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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe Letzte Änderung: 17.08.09

Wie das Bauhaus an den Kiosk kam - Universität Erfurt und Klassik Stiftung Weimar kooperieren bei Ausstellung "die neue Linie. Das Bauhaus am Kiosk"

von Pressestelle Klassik Stiftung Weimar

Das Lebensgefühl der dreißiger Jahre steht im Mittelpunkt der Ausstellung »die neue linie. Das Bauhaus am Kiosk«, die die Universität Erfurt und die Klassik Stiftung Weimar ab kommenden Sonntag, 16. August, bis 8. November 2009 im Bauhaus-Museum präsentieren.
Zwischen 1929 und 1943 erschien »die neue linie« im Leipziger Beyer-Verlag als die herausragende Lifestyle-Illustrierte ihrer Zeit. Keine andere Zeitschrift setzte in ihrer Gestaltung die Ideen der typografischen Moderne so konsequent um. Führende Grafik-Designer aus dem Bauhaus wie László Moholy-Nagy und Herbert Bayer prägten das Erscheinungsbild der Illustrierten. Neue Typografie, klare Formen, schnörkellose Schrift, dynamische Diagonalen und dramatische Fotomontagen sorgten für ein auffallendes Erscheinungsbild.
Inhaltlich setzte »die neue linie« auf ein anspruchsvolles Niveau. Literarische Gastautoren wie Aldous Huxley, Gottfried Benn und Thomas Mann lieferten Beiträge. Der Modeteil bildete raffinierte Entwürfe ab, die die elegante Damenwelt der Weimarer Republik ansprachen. Der Schwerpunkt »Schöner Leben« ließ »die neue linie« zu einem Vorläufer heutiger Lifestyle-Illustrierte werden. Aktuelle architektonische Trends stellte u. a. Walter Gropius vor, als vorbildliches Design wurden Bauhausmöbel oder die »Frankfurter Küche« präsentiert.
„Für mich als Kommunikationswissenschaftler ist »die neue linie« der Inbegriff einer Kombination aus der Bauhaus-Moderne und der modernen Publizistik der Weimarer Republik“, beschreibt Prof. Dr. Patrick Rössler, Kurator der Ausstellung, was ihn an diesem Thema umtreibt. „Die 20er Jahre waren die Blütezeit des Zeitungswesens. Nie mehr danach existierten so viele Publikumszeitschriften. Viele davon waren konventionell. Die Ausstellung »die neue linie« zeigt, wie die typographische Moderne ihren Weg ans Kiosk gefunden hat.“ Dr. Ulrike Bestgen, Leiterin des Bauhaus-Museums Weimar, ergänzt: „In Ausstellung und Katalog verbinden sich auf hervorragende Weise die akribische kommunikations-wissenschaftliche Analyse der »neuen linie« mit der profunden Beschreibung der zeit- und kulturgeschichtlichen Kontexte jener Zeit. Anschaulich und lebendig wird ein wichtiger Teil der Alltagskultur der dreißiger und frühen vierziger Jahre publikumsorientierten Präsentation vermittelt.“
Die modern aufgemachte Zeitschrift blieb in den Jahren nach 1933 von Repressalien weitgehend verschont, weil sie als schöngeistiges Alibi einer weitgehend gleichgeschalteten Nazipresse diente. Die Grenzen journalistischer Freiheit waren eng, zu keiner Zeit gab es regimekritische Beiträge, aber der völlige Verzicht auf antisemitische Hetzpropaganda war möglich. Mit Kriegsbeginn dominierten militärische Abbildungen die Titelseiten, deutsche Klassik und alte Meister hielten Einzug in die Hefte.
Ausstellung und Katalog, die das wechselhafte Schicksal der Illustrierten beleuchten, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Lehrgebiet Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt, Empirische Kommunikationsforschung (Prof. Dr. Patrick Rössler). Der Katalog wurde seit seiner Erstauflage 2007 ergänzt und überarbeitet und erscheint nun in deutscher und englischer Sprache.
Das Stadtmuseum Weimar stellt aus seinen umfangreichen Sammlungen u.a. Mode der 1930er Jahre zur Verfügung, die den in »die neue linie« vermittelten modernen Lifestyle anschaulich illustriert. Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer und Mies van der Rohe aus der Sammlung des Bauhaus-Museums Weimar stehen darüber hinaus für die exklusiven Wohnideen der damaligen Zeit.
Die Vernissage findet am kommenden Sonntag, 16. August 2009, um 11 Uhr im Bauhaus-Museum statt. Es begrüßt Prof. Dr. Kai Brodersen, Präsident der Universität Erfurt. Nach einem Grußwort von Prof. Dr. Wolfgang Holler, Generaldirektor der Museen der Klassik Stiftung Weimar, spricht Prof. Dr. Patrick Rössler.

Ausstellungsdaten
die neue linie. Das Bauhaus am Kiosk
16. August bis 8. November 2009
Bauhaus-Museum
Theaterplatz | 99423 Weimar
Mo – So 10 – 18 Uhr

Vernissage am 16. August 2009, 11 Uhr,
Bauhaus-Museum Weimar | Theaterplatz | 99423 Weimar
Eintritt frei


Eintritt
Erw. 4,50€ / erm. 3,50€ / Schüler 1 €
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben freien Eintritt

Kuratorenführungen
21. August | 11. September | 30. Oktober | jeweils 19 Uhr
Eintritt: Erw. 3€/ erm. 1€

Vortrag
16. Oktober 2009 | 19 Uhr
Elke Beilfuß: Das Bauhaus und die neue Frau
Ort: Bauhaus-Museum Weimar
Eintritt: Erw. 3€/ erm. 1€

Katalog
Patrick Rössler
The Bauhaus at the Newsstand / Das Bauhaus am Kiosk
die neue linie 1929 – 1943
Großformat, 160 Seiten, ca. 400 Abb.
ISBN 978-3-86678-282-2
Erhältlich an der Museumskasse: 25€

Besucherinformation
Markt 10
Tel 03643 | 545-400
Fax 03643 | 419816
info@klassik-stiftung.de
http://www.das-bauhaus-kommt.de/die-neue-linie.php

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