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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe Letzte Änderung: 21.10.09

Zum 200. Geburtstag von Goethes »Wahlverwandtschaften« – Peter Stein liest aus dem zweiten Teil des Meisterwerks

von Saskia Helin

Am Samstag, dem 07. November 2009, 19 Uhr, laden die Klassik Stiftung Weimar und der Sonderforschungsbereich 482 »Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800« anlässlich des 200. Geburtstages von Goethes »Wahlverwandtschaften« in den Festsaal des Stadtschlosses Weimar. Der bekannte Theaterregisseur Peter Stein liest die Kapitel 10 – 18 des Zweiten Teils des Romans. Den Ersten Teil der »Wahlverwandtschaften« hatten die Schauspieler Jutta Lampe und Hanns Zischler bereits im Juli im Weimarer Stadtschloss vorgetragen. Der Roman hat die zeitgenössischen Leser gleichermaßen fasziniert wie verstört. Nie habe man »so enthusiastisch, so gescheit und so dumm und absurd über etwas sprechen hören, als über diesen Roman, und nie sind die Buchhändler so bestürmt worden«, erfährt Goethe im Februar 1810 von einer Freundin aus Wien. Bis heute haben die »Wahlverwandtschaften« nichts an Faszination eingebüßt. Die genaue Schilderung zwischenmenschlicher Beziehungen, die experimentelle Darstellung sozialer Konflikte und ein feines Gespür für geschichtliche Umbrüche machen den Roman bis heute zu einem Musterbeispiel für das, was Literatur zu leisten vermag.
In Zusammenarbeit des Sonderforschungsbereichs 482 »Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800« der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Klassik Stiftung Weimar, der Goethe-Gesellschaft in Weimar und des Theaterhauses Jena wurde das Werk in den letzten eineinhalb Jahren auf vielfältige Weise vergegenwärtigt: durch eine Ausstellung im Goethe-Nationalmuseum, die die Entstehung des Romans im Kontext der Zeitgeschichte, der Biografie sowie der Naturforschung Goethes beleuchtete, durch eine interdisziplinäre Ringvorlesung, die das poetische Experiment und die Spannungen des Werkes fächerübergreifend untersuchte, zudem durch eine wissenschaftliche Tagung, die an Details der Erzählkunst zu neuen Einsichten in das Ganze des Werkes und seiner Komposition kam. Die Ergebnisse sind in dem von Helmut Hühn herausgegebenen Sammelband »Goethes ›Wahlverwandtschaften‹. Werk und Forschung« nachzulesen, der im Frühjahr des nächsten Jahres im Verlag Walter de Gruyter erscheinen wird.
Auch die »Steinsche Lesung« findet im Rahmen des Projektes »200 Jahre Goethes Wahlverwandtschaften. 1809 - 2009«. Durch öffentliche Lesungen bekannter Persönlichkeiten wird der ganze Roman gegenwärtig und im Hören auf neue Weise erfahrbar. Vorgelesene Literatur, das betonte schon Goethe, regt wie keine andere Kunstgattung die Einbildungskraft und das Nachdenken an, gewährt einen Genuss für Geist und Sinn. Der Autor selbst hatte, wie seine Gesprächspartner mitteilen, bereits im frühen Stadium der Konzeption ganze Partien seines Romans druckreif erzählen können. Die ersten Hörer seiner Leseproben und Leseabende berichten, wie die »Wahlverwandtschaften« sie in ihren Zauberkreis gezogen haben: »Ich gäbe was darum, wenn er Dir’s vorläse. Er hat uns glücklich gemacht.« (Henriette Knebel)

Veranstaltungsdaten
»Heut Abend führ’ ich…meine Geister wieder vor« - Lesung aus Goethes »Wahlverwandtschaften«

07. November 2009, 19 Uhr: Peter Stein liest aus Goethes »Wahlverwandtschaften«, Teil 2, Kapitel 10 – 18
Stadtschloss Weimar, Festsaal
Burgplatz 4 | 99423 Weimar
Eintritt: 12 € | erm. 8 €

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