfgang Huber: Naher Osten
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
250 Tote nach Erdbeben in Italien
Täglich werden neue Opfer geborgen. Die Zahl der Toten, die beim verheerenden Erdbeben in Mittelitalien ihr Leben gelassen haben, ist mittlerweile auf 250 gestiegen. Zehntausende sind obdachlos, weil ihre Häuser eingestürzt
sind oder stark beschädigt wurden. Immer wieder erschweren Nachbeben die Rettungs-
und Bergungsarbeiten.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Afghanistan: Raketenangriff auf Bundeswehr
Kurz vor dem Besuch von Bundesverteidigungsminister
Franz Josef Jung im nordafghanischen Kundus wurden gegen das dortige
Bundeswehr-Feldlager zwei Raketen abgefeuert. Im nördlichen Afghanistan sind die meisten deutschen Soldaten stationiert. Am Mittwoch wird Jung beim deutschen Wiederaufbauteam in Kundus
erwartet. Nach wie vor ist die Sicherheitslage in dieser Region
mehr als kritisch.
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan in Blut und Chaos
11. Januar '10
Thüringen: CDU im Plus
Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahlen in Thüringen wären, bliebe die CDU mit 39
Prozent weiterhin stärkste Kraft in Thüringen. Zweitstärkste Partei
wäre Die Linke mit 25 Prozent der Stimmen, gefolgt von den
Sozialdemokraten mit 20 Prozent. Die FDP würde sechs Prozent der
Stimmen erreichen und auch die Grünen hätten mit fünf Prozent Chancen,
in den Landtag einzuziehen, in dem sie seit 1994 nicht mehr vertreten
sind. Die CDU von Ministerpräsident Althaus hätte damit die absolute Mehrheit
im Erfurter Landtag verloren und müsste sich einen Koalitionspartner
suchen. Eine klare Mehrheit hätte derzeit nur eine Koalition aus CDU
und SPD. Sollten die Grünen den Einzug in den Landtag allerdings nicht
schaffen, gäbe es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schwarz-Gelb und
Rot-Rot. Der Anteil der unentschlossenen Wähler liegt bei mehr als 40
Prozent.
> Lutz Rathenow: Quo vadis, Thüringen?
11. Januar '10
Fleisch verkürzt Lebenserwartung
Steaks, Hamburger, Koteletts, Würstchen, Speck: Wer häufig große
Portionen Fleisch von Rind, Schwein und Schafen verzehrt, soll damit
seiner Gesundheit erheblichen Schaden zufügen. Das zumindest untermauert die
bisher weltweit größte Studie zum Gesundheitsrisiko durch rotes Fleisch. Befragt wurden 545 000 Personen.
> Karim Akerma: Vegetarische Dystopie?
Politik
11. Januar '10
Union im Aufwärtstrend
Die Union hat in der neuesten Emnid-Umfrage inzwischen zum dritten Mal
in Folge ihre Zustimmungswerte steigern können. Sie kommt derzeit auf 36
Prozent und erreicht wieder ihren Jahresbestwert. Die
SPD hingegen verliert leicht und kommt nur noch auf 26 Prozent. Auch die Grünen müssen einen Verlust verkraften und erreichen nur
noch 9 Prozent. Die Linkspartei verläßt ihr Jahrestief und
kommt wieder auf 11 Prozent. Die FDP
bleibt stabil bei 14 Prozent.

Gesellschaft
11. Januar '10
Halle: 11.
Bundeskongress für politische Bildung
Vom 12. bis 14.
März 2009 findet in der Georg-Friedrich-Händel-HALLE der
11. Bundeskongress für politische Bildung zum Thema „Entgrenzungen.
Gesellschaftlicher Wandel in Vergangenheit und Gegenwart“ statt. Der Kongress der
Bundeszentrale für politische Bildung wird am 12.März, um 16 Uhr mit
Grußworten von Ministerpräsident Prof. Dr.Wolfgang Böhmer und Thomas
Krüger, Präsident der Bundeszentrale, eröffnet. Frau Professor
Seyla Benhabib (Yale University) wird den Festvortrag halten.
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Manager sollen Boni-Gehälter spenden
Die Millionenbezüge für die ehemaligen Vorstände der Dresdner Bank
sorgen für scharfe Kritik bei Union und SPD. Wirtschaftsminister
Karl-Theodor zu Guttenberg spricht von Maßlosigkeit und erklärt es zu
einer Frage des Anstands, daß die Manager ihre Boni zurückzahlten oder
zumindest spendeten. Die Tabula Rasa spricht mit Günter Schabowski über die Wirtschaftslage in der DDR.
> Günter Schabowski: Zwieback im Politbüro, Die profitfreie Planwirtschaft
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Der Weg nach Tibet ist wieder frei
Wegen der Aufstände und Proteste im März 2008 hielt die chinesische
Regierung die Grenzen Tibets über ein Jahr lang für Touristen gesperrt.
Nun dürfen Besucher wieder einreisen - unter speziellen Auflagen. Ausländischen Touristen ist ab kommender Woche
wieder die Einreise nach Tibet erlaubt. Ab 5. April dürften wieder
Urlauber ins Land kommen, erklärte ein Sprecher der tibetischen
Tourismusbehörde am Montag. Die Lage sei sicher.
> Peter Scholl-Latour: Eine gesteuerte Revolte in Tibet
Politik
11. Januar '10
Der Linksruck des Horst Köhler
Am 23. Mai wird der Bundespräsident gewählt. Horst Köhler will eine
zweite Amtszeit – und ist der erste Präsident, der sich für seine
Wiederwahl gegen Herausforderer behaupten muß. Sein Vorsprung ist
äußerst knapp. Darum gehört auch Kapitalismuskritik zum Repertoire des
ehemaligen IWF-Chefs. In der Tabula Rasa lesen Sie nochmals die "Berliner Rede".
> Horst Köhler: "Die Glaubwürdigkeit der Freiheit"
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Immer wieder Opel
Ministerpräsident Rüttgers appellierte an mögliche Opel-Investoren bei ihren Sanierungsplänen auch die Belegschaft mit einzubeziehen. Denn, so die Begründung des CDU-Politikers: Nur mit motivierten Beschäftigten habe der
angeschlagene Autobauer aus Rüsselsheim überhaupt eine Zukunft. Das Thema Insolvenz steht für Opel im Augenblick nicht im Mittelpunkt, da es derzeitig vier mögliche Investoren gibt.
Rüttgers geht aber davon aus, daß bei einer Neustrukturierung des Unternehmens Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Neben den bisherigen
Bewerbern Fiat, Magna und Ripplewood hatte gestern auch der chinesische
Auto-Konzern BAIC eine Offerte vorgelegt. Am Mittwoch-Abend wird sich die Bundesregierung auf einen Opel-Favoriten festlegen.
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
Gesellschaft
11. Januar '10
40 Prozent der Alleinerziehenden benötigen Hartz IV
40 Prozent aller Alleinerziehenden in Deutschland sind auf Hartz IV
angewiesen. Dies geht aus einer Studie der Bundesagentur für Arbeit in
Nürnberg hervor. Demnach beziehen 650.000 Alleinerziehende die
Grundsicherung; 95 Prozent davon sind Frauen. Wie es in der
Untersuchung weiter heißt, haben Haushalte mit Kindern und nur einem
Elternteil ein erhöhtes Armutsrisiko. Sie seien zudem öfter und länger
auf staatliche Hilfe angewiesen als andere Haushalte.

Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Die lange Rettung von Opel
Der Rettungsplan für den angeschlagenen Autohersteller Opel wurde auch in
Thüringen mit Freude aufgenommen. Ministerpräsident Dieter
Althaus sagte, die getroffene Entscheidung sei ein guter Grund, dankbar
zu sein, denn nunmehr hat auch das Eisenacher Werk gute Perspektiven. In der Nacht zum Samstag hatten sich Bundesregierung,
Länder, US-Regierung und der Mutterkonzern General Motors darauf
geeinigt, daß der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna Opel
übernehmen soll. Dafür erhält Opel vom Bund einen Überbrückungskredit
über 1,5 Milliarden Euro. In der Tabula Rasa lesen Sie einen Artikel, der sich mit der Frage des Fortschritts kritisch auseinandersetzt.
> Marco Meng: Milch aus glücklichen Dosen Oder: über unseren Glauben an den Fortschritt
Gesellschaft
11. Januar '10
Schwere Vorwürfe von Amnesty International
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der deutschen Justiz vorgeworfen, das allgemeine Folterverbot auszuhöhlen. Denn, so die Begründung: Durch die
Abschiebung von Terrorverdächtigen in Länder, in denen Gefangene
nachweislich mißhandelt würden, leistet die Bundesregierung der Folter
Vorschub. Zudem hätten deutsche Beamte im vergangenen Jahr
erneut einen mutmaßlich gefolterten Gefangenen im Ausland verhört. Im
jährlich vorgelegten Bericht der Organisation werden auch Menschenrechtsverletzungen in zahlreichen EU-Staaten
aufgeführt und beschrieben. Weltweit befürchtet die Organisation, daß sich die Lage
der Menschenrechte durch die Wirtschaftskrise weiter verschärft. In der Tabula Rasa lesen Sie einen Essay über den Verantwortungsethiker Hans Jonas.
> Teresa Tammer: Unwissen macht nichts?
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Opel auf ewig
Nach den ergebnislos verlaufenden Gesprächen der US-Regierung mit dem Autokonzern General Motors (GM) hat Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die Schuld für die andauernde Hängepartie dem
deutschen Autobauer gegeben. „Wir dürfen einmal mehr feststellen, dass
das Verhalten der Verantwortlichen bei General Motors, sei es in
Detroit, aber leider auch in Europa, durchaus zu wünschen übriglässt“,
so der Minister im "Ersten Deutschen Fernsehen". Guttenberg unterstrich nachhaltig, daß eine Lösung spätestens bis Freitag gefunden werden muß. Diese Frist sei auch deshalb geboten,
weil der Liquiditätsbedarf bei Opel relativ dringlich sei und
in den USA das Insolvenzverfahren für den ganzen GM-Konzern drohe.
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Gorbatschow kritisiert die deutschen Medien
Der letzte Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, hat im "Deutschlandradio Kultur" die
deutschen Medien für ihren Umgang mit Rußland scharf kritisiert. Trotz der vielen Fehler, die in seinem Land gemacht werden, mahnte er für mehr Verständnis gegenüber Rußland. Für den entscheidenden Wegbereiter der Deutschen Einheit vor 20 Jahren war die Nato-Osterweiterung ein "großer
Fehler". Außerdem kritisierte er die passive Haltung der EU während der
Jelzin-Ära. Durch eine Partnerschaft mit dem "Petersburger Dialog" können Sie in der Tabula Rasa einen Brief Gorbatschows an die deutschen Medien aus dem Jahr 2008 lesen.
> Michail Gorbatschow: Offener Brief an die deutschen Medien
Politik
11. Januar '10
Suche nach Privatinvestor für Opel
Für den finanziell angeschlagenen Autobauer Opel wird die Lage immer kritischer. So hält der neue Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg eine Rettung
des Unternehmens nur durch den Einstieg eines
Privatinvestors für möglich. Das unterstrich Guttenberg auf seiner Reise in
die USA. Auch der thüringische Standort Eisenach ist bedroht. Mehr zur Finanz- und Wirtschaftskrise lesen Sie hier.
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
Politik
11. Januar '10
Union kommt auf Jahreshoch
Bei der wöchentlichen Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins „Stern“ und
des Privatsenders RTL konnten CDU/CSU um zwei Prozentpunkte zulegen und
mit 36 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis 2009 erreichen. Die SPD fiel
dagegen um einen Punkt auf 24 Prozent zurück, auch die FDP büßte einen
Punkt ein und kommt derzeit auf 16 Prozent.
> Wer gewinnt die Bundestagswahl 2009? 
11. Januar '10
Jeder vierte Thüringer ist arm
Wie aus dem neuesten Armutsbericht hervorgeht, gilt jeder vierte Thüringer nach EU-Kriterien als arm. Im Jahr 2006
verfügten nach Angaben des Landesamtes für Statistik 25 Prozent der
Thüringer über ein monatliches Netto-Einkommen von weniger als 700
Euro. Nach den Richtlinien der Europäischen Union beginnt die Armut bei einem monatlichen
Nettoeinkommen von weniger als 781 Euro. Damit liegt Thüringen deutlich über dem Bundesdurchschnitt: Laut
Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung gelten 13 Prozent der Bundesbürger als arm. Weitere 13
Prozent werden den Angaben zufolge nur durch staatliche Leistungen wie
Kindergeld oder Arbeitslosengeld II vor dem Abrutschen in die Armut
bewahrt.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Das vorläufige Ende von GM
Der einstige Gigant am Autohimmel, General Motors, hat nach Monaten der Krise nun Insolvenz angemeldet. Der
amerikanische Autokonzern reichte den Antrag auf Gläubigerschutz
bei einem Gericht in New York ein. Um das Unternehmen zu sanieren, sollen 60 Prozent des Firmeneigentums in Staatsbesitz übergehen. Nach dem Willen der US-Regierung soll das Autoimperium bereits in
zwei bis drei Monaten neu aufgebaut sein. Dies kann nur dadurch erreicht werden, wenn die Anzahl der produzierten Autos deutlich reduziert wird. Elf Werke werden geschlossen und rund
21.000 Arbeitsplätze gestrichen. Für die Neustrukturierung
veranschlagt die Regierung weitere 30 Milliarden Dollar Steuergelder.
Rund 20 Milliarden wurden bereits gezahlt.
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
Gesellschaft
11. Januar '10
Viele Kitas bleiben geschlossen
Die in der vergangenen Woche bereits beginnenden Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten und Jugendämtern wurden am Dienstag fortgesetzt. Erstmals wurden auch die ostdeutschen
Bundesländer einbezogen. So legten am Dienstag früh Erzieherinnen und
Sozialarbeiter in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und
Sachsen ihre Arbeit nieder. Die Gewerkschaften Verdi und GEW verlangen für die 220.000
Beschäftigten mehr Geld und einen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz.
Die Verhandlungen
sollen am Mittwoch in Berlin fortgesetzt werden.
11. Januar '10
Bauhaus-Ausstellung in Jena
Nunmehr widmet sich im Jenaer Stadtmuseum Göhre eine Ausstellung dem
Thema Bauhaus mit dem Titel: "In nachbarlicher Nähe - Bauhaus in Jena". Die Sonderschau, die noch bis zum 07. Juni 2009 ihre Türen geöffnet hat, zeigt wichtige
Kunstwerke von Paul Klee, Lyonel Feininger und Johannes Itten, ebenso
Werbegrafiken und Originalzeichnungen für Jenaer Wohnhäuser von Bauhaus-Gründer
Walter Gropius und von Adolf Meyer. Die Sparkasse Jena hat auch diese Ausstellung im Bauhausjahr finanziell unterstützt.
> Mehr dazu lesen Sie hier
Gesellschaft
11. Januar '10
Neue Regelung für Spätabtreibungen
Am 13. Mai hat der Bundestag mit einer klaren Mehrheit von 326
Stimmen striktere Regelungen für Spätabtreibungen beschlossen.
Das neue Gesetz sieht für Abtreibungen nach der 22.
Schwangerschaftswoche eine dreitägige Frist zwischen Diagnose und
Abtreibung vor. Diese Frist darf nur bei akuter Gefahr für das Leben
der Mutter aufgehoben werden. Der diagnostizierende Arzt ist zudem
verpflichtet, den Eltern eine Beratung anzubieten. Bei Verstoß droht
ihm ein Bußgeld. Die neue Regelung soll verhindern, daß Eltern sich
überstürzt gegen ein schwerbehindertes Kind entscheiden.
> Über die Schutzwürdigkeit des Lebens
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Händel-Festspiele werden in Halle eröffnet
Am
Donnerstag, dem 4. Juni 2009, beginnen die diesjährigen Händel-Festspiele. Sie
stehen ganz im Zeichen des 250. Todestages des Komponisten Georg Friedrich
Händel. Unter dem Motto "HÄNDEL – der Europäer" stehen vom 4. bis 14.
Juni rund 80 Veranstaltungen mit internationalen Stars der Barockszene wie
Jordi Savall (Händel-Preisträger 2009) mit Le Concert des Nations, Harry Bicket
mit The English Concert oder Trevor Pinnock and Friends auf dem Programm.
> Georg Friedrich Händel 250. Todestag> Händel auf Halles Bühnen 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Europa-Wahl: FDP und Union legen zu
Die Union und die FDP haben sich bei den Europa-Wahlen behaupten können. CDU und CSU kommen auf 38,5 Prozent. Dabei entfallen auf die CSU bundesweit umgerechnet 7,5
Prozent. Damit hat die bayerische Unionspartei auch diesmal die
fünf-Prozent-Hürde genommen. Die SPD kommt auf 21 Prozent; die FDP auf 11 Prozent, was einem Plus von 4,9 Prozent gleichkommt. Die
Grünen erhalten 11,5 Prozent. Die
Linkspartei liegt bei 7,5 Prozent. Vor fünf Jahren
hatte die PDS 6,1 Prozent erreicht. Insgesamt waren heute in
Deutschland 64,3 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen,
darunter auch 2,1 Millionen hier lebende EU-Ausländer.
11. Januar '10
Ausstellungseröffnung am Point Alpha
Mit einem festlichen Akt wurde am 6. Mai am Point Alpha ein neues Kunst- und
Ausstellungsprojekt eröffnet. An der Veranstaltung im Grenzmuseum zwischen dem
hessischen Rasdorf und dem thüringischen Geisa nahmen Bundestagspräsident
Norbert Lammert, Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus und
Hessens Innenminister Volker Bouffier teil. Neben einer Ausstellung
wurden auch die ersten beiden von 14 großen Eisenskulpturen auf dem
einstigen Todesstreifen präsentiert. Anlaß war die friedliche
Revolution in der ehemaligen DDR vor 20 Jahren.
> Mehr dazu lesen Sie hier
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Afghanistan-Konflikt
Um die andauernde Gewalt und die stetig wachsende Terrorgefahr am Hindukusch einzudämmen, will die Regierung Afghanistans die Anzahl der Polizisten und Soldaten erhöhen. Von derzeit 160.000 soll das Kontingent auf 400.000 verstärkt werden, so Außenminister Spanda. Zugleich verwies der Politiker darauf,
daß die Zahl der Ausbilder aus der Europäischen Union, und somit auch
aus Deutschland, immer noch zu gering ist.
> Christoph R. Hörstel: Die islamische Welt wartet auf Obamas Wechsel
Gesellschaft
11. Januar '10
Obama meets Klassizismus und Rokoko
Am 4. und 5. Juni ist es soweit. Der amerikanische Präsident Obama besucht Elbflorenz, die Stadt von August dem Starken, wo sich Rokoko und Klassizismus die Hand reichen. Um die Sicherheit von Barack Obama zu gewährleisten,
planen die US-Behörden gemeinsam mit der deutschen Polizei, die Dresdner
Innenstadt teilweise zu sperren. Selbst Anwohner dürfen die betroffenen
Straßenzüge dann nur noch in Polizeibegleitung betreten. Dieses Szenario ist bei Deutschlandbesuchen des Amerikaners schon zur "Tradition" geworden. Nur "Ausgewählte" kommen in näheren Kontakt mit der Nummer eins - die DDR läßt grüßen.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Barack Obama kommt: Realismus, keine Euphorie
Politik
11. Januar '10
Angela Merkel hoch im Kurs
Deutschlands Nummer eins steht derzeit in der Beliebtheitsskala ganz vorn. So würden 55 Prozent der deutschen Bürger die CDU-Politikerin Angela Merkel direkt und erneut zur Kanzlerin
wählen. Hingegen kommt der amtierende Außenminister und SPD-Konkurrent Frank-Walter Steinmeier auf weniger als die
Hälfte der Stimmen. Auch der neue Wirtschaftsminister Guttenberg kann sich freuen, in den Umfrageergebnissen steigt seine Beliebtheit.
> Angela Merkel: Vertrauen schaffen in Zeiten der Krise
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Keine Obergrenzen für Manager-Gehälter
"Ich halte nichts von einer gesetzlich festgelegten
Einkommensobergrenze“, sagte Brigitte Zypries (SPD) der „Leipziger
Volkszeitung“ vom Dienstag. „In einer Marktwirtschaft ist es immer noch
Sache der Vertragsparteien, das Gehalt untereinander auszuhandeln. Und
was angemessen ist, kann ja personen- und aufgabenabhängig durchaus
unterschiedlich sein.“
Gesellschaft
11. Januar '10
Die Linke befürchtet Altersarmut
Nach Einschätzung der Linksfraktion im Sächsischen Landtag wird im Jahr
2020 etwa ein Drittel der Rentner im Freistaat von Altersarmut
betroffen sein. Das
Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte die Quote der altersarmen Menschen für
das Jahr 2020 sogar mit 40 Prozent angegeben. Nach Angaben der Linken würden derzeit etwa 20
Prozent der sächsischen Rentner als arm gelten.
> Bettina Röhl: Armut und Kapitalismus - Der bedeutendste deutsche Kommunist heißt Aldi
Gesellschaft
11. Januar '10
Grüne Christen für Initiative "Pro-Reli"
Berlin: Eine christliche Arbeitsgemeinschaft der Grünen spricht sich für die
Berliner Schulintiative "Pro Reli" aus. Damit stellt sich die Gruppe
gegen die Mehrheit ihrer Partei. Am 26. April soll per Volksentscheid
abgestimmt werden, ob der Religionsunterricht an Berliner Schulen zum
Pflichtfach wird. Die Tabula Rasa widmet sich diesem Thema mit einem langen Artikel.
> Jakob A. Bertzbach: Da brauch' ich nicht überlegen - Pro Reli!
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Holocaust-Gedenktag in Israel
In Israel wurde am Holocaust-Gedenktag (21. April) an die sechs Millionen
von den Nationalsozialisten getöteten Juden erinnert. Am
Vormittag heulten im ganzen Land für zwei Minuten die Sirenen. Der
Verkehr ruhte, die Menschen verharrten in stiller Andacht auf den
Straßen und an ihren Arbeitsplätzen. Die Feierlichkeiten hatten am Montagabend in der Gedenkstätte Jad Vaschem begonnen. In der Tabula Rasa spricht Constantin Graf von Hoensbroech mit dem Rabbiner der Synagogen-Gemeinde Köln.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Deutsche Erinnerungskultur kann Vorreiter
Politik
11. Januar '10
Seehofers "Pakt für Deutschland"
Der Ministerpräsident Bayerns, Horst Seehofer, stellte beim Politischen
Aschermittwoch seinen "Pakt für Deutschland" vor. Wenn es nach Seehofer geht,
soll Deutschland das "kinderfreundlichste Land Europas" werden.
Außerdem müsse es eine "stärkere Demokratisierung" geben, etwa bei
Volksabstimmungen zu wichtigen europäischen Fragen.
> Zu Seehofer lesen Sie mehr 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Schmidt kritisiert deutsche Waffenexporte
Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat den Anstieg der deutschen Waffenexporte scharf kritisiert. Er mißbilligt es, daß die Bundesrepublik weltweit der
drittgrößte Lieferant von militärischen Waffen sei. „Etwas mehr Selbstbeschränkung
erscheint dringend geboten", betonte der SPD-Politiker vor der SPD-Bundestagsfraktion. Besser noch sei ein
weltweiter Vertrag zur Beschränkung von Waffenexporten. In der
gegenwärtigen Weltrezession bestehe durchaus die Gefahr, unter dem Vorwand Arbeitsplätze zu schaffen, einen Ausweg in der
Aufrüstung zu suchen. In der Tabula Rasa denkt Schmidt über die Zukunft der Bundesrepublik nach.
> Helmut Schmidt: Überalterung und Schrumpfung zwingen zum Umbau
11. Januar '10
Frohe und gesunde Ostern
Die Tabula Rasa wünscht allen Ihren Lesern ein frohes und gesundes Osterfest. Am Osterwochende und in der nachösterlichen Woche sind die Aktivitäten auf der Webseite, die sonst über aktuelle Tagesnachrichten informiert, stark eingeschränkt. Selbstverständlich steht Ihnen weiterhin das Archiv und die neue Ausgabe zur Verfügung. In den einzelnen Rubriken finden Sie Lesenswertes zu Themen wie Kirche, Religion, Philosophie, Kunst, Gesellschaft und Politik.
Gesellschaft
11. Januar '10
Berliner Mauer verzweifelt gesucht
Fragen von
Touristen in Berlin haben häufig direkt mit den Trümmern der beiden deutschen
Diktaturen zu tun. „Wo, bitte, geht´s zur Mauer?“ Daß ihnen Berlin 20 Jahre
nach dem Mauerfall vom geschichtsträchtigen „Denkmal“ Mauer nur mehr wenige
Überreste zu bieten hat, nehmen Touristen aus aller Welt meist mit
Unverständnis, teils sogar verärgert auf. Deutlich in der Minderheit sind
Berlin-Besucher, die Verständnis und teils sogar Mitgefühl aufbringen für die
kurz nach dem Fall der Mauer 1989 weitverbreitete Haltung der Berliner: Das
Ding muß weg, und zwar möglichst schnell und komplett.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Mal wieder eine Mauer sehen?
Gesellschaft
11. Januar '10
Kita-Streik in mehreren Bundesländern wird fortgesetzt
Mittlerweile wurden die Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten und
Jugendeinrichtungen ausgeweitet. Dies betrifft insbesondere die Länder Bayern, Baden-Württemberg,
Niedersachsen und das Saarland. Hier wird damit gerechnet, daß sich bis zu
15.000 Erzieherinnen und Erzieher an dem Ausstand beteiligen. Die Gewerkschaften GEW und ver.di wollen für die bundesweit
220.000 Beschäftigten der Kommunen einen tariflich geregelten
Gesundheitsschutz durchsetzen.
> Lutz Rathenow: Warum Vorlesen wichtig ist
11. Januar '10
Linken-Spitzenkandidat Ramelow in der Kritik
Der Spitzenkandidat der Linken in Thüringen wird von SPD und CDU gleichermaßen kritisiert. Bodo Ramelow hatte sich geweigert, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen. In einem Interview mit der „Südthüringer Zeitung“ sagte er, der Begriff sei politisch aufgeladen und „mit
juristischen Definitionen nicht zu fassen“. Klar sei jedoch, daß die
DDR kein Rechtsstaat gewesen sei.
> Bodo Ramelow im Gespräch
Politik
11. Januar '10
Bundestagswahl 2009: Kopf-an-Kopf-Rennen
Laut der Sonntagsfrage von Infratest dimap
liegt die Union derzeit bei 33 Prozent. Die FDP dagegen verliert einen
Prozentpunkt und kommt auf 16 Prozent. Eine
schwarz-gelbe Koalition könnte 49 Prozent erreichen, ein rot-rot-grünes Bündnis hingegen 47 Prozent der Stimmen. Die SPD und die Linke
bleiben konstant bei 27 bzw. 10 Prozent. Die Grünen verlieren
einen Prozentpunkt und kommen auf 10 Prozent. Eine theoretisch
denkbare Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen hätte mit 53 Prozent
Zustimmung also stabilere Verhältnisse im Bundestag, als die beiden
gängigen Alternativen.

Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Bankenenteignungs-Gesetz beschlossen
Nach nur zweiwöchiger parlamentarischer Beratung hat der Bundestag ein
Gesetz zur Enteignung von Banken beschlossen. Für das auf Hypo Real
Estate abgestimmte Gesetz votierten in namentlicher Abstimmung 379
Abgeordnete, 107 stimmten dagegen. Kritiker sehen nunmehr die Grundfesten der
Verfassung erschüttert.
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
11. Januar '10
Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Händel-Festjahr 2009: Barock-Garten in
der Neuen Residenz Halle
Der Garten soll während
der Händelfestspiele vom 4. bis 14. Juni 2009 die Bewohner und Gäste der Stadt
in die Epoche des Musikers versetzen. Und wie in der Zeit des Barocks der
fürstliche Garten dem Vergnügen und der Repräsentation durch Pracht und Luxus
diente, wird auch der Barockgarten in der Neuen Residenz ein Ort zum Flanieren,
Verweilen und Genießen sein. Es gibt kleine Lustwäldchen, verborgene Sitzecken,
Laubengänge, Pavillons, Brunnen, Statuen und natürlich üppige Blumenarrangements.
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Guttenberg erwartet weitere Pleiten
Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg erwartet, daß weitere
deutsche Firmen Insolvenz anmelden. Der CDU-Politiker rechnet fest mit einer erneuten Antragswelle auf Staatshilfe. In den letzten Monaten sind mehr als
1.300 Gesuche eingegangen. Dennoch, so betonte der Minister, müßten die Mittel für den Deutschlandfonds nicht erhöht werden. Von den insgesamt 115
Milliarden Euro für Kredite und Bürgschaften seien erst rund fünf
Milliarden in Anspruch genommen worden.
> Bettina Röhl: Opel: Mit Optimismus in die Insolvenz
11. Januar '10
Arztpraxen bleiben geschlossen
Der Verband "Freie Ärzteschaft" hat für diese Woche Proteste mit
bundesweiten Praxisschließungen angekündigt. Die Aktionen seien notwenig, weil die Honorare stetig sinken. In den Praxen gebe es erzeit einen Umsatzrückgang von bis zu 35
Prozent, wodurch die Existenz vieler niedergelassener Mediziner bedroht
sei. Von den steigenden
Gesundheitskosten kommt immer weniger bei den Patienten an. Die
Ärztevertretung "Marburger Bund" hat angesichts der wachsenden Ausgaben
eine staatlich geförderte private Zusatzkrankenversicherung verlangt.
Unterdessen ist in Mainz die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung zusammengekommen. Morgen beginnt der Deutsche
Ärztetag.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Obama überrascht mit neuem NATO-General
Der amerikanische Präsident Barack Obama überrascht die Europäer. US-Admiral James Stavridis soll künftig die Nato kommandieren. Diese
Personalentscheidung aus dem Weißen Haus sorgt in Europa für Erstaunen, doch
der Mann bringt für den Afghanistan-Einsatz wichtige Erfahrungen mit -
aus Lateinamerika.
> Bettina Röhl: Seelenhirt und Bürgerpriester
Gesellschaft
11. Januar '10
Obamas Glanz und Sachsens Gloria
Allein der Polizeieinsatz beim Kurzbesuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama in Dresden hat den Freistaat 13 Millionen Euro gekostet. Inzwischen hat das Finanzministerium einen entsprechenden Antrag des Innenministeriums
auf Erstattung der Kosten genehmigt. Die Übernachtungskosen des US-Präsidenten übernimmt die Bundesregierung. Wieviel Geld der Besuch letztendlich in summa den Freistaat gekostet hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.
> Bettina Röhl: Seelenhirt und Bürgerpriester
11. Januar '10
Thüringer Unternehmerinnen-Preis
Zum 3. Unternehmerinnentag Mitteldeutschland am 12. Juni 2009 in Suhl hat unsere Autorin Dörte Fehling den dritten Preis erhalten.
Der Emily-Roebling-Preis wird an engagierte Unternehmerinnnen jedes Jahr verliehen. In der Tabula Rasa könen Sie einige Artikel der Unternehmerin lesen. Der Roebling-Preis ist ausschließlich dem weiblichen Unternehmertum als Auszeichnung vorbehalten.
Politik
11. Januar '10
Althaus beklagt Defizite in den neuen Ländern
Trotz deutlicher
wirtschaftlicher Fortschritte sieht Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus immer noch strukturelle Defizite in
Ostdeutschland. So müssten der ländliche Raum gestärkt und das
Verkehrsnetz ausgebaut werden. Dafür, so der Ministerpräsident, bedarf es weiterer Hilfen vom Bund und aus der EU. Im brandenburgischen Gerswalde findet am Donnerstag die 38. Regionalkonferenz statt, wo sich die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer
zusammenfinden. Diskutiert werden soll über die derzeitige Wirtschaftslage sowie über die künftige Förderpolitik der Bundesregierung. In der Tabula Rasa finden Sie einen älteren Artikel zur Thematik Ostdeutschland von Arnulf Baring.
> Arnulf Baring: Ostwärts liegt eine demoralisierte Gesellschaft
Kunst und Künstler
11. Januar '10
In Leipzig beginnt das Bach-Fest
Mit der Aufführung von Felix Mendelssohn Bartholdys zweitem großem
Oratorium "Elias" durch das Jerusalem Symphony Orchestra in der
Thomaskirche beginnt das Bach-Fest in Leipzig. Laut den Angaben der Organisatoren wird bis zum 21. Juni mit rund 100
Veranstaltungen an den Barockkomponisten Johann Sebastian Bach
(1685-1750) erinnert. Das diesjährige Bachfest steht unter dem Motto
"Bach, Mendelssohn und Reger" und rückt damit auch den 200. Geburtstag
des Leipziger Komponisten Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) in den
Mittelpunkt.
> Otto Löw: Felix Mendelssohn Bartholdy in Jena
Politik
11. Januar '10
Umfrage: Union und Gelb könnten gewinnen
Laut einer Umfrage liegen Union und FDP weiter deutlich vor der SPD,
den Grünen und der Linkspartei. Die CDU/CSU kommt auf 35 Prozent, die Liberalen
erreichen 15 Prozent, wenn am Wochenende Bundestagswahlen wäre. Dies ist das
Ergebnis einer Forsa-Umfrage. Zusammen liegt damit Schwarz-Gelb fünf
Prozentpunkte vor den eher links orientierten Parteien. Die SPD käme
auf 24 Prozent, die Grünen auf 11 und die Linke auf 10. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf den Vorsitzenden der FDP.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Die Gewalt in Afghanistan hat ein neues Gesicht
In Afghanistan hat die Gewalt in den letzten Tagen deutlich zugenommen. So wurden allein in der vergangenen Woche mehr als 400 Angriffe von Aufständischen
verzeichnet. Wie der Kommandeur der US-Truppen im Nahen und
Mittleren Osten, General Petraeus, mitteilte, ist dies die höchste Zahl seit
der militärischen Niederschlagung des Taliban-Regimes 2001. In der Tabula Rasa beschäftigt sich der Auslandskorrespondent und langjährige ARD-Mitarbeiter Christoph R. Hörstel mit dem Thema Afghanistan
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan in Blut und Chaos
11. Januar '10
Sachsen: Evangelische Kirche ruft zur Wahl auf
Die evangelische Landeskirche Sachsen hat zur Beteiligung
an den vier Wahlen in diesem Jahr aufgerufen. Die Bürger sollten ihr
Stimmrecht nutzen und dabei "jene Parteien und Kandidaten stärken, die
für die Menschenrechte und die freiheitliche demokratische Grundordnung
stehen". Diesen Aufruf hatte die Landessynode zum Abschluß ihrer
Frühjahrstagung verabschiedet. In der Tabula Rasa finden Sie einen Beitrag von Bernd Rebe mit dem Titel "Vollendet die Reformation".
> Bernd Rebe: Vollendet die Reformation!
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Wahlen im Iran
Im Iran wird am 12. Juni ein neuer Präsident gewählt. Neben
Ahmadinedschad und dem früheren Ministerpräsidenten Mussawi kandidieren
noch der Exkommandeur der Revolutionären Garden Mohsen Resaei, ein
weiterer Konservativer, und der ehemalige Parlamentspräsident Mahdi
Karrubi, ein weiterer Reformer. Die Wiederwahl Ahmadinedschads gilt nicht
mehr als sicher. Die Tabula Rasa widmet sich ausführlich dieser Thematik.
> Robert Lembke: Der Buhmann bangt
Politik
11. Januar '10
Das Machtspiel des Guido Westerwelle
FDP-Chef Guido Westerwelle ist sich sicher: Es wird eine schicksalhafte
Bundestagswahl. Denn es wird sich entscheiden, ob die Bundesrepublik
aus der Mitte nach Links rutscht. Westerwelle selber hat sich
entschieden: Er will entweder mit der Union regieren oder gar nicht.
Deshalb läutet er einen Lagerwahlkampf ein. Majid Sattar hat jüngt ein Buch über den FDP-Politiker geschrieben, aus dem Sie einen Auszug in der Tabula Rasa lesen könen.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Der Papst in Bethlehem
Zum Auftakt seines Besuchs im Westjordanland hat sich der deutsche Papst für die Gründung eines souveränen Palästinenserstaates
ausgesprochen. Der Vatikan unterstütze solche Pläne, sagte Benedikt XVI. bei einem
Treffen mit Palästinenserpräsident Abbas. Ein solcher Staat müsse in
Sicherheit und in Frieden mit seinen Nachbarn in international
anerkannten Grenzen entstehen. Der Papst äußerte Solidarität mit den
Palästinensern und ihrem Leid. Morgen wird das Oberhaupt der
römisch-katholischen Kirche die Stadt Nazareth besuchen. Am Freitag kehrt er nach Rom zurück.
> Guido Horst: Der Petrus-Komplex> Eilert Herms: Was Protestanten aus dem Fall Williamson
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Datenaffäre größer als erwartet
Kein Ende in der Datenaffäre ist in Sicht: Trotz neuer Erkenntnisse um die Bespitzelung von
Bahn-Mitarbeitern will Konzernchef Hartmut Mehdorn nicht zurücktreten. Die
Gewerkschaften Transnet, GDBA und die Lokführergewerkschaft GDL sowie
die Oppositionsparteien hatten ihn zu diesem Schritt aufgefordert. Mittlerweile wurde auch bekannt, daß der Konzern die E-Mails von Mitarbeitern
kontrollierte.
Gesellschaft
11. Januar '10
Dramatischer Anstieg der Arbeitslosen befürchtet
Die Commerzbank prophezeit Horrorzahlen für die deutsche Wirtschaft,
und auch mehrere Wirtschaftsforscher folgen den pessimistischen
Prognosen. Die Konjunkturprognosen für 2009 werden immer düsterer. Das
Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen
rechnet mit einem Minus von mehr als 4 Prozent. Die Commerzbank glaubt,
daß die deutsche Wirtschaft sogar um bis zu 7 Prozent schrumpfen wird.
Das wird sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirken. Nach Angaben der
Essener Forscher droht der Verlust von 1,2 Millionen Arbeitsplätzen. Deutschland droht ein Rückfall in die Massenarbeitslosigkeit.
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
CSU gibt im Steuerstreit nach
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer gab sich bis zuletzt kämpferisch. Am Montag lenkte er im Steuerstreit mit der Schwesterpartei CDU jedoch ein und sieht in der SPD den Schuldigen. Seehofer, der die Mehrwertsteuer generell
überdenken wollte, ignorierte bewußt eine Aussage Angela Merkels, nach der
eine Diskussion um die Senkung der Steuer nicht in Frage käme
> Ewald Zachmann: Horst Seehofer
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Keine Steuersenkungen vor 2012
Bundeskanzlerin Angela Merkel
bleibt hart. Priorität hat die Bekämpfung der Finanzkrise. Für den Fall eines Wahlsiegs hat die CDU-Politikerin Steuersenkungen vor 2012
ausgeschlossen. Vorher müsse die Wirtschaft wieder in Schwung kommen,
sagte die CDU-Chefin. In der Tabua Rasa lesen Sie einen Text der Bundeskanzlerin zum Thema Finanzkrise.
> Angela Merkel: Vertrauen schaffen in Zeiten der Krise
Gesellschaft
11. Januar '10
Streit über Integrationsstudie
Streit hat eine Studie zur Integration des Berlin-Instituts ausgelöst. So bezweifelt der Islamwissenschaftler Bekir Alboga die Aussagefähigkeit dieser
Studie, wonach türkische Einwanderer schlechter in
Deutschland integriert sind als andere Zuwanderergruppen. Wie Alboga festhält, müsse eine solche Behauptung wissenschaftlich erst
noch bestätigt werden. "Wir
werden uns sehr kritisch mit dieser Studie auseinandersetzen müssen. Solche
Aussagen zu formulieren fällt häufig leichter, als sie dann tatsächlich auch
an wissenschaftlichen Standards gemessen zu verifizieren."
> Sikandar Siddiqui: Anstößig, da unbegründet
11. Januar '10
Die Linke verliert in Thüringen
Für den Spitzenkandidaten der Linkspartei in Thüringen, Bodo Ramelow,
sind schlechte Zeiten angebrochen. Die Linke verliert sieben Prozentpunkte und kommt nur noch auf 23 Prozent der Stimmen. Die Gewinner im Freistaat sind die SPD und die CDU. So kann sich Ministerpräsident Althaus über einen
Zuwachs von drei Prozentpunkten auf 36 Prozent freuen. Die SPD gewinnt sogar fünf
Prozentpunkte und kommt auf 23 Prozent. Auch die FDP kann zulegen und erreicht 8 Prozent. Hingegen müssen die Grünen weiter um
ihren Einzug ins Länderparlament bangen, sie bleiben unverändert bei 5
Prozent.
> Bodo Ramelow im Gespräch 
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Bundespräsident warnt vor Panikmache
Nun hat sich auch der Bundespräsident Horst Köhler in der Diskussion um soziale Unruhen eingemischt und vor reiner Panikmache gewarnt. Die Krise sei beherrschbar, betonte
Köhler und distanzierte sich damit von seiner Herausforderin Gesine
Schwan. In der Tabula Rasa können Sie nochmals die "Berliner Rede" des Bundespräsidenten nachlesen.
> Horst Köhler: "Die Glaubwürdigkeit der Freiheit"
11. Januar '10
Opel-Mania
Dieter Althaus, Thüringens Ministerpräsident, setzt beim Überlebenskampf des Rüsselsheimer Autounternehmens weiter auf ein
zeitweiliges Treuhand-Modell für Opel. Althaus sagte: "Wir können eine
Brückenfinanzierung nur dann machen, wenn wir wissen, wie die Zukunft
mit welchem Investor und unter welchen Bedingungen aussieht." Nach einer Umfrage
wünschen sich 40 Prozent der Befragten, daß Althaus Ministerpräsident
von Thüringen bleibt – ein höherer Wert als im Dezember 2008.
> Lutz Rathenow: Quo vadis, Thüringen?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Proteste im Iran gehen weiter
Den fünften Tag in Folge wollen iranische Oppositionelle das
von der iranischen Regierung unter Mahmut Ahmadinedschad verhängte Demonstrationsverbot brechen und ihre Proteste gegen den Ausgang der
Präsidentenwahl fortsetzen. Per SMS riefen Anhänger des unterlegenen
Kandidaten Mir Hussein Mussawi dazu auf, sich zu einer Kundgebung im
Zentrum von Teheran zu versammeln. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf den iranischen Regierungs-Chef.
> Robert Lembke: Der Buhmann bangt
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Deutsche Wirtschaft schrumpft im Rekordtempo
Es ist die tiefste Rezession in der Nachkriegsgeschichte, in der die deutsche Wirtschaft derzeit steckt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) brach im ersten
Quartal 2009 um 3,8 Prozent ein. Dies ist mittlerweile der vierte Rückgang gegenüber
einem Vorquartal in Folge und der mit Abstand größte seit Beginn der
Erhebungen im Jahr 1970, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im
Vergleich zum ersten Quartal 2008 sackte die Wirtschaftsleistung in
Deutschland in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres
preisbereinigt um 6,7 Prozent ab. Das Bundesamt korrigierte zudem die
BIP-Entwicklung im vierten Quartal 2008 leicht um 0,1 Prozentpunkte auf
minus 2,2 Prozent nach unten.
> Bernd Rebe: Der Verlust der Wirklichkeit
11. Januar '10
94,6 für Dieter Althaus
Dieter Althaus (CDU) wurde für das Amt des Ministerpräsidenten für die Landtagswahl nominiert. Die Deligierten der Landesvertreterversammlung setzten den Politiker am
Samstag auf Platz 1 der Landesliste für die Wahl am
30. August. 123 Delegierte votierten für den 50-Jährigen, 7 stimmten
gegen ihn. Damit entfielen 94,6 Prozent der abgegebenen Stimmen auf
Althaus.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Zwei Staaten-Lösung auch in Deutschland begrüßt
Die Bereitschaft Israels zu
einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten wurde auch von der Bundesregierung begrüßt. Die Rede von Ministerpräsident Netanjahu sei ein wichtiges Signal, damit Israelis und Palästinenser wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Auch der amerikanische Präsident Obama begrüßte Netanjahus Zustimmung zu einem
entmilitarisierten Palästinenserstaat. Dagegen wurde Netanjahus Rede von den Palästinensern kritisiert, weil zentrale Streitpunkte ihrer Meinung nach nicht geklärt wurden. Netanjahu, so die Kritik, bestehe nach wie vor darauf, daß Jerusalem die ungeteilte Hauptstadt
Israels bleibe.
> Lisz Hirn: Über die Möglichkeit eines Krieges 
11. Januar '10
Neuer Generaldirektor in Weimar
Der Kunsthistoriker Wolfgang Holler wird neuer Generaldirektor der
Museen der Klassik Stiftung Weimar. Der 52-Jährige ist derzeit
Leitender Direktor und zugleich Stellvertretender Generaldirektor der
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Holler bezeichnete seine neue Funktion in Weimar als "faszinierende
Aufgabe", der er mit Spannung entgegensieht. Als Kernpunkte seiner
Arbeit nannte er das neue Bauhaus-Museum und die Neugestaltung des
Goethe-Nationalmuseums. Zudem wolle er ein Museum für moderne Kunst aus
den neuen Bundesländern schaffen: "Wir brauchen einen Ort für junge
Kunst."
> Mehr dazu lesen Sie hier
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Europawahl
Die Union muß bei der nächsten Europawahl mit großen Stimmverlusten rechnen. Kam die CDU/CSU 2004 noch auf einen
beachtlichen Wert von 44,5 Prozent, würden derzeit nur
noch 39 Prozent der Befragten für die Volkspartei stimmen. Ein Plus von 5,5 Prozent
gegenüber 2004 verzeichnet hingegen die SPD, die vor fünf Jahren auf nur 21,5 Prozent der Stimmen kam. Die Grünen kommen nach der Umfrage auf 13 Prozent, die FDP auf 10, die Linke auf sechs Prozent.
Politik
11. Januar '10
SPD verliert in der Wählergunst
In der aktuellen Forsa-Umfrage ist die SPD auf den tiefsten Wert seit
Jahresbeginn abgerutscht: Gerade einmal 21 Prozent der Befragten würden
die Sozialdemokraten wählen, fänden am nächsten Sonntag
Bundestagswahlen statt. Die CDU/CSU verlor einen Prozentpunkt und liegt
derzeit bei 35 Prozent. Dazugewinnen konnten hingegen die Grünen: Sie
kämen auf 13 Prozent, was einem Plus von zwei Prozent entspricht. Um
jeweils ein Prozent konnten sich die FDP (15%) und die Linken (11%)
verbessern.
Philosophie und Wissenschaft
11. Januar '10
Jürgen Habermas wurde 80
Der deutsche Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas, der am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geboren wurde, feierte gestern seinen 80. Geburtstag. Habermas studierte in Göttingen, Zürich und Bonn unter anderem
Philosophie, Geschichte, Psychologie und Ökonomie. Nach seiner
Promotion über Schellings »Weltalterphilosophie« kam er als
Assistent von Theodor W. Adorno in Kontakt mit der Frankfurter
Schule. Erstes Aufsehen erregte Habermas mit einem 1953 in der »FAZ«
publizierten Angriff auf Martin Heidegger, dem er die Rehabilitierung
des Nationalsozialismus vorwarf. Ein breites Echo löste auch seine
Habilitationsschrift »Strukturwandel der Öffentlichkeit«aus.
Habermas zählt weltweit zu den bekanntesten Vertretern der
Kritischen Theorie. In der Tabula Rasa reflektiert der Philosoph über die Wirtschafts- und Finanzkrise, denn der Privatisierungswahn ist an sein Ende gekommen.
11. Januar '10
Debatte über Patientenverfügungen
Über eine gesetzliche Regelung zur Patientenverfügung soll am Donnerstag der
Bundestag entscheiden. Den Abgeordneten liegen drei Entwürfe vor, die
unterschiedlich hohe Hürden für den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen
vorsehen. Zudem gibt es einen Antrag, auf eine gesetzliche Regelung zu
verzichten. Bereits im Voraus hat sich der Präsident der Bundesärztekammer, Hoppe, gegen die
vorliegenden Gesetzentwürfe ausgesprochen. Die
vielen individuellen Situationen von Schwerkranken seien gesetzlich
nicht regelbar, denn bei der Behandlung
muß immer die aktuelle Situation im Vordergrund stehen. Die Tabula Rasa hat den Chefarzt der Palliativmedizin des Uni-Klinikums Jena gesprochen.
> Ulrich Wedding: Der "ganzheitliche Ansatz" der Palliativmedizin
Kunst und Künstler
11. Januar '10
MDR MUSIKSOMMER wurde eröffnet
Der diesjährige MDR Musiksommer steht ganz im Zeichen der berühmten Komponisten Händel, Mendelssohn und Haydn. Dieses Jahr feiern in ganz Deutschland Musikbegeisterte den 250. Todestag von Georg Friedrich Händel, den 200. Todestag von Joseph Haydn und den 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Tabula Rasa hat dies zum Anlaß genommen, den Komponisten zu gedenken.
> Georg Friedrich Händel - 250. Todestag 
Gesellschaft
11. Januar '10
Der Fall Benno Ohnesorg
Nach den neuen Erkenntnissen im Fall Benno Ohnesorg forderte die frühere
Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin eine politische Aufarbeitung der
damaligen Ereignisse. Geklärt werden müsse, wie sich
Stasispitzel nahtlos in die Reihen der Berliner Polizei haben
einschleusen können. Auch
der Grünen-Politiker Ströbele sprach sich für eine politische
Auseinandersetzung mit dem Fall aus. Einen neuen Strafprozeß gegen den
Todesschützen Kurras halte er jedoch nicht für sinnvoll. Vergangene Woche wurde bekannt, daß der Polizist Kurras, der
den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hatte, informeller Mitarbeiter
der DDR-Staatssicherheit gewesen ist.
> Bettina Röhl: Tod von Benno Ohnesorg: Staatsmord aus Ostberlin?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Angela Merkel in Afghanistan
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Morgen zu einem überraschenden
Besuch bei den deutschen Soldaten in Afghanistan eingetroffen. In
Begleitung von Verteidigungsminister Franz-Josef Jung landete Merkel im
Feldlager Kundus im Norden des Landes. Dort sind 700 deutsche Soldaten
stationiert. Es ist der zweite Besuch der Kanzlerin in dem Land nach
2007.
> Notker Gloker: Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit,...
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Nordkorea provoziert weiter
Südkoreanische und amerikanische
Truppen haben nach den Drohungen aus Nordkorea ihre Alarmbereitschaft erhöht, die Überwachungsmaßnahmen, so hieß es aus Südkorea, wurden
verstärkt. Immer mehr Flugzeuge und Personal sind im Einsatz. Das
kommunistisch-geführte Nordkorea unter Führung von Kim Jong-il hatte Südkorea mit einem Militäreinsatz gedroht.
Aus Protest gegen die Ankündigung Seouls, einer US-Initiative zum
Schutz vor der Weiter verbreitung von Massenvernichtungswaffen
beizutreten, erklärte Pjöngjang den Waffenstillstand von 1953 für
ungültig.
Kirche und Religion
11. Januar '10
Zahl der Muslime in Deutschland wächst
Die muslimische Bevölkerung in Deutschland ist größer und vielfältiger
als bisher angenommen. Nach einer Umfrage im Auftrag des
Innenministeriums leben bis zu 4,3 Millionen Muslime in der
Bundesrepublik. Bislang ging man von maximal 3,5 Millionen aus. Fast die
Hälfte der Muslime haben die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und sind überwiegend zutiefst religiös. In der Tabula Rasa lesen Sie ein Interview mit Notger Wolf.
> Notger Wolf: Statt von Glocken werden wir bald vom Muezzin geweckt
Gesellschaft
11. Januar '10
Krawalle in Tempelhof
Bei schweren Auseinandersetzungen auf dem Berliner Flughafen Tempelhof sind mehrere Personen verletzt und festgenommen worden. Sicherheitskräfte hatten versucht, die Besetzung des
stillgelegten Geländes durch linke Gruppen zu verhindern. Die Initiative "Squat
Tempelhof" erklärte: 5.000 Menschen sind dem Aufruf
zur Kundgebung gefolgt. Ziel der Aktion sei es, den Flughafen umgehend
für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Mal wieder eine Mauer sehen?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Gewalt in Afghanistan nimmt zu
Trotz der sich verschärfenden Sicherheitslage am Hindukusch will Verteidigungsminister Franz Josef Jung nicht davon
sprechen, daß sich die Bundeswehr in Afghanistan im Krieg befindet. Damit würde
man sich nur auf das Militärische konzentrieren, worin der Politiker aber einen Fehler sieht. Vielmehr sei eine Kombination von
militärischer Sicherheit und Wiederaufbau notwendig. Erst am Dienstag waren in der Nähe
von Kundus drei Bundeswehrsoldaten bei einem Feuergefecht mit
Aufständischen ums Leben gekommenen. Tabula Rasa Autor und langjähriger Auslandskorrespondent der ARD, Christoph R. Hörstel, fordert: Raus aus Afghanistan.
> Christoph R. Hörstel: Barack Obamas fatale Pläne für Afghanistan 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Ahmadinedschad nach Wahlerfolg in der Kritik
Gegen den umstrittenen Wahlsieg von Irans Präsidenten Mahmut Ahmadinedschad (53) regt sich heftiger Protest. So hat der unterlegene iranische Präsidentschaftskandidat Mussawi die
Annullierung des umstrittenen Wahlsiegs gefordert. Das Innenministerium hatte am Samstag mitgeteilt, Ahmadinedschad sei mit über 62 Prozent der Stimmen
erfolgreich gewesen. Dieser verteidigte heute den Wahlverlauf. Die
Abstimmung sei fair und gerecht verlaufen, sagte Ahmadinedschad vor
Anhängern in Teheran.
> Robert Lembke: Der Buhmann bangt
Kirche und Religion
11. Januar '10
Islam-Konferenz soll fortgeführt werden
Nach der Bundestagswahl soll die am Donnerstag in Berlin zu Ende gegangene Islamkonferenz fortgeführt werden.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel, beide CDU, unterstrichen, daß eine Fortführung unbedingt notwendig sei. In vielen Bundesländern gibt es, so Schäuble, Initiativen
für einen islamischen Religionsunterricht an Schulen.
Hessens Innenminister Bouffier forderte hingegen die islamischen Verbände auf, sich eindeutiger zu den Regeln zu bekennen, die in
Deutschland gelten. In der Tabula Rasa reflektiert der Innenminister über das Thema Religion.
> Dialog zwischen den Religionen
Gesellschaft
11. Januar '10
Traurige Gewißheit: Elbtal gehört nicht mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe
Nunmehr zählt es zur traurigen Gewißheit. Das Dresdner Elbtal zählt nicht mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wie aus dem spanischen Sevilla bekannt wurde, wird Elbflorenz der Titel aberkannt, da die geplante neue Waldschlösschenbrücke das Gesamtpanorama des Elbtals, so das Urteil des Gremiums, erheblich beeinträchtigt. Eine von der Stadt angestrebte
Vertagung der Entscheidung bis zur Fertigstellung der Brücke hatte das Gremium zuvor abgelehnt. Auch Kulturstaatsminister Neumann bedauerte den Verlust
des Titels, der einen lang andauernden Streit zwischen Dresden, dem
Freistaat Sachsen und der UNESCO beendete.
11. Januar '10
In Thüringen wird der Wahlkampf eröffnet
Die Thüringer Linke hat am 27. März in Arnstadt ihr Wahlprogramm für die
Landtagswahl beschlossen. Darin geht es vor allem um soziale
Gerechtigkeit. Parteichef Knut Korschewsky griff in seiner Rede auf dem
Parteitag die Spitzenkandidaten von CDU und SPD scharf an. Zum
Spitzenkandidaten der Linken wurde Bodo Ramelow gewählt. Die Linkspartei in Thüringen kommt derzeit auf 25 Prozent. Sie verliert damit 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zu
2004. Die Linken um Bodo Ramelow wollen bei der Landtagswahl am 30. August die
30-Prozent-Marke übertreffen.
> Bodo Ramelow im Gespräch
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Das Geld der Macht
Rußlands Präsident Medwedjew und sein Premier
Putin haben erstmals ihre Gehälter offen
gelegt. Demnach verdienen beide weniger als
ihre westlichen Amtskollegen. Der russische Kreml-Chef Dmitri Medwedjew bezieht ein Jahresgehalt von
4.139.726 Rubel, was 92.000 Euro entspricht. Ex-Präsident Putin soll - neben seiner Staatsbesoldung - über ein deutlich größeres Vermögen verfügen. Dieses wird auf über 15 Milliarden Dollar geschätzt.
> Günter Schabowski: Zwieback im Politbüro, Die profitfreie Planwirtschaft
Gesellschaft
11. Januar '10
Der tragische Tod der Pop-Ikone
Vor Jahren war er noch der gefeierte Superstar, der einen Hit nach dem anderen in Hitparaden landete. Nun ist die Pop-Ikone Michael Jackson, der am 29. August 1958 in Gary, im Bundesstatt Indiana geboren wurde, tot. Der Ausnahmekünstler, der in den letzten Jahren immer wieder wegen pädophiler Neigungen, obskuren ästhetischen Eingriffen und nicht zuletzt wegen finanziellen Schwierigkeiten in die Schlagzeilen kam, verstarb am 25. Juni völlig überraschend an einem Herzstillstand. Mit schätzungsweise 750 Millionen verkauften Tonträgern gilt er als einer der kommerziell erfolgreichsten Musiker in der Geschichte der Popmusik.
> Nico Danowski : Warum der Mitbewohner Schlagerradio hört 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Merkel in den USA: Kanzlerin plädiert für mehr Zusammenarbeit
Bei ihrem Besuch in den USA hat Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut die Bedeutung der
europäisch-amerikanischen Zusammenarbeit hervorgehoben. Wie die CDU-Politikerin betonte, kann kein Land die derzeitigen Herausforderungen, die nicht nur die Finanzkrise auslöst, alleine bewältigen. Merkel wurde in Washington mit dem Warburg-Preis für die Förderung und
Stärkung der transatlantischen Beziehungen geehrt. Spürbar setzte die Kanzlerin auf eine schrittweise Verbesserung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses und unterstrich, daß es mit der Regierung
Obama möglich sei, neue Impulse zu setzen. Beim Zusammentreffen der beiden Spitzenpolitiker werden die Themen Klimaschutz, die Weltwirtschaftskrise und die Lage im Iran im Mittelpunkt stehen.
> Angela Merkel: Vertrauen schaffen in Zeiten der Krise
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neue Strategie in Afghanistan
Für die in Afghanistan eingesetzten Soldaten
werden die Handlungsbedingungen nach den Worten von Verteidigungsminister Jung derzeit
überprüft. Damit die Bundeswehrtruppen künftig auch schwere Hinterhalte und Gefechtssituationen
gut bestehen, benötigen die Soldaten eine klare
Rechtsgrundlage. Jung würdigte zugleich den Einsatz
der drei Soldaten, die am 23. Juni mit ihrem Transportpanzer
tödlich verunglückt waren.
> Barack Obamas fatale Pläne für Afghanistan
Politik
11. Januar '10
Union will keine Steuererhöhung
Erneut hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Forderungen nach Steuererhöhungen zurückgewiesen. Wie die CDU-Politikerin nahelegte, würden angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise keine neuen Belastungen, sondern moderate Entlastungen benötigt. Die Diskussion über Steuersenkungen ist ein grundlegender Teil des neuen Programms zur
Bundestagswahl der Union, das die Vorstände von CDU und CSU am Sonntag
einstimmig beschlossen haben. Anders als von der CSU verlangt, wird kein
Termin für die Steuererleichterungen genannt. Eine Senkung
des Eingangssteuersatzes und eine Anhebung der Einkommensgrenze sind jedoch vorgesehen. Die Ministerpräsidenten
von Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt hingegen, Oettinger und Böhmer, hatten Vorschläge für höhere Steuern gemacht. Beide Politiker blieben der Steuerdiskussion fern.
Politik
11. Januar '10
Union und FDP legen zu
Das «bürgerliche Lager» aus Union und FDP hat seinen Vorsprung in der
Wählergunst nach einer Umfrage weiter ausgebaut. In der Befragung von
«Stern» und RTL legen CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche um 1 Punkt
auf 36 Prozent zu. Die FDP kommt erneut auf 15 Prozent. Schwarz-Gelb
hätte damit eine absolute Mehrheit von 51 Prozent. Die SPD gewinnt zwar
1 Punkt hinzu, liegt mit 22 Prozent aber weiter deutlich hinter der
Union. Die Grünen fallen auf 12 Prozent, die Linkspartei sackt auf 10
Prozent.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Köhler warnt vor Kreditklemme
Bundespräsident Horst Köhler fordert von den deutschen Banken einen größeren
Beitrag zur Überwindung der Wirtschaftskrise. Die
Finanzinstitute sollten ihre zurückhaltende Kreditpolitik aufgeben und
wirtschaftliche Risiken vernünftig abwägen, unterstrich der CDU-Politiker gegenüber dem ZDF. Die
Banken dürften den Aufschwung nicht durch zu ängstliche Entscheidungen
und eine eigennützige Mentalität blockieren. In der Tabula Rasa lesen Sie die letzte Berliner Rede des Bundespräsidenten.
> "Die Glaubwürdigkeit der Freiheit"
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Deutsche Exporte brechen ein
Dem Export-Weltmeister Deutschland stehen schlechte Zeiten bevor. Im April sind die Exporte so stark eingebrochen wie noch nie
seit dem 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik. Die Unternehmen verkauften lediglich Waren im
Wert von 63,8 Milliarden Euro und somit 28,7 Prozent
weniger als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt mit.
Aber nicht nur der Außenhandel hat sich drastisch verschlechtert, auch die Einfuhren gingen deutlich zurück.
> Norbert Röttgen: Europas Berufung heute 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Bundesaußenminister in Israel
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist zum Auftakt seiner zweitägigen Nahost-Reise mit dem israelischen Präsidenten Peres
(Foto) in Jerusalem zusammengekommen. Im Anschluß an dieses Treffen will sich der SPD-Politiker auch mit Außenminister Lieberman, Oppositionschefin Livni und mit Vertretern der
palästinensischen Autonomiebehörde treffen. Bei seiner Ankunft hatte der SPD-Kanzlerkandidat Hoffnungen auf schnelle Fortschritte im
Nahost-Friedensprozess gedämpft, denn wer die Region kennt, weiß, daß sich
Erfolge dort nicht über Nacht einstellten. Steinmeier plädierte erneut für eine Zwei-Staaten-Lösung.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Barack Obama trifft Putin
Der amerikanische Präsident Barack Obama hat die Zusammenarbeit mit Rußland als fundamental
und grundlegend für das 21. Jahrhundert gewürdigt. Der US-Politiker ist in erster Linie daran
interessiert, die Ausbreitung und Verwendung nuklearer Waffen zu
verhindern. Weiter betonte er, daß die
Stärke einer Großmacht heutzutage nicht von der Dominanz über
andere Länder abhängt. Angesichts der gegenseitigen Abhängigkeiten, so erklärte er nach einem Treffen mit Putin, wird
jede Weltordnung scheitern, die darauf begründet ist, daß sich ein
Land über ein anderes erhebt. Aus diesem Grund begrüßte er die Neuaufnahme der Beziehungen zu Rußland.
> Seelenhirt und Bürgerpriester
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Chinesen bieten 660 Millionen für Opel
Es gibt ein neues Angebot im Übernahmekampf um Opel: Der chinesische Autohersteller
BAIC hat nach einem Bericht eine Offerte über 660 Millionen Euro
vorgelegt. Die Chinesen wollen keine Opel-Werke in Deutschland
schließen und auch weniger Staatsgarantien beanspruchen als der
kanadische Mitbewerber Magna, der bislang als Favorit galt. In der Tabula Rasa widmet sich Bettina Röhl der Thematik Opel.
> Opel: Mit Optimismus in die Insolvenz!
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Frist im Atomstreit mit dem Iran gesetzt
Nach den Worten des französischen
Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy geben die G 8 Staaten dem Iran bis Ende September Zeit,
eine Lösung im Atomstreit zu finden. Ansonsten werde das "nicht ohne
Konsequenzen bleiben", so Frankreichs Nummer eins. Der amerikanische Präsident Barack Obama plant sogar einen ganzen
Atomgipfel, um die Probleme zu lösen. Die Tabula Rasa nimmt den iranischen Präsidenten ins Visier.
> Der Buhmann bangt
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Steinmeier reist in den Nahen Osten
SPD-Kanzlerkandidat und Merkel-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier wird am Sonntag zu politischen
Gesprächen in den Nahen Osten reisen. Zuerst steht ein Besuch in Israel und in den
Palästinensergebieten auf dem Plan.
Weitere Ziele sind Syrien und der Libanon. Der Bundesaußenminister will in der Region versuchen, eine verstärkte Zusammenarbeit zu wecken. Mit der Thematik Israel beschäftigt sich Lisz Hirn in der Tabula Rasa.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Kirche und Religion
11. Januar '10
Benedikt XVI. fordert Ethik als Basis der Wirtschaft
Papst Benedikt XVI. hat sich für eine politische
Weltautorität zur Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise
ausgesprochen, die dem wachsenden Ungleichgewicht zwischen Arm
und Reich entgegensteuern müsse. Die globale Krise muß als Chance zu einem radikalen Umdenken
gesehen werden, die die Menschen zur Schaffnung neuer Regeln verpflichtet. Die
Wirtschaft kann nur dann nichtig funktionieren, wenn sie eine ethische
Basis hat, heißt es in der vom Vatikan
veröffentlichten ersten Sozial-Enzyklika mit dem Titel 'Liebe in
Wahrheit'. Darin warnt der Papst vor
einer technokratischen Ideologie, die allein auf die Fähigkeiten des
Menschen vertraue. Die Veröffentlichung der Enzyklika
wurde bereits mehrmals verschoben, um sie mit Wirtschaftsexperten und Politikern
diskutieren zu können.
> Robert Lembke: Enzyklika Deus caritas est 
Politik
11. Januar '10
Die Linke holt leicht auf
Der interne Streit um Steuererhöhungen hat dem Ansehen der CDU/CSU
bisher nicht geschadet: in der aktuellen Forsa-Umfrage hält sich die
Union bei 36 Prozent. Zusammen mit der FDP (15 Prozent) hat das
bürgerliche Lager momentan eine Mehrheit. Leicht zulegen konnte die
Linkspartei mit 11 Prozent (+1), die Grünen liegen unverändert bei 12
Prozent. Die SPD hingegen ist wieder auf 21 Prozent abgerutscht. Lesen Sie einen Beitrag von Gregor Gysi in der Tabula Rasa.
> Wer über das Grundgesetz spricht, muss auch etwas über die vorangegangene Zeit sagen
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Probleme bei Vattenfall-Kraftwerk
Nach der Panne im norddeutschen Atomkraftwerk Krümmel sind nun auch Probleme bei
einem anderen Kraftwerk des Betreibers Vattenfall bekannt geworden. So warf die
schwedische Strahlenschutzbehörde dem Unternehmen vor,
Sicherheitsmängel am Atommeiler Ringhals nicht behoben zu haben. Seit
Jahresbeginn wurden 60 Zwischenfälle gemeldet, teilte die Behörde
mit. Das Kernkraftwerk wird nunmehr unter verschärfte Aufsicht gestellt.
> Vattenfall beschädigt die deutsche Wirtschaft
Kirche und Religion
11. Januar '10
500. Geburtstag von Calvin gefeiert
In Europa wird derzeit der 500. Geburtstag des Genfer Reformators
Jean Calvin gefeiert. Dieses Genf, auch gern als „protestantische Rom“ bezeichnet, war
einst die wichtigste Wirkungsstätte Calvins. Auch in Deutschland wird das Calvin-Jahr mit zahlreichen
Veranstaltungen zum Gedenken an den Reformator begangen – angefangen
von Streitgesprächen, einer großen Ausstellung im Deutschen
Historischen Museum in Berlin bis hin zu einem Calvin-Kongress Anfang
September in Siegen. Der Geburtstag selbst wurde am 10. Juli mit einer
Feier in der Französischen Kirche am Gendarmenmarkt
in Berlin gewürdigt.
> Bernd Rebe: Vollendet die Reformation
Gesellschaft
11. Januar '10
Thüringen: Zahl pflegebedürftiger Rentner wächst
Die Zahl der Senioren, die auf ambulante oder
stationäre Pflege angewiesen sind, ist in Thüringen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. So brauchen von den 75- bis 85-Jährigen rund 16 Prozent diese Unterstützung. Nach Informationen der Techniker Krankenkasse liegt das mitteldeutsche Bundesland damit im bundesweiten Vergleich vorn. Dennoch werden die meisten älteren Menschen nicht in Pflegeheime "überstellt", sondern größtenteils zu Hause und von den eigenen Angehörigen
gepflegt (72 Prozent derzeit). 2007 waren rund 72.000
Menschen in Thüringen pflegebedürftig, dies war ein Anstieg um sieben Prozent im
Vergleich zu 2005. Die Tabula Rasa widmet sich dem Thema und wirft ein Blick auf das neue Buch von Prinzessin von Lobkowicz.
> "Ich werde da sein, wenn du stirbst"
Gesellschaft
11. Januar '10
Thüringen: Parteien für Stasi-Überprüfung
Das Stasi-Überprüfungsgesetz Thüringens wird aller Voraussicht nach verlängert. SPD und Linke
zeigten sich offen gegenüber dem Vorstoß der CDU, auch die
Abgeordneten des nächsten Landtages auf eine frühere Spitzeltätigkeit
für die DDR-Staatsmacht zu überprüfen. Dieser Vorschlag einer erneuten Überprüfung der persönlichen Vergangenheit der Abgeordneten hatte CDU-Fraktionschef
Mike Mohring vorgeschlagen, nachdem das Thüringer Verfassungsgericht
das derzeit geltende Stasi-Überprüfungsgesetz grundsätzlich für
rechtmäßig erklärt hatte. Dieses endet am Ende der Wahlperiode.
> Birthler muss weitermachen
Politik
11. Januar '10
Das neue Links-Bild des Franz M.
Auch wenn SPD-Chef Franz Müntefering mit dem Chef der Linken Oskar Lafontaine nichts mehr zu tun haben will, im politischen Wahljahr denkt er über (s)ein neues Verhältnis zur Linkspartei nach. Endlich, so Müntefering, der vergangene Woche die SPD in Thüringen auf die Landtagswahl eingeschworen hatte, muß auch die Stunde kommen, wo man die Linke nicht
mehr an der DDR mißt, denn es sei falsch, die Mitglieder "für die
nächsten 200 Jahre zu exkommunizieren"
> Gespräch mit Bodo Ramelow
Politik
11. Januar '10
Westerwelle fordert Wahlen im Juni
Für FDP-Chef Westerwelle ist die Konsequenz aus den jüngsten Konflikten
zwischen CDU/CSU und SPD klar: Er fordert vorgezogene Wahlen. "Wenn
die Regierung nicht zur Sacharbeit zurückkehren will", so Westerwelle,
dann müsse bereits im Juni abgestimmt werden. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf den Politiker.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Dax auf Talfahrt
Große Unruhe herrscht an der Börse und verunsichert die Anleger: Der Dow Jones hat am Donnerstagabend auf dem
tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren geschlossen, jetzt fällt auch
der deutsche Aktienindex (Dax) rasant - um mehr als drei Prozent. Die Marke von 4000 Punkten
rückt in bedrohliche Nähe.
> Der neue und der alte Glaube
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Karzai fordert schärferes Vorgehen gegen Taliban
Afghanistans Staatspräsident Karzai hat die Regierung Pakistans erneut
aufgefordert, stärker gegen die radikal-islamischen Taliban vorzugehen.
Für die Terroristen dürfe es dort keine Rückzugsgebiete geben, so Karsai. Erst in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch geriet eine Bundeswehrpatrouille im Norden Afghanistans unter Beschuß. Niemand sei bei dem Angriff östlich von Kundus verletzt
worden, teilte das Einsatzführungskommando in Potsdam mit. In der
vergangenen Woche war ein Bundeswehr-Soldat in der Region in einen
Hinterhalt geraten und getötet worden.
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan, Das Experiment ist gescheitert
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Schröder trifft Ahmadinedschad
Der Privatbesuch von Ex-Kanzler Gerhard Schröders (SPD) bei Mahmud Ahmadinedschad
ist hochpolitisch. Schließlich befindet sich Irans Präsident im
Wahlkampf, und Schröders Visite könnte für ihn von Vorteil sein. In
Deutschland ist die Empörung dementsprechend groß – nur das Auswärtige
Amt schweigt.
> Iran greift nach den Sternen> Die Gefahr aus dem Iran
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
G 8 Gipfel endet in L 'Aquila
Zum Abschluß des dreitägigen G8-Gipfels in der Nähe des durch ein Erdbeben 2009 zerstörten Ortes L 'Aquila debattieren die Staats-
und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und
Russlands über die weltweite Hungerkrise. An den Verhandlungen nehmen neben den G8-Ländern
auch Ägypten, Äthiopien, Algerien, Angola, Niederlande, Nigeria,
Senegal, Spanien, Türkei und die Vertreter mehrerer internationaler
Organisationen teil. Der Gipfel endet am Freitag mit einer
Pressekonferenz des italienischen Ministerpräsidenten Silvio
Berlusconi. Die Tabula Rasa fragt angesichts des Erdbebens: Woher kommt das Böse?
> Der kleine Goethe und seine bange Frage> "Woher kommt das Böse?"
11. Januar '10
Neue Erfolge in der Anti-Aging-Medizin
Ein Naturstoff von der Osterinsel verspricht ein längeres Leben -
zumindest gilt das für Mäuse. Die Nagetiere lebten mit Hilfe von
Rapamycin rund zehn Prozent länger, denn der Wirkstoff dämpft das
Immunsystem und verhindert nach Organtransplantationen
Abstoßungsreaktionen. Die Tabula Rasa hat sich vor längerem mit dem Thema Anti-Aging beschäftigt.
> Anti-Aging-Medizin 
Gesellschaft
11. Januar '10
Weniger Krankheitsfälle in Deutschland
Kaum ein Arbeitnehmer schafft es, bis zum 65. Geburtstag zu
arbeiten. So hat nur jeder 14. im Alter von 63 bis 65 Jahren eine
sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle. Dies geht aus der
Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Die
Statistik stärkt die Position von Gegnern der Rente ab 67. Umgekehrt fürchten immer mehr Arbeitnehmer um ihren Job. Derzeit sind die Krankenstände auf den tiefsten Stand seit Beginn der
statistischen Erfassung im Jahr 1970 gesunken.
> Helmut Schmidt: Überalterung und Schrumpfung zwingen zum Umbau
Politik
11. Januar '10
Das politische Aus für Pauli
Die neue Partei, die Freie Union, der früheren CSU-Rebellin Gabriele Pauli darf nicht zur Bundestagswahl antreten: Der Bundeswahlausschuß
hatte eine Beschwerde der Freien Union in Bayern gegen die
Nichtzulassung zurückgewiesen. Eine Kandidatur der Freien Union in Bayern war
abgelehnt worden, weil auf der Landesliste Gabriele Paulis Unterschrift
fehlte. Aber auch in anderen Bundesländern wurde die Freie Union nicht
zugelassen, da sie nicht genügend Unterstützer fand.
Darüber hinaus droht Pauli weiteres Ungemach: Teile des von der Politikerin aufgelösten Bundesvorstands der Freien Union wollen die Vorsitzende per
Gerichtsbeschluß absetzen.
> Gabriele Pauli – politischer Paradiesvogel oder Vorreiterin einer neuen Politik?
Politik
11. Januar '10
Union in der Wählergunst ganz vorn
In der neuesten Forsa-Umfrage erreichte die Union ihren besten Wert
in diesem Jahr: Demnach käme sie auf 37 Prozent der
Stimmen, wenn die Woche Bundestagswahlen wären. Die FDP hingegen hält sich bei 15 Prozent. Dagegen konnte sich die SPD nicht verbessern, lediglich 21 Prozent der Befragten würden sich für die
Sozialdemokraten entscheiden. Die Grünen kämen derzeit auf 13 Prozent
und erhielten damit ein Prozent dazu, die Linkspartei auf neun Prozent (verliert zwei). Eine bürgerliche Koalition
(Schwarz-Gelb) könnte also mit einer Mehrheit von 52 Prozent regieren.
Gesellschaft
11. Januar '10
Mehr Ex-Stasi-Mitarbeiter als bislang bekannt
Nicht nur ehemalige DDR-Bürgerrechtler sind empört: In deutschen Behörden sollen noch
Tausende ehemalige Mitarbeiter der Stasi arbeiten, die meisten davon in
Sachsen-Anhalt. Rund 17000 frühere Beschäftigte des DDR-Ministeriums für
Staatssicherheit (MfS) sollen trotz schärfster Überprüfungen im öffentlichen Dienst
ostdeutscher Landesverwaltungen verblieben sein, so ein Bericht der
„Financial Times Deutschland“. Davon arbeiteten 2247 in
Mecklenburg-Vorpommern, 2942 in Brandenburg, 800 in Thüringen, 4400 in
Sachsen-Anhalt, 2733 in Berlin und 4101 in Sachsen.
Experten fordern nun eine erneute Überprüfung der
Beschäftigten.
> Birthler muss weitermachen
11. Januar '10
Klassik-Stiftung entscheidet über Bauhausmuseum
Das neue Bauhaus-Museum Weimar soll die Aufgabe übernehmen, ein musealer Ort zu sein, in dem die bedeutende Rolle Weimars präsent ist und der zugleich erlaubt, glaubwürdig an zeitgenössische Fragen im Bereich von Kunst und Design anzuknüpfen. Ausgangspunkt des Konzepts und zugleich Alleinstellungsmerkmal des Museums sind die in Weimar existierenden historischen Sammlungen. Das Staatliche Bauhaus, das bereits 1925 aus Weimar vertrieben wurde, blieb hier am Ort durch die historisch früheste Bauhaus-Sammlung präsent, die Walter Gropius im Zusammenwirken mit Wilhelm Köhler, dem Direktor der Kunstsammlungen, in Weimar hinterließ.
> Annette Seemann: Adolf Meyer (1881-1929) - die rechte Hand von Walter Gropius (1883-1969) 
11. Januar '10
Einigung bei Patientenverfügung
Vergangene Woche beschloß der Bundestag die
rechtliche Absicherung von Patientenverfügungen im Betreuungsrecht. 320
von 566 Parlamentarier votierten für einen Antrag des Bundestagsabgeordneten Joachim Stünker (SPD). Künftig müssen Menschen eine Patientenverfügung schriftlich
aufsetzen, damit sie wirksam wird. Ihr müssen die betreuenden
Angehörigen und der Arzt folgen, „unabhängig von Art und Stadium der
Erkrankung“. Dies bedeutet, daß die Verfügung nicht nur für den
Sterbefall gilt. Mit dem Beschluß endet eine sechs Jahre dauernde
Debatte im Bundestag. Die Tabula Rasa widmet sich dem Thema.
> Ulrich Wedding: Der "ganzheitliche Ansatz" der Palliativmedizin
Politik
11. Januar '10
Union und FDP sinken in der Wählergunst
In der neuesten Sonntagsfrage des Instituts Forsa im Auftrag des
Magazins Stern und des Fernsehsenders RTL geben Union und FDP im
Vergleich zur Vorwoche jeweils einen Prozentpunkt ab. Die CDU/CSU liegt
derzeit bei 33 Prozent, die Liberalen kommen auf 17 Prozent der
Stimmen. Eine schwarz-gelbe Koalition im Bund würde also 50 Prozent der
Stimmen auf sich vereinigen und die Regierung bilden können. Die SPD
kann einen Prozentpunkt dazugewinnen und kommt auf 24 Prozent.
Auch die Grünen legen um einen Prozentpunkt zu, sie erreichen 11
Prozent. Die Linke liegt unverändert ebenfalls bei 11 Prozent. Ein
rot-rot-grünes Bündnis könnte es demnach auf 46 Prozent der Stimmen
bringen.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Israelische Militärführung angeklagt
Berichte über Gewalt gegen Zivilisten während
des jüngsten Krieges im Gaza-Streifen hat die israelische Armee strikt von sich gewiesen. Wie die Militärführung mitteilte, handelt es sich bei den Verwürfen um Verleumdungen.
Israelische Soldaten hatten führenden Militärs vorgeworfen, daß diese sie während des
Einsatzes zu mutwilliger Zerstörung und Gewalt gegen palästinensische
Zivilisten ermutigt hatten. Bei dem Militäreinsatz im
Gaza-Streifen waren mehr als 1.400 Palästinenser getötet und 5.000
weitere verletzt worden.
> Dialog zwischen den Religionen als Grundlage von Frieden und Verständigung in der Welt
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
4,5 Millionen Arbeitslose befürchtet
Schlechte Zeiten kommen auf die Arbeitnehmer in Deutschland zu, so die Prognose des Chef-Volkswirts der Deutschen Bank Norbert Walter. Seiner Einschätzung nach werden die Folgen der Finanzkrise zu einem drastischen Anstieg der Arbeitslosenzahl führen. Der Ökonom rechnet bis Ende 2010 mit 4,5
Millionen Arbeitslosen.
Kirche und Religion
11. Januar '10
Pius-Brüderschaft erkennt Konzil an
Die Piusbrüder machen einen großen Schritt auf den Papst zu. In ihrer
Reaktion auf seine jüngsten Äußerungen bekennen sie sich zum Zweiten
Vatikanischen Konzil. "Wir sind weit davon entfernt, die Tradition im
Jahre 1962 anhalten zu wollen," heißt es darin.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Williamson entschuldigt sich - Vatikan fordert radikalen Widerruf
Nach langem Schweigen meldete sich der umstrittene Bischof Richard
Williamson und Holocaust-Leugner zu Wort: Er entschuldigte sich für seine Äußerungen, in denen
er den Holocaust leugnete. Er habe nicht gewußt, wie viel "Schaden und
Schmerz" er damit auslösen würde. Erste Reaktionen auf Williamsons vermeintliche
Entschuldigung sind nicht gerade positiv: So wies der Vizepräsident des
Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, die
Erklärung des Bischofs zu seiner Leugnung des Holocausts als "durch und
durch verkorkst" zurück. Auch die katholische Kirche hat Williamson
aufgefordert, seine Leugnung des Holocausts vollständig und öffentlich
zu widerrufen - das letzte, halbherzige Statement des
Rechtsaußen-Bischofs reiche nicht aus
> Reinhard Linde: DEVIL´S POWER´S ORIGIN 
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Drastischer Wirtschaftseinbruch erwartet
Die deutsche Wirtschaft wird nach Schätzung der Deutschen Bank in
diesem Jahr noch drastischer einbrechen als bisher befürchtet.
Chefvolkswirt Walter rechnet mit einem Rückgang um fünf Prozent. Die
US-Wirtschaft schrumpfte Ende 2008 bereits so stark wie seit über 25
Jahren nicht.
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Der VW-Poker des Christian Wulff
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff will die Übernahme von
Volkswagen seitens Porsche verhindern. Eine derart feindliche Übernahme werde
nicht klappen, unterstrich der CDU-Politiker. Wie Wulff hervorhob, der auch im VW-Ausichtsrat sitzt, funktionierten beide Unternehmen nur
miteinander und nicht gegeneinander. Seit Monaten hat der CDU-Politiker darauf gedrängt, keine Kredite an Porsche zu vergeben.
Kirche und Religion
11. Januar '10
Benedikt XVI. im Krankenhaus
Gerade erst hatte das Oberhaupt der Katholiken, Papst Benedikt XVI., seinen Sommerurlaub im italienischen
Aostatal angetreten, wurde seine Erholung erst einmal unterbrochen.
Bei einem Sturz in seinem Ferienhaus brach sich Benedikt XVI. das
rechte Handgelenk. Der Papst feierte aber noch die Messe, bevor er sich
ins Krankenhaus begab.
> Guido Horst: Der Papst, die Juden und der Holocaust
Politik
11. Januar '10
Steinmeier erteilt rot-roter Koalition eine Absage
Der Kanzlerkandidat der SPD und Deutschlands Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier hat die anderen Parteien dazu aufgefordert, ihren Wahlkampf auf die Probleme der Bundesbürger abzustimmen, denn in Zeiten der Wirtschaftskrise hätten diese höhere Erwartungen an die Politik. Zugleich warf er der Union vor, bisher
nicht angemessen auf seinen Deutschlandplan reagiert zu haben. Ein Bündnis mit der Linkspartei nach der
Bundestagswahl schließt der SPD-Politiker weiterhin aus.
> Steinmeiers Luftnummer
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Bank of Amerika braucht weitere Finanzhilfe
Die US-Finanzaufsicht sieht bei der Bank of America eine riesige
Kapitallücke von rund 35 Milliarden Dollar. Das sei das Ergebnis des
von der US-Notenbank Federal Reserve durchgeführten Belastungstests,
berichtet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Insider. Die
offizielle Veröffentlichung der Ergebnisse der sogenannten
«Stress-Tests» bei 19 der größten US-Banken wird am Donnerstag nach
US-Börsenschluss erwartet. Die US-Regierung hat die Bank of America
bereits mit rund 45 Milliarden Dollar gestützt.
> Peter Scholl-Latour: Wall Street in Trümmern
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
FDP fordert Steuersenkungen
Im Hinblick auf die zu erwartenden Steuerausfälle hat der FDP-Abgeordnete
Fricke eine Senkung der Staatsausgaben gefordert. Dabei denke er vor allem an Subventionen beispielsweise für die Steinkohle, betonte der
Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses im "Deutschlandfunk".
Darüber hinaus sprach sich Fricke für niedrigere Steuern aus, denn es habe sich gezeigt, daß überall dort, wo man die Abgaben gesenkt habe, die
Bereitschaft gestiegen sei, mehr zu leisten. Dagegen wandte sich der Wirtschaftsweise
Bofinger im "Deutschlandradio Kultur" gegen Steuersenkungen.
Zur Zeit gebe es dafür überhaupt keinen Spielraum. Am 14. Mai legt der
Arbeitskreis Steuerschätzung seine Frühjahrs-Prognose vor. Für
das laufende Jahr wird mit Mindereinnahmen des Staates von mindestens
45 Milliarden Euro gerechnet.

Kirche und Religion
11. Januar '10
Papst reist nach Afrika
Das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI., bricht am 17. März zu seiner ersten Pastoralreise nach
Afrika auf. Der Besuch soll sechs Tage dauern und ihn nach Kamerun und Angola
führen. Unter dem Motto: Die Kirche im Dienst von
Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden. In Kamerun geht es vor allem
darum, eine zweite Afrika-Synode im Herbst in Rom vorzubereiten. In
Angola will Joseph Ratzinger versuchen, die Botschaft der Versöhnung in
dem noch vom Bürgerkrieg gezeichneten Land besonders eindringlich und
politisch zu verkünden.
> Papst Benedikt XVI.: Die Vorlesung des Papstes in Regensburg> Robert Lembke: Enzyklika Deus caritas est
11. Januar '10
Althaus kommt zurück
Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus kann nach Angaben
seiner Ärzte "noch vor der Sommerpause" in die Politik zurückkehren.
Die Thüringer CDU kündigte an, Althaus beim Landesparteitag am 14. März
in Abwesenheit zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl zu küren.
"Wir haben jetzt die Klarheit, die wir brauchen", sagte Fraktionschef
Mike Mohring. In Thüringen wird am 30. August ein neuer Landtag
gewählt.
11. Januar '10
Siedlungsstopp in Ost-Jerusalem gefordert
Weiterhin intervenieren die Vereinigten Staaten von Amerika gegen den geplanten Bau einer jüdischen Siedlung
in Ost-Jerusalem. Aus Unmut über die politische Lage, wurde der israelische Botschafter ins
Außenministerium in Washington einbestellt. Wie israelische Medien berichten, wurde verlangt, das Siedlungsprojekt aufzugeben. Bei diesem geht es um den
Bau von 20 Wohnungen in einem arabischen Viertel. Die Stadtverwaltung
von Jerusalem hatte dem Vorhaben allerdings zugestimmt.
> Lisz Hirn: Über die Möglichkeit eines Krieges
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neue Unruhen im Iran
Der Iran kommt politisch nicht zur Ruhe. Nunmehr hat der iranische Ex-Präsident
Mohamed Chatami zu einem Referendum über die Rechtmäßigkeit der
Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad aufgerufen. Wenn das Volk für den Politiker stimmt, wird die Opposition ihren Widerstand gegen seine
Wiederwahl aufgeben, so Chatami.
> Robert Lembke: Der Buhmann bangt
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Schröder kritisiert: Opel-Rettung zu zögerlich
Der SPD-Altkanzler Gerhard Schröder hält seiner Nachfolgerin Angela Merkel (CDU) bei den
Rettungsbemühungen für Opel indirekt Ahnungslosigkeit vor. Wenn die
CDU-Vorsitzende erkläre, eine „Scheinlösung“ wie Holzmann werde es mit
ihr nicht geben, sei sie falsch informiert, sagte Gerhard Schröder in
einem dpa-Interview.
> Angela Merkel: Vertrauen schaffen in Zeiten der Krise
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
4 Billionen-Verluste durch faule Kredite
Der Internationale Währungsfonds befürchtet inzwischen mehr als vier
Billionen Dollar (3,09 Billionen Euro) an weltweiten Verlusten durch
Ramschpapiere und faule Kredite. Bislang war der IWF davon ausgegangen,
dass Finanzinstitute voraussichtlich 2,2 Billionen Dollar an
problematischen Vermögenswerten abschreiben müssen. In der Tabula Rasa lesen Sie einen Beitrag des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx
> Reinhard Marx: Marx schreibt an Marx
11. Januar '10
Die Tabula Rasa macht Urlaub
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
für zwei Wochen stellt die Tabula Rasa, Die Kulturzeitung aus Mitteldeutschland, ihre tägliche, kleine Berichterstattung ein, oder wird nur sporadisch berichten. Sie haben aber weiterhin Einblick in die unterschiedlichen Ressorts. Bleiben Sie uns gewogen und bis Anfang August.
Ihr
Stefan Groß
11. Januar '10
70. Todestag von Paul Schneider
Am 18. Juli 1939 wurde im KZ Buchenwald bei Weimar der "Prediger von Buchenwald", der evangelische Pfarrer Paul Schneider, ermordet. Als er bei einem Fahnenappell anläßlich des Führergeburtstages am 20. April 1938 den Hitlergruß verweigerte, wurde er öffentlich mit
Stockschlägen bestraft und in eine Einzelzelle des Arrestgebäudes
(„Bunker“) gesperrt. Am Ostersonntag soll er sich trotz größter Schmerzen an den
Gitterstäben seiner Zelle hochgezogen gegerufen haben: „Kameraden, hört mich.
Hier spricht Pfarrer Paul Schneider. Hier wird gefoltert und gemordet.
So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben!“.
> Robert Leicht: Evangelische Kritik am Nazistaat musste glasklar sein
Politik
11. Januar '10
Köhler bleibt im Schloß Bellevue
Bereits im ersten Wahlgang reichte es für eine Mehrheit: Die Bundesversammlung wählte Horst Köhler wieder zum Bundespräsidenten. Köhler erreichte damit genau die Mindestanzahl an erforderlichen Stimmen, nämlich 613. Die SPD-Kandidatin Gesine Schwan erhielt 503 Stimmen, Peter Sodann, Kandidat der Linken bekam 91 Stimmen. Die Präsidentenwahl gilt als wichtiges Signal für das Kräftemessen der politischen Lager im Wahljahr. Die Tabula Rasa nimmt die Wahl zum Anlaß, Ihnen einerseits die Berliner Rede 2009 des alten und des neuen Bundespräsidenten nochmals ins Gedächtnis zu rufen sowie die berühmten Reden von Johannes Rau (2004) und seines Vorgängers Roman Herzog (1997).
> Horst Köhler: "Die Glaubwürdigkeit der Freiheit"> Roman Herzog: Berliner Rede 1997 - Aufbruch ins 21. Jahrhundert> Johannes Rau: Berliner Rede 2004
Politik
11. Januar '10
SPD auf Talfahrt
Knappe acht Wochen vor der Bundestagswahl verlieren die beiden
Regierungsparteien Stimmen gegenüber der Opposition. Die Union verliert
einen Prozentpunkt und steht laut aktueller Forsa-Umfrage bei 37
Prozent. Die Dienstwagenaffäre kommt der SPD teuer zu stehen: Sie liegt
nur noch bei 20 Prozent (minus 3). Grüne und FDP legen jeweils um einen
Punkt zu auf 13 bzw. 14 Prozent. Die Linke steht aktuell bei 11 Prozent
(plus 2).
> Ostwärts liegt eine demoralisierte Gesellschaft
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Mehrere Tote in Afghanistan
Bei der Explosion eines Sprengsatzes in Afghanistan verloren nach
Angaben des Verteidigungsministeriums mindestens 21 Zivilisten ihr Leben. Die Bombe war im Süden des Landes am
Straßenrand deponiert. Sechs weitere Menschen wurden verletzt. Die Tabula Rasa fordert: Raus aus Afghanistan.
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan in Blut und Chaos
11. Januar '10
Schweinegrippe breitet sich aus
Die Schweinegrippe breitet sich immer weiter aus und
Deutschland rüstet sich für den Ernstfall – allerdings geschieht dies zunächst nur für ein
Drittel der Bevölkerung: 50 Millionen Dosen Impfstoff wurden bereits bestellt, 25 Millionen
Deutsche sollen damit jeweils zweimal geimpft werden. Grund ist die Empfehlung
der Weltgesundheitsorganisation (WHO), daß zunächst alle
Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten und für die öffentliche Ordnung
sorgen, gegen das Virus geimpft werden sollten.
> Neue Grippe - Wie gefährlich ist das Virus? 
11. Januar '10
Leopoldina etabliert sich als Arbeitsakademie
Vor genau zwölf Monaten, am 14. Juli 2008, wurde die
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina von der Vorsitzenden der
Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz und Bundesministerin für Bildung und Forschung
Prof. Dr. Annette Schavan zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt.
Am ersten Jahrestag ihrer Ernennung hat sie sich als Arbeitsakademie etabliert,
neue Strukturen geschaffen, qualifizierte Mitarbeiter gewonnen und den
räumlichen Ausbau sichergestellt.
> Leopoldina etabliert sich als Arbeitsakademie
Politik
11. Januar '10
SPD verliert deutlich
Sechs Wochen vor der Bundestagswahl
verlieren die beiden Regierungsparteien Stimmen gegenüber der
Opposition. Die Union verliert einen Prozentpunkt und steht laut
aktueller Forsa-Umfrage bei 37 Prozent. Die Dienstwagenaffäre kommt der
SPD teuer zu stehen: Sie liegt nur noch bei 20 Prozent (minus 3). Grüne
und FDP legen jeweils um einen Punkt zu auf 13 bzw. 14 Prozent. Die
Linke steht aktuell bei 11 Prozent (plus 2). Befragt wurden 2502
Wahlberechtigte.
> Führt Steinmeier die SPD ins Nirwana?
11. Januar '10
Schweinegrippe: Impfung kostet 28 Euro
Die geplante Doppelspritze gegen die Schweinegrippe kostet, so die Verlautbarung aus dem Gesundheitsministerium, rund 28 Euro. Dies sei ein Richtwert für die
Bundesländer, die für die Umsetzung der im Herbst anstehenden
Massenimpfungen zuständig sind. Ulla Schmidt hat sich mit den Kassen
auf eine Finanzierung geeinigt.
> Neue Grippe - Wie gefährlich ist das Virus?
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
ZEW-Index verweist auf Ende der Krise
Seit Jahren geht es der Wirtschaft weltweit schlecht. Nun scheint sich ein Ende der Krise abzuzeichnen, denn die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und
institutionellen Investoren haben sich im August stark verbessert. So stieg der entsprechende Index von 39,5 Punkten im Vormonat auf 56,1 Punkte,
wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte.
> Wegweisung für den Wegweiser gesucht: Wer rettet die Soziale Marktwirtschaft?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Pjöngjang versus Seoul
Nordkorea unterstellt den USA und Südkorea, einen Angriff vorzubereiten. Auf jede Provokation
wird das Land, so heißt es aus Militärkreisen, mit einem "erbarmungslosen und vernichtenden Schlag"
reagieren. Anlaß für die Provokation ist die jährliche Militärübung der US-Streitkräfte mit Südkorea. Dort ist der frühere südkoreanische Präsident Kim Dae Jung im Alter von 83
Jahren gestorben. Kim war von 1998 bis 2003 Staatschef. Im Jahr 2000
erhielt er den Friedensnobelpreis für seine Bemühungen um Aussöhnung
mit dem kommunistischen Nordkorea.
> Der größte Coup des Kim Jong-Il
Kunst und Künstler
11. Januar '10
ADAC auf Schillers Spuren
Druckfrisch
präsentierte am 15. Juli 2009 im Schillergartenhaus Jena der ADAC die zweite
Auflage der Schillerbroschüre. „Zur Geburt Schillers, die sich 2009 zum 250. Mal
jährt, möchten wir anregen, den Lebensstationen des Dichters zu folgen und sie
als touristische Ziele zu erleben“ erklärte Erich Spieker, Vorstandsmitglied des
ADAC Hessen-Thüringen übereinstimmend mit Barbara Wuttig, Vorstandsmitglied des
ADAC Sachsen. Die 2002 zum
ersten Mal erschienene Broschüre schildert kurz Leben und Werk des Dichters und
ergänzt die Biographie um touristische Angaben. In der Neuauflage wurde das 40
Seiten umfassende Heft um eine praktische Übersichtskarte ergänzt und komplett
überarbeitet.
> Was können wir von Friedrich Schiller lernen? 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Bund und Länder wollen mehr Mitsprache bei EU-Fragen
Am heutigen Dienstag soll das deutsche Begleitgesetz zum Lissabonner EU-Vertrag auf
den Weg gebracht werden. In Berlin wollen Bund und Länder ihre
Verhandlungen über mehr Mitspracherechte von Bundestag und Bundesrat in
EU-Fragen abschließen. Nach Angaben der Fraktionen von CDU und SPD sind
nur noch Details zu klären. Ein Scheitern der Gespräche wird nicht
erwartet. In der Tabula Rasa lesen Sie einen Beitrag von Christian Wulff.
> „Die Rolle der Länder in der Europäischen Union am Beispiel Niedersachsens“
Gesellschaft
11. Januar '10
Jamaikaner auf dem Weg zum dritten Gold
Der jamaikanische Sprint-Superstar Usain Bolt ist mit seinem Erfolg, zwei Goldmedaillen und zwei Weltrekorde, noch nicht zufrieden. Nun will er am Wochenende auch in der Staffel mit Bestzeit triumphieren. Der Star feiert am 21. August seinen 23.
Geburtstag. Die Tabula Rasa beschäftigt sich mit der Glaubwürdigkeitskrise im Sport.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Anmerkungen zur Glaubwürdigkeitskrise des Sports
Politik
11. Januar '10
Union und FDP kommen auf 51 Prozent
Union und FDP halten mit zusammen 51 Prozent ihren Vorsprung vor dem
linken Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei, die zusammen auf 44 Prozent kommen. Das ergibt die wöchentliche Umfrage des
Forschungsinstituts Forsa. Nach den Zahlen gewinnt die CDU/CSU einen Punkt hinzu und liegt nun bei
38 Prozent, die SPD legt um einen Punkt auf 21 Prozent zu. Die FDP
kommt auf 13 Prozent (-1), die Grünen erreichen 12 Prozent (-1) und die
Linke liegt unverändert bei 11 Prozent. Wenn die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich der
Umfrage zufolge 57 Prozent für Amtsinhaberin Merkel (CDU)
entscheiden. Das ist 1 Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Für
den SPD-Politiker Steinmeier stimmten lediglich 18 Prozent.
> Politik der Generation Ich
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Raus aus der West Bank
Der amerikanische Präsident Barack Obama hat die israelische Regierung erneut dazu aufgefordert, ihre
Siedlungsaktivitäten im Westjordanland einzustellen und langfristig zu beenden. Allerdings müssten
auch die Palästinenser ihren Verpflichtungen nachkommen und der Gewalt
gegenüber Israel ein Ende machen, unterstrich Obama nach einem Treffen mit
Palästinenser-Präsident Abbas in Washington. Beide Seiten müssen im Nahost-Konflikt
ihren Beitrag leisten, damit eine Zwei-Staaten-Lösung verwirklicht
werden kann. In der Tabula Rasa widmet sich Lisz Hirn dieser Thematik.
> Lisz Hirn: Über die Möglichkeit eines Krieges
11. Januar '10
Ramelow beansprucht Ministerposten
Bodo Ramelow, Spitzenkandidat der Partei "Die Linke" in Thüringen, hat
Ministerpräsident Dieter Althaus aufgefordert, zurückzutreten. Althaus und die
CDU seien abgewählt worden, so Ramelow. Die Linke hatte mehr Stimmen als SPD und
Grüne zusammen erreicht. Nun müssen sich Grüne und SPD entscheiden, ob sie als
Steigbügelhalter für die CDU fungieren oder einen Politikwechsel
erreichen wollten. Der Spitzenkandidat der SPD, Matschie, hält weiter daran fest, daß ein Bündnis mit den Linken nur möglich sei, wenn die SPD den Ministerpräsidenten stellt.
> Bodo Ramelow im Gespräch
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Jens Petersen erhält Bachmann-Preis
Der Schriftsteller Jens Petersen hat dieses Jahr den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Wie die Jury bei den Klagenfurter
Literaturtagen bekannt gab, erhält der 1976 geborene Arzt für sein Werk
"Bis dass der Tod" die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung. Petersen setzte sich mit 5:2
Kritikerstimmen im zweiten Wahlgang gegen die Konkurrenz durch. Bereits sein
2005 erschienener Debütroman "Die Haushälterin" war mit mehreren
Literaturpreisen ausgezeichnet worden. Den 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis
gewann der Berliner Schriftsteller Ralf Bönt für seinen Novellenauszug
"Der Fotoeffekt". Der 3sat-Preis ging an Gregor Sander für
"Winterfisch", der "Ernst Willner-Preis" an Katharina Born.
Die Zuschauer kürten per Internet-Stimmabgabe Karsten Krampitz zum Sieger des
Hypo-Publikumspreises.

Politik
11. Januar '10
Westerwelle: Der Poker um die Macht
Auf die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen hat FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle große Erwartungen gesetzt. Der Politiker unterstrich, daß die Liberalen in
beiden Ländern eine bürgerliche Regierung wollen. Insbesondere in
Thüringen muß eine Koalition von SPD und Linken verhindert werden. Mit Uwe Barth (Thüringen) und Holger Zastrow (Sachsen), den beiden Spitzenkandidaten, sei es möglich, daß die Partei einen zweistelligen Erfolg erzielen könnte. Westerwelle hatte am Montag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert, der er vorwarf, bereits Koalitionsverhandlungen mit der SPD zu führen. Am Donnerstag besucht der Spitzenpolitiker die Universitätsstadt Jena.
> Politik der Generation Ich
Politik
11. Januar '10
Bundesbürger gegen Afghanistan-Krieg
Die Mehrheit der Deutschen wollen einen Rückzug
der Bundeswehr aus Afghanistan. So stimmten 58 Prozent der
Befragten für die Beendigung des deutschen Militäreinsatzes am
Hindukusch. 36 Prozent sind der Meinung, daß Deutschland nach wie vor
Präsenz im Krieg gegen die Taliban und die al-Qaida-Kämpfer zeigen
sollte. Während 69
Prozent der Ostdeutschen für einen Rückzug sind, sind es in den alten Ländern lediglich 28 Prozent.
Politik
11. Januar '10
Thüringen und Sachsen: Aktuelle Umfrage
In Thüringen gewinnen CDU und FDP jeweils einen
Prozentpunkt hinzu und kommen jetzt auf 37 bzw 39 Prozent. Linke (23)
und Grüne (5) bleiben stabil. Die SPD verliert drei Punkte und kommt
demnach nur noch auf 20 Prozent. Damit hätte Rot-Rot-Grün noch eine
knappe Mehrheit. Sachsen: CDU (41), Grüne (6)
und FDP (10) verlieren jeweils einen Prozentpunkt. Während die SPD
stabil bei 14 Prozent bleibt, gewinnt die Linke 3 Punkte dazu und steht
nun bei 20 Prozent. Die NPD schafft nach aktuellem Stand mit 5 Prozent
knapp den Einzug in den Landtag. Schwarz-Gelb hätte demnach eine knappe
Mehrheit.
11. Januar '10
Bisky plädiert für Ramelow
Parteichef Lothar Bisky hat den Anspruch der Partei Die Linke auf das Amt des Thüringer
Ministerpräsidenten nachhaltig unterstrichen. Voraussetzung sei natürlich, daß die Partei
bei der Wahl am Sonntag vor der SPD liegt. Sollte dies gelingen, die Umfragen sprechen dafür, dann ist ganz klar, daß Ramelow der neue Ministerpräsident des Freistaates werden soll. Mittlerweile hat sich die Bundesspitze der SPD, Müntefering und Steinmeier, für rot-rote Koalitionen auf Länderebene ausgesprochen.
> Bodo Ramelow im Gespräch
11. Januar '10
Neun Parteien treten bei der Landtagswahl an
Bei der Thüringer Landtagswahl am 30. August werden neun Parteien antreten, so die Entscheidung des Landeswahl-Ausschusses. Zugelassen sind die CDU, die SPD, die Linke, Bündnis90-Die Grünen, die FDP, die Freien Wähler, die NPD, die Republikaner und die ÖDP. Vier
Parteien hingegen wurden vom Landeswahl-Ausschuss nicht zugelassen: die
Familienpartei, die Guten, die Thüringer Volksunion und die KPD. Diese Parteien konnten entweder gar keine oder zu wenig
Unterstützungsunterschriften vorlegen. Nötig für die Zulassung zur
Landtagswahl sind mindestens 1.000 Unterschriften.

Politik
11. Januar '10
Thüringen und Sachsen haben gewählt
In Thüringen erreicht die CDU nur noch 31,2, die Linke kommt auf 27,4 Prozent, die SPD erhält 18,5 Prozent, die FDP 7,6, die Grünen 5,5, die NPD 4,8 Prozent. Sachsen: Die CDU erlangt 41, die Linke kommt auf 20,5, die FDP auf 10,5, die SPD auf 19, die Grüne auf 6, die NPD auf 5,5 und die anderen Parteien auf 6,5 Prozent.
> Nach der Landtagswahl ist vor der Landtagswahl
Kunst und Künstler
11. Januar '10
"Modell Bauhaus" erreichte 166.000 Besucher
Mit insgesamt 166.000 Besuchern hat gestern die Ausstellung "Modell Bauhaus" im Martin-Gropius-Bau in Berlin ihre Türen geschlossen. Die Veranstalter - das Bauhaus-Archiv Berlin, die Stiftung Bauhaus Dessau und die Klassik Stiftung Weimar - freuen sich über den sensationellen Erfolg, der die Erwartungen weit übertroffen hat. Auch die Medienresonanz in aller Welt war außerordentlich. Die Ausstellung zum 90-jährigen Gründungsjubiläum des Staatlichen Bauhauses war mit rund 1.000 Exponaten die umfassendste Ausstellung, die je zum Bauhaus gezeigt wurde. Das Museum of Modern Art New York ist Kooperationspartner des Projekts und wird seine Ausstellung "Bauhaus 1919 - 1933: Workshops for Modernity", basierend auf einem großen Teil der Berliner Exponate, ab dem 8. November 2009 in New York zeigen.
Gesellschaft
11. Januar '10
Ralf Dahrendorf gestorben
Der deutsch-britische Soziologe und Politiker Lord Ralf Dahrendorf ist
tot. Am Mittwochabend starb er nach einem langen Krebsleiden in Köln im Alter von 80 Jahren. Dies teilte der Chefredakteur der Badischen Zeitung
mit, die Dahrendorf zuletzt beriet. Dahrendorf galt als einer der
bedeutendsten Soziologen Deutschlands. Neben seiner wissenschaftlichen
Karriere war er auch politisch tätig: 1993 wurde Dahrendorf Mitglied
des britischen Oberhauses.
11. Januar '10
Nobelpreis für ewige Jugend
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an
drei Forscher aus den USA. Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack
Szostak haben herausgefunden, wie Zellen altern. Außerdem haben sie
beschrieben, mit welchen Werkzeugen die Zelle diese Alterung steuert. Die Tabula Rasa hat sich mit der Anti-Aging-Medizin beschäftigt.
> Annegret Balogh: Anti-Aging-Medizin
Feuilleton
11. Januar '10
Verblöden unsere Kinder?
Mit seinem Buch „Verblöden unsere
Kinder? – Neue Medien als Herausforderung für Eltern“ gelingt dem Autor Jürgen Holtkamp
eine profunde Standard–Nachschlagebibel für Eltern, die sich angesichts der
großen Medienflut und ihren neugierigen Zöglingen einen Überblick über die Do´s
and Dont´s wertvoller Erziehungsarbeit verschaffen möchten.
> Dörte Fehling: Verblöden unsere Kinder?
Kirche und Religion
11. Januar '10
November, Monat der Entscheidung
Reliquien und Gebeine, eine Friedhofsinsel und
nebelverhangene Gipfelkreuze: Da haben wir doch mit diesem Heft dem
grauen November so richtig Tribut gezollt! Allerheiligen ist inzwischen
vorbei,
Volkstrauertag und Totensonntag kommen noch. Der Dauersport in unserer Gesellschaft, Tod und Sterben aus dem Bewusstsein zu verdrängen,
legt zumindest in diesem Monat eine kurze Kunstpause ein.
> Guido Horst: November, Monat der Entscheidung
11. Januar '10
Wort des Jahres: "Abwrackprämie"
Zum Wort des Jahres wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache die "Abwrackprämie" gekürt, denn, so die Begründung der Jury, diese habe weit in die
Gesellschaft hineingewirkt. Auf Platz zwei wählten die
Sprachwissenschaftler den Ausdruck "kriegsähnliche Zustände". Platz drei belegte die
"Schweinegrippe". Auch dieses Wort sei dauerhaft im
Gespräch gewesen, wenngleich die Krankheit nicht so bedrohlich war wie einst befürchtet.
Kirche und Religion
11. Januar '10
Advent - die Tage mit Ewigkeitscharakter
In Berlin sollten die Geschäfte an den vier
Adventssonntagen sowie an sechs weiteren Sonn- und Feiertagen geöffnet werden.
Das Berliner Ladenöffnungsgesetz ist das liberalste in Deutschland. Dagegen
haben die Kirchen Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht - und
teilweise Recht bekommen. Natürlich sollen und müssen die acht Richter des
Ersten Senats, der über die Klage zu befinden hatte, in ihrer Entscheidung
unabhängig sein.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Tage mit Ewigkeitscharakter
Politik
11. Januar '10
Schwarz-Gelb verliert
Elf Wochen nach der Bundestagswahl hat die schwarz-gelbe Koalition nach
mehreren Umfragen keine Mehrheit mehr im Wählervolk. Auch CSU-Chef Horst Seehofer
zählt nicht mehr zu den zehn wichtigsten deutschen
Politikern. Die Union käme in dieser Erhebung auf 35 Prozent, wenn am kommenden
Sonntag Bundestagswahl wäre. Für die FDP würden zwölf Prozent der
insgesamt 1000 Befragten stimmen, das wären 2,6 Prozentpunkte weniger
als bei der Bundestagswahl am 27. September.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neuer Terror am Hindukusch
Kabul: Bei einem Angriff der Taliban auf ein Gästehaus der Vereinten Nationen
in der afghanischen Haupstadt Kabul sind mindestens neun Menschen
getötet worden. Nach Angaben eines Sprechers befinden sich unter den Opfern
mindestens sechs UNO-Mitarbeiter. Mehrere Menschen wurden verletzt.
> Wolfgang Schäuble: Dialog zwischen den Religionen
Politik
11. Januar '10
Merkels Kabinett steht
Nun ist es amtlich, das neue Kabinett um Kanzlerin Angela
Merkel steht. Für Überraschung sorgte eine neue Personalie. So soll der erst
36-jährige niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) neuer
Gesundheitsminister in der schwarz-gelben Koalition werden. Ursula von der
Leyen (CDU) behält ihr Ressort – das Familienministerium, dem aber neue
Zuständigkeitsfelder zugesprochen werden.
> Merkels neues Kabinett steht
Politik
11. Januar '10
Der Bonus der Kanzlerin sinkt
Bundeskanzlerin Angela Merkel mußte mit dem Verlust der absoluten Mehrheiten in Thüringen und im Saarland eine Niederlage hinnehmen, die sich nun in ihren Umfragewerten zeigt. Bei der Frage nach
einer Direktwahl des Regierungschefs kommt Merkel auf 57 Prozent, vor einem Monat, im
August, waren es noch 62 Prozent. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hingegen holt ein wenig auf, denn ihn würden 28 Prozent
der Bürger bei einer Direktwahl bevorzugen. Demnach beträgt Merkels Vorsprung noch 29
Prozentpunkte, im Juni war der Vorsprung mit 39 Punkten weitaus komfortabler.
> Was bleibt vom C in der CDU? 
11. Januar '10
Nietzsche-Kolleg in Weimar
Seit seiner Gründung am 15. Oktober 1999 hat sich das zur Klassik Stiftung Weimar gehörende Kolleg Friedrich Nietzsche gemäß dem Traum seines Namenspatrons als »Kloster für freiere Geister« verstanden und sich unter der Leitung von Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály zu einem lebendigen Forum für philosophische Fragen - nicht nur der europäischen Gegenwart und Zukunft - entwickelt. Mit einem mehrtägigen philosophischen Fest feiert das Kolleg jetzt sein zehnjähriges Bestehen. Prominente Denker wie Friedrich Kittler, Julian Nida-Rümelin, Peter Sloterdijk, Gianni Vattimo, Klaus Vieweg und viele andere sind vertreten.
> Das Kolleg Friedrich Nietzsche feiert 10jähriges Bestehen
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Der Fall Opel wird zur Chefsache
Opel-Krisengespräch am Telefon: Bundeskanzlerin Angela Merkel und
US-Präsident Barack Obama haben bei einer Video-Konferenz zum kommenden
G-20-Gipfel in London auch über den angeschlagenen deutschen Autobauer
Opel gesprochen. In Deutschland machen sich jetzt immer mehr Politiker für eine
Staatsbeteiligung am angeschlagenen Autobauer aus Rüsselsheim stark
Gesellschaft
11. Januar '10
Das Kreuz mit dem Kreuz
Die Partei der Nichtwähler war bei den Bundestagswahlen 2005
drittstärkste Kraft und am 27. September droht ihre Zahl nochmals zu
steigen. Die Tabula Rasa widmet sich dem Thema - Das Kreuz mit dem Kreuz. Nach neuesten Umfragen wird eine zweite Große Koalition immer wahrscheinlicher.
> Robert Lembke: Das Kreuz mit dem Kreuz
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Israel provoziert mit Siedlungsbau
Trotz heftiger Kritik aus dem Ausland plant die israelische Regierung in den besetzten Gebieten den Bau von weiteren 500 Wohnungen. Die Siedlungsfrage ist eines der größten Probleme im stockenden
Friedensprozeß zwischen Israel und den Palästinensern und hat auch
zuletzt die Beziehungen zwischen Israel und den USA belastet. Lisz Hirn wirft einen Blick auf das gespaltene Land.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Politik
11. Januar '10
7. Mai: Die gefälschte Wahl 1989
Die Wahlen in der DDR waren immer absurd, denn das Ergebnis
stand schon vorher fest: fast 100 Prozent Zustimmung für die
"Kandidaten der Nationalen Front". Als Egon Krenz das Ergebnis verlas, glaubte kaum einer noch an die "fast 100 Prozent". Abschätzig sprach man vom "Zettelfalten". Der Wahlbetrug löste Proteste im ganzen Land aus. Er war einer der Auslöser für die großen Demonstrationen der friedlichen Revolution im
Herbst 1989. Die gefälschten Kommunalwahlen am 07. Mai 1989 waren also der
Anfang vom Ende der DDR.
> DDR-Kommunalwahlen vor 20 Jahren
Politik
11. Januar '10
Angela Merkel - Zweite Amtszeit beginnt
Bundespräsident Köhler hat Bundeskanzlerin Merkel die Ernennungsurkunde überreicht. Kurz zuvor war die
CDU-Vorsitzende im Bundestag zum zweiten Mal zur Regierungschefin
gewählt worden. 323 von 612 Abgeordneten votierten in geheimer
Abstimmung für sie, 285 stimmten mit Nein, es gab vier Enthaltungen.
Insgesamt verfügen CDU, CSU und FDP über 332 Sitze.
> Angela Merkel: Vertrauen schaffen in Zeiten der Krise 
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Wirtschaftskrise stürzt Staatshaushalt
Die andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Staatshaushalt der Bundesrepublik im
ersten Halbjahr in die roten Zahlen gestürzt. Wie das Statistische
Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, beläuft sich das Finanzierungsdefizit auf 17,3
Milliarden Euro. Dagegen habe im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres noch
ein Überschuß von sieben Milliarden Euro bestanden. Die Behörde bestätigte auch, daß die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal dieses Jahres um 0,3 Prozent
gewachsen und damit aus der Rezession gekommen ist.
> Gesine Schwan: Wo wir stehen. Überlegungen zur gegenwärtigen Krise
Kirche und Religion
11. Januar '10
EKD: Huber geht, Käßmann kommt
An der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland steht erstmals
eine Frau. Zur neuen EKD-Ratsvorsitzenden wurde die Hannoversche
Landesbischöfin Käßmann gewählt. Die 51-Jährige erhielt auf der Synode
in Ulm 132 von 142 Stimmen. Frau Käßmann löst den bisherigen
Amtsinhaber Huber ab, der in den Ruhestand geht. In der Tabula Rasa denkt Bischof Huber über den Nahen Osten nach.
> Naher Osten: Palästinenser und Israelis brauchen Führer mit dem Mut zum Frieden
11. Januar '10
Schweinegrippe auf Vormarsch
Nachdem in Deutschland eine Frau ohne Vorerkrankung an der
Schweinegrippe gestorben ist, erwarten Experten einen baldigen Anstieg
der Opferzahlen. Mit dem Wintereinbruch müsse vermehrt mit schwereren
Krankheitsverläufen gerechnet werden. Der Bundesgesundheitsminister
läßt sich gleich doppelt impfen. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat eine Grippeimpfung für seine beiden Töchter jedoch abgelehnt.
> Im Schweinsgalopp
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Reiner Kunze erhält Literaturpreis
Am Samstag erhält der
Schriftsteller Reiner Kunze den diesjährigen Thüringer Literaturpreis.
Aus diesem Anlass würdigt Thüringens Kultusminister Bernward Müller
(CDU) Reiner Kunze: „Mit seiner Biografie und der Kraft seiner Worte
hat sich Reiner Kunze durch die Zeiten hindurch nicht nur in Thüringen
als zuverlässiger Wegbegleiter erwiesen. Seine literarischen
Übersetzungen machten ihn zugleich zum Brückenbauer. Mit seiner
Widerständigkeit und Treue zu sich selbst ist Reiner Kunze beredter
Zeuge der Unantastbarkeit menschlicher Würde.
> Reiner Kunze erhält Thüringer Literaturpreis
Gesellschaft
11. Januar '10
Frohe Weihnachten und ein gesundes 2010
Die Tabula Rasa wünscht allen Ihren Leserinnen und Lesern ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest sowie einen wundervollen Start in das neue Jahr. Soeben ist die neue Ausgabe erschienen, u.a. mit einem kurzen Aufsatz von Peter Sloterdijk über Arthur Schopenhauer, einem Beitrag von Umweltminister Norbert Röttgen und vielen anderen lesenswerten Beiträgen.
Kirche und Religion
11. Januar '10
Benedikt plädiert für mehr Klimaschutz
Das Oberhaupt der katholischen Christen, Papst Benedikt XVI., forderte die Industriestaaten nachhalig auf,
ihre Verantwortung beim Klima- und Umweltschutz wahrzunehmen. Wie der Pontifex hervorhob, könnte es nicht sein, daß die Menschen in den ärmeren Ländern den größten Preis
für die klimatischen Veränderungen zahlten.
Grund für den
Appell des Papstes ist der "Tag der Schöpfung", der am Dienstag in
Italien und anderen Ländern begangen wird.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Kohl würdigt Gorbatschow und Bush
Zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall haben Helmut Kohl, George Bush Sr.
und Michail Gorbatschow die deutsche Einheit als Glücksmoment der
Geschichte gewürdigt. Kohl sagte auf der Festveranstaltung der
Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin, die Zusammenarbeit mit dem
damaligen US-Präsidenten Bush und dem sowjetischen Staatschef
Gorbatschow sei ein Glücksfall gewesen.
> Offener Brief von Michail Gorbatschow
Politik
11. Januar '10
SPD-Parteitag in Dresden
Der scheidende SPD-Chef Franz Müntefering hat seine Partei zu einem
Neuanfang mit Selbstbewußtsein aufgerufen. Zugleich räumte er beim
Bundesparteitag in Dresden Fehler ein, er bezeichnete das Wahldesaster
als selbst verschuldet. An die Adresse der politischen Gegner grerichtet, unterstrich er:
«Wir sind kampffähig. Wir sind kampfbereit. Wir kommen wieder.»
Ex-Bundesumweltminister Sigmar Gabriel soll nunmehr Müntefering im Amt beerben.
Die SPD ist nach dem 23- Prozent-Ergebnis bei der Bundestagswahl in der
Krise.
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Halle: „Endspurt“ für
die Feininger-Ausstellung
Die Ausstellung
der Stiftung Moritzburg „Lyonel Feininger. Zurück in Amerika. 1937 bis
1956" ist an den letzten drei Tagen ihrer Laufzeit länger geöffnet. Die
Sonderausstellung erwartet am Freitag, dem 21., und am Sonntag, dem 23. August,
von 10 Uhr bis 20 Uhr, sowie am Samstag, dem 22. August, von 10 Uhr bis 22 Uhr
ihre Besucher. Die
Ausnahmeregelung betrifft nicht die Dauerausstellung. Diese kann zu den
allgemeinen Öffnungszeiten von 10 Uhr bis 18 Uhr besichtigt werden.
Gesellschaft
11. Januar '10
Enzensberger wurde 80
Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren geboren.
Er studierte Germanistik und Philosophie Sein Werk, vor allem als Lyriker und
Essayist, hat die deutsche Literatur seit den 60er Jahren mitgeprägt. Daneben
stand seine umfangreiche Herausgebertätigkeit. 1965 gründete er die Zeitschrift
"Kursbuch" (Herausgeber bis 1975), 1980 die Zeitschrift
"TransAtlantik", seit 1985 ist er Herausgeber
der Reihe "Die Andere Bibliothek".
Gesellschaft
11. Januar '10
Bafög-Erhöhung 2010 geplant
Die Bundesregierung will zum 1. Oktober 2010 das Bafög erhöhen. Der Umfang der
Anhebung wird derzeit noch mit den Ländern besprochen. Für den 10.
Dezember ist eine Beratung von Ministerin Schavan mit den Kultusministern geplant.
Die Erhöhung des Bafögs ist auch eine Forderung der zur Zeit
protestierenden Studenten. Gleichzeitig
mit der Erhöhung soll ein bundesweites Stipendienprogramm gestartet werden, von diesem sollten zehn Prozent der Studierenden profitieren.
> Das geteilte Bilderbuch
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Klimagipfel: Merkel in Kopenhagen
Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft, daß sich die Teilnehmer der
UNO-Klimaschutzkonferenz auf verbindliche Ziele einigen
werden. Wenn sich der Kopenhagener Gipfel nicht auf eine Begrenzung der
Erderwärmung um maximal zwei Grad verständigt, sind die Verhandlungen
gescheitert, so Merkel. Die Folgen der
Erderwärmung treffen vor allem die ärmsten Länder. Die CO2-Emissionen müßten
nach den Worten der Kanzlerin bis 2050 mindestens halbiert werden. Um
das zu erreichen, ist es notwendig, sich auf verbindliche Ziele schon
für 2020 festzulegen. Hier seien die Zusagen der Industrieländer noch
nicht ausreichend.
> Stellungnahme der europäischen Akademien der Wissenschaften 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Welternährungsgipfel in Rom
Beim Welternährungsgipfel in Rom hat Papst Benedikt der Sechzehnte die
Industriestaaten aufgefordert, ihre Exportsubventionen abzuschaffen.
Diese wirkten sich marktverzerrend aus und erschwerten den armen
Staaten den Absatz ihrer Produkte, sagte der Papst. Er warnte vor einer
zunehmenden Gleichgültigkeit im Westen gegenüber dem Hunger. Aus aktuellem Anlaß analysiert dieTabula Rasa die Enzyklika "Deus caritas est".
> Enzyklika Deus caritas est
11. Januar '10
Keine Zusatzbeiträge bei Krankenkassen zu befürchten
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt tritt Befürchtungen entgegen,
daß die Krankenkassen bald Zusatzbeiträge erheben könnten. Nach den
neuesten Zahlen hätten die Kassen 2008 sogar einen Überschuss von 1,4
Milliarden Euro erzielt, unterstrich die SPD-Politikerin. Damit hätten sie fast doppelt so viel eingenommen wie im März
angenommen. In diesem Jahr würden krisenbedingte Beitragsausfälle durch
ein Bundes-Darlehen abgedeckt, das wahrscheinlich erst Ende 2011
zurückzuzahlen sei.
> Zum Interview
11. Januar '10
Thüringen: CDU und SPD verlieren in der Wählergunst
Sowohl die CDU als auch die SPD verlieren in Thüringen deutlich an Zustimmung. Die Christdemokraten um
Ministerpräsident Dieter Althaus büßen drei Prozentpunkte ein und kommen nur
noch auf 36 Prozent. Auch die SPD um Spitzenkandidat Matschie kann ihren Negativtrend nicht umdrehen und
erreicht nur noch 18 Prozent (minus 2). Eindeutiger Gewinner sind die
Liberalen, sie stehen nun bei 9 Prozent (plus 3). Zweitstärkste
Fraktion in Thüringen wäre derzeit die Linkspartei, sie
verliert leicht und bekommt nur noch 24 Prozent der Stimmen (minus 1).
Die Grünen entfernen sich etwas von der fünf-Prozent-Hürde und kommen
auf 6 Prozent (plus 1)
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Christos Muse ist tot
Am Mittwoch ist Jeanne-Claude, die mit ihrem Mann seit 1964
in den USA lebte, in New York im Alter von 74 Jahren an einer Hirnblutung
gestorben. In der Erklärung der Familie heißt es, Christo sei tieftraurig über
den Tod seiner Frau, aber zugleich „entschlossen, das Versprechen zu halten,
das sich beide vor vielen Jahren gegeben haben: die Kunst von Christo und
Jeanne-Claude fortzusetzen.“ Millionen von Besuchern weltweit besuchten die Projekte des Paars.
Zuletzt arbeiteten sie an zwei Vorhaben am Arkansas River in den USA
und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Jeanne-Claude wurde am 15.
Juni 1935 als Jeanne-Claude Denat de Guillebon im marokkanischen
Casablanca geboren. Sie entstammte einer französischen
Offiziersfamilie. Ihr späterer Mann Christo wurde am selben Tag in
Bulgarien geboren.
Kirche und Religion
11. Januar '10
Gauck veröffentlicht Memoiren
Der Rostocker Pastor Joachim Gauck war der erste Leiter der
Stasi-Unterlagen-Behörde. In der Öffentlichkeit bürgerte sich rasch der
Begriff Gauck-Behörde ein. Im Januar feiert Joachim Gauck seinen 70.
Geburtstag - schon jetzt hat er seine Memoiren vorgelegt. Im Siedler-Verlag ist nun sein Buch "Winter im Sommer - Frühling im Herbst" erschienen.
11. Januar '10
Thüringen: Koalitionspoker geht weiter
In den Thüringer Koalitionsverhandlungen sind CDU und SPD am Sonnabend
noch nicht entscheidend weit vorangekommen. Nach einem Spitzentreffen
erklärte die Ministerpräsidenten-Kandidatin der CDU, Christine
Lieberknecht, die "größten Brocken" lägen noch vor den Koaltionären.
SPD-Landeschef Christoph Matschie ergänzte, es seien "harte
Auseinandersetzungen" zu führen.
> Im Zauber der Macht – Die Chance der Frau Lieberknecht
Kirche und Religion
11. Januar '10
Mehr Kirchenaustritte in Deutschland
Es ist eine Zahl, die den deutschen Bischöfen auf ihrer jüngsten
Vollversammlung gar nicht gefallen hat: Die Austritte in Deutschland aus der
katholischen Kirche sind im Jahr 2008 dramatisch gestiegen, von 93.667 im Jahr
zuvor auf 121.155. Im Jahre 2006 waren es noch 84.389. Das sind mittelgroße Städte, die die Kirche jedes Jahr
verliert. Und im vergangenen Jahr war diese Stadt besonders groß.
> Guido Horst: Eine ganz andere Logik
Gesellschaft
11. Januar '10
Gedenken zum Volkstrauertag
Zum Volkstrauertag hat Bundespräsident Horst Köhler an die Millionen
Kriegstoten erinnert und mehr Engagement für den Frieden gefordert.
Wenn es überall auf der Welt mehr gegenseitiges Vertrauen und
Engagement von Jung und Alt gebe, dann habe die Menschheit die Chance,
den Teufelskreis immer neuer Kriege endlich zu durchbrechen. Das sagte
Köhler bei der zentralen Gedenkfeier im Bundestag. Die Bundeswehr
gedachte am Volkstrauertag zum ersten Mal am neuen Ehrenmal im Berliner
Bendlerblock ihrer mehr als 3100 Toten.
> Rede von Bundespräsident Horst Köhler
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Händels 250. Todestag
Seine erstaunliche Karriere begann in Halle an der Saale. Georg Friedrich
Händel wurde am 23. Februar 1685 im "Haus zum Gelben Hirschen" als
Sohn eines Mediziners geboren. Der früh talentierte Händel wurde von Wilhelm
Zachow in Orgelspiel, Harmonielehre und Komposition unterrichtet.
> Georg Friedrich Händel - 250. Todestag
Feuilleton
11. Januar '10
"Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek"
Die zum zweiten Mal stattfindende Aktionswoche des Ministeriums für Bildung und Forschung soll fürs
Buch, für Bibliotheken und fürs Lesen werben. Viele Prominente stellen sich als
Vorleser zur Verfügung. Auch die verantwortliche Bildungsministerin, Annette Schavan, will vor
Schülern aus einem Buch über den Mauerfall lesen. In der Tabula Rasa spricht
Frau Schavan über Religion, über Gott und die Welt.
> Annette Schavan: "Gott im Haus der Wissenschaft"
Politik
11. Januar '10
SPD fällt unter 20%
Nach dem Machtwechsel an der SPD-Spitze können sich die Parteigenossen um Sigmar Gabriel derzeit nicht freuen. Laut einer "Forsa"-Umfrage kommen die Sozialdemokraten
nicht einmal mehr auf 20 Prozent. Dies ist das bislang schlechteste Ergebniss in der Geschichte der SPD. Auch Parteichef Gabriel liegt in der Wählergunst nicht gerade vorn.
> Erzengel Gabriel soll die SPD erlösen
11. Januar '10
Raketen auf die Bundeswehr
Der Bundeswehrstützpunkt in Kundus ist erneut mit einer Rakete
beschossen worden. Bislang gibt es keine Angaben
über Verletzte oder Sachschäden. Erst am Montag war das Lager in
Nordafghanistan unmittelbar nach dem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel
beschossen worden. Die beiden Raketen schlugen jedoch außerhalb des
Stützpunktes ein.
> Notker Gloker: Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit...
Gesellschaft
11. Januar '10
Wolfgang Joop wurde 65
Neben Jil Sander und Karl Lagerfeld gehört Wolfgang Joop zu
den einflußreichsten Mode-Designern des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Schöpfer
eines typischen deutsch "preußischen" Modestils. In einem Interview
mit Gero von Boehm zeigt sich der Modezar von seiner philosophischen Seite. Joop wurde am 18. November 1944 in Potsdam geboren. Für sein Engagement um seine Heimatsadt erhielt Joop 2009 den "Bambi".
> Gero von Boehm begegnet
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
2010: Schwache Konjunktur in Ostdeutschland
Nach einer Prognose des
Münchner ifo-Instituts wird sich die Wirtschaft in Ostdeutschland 2010 langsamer erholen als im
Westen. Wie die Forscher bekanntgaben, erwarten
sie für die ostdeutschen Bundesländer eine Zunahme des
Bruttoinlandsprodukts um lediglich 1,1 Prozent. Im Bundesdurchschnitt rechnet
das Institut mit einem Plus von 1,7 Prozent.
Gesellschaft
11. Januar '10
Studentenproteste in Leipzig
In der Messestadt Leipzig sind mehrere tausend Studenten aus dem gesamten
Bundesgebiet auf die Straße gegangen, um für bessere Studienbedingungen und gegen Studiengebühren
zu protestieren. Anlaß für die Kundgebung ist eine Tagung der
Hochschulrektorenkonferenz. Vor dem Hintergrund der
anhaltenden Studentenproteste wollen die Rektoren über die
Weiterentwicklung des umstrittenen Bologna-Prozesses sprechen. Im Zuge
dieser Reform waren die Bachelor- und Masterstudiengänge mit dem Ziel eingeführt
worden, die europäischen Hochschulabschlüsse zu
vereinheitlichen.
> Vom Bachelor ins Prekariat
Gesellschaft
11. Januar '10
Kostenlos-Kultur im Netz bald passé
In zehn Jahren könnte, so Mathias Döpfner, Vorstandesvorsitzender der Axel Springer AG, die Zeit der
Kostenlos-Kultur im Netz passé sein. Nutzer werden künftig für Inhalte zahlen. Um dieses kühne Ziel zu erreichen, müsse sich die Branche auf journalistische Tugenden wie das Erspüren von Neuigkeiten und gründliches Recherchieren
besinnen. Am Ende komme es auf das Charisma des Textes an, unterstrich Döpfner.
Buchbesprechungen
11. Januar '10
Israel hören - Das heilige Land
Am nördlichen Ende des gewaltigen, 6000 Kilometer langen
Grabenbruchs, der die afrikanische Erdplatte von der arabischen trennt, liegt
ein Land, das eine bewegte Geschichte hinter sich hat und dessen politische und
religiöse Vergangenheit auch in jüngster Zeit immer wieder die Zündschnur für
vielfältige blutige Auseinandersetzungen liefert.
> Zwischen den Horizonten
Gesellschaft
11. Januar '10
Krise vernichtet 1,2 Millionen Jobs
Nach Informationen der „Bild“-Zeitung wurden in der deutschen Industrie
rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze mittlerweile durch die Krise vernichtet. Wie die Zeitung unter Berufung auf Zahlen des
Statististischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit
berichtet, sank die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe
zwischen Februar und September um insgesamt 861000. Der Jobabbau habe
sich im Laufe des Jahres deutlich verschärft und sei derzeit so stark
wie seit Jahren nicht mehr.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben? 
Politik
11. Januar '10
Köhler würdigt Kohl zum 80.
Die Verdienste von Altkanzler Kohl für
Europa und um die deutsche Einheit hat Bundespräsident Horst Köhler bei einem Empfang im Schloß Bellevue gewürdigt. Ohne das Engagement des CDU-Politikers vor 20 Jahren hätte die
historische Chance leicht verspielt werden können. Kohl sei es hoch anzurechnen, daß er den deutschen
in den europäischen Vereinigungsprozeß eingebunden habe.
> Rede von Bundespräsident Horst Köhler beim Abendessen zu Ehren von Helmut Kohl
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Afghanistan: US-Truppenabzug ab 2011
Der amerikanische Präsident Barack Obama will in Kürze 30.000 zusätzliche Truppen nach Afghanistan schicken, jedoch stellt er auch ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht: Zuerst sollen die Truppen aufgestockt, dann sukzessive aus dem Land am Hindukusch abgezogen werden. Der Rückzug ist für 2011 geplant. Die Tabula Rasa bleibt dabei: Das Experiment ist gescheitert.
> Afghanistan in Blut und Chaos
11. Januar '10
Zahl der HIV-Infektionen steigt
Fast jeder dritte HIV-Infizierte weiß nichts von seiner
Infektion, erklärte EU-Gesundheitsministerin Androulla Vassiliou in Brüssel.
Damit sei die Gefahr größer, dass die Betroffenen andere Menschen ansteckten. Der Anteil von HIV-Infizierten an der Gesamtbevölkerung ist
den Angaben zufolge besonders hoch in der Ukraine mit 1,6 Prozent, in Estland
mit 1,3 Prozent und in Rußland mit rund 1,1 Prozent. Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag.
> Zahl der HIV-Infektionen steigt
Politik
11. Januar '10
Der Triumph des Guido Westerwelle
Die klare Koalitionsaussage der FDP hat sich ausgezahlt: Die Liberalen erzielten das
beste Bundestagswahl-Ergebnis in ihrer Geschichte. Nach zehn Jahren ohne
einen Minister werden die Liberalen in der kommenden Regierung sogar
stärker sein als die CSU. Der Triumph ist in großem Maße der Verdienst
von Guido Westerwelle, der in der kommenden Bundesregierung das Amt des Außenministers begleiten wird.
> Politik der Generation Ich
11. Januar '10
Bauhaus-Jahr 2009
Wieso hat man den Namen Adolf Meyers, wenn
vom Bauhaus die Rede ist, im Grunde nicht parat? Immerhin arbeitete dieser wohl
ausgebildete Architekt, Designer und Möbeltischler zusammen mit Walter Gropius
schon von 1910 bis zum Ersten Weltkrieg und dann wieder in der gesamten
Weimarer Bauhauszeit 1919-1925. Er war der sogenannte zweite Mann und
außerordentlicher Professor am Bauhaus, und bereits hier sollte man aufmerken.
Wieso außerordentlich? In der Tabula Rasa begibt sich Annette Seemann auf die Spuren Meyers.
> Adolf Meyer (1881-1929) - die rechte Hand von Walter Gropius (1883-1969)
Gesellschaft
11. Januar '10
Unwort des Jahres 2009
Bewerber für das Unwort des Jahres 2009 gibt es wieder viele. Beim letzten Mal machten die "notleidenden Banken" das Rennen. Auch dieses Jahr haben zahlreiche Vorschläge für das "Unwort des Jahres" etwas mit der
Finanzkrise zu tun. Gute Aussichten auf den Titel hat die Wortschöpfung von
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin - Sondervermögen. Die Tabula Rasa empfiehlt als Unwort des Jahres hingegen den Begriff "Wachstum".
> Das Unwort des Jahres 2009
Politik
11. Januar '10
Sonntagsumfrage: SPD legt zu
Nach der neuesten Forsa-Umfrage vom 2. Dezember 2009 kommt die Union auf 37 Prozent, die SPD auf 20 und erholt sich leicht, die Grünen auf 13, die FDP auf 12, Die LINKE auf 11 Prozent. Nach den aktuellen Umfragewerten, mehr als zwei Monate nach der Bundestagswahl, würde die Schwarz-Gelbe-Koalition nicht mehr die absolute Mehrheit erlangen.
Gesellschaft
11. Januar '10
Reformen an Universitäten geplant
Nach den Studentenprotesten in den vergangenen Wochen streben die Kultusminister Änderungen bei den Bachelor- und
Masterstudiengängen an. Der Präsident der Kultusministerkonferenz unterstrich, daß Investitionen für die Hochschulen verstärkt in die
Verbesserung der Lehre schließen sollten. Am Rande der Kultusministerkonferenz in
Bonn wollen wieder Tausende Studenten für Bildungsreformen
demonstrieren. Auch in anderen Städten sind Protestaktionen geplant.
> Bildung für alle
11. Januar '10
Pückler-Muskau-Ausstellung in Weimar
Zur Eröffnung der Ausstellung »Fürst Hermann von
Pückler-Muskau – Dandy, europäischer Gartenkünstler, Weltreisender« lädt die
Klassik Stiftung Weimar am Sonntag, 7. Juni 2009, 11 Uhr, in den Nordpavillon
der Orangerie Belvedere ein. Die Ausstellung reiht sich in das Vortrags- und
Führungsprogramm »Gartenkünstler und Gärtner in Weimar und Europa«, das ein
Beitrag der Klassik Stiftung im Rahmen des Wettbewerbs »Entente Florale« ist.
Mit der Eröffnung der Ausstellung wurde ein besonderes Datum gewählt, das auf
die Bedeutung Fürst Hermann von Pückler-Muskau hinweist: Am 7. Juni 2009 findet
der 5. UNESCO-Welterbetag statt.
> Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier
Politik
11. Januar '10
Neues Steuerspar-Paket geplant
Einsparungen in Milliardenhöhe
hat Bundesfinanzminister Schäuble angekündigt. Wie der CDU-Politiker betonte, werden Einzelheiten bis Juli
vorliegen. Das Defizit muß ab 2011 um rund zehn Milliarden
Euro pro Jahr verringert werden. Schäuble hat mittlerweile Tarifforderungen von fünf Prozent
mehr Geld für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in Bund und
Kommunen zurückgewiesen. Angesichts der Haushaltslage habe der Staat keine
Spielräume. Im Gegenzug bietet der Öffentliche Dienst aber sichere Arbeitsplätze.
Gesellschaft
11. Januar '10
Verfahren wird nicht eingestellt
Starregisseur Roman Polanski hat Pech. Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Kalifornien hat seinen Antrag auf Einstellung seines Verfahrens wegen
sexuellen Mißbrauchs einer Minderjährigen abgelehnt. Der Künstler befindet sich zur Zeit in seinem Chalet in der Schweiz unter Hausarrest, nachdem er in
Zürich festgenommen wurde.

Gesellschaft
11. Januar '10
Harter Konkurrenzkampf am Online-Markt
Der immer härter geführte Wettkampf zwischen Bild.de und Spiegel Online um die Führung als
reichweitenstärkstes Nachrichtenangebot im Internet wird deutlich enger.
Im dritten Quartal 2009 überholte Bild.de erstmals Spiegel Online bei
den Einzelbesuchern, so eine aktuelle Erhebung der
Arbeitsgemeinschaft Online Forschung. Demnach verzeichnete Bild.de 6,29 Millionen Nutzer pro Monat, 12,5 Prozent mehr als im
Quartal zuvor. Spiegel Online hingegen verbesserte sich leicht auf 5,65
Millionen Einzelbesucher.
> Wie teuer wird das Internet?
Gesellschaft
11. Januar '10
Universität Leipzig feiert 600. Geburtstag
Mit einem Festakt im Paulinum wurde am Mittwoch das 600-jährige
Bestehen der Leipziger Universität (Alma mater lipsiensis) gefeiert. Sie ist die zweitälteste Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Unter den 800 Gästen war
auch Bundespräsident Horst Köhler. Der CDU-Politiker mahnte Verbesserungen in
Forschung und Lehre an.
> Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler zum 600-jährigen Bestehen der Universität
11. Januar '10
Arbeitslosigkeit macht krank
Auch im vergangenen Jahr waren Arbeitslose länger krank geschrieben als
Arbeitnehmer. Dies vermeldet die „Bild“-Zeitung unter
Berufung auf Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK). Danach war ein
Erwerbsloser im Durchschnitt 20,6 Tage krank geschrieben. Das sind 1,9
Tage mehr als im Vorjahr. Zur Begründung hieß es, daß die
Erwerbslosigkeit hohe psychische Belastungen hervorbringt.
> Reinhard Marx: Marx schreibt an Marx
Gesellschaft
11. Januar '10
In Winnenden kehrt der Alltag ein
Elf Tage nach dem Amoklauf mit 16 Toten ist
die Albertville-Realschule in Winnenden am Montag zum regulären
Unterricht zurückgekehrt. Das betroffene Gebäude wird aber bis auf
weiteres nicht genutzt: Die 580 Schüler werden noch bis Mitte der Woche
in Gemeindehallen in Winnenden und Umgebung unterrichtet. Danach werden
sie auf umliegende Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien verteilt.
> Bettina Röhl: Die Toten von Winnenden und die Mitschuld der Amok-Industrie
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Alfred Hrdlicka gestorben
Alfred Hrdlicka war einer der
bedeutendsten Bildhauer der Nachkriegszeit; er starb am vergangenen
Sonnabend im Alter von 81 Jahren in Wien. Hrdlicka wurde 1928 in der Donaumetropole geboren und hatte, neben vielen Professuren, auch eine Professur für Bildhauerei an der Universität der Künste von 1986-1989 in Berlin inne. 1988 wurde auf dem Albertinaplatz in Wien das "Mahnmal gegen Krieg und Faschismus" errichtet. Hrdlicka selbst bezeichnete es als sein wichtigstes Werk.
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Inflation bis zu 10 Prozent erwartet
Von renommierten Wirtschaftsforschern wird in Kürze eine kräftige
Geldentwertung erwartet. Für die Zeit nach 2010 rechnen die Experten mit einer Inflation
zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr. Schon dieses Jahr würden die
Energiepreise wieder kräftig anziehen, so die Prognose. Damit wird
sich der derzeitige Trend völlig umkehren.
Gesellschaft
11. Januar '10
Gedenken an "Kristallnacht"
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht mehr als 1.400 Synagogen zerstört. Ab dem 10. November wurden Juden im
Deutschen Reich verfolgt und inhaftiert. Mit der Kristallnacht
begann die systematische Verfolgung jüdischer Bürger, die im Holocaust endete. Sechs Millionen Juden verloren dabei ihr Leben.
> Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz
Kirche und Religion
11. Januar '10
Kardinal versteht Vatikan nicht
Karl Kardinal Lehmann, der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,
sagte am Sonntag im Deutschlandfunk, es sei „im Grunde fast
lächerlich“, daß der britische Bischof Bedenkzeit bis Ende des Monats
erhalte. Nach drei Tagen hätten „Maßnahmen ergriffen“ werden müssen.
Auch liberale Kirchenvertreter verstünden nicht, dass die Führung „so
Katz und Maus mit sich spielen läßt“
> Karl Kardinal Lehmann: Der Schatten des „Homo oeconomicus"
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Die Versprechen des Barack Obama
Der amerikanische Präsident Barack Obama wird trotz seiner Guantánamo-Kritik weiterhin an den
umstrittenen Militärtribunalen festhalten. Dies berichtet die New York Times
mit Berufung auf US-Spitzenbeamte. Schon kommende Woche sollen die mit
Militärs besetzten Gerichte des US-Gefangenenlagers auf Kuba die
Verfahren gegen mutmaßliche Terroristen fortsetzen. Bei seinem
Amtsantritt hatte Obama die Schließung Guantánamos binnen eines Jahres angekündigt.
> Bettina Röhl: Obamas Versprechen - ein Wechsel auf eine ungewisse Zukunft
Gesellschaft
11. Januar '10
29 Milliarden SMS 2008 verschickt
Die Bundesürger haben im vergangenen Jahr so viele SMS verschickt
wie noch nie zuvor. Dies meldet die «Bild»-Zeitung unter Berufung auf
Daten der Bundesnetzagentur. Demnach «versimsten» die Bundesbürger mehr
als 29 Milliarden einfache Textnachrichten. Das waren fast vier
Milliarden mehr SMS als im Vorjahr.
> Hartmut Böhme: Hilft das Lesen in der Not?
11. Januar '10
Wackelt Dieter Althaus?
2008 war Dieter Althaus noch die unangefochtene Nummer eins der CDU in Thüringen. Dies änderte sich sprunghaft mit dem Skiunfall des CDU-Ministerpräsidenten. Immer wieder wurde danach über die psychische Stabilität des Politikers spekuliert. Laut der aktuellen ARD-"Sonntagsfrage" kommt die CDU derzeit auf nur 34, die SPD auf 19, die Linke auf 24 Prozent. Im Unterschied zu seinen Kontrahenten Matschie und Ramelow wirkt Althaus müde und abgekämpft.
> Was lehrt uns Althaus' Schicksal?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Viele Tote in Afghanistan und im Irak
Aus beiden Ländern, aus Afghanistan und dem Irak werden Bombenanschläge mit zahlreichen
Opfern gemeldet. Nach Angaben der Polizei kamen in Zentral-Afghanistan mindestens 25 Menschen bei einer Explosion ums Leben. Der Sprengsatz
detonierte am Rande einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen der
Provinz Logar und der Hauptstadt Kabul. In der nordirakischen Stadt Tal
Afar wurden 34 Menschen bei zwei Selbstmordattentaten getötet.
> Afghanistan in Blut und Chaos 
Gesellschaft
11. Januar '10
Kurras-Fall wird neu aufgerollt
In den Fall Kurras kommt wieder Bewegung. Gegen den ehemaligen Westberliner Polizeibeamten und inoffiziellen
Stasi-Mitarbeiter Kurras wird erneut ermittelt. Laut einem
Bericht des Magazins "Focus" wird geprüft, ob Kurras
noch bis Ende November 1989 Staatsgeheimnisse aus der Bundesrepublik an
die DDR verraten hat. Möglicherweise wird auch das
Verfahren um den Tod von Benno Ohnesorg wieder aufgerollt, den Kurras
im Juni 1967 erschossen hatte.
> Tod von Benno Ohnesorg: Staatsmord aus Berlin?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Obama zur Kurzvisite im Vatikan
Nach dem Gipfeltreffen wurde der amerikanische Präsident Obama erstmals von Papst
Benedikt XVI. im Vatikan in Rom empfangen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Themen wie der Frieden im Nahen Osten und
die Migration. Vor der Audienz mit dem Kirchenoberhaupt war Obama
mit dem für außenpolitische Fragen zuständigen Kardinal Bertone
zusammengekommen. Im Anschluß an seinen Aufenthalt in Italien reiste der
amerikanische Präsident ins westafrikanische Ghana.
Politik
11. Januar '10
Opel: 7600 Stellen in Gefahr
Bei der Opel-Rettung zeichnen sich neue Probleme ab. Nun sickerte durch, daß das Sanierungskonzept des Unternehmens nicht mit der US-Mutter GM abgestimmt wurde. Außerdem soll
der Job-Abbau dramatischer ausfallen als bekannt und 7600 Stellen
betreffen.
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Opel und kein Ende
Es ist mittlerweile selbst ein Trauerspiel - die jüngste Geschichte des Opel-Unternehmens. Einst Prestigeobjekt der Branche schwebt es nun zwischen Verstaatlichung und Verkauf. Derzeit prüft GM, ob der Konzern selber eine
Milliarde Dollar in den Autobauer investieren soll. Zudem erwartet GM
Staatshilfen aus Spanien, Polen und Großbritannien in Höhe von 1,4
Milliarden Dollar. Damit verbessert sich die Verhandlungsposition der
Amerikaner, doch ein Ende im Poker um Opel ist auch jetzt nicht in Sicht.
> Opel/GM - Obama lässt Merkel vorführen!
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Friedensnobelpreis für Obama
Der amerikanische Präsident Barack Obama hat am 10. Dezember den Friedensnobelpreis in Oslo übereicht bekommen. In seiner Rede rechtfertigte er den Afghanistan-Krieg und die Entsendung von weiteren 30.000 Soldaten in das Land am Hindukusch. Die in
Rumänien geborene deutsche Schriftstellerin Herta Müller erhielt den
Literaturnobelpreis.
> Obama: Nobelpreis für Null Leistung> Der Friedensnobelpreis und Obama
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Minimal-Einigung bei Managergehältern erzielt
In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag einigten sich die Spitzen von Union und SPD auf ein Ergebnis:
Es soll neue Regeln für die Entlohnung von Managern geben. Demnach könnten auch Vorstandsvergütungen nachträglich gekürzt werden,
wenn die Geschäfte schlecht laufen. Leider blieb es lediglich bei diesem Ergebnis, denn auf viel mehr konnte sich der
Koalitionsausschuß anicht einigen.
Gesellschaft
11. Januar '10
Schneiderhan tritt zurück
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hat auf die
Vorwürfe, daß das Verteidigungsministerium Informationen über zivile
Opfer bei dem Luftangriff auf Tanklaster bei Kunduz verheimlicht hat, mit
seinem Rücktritt reagiert. Verteidigungsminister Guttenberg teilte mit,
daß Schneiderhan selbst um seine Entlassung gebeten hatte.
> „Kein Schießbefehl: Soldaten müssen in Recht und Ordnung eingehegt bleiben“
Politik
11. Januar '10
Superwahljahr 2009: Deutschlandtrend
Eine Woche vor der Bundestagswahl erweist sich die politische Stimmung in Deutschland als recht stabil. Wenn bereits am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU wie in der Vorwoche auf 35 Prozent der Stimmen. Die SPD liegt demnach konstant bei 23 Prozent. Gleiches gilt für die FDP mit 14 Prozent. Die Grünen hingegen müssen einen Punkt abgeben und würden derzeit einen Wähleranteil von zwölf Prozent erreichen. Die Linke legt der Umfrage nach einen Punkt zu und käme ebenfalls auf zwölf Prozent. Demnach liegt das sogenannte bürgerliche Lager mit 49 Prozent knapp vor SPD, Grünen und Linken (47 Prozent).
Politik
11. Januar '10
Horst Köhlers "Berliner Rede"
Bundespräsident Horst Köhler hat in seiner "Berliner Rede" mit dem Titel „Die
Glaubwürdigkeit der Freiheit“ Union und
SPD davor gewarnt, die Wirtschaftskrise für „Schaukämpfe“ im Wahljahr
2009 zu nutzen. Das Ringen um die besten Lösungen gehöre zwar zur
Demokratie, auch vor einer Bundestagswahl gebe es aber „keine
Beurlaubung von der Regierungsverantwortung“.
> Horst Köhler: "Die Glaubwürdigkeit der Freiheit"
Gesellschaft
11. Januar '10
Leipzig: José Carreras erhält Ehrenmedaille
Im Rahmen der diesjährigen José Carreras Gala, die am 17.
Dezember auf der Neuen Messe wieder einen emotionalen und glanzvollen Abend
verspricht, und nicht nur die Zuschauer im Saal sondern dank Live-Übertragung
auch Millionen Fernsehzuschauer berühren wird, überreicht Leipzigs
Oberbürgermeister Burkhard Jung die Ehrenmedaille der Stadt Leipzig an José
Carreras
> José Carreras erhält Ehrenmedaille der Stadt Leipzig
Gesellschaft
11. Januar '10
Der Fall Robert Enke
Es war, wie die Medien vermelden, die größte Trauerfeier für
einen einzelnen Menschen, die je in der Bundesrepublik Deutschland
stattgefunden hat. An die 40000 Anteilnehmende füllten letzten Sonntag das
Hannoversche Fußballstadion, als der katholische Pfarrer Heinrich Plochg seine
Leichenpredigt für den verstorbenen Nationaltorwart Robert Enke begann, welcher
sich vor einen Zug geworfen hatte.
> Robert Enke und die Frage nach dem selbstbestimmten Tod
11. Januar '10
Charles Darwin: 200. Geburtstag
Charles
Darwin hatte am 12. Februar 1809 das Licht der Welt erblickt.
Der britische Naturforscher hat mit seinem Schaffen die
Biologie revolutioniert. Sein Hauptwerk "Der Ursprung
der Arten durch natürliche Auslese" sorgt bis heute
für Diskussionen. Darwins Evolutionstheorie hat
sich schließlich durchgesetzt - auch wenn sie noch
heute vielfach in Frage gestellt wird, vor allem in den USA.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Netanjahu mit Regierungsbildung beauftragt
Der Präsident Israels, Schimon Peres, hat den bisherigen Oppositionsführer
Benjamin Netanjahu vom Likud-Block mit der Regierungsbildung
beauftragt. Netanjahu hat die Unterstützung des Ultranationalisten
Awigdor Lieberman und ist daher in einer besseren Position als Tzipi
Livni, deren Kadima-Partei stärkste Fraktion ist.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Deutsche Erinnerungskultur
Politik
11. Januar '10
Barack Obama auf Europa-Tour
US-Präsident Barack Obama ist zu seinem ersten Europa-Besuch in London
eingetroffen. Auf Obama wartet während der
achttägigen Europareise ein umfangreiches Programm. Am Mittwoch trifft er
seinen russischen Kollegen Dmitri Medwedew. Nach dem G20-Gipfel der
wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Donnerstag reist Obama
zum zweitägigen NATO-Gipfel nach Baden-Baden und Straßburg weiter.
Anschließend besucht der US- Präsident Prag und die Türkei.
> Bettina Röhl: Seelenhirt und Bürgerpriester
11. Januar '10
Unionsstreit wegen Gesundheitsfond
Die Gesundheitsreform wird zur einer Zerreißprobe in der Union: Bayerns
Gesundheitsminister Markus Söder will den Kurs der Bundesregierung
komplett ändern und den umstrittenen Gesundheitsfonds abschaffen.
Dagegen wehrt sich nun die CDU. Doch die CSU geht noch weiter, denn sie
will auch die Mehrwertsteuer ändern. Die Tabula Rasa nimmt Horst Seehofer in den Blick und beschäftigt sich mit dem Thema Altern.
> Ewald Zachmann: Horst Seehofer> Annegret Balogh: Anti-Aging-Medizin
Kirche und Religion
11. Januar '10
Der Kardinal und die Piusbrüder
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte dem Biologen und Atheisten Dawkins
Nazi-Ideologien vorgeworfen. Nach seinem umstrittenen NS-Vergleich hat er
Zuspruch von der ebenso
umstrittenen ultrakonservativen Piusbruderschaft erhalten. Es war
nicht der erste umstrittene Vergleich, den Meisner zog.
> Der Papst und die Pius-Brüderschaft
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Obama erlaubt Stammzellforschung
Der amerikanische Präsident Barack Obama hat die Beschränkungen bei der Finanzierung
embryonaler Stammzellenforschung in den USA aufgehoben und damit ein Veto des ehemaligen Präsidenten George W. Bush außer Kraft gesetzt, der 2001
aus ethischen Erwägungen eine staatliche Unterstützung für solche
Forschungsprojekte untersagte, die neue embryonale Stammzellen vom
Menschen verwenden. Nach wie vor ist auch die PID umstritten.
> Dürfen wir die Präimplantationsdiagnostik verbieten?
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Sibylle Lewitscharoff erhält Leipziger Buchpreis
Sehr überzeugend und sehr komisch schreibt sie sich in ihrem Buch
"Apostoloff" den Hass vom Leib. Dafür bekommt Sibylle Lewitscharoff nun
den Leipziger Buchpreis. In der Kategorie Sachbuch gewann Herfried
Münkler, als bester Übersetzer wurde Eike Schönfeld gekürt. Daniel
Kehlmann ging leer aus.
Politik
11. Januar '10
Lafontaine an Krebs erkrankt
Der Vorsitzende der Partei Die Linke, Oskar Lafontaine, hat seinen
Teil-Rückzug aus der Politik mit seiner Krebserkrankung
begründet. In einer Erklärung des 66jährigen Politikers hieß es: Er werde sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Erst dann will er über seine
politische Zukunft entscheiden. Nach der Bundestagswahl war Lafontaine überraschend vom Fraktionsvorsitz seiner Partei
zurückgetreten - ihm wurde daraufhin Wählertäuschung vorgeworfen.
> Wer über das Grundgesetz spricht, muss auch etwas über die vorangegangene Zeit sagen
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Bauhaus-Ausstellung eröffnet in Dessau
Das Bauhaus Dessau war vor 90 Jahren von Walter Gropius (1883-1969) als
Hochschule für Gestaltung in Weimar gegründet worden. Wegen
finanzieller Probleme mußte es 1924 nach Dessau umziehen. Während
seines Bestehens entwickelte es sich zu einer einflussreichen
Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs.
Auf Druck der Nationalsozialisten mußte es 1932 nach Berlin umziehen
und sich 1933 selbst auflösen. Nunmehr feiert das Bauhaus in Dessau mit einer großen Austellung sein 90jähriges Bestehen..
> Annette Seemann: Adolf Meyer (1881-1929) - die rechte Hand von Walter Gropius (1883-1969)
Kunst und Künstler
11. Januar '10
200. Todestag von Joseph Haydn
In der Nacht vom 30. zum 31. Mai 1809 verstarb der österreichische Komponist der Wiener Klassik Joseph Haydn in Wien. Den größten Teil seiner Karriere verbrachte er als Hofmusikus und leitete das Orchester und die Oper der wohlhabenden Familie Esterházy. Am 32. März 1732 wurde Haydn im niederösterreichischen Rohrau geboren. Die
Auswirkung der Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und von den
Strömungen der Musik beschrieb er so: „Ich war von
der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst
irremachen und quälen, und so musste ich original werden.“
> Constantin Graf von Hoensbroech: Große Musik und Gottes Schönheit
Politik
11. Januar '10
Der Machtpoker: CSU eröffnet Wahlkampf
Die heiße Wahlkampfphase der CSU beginnt am Freitag in Nürnberg. Dort will die Partei um CSU-Chef Horst Seehofer in den Bundestagswahlkampf starten.
Der CSU-Politiker will seine Partei zugleich auf eine Geschlossenheit mit der Union einstimmen und einschwören. Bereits im Vorfeld erklärte
er, daß die CSU an das Ergebnis der Bundestagswahl 2005 anknüpfen will,
wo sie 49,2 Prozent erreichte. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in Nürnberg erwartet, die Regierungschefin feiert am Freitag ihren 55. Geburtstag.
> Horst Seehofer - der neue Ministerpräsident 
Politik
11. Januar '10
Freie Wähler schließen Gabriele Pauli aus
Für Gabriele Pauli ist kein Platz mehr bei den Freien Wählern (FW). Die
Landtagsfraktion in München hat ihr bekanntestes Mitglied, das sie als
Spitzenkandidatin in den Europawahlkampf führte, ausgeschlossen. Der
Grund: Pauli plant die Gründung einer eigenen Partei. Das verträgt sich
nicht mit der Satzung der FW. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf die umstrittene Politikerin, die einst Edmund Stoiber zu Fall brachte.
> Gabriele Pauli – politischer Paradiesvogel oder Vorreiterin einer neuen Politik?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
China: 1700 Hinrichtungen 2008
Trotz der Olympischen Spiele in Peking hat China im vergangenen Jahr
wieder mehr Menschen hingerichtet als jedes andere Land. Nach dem
Jahresbericht von Amnesty International wurden in der Volksrepublik
mehr als 1700 Frauen und Männer nach Todesurteilen erschossen oder mit
der Giftspritze getötet. Mehr als zwei Drittel der Hinrichtungen entfielen weltweit auf China.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Die Präsidenten, der Geburtstag und die Republik
Frankreich feiert. Bundespräsident Horst Köhler ist am Dienstag Ehrengast bei der traditionellen Militärparade zum
Nationalfeiertag der Grande Nation. Der CDU-Politiker wurde von Frankreichs Präsident Nikolas Sarkozy
mit militärischen Ehren im Elysée-Palast empfangen. Mit seinen Auslandsreisen nach Warschau und Paris - den ersten nach Köhlers Wiederwahl - will der Bundespräsident die besonderen Beziehungen zu beiden Nachbarländern unterstreichen. In der Tabula Rasa lesen Sie nochmals - auch mit Blick auf die gegenwärtige Finanzkrise - die Berliner Rede von Horst Köhler.
> "Die Glaubwürdigkeit der Freiheit"
Politik
11. Januar '10
Steinmeier zu rot-rot bereit
Noch vor einer Woche hat SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ein rot-rotes Bündnis abgelehnt. Nun dringt der Politiker auf Regierungsbeteiligungen in
den Ländern - auch Bündnisse mit der Linken sind ihm recht. Wie der SPD-Politiker betonte, wird es der Union nicht gelingen, "Ergebnisse von Landtagswahlen als nationale
Schicksalsfragen hochzustilisieren".
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neuer Terror in Afghanistan
Bei einem Selbstmordanschlag wurden am Samstag vier
deutsche Soldaten verletzt. Der Attentäter hatte sich fünf Kilometer von Kundus
entfernt mit einem Auto in die Luft gesprengt. Zu dem Anschlag bekannten
sich die Taliban. Am Freitag waren bei einem von der Bundeswehr
befohlenen Luftangriff auf zwei von den Taliban gekaperte
Tanklast-Wagen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Das deutsche
Verteidigungsministerium spricht von rund 50 getöteten Aufständischen,
afghanische Quellen von mindestens 90 Toten, darunter auch Zivilisten. Die Tabula Rasa fordert: Raus aus Afghanistan.
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan in Blut und Chaos
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Afghanistan: Neuwahlen am 7. November
Wie die Zeitung "El Pais" berichtet, hat sich der amtierende afghanische Präsident, Hamid Karsai, dem Druck der UNO gebeugt. Wegen Betrugs wird die Wahl vom 20. August in einer zweiten Wahl am 7. November 2009 wiederholt. Im Archiv der Tabula Rasa finden Sie verschiedene Aufsätze zur Afghanistan-Thematik.
> Afghanistan in Blut und Chaos - Das Experiment ist gescheitert 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Israel: Zwei-Staaten-Lösung möglich
Prinzipiell hält die israelische Regierung eine Zwei-Staaten-Lösung im Zuge einer
Friedensregelung mit den Palästinensern für möglich. So sei eine Annäherung denkbar, wenn beide Seiten die Legitimität der jeweils
anderen akzeptieren würden. Auch stimme man auf israelischer Seite mit den
USA dahingehend überein, daß keine neuen Siedlungen gebaut und bestehende
nicht ausgedehnt werden sollten. Die Tabula Rasa widmet sich der Thematik ausführlich.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Politik
11. Januar '10
Auf neuem Kurs: Die Berlin-SPD
Nach dem SPD-Debakel vom Wochenende hat sich der erweiterte
Landesvorstand der Berliner Sozialdemokraten für einen personellen
Neuanfang auf Bundesebene ausgesprochen. Klaus Wowereits Berliner SPD spricht
sich für den Rücktritt von Frank-Walter Steinmeier, Franz Müntefering
und Peer Steinbrück aus. Auch distanziert sich die
Hauptstadt-SPD von der Agenda 2010 und damit letztendlich von Hartz IV.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Die Hasstiraden des Mahmud Ahmadinedschad
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad wettert weiter gegen Juden und den Staat Israel. Bei der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York hat er nun für einen Eklat gesorgt. In seiner Rede griff
er erneut Israel scharf an, wobei er das Land nie beim Namen nannte,
sondern nur vom "zionistischen Regime" sprach. Er warf Israel unter
anderem unmenschliche Politik gegenüber den Palästinensern vor. Diese
seien Opfer von Völkermord. Den Juden warf er außerdem vor, "eine neue Form der Sklaverei" aufbauen zu wollen. Aus Protest gegen seine israelfeindliche Rede verließen
mehrere Delegationen den Saal.
> Robert Lembke: Der Buhmann bangt
Politik
11. Januar '10
Union kündigt Steuersenkungen an
Die Union bietet in den Koalitionsverhandlungen mit der FDP
Steuersenkungen im Volumen von 20 Milliarden Euro an. Einen
entsprechenden Vorschlag würden CDU/CSU unterbreiten.
Union und FDP gehen am Freitag in die heiße Phase der Koalitionsgespräche.
Bis zum Sonntag wollen sie einen Großteil ihrer inhaltlichen
Streitpunkte klären. Einigungen gab es zum gesetzlichen Verbot von
sittenwidrig niedrigen Löhnen und bei Sicherheitsthemen.
11. Januar '10
Weizsäcker-Preis für Jens Reich
Der Carl - Friedrich - von - Weizsäcker - Preis wird an den
Molekularbiologen und DDR-Bürgerrechtler Professor Jens Reich verliehen. Der
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Nationale Akademie der
Wissenschaften Leopoldina vergeben den mit 50.000 Euro dotierten Preis
erstmalig. Der Preis ehrt mit Jens Reich eine Persönlichkeit, die durch
herausragende Leistungen in der Wissenschaft als auch durch einen hohen Grad
von Verantwortlichkeit gegenüber der Gesellschaft hervorgetreten ist.
> Leopoldina und Stifterverband ehren Jens Reich
11. Januar '10
Thüringen: SPD unter Druck
Nach der Bundestagswahl mehren sich in Thüringen die
Forderungen nach einer rot-rot-grünen Koalition auf Landesebene. In der
SPD sprachen sich am Montag führende Genossen für ein Bündnis mit
Linken und Grünen aus. Vereinzelt wurde auch der Verzicht von
Landeschef Christoph Matschie auf den Posten des Ministerpräsidenten
gefordert. Für eine Große Koalition mit der CDU hingegen würde Christine Lieberknecht für das Amt der neuen Ministerpräsidentin bereitstehen.
> Im Zauber der Macht – Die Chance der Frau Lieberknecht> Nach der Landtagswahl ist vor der Landtagswahl 
Kirche und Religion
11. Januar '10
Merkel würdigt Rolle der Kirche 1989
Bundeskanzlerin Merkel hat zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls die
Rolle der Kirchen bei der friedlichen Revolution in der DDR gewürdigt.
Diese hätten einen Schutz geboten, um Meinungsfreiheit leben zu können,
so die CDU-Politikerin in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Außerdem sind
die Kirchen mutige Begleiter in der Phase der Montagsdemonstrationen
und Friedensgebete gewesen.
> Die Revolution der Pastoren
Politik
11. Januar '10
CSU beendet Klausur, Merkel contra Seehofer
Im Kloster Blanz beendet die CSU-Landesgruppe im Bundestag am Mittwoch ihre zweitägige Klausur. Im Streit mit der Schwesterpartei CDU um mehr
Mitspracherechte von Bundestag und Bundesrat in EU-Angelegenheiten
hatte es gestern keine Fortschritte gegeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich nach ihrem Besuch in Oberfranken, sie sehe keine unüberbrückbaren
Schwierigkeiten. Das Verhältnis zwischen beiden Parteien bleibt angespannt.
> Horst Seehofer - der neue Ministerpräsident aus der Sicht eines bayerischen Bürgers
Politik
11. Januar '10
Letzter Akt im Opel-Drama beendet
Nach monatelangen Verhandlungen hat der US-Konzern General Motors den
Verkauf von Opel an Magna endgültig abgesagt. Nicht nur Kanzlerin Angela Merkel war verärgert, sondern auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Koch fordert nun Geld zurück. Auch die Opel-Belegschaft ist aufgebracht.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Lage in Afghanistan ist angespannt, FDP fordert Rückzug
Vor der Präsidentschaftswahl in Afghanistan am 20. August bleibt die Lage im Land angespannt. Grund: Die radikal-islamischen Taliban
haben zum Wahlboykott aufgerufen und bedrohen alle, die an der Wahl
teilnehmen wollen mit drastischen Strafen. Über
100000 ausländische Soldaten sollen den afghanischen
Sicherheitskräften dabei helfen, die Wahl zu schützen. Nach Angaben der
Wahlkommission sind rund 17 Millionen Wähler registriert. Als Favorit gilt
Amtsinhaber Hamid Karsai. Mittlerweile plädiert die FDP in Deutschland für einen vollständigen Truppenrückzug aus dem Land am Hindukusch.
> Afghanistan in Blut und Chaos 
Feuilleton
11. Januar '10
Thüringen: Tankred Dorst erhält Verdienstorden
Der 1925 in Südthüringen geborene Schriftsteller, Regisseur und Dramatiker Tankred Dorst hat den Thüringer Verdienstorden erhalten. Wie Ministerpräsident Althaus betonte, habe Dorst "die
Kulturlandschaft Deutschlands und der Welt in den vergangenen
Jahrzehnten nachhaltig mitgeprägt". Dorst gehört mittlerweile zu den am häufigsten
gespielten Gegenwartsautoren auf deutschen Bühnen. Mit seinem Werk "Karlas Mutter" hat der Autor der Region um seine Geburtsstadt Sonneberg ein bleibendes Denkmal
gesetzt.
Politik
11. Januar '10
Schwarz-Gelb muß zittern
Laut einer repräsentativen Umfrage des Berliner
Meinungsforschungsinstituts Info GmbH im Auftrag des „Handelsblatts“
kommen CDU/CSU und FDP zusammen nur noch auf 46 Prozent. Das würde auch
unter Einrechnung der erwarteten Überhangmandate nicht mehr für eine
bürgerliche Parlamentsmehrheit reichen, berichtet das Blatt am
Mittwoch. Diese stehe nach internen Berechnungen erst ab 47 Prozent.
Politik
11. Januar '10
90 Jahre Weimarer Verfassung
In der Klassikerstadt Weimar wurde am Dienstag mit einem Festakt an die Verfassung der ersten
deutschen Demokratie erinnert. Hauptredner war Bundestagspräsident Lammert. Wie der CDU-Politiker betonte, könne man auch heute noch Lehren aus dem Scheitern der
Weimarer Republik ziehen. Nach dem Sturz
von Kaiser Wilhelm II. war 1919 die Verfassung der Weimarer
Republik als Regelwerk der ersten parlamentarischen Republik
Deutschlands ausgearbeitet worden. Sie wurde von Reichspräsident Ebert
unterzeichnet und trat am 11. August vor 90 Jahren in Kraft.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Terror überschattet Wahlen in Afghanistan
Immer wieder ertönen die Sirenen in Kabul und Kundus, immer neuer Terror bedroht die afghanische Bevölkerung, die am Donnerstag aufgerufen ist, zu wählen. Die Taliban drohen allen Wahlwilligen mit schweren Sanktionen. Die Wahl ist für das gebeutelte Land am Hindukusch ein
weiterer Schritt zur Demokratie. Daß jedoch in den nächsten Jahren Frieden im Land eingekehrt, ist nicht zu erwarten. Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hält den Abzug der
deutschen Truppen bis 2019 aber für möglich.
> Barack Obamas fatale Pläne für Afghanistan - Am Hindukusch droht ein von außen gesponserte
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Afghanistan: Sicherheitslage prekär
Nach Aussagen von US-Generalstabschef Mullen hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan nach den Wahlen wieder drastisch verschlechtert. Wie Mullen betonte, besteht die nicht unbegründete Gefahr, daß die
Taliban wieder an die Macht gelangen könnten. In den vergangenen Jahren haben die Aufständischen ihr militärisches Potenzial deutlich erhöht. Nach der Präsidentschaftswahl vom
Donnerstag in Afghanistan hatten die Beschwerden über
Unregelmäßigkeiten zugenommen. Viele Bürger des Landes sind nicht zur Wahl gegangen, weil sie Repressalien der Taliban fürchteten.
> Interview mit Christoph R. Hörstel 
11. Januar '10
Neue Regierungs-Chefin für Thüringen vorgeschlagen
Die Thüringer Sozialministerin und designierte
Ministerpräsidentin in einer schwarz-roten Koalition, Christine
Lieberknecht (CDU), hat die Ära von Dieter Althaus für beendet erklärt.
Mit dem Rücktritt von Althaus gelte es nun, in die Zukunft zu blicken. Es sei eine große
Verwirrung darüber entstanden, daß Althaus die Geschäfte wieder
übernehmen wolle, sagte Lieberknecht. „Die Verfassungslage ist
eindeutig auf seiten von Dieter Althaus, aber die Verfassungslage ist
das eine, die politische Wahrnehmung ist das andere.“ Es habe einen
großen Druck von vielen Parteifreunden gegeben, die Klarheit forderten.
> Im Zauber der Macht – Die Chance der Frau Lieberknecht
Gesellschaft
11. Januar '10
Bisky fordert Rehabiliation der DDR
Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall im Herbst 1989 fordert nunmehr die Partei Die Linke, daß man sich wissenschaftlich mit dem DDR-Regime auseinandersetzt. Eine wissenschaftliche Neubewertung sei unbedingt notwendig, unterstreicht Parteichef Lothar Bisky, der einen
"unhistorischen" Umgang mit der Geschichte beklagt. Bei der deutschen
Vereinigung, so seine Kritik, sei dem Osten "der Bonner Politikstil aufgepfropft" worden.
Darüber hinaus hat der Westen die "Kultur der Wendezeit" verdrängt.
> Wer über das Grundgesetz spricht, muss auch etwas über die vorangegangene Zeit sagen
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Iran: Französische Geisel wieder frei
Der 24-jährigen französischen Staatsbürgerin Clotilde Reiss drohte im Iran die
Todesstrafe wegen Spionage: Bei Demonstrationen hatte diese mit ihrem Handy Fotos
gemacht, um sie einem ausländischen Korrespondenten zu schicken. Nun
wurde die seit fast sieben Wochen im Gefängnis sitzende Französin
gegen Kaution in unbekannter Höhe entlassen. Die Tabula Rasa widmet sich dem Thema Iran.
> Der Buhmann bangt
Politik
11. Januar '10
Für die SPD geht es weiter abwärts
In einer aktuellen Umfrage sinkt die SPD auf nur noch 20 Prozent ab, während die FDP auf 16 Prozent zulegt. Die Grünen erreichen 11 Prozent und die Linke 13. Die CDU verliert einen Prozentpunkt und kommt auf 34 Prozent. Eine Koalition aus FDP und Union würde somit 50 Prozent der Wählerstimmen erhalten.
Politik
11. Januar '10
SPD im Aufwärtstrend
Die SPD konnte nach den Landtagswahlen vom
Wochenende als einzige Partei zulegen.
Nach einer Umfrage von TNS Emnid für den
Sender N24 verbesserten sich die Sozialdemokraten um zwei Punkte auf 26
Prozent. Die Union verlor dagegen einen Punkt und kam auf 34 Prozent.
Nach dieser Umfrage liegen Union/FDP gleichauf mit SPD/Linke/Grüne mit
jeweils 48 Prozent. Keine Veränderungen ergab die Umfrage für FDP (14
Prozent), Linke (elf Prozent) und Grüne (elf Prozent).
Politik
11. Januar '10
Sachsen: Schwarz-gelbe-Koalition steht
In Sachsen haben CDU und FDP ihre Gespräche zur Bildung einer Regierungskoalition beendet. Der CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer
hat den Abschluß der Verhandlungen am Dienstag bestätigt. In der Art des
partnerschaftlichen Umgangs und in der Geschwindigkeit seien sie
"ein Signal für Schwarz-Gelb auch im Bund", erklärte Kretschmer. Noch diese Woche wollen CDU und FDP in Dresden ihre
Koalitionsvereinbarung für die kommende Legislaturperiode der
Öffentlichkeit vorstellen.

Gesellschaft
11. Januar '10
NS-Kriegsverbrecherurteile wurden aufgehoben
Die Aufhebung von Kriegsverräter-Urteilen aus der Zeit des
Nationalsozialismus war am 8. September Tagesordnungspunkt im Plenum des Bundestages. Justizministerin Brigitte Zypries wertete
diesen Schritt als «wichtiges Zeichen» für die Hinterbliebenen. Die NS-Justiz
hatte Kritiker zu Unrecht als «Kriegsverräter» verurteilt und damit mundtot
gemacht. Über eine Rehabilitierung wurde lange gestritten.
> Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz
11. Januar '10
Die CDU-Minister in Thüringen
Nur noch zwei Minister der alten CDU-Regierung sind in der neuen Landesregierung. Jürgen
Reinholz (Landwirtschaft und Umwelt) und Marion Walsmann (Finanzministerium). Neuer Innenminister wird der Münchner Jura-Professor Peter Huber. Der
bisherige Direktor des Kieler Landtags Jürgen Schöning ist künftig Chef
der Thüringer Staatskanzlei. Der erst 33 Jahre alte CDU-Landtagsabgeordnete Christian Carius übernimmt das Ministerium für Bau und Verkehr.
> Das Kreuz mit dem Kreuz
Gesellschaft
11. Januar '10
Thüringen: Der Poker um rot-rot-grün
Am Mittwoch haben sich die Linke und die SPD erstmals mit den Grünen
getroffen, um Chancen einer Dreierkoalition in Thüringen auszuloten.
Dabei sollte geklärt werden, ob und unter
welchen Umständen sich die Grünen an einer rot-roten Regierung
beteiligen könnten. SPD-Chef Christoph Matschie und Linke-Spitzenkandidat
Bodo Ramelow hatten sich vergangene Woche verständigt, die Grünen mit einzubinden, um
die Möglichkeit einer stabileren Regierungsmehrheit zu prüfen. Sowohl die
Grünen als auch die SPD und die Linken sprachen nach dem Treffen von
einem "ernsthaften und offenen Gespräch", bei dem es um grundsätzliche
Fragen gegangen sei.
> Nach der Landtagswahl ist vor der Landtagswahl
Politik
11. Januar '10
Althaus, der Soli und die Kritik
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus, der die Überprüfung
des Solidaritätszuschlags forderte, ist mit seinem Vorschlag, den Soli abzuschaffen, nun zurückgerudert. Der CDU-Politiker wurde ob seiner Aussage nicht nur von Herausforderer Christoph Matschie (SPD), sondern auch von Kanzleramtskandidat Steinmeier (SPD) kritisiert. Althaus war der einzige ostdeusche Ministerpräsident, der für eine Abschaffung des Solis plädierte.
> Was lehrt uns Althaus' Schicksal?
Politik
11. Januar '10
Sachsen: Tillich wird wieder Ministerpräsident
Stanislaw Tillich (CDU) ist neuer sächsischer Ministerpräsident. Mit 69
der 128 möglichen Stimmen wurde der 50-Jährige am Dienstag bei der
ersten Sitzung des 5. Sächsischen Landtags im Amt bestätigt. Die
Wiederwahl Tillichs galt als sicher. Allerdings fehlten ihm zwei
Stimmen aus der eigenen Koalition, die insgesamt über 72 Sitze verfügt.
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Safranski legt neues Buch zu Goethe und Schiller vor
Vom Kunstwerk der Freundschaft: Rüdiger Safranski über eine
Sternstunde des deutschen Geistes. Jeder der beiden sagte es vom anderen: er
sei ihm der wichtigste Mensch gewesen. Ihre Freundschaft mit allen Konflikten
und Spannungen spornt beide zu Höchstleistungen an: Schiller schreibt seine
klassischen Dramen und bringt sie mit Goethes Hilfe auf die Bühne. Goethe
erlebt durch Schiller seine zweite schöpferische Jugend. Und im Hochgefühl
ihres gemeinsamen Wirkens beginnen die beiden Freunde damit, in den »Xenien«
die deutsche Literatur zu maßregeln. Rüdiger Safranski erzählt auch die
Ambivalenz dieser gemeinsamen Geschichte.
> Mehr dazu finden Sie hier 
Politik
11. Januar '10
Demjanjuk vor Gericht
Der 89-Jährige Demjanjuk kam im Rollstuhl ins Gericht. In München hat der Prozeß gegen den in Rumänien geborenen Demjanjuk
begonnen. Als KZ-Aufseher soll er beim zehntausendfachen Massenmord
im NS-Vernichtungslager Sobibor geholfen haben. Für Empörung bei
Überlebenden sorgt seine Darstellung, er sei selbst ein Opfer
gewesen.
> Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz
Gesellschaft
11. Januar '10
Bildungsgipfel im Kanzleramt
Landes- und
Kommunalpolitiker haben beim Bildungsgipfel im Kanzleramt mehr Unterstützung vom Bund gefordert; die Bundesregierung muß dringend ihren Anteil an den
Bildungsausgaben erhöhen. Zudem sind klare Vereinbarungen nötig, wie
das Geld ausgegeben werden soll. Am Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Merkel und die
Ministerpräsidenten der Länder über die Ausgaben für Bildung und
Forschung bis zum Jahr 2015.
> Horst Köhler: Bildung für alle
Gesellschaft
11. Januar '10
Demokratiekonferenz in Leipzig
Zwanzig Jahre nach den friedlichen Montagsdemonstrationen
treffen sich vom 22. bis 24. Oktober hochrangige Gäste aus Politik, Wissenschaft
und Bürgergesellschaft in Leipzig. Auf der 1. Internationalen Demokratiekonferenz
ziehen sie kritisch Bilanz und diskutieren die Potenziale und Perspektiven
der demokratischen Entwicklung in Europa. Oberbürgermeister Burkhard Jung
begrüßt neben Kanzleramtschef Thomas de Maizière unter anderem auch den
ehemaligen Außenminister der Tschechischen Republik Karel Schwarzenberg
in Leipzig.
> 1. Demokratiekonferenz in Leipzig diskutiert 20 Jahre demokratische Erneuerung
Politik
11. Januar '10
Barack Obama in Deutschland angekommen
US-Präsident Barack Obama ist auf seiner Europareise von Straßburg
kommend in Deutschland eingetroffen. In Baden-Baden wurde er von
Bundeskanzlerin Angela Merkel mit militärischen Ehren begrüßt. Mit
dabei waren Außenminister Frank-Walter Steinmeier,
Verteidigungsminister Franz Josef Jung, Generalinspekteur Wolfgang
Schneiderhan, Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger
sowie der Oberbürgermeister von Baden-Baden, Wolfgang Gerster.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Barack Obama kommt: Realismus, keine Euphorie
Kunst und Künstler
11. Januar '10
100 Jahre Futurismus
Nun gibt es ihn schon seit 100 Jahren – den Futurismus. Seine
Anhänger waren nicht nur von einem grenzenlosen Fortschrittsoptimismus
überzeugt, sondern wollten mit der Beschleunigung der Welt auch deren Dynamik
verändern. Der Futurismus war die Dromologie des 20. Jahrhunderts.
> 100 Jahre Futurismus
Kunst und Künstler
11. Januar '10
50. Todestag von George Grosz
Mit seiner Liebe zum
Grotesken, Makaberen und Dämonischen war der Künstler George Grosz einer
der Mitbegründer des Berliner Dadaismus. Die Aufgabe des Berlin-DADA bestand
darin, die etablierten künstlerischen Werte
und Sehgewohnheiten zu zerstören – Grosz Waffe hierfür war die Linie. Als
Satiriker und Karikaturist verlieh er der sozialen und physischen Realität der
20er Jahre ein Gesicht. Grosz wurde am 26. Juli 1893 in Berlin geboren und starb am 6. Juli 1959. Seinem 50. Todestag wird hier nochmals gedacht.
> Die DADArstellung des Individualisten George Grosz (1893-1959) – 50. Todestag – 
Philosophie und Wissenschaft
11. Januar '10
Halle liest 2009
Prof. Dr. Peter
Bohley aus Tübingen spricht am Freitag, dem 27. November 2009, um 19 Uhr, im
Festsaal des Stadthauses, Marktplatz 2, zum Thema „Johann Christian Reil und
der Ursprung der Biochemie“. Die Moderation der Veranstaltung wird die
Literaturwissenschaftlerin Dr. Ingeborg von Lips übernehmen. Reil war auch der Leibarzt von Johann Wolfgang Goethe.
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Lange Schiller-Nacht im MDR
Am 15. November strahlt der MDR mehrere Sendungen aus Anlaß des 250. Geburtstages des in Marbach geborenen Friedrich Schiller aus. Dabei begibt sich der MDR auch auf die Spurensuche nach Schillers Schädel, analysiert das Leben des großen Nationaldichters und betreibt kriminologische Forschungen. Die Sendungen beginnen 22.00 Uhr und enden nach fünf Stunden um 3.00 Uhr morgens.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
CIA-Affäre um Dick Cheney
Der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney gerät wegen eines umstrittenen CIA-Programms unter Druck. Der amerikanische Geheimdienst soll auf sein Geheiß dem Kongress
Informationen über ein geheimes Anti-Terror-Programm vorenthalten
haben. Der derzeitige CIA-Direktor Leon Panetta habe die Verwicklung
Cheneys in dieser Angelegenheit bei einem Kongress-Briefing deutlich
gemacht. Mittlerweile habe Panetta das Programm gestoppt. Cheney (geb. 1941) war der mächtigste Vize-Präsident in
der Geschichte der USA und einer der wichtigsten Berater des
früheren Präsidenten George W. Bush.
> Dick Cheney lügt…das Blaue vom Himmel herunter, um seinen eigenen Hals zu retten
11. Januar '10
13.255 Besucher in der Langen Bauhaus-Nacht
Während der Langen Bauhaus-Nacht am vergangenen Samstag, 04. April 2009, zählte die Klassik Stiftung Weimar insgesamt 13.255 Besuche. Allein 10.622 verteilten sich auf die fünf Ausstellungsorte der Jubiläumsschau "Das Bauhaus kommt aus Weimar". Spitzenreiter mit 4.491 Besuchen war das Bauhaus-Museum, gefolgt vom Neuen Museum mit 2.240 Besuchen, dem Schiller-Museum mit 1.593, dem Goethe-Nationalmuseum mit 1.807 und dem Haus Am Horn mit 491 Besuchen.
> Annette Seemann: Adolf Meyer (1881-1929) die rechte Hand von Walter Gropius (1883-1969)
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Israel: Rückzug aus West Bank abgelehnt
Der Ministerpräsident Israels, Benjamin Netanjahu, hat die Forderung von US-Präsident Barack Obama nach einem
vollständigen Siedlungsstopp im Westjordanland als unsinnig abgelehnt.
Man werde das Leben in Judäa und Samaria nicht einfrieren, so
der Politiker des konservativen Likud-Blocks in Jerusalem. Außerdem bekräftigte
er, daß ein Bau neuer Siedlungen nicht geplant ist und illegal errichtete
Außenposten geräumt werden. Aus Protest gegen den Abriß nicht
genehmigter Siedlungen griffen am Montag radikale Juden einen Bus an und
verletzten mehrere Palästinenser. Im Westjordanland leben fast 300.000
Israelis unter 2,4 Millionen Palästinensern.
> Lisz Hirn: Über die Möglichkeit eines Krieges
11. Januar '10
Vortrag von Hermann Lübbe
Bereits
um 18 Uhr lädt der Arbeitskreis der Zeitschrift für
Ideengeschichte im Rahmen seiner Jahrestagung am
morgigen Donnerstag, 12. Februar 2009, zum
Abendvortrag des Philosophen Prof. Dr. Dr. h. c. Hermann Lübbe in den
Festsaal
des Goethe-Nationalmuseums ein. Thema des Vortrags ist »Das Museum, die
Avantgarde und die Klassik«. Prof.
Dr. Dr. h. c. Lübbe war bis zu seiner Emeritierung
1991 Professor für Philosophie in Münster und ist seit seiner
Emeritierung 1991
Honorarprofessor für Philosophie und Politische Theorie an der
Universität
Zürich. Seit Mai 2004 ist er »Senior Fellow» an der
Universität-Gesamthochschule
Essen.

Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Netanjahu in Berlin
Israels
Ministerpräsident Netanjahu trifft in Berlin Bundeskanzlerin Merkel und
Außenminister Steinmeier. Im Mittelpunkt der Gespräche steht der Nahost-Friedens-Prozess. Wie die USA fordert die
Bundesregierung einen Stopp des jüdischen Siedlungsbaus in den
Palästinenser- Gebieten, um eine Zwei-Staaten-Lösung zu erreichen.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Gesellschaft
11. Januar '10
"Cicero"-Chef geht zum "Focus"
Der "Cicero"-Gründer und ehemalige
"Welt"-Chefredakteur Wolfram Weimer, 44, wird ab
Herbst 2010 "Focus"-Chef. Er löst Helmut Markwort an der
Spitze des von ihm gegründeten Nachrichtenmagazins ab. Weimer leitet die
Redaktion gemeinsam mit Uli Baur, Markworts Co-Chef. Markwort selbst zieht sich
ganz auf den Posten des Herausgebers zurück. Der "Erste Journalist"
des Hauses Burda werde seinen Vertrag als Vorstandsmitglied bis Ende 2010
erfüllen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Tabula Rasa hat Weimers Buch "Credo" rezensiert.
> Credo, Warum die Rückkehr der Religionen gut ist.
Philosophie und Wissenschaft
11. Januar '10
Peter Sloterdijk kommt nicht nach Weimar
Die politisch-kulturelle Gesprächsreihe "Polis Europa: Kritik der zynischen Vernunft", die für Sonntag, den 13. Dezember, geplant war, fällt aus. Christoph Schlingensief mußte krankheitsbedingt absagen. Auch Peter Sloterdijk und Adolf Muschg werden nicht nach Weimaer kommen.
> Peter Sloterdijk in Weimar
Gesellschaft
11. Januar '10
Alles neu macht der September
Viele Novitäten treten am 1. September in Kraft. So beendet eine der größten Erfindungen, die Glühlampe, ihre Ära und wird durch die Energiesparlampe ersetzt. Auch beim Patientenwillen kommt einiges in Bewegung. So soll in Zukunft der Wille des Patienten in kritischen Situationen allein über die medizinische
Behandlung entscheiden. Bei Scheidungen gibt es neue Regeln, auch verschwinden einige Verkehrsschilder.
> Der "ganzheitliche Ansatz" der Palliativmedizin 
Politik
11. Januar '10
Christian Wulff setzt sich für Gesine Schwan ein
In der Debatte um mögliche soziale Unruhen aufgrund der
Wirtschaftskrise hat Gesine Schwan viel Kritik einstecken müssen.
Überraschend erhält die Kandidatin der SPD zur Wahl der
Bundespräsidentin Unterstützung von Niedersachsens Ministerpräsident
Christian Wulf (CDU): "Wir sollten Schwan aufmerksam zuhören." In der Tabula Rasa denkt Christian Wulff über das künftige Europa nach.
> Christian Wulff: Die Rolle der Länder in der Europäischen Union
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Erlöst Opel!
Nun ist der Auto-Konzern General Motors endlich zum Verkauf von Opel
bereit. Die Opel-Treuhandgesellschaft bestätigte, daß GM die Übernahme
seiner deutschen Tochter durch einen Investor gebilligt hat. Derzeit wird noch verhandelt, unter welchen Bedingungen Magna den Zuschlag
bekommen soll. Magna wird von der
Bundesregierung und von Vertretern der Mitarbeiter favorisiert, denn der
österreichisch-kanadische Zulieferer will Opel gemeinsam
mit der russischen Sberbank übernehmen.
> Opel/GM - Obama lässt Merkel vorführen!
Gesellschaft
11. Januar '10
Merkel und die Macht
Auch in diesem Jahr, wie in den letzten vier Jahren auch, wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel von
der US- Zeitschrift „Forbes" erneut zur mächtigsten Frau der Welt
gekürt. Nach der CDU-Politikerin folgt auf Platz 2 die Vorsitzende der
US-Einlagensicherungsbehörde FDIC, Sheila Bair. Unter den Frauen auf den ersten zehn Plätzen sind außer Merkel nur
Managerinnen, darunter die PepsiCo-Chefin Indra Nooyi auf Platz drei,
die Vorstandsvorsitzende des britischen Bergbaukonzerns Anglo American,
Cynthia Carroll, und die Chefin von Singapurs Staatsfonds Temasek, Ho
Ching.
Gesellschaft
11. Januar '10
Abwanderung geht weiter
Im vergangenen Jahr sind etwa 136.500 Bürger aus den neuen in die alten
Bundesländer gezogen. Das teilte heute das Statistische Bundesamt
(Destatis) mit. Demnach zogen 85.500 Menschen von den alten in die
neuen Bundesländer. Für den Osten Deutschlands ergibt sich somit ein
Abwanderungssaldo von rund 51.000 Personen, etwa 3.800 weniger als im
Vorjahreszeitraum. Mit 22 Prozent der Fortzüge aus Ostdeutschland ist
Bayern das Hauptzielland, gefolgt von Niedersachsen mit 16 Prozent. Mit
28 Prozent kamen die meisten Fortgezogenen aus Sachsen.
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
G 20 kämpfen gegen weltweite Rezession
Die 20 stärksten Industrienationen einigten sich in London darauf,
Steueroasen zu bekämpfen, die Spielregeln auf den Märkten und die
Aufsicht zu verschärfen. Außerdem sollen üppige Managergehälter gekappt
werden. Die G20 stützen in der schweren Wirtschaftskrise die ärmsten
Länder und den Welthandel mit gut 817 Milliarden Euro. Mit dem Ergebnis
zeigte sich Bundeskanzlerin Merkel äußerst zufrieden. Parallel zum Gipfel kam es immer wieder zu schweren Ausschreitungen.
> Bettina Röhl: Seelenhirt und Bürgerpriester
Politik
11. Januar '10
Angela Merkel kann sich behaupten
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich glücklich über den Ausgang der
Bundestagswahl geäußert. „Sie sind glücklich, ich bin’s heute auch“,
sagte die CDU-Vorsitzende vor begeisterten Anhängern. „Wir haben etwas
Tolles geschafft“, erklärte Merkel, „wir haben unser Wahlziel
erreicht“, nämlich eine stabile Mehrheit für eine neue Regierung aus
CDU/CSU und FDP.

11. Januar '10
Die Schweineinfluenza erreicht Deutschland
Erstmals sind auch Deutsche an der Schweinegrippe erkrankt. Das
haben Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin ergeben. In Mexiko hingegen wurde die Zahl der Erkrankten und der Todesfälle nach unten korrigiert. Wie "El Pais" berichtet, befinden sich die Einwohner von Mexiko-Stadt dennoch in einem Schockzustand. Nach dem Grippevirus wurde die weltgrößte Metropole auch noch von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Inwiefern tatsächlich eine akute Bedrohung durch die Schweinegrippe existiert, wird jetzt geprüft. Experten warnen vor einer zu frühen Hysterie.
Politik
11. Januar '10
Vorläufiges Endergebnis der Bundestagswahl
Das vorläufige amtliche Endergebnis der
Bundestagswahl sieht wie folgt aus: CDU und CSU kommen zusammen auf
33,8 Prozent der Stimmen; das ist ein Minus von 1,4 Punkten. Die FDP
legt auf 14,6 Prozent zu. Die SPD verliert 11,2 Prozentpunkte und
erreicht 23 Prozent. Die Linkspartei steigert ihren Stimmenanteil auf
11,9 Prozent. Die Grünen verbessern sich auf 10,7 Prozent. Im neuen
Bundestag werden wegen der 24 Überhangmandate insgesamt 622 Abgeordnete
sitzen. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,8 Prozent, fast sieben
Prozentpunkte niedriger als 2005.
> Deutschland ist konservativ und hat auch so gewählt
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Eklat beim Anti-Rassismus-Gipfel
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Rede des iranischen Präsidenten
Ahmadinedschad auf der Anti-Rassismus-Konferenz in Genf stark kritisiert. Es
sei bedauerlich, daß Irans Staatschef das Treffen als Plattform für
Anklagen und Provokationen genutzt hat. Frankreichs
Präsident Sarkozy sprach von einer Hassrede.
Ahmadinedschad hatte Israel und dessen Politik in den palästinensischen
Gebieten als rassistisch bezeichnet.
> Peter Scholl-Latour: "Der Islam bietet die Lösung"
11. Januar '10
Schiller und das "Geld": Vortrag von Norbert Oellers
Die Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs
Weimar e. V. und die Gesellschaft Anna Amalia Bibliothek laden im Rahmen der Vortragsreihe
»Bürger Schiller« am Donnerstag, 25. Juni 2009, 19 Uhr, zu einem Vortrag über
»Schiller und das Geld« in das Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia
Bibliothek ein. Prof. Dr. Norbert Oellers führt aus, wie prekär die Finanzlage
Schillers oft war und wie der – im Gegensatz zu Goethe – aus sehr einfachen
Verhältnissen stammende Dichter mit dieser schwierigen Situation umging.
Norbert Oellers, geboren 1936, ist Emeritus für Neuere
deutsche Literaturgeschichte an der Universität Bonn.
> Mehr dazu lesen Sie hier
Politik
11. Januar '10
Niederlage für Tiefensee
Das bundesweit schlechte Wahlergebnis der SPD hat sich auch in der einstigen SPD-Hochburg Leipzig gezeigt, beide Wahlkreise gingen an die
CDU-Kandidaten Thomas Feist und Bettina Kudla über. Auch der noch amtierende Bundesverkehrsminister und frühere Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee
erreichte in seinem Wahlkreis Leipzig-Süd nur 23,0 Prozent und kam so gerade
noch auf den dritten Platz hinter CDU und Linken. Tiefensee zieht nun über die Landesliste in den Bundestag ein.

Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Afghanistan: Terror in Kabul
Mehrere Attentäter
haben sich am Justizministerium der afghanischen Hauptstadt Kabul in die Luft gesprengt.
Bei dem Anschlag sollen demnach mindestens zehn Menschen getötet worden
sein. Die Lage in Kabul ist bislang noch unübersichtlich, die
Informationen über den Anschlag sind widersprüchlich. Laut einer Umfrage herrscht in der afghanischen Bevölkerung eine
hoffnungslose bis explosive Stimmung. Das vorläufige Fazit: Der Westen hat den Kampf um die Herzen und Köpfe der Afghanen verloren.
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan in Blut und Chaos
Gesellschaft
11. Januar '10
Helmut Kohl erhält "Bambi"
Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl ist mit dem Millennium-Bambi
ausgezeichnet worden. Er bekam den Burda-Medienpreis für seine
Verdienste um die deutsche Einheit. „Wir haben Frieden, und mehr kann
man überhaupt nicht erwarten. Dafür bin ich ganz besonders dankbar“,
sagte Kohl, der aus gesundheitlichen Gründen bei der Preisverleihung in Potsdam nicht teilnehmen konnte. In der Potsdamer Metropolis-Halle
versammelten sich bei der Bambi-Gala rund 800 Gäste aus Film,
Fernsehen, Sport, Politik und Wirtschaft.
Politik
11. Januar '10
Vertrauen in die Bundeskanzlerin schwindet
Schwere Zeiten für Deutschlands Nummer eins. Gerade vor den Wahlen, wo der komfortable Vorsprung zur SPD auszubauen wäre, ist dieser drastisch geschwunden. Nur noch fünf Prozent trennen Union und SPD. Auch in der Vertrauensfrage muß Merkel eine herbe Niederlage einstecken, Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sie hier bereits überholt. Kritik am Führungsstil von Merkel kommt nun auch zunehmend aus den eigenen Reihen.
Politik
11. Januar '10
Althaus fürchtet starke Linke
Am 30. August, also vier Wochen vor der Bundestagswahl, wird in Thüringen,
Sachsen und im Saarland der Landtag gewählt. Laut Umfragen müssen die
CDU-Ministerpräsidenten Dieter Althaus, Peter Müller und Stanislaw
Tillich um ihre Ämter fürchten, da in allen drei Ländern von der
SPD und der Linkspartei rot-rote Bündnisse angestrebt werden.
> Wer über das Grundgesetz spricht, muss auch etwas über die vorangegangene Zeit sagen
Kirche und Religion
11. Januar '10
Benedikt XVI.: Holocaust-Leugnung ist nicht tolerierbar
Im Streit mit dem Holocaust-Leugner
Richard Williamson hat Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit
jüdischen Spitzenvertretern die Leugnung des Holocausts als untragbar
und inakzeptabel bezeichnet. Die Schoah sei ein "Verbrechen gegen Gott und
die Menschheit“, so das Oberhaupt der katholischen Kirche. Mit Nachdruck unterstrich der Pontifex die historische Vergebungsbitte Johannes Paul II. Benedikt XVI. erinnerte zugleich an seine Besuche den in Synagogen von Köln 2005 und
New York 2008 sowie im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau 2006.
> Buchbesprechung 
Feuilleton
11. Januar '10
Suhrkamp: Weg nach Berlin frei
Joachim Unseld, der bisherige Teilhaber am Suhrkamp Verlag, trennt sich von seinen Anteilen. Er
veräußert sein Erbe unter anderem an Ulla Berkéwicz, der Witwe des
Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld. Unseld erkrankte 2002 schwer und starb im Alter von 78 Jahren in der Nacht vom 25. auf den 26.Oktober 2002. Mit der nunmehr geregelten Anteilsveräußerung steht dem Umzug des Verlags nach Berlin juristisch nichts mehr im Wege. Ulla Berkéwicz hatte im Februar 2009 bekannt gegeben, daß sie Suhrkamp
vom angestammten Standort in Frankfurt am Main ab 1. Januar 2010 nach
Berlin übersiedeln will.
Politik
11. Januar '10
SPD auf Jahreshoch
Rund vier Monate vor der Bundestagswahl ist die SPD in einer Umfrage
auf ihren Jahreshöchstwert geklettert. Mit 26 Prozent liegt sie dennoch
um zehn Prozentpunkte hinter der Union. Der Verlierer in der
Wählergunst ist die FDP. Damit bleiben viele Koalitionsmöglichkeiten
offen. In der Tabula Rasa denkt Horst Köhler Herausforderin Gesine Schwan (SPD) über das Amt der Bundespräsidentin nach.
> Gesine Schwan: Was der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin tun sollte
Gesellschaft
11. Januar '10
Der Datenabgleich und die Bahn
Keine Ende ist bei der Spitzelaffäre der Deutschen Bahn in Sicht. Das Unternehmen hat zwei weitere groß angelegte
Überprüfungen seiner Mitarbeiter eingeräumt. Bei den Aktionen wurde die
Belegschaft ohne ihr Wissen einem sogenannten Datenabgleich unterzogen.
Bereits 1998 gab es einen solchen maschinellen Datenabgleich. Darüber hinaus erklärte die Bahn, daß auch in
den Jahren 2005 und 2006 die Daten von Führungskräften überprüft wurden.
Gesellschaft
11. Januar '10
Härteres Waffenrecht gefordert
Die Polizeigewerkschaft in Deutschland (DPolG) hat die Änderungen im
Waffenrecht, die vom Bundesrat verabschiedet wurden,
grundsätzlich positiv begrüßt. Sie sind aber nur eine Maßnahme von vielen, wenn
es um die Verhinderung von Amokläufen wie in Winnenden geht, denn kein Waffengesetz der Welt kann einen 100prozentigen Schutz vor
derartigen Gewalttaten garantieren. So muß der Schutz vor
Amokläufen weit vor den Waffenrechtsänderungen einsetzen: im
Elternhaus, in der Schule, im Freundes- und Bekanntenkreis, denn das soziale
Umfeld ist entscheidend, um mögliche Wahnsinnstaten zu verhindern.
> Die Toten von Winnenden und die Mitschuld der Amok-Industrie
11. Januar '10
Dieter Althaus ist wieder in Thüringen
Nach eigenen Angaben will Dieter Althaus (CDU) seine Amtsgeschäfte nach
Ostern wieder aufnehmen. Die ambulante Behandlung in seiner Heimatstadt
Heiligenstadt werde noch bis dahin dauern. Es ist das erste Mal, daß sich der Thüringer Ministerpräsident nach seinem schweren Unfall einer breiteren Öffentlichkeit zeigte. Wie der Politiker betonte, sei sein Genesungsprozeß sehr gut vorangekommen.
> Robert Lembke: Was lehrt uns Althaus' Schicksal? Ein Kommentar zur Lage
Politik
11. Januar '10
Düstere Aussichten für 2009
Nach Einschätzung der
Bundesregierung schrumpft die Wirtschaft im Jahr 2009 um sechs Prozent. Für 2010
allerdings erwartet die Große Koalition schon wieder ein Mini-Wachstum
von 0,5 Prozent, womit sie optimistischer als die meisten
Ökonomen ist. Die "Frankfurter Rundschau" schreibt unter Berufung auf Insider, die
Bundesregierung rechnet damit, daß sich die Wirtschaft bis Mitte 2010
so stark erholen werde, daß es über das ganze Jahr gerechnet zu einem
positiven Ergebnis kommen werde.
> Constantin Graf von Hoensbroech: BKU-Jubiläum im Zeichen der Finanzkrise 
Politik
11. Januar '10
CSU auf Konfrontationskurs zur FDP
Die CSU um den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer geht weiter auf Konfrontationskurs zur FDP. Die vom
stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Rainer Brüderle geforderte Kürzung
sämtlicher Subventionen um 20 Prozent will CSU-Chef Horst Seehofer
keinesfalls mittragen. Einig ist man sich allerdings darüber, daß es für eine
Steuerreform keine Alternative gibt. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf den bayerischen Politiker.
> Horst Seehofer - der neue Ministerpräsident aus der Sicht eines bayerischen Bürgers
Politik
11. Januar '10
LINKE-Parteitag in Berlin
Die Partei Die Linke hat ihren Bundeskongress in Berlin fortgesetzt, um das Programm für die
Bundestagswahl im September zu verabschieden. Die Linke will mit der Forderung nach Milliardenprogrammen
zur Schaffung von Arbeitsplätzen vor allem im öffentlichen Dienst in
den Wahlkampf gehen. Außerdem soll ein Mindestlohn von zehn Euro die Stunde eingeführt werden. Darüber hinaus werden eine
Vermögens- und eine Börsenumsatzsteuer verlangt, wodurch rund 160 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr
eingenommen würden.
> Bodo Ramelow im Gespräch
11. Januar '10
Spatenstich am Jenaer Universitätsklinikum
Am 5. Mai nahmen Thüringens Kultusminister Bernward Müller und Kulturstaatssekretär
Prof. Dr. Walter Bauer-Wabnegg am Spatenstich
und Beginn des 2. Bauabschnittes des Neubauprojekts des
Universitätsklinikums Jena teil. Mit dem Neubau sollen alle Kliniken des UKJ (außer der Psychiatrie) in
Jena-Lobeda konzentriert werden. Dadurch können bisherige strukturelle
Defizite beseitigt und betrieblich funktionale Synergien erreicht
werden, die der Verbesserung sowohl der Wirtschaftlichkeit als auch der
Krankenversorgung dienen. Die Gesamtkosten für den 2. Bauabschnitt belaufen sich auf etwa 225
Millionen Euro. Davon trägt das Land 140 Millionen Euro. Das
Bauvorhaben soll bis 2013 realisiert werden. Die Tabula Rasa sprach mit zwei Klinikdirektoren.
> Stefan Schultze-Mosgau: Der Traum vom perfekten Menschen> Ulrich Wedding: Der "ganzheitliche Ansatz" der Palliativmedizin
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Der Poker um Afghanistan
Daß der Krieg in Afghanistan eine bittere Realität war und ist, scheint nun auch die deutsche Politik langsam realisiert zu haben. Daß bei einem solchen möglicherweise - und leider - auch Zivilisten sterben eine Tatsache, die jetzt in allen politischen Lagern für Überraschung sorgt. Doch: Wenn man schon auf dem Papier Krieg spielt, sollte man auch die Konsequenzen tragen, so bitter diese auch sein mögen. Die Tabula Rasa bleibt dabei: Der Bundeswehreinsatz am Hindukusch ist eine Provokation und überflüssig.
> Die islamische Welt wartet auf Obamas Wechsel - Wann öffnen die USA ihre »geballte Faust«?
11. Januar '10
Ministerpräsident Althaus beliebter als zuvor
Nach Information von "Welt Online" haben der schwere Skiunfall am 1. Januar und dessen juristisches Nachspiel dem Ansehen von Dieter Althaus nicht geschadet. Nach einer Umfrage
wünschen sich 40 Prozent der Befragten, daß Althaus Ministerpräsident
von Thüringen bleibt – ein höherer Wert als im Dezember. Althaus’
Partei allerdings profitiert kaum davon.
> Lutz Rathenow: Quo vadis, Thüringen?> Robert Lembke: Was lehrt uns Althaus' Schicksal?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Der zweite Frühling von Prag vor 20 Jahren
In der deutschen Botschaft in Prag wurde am 30. September an die bewegenden
Ereignisse vor 20 Jahren erinnert. Den Satz kennt fast jeder. Nur wie er zu Ende ging, weiß kaum jemand.
Am 30. September vor 20 Jahren verkündete der
damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher auf dem Balkon der
bundesdeutschen Botschaft in Prag: "Wir sind zu Ihnen
gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise ..." Der Rest
ging im Jubel von 4000 DDR-Flüchtlingen unter, von denen manche schon
seit Wochen auf eine solche Ankündigung gewartet hatten.

Politik
11. Januar '10
Gysi selbstkritisch
Der Fraktions-Chef der Linken, Gregor Gysi, zeigte sich im Zusammenhang mit den
Stasi-Enthüllungen in Brandenburg selbstkritisch. "Vielleicht", so der Politiker
"war der Druck in der Partei nicht groß genug, sich der eigenen
Geschichte zu stellen". Mit Sicherheit hat es der Partei geschadet, daß einige Mitglieder ihre
Stasi-Vergangenheit verheimlicht haben.
> Gregor Gysi: Wer über das Grundgesetz spricht
Politik
11. Januar '10
Steinmeier in Prag
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist in der tschechischen Hauptstadt Prag eingetroffen. Der SPD-Politiker will sich im Namen der deutschen Bevölkerung für die tatkräftige Unterstützung beim Mauerfall vor 20 Jahren bedanken. Neben dem Besuch in Tschechien sind weitere Auslandsreisen nach Ungarn, die Slowakei und Polen geplant. Bei dem Besuch in Prag werden europapolitische Themen wie die Zukunft des
Lissabonvertrags im Mittelpunkt stehen. In der Tabula Rasa finden Sie ein Interview mit den Pastoren Eppelmann und Meckel zum Jubiläumsthema.
> Rainer Eppelmann - Markus Meckel: Die Revolution der Pastoren
11. Januar '10
Menschliche Embryonen geklont
Nach eigenen Angaben haben chinesische Forscher fünf menschliche Embryonen zu Forschungszwecken geklont. Dazu wurden zwölf Frauen insgesamt 135 Eizellen entnommen. Das
Erbgut stammt von einem Parkinson-Patienten und vier gesunden Menschen.
Fernziel derartiger Versuche ist die Herstellung embryonaler Stammzellen
mit patienteneigenem Erbgut zur Behandlung schwerer Krankheiten wie
etwa Parkinson, Alzheimer oder Diabetes.
11. Januar '10
Althaus regiert vorerst weiter
Der vergangene Woche überraschend zurückgetretene Ministerpräsident Dieter Althaus wird sein bei der Landtagswahl gewonnenes Mandat annehmen und vorerst weiterregieren. Laut Artikel 75 der Thüringer Landesverfassung bleibt Althaus bis zur Vereidigung
einer neuen Regierung geschäftsführend im Amt. Nach seinem
überraschenden Rücktritt hatte er seine Stellvertreterin
Birgit Diezel gebeten, die Regierungsgeschäfte für ihn zu übernehmen.
> Adieu Herr Althaus
Kirche und Religion
11. Januar '10
Interreligiöser Dialog bei Beckmann
Katholiken und Juden im Dialog. So das Bild, das sich am Montagabend bei der Talkrunde von Beckmann zeigte. Eine der schärfsten schärfsten Kritikerinnen der
jüngsten Entscheidungen aus Rom, Charlotte Knobloch, Vorsitzende des
Zentralrats der Juden in Deutschland, und Karl Kardinal Lehmann diskutierten über die jüngsten Entscheidungen des Vatikan und über die Pius-Bruderschaft. Der Mainzer Kardinal Lehmann geht davon aus, daß der Papst im Fall Williamson "einfach nur schlecht beraten sei".
> Karl Kardinal Lehmann: Der Schatten des Homo oeconomicus
11. Januar '10
Heirat schützt vor Depression
Laut einer Umfrage haben Verheiratete ein geringeres Risiko als Singles, an
Depressionen und Angstzuständen zu erkranken oder süchtig zu werden. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Universität von Otago in Neuseeland. Für die Studie wurden Daten von fast
34.500 Menschen in 15 Ländern ausgewertet. Männer erkranken nach einer Trennung besonders häufig an Depressionen, Frauen neigen eher zu Drogen- oder
Alkoholmißbrauch.
> „Mens sana in corpore sano“
11. Januar '10
Ramelow kritisiert Althaus
Der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, hat den thüringischen
Ministerpräsidenten Dieter Althaus nach dessen ausführlichem Interview
mit der "Bild"-Zeitung scharf angegriffen. Ramelow meinte, es sei jetzt
eine tägliche Seifenoper um die Gesundheit von Althaus zu befürchten,
mit der die CDU von ihren politischen Problemen ablenken will.
> Bodo Ramelow im Gespräch
Politik
11. Januar '10
Endspurt: SPD holt auf
Knapp eine Woche vor der Bundestagswahl holt die SPD in der Gunst der
Wähler offenbar weiter auf. Laut einer am Sonntagabend bei RTL
veröffentlichten Forsa-Umfrage kommen die Sozialdemokraten nun in der
Sonntagsfrage auf 26 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als bei der
vergangenen Forsa-Umfrage. Die Union verlor den Angaben zufolge einen
Prozentpunkt, liegt mit 36 Prozent aber immer noch deutlich in Führung.
> Robert Lembke: Das Kreuz mit dem Kreuz
Politik
11. Januar '10
Dresden: Chancen für Schwarz-Gelb sind gut
Während sich die CDU in Thüringen auf der Suche nach dem richtigen Koalitionspartner schwer tut, stehen nach der Landtagswahl in Sachsen die Zeichen auf
Schwarz-Gelb. Die Vorstände von CDU und FDP beschlossen, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Am Dienstag treffen
sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und FDP-Spitzenkandidat
Zastrow zu Gesprächen. Ziel sei es, sich noch vor der Bundestagswahl am
27. September zu einigen.
> Warnschuss vor den Bug des Merkel-Dampfers
Gesellschaft
11. Januar '10
Aufarbeitung der SED-Diktatur ist gescheitert
20 Jahre nach dem Fall der innerdeutschen Grenze wird jetzt klar: Eine umfassende juristische Aufarbeitung des DDR-Unrechts hat es nicht gegeben. Wie viele Menschen, die im Namen des SED-Regimes Straftaten und
Verbrechen begingen, erhielten nach 1990 eine Haftstrafe? Die
überraschende Antwort: 46. Doch nun ist es zu spät. Einer derjeinigen, der seine Haftstrafe verbüßte, spricht in der Tabula Rasa über das Leben in der DDR.
> Günter Schabowski: Zwieback im Politbüro, Die profitfreie Planwirtschaft
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Wetterkapriolen in Europa
Der Winter hat sich in weiten Teilen Europas
noch einmal von seiner häßlichen Seite gezeigt. In 3000 Haushalten im Westen Englands fiel der Strom aus, nachdem
Äste unter der Schneelast auf Strommasten fielen. Ein Sturm mit
Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern legte in Paris den Flugverkehr lahm. Auch in den Norden Deutschlands ist der Winter zurückgekehrt.
11. Januar '10
Der Tag des Bodo Ramelow
Nun liegt es an Bodo Ramelow seinen Wahlerfolg bei den Landtagswahlen in die Tat umzusetzen. Erste Sondierungsgespräche mit der SPD werden am Freitag geführt. Doch ob die SPD-Spitze um Christoph Matschie ein Bündnis mit den Linken eingeht, scheint nach dem Rücktritt von Althaus immer unwahrscheinlicher. Ramelow wird auch nicht helfen, daß er großzügig auf das Amt des Ministerpräsidenten verzichtet und "ohne Vorbedinungen" in die Verhandlungen geht.
> Gregor Gysi: Wer über das Grundgesetz spricht 
11. Januar '10
Gysi macht Druck
Der Fraktionschef der Partei Die Linke im Bundestag, Gregor Gysi, hat mit dem
Abbruch der rot-roten Sondierungsgespräche in Thüringen gedroht. Gysi
betonte gegenüber der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", er habe den Genossen in
Erfurt geraten, so lange zu verhandeln, "solange ihr glaubt, dass es
die SPD ernst mit euch meint." Wenn sie sich aber veralbert fühlten,
sollten sie einen Schlußstrich ziehen.
> Gregor Gysi: Wer über das Grundgesetz spricht
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Arbeitslosigkeit ist rückläufig
Die Zahlen am Arbeitsmarkt bleiben von der Finanzkrise weiterhin fast unberührt. So ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland im November leicht
zurückgegangen. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte,
wurden im vergangenen Monat 3.215.000 Erwerbslose
registriert. Dies sind 13.000 weniger als im Oktober, aber
227.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,6 Prozent.
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
King of Pop wurde getötet
Michael Jackson, der «King of Pop», wurde getötet, dies ist das Ergebnis der
Gerichtsmedizin von Los Angeles. Der Kultstar wurde am 25. Juni
nicht Opfer eines tragischen Unfalls, sondern eines Tötungsdelikts.
Eine «akute Vergiftung» mit dem Narkosemittel Propofol war die Ursache
für das Herzversagen. Ob ein Vorsatz für das Tötungsdelikt vorlag oder
Jacksons Tod durch Nachlässigkeit verursacht wurde, muß nun die Justiz
klären. Weiterhin steht sein Privatarzt im Mittelpunkt der Ermittlungen.
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Althaus zu Geldstrafe verurteilt
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) ist von einem
österreichischen Gericht wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe
von 33.000 Euro verurteilt worden. Althaus' Anwalt nahm im Namen
seines Mandaten das Urteil an. Solange jedoch die Staatsanwaltschaft das nicht
auch tut, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Friedensnobelpreis für Obama
Der Friedens-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den amerikanischen
Präsidenten Obama. Dies gab das zuständige Komitee in Oslo bekannt.
Obama werde ausgezeichnet für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die
internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern
zu stärken, hieß es in der Begründung. Bei der Entscheidung sei
besonderes Gewicht auf Obamas Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen
gelegt worden, erklärte der norwegische Komitee-Chef Jagland.
> Barack Obama kommt: Realismus, keine Euphorie 
Politik
11. Januar '10
Der Countdown läuft, wohin läuft Thüringen?
Knapp fünf Tage vor den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen
verliert die in beiden Ländern derzeit noch regierende CDU immer mehr an Zustimmung. Während die CDU ihren Abwärtstrend fortsetzt, kann die SPD leicht zulegen. Eine repräsentative Umfrage des Instituts Infratest
dimap im Auftrag des MDR ergab folgende Zahlen für den August. Thüringen: CDU = 34, Die Linke = 24, die SPD = 20, die FDP = 9, Grüne = 6 Prozent. Sachsen: CDU = 39, Die Linke = 19, SPD =15, FDP = 12, Grüne = 6, NPD = 5 Prozent.
> Quo vadis, Thüringen?> Bodo Ramelow im Gespräch
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Mehr Soldaten für Afghanistan
Nach dem Rücktritt von Franz-Josef Jung hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Bewertung des
Bombardements der Tanklaster in Afghanistan hinter den neuen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu
Guttenberg (CSU) gestellt. Um die allgemeine Lage am Hindukusch stabil zu halten, sagte die Nato zu, weitere 7000 Soldaten zu entsenden. Damit
wächst auch der Druck auf die Bundesrepublik.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Afghanistan und das Schicksal der Frauen
Auch nach der Herrschaft der Taliban in Afghanistan hat sich die Lage der Frauen nicht deutlich verbessert. So erleidet jede achte von zehn Frauen immer noch innerfamiliere Gewalt. Über 60 % der Frauen werden noch vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Ein neues Gesetz - unter der Regierung von Hamid Karzai erlassen - erlaubt den Ehemännern ihre Frauen zu bestrafen, wenn sich diese sexuell verweigern.
Politik
11. Januar '10
Das Phänomen Merkel
Für die Tabula Rasa analysiert der Publizist und Journalist Martin Lohmann das Phänomen Angela Merkel. Der Nummer eins der CDU wird immer wieder vorgeworfen, einen Wahlkampf der Mitte zu führen. Doch mittlerweile versucht die Bundeskanzlerin in härteren Tönen ihre Herausforderer zu kritisieren. Im Fokus steht immer wieder Frank-Walter Steinmeier.
> Martin Lohmann: Das Phänomen Merkel
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Konjunktur leidet an Weltwirtschaft
Nach Ansicht der Bundesbank leidet die Konjunktur in Deutschland immer
stärker unter dem Abschwung der Weltwirtschaft. Die Industrie habe
durch die wegbrechende Nachfrage aus dem In- und Ausland die Produktion
drastisch eingeschränkt. Die Commerzbank rechnet mit einem tieferen
Wirtschaftseinbruch als bisher. Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet, daß die deutsche
Wirtschaft in diesem Jahr um 6 bis 7 Prozent schrumpft.
> Reinhard Marx: Marx schreibt an Marx
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
50 Jahre "Befreiung Tibets"
Mit
dem Zwangsfeiertag zur „Befreiung Tibets“ hat die politische Führung in Peking
eine gewaltige Propaganda-Kampagne gestartet und in Lhasa wird nun fröhlich gefeiert, auf staatliche Verordnung hin. Das chinesische
Militär hat das tibetische Hochland seit Wochen abgeriegelt, um Unruhen „im
Keim zu ersticken“.
> Peter Scholl-Latour: Eine gesteuerte Revolte in Tibet 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neuer Terror in Indonesien
Bei Bombenanschlägen auf mehrere Luxushotels in der indonesischen Hauptstadt
Jakarta sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, befinden sich vier Ausländer unter den
Opfern. Mehr als 40 Menschen wurden darüber hinaus verletzt. Zur Stunde ist noch unklar, ob sich auch Deutsche
unter den Toten und Verletzten befinden. Die deutsche
Botschaft vor Ort bemüht sich derzeit um weitere Informationen. Angesichts des Terrors fragt die Tabula Rasa nach dem Bösen in der Welt.
> "Woher kommt das Böse?"
Gesellschaft
11. Januar '10
Streß macht krank
Dauerhafter Stress, unabhängig davon ob er endogener oder exogener
Natur ist, macht krank! Die Folgen werden als „Burnout Syndrom“
bezeichnet, worunter der totale
körperliche Erschöpfungszustand mit psychischen wie auch physischen
Auswirkungen verstanden wird.
> „Mens sana in corpore sano“
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Kein Bundeswehreinsatz gegen Drogenbarone
Der Einsatz der Bundeswehr gegen den Drogenanbau in Afghanistan wird von der Bundeskanzlerin Angela Merkel abgelehnt. Wer die Bekämpfung des
Drogenanbaus auf militärische Operationen verkürzt, greift zu kurz, erklärte die CDU-Politikerin. Wichtiger sei die Ausbildung afghanischer Polizisten,
die in der Lage sein müßten, das Problem zu lösen. Für die Akzeptanz
in Afghanistan sei es sehr wichtig, daß einheimische Sicherheitskräfte
gegen den Drogenanbau vorgingen, betonte die Bundeskanzlerin.
> Peter Scholl-Latour: "Der Islam bietet die Lösung"
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Kein rasches Ende der Wirtschaftskrise in Sicht
Trotz des leichten Wachstums der deutschen Wirtschaft um 0,3 Prozent im
zweiten Quartal sehen führende Wirtschafts- und Finanzexperten noch kein Ende der gegenwärtigen Krise in Sicht. Zwar sei der steile
Absturz gestoppt, jedoch sind die globalen Probleme noch nicht
überstanden. Nach wie vor gibt es keine Anzeichen für einen
nachhaltigen Aufschwung.
> Nach dem Bankrott, Der Privatisierungswahn ist an sein Ende gekommen.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Westerwelle unterstützt Benedikt XVI.
Gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ betonte Guido Westerwelle: „Ich kann die
Enttäuschung auch von Vertretern der jüdischen Gemeinde in Deutschland
über fehlende Worte nachvollziehen, aber ich möchte vor allem dazu
aufrufen, diese große Geste der Pilgerreise als eine Chance für das
bessere Verständnis zwischen Religionen und Völkern zu achten und zu
nutzen.“ Die Reise Benedikts sei eine ganz große Geste. „Ich denke,
dass die Welt die Ernsthaftigkeit und innere Rührung des Oberhaupts der
katholischen Kirche genau gespürt hat“, so der FDP-Politiker. Die Tabula Rasa wirft einen Blick auf den Hoffnungsträger der Liberalen bei der kommenden Bundestagswahl.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neuer Terror in Afghanistan
Bei einem Bombenanschlag in der Provinz Chost sind
mindestens neun Zivilisten getötet worden, sieben weitere wurden
verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.
Doch: Die Taliban haben in den vergangenen Jahren immer wieder auf Sprengfallen
zurückgegriffen. Lesen Sie dazu: Afghanistan - Das Experiment ist gescheitert.
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan in Blut und Chaos
Politik
11. Januar '10
Tillich muß vor Banken-Untersuchungsausschuß
Der Ministerpräsident Sachsens, Stanislaw Tillich, muß am Montag im
Banken-Untersuchungsausschuß des Landtags aussagen. Der Politiker wird in seiner
Eigenschaft als früherer Finanzminister befragt. Dieses Amt
hatte er während der Krise der Landesbank übernommen. Nach riskanten Geschäften stand die Bank auf dem US-Hypothekenmarkt vor dem Aus und wurde an die
Landesbank Baden-Württemberg verkauft. Sachsen bürgt für Verluste mit
2,75 Milliarden Euro.
Gesellschaft
11. Januar '10
Naumann wird Cicero-Chef
Die Schweizer Ringier AG hat einen Nachfolger für die Chefredaktion des Politikmagazins "Cicero" gefunden: "Zeit"-Herausgeber Michael Naumann wird das Magazin vom 1. Februar
2010 an leiten. Der Sozialdemokrat löst den konservativen Wolfram Weimer ab, der ab Anfang 2010 seines Amtes als
"Focus"-Chefredakteur nachgeht. Naumann wurde 2001 "Zeit"-Chefredakteur und ist seit 2004
Herausgeber der Wochenzeitung. Diese Position gibt er zum 31. Januar auf.
Gesellschaft
11. Januar '10
Volksschauspielerin Ruth Drexel gestorben
Die bayerische Schauspielerin Ruth Drexel ist tot, sie starb im Alter von 78 Jahren. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle in "Der
Bulle von Tölz". Sie spielte aber auch in anderen Serien
wie "Tatort" oder "Der Alte" mit. In ihrer jahrzehntelangen Fernseh- und
Theater-Karriere erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen wie den
Adolf-Grimme-Preis.
11. Januar '10
Thüringens Große Koalition
Nach langem Hin und Her mit den Linken will die Thüringer SPD nun mit der CDU über ein Regierungsbündnis
verhandeln. Eine Koalition mit
der CDU bietet mehr Stabilität, sagte SPD-Landeschef Matschie in Erfurt.
Bei den Gesprächen mit der Linken und den Grünen war es
schwer, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Weiter betonte Matschie, auch die Personalien seien
geklärt. Für das Amt des Ministerpräsidenten steht die CDU-Politikerin
Lieberknecht bereit, die sich nach der
Entscheidung des SPD-Vorstands erleichtert zeigte.
> Im Zauber der Macht – Die Chance der Frau Lieberknecht 
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Sparkassen-Kunden bekamen 2008 mehr Kredite
Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes,
Heinrich Haasis, sieht bei den Banken seines Verbandes keine
Kreditklemme für Mittelstandsunternehmen. Die Sparkassen hätten 2008
zehn Prozent mehr Kredite ausgegeben als im Vorjahr und im ersten
Quartal 2009 nochmals die Kreditvergabe um 7,8 Prozent gesteigert,
sagte Haasis. Dem Kulturengagement der Sparkasse nicht nur in Thüringen, sondern deutschlandweit ist es zu verdanken, daß unterschiedliche Kulturprojekte finanziell gefördert werden. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband will laut "Financial Times
Deutschland" sämtliche deutschen Landesbanken zu einem Konzern
zusammenfassen. Möglichst bald solle dazu eine Holding gebildet werden. Der Verband fordere eine neue Zielstruktur
spätestens im Jahr 2011.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Israel: Kommt jetzt der Friede?
Israels Ministerpräsident Netanjahu hat nunmehr seine Bereitschaft
bekräftigt, mit den Palästinensern Frieden zu schließen. Sein Land
wird, so unterstrich der Politiker in Jerusalem, den Friedensprozeß nicht mehr behindern.
Momentan hält sich der US-Nahostgesandte Mitchell zu neuen Gesprächen
in Israel auf. Schon seit längerer Zeit fordern die USA, daß Israel seine Besiedlungsvorhaben in den besetzten Gebieten stoppt.
> Lisz Hirn: Über die Möglichkeit eines Krieges
Politik
11. Januar '10
Schneiderhan contra Guttenberg
Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, setzt sich zur Wehr: "Ehrenrührig" und "unwahr"
nennt er gegenüber der "Zeit" die Äußerungen von
Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU). Dieser hatte Schneiderhan
beschuldigt, ihm Informationen zum umstrittenen Luftschlag in der Nähe
von Kundus vorenthalten zu haben. Der General war vom 27. Juni 2002 bis zum 26. November 2009 der 14. Generalinspekteur.
> „Kein Schießbefehl: Soldaten müssen in Recht und Ordnung eingehegt bleiben“
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Deutsche Waffen und heiliger Krieg
Immer mehr Fotos und Videos belegen in aller Nachhaltigkeit, daß die Kämpfer der Taliban mit den modernsten Waffen ausgerüstet sind. Insbesondere Waffen deutscher
Hersteller, wie Heckler&Koch, Walther und Blaser,
sind äußert beliebt. Damit sind die Zeiten endgültig vorbei, wo die Taliban sich noch mit Kalaschnikow-Kopien aus China
begnügen mußten. Nun wollen sie den Heiligen Krieg mit den
Waffen der Gegner gewinnen.
> Interview mit Christoph R. Hörstel
Politik
11. Januar '10
Freie Union gründet Landesverband in Thüringen
Die neue Partei der ehemaligen CSU-Politikerin Gabriele Pauli hat am
Sonntag einen Landesverband in Thüringen gegründet. Damit ist die Freie
Union zwei Wochen nach ihrer Gründung in fast allen Bundesländern
vertreten. Laut Pauli, die bei der Gründung in Jena dabei war, fehlt
nur noch das Saarland, wo am Montag der 16. Landesverband gegründet
werden soll.
> Gabriele Pauli – politischer Paradiesvogel oder Vorreiterin einer neuen Politik?
Kunst und Künstler
11. Januar '10
Leipzig: Internationales Filmfestival
In den letzten Jahren
kehrte das Kino wieder zu seinem Ursprung zurück – zum
Dokumentarfilm. Das Besondere bei diesem ist, dass die Authentizität
beim Filmemacher liegt. Die Bilder sollen nicht werten, sondern
versuchen dem Rezipienten die Möglichkeit offen zu lassen, sich ein
Urteil bzw. eine eigene Meinung über das Thema zu bilden. Die
Filmemacher tragen die Verantwortung für das Zeigen und die
Zuschauer für das Hinterfragen.
> "Vorhang auf - und Film ab" Das 52 Internationale Leipziger Filmfestival 
11. Januar '10
Schweinegrippe-Impfstoff steht bereit
Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe ist da. Nach Angaben der
Weltgesundheitsorganisation wird er nun nach und nach in den Ländern
zur Verfügung gestellt. In China werde der Impfstoff bereits verteilt.
In Ungarn soll er ab Anfang kommender Woche zur Verfügung stehen. Die
WHO setzt darauf, dass auch die ärmeren Länder ausreichend versorgt
werden. Die WHO hat empfohlen, weltweit zuerst das Gesundheitspersonal
zu impfen. Das seien bereits zwei Prozent der Weltbevölkerung.
> Neue Grippe - Wie gefährlich ist das Virus?
11. Januar '10
Thüringen: SPD läßt sich Zeit
Nach dem ersten rot-rot-grünen Sondierungsgespräch trafen sich die
Sozialdemokraten mit Vertretern der CDU.
Man konnte sich bei inhaltlichen Themen annähern, hieß es im Anschluß von
beiden Seiten. Auch beim Streitthema Mindestlohn sei eine Regelung
gefunden worden. Die SPD will aber erst in der Woche nach der Bundestagswahl entscheiden, mit wem sie in die Koalitionsverhandlungen eintritt. Das
kündigte SPD-Landeschef Christoph Matschie an. Bis
dahin würden weitere Sondierungsgespräche sowohl mit der CDU als auch
mit der Linken und Grünen folgen.
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Der Porsche-Poker - Die Macht des Christian Wulff
Wendelin Wiedeking mußte im VW-Poker erneut eine Niederlage hinnehmen. Der
einst mächtige Porsche-Chef räumt dem Land Niedersachsen weiter ein
Veto-Recht ein. Das Bundesland unter Führung von Christian Wulff kann
damit auch in Zukunft entscheidenden Einfluß auf den neuen Konzern
nehmen. Wideking hatte das so genannte VW-Gesetz jahrelang bekämpft.In der Tabula Rasa reflektiert Christian Wulff über Deutschland uns Europa.
> Christian Wulff: „Die Rolle der Länder und das Beispiel Niedersachens
Gesellschaft
11. Januar '10
Die Akte Kurras
Die Leiterin der Stasi-Unterlagenbehörde, Birthler, hat Kritik an ihrer
Arbeit wegen des späten Auftauchens der Akten im Fall Kurras
zurückgewiesen. Die Unterlagen hätten jederzeit zur Verfügung
gestanden, so Birthler. Forscher, die sich mit
dem Tod des 1967 von Kurras getöteten Studenten Benno Ohnesorg
beschäftigt hätten, seien jedoch nicht auf die Idee gekommen, die Akte
anzufordern. Birthler legt heute in Berlin den
jährlichen Tätigkeitsbericht ihrer Behörde vor. In der Tabula Rasa lesen Sie einen älteren Artikel von Lutz Rathenow dazu.
> Birthler muss weitermachen
11. Januar '10
Diezel schlägt Lieberknecht vor
Die stellvertretende Thüringer CDU-Chefin Birgit Diezel hat Sozialministerin
Christine Lieberknecht als neue Ministerpräsidentin vorgeschlagen. Mit ihr, so Diezel, sei es schnell möglich, eine stabile
Landesregierung herzustellen. Lieberknecht wird auch von
der Seite der SPD, mit der am Donnerstag ein zweites Sondierungs-Gespräch geführt
werden soll, als Kandidatin für das Amt des Regierungschefs in einer
möglichen schwarz-roten Koalition favorisiert.
> Im Zauber der Macht – Die Chance der Frau Lieberknecht
Gesellschaft
11. Januar '10
Bundestagswahl 2009: So wählte Mitteldeutschland
Für die drei Bundesländer in Mittelthüringen ergibt sich nach der Bundestagswahl folgendes Bild: Thüringen: SPD 18,5; CDU 31,2; Grüne, 6,2; FDP. 7,6; Linke 27,4. Sachsen: SPD 10,4; CDU 40,2; Grüne 6,4; FDP 10,0; Linke 20,6. Sachsen-Anhalt: SPD 21,4; CDU 36,2; Grüne 3,6; FDP 6,7; Linke 24, 1. Die Wahlbeteiligung lag in Thüringen bei 56,2 Prozent, in Sachsen bei 52,2 Prozent und in Sachsen-Anhalt bei 44,4 Prozent.

Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Gute Zahlen für die Deutsche Bank
Allen Erwartungen zum Trotz meldet die Deutsche Bank nach einem verlustreichen Jahr 2008 für die
ersten drei Monate 2009 wieder einen satten Gewinn. Laut dem
Unternehmen hat sich die von der Finanzkrise gebeutelte
Kapitalmarkt-Sparte erholt. Damit erreichte DB-Chef Josef Ackermann sein Ziel von 25 Prozent
Rendite, gemessen am Eigenkapital. Der Schweizer hatte seinen Vertrag
mit der Bank bis zum Jahr 2013 verlängert.
> Jürgen Habermas: Nach dem Bankrott
Gesellschaft
11. Januar '10
Aufklärung über Bundeswehr-Einsatz
Die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen erhalten Einsicht in den
Untersuchungsbericht der NATO zum Luftangriff in Afghanistan. Die Opposition hatte eine
Offenlegung des geheimen Berichts gefordert. Nach Auffassung von
Generalinspekteur Schneiderhan wird die Bundeswehr durch den Bericht
entlastet. Oberst Klein, der den Angriff auf zwei von den Taliban
entführte Tanklaster angefordert hatte, habe angemessen gehandelt.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Kein Schießbefehl
Politik
11. Januar '10
Kritik am Begriff BRD
Der ehemalige evangelische Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche, Christian Führer, will 20 Jahre nach dem Fall der innerdeutschen Grenze der Bundesrepublik einen neuen Namen geben. Der Begriff BRD stehe für die Zeit von 1949 bis 1989, „also nur für
einen Teil Deutschlands“, sagte der Initiator der Friedensgebete, die
Ausgangspunkt für die Montagsdemonstrationen vor dem Zusammenbruch der
DDR waren, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Schon lange warnen nicht nur Politiker vor der neuen Ostalgie.
> Constantin Graf von Hoensbroech: „Ostalgie ist eine Gefahr für die Demokratie“
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Steinbrück will bei Comerzbank aussteigen
Der Bund ist bei der Commerzbank mit einem Anteil von 25 Prozent
größter Aktionär. Wenn es aber nach Finanzminister Steinbrück geht,
verkauft die Regierung diesen Anteil "so schnell wie möglich".
Commerzbank-Chef Blessing schließt hingegen nicht aus, dass sein
Geldinstitut ein weiteres Mal Staatshilfe benötigt. In der Tabula Rasa reflektiert Karl Kardinal Lehmann über den "Homo oeconomicus".
> Karl Kardinal Lehmann: Der Schatten des „Homo oeconomicus"
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Kuba: Minimalversorgung ist bedroht
Auch nach der Ära von Fidel Castro verschlechtert sich die Lage im Land für die kubanische Bevölkerung immer mehr. 70 Prozent der Kubaner leben bereits unter der Armutsgrenze und sind auf die vom Staat finanzierten Lebensmittel angewiesen. Jedoch kann die Staatskasse diese Kosten nicht mehr aufbringen. Der Verdienst eines Kubaners liegt im Schnitt um die 14 Euro monatlich und reicht lediglich für 12 Tage.
> Lisz Hirn: Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Minimalkonsens in Kopenhagen
Die Weltklimakonferenz im dänischen Kopenhagen hat die Abschlußerkärung zur
Kenntnis genommen. Damit kann der gestern Abend ausgehandelten
Kompromiß in den Prozeß der Vereinten Nationen aufgenommen werden. Die ursprünglich
vorgesehene Verabschiedung der Erklärung war unter anderem am
Widerstand Sudans, Venezuelas und des Pazifikstaats Tuvalu gescheitert, denn die Länder hatten das Fehlen verbindlicher Ziele zur Treibhausgas-Reduktion
beklagt. Darüber hinaus kritisierten sie, daß die Erklärung nur von einer
kleinen Gruppe

11. Januar '10
Kunstfest Weimar hat begonnen
Seit 2004 hat Weimar ein international attraktives Kunstfest. Nike
Wagner hat es neu begründet und neu konzipiert. Alle Sparten der Künste
bündeln sich hier alljährlich im Spätsommer zu einem kulturellen
Gesamtereignis.
Mit diesem Kunstfest ist eine erfrischende Dynamik in das schöne alte
Residenzstädtchen gekommen, das durch die Klassiker Goethe und Schiller
zu einem Mythos geworden ist. Man könnte auch sagen: zu einer „Marke",
die jeder kennt. Jedes Jahr sind ranghöchste internationale Künstler
beim Kunstfest in Weimar zu erleben. Das Kunstfest bringt jene
Weltoffenheit nach Weimar, die der Stadt der Klassiker aufgrund ihrer
unvergleichlichen Stellung in der europäischen Kultur- und
Geistesgeschichte gebührt.
> Zum Programm
11. Januar '10
Wladimir Kaminer liest in Jena
Was lernen seine Kinder eigentlich in der Schule? Das fragt sich Wladimir
Kaminer schon länger. Nun weiß er es: Sie lernen Latein. Zumindest
seine Tochter. Zumindest zeitweise. Zumindest zwei Worte: "Salve Papa!" Damit ist Nicole mit ihrem Latein zwar bereits wieder am Ende, aber sie
hat ja noch sieben Jahre Zeit bis zum passenden Abschiedsgruß.
Inzwischen hat ihr Bruder bei eBay bereits einiges fürs Leben gelernt.
> Wladimir Kaminer liest in Jena
Politik
11. Januar '10
Obama in Sachsen und Thüringen
Zu Beginn seines Deutschlandbesuches wurde der amerikanische Präsident Barack Obama von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Dresden begrüßt. Bei dem Gespräch mit der Kanzlerin soll es auch um die Bekämpfung der Wirtschaftskrise, die Lage in Afghanistan
und den Nahost-Konflikt gehen. Im Laufe des Tages ist ein gemeinsamer
Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald nahe Weimar
geplant. Obama kam aus Kairo, wo er für einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen Amerika und der islamischen Welt warb. Nach seinem Zwischenstopp in Deutschland reist er nach Frankreich weiter, um dort den Feierlichkeiten zum D-Day beizuwohnen.
> Constantin Graf von Hoensbroech: Obama kommt
Politik
11. Januar '10
Guttenberg in der Kritik
Kaum ist Karl-Theodor zu Guttenberg neuer designierter
Bundeswirtschaftsminister, steht er auch schon wieder in der Kritik. So kritisiert der frühere bayerische
Ministerpräsident Günther Beckstein Seehofers Umgang mit Amtsvorgänger
Glos. Auch in der CDU stößt der angehende Minister auf Kritik: Von vielen Politikern werden seine
Fachkenntnisse in Frage gestellt. Guttenberg war erst wenige
Monate im Amt des Generalsekretärs der CSU.
11. Januar '10
Lieberknecht wird neue Ministerpräsidentin
In Erfurt hat die neue Große Koalition ihren
Koalitionsvertrag vorgestellt. Hauptziel sei die
Haushaltskonsolidierung.
Dabei gelte weiterhin eine Grenze für die Neuverschuldung von 500
Millionen Euro. Die Koalitionsvereinbarung
sieht außerdem vor, daß CDU und SPD jeweils vier
Ministerposten erhalten. Christine Lieberknecht soll am 30. Oktober zur Ministerpräsidentin in
Thüringen gewählt werden.
11. Januar '10
Limbach fordert mehr Demokratie
Die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach,
hat bei ihrer Weimarer Rede mehr direkte Demokratie gefordert. Limbach betonte in der Klassikerstadt: Wenn das Grundgesetz zukunftsfähig bleiben
solle, müßten die Menschen stärker am politischen Geschehen beteiligt
werden.
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Die Krise und die Arbeitslosen
Weit über drei Millionen Menschen haben seit Beginn der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr ihren Arbeitsplatz verloren. Damit wurde jeder neunte
Beschäftigte entlassen. Besonders Leiharbeiter im verarbeitenden
Gewerbe sind stark betroffen. Bestimmen Katastrophen unser Leben fragt die Tabula Rasa?
> Bestimmen Katastrophen unser Leben?
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Deutsche Wirtschaft im Aufwind
Wie das Statistische
Bundesamt mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum
Vorquartal um 0,7 Prozent zu. Im dritten Quartal hatte die deutsche Wirtschaft vor allem von
Investitionen und gestiegenen Exporten profitiert. Zu Beginn des Jahres hatte es mit einem Minus von 3,5
Prozent den größten Rückgang seit Beginn der Statistik 1970 gegeben.
Für das gesamte Jahr 2009 rechnet die Bundesregierung mit einem Minus von
fünf Prozent.
11. Januar '10
Thüringer Linke hat gewählt
Die Thüringer Linke hat am Sonntag ihren Kandidatenwahl-Marathon
abgeschlossen. Bei ihrem Landesparteitag in Arnstadt wurden die Plätze
für die Partei-Liste zur Landtagswahl am 30. August besetzt.
Spitzenkandidat Bodo Ramelow war bereits am Freitag mit großer Mehrheit
gewählt worden. Die derzeit in
Thüringen noch mit absoluter Mehrheit regierende CDU hatte ihre
Kandidatenliste vor zwei Wochen an einem Tag abgearbeitet.
> Bodo Ramelow im Gespräch
Finanz- und Kapitalmarkt
11. Januar '10
Seehofer verspricht Steuersenkungen ab 2011
Schwarz-Gelb verhandelt noch, aber Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich schon festgelegt. Der CSU-Chef stellt eine Senkung der Einkommensteuer für spätestens
2011 in Aussicht. In Berlin fahnden die Unterhändler nach
Möglichkeiten, an anderen Stellen Milliarden einzusparen. Auch die Bundesagentur für Arbeit wird dabei ins Visier genommen. Für die Tabula Rasa wirft Ewald Zachmann einen Blick auf Horst Seehofer.
> Horst Seehofer - der neue Ministerpräsident aus der Sicht eines bayerischen Bürgers
Kirche und Religion
11. Januar '10
Evangelischer Kirchentag in Bremen
Der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag hat mit Bibellesungen seine inhaltliche Arbeit in Bremen aufgenommen. Schwerpunktmäßig konzentrieren sich die Veranstaltungen auf ethische und politische Fragestellungen
vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise. Dazu werden neben
Bundeskanzlerin Merkel auch Außenminister Steinmeier und
Weltbank-Präsident Zoellick erwartet. Der Kirchentag wurde am Mttwoch
Abend mit drei großen Gottesdiensten unter freiem Himmel eröffnet.
> Stefan Groß: Warum sind wir so säkular? 
11. Januar '10
Morddrohung gegen SPD-Politiker
Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen. Für Christoph
Matschie sei Personenschutz angefordert worden. Nach Angaben der
„Südthüringer Zeitung“ erhielt Matschie einen Drohbrief, dem eine
scharfe Patrone beigelegt war. Der Landesvorstand der SPD hatte sich in
der vergangenen Woche für die Zusammenarbeit mit der CDU entschieden
und damit Teile der Basis verärgert, die einer rot-rot-grünen Koalition
zuneigte.
> Armes, kleines Thüringen
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Frank Gehry wird 80
Frank Gehry, einer der wichtigsten und einflußreichsten
Architekten der Welt wird am 28. Februar 80 Jahre alt. Als Sohn jüdischer
Einwanderer aus Polen 1929 geboren, wuchs Ephraim Goldberg – der bürgerliche
Name – in einfachsten Verhältnissen im kanadischen Toronto auf. Mit 17 Jahren
ging er nach Amerika, arbeitete als Lastwagenfahrer. Nach seinem
Architekturstudium in Los Angeles und Harvard 1962 machte er schließlich sein
eigenes Büro in Los Angeles auf. Lange muß Gehry warten, bis sich der Ruhm einstellte.
Erst ab 1991, als er den Auftrag für das sechs Jahre später eröffnete
Guggenheim-Museum in der baskischen Industriemetropole Bilbao bekommt, ist er
finanziell abgesichert.
> Mehr dazu lesen Sie hier
Politik
11. Januar '10
Graf Lambsdorff ist tot
Otto
Graf Lambsdorff ist tot. Er war von 1977 bis 1982 und von 1982 bis 1984 Bundesminister für Wirtschaft sowie von 1988 bis 1993 Bundesvorsitzender der FDP. Geboren wurde Lambsdorff am 20. Dezember 1926 in Aachen. Er starb am Samstag wenige Tage vor seinem 83.
Geburtstag unerwartet in einem Bonner Krankenhaus. Auch der ehemalige Außenminister Genscher hat den Verstorbenen
als verläßlichen Freund
gewürdigt. Lambsdorff, so Genscher, hatte die
Marktwirtschaft immer als ethische Herausforderung betrachtet.
11. Januar '10
Gesundheitswesen: Ärzte im Streik
Die niedergelassene Ärzteschaft hat mit „maximaler Eskalation gedroht“. Um gegen die aktuelle Honorarreform zu protestieren, haben eine Vielzahl von Medizinern ihre Praxen geschlossen. Ihre Kernbotschaft lautet: Wenn nicht mehr Geld ins System fließt, müssen notwendige Leistungen gestrichen werden. In der Tabula Rasa beleuchtet Karl Kardinal Lehmann das Ärztebild.
> Karl Kardinal Lehmann: Der ärztliche Beruf in der Spannung...
11. Januar '10
Thüringen: Große Koalition steht
Nach knapp zweiwöchigen
Verhandlungen haben sich CDU und SPD in Thüringen auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Die Gespräche über
das Vertragswerk für die nächsten fünf Jahre seien abgeschlossen,
teilten die designierte CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht
und SPD-Landeschef Christoph Matschie mit.
> Im Zauber der Macht – Die Chance der Frau Lieberknecht
11. Januar '10
Alzheimer: Zellverlust im Hippocampus
Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universität Amsterdam belegt: Lange Zeit bevor aus leichten Gedächtnisstörungen die Krankheit Alzheimer wird, sind im
Gehirn schon viele Zellen verloren gegangen – und zwar im Hippocampus.
Den Verlust an Masse in dieser zentralen Region des Gehirns sehen
Wissenschaftler als deutliches Signal, daß eine Demenz nicht mehr
aufzuhalten ist.
> Demenz: Der lange Abschied von Walter Jens und das Resümee seines Sohnes Tilman 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Westerwelle für Zwei-Staaten-Lösung
Bei seinem ersten Besuch in Israel hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) Palästinenser und Israelis
aufgefordert, sobald wie möglich wieder Gespräche über eine Beendigung
des Nahost-Konflikts aufzunehmen. Wie der Politiker betonte, muß alles dafür getan werden, damit der Friedensprozeß wieder belebt wird, denn einen
dauerhaften Frieden wird es nur mit der Zwei-Staaten-Lösung geben.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
11. Januar '10
Thüringen: Rot-Rot-Grün könnte gewinnen
Wenn am Sonntag in Thüringen Landtagswahlen wären, so das Ergebnis der
neuesten Umfrage des IfM Leipzig, käme die CDU lediglich auf 36
Prozent. Das sind 4 Prozentpunkte weniger als noch bei der letzen
Umfrage. Die SPD hat dagegen einen Gewinn von 5 Prozentpunkten
verzeichnen können, und liegt nun bei 23 Prozent. Die Grüne steigt von
4 auf 5 Prozent. Die FDP legt um zwei Punkte zu und kommt auf ganze 8
Prozent. Die Linke muß Einbüßen von 3 Prozentpunkten hinnehmen - von
26 auf 23 Prozent – und liegt nun mit der SPD gleichauf. Somit käme
Rot-Rot-Grün auf 51 Prozent und Schwarz-Gelb auf 44 Prozent.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Wie weiter in Afghanistan?
Fast täglich offenbaren sich mehr Details in Sachen Kundus-Affäre: Medienberichten zufolge konnte der deutsche Oberst Georg Klein vor dem Luftangriff auf eigene
Bundeswehr-Bilder zurückgreifen. Bisher war man davon ausgegangen,
daß nur Videos der US-Kampfjets zur Verfügung standen. Immer mehr verdichtet sich die Gewißheit, daß es sich beim Angriff um eine gezielte Tötung von Gegnern handelte, die mit dem Mandat der Bundeswehr in Afghanistan nicht vereinbar ist.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Der neue Mann fürs Außenministerium
Gudio Westerwelle (FDP) ist neuer Außenminister. Nie hatte er aus seinem Interesse an der Nachfolge von
Frank-Walter Steinmeier als Außenminister einen Hehl gemacht. Zuletzt war
spekuliert worden, Westerwelle könnte auch ein Super-Ressort im neuen
Kabinett etwa für Wirtschaft und Energie übernehmen. Auch die zermürbte SPD hat sich geeinigt. Sigmar Gabriel soll neuer SPD-Chef, Andrea Nahles Generalsekretärin
werden. Das SPD-Präsidium hat das unter teils
heftiger Kritik beschlossen.
> Majid Sattar: Politik der Generation Ich
11. Januar '10
Erster Todesfall durch Schweinegrippe
In Deutschland ist erstmals eine Patientin nachweislich an der so
genannten Schweinegrippe gestorben. Das hätten Wissenschaftler in
umfangreichen Tests herausgefunden, teilte das Essener
Universitätsklinikum mit. Die Frau war bereits am 25. September an
Organversagen gestorben. Das H1N1-Virus habe dabei eine wesentliche
Rolle gespielt.
> Neue Grippe - Wie gefährlich ist das Virus?> Im Schweinsgalopp
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Moskau: Stalin-Enkel vor Gericht
Josef Stalin war nicht der Angeklagte,
und doch sahen viele in dem Verfahren in Moskau einen längst
überfälligen Musterprozeß: Ein Enkel des Sowjetdiktators war wegen
angeblicher Stalin-Verunglimpfungen gegen die Zeitung "Nowaja Gaseta"
vor Gericht gezogen - und verlor. Ein russisches Gericht hatte eine
Verleumdungsklage eines Enkels von Josef Stalin gegen die Zeitung
"Nowaja Gaseta" abgewiesen. Es ging um einen Artikel, in dem das
regierungskritische Blatt Stalin unter anderem als "blutrünstigen
Kannibalen" bezeichnet hatte.
> Teresa Tammer: Moskau: Stalins Enkel zieht vor Gericht 
11. Januar '10
Kein Zugeständnis an Obama, Schäuble bleibt vor dem Deutschlandbesuch hart
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die Bitte von
US-Präsident Barack Obama abgelehnt, daß Deutschland neun
Guantánamo-Häftlinge aufnehmen soll. Er wird sich, so betonte der CDU-Politiker auf der Frühjahrskonferenz der Innenminister in Bremerhaven, in dieser Frage "streng an Recht und Gesetz halten und
damit an den Paragrafen 22, Aufenthaltsrecht". Schäuble unterstrich desweiteren: "Wenn also eine solche Anfrage kommt, dann muß der
Bundesminister darüber entscheiden. Dafür gibt es gesetzliche
Voraussetzungen und ich kenne bisher keinen Fall, in dem diese erfüllt
wären."
Politik
11. Januar '10
Gysi: Nein zur Vereinigung mit SPD
Eine Vereinigung seiner Partei mit
der SPD lehnt Linksfraktionschef Gregor Gysi auch in ferner Zukunft strikt ab. "Alles, was in meiner Macht
steht, werde ich gegen eine Vereinigung tun“, betonte Gysi gegenüber der "Bild am
Sonntag“. Als einen Grund nannte er, daß die SPD nur den Kapitalismus
sozialer gestalten will. "Ich glaube aber, daß der Kapitalismus nicht
die letzte Antwort der Geschichte ist. Ich bin demokratischer
Sozialist. Ich würde aber niemals wieder eine sozialistische Diktatur
akzeptieren“, so Gysi.
> Wer über das Grundgesetz spricht, muss auch etwas über die vorangegangene Zeit sagen
11. Januar '10
Ein Ende der Grippe in Sicht
Die mexikanische Regierung hat nach eigenen Angaben die Schweinegrippe unter Kontrolle. Das Land sei in der Lage die Epidemie
zu bewältigen, betonte Präsident Calderón. Die
Übertragungsrate steige seit mehreren Tagen nicht mehr.
Gesundheitsminister Cordova erklärte, daß sich die Krankheit bereits in der abklingenden Phase befindet. Die Behörden in Mexiko-Stadt
kündigten an, daß sich im Laufe der Woche das öffentliche Leben wieder
normalisieren werde. In Mexiko sind an den Folgen der Grippe mindestens 22
Menschen gestorben.
Kirche und Religion
11. Januar '10
Immer mehr Kirchenaustritte
Auch wenn sich zu Weihnachten ein anderes Bild zeigen wird, denn an Heiligabend sind die Gotteshäuser in Deutschland wieder voll, sieht die Realität anders aus, denn immer weniger Deutsche gehören einer christlichen
Kirche an. Der bislang anhaltende Trend der vergangenen Jahre hat sich sogar weiter
und drastisch verschärft. So nahmen die Kirchenaustritte noch einmal deutlich zu.
> Warum sind wir so säkular? Eine Antwort aus dem deutschen Osten 
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neue US-Strategie gegen al-Qaida und Taliban
Der amerikanische Präsident Barack Obama stellt am Freitag seine neue Afghanistan-Strategie vor. Der charismatische Politiker will
mit zusätzlichen Truppen den Anti-Terror-Kampf am Hindukusch ausweiten.
Dazu sollen 4000 weitere Soldaten dort stationiert werden. Auch hunderte zivile
Aufbauhelfer werden geschickt. Durch diese Strategie sinkt der Nato-Einfluß vor Ort, dennoch soll Europa mehr zahlen.
> Christoph R. Hörstel: Afghanistan in Blut und Chaos
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
USA: Merkel droht Teheran
Bundeskanzlerin Merkel befürwortet im Atomstreit mit dem Iran harte
wirtschaftliche Sanktionen. Es gebe Null Toleranz für
Massenvernichtungswaffen in den Händen der iranischen Regierung, so Merkel in einer Rede vor dem US-Kongress in Washington. Der Iran
kenne die Angebote der Vereinten Nationen. Die freie Welt werde nicht
zulassen, dass Teheran Israel mit Nuklearwaffen bedrohe. Darüber hinaus
rief die Kanzlerin die USA auf, beim Klimaschutz stärker mit Europa
zusammenzuarbeiten.
> Der Buhmann bangt> Merkel im Kapitol
Gesellschaft
11. Januar '10
Loki Schmidt wurde 90
Loki Schmidt, die Frau des ehemaligen Kanzlers Helmut Schmidt wurde am 3. März 90 Jahre alt. Sie schaffte es, aus dem Schatten
eines Ausnahmepolitikers herauszutreten. Erst vor drei Monaten wurde Altkanzler Helmut Schmidt 90 Jahre alt. Die Tabula Rasa stellt sein neues Buch Außer Dienst vor.
> Zur Besprechung
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Israel setzt Siedlungspolitik fort
Ungeachtet internationaler Forderungen nach einem Siedlungsstopp hat
das israelische Innenministerium den Bau von 900 neuen Wohnungen im
arabischen Ostteil Jerusalems genehmigt. Israel hatte
Ost-Jerusalem 1967 während des Sechs-Tage-Krieges besetzt und später
annektiert. Nach dem Willen der Palästinenser soll es zur Hauptstadt
eines künftigen eigenen Staates werden.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Politik
11. Januar '10
Steuerstreit in der Union
Dem
Wahlprogramm der Union will die CSU nur dann zustimmen, wenn den Bürgern konkrete
Steuer-Entlastungen in Aussicht gestellt werden. "Ein Wahlprogramm ohne
konkrete, für die Menschen nachvollziehbare Entlastungsschritte bei der
Einkommensteuer ist für die CSU nicht vorstellbar", betonte Generalsekretär Alexander Dobrindt gegenüber dem Handelsblatt.
Die hohe Staatsverschuldung ändert nichts an der Forderung der CSU.
> Ewald Zachmann: Horst Seehofer
Politik
11. Januar '10
Afghanistan: SPD auf der Anklagebank
Der Skandal um den Luftangriff bei Kundus im September weitet sich immer weiter aus. Auch die SPD sitzt nun auf der Anklagebank. Laut einem Fernsehbericht war das Auswärtige Amt von Anfang an
über zivile Opfer informiert. Der damalige Außenminister und heutige
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatte bisher stets erklärt,
lange nichts Einzelnes gewußt zu haben.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Abbas will nicht mehr kandidieren
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will bei den bevorstehenden
Präsidentschaftswahlen am 24. Januar nicht mehr antreten. Das gab der
74-Jährige nun bekannt. Die Entscheidung stehe
nicht mehr zur Debatte.
Ein
politischer Rückzug von Abbas hätte ein Machtvakuum bei den
Palästinensern zur Folge.
> Über die Möglichkeit eines Krieges
Gesellschaft
11. Januar '10
Kita-Streiks werden fortgesetzt
Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen für die kommunalen
Erzieherinnen und Sozialarbeiter wurden die Streiks am Montagmorgen fortgesetzt. Rund 1000 Beschäftigte aus Mainz, Ludwigshafen und Worms beteiligen sich an einer Großkundgebung in Mannheim. Erwartet werden etwa
5000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter aus den Streik-Ländern Hessen,
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erwartet. Auch in
Nordrhein-Westfalen und Sachsen- Anhalt sind Beschäftigte zum
Arbeitskampf aufgerufen.
> Lutz: Rathenow: Warum Vorlesen wichtig ist
Kirche und Religion
11. Januar '10
Buß- und Bettag in Sachsen
Die evangelischen Christen in Sachsen begehen am 18. November den Buß-
und Bettag mit zahlreichen Veranstaltungen. Der Buß- und Bettag gilt
als Tag der Besinnung und des stillen Gebets. Deutschlandweit ist er
nur im Freistaat Sachsen noch ein gesetzlicher Feiertag. Die Tabula Rasa widmet sich der Frage nach der Religion in einer Vielzahl von Aufsätzen, die Sie in der Rubrik Kirche und Religion finden.
Politik
11. Januar '10
FDP im Höhenflug
Laut der wöchentlichen Forsa-Umfrage für „Stern“ und RTL kommt die FDP
auf unverändert 18 Prozent. Allensbach kam für die „Frankfurter
Allgemeine Zeitung“ (FAZ) vom Mittwoch bei der Sonntagsfrage auf knapp
15 Prozent für die FDP. Damit habe die von Guido Westerwelle geführte
Partei in den vergangenen drei Monaten einen Zugewinn von drei Punkten
verbucht, hieß es in der FAZ. Zusammen mit der Union, die bei Forsa auf
34 und bei Allensbach auf 35,6 Prozent kommt, würde es nach der
Bundestagswahl im September für ein schwarz-gelbes Bündnis reichen.
11. Januar '10
Thüringen: Neue SPD-Minister
Bisher gelten die Personalien für die vier Ministerposten der SPD als
sicher. Der Partei- und Fraktionschef der SPD, Christoph Matschie, soll
nach den Plänen seiner Partei stellvertretender Regierungschef und
Kultusminister werden. Der ehemalige Bundesgeschäftsführer der SPD,
Matthias Machnig, soll das Wirtschaftsministerium leiten. Holger
Poppenhäger ist für das Justizministerium vorgesehen, Heike Taubert
soll das Sozialressort übernehmen.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Neuer Ministerpräsident in Israel
Benjamin Netanjahu ist als neuer Ministerpräsident Israels vereidigt
worden. 69 Abgeordnete der Knesset stimmten für das Kabinett unter der
Führung des konservativen Likud-Chefs. Zuvor hatte Netanjahu in einer
Rede vor dem Parlament gesagt, er strebe eine "dauerhafte Übereinkunft"
mit den Palästinensern und Frieden mit der arabischen Welt an. Die
Palästinenserführung reagierte kritisch, da Netanjahu nicht für die
Zwei-Staaten-Lösung warb.
> Peter Scholl-Latour: "Der Islam bietet die Lösung" 
Politik
11. Januar '10
Birthler-Behörde unter Druck
Das Verwaltungsgericht Berlin hat in einem Grundsatzurteil der
Birthler-Behörde nunmehr verboten, Stasi-Unterlagen von einem vermeintlich
Begünstigten des DDR-Geheimdienstes, an Wissenschaftler und Journalisten
herauszugeben. Historiker befürchten, daß damit die Möglichkeiten einer
geschichtlichen Aufarbeitung der Wirkungsweise der Stasi erheblich
eingeschränkt werden könnten.
> Lutz Rathenow: Birthler muss weitermachen
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
Hawking geht in Ruhestand
Der renommierte Wissenschaftler Stephen Hawking hat mit seinen 67 Jahren die Altersgrenze für den
Lehrstuhl, den er 30 Jahre innehatte, erreicht. Nun geht er offiziell in den
Ruhestand. Doch er will an gleich zwei international renommierten
Forschungseinrichtungen weiterarbeiten. In Cambridge wurde er zum Forschungsdirektor der Fakultät für angewandte
Mathematik und theoretische Physik ernannt. Längere Aufenthalte sind am bekannten „Perimeter Institute für Theoretische
Physik“ im kanadischen Universitätsstädtchen Waterloo nahe Toronto
geplant.
Gesellschaft
11. Januar '10
Kampf der freien Geister
Die Studenten haben ihre Proteste an den deutschen Universitäten
ausgeweitet. Mittlerweile haben sie in knapp 20 Städten Hörsäle und
Räume von Hochschulen besetzt. In Berlin demonstrierten rund 1.000 Studenten der Humboldt-Universität
und Freien Universität gegen Mißstände im Bildungssystem. Einige
halten weiter die Audimax-Hörsäle besetzt. In München besetzten am
Mittwoch rund 250 Studenten den größten Hörsaal der
Ludwig-Maximilians-Universität.
11. Januar '10
DDR-Aufbereitung bleibt Bildungsauftrag
„Der Fall der Mauer am 9. November 1989 war ein Sieg mutiger
Bürger“, daran erinnert SPD-Politiker Christoph Matschie, stellvertretender
Ministerpräsident des Freistaates Thüringen und Minister für Bildung,
Wissenschaft und Kultur. Im Vorfeld des 20. Jahrestages des Mauerfalls erinnert
Christoph Matschie an den Mut der Hunderttausenden, die im Herbst 1989 überall
in Thüringen auf die Straßen gingen und friedlich demonstrierten.
> Matschie: „Fall der Mauer war ein Sieg mutiger Bürger“
11. Januar '10
Jubiläumsausstellung "Das Bauhaus kommt aus Weimar" erreicht 66.720 Besucher
Am 05. Juli 2009 beendete die Klassik Stiftung Weimar ihre
Hauptausstellung zum Bauhaus-Jahr 2009 "Das Bauhaus kommt aus Weimar".
In knapp vierzehn Wochen zählte die auf die fünf Ausstellungsorte
Bauhaus-Museum, Schiller-Museum, Goethe-Nationalmuseum, Neues Museum
und Haus am Horn verteilte Ausstellung bis zum 1. Juli 2009 66.720
Besucher. Im Einzelnen wurden in den fünf dezentralen
Ausstellungs-orten bis zum 1. Juli folgende Besuchszahlen registriert: Bauhaus-Museum: 30.181, Schiller-Museum: 15.887, Goethe-Nationalmuseum: 26.510, Neues Museum: 29.483, Haus am Horn: 16.720.
> Mehr dazu lesen Sie hier> Annette Seemann schreibt über den Bauhausarchitekten Adolf Meyer
11. Januar '10
175. Geburtstag von Ernst Haeckel
"Lange, feine Fäden winden sich verschlungen umeinander, scheinen zu
schweben, genauso wie der gewölbte Schirm, von dessen unterem Rand sie
herabhängen – die Medusenzeichnungen Ernst Haeckels sind wahre
Kunstwerke. In kräftigen Farben und exakt bis ins kleinste Detail hat
der Zoologe, der 1865 zum ersten Professor für Zoologie der Universität
Jena berufen wurde, die Meerestiere abgebildet und schließlich als
„Kunstformen der Natur“ veröffentlicht. Dass Ernst Haeckels besondere
Leidenschaft der Meeresbiologie galt, spiegelt sich auch in dem Namen
seines Jenaer Wohnhauses wider – der Villa „Medusa“"
> Mehr dazu lesen Sie hier 
Kunst und Künstler
11. Januar '10
200. Geburtstag von Bartholdy
Um es vorweg zu nehmen: Der 1809 geborene Komponist hat
die Saalestadt nach heutiger Kenntnis nie besucht. So bedeutet der Titel also
nur die Beantwortung der Frage: Welche Rolle spielte seine Musik in den
hiesigen Konzertprogrammen der damaligen Zeit? Diese Frage ist schwer zu
beantworten. Es sind durchgehend nur die Akademischen Konzerte dokumentiert.
> Otto Löw: Felix Mendelssohn Bartholdy in Jena
11. Januar '10
Neue Partnerschaft mit Saudi-Arabien
Wie wichtig die Förderung des internationalen akademischen Austausches für die Fachhochschule Jena ist, zeigt die Kooperationsvereinbarung zwischen der Fachhochschule Jena und dem Kulturbüro des Königreiches Saudi-Arabien. Kulturattaché Prof. Dr. Fahad Ibrahim Alhabeeb und Osama Amin, Koordinator für akademische und kulturelle Beziehungen sowie der Prorektor für Studium und Lehre der FH Jena, Prof. Dr. Burkhart Schmager, unterzeichneten am 11. Februar den entsprechenden Vertrag. Die FH Jena ist die erste Hochschule in Deutschland, mit der das Kulturbüro des Königreiches eine derartige Vereinbarung abgeschlossen hat.
Der Blick in die Welt
11. Januar '10
11. September 2001: Vor acht Jahren kam das Grauen
In den USA wurde am Freitag der Opfer der Terroranschläge vom 11. September
2001 gedacht. Der amerikanische Präsident Barack Obama will in diesem Jahr an einer
Gedenkveranstaltung vor dem US- Verteidigungsministerium nahe
Washington teilnehmen, teilte das Weiße Haus mit. Eine der
entführten Maschinen war damals in das Pentagon gestürzt. Zwei weitere
Passagiermaschinen wurden von den islamistischen Terroristen in das
World Trade Center in New York gesteuert. Bei den Anschlägen starben insgesamt 2976 Menschen.
> Manhood and the 'War on Terrorism'
Politik
11. Januar '10
Schröder plädiert für Zusammenarbeit mit Rußland
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder plädiert für eine enge Partnerschaft mit Rußland. Der SPD-Politiker sieht in einer Kooperation mit dem an Energieressourcen reichen Land eine Chance für Europa, den künftigen Energiebedarf sicher zu
decken. „Ich bin überzeugt, daß große Chancen in der
Zusammenarbeit mit Russland liegen“, so Schröder am Dienstagabend in Potsdam. Schröder ist derzeit Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens Nord Stream, das den
Bau einer Ostsee-Pipeline für russisches Gas nach Deutschland plant.