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| Erschienen in Ausgabe: No. 12 (2/1996) | Letzte Änderung: 24. Januar '09 |
hg. F. Balke und J. Vogl, Wilhelm Fink Verlag, München 1996, 326 Seiten, 58 Mark
von Stefan Groß
Identität, Differenz, Immanenz und Transzendenz bleiben nicht
nur wie in der scholastisch und idealistischen Philosophie unhintergehbare
Termini der philosophischen Reflexion und Spekulation, sondern
sie werden auch zu nichtwegdenkbaren Schlagwörtern in Zeiten
des Disperaten und Unbegrifflichen. Im Zeitalter der Dekonstruktionen
und Negativitäten, der Verfallszeit religiöser, politischer
und soziokulturell-kommunikativer Seinsentwürfe scheint zumindest
auch die Postmoderne ihren je spezifischen Beitrag zu leisten,
um neue Horizonte des Nachdenkens über Diskontinuitäten
zur Diskussion zu stellen. Das Postulat der Offenheit des Denkens
führt uns zugleich zu einem für die Postmoderne so eminent
wichtigen Denker wie Deleuze, und der Sammelband von Vogl und
Balke, der ganz dem philosophisch breit gefächerten Denken
Deleuzes in all seinen Facetten und Spielarten sich verpflichtet
weiß, scheint durch die Aktualisierung des Begriffs der
Differenz eine Thematik aufzugreifen, die sich einerseits das
Denken immer gestellt hat, die das Denken aber andererseits immer
auf den Modus der Einheit, der Identität zurückzuführen
suchte. Nietzsche, Deleuze und die Postmodernen Derrida, Foucault
suchen nicht die Vereinheitlichung des Denkens in einem höchsten
nicht zu hintergehenden Grund, sondern sie attestieren als Spezifika
der Moderne das Fragmentarische und die Metamorphosen.
Der Sammelband, bestehend aus zwanzig Aufsätzen, ist in drei
übergreifend strukturierende Segmente aufgeteilt. Eine angemessene
Abhandlung aller im Sammelband vorgelegten Zugriffe zum Denken
Deleuzes soll hier nicht geleistet werden, vielmehr seien einige
für das philosophische Interesse evidente Denkanstöße
nachskizziert. Während in einem ersten Teil, überschrieben
mit dem Foucaultschen Begriff "Theatrum philosophicum”
das Verhältnis von Deleuze zur philosophischen Tradition,
zu den Philosophen Spinoza, Kant und Nietzsche, diskutiert wird,
rekurriert sich der zweite Teil primär aus Fragen nach dem
Verhältnis von Philosophie, Politik, Unbewußtem. Im
abschließenden dritten Teil "Logik der Sensation”
werden Fragen zur Literatur, Kunst und zum Kino systematisiert.
Wenn eine wissenschaftliche Buchrezension sich als eine Einführung
in die Totalität der thematisierten Felder und Ansätze
versteht, so ist diese Rezension nicht in diesem Sinne zu rezipieren,
da sie lediglich den Spuren des Philosophischen und des philosophischen
Denkens, mithin nur Bruchstücken des Sammelbandes nachgeht.
Die Persönlichkeit Deleuze zu skizzieren heißt, sie
antithetisch zu umreißen. Die Nichteinnehmbarkeit und bewußt
inszenierte Fragmentarität seiner philosophischen Denkkonstrukte
sichert ihm vielmehr in einem Zeitalter der Retrospektiven seine
unbestrittene Valenz. Die Philosophie, wie sie Deleuze thematisiert
wissen will, wird somit nicht zu einem bloßen Spielball
argumentativ-rationaler Unzulänglichkeiten, sondern sie wird
zu einer unmittelbaren Aktualisierung der Lebenswirklichkeit.
Die philosophische Reflexion bleibt nicht bloß faktisches
unbelebtes Wissen, das in seiner permanten 'Nutzlosigkeit', 'Nichtverzweckung'
sich an den Rand des Ursprungs denkt, sondern, und so versteht
Deleuze philosophische Reflexion, als ein sich aus dem Verhältnis
von Denken und Ungedachten-Begreifen. Die sukzessive Integration
und Involvierung des Ungedachten als Konstituens der modernen
Wirklichkeit defunktionalisiert und entmächtigt die absolute
Kognition des "Ich-denke” zugunsten eines permanent
sich ereignenden, die Subjektivität in fragestellenden Außen.
Das "Denken des Außen [...], das in der Selbstgegenwart
des Denkens eine irreduzible Alterität und größtmögliche
Entfernung zu sich selbst erkennt” (5), wird zum Dekonstruktivum
des Denkens, das diesen Anstoß nicht denken kann. Das "Denken
des Außen” ist die nichteinzunehmende Objektivität
(Die Nichteinnehmbarkeit des Außen findet sich schon in
der Konzeption des Anderen, wie sie explizit Grisebach formuliert
hat. Vgl. dazu Kodalle, K. M., Schockierende Fremdheit, Nachmetaphysische
Ethik in Weimarer Wendezeiten, Wien 1996.), die als absolute Macht
mein eigenes Sein permanent relativiert und meine Entwürfe
destruiert. "Das Außer-Philosophische wurzelt also
tiefer im Inneren der Philosophie als die Philosophie selbst,
und was nicht gedacht werden kann, dennoch zum Denken nötigt
und einen Taumel ins Cogito eingeführt, ist Immanenz.”
(6f.) Die Anfänglichkeit des Ursprungs der Philosophie ist
also faktisch nicht mehr von einem Unbedingten, unbewegten Beweger
her zu denken, sondern immer schon durch die Differenz stigmatisiert.
Die Philosophie tritt somit aus dem Rahmen metaphysischer Begründungszusammenhänge
heraus und fungiert nunmehr als Kritik an den Wertsetzungen. So
kann denn auch Deleuze dezidiert formulieren: "Die Philosophie
läßt sich nicht auf ihre Geschichte reduzieren, weil
sich die Philosophie von dieser Geschichte stets losreißt,
um neue Begriffe zu erschaffen, die wieder in Geschichte verfallen,
aber nicht von ihr herkommen? Ohne die Geschichte bliebe das Werden
unbestimmt, bedingungslos, aber das Werden ist nicht geschichtlich.”
(8)
Die von Deleuze avisierte Aufhebung des dogmatisch-verbrämten
Denkens durch das Ungedachte, durch die Immanenz kulminiert letztendlich
in der Absage an tradiert überlieferte Kognitions- bzw. Wahrheitsansprüche
klassischer Metaphysik. Die Universalisierungs- und Letztbegründungstendenz
subjektzentrierter, wie metaphysisch fundierter Philosophiekonzeptionen
wird somit von Deleuze kritisch hinterfragt. Das Sich-selbst-Befragen,
das Sich-selbst-in-die-Negativität-Bringen evoziert eine
Aufhebung des Letztbegründungsanspruchs zugunsten einer Genealogie.
Indem der Anfang der Philosophie von Deleuze immer schon als Differenz
expliziert und thematisiert wird, wird immer schon die metaphysische
Restgröße als Präsenz des absoluten Einen konterkariert
und destruiert. Deleuze versteht Philosophie nicht als sich-selbst-begründenden,
nicht zu hintergehenden Akt der absoluten Selbstsetzung und der
Selbststilisierung der eigenen Wertvorstellungen und Wertmaßstäbe,
sondern als ein Korrespondieren mit der Wirklichkeit. Dem In-sich-Verharren,
der faktischen Selbstkonstitution des Denkens, der prästrukturierten
Mächtigkeit und Unantastbarkeit des Denkens und der durch
jenes geschaffenen Begrifflichkeiten gilt die Deleuzsche Attacke.
Die Philosophie und das durch die Philosophie Überlieferte
sind nur auf die Wirklichkeit übertragbar, sofern sie nicht
als tradierte, nicht zu widerlegende Systeme vorgestellt werden.
Nur, indem das suchende, sich begründen wollende Ich, sich
in diesen Systemen als modernes Ich begreift, als Ich des Scheiterns,
als Ich der nachmetaphysischen Wirklichkeit, und sich als kritisches
Denken in den Grund des tradierten Denkens denkt, um so das längst
Vergangene zu aktualisieren, vermag es die Moderne und sich zu
begreifen.
Es ist die Deleuzsche Intention das Hier und Jetzt als unmittelbare
"begriffslose Differenz” zu denken. Die Intensität
und Mannigfaltigkeit der sinnlichen Wirklichkeit versucht Deleuze
im Gegensatz zum alles Sinnliche strukturierenden und determinierenden
Denken positiv zu setzen. Mit der Überhöhung und permanenten
Setzung der Wirklichkeit als eine das Denken auflösende,
die Selbstgewißheit der Kognition destruierende Konstante
konterkariert Deleuze die Selbstinszenierung des sich wissenden
Subjekts. Das Denken in seiner Willkür und permanenten Präsenz
zu destruieren, skizziert das philosophische Programm Deleuzes.
Die Rettung des Sinnlichen vor der restriktiven und destruktiven
Macht eines alles vernutzenden und ver-zweckenwollenden Denkens,
die Arroganz des Sinnlichkeit denkenden Denkens zu destabilisieren,
rekurriert Deleuze auf das in der Sinnlichkeit selbst transparente
Unendliche, das sich durch seine Protentionen und Retentionen
permanent dem Zugriff des Denkens entzieht.
Prägant umreißen die Herausgeber Balke/Vogl die Prämissen
Deleuzscher Philosophie, wenn sie schreiben:
"[...] ein Ungedachtes im Denken, das einer rechtmäßigen
Ohnmacht im Denken selbst gleichkommt; ein Denken der Immanenz,
das die Philosophie als das Unzeitgemäße ihrer Geschichte
begreift; ein Empirismus, der den Zusammenhang der Dinge von der
Mitte her nimmt und jede Gleichförmigkeit von Denken und
Sein unterbricht; eine Ästhetik der Defiguration, die über
Darstellungen und Formen hinweg ein subrepräsentatives Feld
von Kräften, von Affekten und Perzepten freilegt; und ein
bildloses Bild des Denkens, das die Philosophie aus ihrer Doxa
heraustrennt und das Nicht Philosophische schließlich als
'Lehre des Unlehrbaren' ins Zentrum der Philosophie stellt. (13)
Deleuze attackiert Hegels Konzeption der "Identität
der Identität und Nichtidentität” und entlarvt
die Differenz dabei als allein auf das Identische reduziert. Die
Reduktion der Differenz als bloße Modifikation des Systems,
als nur negatives, antithetisches Prinzip, wie es Hegel, so Deleuze
postuliert, vermag die Totalität des Systems nicht zu destruieren,
noch zu aktualisieren. Der Differenz als bloß antithetisches
Moment bleibt letztendlich das versagt, was die absolute Differenz
zu leisten vermochte - die absolute Infragestellung der Totalität.
Auch bei der noch so geschickt inszenierten Entgegensetzung eines
Seins in sein Anderes (Hegel), die das Sein als Anderssein qualifiziert,
bleibt doch das Andere immer im Hegelschen Kreis gefangen und
wird durch die positiv-Aufhebung des dialektischen Prozesses als
bloßes Moment der Dialektik seiner alles destruierenden
Macht beraubt. Deleuze ist bei weitem nicht der erste revolutionäre
Denker, der die Differenz in ihrem Eigensein, in ihrer Eigenkontinuität
und Mächtigkeit zu ergründen sucht, vielmehr stellt
er sich in die Tradition der Philosophie, um das dort Gedachte,
wenn nicht zu Ende, so doch weiter und aktualisiert zu denken.
Es ist nicht die Denunziation einer bestimmten Philosophie, die
Deleuze anstrebt, vielmehr etabliert er eine Strategie, die die
Philosophie durch radikale Widersprüche in die Eigentlichkeit
der Philosophie zurückbringt. "Ein soziales Feld definiert
sich nicht durch seine Widersprüche, es existiert vielmehr
in dem, was ihm unaufhörlich entgleitet, also in der Gesamtheit
seiner Fluchtlinien; und die Gesellschaft ist etwas, das leckt,
finanziell, ideologisch, es gibt überall Leckstellen.”
(17)
So sieht Deleuze die Aufgabe der Philosophie unter anderem darin,
sich von "dem philosophiehistorischen Opportunismus”
loszureißen. Dieser sich permanent neu begründende
Anfang der Philosophie, dieses Immer-währen-Sich-bewähren
initiiert eine unmittelbare Ursprünglichkeit und damit eine
Offenheit der philosophischen Spekulation. Die Philosophie wird
daher nicht auf ein bloß faktisches, traditionelles Überliefern
reduziert, sondern sie steht in der Unmittelbarkeit der aktuellen
politisch sozialen Diskussion. Es geht Deleuze, wie Balke und
Vogl explizit hervorheben, um die Aktualisierung und permanente
Infragestellung philosophischer Systeme. "Freilich verlaufen
die Zonen der Diskontinuität nicht immer zwischen den philosophischen
Autoren oder ihren Werken, sondern viel häufiger durchqueren
sie beide und produzieren eine Wirkung, die die geläufigen
Vorstellungen über das Wesen der Metaphysik, dem die Philosophie
seit ihrer platonischen Ausrichtung verfallen sein soll, unterminiert.”
(17) Die Kontinuität der philosophischen Reflexion in die
Unbeständigkeit der Offenheit hinzuführen, das Zirkuläre
einer in sich gefangenen Immanenz zu destruieren, die das Andere,
Fremde letztendlich in das Immer-selbe integriert und so die Philosophie
zu einer bloßen Bestimmung des immer-schon Bestimmten und
Gewußten degradiert, ist die von Deleuze angestrebte Intention.
So wird Deleuze und sein philosophisches, gegen die philosophischen
Konventionen gerichtetes Denken zu einem unhintergehbaren Gradmesser
der Moderne. Die Diskontinuität als Paradigma moderner Reflexion
wird für Deleuze zum alles beherrschenden, die Wirklichkeit
beunruhigenden Faktor, der die Wirklichkeit in ihrer Präsenz
permanent destabilisiert.
Der von Deleuze und Guatteri selbst geprägte Begriff der
"Geophilosophie” fungiert als begriffliche Artikulation
eines Denkens, das gegen die Tradition der Kognition antritt.
Die "Geophilosophie” konterkariert und attackiert alle
traditionell modifizierten Redundanzen und Subjektivitätsresistenzen
und setzt der Totalität des Denkens ein Denken in Differenzen,
ein Denken entgegen, das ein Nicht-identisch-sein von Begrifflichkeiten,
Begriffe lediglich als Fragmente denkt.
Durch den Begriff der Immanenzebene, der selbst kein Begriff ist
und als das Innere des Denkens selbst ein Außen ist, als
Begriff-Nichtbegriff, der alle Begriffe modifiziert und sie in
ihrem An-sich destruiert, versucht Deleuze einen Gegenbegriff
zur Transzendenz zu sehen. Die Immanenzebene fungiert faktisch
als nicht zu hintergehende Metaebene der philosophischen Begriffe,
die jene, den Begriffen immer schon immanente Machtstruktur destruiert
und defunktionalisiert. Die Immanenzebene, die sich aber im philosophischen
Milieu als produktive Negativität etabliert und definiert,
ist das die Philosophie begründende Tiefere der Philosophie.
So tendiert und kulminiert die philosophische Denkintention Deleuzscher
Prägung in einer Neufundierung und Neuinterpretation der
philosophischen Reflexion. Die Resistenz des Nicht-Philosophischen
wird somit für Deleuze zum alles grundierenden Gedanken,
"gegen die ewige Versuchung der Begriffe, sich aufzurichten
und eine Transzendenz geltend zu machen [...], die reine Ebene
des Denkens wiederzugewinnen, auf der die Begriffe ihre perzeptiven
und affektiven Kräfte ausspielen können. Die Begriffe
tendieren immer dazu, die Ebene zu verlassen, wenn sie sich die
Immanenz, das grenzenlose All-Eine, anzueignen, in sich einzuschließen
versuchen und auf diese Weise transzendente Universalien erzeugen.”
(21) Selbst die Explikation der Immanenz als Nicht-Begriff/Begriff
muß destruiert werden, die Immanenz ist kein Gegenstand
irgendeines Begriffs, sondern die Immanenz ist das kreative Nichts,
das als absolutes Außen das Etablierte, das Systemhafte
und Wahrheit setzende Transzendente desauviert und das Nichtidentische,
das Undenkbare, das Nutzlose und Nicht-Zweckrationale gegen das
traditionelle logische Denken setzt, das so aus der Immanenz des
sich selbst Wissens, des selbst Gesetztseins, die Morgenröte
des neuen Denkens entfesselt. Die Kontingenz ist kein zu reduzierendes,
sondern ein unhintergehbares Faktum des Irreduziblen. Die Philosophie
wird somit selbst zum Spiel der Antipoden.
Für die Frage nach dem "philosophischen Feld” ist
Deleuze Text aufschlußreich. "Es unterscheidet sich
von der Erfahrung, sofern es nicht auf ein Objekt verweist und
nicht einem Subjekt zugehört (empirische Vorstellung).”
(29) Das transzendentale Feld ist, so Deleuze, ein Prä-reflexiv
des Bewußtseins, es ist der Zustand des Ichlosen Bewußtseins.
Deleuze postuliert einen "transzendentalen Empirismus”
der sich aber fundamental vom rein affektiven unterscheidet. "Mangels
Bewußtsein muß sich das transzendentale Feld als eine
reine Immanenzebene definieren, da es sich jeder Transzendenz
des Subjekts wie des Objekts entzieht.” (30) Das In-sich-sein
der Immanenz als Nicht-Subjekt und Nicht-Objekt sichert ihr ihre
Absolutheit. Deleuze verweist hier auf Fichte und definiert das
transzendentale Feld als ein Leben, das weder von einem Subjekt
noch von einem Akt abhängt, sondern als ein "absolutes
unmittelbares Bewußtsein, das selbst in seiner Tätigkeit
nicht mehr auf ein Sein verweist, sondern sich fortwährend
in einem Leben setzt.” (30) Das "transzendentale Feld”
wird für Deleuze zu einem Synonym der Identiätslosigkeit
und Nichtindividualität. Es wird vielmehr als ein "Netz
präindividueller Singualitäten” (87) aufgefaßt,
als ein Vor-Nicht-Ich, "Ante-Ich”. Auf diesen Desubjektivierungs-
und Entindividualisierungsprozeß als reinem Destruktionsprozeß,
so Rogozinski, muß eine "Re-Konstruktion” folgen.
"Man muß auch die Individuationsweisen beschreiben,
die es dem präindividuellen transzendentalen Feld erlauben,
die Identität empirischer Individuen zu konstituieren.”
(87) Diese Rekonstruktion allerdings wird von Deleuze, so Rogozinski
gelöst und endet im Deleuzeschen Desaster, das Ich aus dem
Ante-Ich zu konstituieren, da das Ante-Ich auch Ich ist. Selbst
die Verlagerung des Ante-Ich in ein Anti-Ich, mithin die absolute
Destruktion der Identitäten endet in der Aporie, in der Schizophrenie.
"Das Cogito entzieht sich der Alternative von Sinn und Unsinn,
Vernunft und Wahnsinn. Es dekonstruiert die strikte Trennung zwischen
Parano und Schizo, zwischen Ich und Anti-Ich und zwingt letztlich,
den affirmativ-differentiellen Gebrauch der Synthesen - für
den gilt: Ich ist ein anderer - zusammenzudenken mit ihrem negativ-identitären
Gebrauch, der bewirkt, daß dieser andere immer noch Ich
ist.” (89)
Die Eigenständigkeit der Philosophie Deleuze und deren Verhältnis
zum englischen Empirismus Humes untersucht Bruce Baugh in einer
eigenen Studie. Es ist ja geradezu Deleuzes Intention, den Empirismus
gegenüber dem Idealismus, oder idealisierenden, den Empirismus
destruierenden Setzungen zu bewahren. Deleuze votiert für
eine Anerkennung der empirischen Mannigfaltigkeit. Der Begriff
des Empirismus suggeriert daher eine permanente Differenz und
Differenzierung. Der Empirismus konturiert die Offenheit differenter
Vielheiten, die permanent die geistigen Kognitionen destruieren.
Daher wird der Empirismus zu einem Differenzmuster, das sich nicht
in Schemata denken läßt, sondern das in seiner permanenten
kontinuierlich/wie destruktiv verlaufenden Aktualität das
Denken in seinen Kategorien desauviert und konterkariert, ja die
"Wiederholung des gleichen” (36) erst möglich macht.
Die Sinnlichkeit offenbart die Differenz. "Das Sinnliche
als die Wirklichkeit einer spezifischen Aktualisierung bleibt
dem Begriff äußerlich; der Begriff bestimmt die Äquivalenz
unter den Aktualisierungen (sie alle sind Aktualisierungen desselben
Begriffs), das Sinnliche ist der Grund der Differenz.” (35)
Gegen Kant und Hegel insistiert Deleuze auf die Selbständigkeit
der Sinnlichkeit als eine sich selbst bestimmende Bestimmtheit.
Das Sinnliche repräsentiert nicht die Möglichkeit sondern
die Wirklichkeit. Die Sinnlichkeit fungiert bei Deleuze als differente
Restgröße der Bestimmbarkeit. Die Differenz als Empirie
wird so zu einem konstitutiven Movens der Erkenntnis. "Das
Empirische ist der Effekt von Ursachen, die nicht mehr und nicht
weniger Wirklichkeit als es selbst besitzen, Ursachen, die im
Effekt, durch welchen sie erfahren werden, so sehr als immanente
und gänzlich manifeste erscheinen, wie Spinozas Gott seinen
Attributen vollkommen immanent ist.” (36) Das Sinnliche als
Aktualität wird von Deleuze als begriffslose Differenz qualifiziert.
"Weil es für jedweden Einzelfall die empirische Aktualität
des Hier-und-Jetzt ist, die ihn gegenüber anderen Einzelfällen
auszeichnet, ist die empirische Aktualität das Apriori jeder
Mannigfaltigkeit, einschließlich auch des empirisch gegebenen;
sie ist derart die empirische und apriorische Bedingung des Bereichs
empirischer Erfahrung.” (38)
Deleuzes Begriff des höheren Empirismus setzt sich kritisch
von der Kantischen "transzendentalen Deduktion” ab,
die auf ein Nicht-empirisches Reich des Transzendentalen rekurriert.
Der Begriff als zeitloses Apriori kann letztlich, so Deleuze,
nie adäquat für die Aktualisierung empirischer Erfahrung
sein. Die im Begriff ausgedrückte Möglichkeit ist der
Erfahrung nie vorgängig, sondern als abstrakte Möglichkeit
ist der Begriff "nur eine Rückbewegung des Wahren.”
(45) Die Begrifflichkeiten vermögen als bloße Möglichkeiten
nicht Wirklichkeiten zu sein. Sein Vor-weg ist lediglich über
den zeithaften Umweg erkauft. Das Prä des Empirischen, das
Deleuze postuliert, findet er im höheren Empirismus, der
nicht die Erfahrungen verallgemeinert, sondern zu den Bedingungen
von Erfahrungen schreitet, die nicht allgemein sondern empirisch
konkret sind. "Die Bedingungen von Erfahrungen sind selbst
aktuell, nicht möglich, sie sind kontingent, nicht notwendig,
eher partikular als universal: das Reale geht dem Möglichen
voraus und bedingt es. [...] Denn reale Ursachen sind keine universalen
und apriorischen Regeln, welche die Wirkung lediglich derart in
Anwendung bringen würde, wie ein Exemplar eine Art verkörpert;
sie sind vielmehr genauso bestimmt und partikular wie die Wirkung,
welcher reale Ursachen koextensiv sind: die Bedingungen sind niemals
allgemeiner als das Bedingte.” (47)
Das je vereinzelte Ding präsentiert sich nicht nur als Singularität
mit je singularem Gehalt, aufgrund seiner mutiblen Seinsursachen
jedoch als eine "virtuelle Vielheit.” Die Differenz
der Aktualisierungen ergibt sich für Deleuze nicht nur aufgrund
der bloßen "Diesheit des Aktuellen, sondern erst durch
die differierende ursächliche Geschichte jedweder Aktualität,
die aus dem Dieses eine singuläre virtuelle Mannigfaltigkeit
macht. Wenn nun die Singularität dieser Aktualität eine
Funktion ihrer historischen Genese ist und wenn diese empirische
Aktualität die Grundlage der Mannigfaltigkeit, d. h. die
apriorische Bedingung von Begriffen sensorischer Vielfalt stellt,
dann folgt, daß apriorische Bedingungen selbst historisch
und aposteriorisch sind.” (50) Es geht Deleuze mit seinem
Votum für den Empirismus letztlich um die Nichtdeduzierbarkeit
und Irreduzibilität des Seins auf Erkenntnis hin. Das Affirmative
des Deleuzschen Empirismus kulminiert im Auf-brechen der Kontinuität
und Identität von Denken und Sein, wie es explizit von Hegel
postuliert worden ist. Die Deterritorialisierung und Desidentifizierung
des Subjekts kulminiert, wie es Deleuze im Anti-Ödipus skizziert,
im sphizophrenen Prozeß.
Dem Anspruch des Immanenzdenkens wird auch Deleuze gerecht, insofern
er nicht nur die Geschichte der Philosophie und insbesondere die
philosophischen Systeme an-denkt, sondern indem er sich in ihr
Inneres denkt. Es ist das In-denken in den Systemen, das Deleuze
avisiert, um von diesem archimedischen Punkt das System zu begreifen.
Nicht die Starrheit und Vorgezeichnetheit der Interpretation eines
Denkers wie Spinoza gilt es für Deleuze zu akzentuieren und
zu aktualisieren, sondern ein Sich-Einlassen auf den dynamischen
Prozeß, die Entwicklung des Denkens "als wäre
es das erste Mal” (56), indem man sich in die Geschichte
dieses Denkens selbst begibt, wird von Deleuze intendiert. Machererey
schreibt: "Einen Philosophen wie Spinoza lesen oder praktizieren
heißt eben die Anzeichen seiner Singularität entziffern
also entdecken, was in seinem Denken das Problem ausmacht.”
(57)
Balke widmet sich in einer eigenen Studie "Fluchtlinien des
Staates” intensiv dem Verhältnis Staat und Deleuze.
Zwei so unterschiedliche Denker wie Kafka und der deutsche Staatsrechtler
und politisch-theologisch orientierte Schmitt, die wie Balke nahelegt,
insofern in Beziehung zueinander treten, als das sie die Frage
nach dem Außen thematisieren, stehen im Mittelpunkt von
Balkes Überlegungen. "Es wird sich zeigen, daß
Franz Kafka und Carl Schmitt gleichermaßen vom Problem des
Endes der klassischen Gestalt des Politischen fasziniert sind
und daß Kafka Schmitts Einsicht in die Romantisierung der
Welt auch außerhalb der Künste dort aufgreift und weiterführt,
wo Carl Schmitt in die verzweifelte Hoffnung auf die Wiederkehr
klassischer Zustände flüchtet, weil er die Dynamik einer
Ordnung fürchtet, die sich des vertikalen Prinzips vollständig
entschlagen und sich der Drift des Zufalls anvertraut hat.”
(151) Es ist daher, so Balke eine Annäherung von Schmitt
und Kafka allein darin zu suchen, inwieweit die Prosa Kafkas,
die in Schmitts Werk explizit formulierten Deterritorialsisierungen
thematisch verarbeitet und der formalen Strukturanalyse Schmitts
im Feld des Literarischen Beistand leistet. Deleuze fasziniert
der Schmittsche Begriff des Occasionellen, der nicht nur die Unterscheidung
klassisch und romantisch konturiert, sondern dem Deleuze seinen
Begriffe des Diagramms als adäquaten Begriff zur Seite stellt.
"Das Diagramm kann man romantisch nennen, insofern es die
Möglichkeit eindeutiger, klarer Unterscheidungen, die das
Klassische definiert, torpediert und in alle sozialen Felder Unentscheidbarkeitszonen
einführt [...]. (151) Der Begriff der occasio, wie ihn Schmitt
in seiner "Politischen Romantik” skizziert, destruiert
als ein, für die Moderne eminenter Begriff, als Begriff der
Auflösung jedwede Möglichkeit einer totalen Repräsentation.
Die occasio funktioniert als eine identitätsauflösende
Macht, die im durch die Destruktion grundierten Feld die Vielheit
von Disperaten aufscheinen läßt und dadurch das Unvorhergesehene
infiltriert. Es ist die Nähe vom Schmittschen occasio Begriff
einerseits und dem Deleuzschen Begriff des Diagramms, die Balke
nachzuzeichnen versucht. Wenn Schmitt auch die "occassionelle
Welt” als Verlust des "onto-theo-logischen Gerüsts”
(156) negativ expliziert, so attestiert er ihr doch eine nichtwegdenkbare
Kohärenz. Die "occassionelle Welt” funktioniert
als "Fluchtlinie”, die durch keine Konventionen und
Dogmata, ohne jedoch dabei ihre Konsistenz zu verlieren in die
unbestimmte Endlichkeit treibt. Den Gegenbegriff zur occassio
findet Schmitt in der causa, der die Welt des Occassionalen nicht
restituieren, "sondern die Unberechenbarkeit in Gestalt des
Wunders, der Durchbrechung der Naturgesetze, als ihr konstitutives
Element zurückgewinnen. Schmitts Kausalismus besteht darin,
die Abenteuer der occassio wieder einem Willen, einem selbstherrlich
individuierten Sein, oder einem undifferenzierten Untergrund,
Ungrund zu attributieren. (157) Wenn Schmitt die Differenz von
causa und occassio als Gegensätze denkt, so versucht sie
Kafka konsequent als Differenz zu denken. Wie Schmitt den Begriff
des Occassionellen als Begriff des Romantischen denkt, so verweist
Deleuze mit seinem Begriff des Diagramms auf die Moderne. Die
Macht funktioniert für Deleuze nicht mehr als autoritäre,
repräsentative, sondern ihre Wirksamkeit und Wirklichkeit
gewinnt sie im "Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen”.
(170) Der Begriff des Diagramms wird zu einem Begriff, der die
Nichtlokalisierbarkeit der Macht thematisiert. Das Deleuzsche
Diagramm defiguiert die Repräsentation der souveränen
Subjektivität und des omnipotenten Absoluten, auf die Schmitt
in seiner "Poltischen Theologie”geradezu paradigmatisch
rekurriert.
Der Aufsatz von Hesper "Kristalle des Lebens” thematisiert
das Verhältnis von Vitalität und philosophisch-literarischer
Produktivität. Der Negativität des Seins stellt Deleuze
die Vitalität der künstlerischen Produktivität
gegenüber. Der Akt des Schreibens wird als Vitalisierung
und Inszenierung des Lebens begriffen. Deleuze "plädiert
für eine empirische Theorie der Selbstorganisation.”
(288) Nicht das transzendente, sondern das immanente Lebensprinzip,
wie Hesper hervorhebt, ist das Prinzip der Organisation der Subjektivität
im Sinne Deleuzes. Die Differenz und Ambivalenz von Sein und Tod,
von unmittelbarer Wirklichkeit und künftiger, zeitiger Frist
kreativ in eine die Vergänglichkeit transzendierende Produktivität
zu transformieren, stellt Deleuze Philosophie, so Hesper in das
Erbe der Lebensphilosophie eines Schopenhauer, Nietzsche und Mann.
Hesper stellt den deutschen Schriftsteller Mann als einen Denker
der "Identität der Gegensätzlichkeiten” (288)
dem Denker der Differenz Deleuze gegenüber. Die Ambivalenz
von Vitalität und Niedergang sucht Hesper in den Werken Manns
und Deleuzes nachzuzeichnen. In den Buddenbrocks wird die Konfrontation
von einerseits Konvention und andererseits Vitalität konkret
manifest. "Der Sirenengesang des Todes ruft zur Rückkehr
in eine egalitäre, anorganische Welt ohne Differenzen, zur
Aufhebung der Individualität und der Individuation.”
(290) Der Tod als der permanent Sich-Ereignen Könnende als
'Einbruch der Endlichkeit' konturiert und examiniert das Bewußtsein
durch seine aktuale Präsenz. Vitalität und Tod werden,
wie Hesper hervorhebt nur durch die Präsenz des Einen im
Anderen als ein Wechselspiel begriffen. "Krankheit ist beschleunigter
Verfall, aber auch eine andere Individuation, eine Sichtbarmachung
von Zeitlichkeit und insgesamt eine für Literaten ideale
Figur, um etwas über die Ordnung des Lebens auszusagen.”
(292) Aufgrund des Paragimenwechsel in der Medizin des 19. Jahrhunderts,
und die damit verbundene Akzentuierung des Todes als graduelle
nicht absolute Differenz revolutioniert das klassische Todesverständnis
und bricht somit die unhintergehbare Hermetik des Todes zugunsten
einer Transformation des Lebens in den Tod und des Todes in das
Leben auf. So begreift Hans Castorp in Manns "Zauberberg”
die Krankheit als eine Form des Lebens. "Das menschliche
Leben ist nicht länger das Besondere eines allgemeinen Gattungsprinzips,
sondern das Besondere des Besonderen.” (296)
Während aber Mann das Geheimnis des Lebens auf ein transzendentes
Prinzip zurückführt, so rekurriert Deleuze auf die "Autopoetizität
des Lebens” (302). Den Rekurs auf das transzendente Ideal
versagt sich Deleuze. Der Deleuzsche Vitalismus ist damit fundamental
vom Mannschen Vitalismus zu unterscheiden. Die Stilisierung der
Selbstüberwindung als Heldentum, wie es explizit Mann formuliert,
wird von Deleuze konterkariert. Vielmehr inauguriert Deleuze die
Unumgänglichkeit eines "anonym-orphischen” (302)
Leben jenseits des Lebens. Deleuze attackiert vielmehr das Leben
der bürgerlichen Geborgenheit, das Mann affirmiert. Während
das Kristall für Thomas Mann exemplarisch eine Allianz von
Regelmäßigkeiten offeriert, einen nicht zu hintergehenden
Diabolismus von Wirklichkeit und Schein, der dialektisch aufgehoben
werden kann, so postuliert Deleuze, so Hesper den Kristall als
Falte es Lebens. "Im Kristall sieht man wie durch das Fenster
des absoluten unmittelbaren Bewußtseins die eigene Ungleichzeitigkeit
oder Zwischen-Zeit.” (302) Der Kristall wird für Deleuze
nicht zum Synonym einer Wirklichkeit, die in einer Überwirklichkeit
aufgefangen werden kann, sondern durch den Kristall wird ein "indefinites
und ununterscheidbares Leben, das simultan zu dem Leben existiert
und doch ungleichzeitig zu unseren bewußten Wahrnehmungen”
(303) systematisiert.
Wenn Vogl und Balke in Anschluß an Foucault "das Ereignis
Deleuze für das philosophischen Denken” (22) als den
Versuch des Aufbrechens der "ewigen Werte, Transzendentalien”
charakterisieren, um es aus der pervertierenden Kontemplation
und Rekapitulation des ewig Gewußten, in die Unmittelbarkeit
des gesellschaftlichen, politischen und sozialen Raumes zu integrieren
und dabei zu aktualisieren, so insistieren sie mit Deleuze auf
das ewige Sich-befreien der Philosophie aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit. Dennoch avisiert Deleuze keine Destruktion
der Philosophiegeschichte durch seine Geophilosophie, sondern
er intendiert eine Offenheit des Diskurses innerhalb der Geschichte.
Dieses Sich-befreien, diese Tendenz des Entfliehens, diese Fluchtlinie
in der Philosophie zu skizzieren, ist zugleich Anlaß und
Thema dieses Sammelbandes, der nicht nur eine gelungene Einführung
in das Denken Gilles Deleuzes ist, sondern zugleich, und dies
in weit höherem Maße, ein kritisches Einfühlen
in die jüngste Philosophiegeschichte evoziert, das den Leser
neugierig auf das Werk und die Person Deleuze als Denker der Immanenz
und der Differenz werden läßt. Mit diesem Band scheint
ein weiterer Bereich der französischen kritischen philosophischen
Spekulation für ein breiteres deutsches Publikum offengelegt
zu sein, durch welchen eine produktive Kommunikation im Zeitalter
der Europäisierung und Völkerverständigung im Zeichen
der Bilateralität und Koexistenz Vorschub geleistet werden
kann.
"Die Kraft einer Philosophie wächst nicht mit ihrer
logischen Kohärenz oder ihrem begrifflichen Reichtum, sie
bemißt sich einzig daran, ob und in welchem Maße sie
noch fähig ist, unserem aktuellen Denken neue Geschwindigkeiten
zuzuführen, statt es in der Anschauuung der ewigen Formen
stillzustellen. Wichtiger als die Gedanken eines Philosophen ist
die Bewegung seines Denkens, die wir als dasjenige erfahren, was
uns zu denken gibt, was uns neue Seh- und Hörweisen ebenso
wie neue Empfindungsweisen verschafft, indem sie das Denken in
eine maximale Entfernung zu dem bringt, was es immer schon gedacht
hat, also zu den Mächten des gesunden Menschenverstandes
und des Gemeinssinns: sich im Denken fremd zu werden.” (24)
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