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| Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe | Letzte Änderung: 22. August '09 |
von Andreas Artmann
Präventive Schutzmaßnahmen für Menschenrechtsverteidiger in Rußland
fordert die Gesellschaft für bedrohte
Völker (GfbV) während zweier Mahnwachen zum Gedenken an die ermordete
Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa am Sonntag in Berlin und München.
"Wir appellieren mit dieser Menschenrechtsaktion dringend an
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier, nicht
erst zu reagieren, wenn wieder ein Mord passiert. Bitte stellen Sie sich jetzt
vor die mutigen Menschenrechtler in Russland und Tschetschenien und verlangen
Sie über jeden noch so kleinen Vorfall Aufklärung von russischer Seite", sagt
Sarah Reinke, GfbV-Referentin für die GUS-Staaten, in Berlin. Die Bedrohung von
Menschenrechtlern in Russland sei unerträglich. Die Ängste von Mitarbeitern der
russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL, die offensichtlich beschattet
werden, weil Wagen mit abgedunkelten Scheiben vor ihren Wohnungen stationiert
seien und ihnen überall hin folgten, müssten unbedingt ernst genommen werden.
Zu den Mahnwachen hat MEMORIAL Deutschland gemeinsam mit der GfbV, Reporter
ohne Grenzen (RoG), Amnesty International (ai) und dem Deutsch-Russischen
Austausch aufgerufen.
"Mord ist der letzte Schritt in einer langen Kette von Schikanen gegen Menschenrechtsverteidiger
und Bürgerrechtler in der Russischen Föderation", sagt Reinke. Willkürlich
würden gegen Organisationen wie den Verband für russisch-tschetschenische
Freundschaft (Nischnj Nowgorod) Prozesse angestrengt, um ihre Arbeit lahm zu
legen. Menschenrechtler würden tätlich angegriffen wie der Leiter der
Organisation "Für Menschenrechte", Lew Ponomarjow, der am 1. April
2009 von Unbekannten zusammengeschlagen
wurde. Oder Aktivisten würden wie in den schlimmsten Sowjetzeiten in
psychiatrische Anstalten eingewiesen.
Dieses Schicksal hätten beispielsweise
Vadim Charuschew (St. Petersburg) oder Larisa Arap (Murmansk) erleiden müssen.
"Nur wenn auch diese weniger Aufsehen erregenden Schikanen Empörung hervorrufen
und von unseren Politikern verurteilt werden, werden Appelle der
Bundesregierung wie nach den Morden an Anna Politkowskaja, Natalja Estemirowa
oder Sarema Sadulajewa ernst genommen", betont Reinke.
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