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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe
Letzte Änderung: 23. Dezember '09
von Saskia Helin
In Erwartung und Vorbereitung auf das Liszt-Jahr 2011 konnte
die Klassik Stiftung Weimar mehrere Briefe und künstlerische Darstellungen zum
Sammlungsschwerpunkt Liszt noch vor Jahresende erwerben. Dazu gehören 22 Briefe
der Lebensgefährtin Franz Liszts, Carolyne von Sayn-Wittgenstein, und 11 Briefe
ihrer Tochter Marie (verh. Fürstin Hohenlohe-Schillingsfürst) an den Maler
Wilhelm von Kaulbach und dessen Frau in München. Die Mehrzahl der Briefe stammt
aus den Jahren 1856 bis 1859, der gemeinsam mit Liszt verbrachten Lebenszeit in
Weimar. Sie zeugen von der Bewunderung der Briefschreiberinnen für das
malerische Werk Kaulbachs, schildern aber vor allem auch das künstlerische
Leben in Weimar, die Arbeit Liszts an seinen Kompositionen, seine Konzerte und
Aufführungen.
Zu den Neuerwerbungen zählt auch das aus der Liszt-Ikonographie bekannte
Aquarell »Wie sich Franz Liszt in Wien zum Festessen hergeben muß« des mit
Heinrich Heine befreundeten Johann Peter Lyser (siehe Abbildung). Bei einem
weiteren Ankauf handelt es sich um ein fünfseitiges eigenhändiges Manuskript
des elsässischen Publizisten und Schriftstellers Alexandre Weill. Unter dem
Titel »Liszt« bietet der Text eine amüsant scharfzüngige Beschreibung der
spektakulären Konzerte des Klaviervirtuosen, entstanden wahrscheinlich 1840 in Paris. Neben dem Manuskript
konnten zwei weitere römische Briefe der Fürstin Sayn-Wittgenstein an den mit
Liszt befreundeten Kardinal Ludwig Haynald vom 12. und 18. Januar 1886 in den Liszt-Bestand des Goethe-
und Schiller-Archivs aufgenommen werden. Den Ankauf dieser Briefe finanzierte
die Deutsche Liszt-Gesellschaft (Sitz Weimar).
Die Museen der Klassik Stiftung haben ein nach der Vorlage des Bildhauers
Ludwig von Schwanthaler in Siegellack ausgeformtes Reliefporträt Franz Liszts
aus Privatbesitz erwerben können. Die miniaturhafte Darstellung war einst aus
dem Nachlass von Liszt in den Besitz des Weimarer Hofjuweliers Theodor Müller
gelangt, wie einer alten Beschriftung zu entnehmen ist.
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