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| Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe | Letzte Änderung: 13. November '09 |
von Julia Glesner
Die Kunst von Alexander Olbricht und Marcus Behmer hat nicht
nur zahlreiche Freunde in Weimar und Thüringen. Liebhabern der Graphik gelten
die beiden Künstler überregional als Geheimtipp. Der aus Breslau stammende
Alexander Olbricht (1876 - 1942) begann sein Studium an der Kunstakademie in
Breslau bei Carl-Ernst-Morgenstern und studierte anschließend an der
Großherzoglichen Kunstschule in Weimar bei Theodor Hagen von 1899 bis 1904 in
der Landschaftsklasse. Der Ilmstadt blieb er sein Leben lang verbunden, in der
Merketalstraße steht heute noch sein Atelierhaus. Neben Weimar und Umgebung entstanden
auch Landschaftsbilder auf Reisen mit Motiven von Mecklenburg und dem Elbtal.
Bevorzugt waren das Medium der Zeichnung und der Druckgraphik.
Der zunächst freischaffende Künstler wurde 1920/21 zum
Professor in der Zeichenklasse an der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst
(1930 vereinigt mit den Hochschulen für Baukunst und Handwerk) berufen. 1935 wurde
er aufgrund von Vorwänden entlassen. Die Folge davon waren Depressionen und
zeitweilige Stagnation seiner Schaffenskraft. 1942 verstarb der trotz allem bis
zuletzt produktive Künstler.
Die Nachfahren bewahren einen umfangreichen Nachlass. Die
Klassik Stiftung Weimar durfte für die Graphischen Sammlungen 150 der hervorragendsten
Werke auswählen. Die Gemeinschaft der Nachfahren und Erben von Alexander
Olbricht haben in vorbildlicher Kooperation die musealen Bemühungen
unterstützt.
Landschaftsmotive von Weimar und Umgebung, Mecklenburg und
der Elbe sind mit zentralen Werken vertreten. Bedeutendster Zyklus ist die
Serie "Der erste Schnee", 37 Zeichnungen, die anhand Weimarer
Landschaften die Seelenzustände des Künstlers und der Zeit subtil spiegeln.
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek erwarb ergänzend 88 Bücher aus dem Nachlass
von Alexander Olbricht, darunter prominente bibliophile Editionen auch seines
Künstlerfreundes Marcus Behmer (1879 - 1958).
Vom 12. Mai bis 30. August 2010 zeigt die Klassik Stiftung Weimar im Schiller-Museum
die neuerworbenen Schätze. Parallel sind gleichfalls Arbeiten im Stadtmuseum zu
sehen, wo das Interieur des Künstlerateliers Olbricht einen Höhepunkt der
Dauerausstellung darstellt. Die Ankäufe unterstützte großzügig der Verein der
Freunde und Förderer der Kunstsammlungen zu Weimar.
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