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| Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe | Letzte Änderung: 26. Februar '10 |
von Pressestelle Klassik Stiftung Weimar
Die Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar umfassen einen bedeutenden
Bestand an venetischen Zeichnungen des 17. und 18. Jahrhunderts.
Die Kunst
Venedigs faszinierte ganz Europa. Viele Künstler der Lagunenstadt verbrachten
als gefeierte Maler und Zeichner wichtige Schaffensjahre in anderen
europäischen Metropolen. Insbesondere das 18. Jahrhundert, an dessen Ende Venedig seine staatliche Eigenständigkeit verlor,
brachte eine Kunst von unglaublichem Zauber hervor. Die Ausstellung zeigt Werke bedeutender Meister dieser Zeit wie Jacopo Amigoni,
Nicolo Bambini, Bernardo Bellotto genannt Canaletto, Giovanni Antonio Canal
genannt Canaletto, Antonio Molinari, Pietro Antonio Novelli, Giovanni Battista
Piazzetta, Francesco Zuccarelli und Antonio Zucchi. Herzstück der Schau sind
Zeichnungen der Tiepolo-Familie und Tiepolo-Schule, insbesondere von Giovanni
Battista Tiepolo, Giovanni Domenico Tiepolo und Lorenzo Tiepolo. Die Kunst des
venetischen Festlandes, der Terra Ferma, ist mit Bildern von Marco Marcola repräsentiert.
Ein weiterer Höhepunkt sind die zartfarbigen und raffiniert komponierten
Arbeiten von Antonio Maria Zanetti, der im 18. Jahrhundert die Kunst des
Chiaroscuro-Farbholzschnittes in Venedig neu begründete.
Die umfassenden Bestände an venetischen Zeichnungen in den Graphischen Sammlungen
der Klassik Stiftung Weimar haben ihren Ursprung in der Zeit um 1800. Bereits
Goethe hatte sowohl für seine als auch für die herzogliche Sammlung Werke aus
Venetien erworben. In seiner Italienischen Reise würdigt er ausführlich die
»Biberrepublik«, die er am 28. September 1786 erstmals erreichte -- zu einer
Zeit, als noch einige der hier ausgestellten Künstler tätig waren. Friedrich
Schiller hat in seiner Erzählung »Der Geisterseher« (1789) eine der
spannendsten Darstellungen von Venedig gegeben, ohne die Stadt jemals gesehen
zu haben. Venedig war im Weimar der Goethezeit somit umfangreich präsent. Die Erwerbungen Goethes wurden in den
Graphischen Sammlungen bis ins 20. Jahrhundert hinein stets mit großer
Kennerschaft ergänzt.
Eine exklusive Auswahl von rund 50 Arbeiten war bereits vom 13. März bis 26.
April 2009 in Mailand im Castello Sforzesco zu sehen. Anlässlich der Ausstellung
»Der Sammler Goethe und die venetischen Zeichnungen des 18. Jahrhunderts.
Meisterwerke aus den Weimarer Sammlungen« (Goethe collezionista e il disegno
veneto del Settecento. Capolavori dalle raccolte di Weimar«) entstand ein gleichnamiger, zweisprachiger Katalog, der im Officina Libraria Verlag erschienen ist.
Katalog
Der Sammler Goethe und die Venetischen Zeichnungen des 18. Jahrhunderts. Meisterwerke aus den Weimarer Sammlungen
Officina Libraria Verlag, Milano 2009
136 Seiten, ital./dt., 18 Euro
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