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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe
Letzte Änderung: 10. Maerz '10
von Matthias Mieth
Die unerwartet erfolgreiche Ausstellung Gesichter des
Herbstes 1989 in
Jena schließt am Ende der kommenden Woche, also am Sonntag, den 14. 3. ihre
Pforten.
Wer noch eine zusätzliche Anregung braucht, um die
Ausstellung doch noch zu besuchen, der sei herzlich für Donnerstag, den 11.
März um 19.00 ins Stadtmuseum Jena eingeladen: Prof. Klaus Stiebert aus Dresden
spricht in dem Vortrag "Heinrich Böll und das Europa östlich des Eisernen
Vorhangs" über diesen unangepassten Brückenbauer zwischen Ost und West,
diesen großen Freund der in Schwierigkeiten geratenen kritischen
Intellektuellen im "real existierenden Sozialismus".
Für Schriftsteller aus Osteuropa, die vor 1989 in ihren Ländern in Konflikt mit
ihren Regierungen kamen, war er ein unersetzbarer Ansprechpartner, seine
Wohnung oft erster Aufenthaltsort nach der Übersiedlung:
Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, der als Kölner doch viel eher für eine
intensive „Westbindung“ prädestiniert schien.
Zahlreiche Begegnungen Bölls, als Präsident des
Internationalen PEN oft liebevoll „der andere Deutsche“ genannt, mit Autoren in
Moskau, Prag, Warschau, Berlin und Leipzig, nutzte der Westdeutsche zur Hilfe
für die verfolgten Kollegen.
Prof. Klaus Stiebert (Dresden) erzählt an diesem Abend die
Geschichte dieser Beziehung über den Eisernen Vorhang hinweg. Klaus Stiebert
ist langjähriger Vorsitzender des Kuratoriums der Evangelischen Akademie
Meißen.
Die Veranstaltung schließt – drei Tage vor Ausstellungsende
- das Begleitprogramm zur Ausstellung „Gesichter des Jenaer Herbstes 1989“ ab.
Wir arbeiten gegenwärtig intensiv an der umfangreichen
Ausstellungsdokumentation, die erstmals die Jenaer Ereignisse von 1989/90
aufarbeitet. Der Band kann unter der Mailadresse stadtmuseum@jena.de bestellt werden.
Der Eintritt zur Veranstaltung zu Heinrich Böll ist frei.
Sie findet im Rahmen der Bölltage 2010 der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen
statt.
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