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| Erschienen in Ausgabe: No. 17 (1/2002) | Letzte Änderung: 26. Januar '09 |
von Stefan Groß
Wolfgang Cramer1 als Philosoph des 20. Jahrhunderts hat unsere Zeit außerordentlich bereichert, obwohl eine Theorie des Absoluten im Zeitalter der analytischen und postmodernen Philosophie auf wenig Interesse im philosophischen Publikum stößt. Cramer bleibt nicht nur dem kantischen Kritischen Idealismus und dem Deutschen Idealismus Fichtes, Schellings und Hegels verbunden, sondern entwickelt darüber hinaus seine eigene philosophische Spekulation, die sich als spekulativ-absoluter Idealismus skizzieren läßt.2 Seine Theorie des Absoluten problematisiert Fragestellungen, die uns im Umfeld unserer Überlegungen zu Krause interessieren. Cramer selbst bezieht sich nirgends ausdrücklich auf Krause, trotzdem drängt sich von der Problemstellung ein Vergleich auf. Dem Thema „Krause und Cramer“ liegen vier Themenschwerpunkte zugrunde. Erstens soll anhand des transzendentalen Ansatzes oder der transzendentalen Ontologie zum Gedanken des Absoluten aufgestiegen werden. Zweitens ist zu zeigen, inwiefern Cramer auf eine deduktiv-absteigende Methode zurückgreift, die ihrerseits aus der Theorie des Absoluten resultiert. Dabei wird dieses Absolute als Bestimmungsgrund aller kategorialen Bestimmtheiten gekennzeichnet. Drittens ist zu untersuchen, wie Cramer auf eine Theorie intersubjektiver Referentialität zurückgreift. Viertens und abschließend wird die Philosophie Cramers im Lichte der Philosophie Krauses interpretiert.
Cramer legt wie Krause seinen
philosophischen Entwürfen einen rein und unmittelbar gewissen
Ausgangspunkt philosophischer Reflexion zugrunde. Für Krause war
es das reine unmittelbare und seiner selbst absolut gewisse Ich3
der Grundschauung Ich.4
Cramer reflektiert ebenso auf einen Ausgang beim Ich,5
verknüpft aber diesen Gewißheitsgedanken systematisch mit
dem ontologischen Argument, welches für Krause erst nachträglich
Relevanz gewinnt. Den Ausgangspunkt der philosophischen Spekulation
liefert für Cramer der Gedanke, daß Ich ist. Der
Gedanke des Ichs ist für Cramer kein fiktiver Gedanke des
abstrahierenden Bewußtseins, sondern ihm korrespondiert
absolute Realität. Anders als bei Krause erweist sich bei Cramer
der Ich-Gedanke als ontologisch legitimiert, eben mit Ist-Anspruch.
Daß sich beide Denker mit dem Evidenzgedanken als
philosophischem Grundgedanken in der Tradition Descartes6
befinden, muß nicht eigens betont werden. Es ist aber ebenso
die Intention Cramers wie schon die Krauses, nicht bei dem Gedanken
„Ich ist“ stehenzubleiben. Dieser Gedanke, der im
weiteren noch präziser bestimmt werden soll, dient dem
philosophischen Fragen Cramers als erste Orientierung. Als
unumstößliches Faktum bildet er das fundamentum,
das durch nichts hinterfragt bzw. negiert oder aufgehoben werden
kann. Durch diesen natürlichen Ich-Gedanken7
wird das philosophische Denken überhaupt erst angeregt. Es
stellt sich, ausgehend vom natürlichen Denken, die Frage nach
der wissenschaftlichen Bestimmung der Philosophie. Als genuiner
Ist-Anspruch zeigt der Ich-Gedanke seine Wirkung im Feld der
Wahrheitsspekulation. Neben die Spezifika der Seinheit, der Wahrheit
und der Evidenz tritt als weiteres Spezifikum die Differenz. Dieser
Terminus erweist sich, was den hier näher zu skizzierenden
analytischen Aufstieg zum Prinzip der Bestimmung, dem Absoluten,
betrifft, als besonders wichtig, denn mit der Differenz kommt das
Moment der Differenzierung zwischen dem Bestimmten an sich8
(Transzendenz) und Bestimmten für es9
(oder: Bestimmten für uns = Transzendentialität) zur
Geltung. Während bei Krause die unmittelbar sukzessiv
transzendentale Selbsterschließung, vom reinen Gedanken
Ich ausgehend, zuerst zur transzendental-phänomenologischen
Erkenntnis (an sich), dann zur
transzendental-phänomenologischen Selbsterkenntnis (in
sich) gelangt, ist es bei Cramer nunmehr die Geltungsdifferenz,
durch die die Differenz zwischen intendiertem Gegenstandsbewußtsein
und dem Ich-Gedanken aufbricht. Mit der geltungslogischen
Differenz sucht Cramer den Ich-Gedanken als Ist-Gedanken
mit legitimiertem Ist-Anspruch nicht einfach auf das jeweilige
individuierte Erkenntnissubjekt einzuschränken, sondern allen
Gedanken, die ein Ich denkt, ontologisch-objektive Gültigkeit
zuzuschreiben. Alle Gedanken und Erkenntnisse, die das kognitive Ich
bezüglich der Wirklichkeit artikuliert, müssen so gedacht
werden, daß ihnen bereits ein allgemeiner Seins- oder
Realitätsanspruch inhärent ist. Vom natürlichen
Ich-Gedanken ausgehend entwickelt Cramer seine transzendentale
Ontologie.10
Er sucht mit der transzendentalen Analytik zweierlei zu beweisen.
Einmal will er dem Topos des Ich-ist-Gedankens objektiv
verallgemeinern, andererseits versucht er zu zeigen, wie das Ich
dabei zum Gedanken der Transzendenz kommt. Der Transzendenzgedanke,
den Cramer hier explizit zur Geltung bringt, unterstreicht ein
Denken, das denkend auf den Gedanken der an sich existenten
Realität (Bestimmung an sich) jenseits des Denkens (für
uns) reflektiert. Im Denken wird nicht nur das gegenständlich
Intendierte gedacht, es wird darüber hinaus zugleich gedacht,
daß dem Gegenstand des Denkens, dem Intendierten, eine
objektive Realität zukommt, auch wenn es (das Intendierte) nicht
gedacht wird. Damit wird im Denken die Differenz von Bestimmtem an
sich und Bestimmtem für-uns bedeutsam. Das Denken
kann die Differenz von an-sich und für uns nicht
als Denken aufheben.
Bleibt in Cramers
System die Differenz für die jeweilige subjektive Erkenntnis
konstitutiv, dann muß nach dem Ort gesucht werden, aus
dem diese Differenz begründungslogisch entfaltet wird. Die
transzendental erfaßte Differenz veranlaßt das Ich, nach
dem Grund dieser Differenz zu fragen. Die analytische
Selbsterkenntnis, d.h. die Differenzerkenntnis, endet mit der Frage
nach dem absoluten Grund der Differenz. Die analytische
Selbsterkenntnis zwingt das Ich, über den Rahmen seiner
transzendentalen Selbsterschließung hinauszugehen. Die Frage
nach der Transzendenz (daß Anderes ist) kann zwar vom je
individuellen Ich gestellt werden, bedarf aber zu ihrer Legitimation,
so Cramer, des absoluten Prinzips.
Während wir im ersten Abschnitt
„Der unmittelbare Ich-Gedanke“ die Unmittelbarkeit
des Gedankens Ich angesprochen haben, ist es die Aufgabe des
folgenden Abschnitts, mit Cramer nach dem Prinzip aller
Bestimmtheitsgedanken zu fragen, das heißt, die Frage
nach dem Grund11
zu stellen. Dieses Prinzip absoluter Bestimmtheit ist das Absolute.
Cramers deduktive Methode (vom Prinzip zum Prinzipiat)
beschreibt nicht nur eine Selbstexplikation des Absoluten in
die Momente der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit,
radikaler Positivität und radikaler Negativität, sie
versteht sich auch als grundlegende Genesis von Kontingenz und
Individualität. Daß es sich hierbei nicht um bloße
Setzungen handelt, versucht Cramer anhand einer doppelten
Selbstdifferenzierung des Absoluten zu zeigen. Die erste explicatio
qua implicatio des Absoluten in seine Momente ist dabei
von der zweiten explicatio in das völlig Andere des
Absoluten zu unterscheiden. Während die erste
Selbstdifferenzierung als absolute Selbstbestimmung (Unbestimmtheit,
Bestimmtheit und Negat) des Absoluten zu umschreiben ist, erweist
sich die zweite Selbstauslegung als Offenbarungstat des Absoluten,
durch die das Selbstsein und der Selbststand des Kontingenten aus
dem Absoluten, zugleich aber außer12
diesem, möglich wird. Cramer rekurriert dabei weder auf einen
Dualismus noch auf eine pan-theistische All-Einheitslehre.13
Am pantheistischen
Konzept der All-Einheit14
moniert Cramer sowohl die Aufhebung der Eigenständigkeit des
Prinzipiats als auch die Dependenz des Prinzips vom Prinzipiat.
Cramer versucht eine immanente Struktur im Absoluten selbst
freizulegen, wodurch einerseits die Begründung bzw. das
Begründetsein oder Bestimmtwerden des Kontingenten aus
dem Absoluten konsequent gedacht werden kann. Andererseits folgt
daraus, daß dieses Kontingente so gedacht werden muß, daß
es als absolut Begründetes dennoch als das absolut freie Andere
des Absoluten zu denken ist. Mit der Genese des Kontingenten aus
dem Prinzip ist jedem Dualismus vorgebeugt.15
Cramer sieht sich mit seiner spekulativen Reflexion zugleich in die
griechische Tradition und Spekulation integriert. Sowie Platons
Ideenlehre eine Verbindung des eleatischen Ansatzes (daß
Eines ist) und des phythagoreischen (daß Vieles ist)
versucht, bemüht sich Cramer um eine Verknüpfung von reiner
Einheit und reiner Vielheit. So stellt sich auch ihm die Aufgabe,
jene in der neuplatonischen Philosophie nicht gelöste
Vermittlung zwischen der Einheit und der Vielheit erneut in Angriff
zu nehmen.
Cramer findet das
absolute Prinzip im Bestimmten an sich selbst16oder im Sich-Bestimmen als absolute Bestimmtheit.17
„Denn gerade als Letztes ist es nicht durch anderes begründet,
also muß es Selbstbegründung sein. Selbstbegründung
als Selbstvermittlung. Das Prinzip muß also seiner Qualität
nach Selbstvermittlung oder Selbst- und Sichbestimmtsein sein.“18
Wenn Cramer gegen eine pantheistisch fundierte All-Einheitslehre
spinozistischer Provenienz polemisiert,19
ist dies seiner spezifischen Spinozarezeption geschuldet. Im Konzept
Spinozas sieht Cramer die Unabhängigkeit und Freiheit der
Subjekte gefährdet.
Das Prinzip der Deduktion bleibt für
Cramer dabei an den Gedanken der Einheit gebunden. Cramer hält,
der platonischen und der neuplatonischen Voraussetzung getreu, am
Prinzip absoluter Einheit20
als Basiseinheit fest. Qua Basiseinheit ist das
Absolute jedoch für das endliche Bewußtsein nicht
rekonstruierbar. Zwar fungiert es als grundloser Grund21
– Cramer attackiert wie schon Krause den causa-sui-Terminus22
als Prinzip absoluter Bestimmbarkeit –, es selbst läßt
sich aber dabei weder als Grund seiner selbst noch als Bestimmtes
charakterisieren. Die Bestimmtheit als Selbstbestimmung ist erst als
immanenter Akt absoluter Selbstkonstitution zu begreifen. Es stellt
sich daher für Cramer implizit die Frage, wie aus der reinen
Unbestimmbarkeit (1.) ein Sichbestimmen23
(2.) und die Negation (3.) als absolutes Negat oder Kontingentes zu
deduzieren ist. Alles, was ist, kann nur aus dem Absoluten
hervorgegangen sein, denn es läßt sich kein Etwas
annehmen, was nicht aus dem Absoluten als dem einzigen Prinzip
deduktiv rekonstruierbar wäre. Wenn mithin alles in und
aus dem Absoluten ist, muß innerhalb des Absoluten die
für die Selbstgenese konstitutive Duplizität fundiert sein.
Wie bereits erwähnt, ist diese erste Selbstdifferenzierung des
Absoluten in seine Momente Sein und Nichts, bestimmte Bestimmtheit
und unbestimmte Bestimmtheit, absolute Position (Sein) und absolute
Negation (Nichts) als Selbstbestimmung zu interpretieren, die das
Absolute permanent vollzieht. Diese interne oder immanente implicatio
als Voraussetzung der explicatio läßt sich als
ontologische Selbstbestimmung qualifizieren. Das unbestimmt
unvordenklich seiende Sein bestimmt sich in den Momenten des
abgeleiteten Seins oder der bestimmten Bestimmtheit als
bestimmende Bestimmtheit gegen die als Moment gesetzte
Unbestimmtheit. Durch beide Momente im Absoluten - bestimmte
Bestimmtheit (Sein) und Unbestimmtheit (Nichts) - wird
eine Differenz im Absoluten als Duplizität des Absoluten
gesetzt. Diese Duplizität oder Differenz im Absoluten fundiert
einmal die absolute Selbstbestimmung, zum anderen fungiert sie als
konstitutives Movens für die explicatio radikaler
Andersheit oder des Kontingenten als außer und im
Absoluten. Cramer umschreibt die Paradoxie von in/außer
folgendermaßen:
„Das Nichts ist im Sein und das Nichts ist außer dem
Sein. Das Nichts ist im Sein, denn es ist Moment der Bestimmtheit,
Moment des Seins. Das Nichts ist außer dem Sein, denn es ist
außer dem Momente des Seins, gegen das Sein gesetzt. Aber das
Nichts ist nicht außer dem Sein derart, daß es aus der
Bestimmtheit herausfiele.“24
Es bleibt
festzuhalten, daß für Cramer Kontingentes im
Absoluten (All-Einheit) zugleich aber auch außer dem
Absoluten (endliche Freiheit) ist. Dieser Gedanke eines
gleichzeitigen in und außer findet sich bereits
exemplarisch durch Krauses Urwesenbegriff vorgezeichnet. Die zweite
Selbstdifferenzierung des Absoluten bei Cramer hat es nicht nur mit
dem ‘Nicht des Absoluten’25
zu tun, sondern muß dieses „Nichtseinmüssende“26
aus dem Absoluten und unabhängig von diesem begründen.
Die zweite Selbstdifferenzierung oder Offenbarung des Absoluten
basiert dabei auf dem Moment der Differenz, das als
Bestimmtheitsmoment absolut begrifflicher Selbstbestimmung immer
schon gesetzt ist. Selbstbestimmung setzt Differenz oder die
Unbestimmtheit als Moment der Bestimmung in sich. Die Differenz am
Ort der Selbstbestimmung des Absoluten garantiert, daß hinter
die konstitutive Differenz von bestimmender Bestimmtheit und
bestimmter Bestimmtheit nicht mehr zurückgegangen werden
kann. Als sich selbst bestimmende, d.h. sich selbst setzende
Bestimmtheit wird die reine Einheit des Absoluten als Unbestimmtheit
nicht negiert. Das Absolute als Einheit seiner Bestimmungsmomente
bleibt damit zwar von seinen Momenten unterschieden, ist jedoch von
diesen Setzungsmomenten nicht ge-schieden. Das sich
bestimmende Absolute setzt sich notwendig als Differenz immanenter
Selbstbestimmung und gewinnt sich damit über das Differenzmoment
und über die gesetzte Unbestimmtheit27
als Selbst. „Sich negierend ist die Bestimmtheit sich geworden
und hat sich sichbestimmend durch Sichnegieren in die Momente [...]
differenziert,“28
definiert Cramer und insistiert bei der Selbstentfaltung des
Absoluten auf der Prä-Valenz des Seins. Durch diese
Prä-Valenz des Seins (als Prinzip und Moment) wird
nicht nur die ‘Defizienz’ des Nichts aus-gehalten,
durch diese bestimmte Prä-Valenz vermag das Sein zugleich
zum Herrn des Nichts zu werden. Als Gegensatz im Absoluten ist das
Sein einmal als Moment außer dem Nichts, als
Prinzip des Nichts ist das Sein zum anderen aber im Nichts.
„[...] das Moment des Seins muß noch ein Prinzip für
die Differenzierung des Nichts sein können.“29
Die zweite Selbstdifferenzierung dagegen nimmt, so Cramer, ihren
Ausgang vom Moment des Nichts und läßt sich als
explicatio des Nichts näher definieren. Produkt dieser
immanenten explicatio des Nichts ist das Einzelne oder das
Kontingente.
Um die erste von
der zweiten Selbstdifferenzierung zu unterscheiden, greift Cramer auf
zwei Kategorien des platonischen Sophistes – Ruhe und
Bewegung – sowie auf die Begriffe von Wirklichkeit und
Möglichkeit, wie sie von Aristoteles vorgelegt und verstanden
wurden, zurück. Der ersten Selbstdifferenzierung analog ist der
Zustand der Ruhe, der zweiten der der Möglichkeit oder Freiheit.
Während in der ersten Differenzierung das Absolute in
sich selbst verharrt, tritt es in der zweiten Differenzierung aus
sich heraus. Es bestimmt sich aus der internen Notwendigkeit
in die Andersheit und Freiheit seiner Prinzipiate. Die
Prinzipiate des Absoluten sind damit als selbständige Substanzen
– Cramer sagt auch Monaden –, als kategoriale
Bestimmtheiten zu qualifizieren, die vom Prinzip der Bestimmtheit
begrenzt werden, jedoch ihrerseits die Möglichkeit zur
Selbstbestimmung haben. Analog der strukturellen Bestimmtheit des
Absoluten muß jedes individuierte Selbst oder jede
monadologische Substantialität von diesem radikal verschieden
und ihm doch ähnlich30
gedacht werden. Dabei hat analog dem Absoluten diese Substantialität
das Moment der Selbstbestimmung sowie das Bestimmtwerden in sich
gesetzt.
Durch die
deduktive Methode wird bei Cramer die „transzendentale
Ontologie“31
oder transzendentale Theorie der Subjektivität letztendlich von
der spekulativen Reflexion absolut begründet. Wir haben
es mit einer die transzendentale Ontologie reflexiv
begründenden Fundamentalontologie des Absoluten selbst zu
tun. Cramers philosophisches Interesse orientiert sich also nicht nur
an der deduktiven Genese des Absoluten, sondern ebenso am
Zusammenspiel32
von analytischem Aufstieg und deduktiv-synthetischem Abstieg. Wenn
philosophisch vom Realitätsgedanken Ich denke als
Ist-Gedanken mit Ist-Anspruch ausgegangen werden muß,33
ist die Realität und Gewißheit dieses Gedankens in einer
universalen, allen Ichs zukommenden Struktur zu verankern. Die
Theorie des Absoluten erweist sich als spekulative
Letztbegründungsstrategie, durch die der Transzendenzgedanke
(daß Anderes ist) argumentativ zu entfalten ist.
Im folgenden gehe ich der Frage nach,
ob Cramer im Rahmen seiner philosophischen Spekulation vom
monadologischen oder vom transzendental ontologisch fundierten Ich
her eine Theorie kommunikativer Intersubjektivität entwickelt.
Es stellt sich die Frage, ob es Cramer gelingt, das Verhältnis
von immanenter Konstitutionstheorie (Ich) und metaphysischem
Intersubjektivitätstheorem in Übereinstimmung zu
bringen oder nicht. Das transzendental-ontologische Ego, das sich in
der Erzeugung des Realitätsgedankens als Produktionsbewußtsein
ontologischer Noemata begreift, wird damit nicht hinfällig.
Umgekehrt erweist sich dieses monadische Bewußtsein als der
Grund, Anderes als Anderes zu denken und zu erkennen. Das
Andere als das Andere ist die äußere Realität
oder die unendliche Vielheit autonomer Monaden, die analog der
jeweils spezifischen Monade – hier im speziellen Fall des
Subjekts – aufgebaut ist. Die Welt läßt sich daher
als Kosmos unendlicher Monaden näher bestimmen. Jede einzelne
dieser unendlichen Monaden erzeugt sich als
transzendental-ontologisches Ego seine Bestimmtheitsgedanken, d.h.
den Realitätsgedanken, ohne dabei fremde Bestimmtheitsgedanken
zu reflektieren. Jede Monade ist selbst bestimmt und autonom. Die
Autonomie der Monade negiert nicht die Vielheit der autonomen
Monaden, da die Selbstkonstitution oder Selbsterzeugung der Monade
ihre Eigenleistung ist. Damit wird plausibel, daß das wesenhaft
weltliche Existieren, in das jede Monade gestellt ist, für die
Konstitutionstheorie einer subjektiven Monadologie eine abgeleitete,
keine konstitutive Bedeutung hat. Dies schließt keinesfalls
aus, daß sich Monaden im Monadenkosmos tendenziell aufeinander
beziehen und in Korrelation stehen. Es schließt aber aus, daß
die Korrelation die Selbstbestimmung der Monade veranlaßt. Die
Monade ist vielmehr immer schon das, was sie als Selbstkonstitution
ist. Die Begegnung mit dem fremden Du, der fremden Monade, ist jedoch
ein nicht zu eliminierendes Moment innerhalb ihrer weltlichen
Existenz. Das Sein der Anderen ist zufällig,34
relativ, akzidentiell und schicksalhaft. Entgegen dieser
Akzidentialität der Monaden untereinander, die als kontingente
sich freiheitlich konstituieren, bleibt das Verhältnis zum
Absoluten ein konstitutives Faktum der Selbstgenese. Ist daher der
Spielraum inter-monadischer Korrelativität ein prinzipiell
unabschließbarer, also offener Prozeß, so ist er dies
keineswegs gegenüber dem Absoluten. Cramers Monadologie setzt
ein beim transzendental-ontologischen Ego, wobei dieses nicht
als causa sui zu verstehen ist. So sind es nicht primär
die Monaden, die sich für die Selbstbestimmung der kontingenten
existentia als notwendig erweisen, sondern allein jene die
Monaden einschließende Essenz des Absoluten. Damit wird die
Konstitutionstheorie transzendentalphilosophischer
Selbstbestimmung nicht aufgehoben, es wird vielmehr –
bedingt durch die unendliche Vielheit von Monaden –
ersichtlich, aus welchem Grund diese Totalität der Monaden die
Form ihrer Selbstbestimmung gewinnt. Die Welt als Zeit-Raum konkreter
Monaden, die im Verhältnis der Intersubjektivität in
partikularer Beziehung zueinander stehen, muß daher von einer
Urmonade – eben dem Absoluten – bestimmt sein, aus der
bzw. dem begreiflich wird, wie jede einzelne Monade aus der
Bestimmtheit, sie selbst zu sein, rekonstruierbar ist. Die
Intersubjektivität der Monaden als freies und bestimmtes
Wechselspiel erweist sich als vorgezeichnet durch das Absolute, das
als Transzendenz den Monaden zugleich als Immanentes inhäriert.
Cramer operiert dabei mit dem traditionellen Gedanken der All-Einheit
und sichert damit ab, daß es kein Außer außer
im Absoluten geben kann, denn alle Monaden sind geprägt
von der Form der Bestimmung des Absoluten (In-Sein). Die Duplizität
von In-Sein und Außer-Sein des Absoluten wird zum
dialektischen (nicht geschichtlichen) Prozeß von Kontingenz und
Notwendigkeit und kulminiert in einer Metaphysik des Absoluten. Die
Anerkenntnis des Anderen ist darum auch keine Leistung der Monade,
sondern die Erkenntnis der Monaden untereinander bleibt eine Leistung
des Absoluten. Die Monaden erkennen sich wechselseitig, weil das
Absolute diese Erkenntnis vermittelt. Die Intersubjektivität35
als Akzidentialität der Monaden (z.B. als Sprache) hat ihre
eigentliche Fundierung in der metaphysischen Intersubjektivität,
die der weltwirklichen immer schon vorausgeht, d.h. diese erst
ermöglicht. Cramer versichert sich – von der prinzipiellen
Zeitlichkeit des Subjekts ausgehend – des Gedankes eines
nichtzeitlichen Subjekts als Grund der Zeitlichkeit. Dieses absolute
Subjekt – Cramer spricht von absoluter Reflexion –
ist das absolute Denken,36
das als Selbstidentisches der Grund von allem ist, was ist.
Nur weil das Absolute als Identität von Denken und Leben und
damit als Subjekt zu qualifizieren ist, kann es letztendlich der
Grund einer interaktiven Bestimmung sein.
Die Frage nach der
Intersubjektivität setzt die Frage der „Subjektivitätstheorie
als ‘monadologischer’ Intersubjektivität“37
voraus. Damit intersubjektiv agiert werden kann, muß diese
Bestimmtheit der Intersubjektivität im monadischen Ich als
Implikat desselben vorhanden sein. Intersubjektivität ist damit
im Gedanken des Ichs als Realitätsgedanke mit intersubjektivem
Geltungsanspruch zu finden. Das Ich muß sich den Gedanken der
Intersubjektivität als Ist-Gedanken mit Ist-Anspruch
erzeugen, d.h. wissen, daß Intersubjektivität ist,
auch wenn das Bewußtsein diesen Gedanken nicht denkt. Klar ist
dabei auch, daß die Erzeugung dieses Gedankens nicht nur einem,
sondern allen Subjekten zugleich zugeschrieben werden muß. Der
Gedanke der Intersubjektivität erweist sich damit letztendlich
selbst als metaphysisch legitimierter Gedanke mit Ist-Anspruch,
denn sonst wäre er nicht ein Gedanke, der einem jeden Bewußtsein
zukommt, das nach Form und Bestimmung Denken ist. Dies impliziert,
daß dem Gedanken der Intersubjektivität selbst eine
intersubjektive Bestimmtheit vorausgeht.
Wenn durch die
Intersubjektivität die Differenz zu Anderen und die
Übereinstimmung mit Anderen bezeichnet wird, ist auf diese
Unterscheidungen im Ich oder Ego zurückzugreifen. Die
Grundstruktur der Monade kennzeichnet Cramer als dialektische Einheit
von Rezeptivität und Spontaneität, von Bestimmtsein, d.h.
Bestimmtwerden und Sich-Bestimmen. Die Unbestimmtheit oder das
Bestimmtwerden – Cramer verwendete hierfür den Terminus
Non S – gehört damit ebenso zur strukturellen
Beschaffenheit der Monade wie das Prinzip spontaner Selbstbestimmung,
nach Cramer: Prinzip S. Wenn die Monade, so Cramer, als Einheit in
der Differenz oder als Einheit von Selbstbestimmung und
Bestimmtwerden, von Gegebenheit und Produzieren gekennzeichnet wird,
ist diese dem monadologischen Ich eingeschriebene Differenz zugleich
als Bedingung der Möglichkeit intersubjektiver
Selbstüberschreitung zu begreifen. Das Non S ist nicht
eliminierbar, sondern zeichnet die Kontingenz der Monade einerseits
als einen Selbstbezug und andererseits als ein Sich-Beziehen auf
Andere aus. Als innere Negation ist das Non S für die immanente
Struktur der Monade oder des Ichs konstitutiv. Die Monade erweist
sich damit letztendlich – bedingt durch das Non S oder durch
die Negation in ihr – als nicht abschließbare Struktur,
die ohne das Bestimmtwerden, die Heterogenität und die
Determination nicht auszukommen vermag. Durch dieses Non S innerhalb
der Monade, die als Einheit von Geist und Leib vorzustellen ist und
für die leibliche Organizität steht, wird deutlich, daß
jedes Ich als Leib immer schon in ein Verhältnis zu anderen
Leibern gestellt ist. Ein Leben jenseits dieser Integration bleibt
schlichtweg unmöglich bzw. undenkbar. Das ist eine Position, die
Cramer freilich revidieren wird. Für Cramer ist das Ich über
sich selbst hinaus als Selbstbestimmung zugleich Bestimmtheit, d.h.
aktiv und passiv zugleich. Als ein Erzeugen von Gedanken, von
Anschauungen, von Vorstellungen, von Wissen, von Sprache und von
Handeln zeigt sich das Ich autonom. Als leiblicher Organismus bleibt
es jedoch immer schon in einen kontextualen Hintergrund eingebettet,
der den Produktionscharakter des Ichs als Selbstbestimmung
prinzipiell zu negieren oder zu modifizieren vermag. Das Wesen der
Monade bringt sich dabei in der ihr eingeschriebenen dialektischen
Ambivalenz von Bestimmung und Bestimmtwerden unter dem Prinzip
der Bestimmung zur Geltung. Gerade diese immanente Qualifizierung der
Monade, die als Sich-Beziehen auf Andere bezogen bleibt, sichert der
Intersubjektivitätstheorie nach Cramer ihre Basis. Aufgrund der
organisierten Natur (Leib), die sich von der bloßen Natur
(Umwelt) abhebt, bleibt die Monade immer schon in den Einflußbereich
mit anderen Monaden gestellt. Die innere Negativität dient als
Folie für ein In-Korrespondenz-Treten mit anderen gleichartig
organisierten Monaden. Das Non S, die Negativität im Ich,
sichert, die Differenzerfahrung als Immanenz wie die
Differenzerfahrung als Transzendenz (gegenüber Anderen). Für
Cramer kommt dabei wie schon für Krause jeder einzelnen Monade
eine primäre Stelle zu (Subjektivitätstheorie). Zwar
gewinnt das Ich über die ihm inhärente Negation als
Einbruchsstelle des Anderen die Möglichkeit intersubjektiver
Korrelation (kosmologische Einbettung), dadurch gerät die Monade
jedoch in die Gefahr, durch die Fremdeinwirkungen destruiert zu
werden. Die Negation bzw. die Einwirkung der Monade auf das Ich wird
zum Ort sekundärer und fremdbezüglicher Vereinnahmung, was
nicht zuletzt Leid und Schicksal impliziert. Diese permanente
Möglichkeit der Destruktion durch den Anderen veranlaßt
Cramer letztendlich, die frühe Konzeption von Intersubjektivität
aufzugeben. Die Intersubjektivität, gewonnen aus der
Strukturanalyse des Ichs, erweist sich so für Cramer anders als
für Krause als der Ort existentiellen Scheitern-Könnens und
vorprogrammierter asymmetrischer Konflikte. Damit diese asymmetrische
Facette der Welteröffnung und Weltaneignung nicht zur
fundamental verstandenen egologischen Selbstaufgabe führt, muß,
so Cramer, innerhalb der egologischen Selbstkonstitution ein Moment
angenommen werden, das über die Negativität, mithin über
das von Cramer so genannte Non S herrscht - S. Dieses Prinzip wird
als Prinzip der Selbstbestimmung sowohl analytisch vom Selbst aus als
auch deduktiv vom Absoluten aus (Sichbestimmen gegen das Unbestimmte)
gewonnen. Gegenüber der deduktiven Begründung der Vielheit
von Monaden aus dem Absoluten verfährt das Ich als je
individuierte Monade bei der Rekonstruktion der Monadenvielheit
analytisch. Denn wenn in der Monade immer schon ein Bezug zu anderen
Monaden eröffnet wird, so Cramer, dann muß es –
analytisch gedacht – zwangsläufig auch eine Vielzahl von
Monaden geben. „Es muß ein Viel der Monaden möglich
sein, weil die monadische Struktur Tätigung, Prinzip als Vollzug
und damit strukturell Vereinzelung ist. Ihrer Struktur nach ist die
Monade eine.“38
Oder von der Struktur des Absoluten aus gedacht: „Nur mit
Rücksicht auf die eine Form können viele Subjekte sein, die
alle einander gleich sind, insofern sie Subjekte sind.“39
Vorwegnehmend läßt sich bereits konstatieren: Cramer sucht
die Begründung der Intersubjektivität einmal aus der
Strukturbeschaffenheit des endlichen Selbst zu erklären, zum
anderen erfordert eine derartige analytisch heuristische Erklärung
eine Absicherung durch eine intersubjektiv fundierte Metaphysik.
Intersubjektivität – oder zumindest die Möglichkeit
dazu – ist zwar als notwendiges Element in der Subjektivität
als Differenz in der Einheit verankert, bedarf aber, um als
objektive Möglichkeit für alle Subjekte Gültigkeit zu
erlangen, einer deduktiv intersubjektiven Methodik, die die jeweils
individuelle Erfahrung von Intersubjektivität aus dem
Absoluten zu erklären sucht, bzw. in diesem selbst die
Bedingungen der Möglichkeit von Intersubjektivität
freilegt. Wenn die Intersubjektivität nur auf dem Moment der
Differenz basieren kann, welches subjektiv durch die dialektische
Einheit des Ichs Bedeutung erlangt und objektiv durch eine Differenz
im Absoluten – Krauses Urwesen und Cramers Negation im
Absoluten – zur Bestimmung gebracht wird, ist es diese
Differenz, durch die endlich Differentes sein kann. Die Welt als
objektives Ganzes liegt dabei dem vom Subjekt aus zu unternehmenden
Versuch einer Begründung von Intersubjektivität immer schon
voraus. Der Versuch einer Begründung von Intersubjektivität
durch das Ich bleibt durch den Vorrang der Ordnung des Kosmos oder
der Welt in ein Verhältnis gestellt, das das Ich als Dasein und
faktisch existierendes Subjekt in der Welt begreift. Die Welt,
gekennzeichnet als die Vielheit der Monaden, als „Ordnung des
möglichen Vieles als ein solches Prinzip der Individuation“,40
ist demnach Ermöglichungsbedingung von Intersubjektivität.
Das heißt konkret: Das Subjekt, das sich die Welt
intersubjektiv anzueignen sucht, muß permanent auf die Welt und
damit auf die intersubjektive Begründetheit zurückgreifen.
Wenn hier das Primat der Intersubjektivität in Anspruch genommen
wurde, so läßt sich doch – sowohl bei Krause als
auch bei Cramer – zeigen, daß Subjektivität und
Intersubjektivität nicht im Verhältnis von Heteronomie und
Autonomie stehen, denn Intersubjektivität als Erleben des
Fremden setzt schon ein Wissen um die eigene individuelle
Bestimmtheit voraus, ohne die überhaupt nicht einsichtig wäre,
wie und in welcher Form Welt im Dasein präsent. Wenn das
Erlebnis der Fremdheit dort wahrgenommen wird, wo ein Ich ist, ist
von einer beide Facetten integrierenden Theorie der
Intersubjektivität auszugehen. Weder fragt das Ich als
singuläres Produkt nach der Verallgemeinerungsfähigkeit
seiner egologischen Bestimmungen, noch wird die Welt zur
ausschlaggebenden Einbruchstelle, die letztendlich auf eine
Destruktion des Ichs hinauslaufen könnte, was weder Krauses noch
Cramers Subjektivitätskonzept der transzendentalen Ontologie
noch dem Primat des deduktiv fundierten Selbstbestimmens bei den
beiden Philosophen Rechnung trüge. Daraus folgt für Krause
wie für Cramer: „Denn alles mögliche Einvernehmen
zwischen Bewußtsein und Bewußtsein ist in dem
Individuumsein und damit in der Ordnung gegründet, die eine alle
Individuen umspannende ist.“41
Das Ich steht für die Einheit von Selbstorganisation und
Repräsentation, ihm eignen Aktivität, Rezeptivität
sowie Repräsentation. Das Ich als egologisches weiß darum
immer schon um sein anderes. Dieses alter ego kann dann sowohl
im Zusammenhang einer deduktiven Vergegenwärtigung (spekulative
Metaphysik) als auch von der subjektiven Analyse her erschlossen
werden. Während sich im ersten Fall der Andere das Bild des
Absoluten repräsentiert, zeigt sich im zweiten Fall, daß
der Andere als konstitutives Moment der eigenen Selbstbestimmung zu
denken ist. Der Andere, so der Sinn der Egologie Cramers, hat die
Sphäre solipsistischer Verengung bereits aufgebrochen, wobei die
Monade zum Spiegel ihrer selbst nebst dem Anderen wird. Die
Repräsentation wird dabei zu einer Ausdrucksweise von
Weltbestimmung und Weltbestimmtsein, die dem Subjekt
konstitutionslogisch eingeschrieben ist. Ob es will oder nicht, es
wird zum Repräsentanten einer Welt des Außer, denn
das Ich bleibt ontologisch von dieser Welt bestimmt.42
Cramer revidiert jedoch peu a peu den Gedanken der
Intersubjektivität, indem er sie zugunsten des Gedankens einer
rein transzendental agierenden Egoität aufgibt. Diese
Relativierung rückt ihn letztendlich auch von Krauses
Verständnis von Intersubjektivität ab. Für Cramer ist
damit zugleich ein ethischer Paradigmenwechsel verbunden. Die
lebensweltlichen Differenzerfahrungen stehen nicht mehr für ein
adäquates Zu-sich-selbst-Kommen, sondern tilgen am Standort des
Selbst dessen Autonomie. Gegenüber Krause, der an einer
Philosophie der Existenz und damit an den faktischen
Differenzen am Ort dieser Endlichkeit festhält, um sein Selbst –
sich abarbeitend an und in den Differenzen – schließlich
auf einem qualitativ höheren Niveau anzusiedeln, fällt
Cramer zurück in den transzendentalen Regreß der Egoität.
Eine derartige Modifikation von Intersubjektivität zugunsten
reiner Egoität, wie sie Cramer in seinen späteren Arbeiten
vornimmt, ist mir aus zwei Gründen nicht nachvollziehbar.
Erstens: Mit der Deduktion der Intersubjektivität aus dem
Absoluten ließ sich herausarbeiten, daß Unbestimmtes und
Fremdes am Ort des Absoluten selbst thematisiert wurden. Eine Theorie
der Intersubjektivität wäre damit deduktiv unproblematisch.
Zweitens: Es konnte im Rekurs auf die Monade nachgewiesen werden, daß
das Moment Non S als Moment monadischer Selbstbestimmung und damit
als konstitutives Moment eine zentrale Bedeutung gewann. Wenn Cramer
durch die Struktur des Non S im Ich die Bedingungen der Möglichkeit
zu einem intersubjektiven Ansatz gegeben sieht, wird mit dem Übergang
vom Repräsentationsmodell (1.) zum Aneignungsmodell43
(2.) zugleich ein Paradigmenwechsel nahegelegt. Zentral ist nun nicht
mehr die Repräsentation (1.) des Anderen im Ich, d.h. das
Ich als Repräsentant des Anderen, sondern der egologische
Selbststand (2.). An die Stelle der Intersubjektivität tritt
nunmehr eine Egologie, die den Anderen negativ als den Fremden
definiert, ihn abzuqualifizieren und zu eliminieren sucht. Der Andere
wird damit zur existentiellen Gefahr, weil er das individuelle
monadische Ich destruieren will.44
Das Moment Non S ist nicht mehr als der Ort anzusehen, wo sich das
Fremde mit dem Eigenen berührt. Das Moment Non S wird vielmehr
ähnlich wie bei Fichte als vom Bewußtsein selbst
konstituiertes Produkt vorgestellt. Das Bestimmtwerden erweist sich
nunmehr als Produkt der Selbstbestimmung. Gegenüber einer
intersubjektiven Fremdbestimmung avanciert das Fremde am Ort des
erzeugten Bestimmtseins zu einer Leistung der sich selbst
bestimmenden Subjektivität. Heteronomie bleibt so als Leistung
des Subjekts, strukturell vom Selbst erzeugt. Dieses Erzeugtwerden
liefert nun umgekehrt die Voraussetzung, daß es dem Ich
überhaupt möglich ist, sich auf Fremdes als sein Außen
zu beziehen. Eine These, die Krause zwar bejaht, jedoch nur als
ersten Schritt zur Intersubjektivität begriffen hätte. Zwar
hält Krause bereits ähnlich wie dann später Cramer an
einer Selbstbestimmung des Subjekts fest (Grundschauung Ich45),
es bedarf aber, so Krause, wenn der Gedanke einer Weltgemeinschaft
Realisierung finden soll, einer Relativierung dieses
kognitiv-egologischen Anspruchs. Und das aus gutem Grund. Der Andere
als Repräsentant oder Bild des Absoluten läßt sich
weder solipsistisch entwerfen noch kann er als der radikal Andere,
der die eigenen individuellen Lebensentwürfe zu destruieren
sucht, zum Gegenstand für die Intersubjektivität werden.
Die Negation des Anderen läßt eine Dialektik von Ich und
Anderem nicht zu. Diese cramersche radikal gedachte, monologisch
inspirierte Theorie des Ichs vermag daher auch nicht für eine
intersubjektive Theorie sittlich-praktischer Freiheit zur Anwendung
zu kommen. Gehört es zur Natur intersubjektiver Ethik, daß
sie sich aus einem Moment der Nicht-Kontrolle, der
Konfrontation und der Selbstzurücknahme gewinnt, dann ist
eine Konzeption hinfällig, die jegliche normativ-universale
Gesetzgebung auf das Ich reduziert, statt Gültigkeit für
alle zu proklamieren. Die kognitive Einhausung verstellt die
Möglichkeit intersubjektiver Korrespondenz dadurch, daß
die Autonomie (Freiheit) und die Notwendigkeit (Selbst und
heterogenes Ich) nunmehr vom Subjekt selbst ausgeübt werden und
dieses daher des Fremden als Grenze seiner selbst nicht mehr bedarf.
Die Autonomie des Ichs gewinnt sich nicht mehr durch die Abreibung
und Aufreibung am fremdgegebenen Gegenüber, was zugleich als
Selbstschutz fungieren würde, sondern erzeugt diese Differenz in
sich und aus sich selbst. Verbindlichkeit und Verantwortung
schließen sich damit apriori aus. Die Differenz, d.h. das Außen
oder der Andere, wird ins Innere transformiert, was letztendlich die
Absorbierung des Anderen durch das Ich impliziert. Das existentielle
Nichts, das durch den Anderen vorgestellt wird, kann so von
vornherein ausgeklammert werden und vermag die subjektive
Selbststilisierung nicht zu gefährden.
Die in Cramers philosophischer
Konzeption herausgearbeiteten Strukturmerkmale sollen nun genauer mit
denen der Philosophie Krauses verglichen werden. Hierbei kann es sich
– wie bereits angedeutet – nur um einen Strukturvergleich
handeln, denn Cramer erwähnt in seinem Oeuvre den Denker Krause
nicht, sondern greift auf die renomierten Philosophen Kant, Fichte
und Hegel zurück. Um Affinitäten und Divergenzen zu
präzisieren, soll gemäß der dem bisherigen Text
zugrunde gelegten Gliederung vorgegangen werden. Ausgehend von dem
analytischen (1.) ist auf den spekulativ-theologischen Ansatz (2.)
und von diesem letztendlich auf die intersubjektive Geltung der
Kategorien (Kategorienlehre) (3.) einzugehen.
(1.) Krause und Cramer, so konnte
bereits festgehalten werden, stellen eine Theorie der Subjektivität
in den Mittelpunkt ihrer rationalen Theologie. Wichtig hierbei
ist, daß die Grundschauung Ich bei Krause46
und der cramersche Gedanke Ich denke – Voraussetzung für
alle subjektiven Gedanken – von großer Bedeutung für
eine analytische Fundierung des menschlichen Selbst und damit für
eine Philosophie der Subjektivität sind. Ihre originäre
Bedeutung im Gesamtkomplex philosophischer Spekulation erlangt die
Philosophie,47
hier die Philosophie des Ich, freilich erst im Lichte der absoluten
Reflexion, also im Lichte des Absoluten. Die Genese des Ichs hat
gezeigt, daß das Ich die Einheit von Unterschiedenem in der
Form der Bestimmtheit Selbstbestimmtheit und der Unbestimmtheit
Bestimmtheit ist. So wird das Ich einmal als Kontingentes aus dem
Absoluten in Freiheit deduziert. Zum anderen erfährt sich
jedes Ich als geistbestimmt. Als lebendiger Organismus wiederum
vermag es sich als Leiblichkeit zu erfassen. Der Gedanke der
Selbsterhaltung als Fundament der Selbstbestimmung oder des
Sich-als-Geist-Bestimmen bleibt damit rekursiv an den Leib verwiesen
– bei Krause nicht anders als bei Cramer. „Ich muß
tun, um mich zu erhalten, ich muß mich erhalten haben, getan
haben, um tun zu können [...] Vor allem Tun ist es mir schon
widerfahren, tun zu müssen,“48
so Cramer. Neben der Strukturähnlichkeit des endlichen Ichs zum
Absoluten als Prinzip seiner Bestimmung und seiner Nichtbestimmung,
als Einheit von Bestimmtsein und Bestimmtwerden zeigt sich in Cramers
Egologie analog zu Krause, daß das Bestimmtwerden zur mundanen
Existenz gehört. Dieses Bestimmtwerden unterstreicht nicht nur
die Kontingenz des Ichs gegenüber der naturalen Welt, sondern
hebt ebenso dessen Dependenz gegenüber dem Absoluten als Prinzip
bestimmungsloser Selbstbestimmung hervor. Beide Theorien stellen ein
(angeblich) unbezweifelbares Wissen an den Ausgang analytischer
Selbstvergegenwärtigung, welches entweder in der Form der Schau
(Krause) oder in der Form der Reflexion (Cramer) als unbezweifelbares
Gewißheitskriterium fungiert. Mit dem Festhalten am Status des
Unbezweifelbaren verpflichten sich beide Philosophien einer
Philosophie des Ichs. Nun ist es fraglich, ob der Gedanke des
Absoluten als Gedanke unter das Verdikt fällt, zweifelhaft zu
sein. Dieser Zweifel kann jedoch unter Rückgriff auf den
Transzendenzgedanken entschärft werden. Zeichnet sich der
Transzendenzgedanke dadurch aus, daß es etwas gibt, auch wenn
ich es nicht denke, dann ist ihm eine Unabhängigkeit vom Denken
zugesprochen, die ihn nicht zum bloßen Relat des Denkenden im
Vollzug des Denkens werden läßt, sondern ihn darüber
hinaus als notwendig seienden Gedanken unabhängig von einer
Beziehung auf das Denken begreift.49
Oder um es mit den Worten Cramers zu sagen:
„Es ist vollkommen gleichgültig,
was das Bestimmte ist, ob Gedanken, Begriffe, Urteile, Sätze,
das Denken, die Monade, Dinge, Objekte, die Welt, das Nichts, kein
Bestimmtes, von dem Prinzip der Bestimmtheit ist alles beherrscht,
natürlich auch das Sein des Denkens, natürlich auch das
Sein des Nichts oder des X, ist das Prinzip der Bestimmtheit, die
Bestimmtheit selbst, absolut unwegdenkbar.“50
Während sich im analytischen
Selbsterschließungsprozeß (Krause) und im
Selbsterkenntnisakt des Ich denke (Cramer) – bedingt
durch die Ich-Genese – eine transzendentale
philosophisch-ontologische Erschließung von
Bestimmtheitsgedanken nachweisen ließ, so ist es nunmehr die
Aufgabe, über den subjektiven Geltungshorizont hinausgehend nach
den im Prinzip verankerten Bestimmungen selbst zu fragen.
(2.) Die deduktive
Methode, wie sie im „Ausgang vom Absoluten“ Krause
und Cramer entfalten, negiert nicht die Idee des Transzendentalen,
sie liefert aber einen anderen Zugang zum Problem der Subjektivität.
Cramer schreibt: „Aus dem absoluten Grunde noch das Kontingente
zu vermitteln, dasjenige Moment des absoluten Grundes noch aus ihm
herauszudifferenzieren, aus welchem der absolute Grund aus sich
heraustritt, nun außer sich ist, das dürfte die Aufgabe
aller Aufgaben sein.“51
Das Kontingente oder Einzelne erweist sich nicht mehr als Moment des
Absoluten, denn dann wäre es für die absolute
Selbstbestimmung selbst konstitutiv. Es ist als kategorial Bestimmtes
immer schon von einer Bestimmtheitsform, die ebenso für ein
quantitatives Viel gültig ist. Als Einzelnes steht es damit
unter der Kategorie der Quantität, so Cramer, d.h., als
Setzungsprodukt des Absoluten ist das Einzelne bestimmte
Bestimmtheit, die sich gegen die Unbestimmtheit bestimmt. Wird
das Absolute – wie Cramer betont – als die Einheit von
Bestimmtheit (Qualität) und Unbestimmtheit qualifiziert, dann
ist diese Qualifizierung für die Selbstbestimmung konstitutiv.
Das Einzelne als
absolutes Negat, als negiertes Sein der absoluten Negation ist
„ein Anderes unter möglichen anderen Anderen“,52
wie Cramer hervorhebt. Als Mögliches unter vielen Möglichen
bleibt es damit durch die Kategorie der Quantität bestimmt. Es
erweist sich als ein nach der Kategorie der Qualität bestimmtes
Einzelnes. Als absolutes Negat wird es – Produkt der
Selbstdifferenzierung des Absoluten – als kategorial Bestimmtes
aus dem Absoluten deduziert. Damit hat Cramer die Deduktion des
Kontingenten als kategorial Bestimmtes aus dem Absoluten als
Sichbestimmen und als Einheit von Bestimmtheit und Unbestimmtheit
vollzogen.
(3.) Krauses wie
Cramers Theorie des Absoluten und die sukzessive Erweiterung zu einer
spekulativen Kategorienlehre, wie sie jeder von beiden vornimmt,
schließt die Subjektivitätstheorie nicht aus, sondern mit
ein. Ausgehend vom kosmologischen Gottesbeweis,53
der die kontradiktorische Disjunktion von bedingtem und unbedingtem
Dasein als notwendige Bedingung des Kontingenten nachweist, greift
Cramer auf eine Theorie des Absoluten zurück, durch die dieses
als grundloser Grund sowie als Koinzidenz von Essenz und Existenz und
schließlich als Grund des Daseins bestimmt wird.
„Ist kein Grund des Daseins außer der Totalität der Gründe des Daseins, dann muß der Grund des Daseins der Totalität der Gründe, insofern sie selbst dem Dasein nach bedingte Gründe sind, zur Totalität aller Gründe selbst gehören. Dieser Grund muß grundlos sein. Dieser Beweis ist vollkommen bündig.“54
Krause und Cramer
halten beide an der Unbegründetheit des letzten Grundes fest,
versuchen aber darüber hinaus zu zeigen, wie der Grund
beschaffen sein muß, damit er zugleich Grund von allem sein
kann. Transzendentaler Idealismus55
und Ontologie bedürfen einer Theorie des Absoluten. Im folgenden
rückt die Frage nach der strukturellen Bestimmtheit der
Kategorien in den Vordergrund. Um die Erörterungen hierbei zu
erleichtern, soll zuerst die Kategorienlehre vorgestellt werden.
Dabei gehe ich zuerst auf zwei philosophische Termini ein, die für
Cramers Kategorienlehre unverzichtbar sind. Das Ziel ist letztendlich
der Nachweis einer allgemeinen Kategorienlehre,56
durch die plausibel wird, wie das Verhältnis von allgemeiner
Bestimmtheitsform und ihr gemäß Bestimmtem zu
qualifizieren ist.
Ein wichtiger
Unterschied zwischen Cramer und Krause ist hervorzuheben: Sicher ist,
daß sich Cramer im Gegensatz zu Krause nicht hinter einer Form
indifferenter Anschauung verschanzt, sondern anhand des analytisch
fundierten Ich denke eine Konzeption des Absoluten entwickelt,
die dieser Struktur des Ichs als Besonderem und Kontingentem als
allgemeine vorangeht. Ist es für Krause noch das Absolute oder
Göttliche, dessen Erkenntnis als Bedingung der Möglichkeit
einer Kategorienlehre zuerst vollzogen werden muß, so nähert
sich Cramer umgekehrt vom Gedanken der Bestimmtheit, der Transzendenz
und der Kategorie dem Absoluten. Dieses muß so bestimmt sein,
daß es als Prinzip aller möglichen kategorialen
Bestimmungen zu verstehen ist, d.h., daß alle kategorialen
Bestimmungen aus ihm abzuleiten sind. Bei Krause, so läßt
sich vereinfacht sagen, wird die Kategorie aus dem Absoluten
deduziert, bei Cramer das Absolute aus der Kategorie. Mit der
Differenz von Denken in und Denken von, der Differenz
von Bestimmtheitsform und Bestimmtheitsgedanken, – wobei der
Bestimmtheitsgedanke als die Bedingung der Möglichkeit von
Gedachtem fungiert –, denn ohne ihn gäbe es kein
Gedachtes, von Transzendenz und Transzendentalität, von
Kategorie und Verstandeskategorie,57
versucht Cramer den Unterschied zwischen allgemeiner Form des Denkens
und individuell Gedachtem zu erklären. Fakt ist, daß jedes
individuierte Bewußtsein alles Mögliche denkt oder nicht
denkt, was sich wiederum mit Krauses Theorie des Selbstbewußtseins
ins Verhältnis setzen läßt. Mit der Differenz von
Denken in und Denken von sucht Cramer – übrigens
auch das eine Parallele zu Krause – nachzuweisen, daß
Denken, insofern es ein Denken von, d.h. Gegenstandsdenken,
wahrnehmendes, vorstellendes und erfahrend urteilendes Denken ist,
immer schon in Kategorien denkt, um überhaupt denkend zu
erkennen. Es denkt dabei nicht Kategorien, denkt aber in
Kategorien, ohne die es weder Denken wäre noch denken könnte.
Als Kontingentes, Individuiertes, Einzelnes nimmt das Denken die
Kategorien immer schon in Anspruch oder ist immer schon in diesen, um
sie – Erfahrung und Erkenntnis vorausgesetzt – im Urteil
zu gewinnen. Wenn diese Bestimmtheitsformen (Cramer) oder Kategorien
(Krause) objektiv gültig, d.h. von einem jeden Bewußtsein
in Anspruch zu nehmen sind, ist klar, daß sie intersubjektiv
gültig sind und das Einzelne als Einzelnes transzendieren. Oder
wie Cramer schreibt: „Die Bestimmtheitsform ist dem Einzelnen
transzendent.“58
Die Verortung der Bestimmtheitsformen kann zwar vom transzendentalen
Subjekt geleistet werden, bedarf aber zudem, – wie Krause und
Cramer übereinstimmend festhalten – einer Theorie des
Absoluten, durch die verständlich wird, daß die vom
Bewußtsein gezeugten Bestimmtheitsgedanken durch die allgemeine
Form der Bestimmtheit bestimmt sind.
„Der Ausgang allen Bestimmtseins, die Bestimmtheit, tritt in
ihrer Unmittelbarkeit also dadurch hervor, daß sie sich im
Verschwinden in der einfachen Qualität wiederherstellt. [...] So
vermittelt sich die Bestimmtheit zunächst ihre Unmittelbarkeit
oder sich, das Erste und Unmittelbare zu sein, das Prinzip, gegen die
absolute Leere oder die absolute Unbestimmtheit. Die ersten Momente
des Absoluten sind somit die absolute Position und die absolute
Negation oder Sein und Nichts. Das Prinzip der Positivität
differenziert sich in die gezeugten Momente der absoluten Positivität
und absoluten Negativität.“59
Um Kontingentes,
kontingente Qualität oder kategorial Bestimmtes sein zu
lassen, bedarf es darüber hinaus einer Unterscheidung von
notwendiger und kontingenter Qualität im Absoluten selbst. Das
Außer, daß Kontingentes als Mögliches sein
kann und daß Kontingentes als Außer aus dem
Absoluten zu begreifen ist, setzt eine Selbstdifferenzierung des
Absoluten voraus, die nicht durch die erste Ausdifferenzierung, die
der Bestimmtheit gegen die Unbestimmtheit, zu leisten ist, sondern
erst von der zweiten Selbstdifferenzierung, der Differenzierung des
Nichts in die Momente des zweiten Seins und des zweiten Nichts,
vollzogen wird. Im Kontext unserer Überlegungen zu Krause ließ
sich bereits nachweisen, daß nicht Gottes Explikation als
Orwesen, sondern erst die immanente Explikation Urwesens der
Möglichkeit endlichen Seins die Voraussetzung lieferte. Das
Außer oder das Kontingente ist dann außer
dem Absoluten, indem sich dieses als Aus bestimmt. Wenn das
Absolute als reines Sich-Bestimmen dem endlichen Denken eine
unendliche, also unabschließbare Aufgabe vorstellt, bleibt
letztendlich nur ‚Offenbarung‘ übrig oder, wie
Cramer schreibt, sein Setzen, wobei es sich zu Möglichem
entäußert, um sich Kontingentem mitzuteilen. Offenbarung
kann aber nur als eine Leistung des Absoluten selbst verstanden
werden, welches in sich die Differenz von In-sich-Bleiben und
Aus-sich-Heraustreten setzt. Ähnliches ließ sich im Denken
Krauses nachweisen: Wird die Bestimmung an sich selbst als
notwendiges Sichbestimmen gegen die Unbestimmtheit bestimmt, dann ist
jede kontingente Qualität aus der notwendigen Qualität
und von dieser bestimmt, jedoch so (außer), daß
die notwendige nicht durch die kontingente Qualität bestimmt
wird. Die notwendige Sich-Bestimmung als Bestimmung gegen die
Unbestimmtheit ist nur als notwendige Vollzugsform der absoluten
Selbstbestimmung zu beschreiben, die für das Kontingente keine
Bedeutung hat. Das Kontingente, das entgegen der notwendigen Qualität
Sein oder Nicht-Sein zu sein vermag, ist erst als ein Produkt des
Außer des Aus. Krause, der wie ich gezeigt habe,
nicht die hegelsche Dialektik von Sein, Nichts und Werden an den
Ausgang seiner spekulativen Philosophie stellt, sondern das reine
Absolute, stimmt mit Cramer überein, da er wie jener aus einer
voraussetzungsfreien und notwendigen kategorialen Ordnung – dem
Absoluten – kategorial Bestimmtes ableitet. Krause teilt dabei
mit Cramer die dialektische Bestimmung des Kontingenten als in
und außer dem Absoluten, wie sie sich durch die
Explikation des Absoluten als Orwesen und Urwesen darstellen ließ.
„Das Moment der Möglichkeit zwar ist notwendige Qualität
und für das Absolute selbst noch bestimmend, was besagt, daß
das Absolute sich mit Notwendigkeit das Moment der Möglichkeit
zeugt. Das gesetzte Moment hingegen ist nicht Moment der
Selbstvermittlung des Absoluten, sondern Produkt seines freien
Setzens.“60
Oder wie es später heißt: „Durch das gesetzte
Mögliche, das Kontingente, ist das Absolute nicht in seiner
Notwendigkeit bestimmt, es ist nur mit der Qualifikation des
Gesetzthabens durch das Gesetzte bestimmt.“61
Entweder
vermittelt sich also das endliche Bewußtsein den Gedanken des
Sich-Bestimmens als kategorialer Bestimmtheitsform anhand der
Grundschauung Ich62
(Krause) oder anhand des natürlichen Ich-Gedankens (inconcussum
veritatis fundamentum) als Ist-Gedanke (Cramer).63
Heißen bei Krause die primären kategorialen Bestimmtheiten
Einheit, Selbheit, Ganzheit usw., so bei Cramer Sichbestimmen,
Qualität, Werden, Quantität und Gleichheit. Wenn Einzelnes
als Kontingentes unter einer Bestimmtheitsform ist, weist sich die
Frage nach der Bestimmtheit der Bestimmtheitsform als Frage nach dem
Absoluten aus. Es ist hierbei ersichtlich, daß Cramer ebenso
wie Krause vom endlichen Sichbestimmen auf eine Konzeption absoluten
Sich-Bestimmens zurückschließt. Wie für Krause so
basiert auch für Cramer die Kategorienlehre nicht auf einem
Korrelationssystem. Die jeweils unterschiedlichen Kategorien stehen
nicht im Verhältnis der Relation zueinander, denn dann wären
sie nicht nur von der Relation dependent, sondern wären als
Produkte derselben zu begreifen. Analog den notwendigen Kategorien im
Absoluten gewinnt sich jedes endliche Ich nicht aus der
Relation, sondern vor der Relation. Das Ich vermag als das
Andere des Absoluten in Relation zur Welt zu treten, wird
jedoch nicht von dieser her bestimmt (rein
transzendentale Egoität). Hierbei wird übrigens eine
Inkonsequenz Cramers deutlich: Zum einen insistiert er auf dem
Transzendenzgedanken und dem Transzendenzbewußtsein, wodurch
die Realität des Gedachten unabhängig vom Denkenden
gerettet werden soll, zum anderen soll sich dabei das Ich nicht aus
der Welt, sondern nur von dieser her verstehen.
Theoretische Reflexion und praktische Orientierung fallen hierbei
auseinander. Wird in der theoretischen Philosophie die
intersubjektive Allgemeingültigkeit der Kategorien nachgewiesen,
daß diese nämlich von Allen, mithin von jedem unendlichen
Viel in Anspruch genommen werden, so bleibt es unerklärlich,
warum sich das Ich im Umfeld praktischer Aktion verschließen
sollte. Krause reflektiert demgegenüber auf die Einheit von
Theorie und Praxis.
Beide Denker
teilen jedoch das Konzept einer Duplizität oder Differenz im
Absoluten. „Einfache Qualität kann das Absolute nicht
sein,“64
so Cramer. Oder wie er an einer anderen Stelle schreibt:
„Das Absolute kann nur differenziert sein, weil es als das
Prinzip der Positivität selbst das Prinzip der Differenzierung
ist. Mithin kann von einer Gleichförmigkeit seiner Momente keine
Rede sein. Denn allen seinen Momenten geht das Absolute als Prinzip
vorher. Das Absolute ist Letztbestimmtheit, und dieser Charakter ist
sein Charakter. Es bestimmt sich selbst, Letztbestimmtheit zu sein.“65
Auch im Konzept
Krauses geht das Absolute nicht in seinen Kategorien auf. Das
Kategoriensystem ist zwar im Absoluten, zugleich aber ist es
so zu denken, daß das Absolute außer und über
seinen Kategorien ist. Die Dialektik von in/über -
außer manifestiert dabei die zwei Facetten des Absoluten
als In-Sein und Außer-Sein. Alles, was ist,
bleibt im Absoluten, ohne das das Absolute als Außer
Alles ist. Zurück zu Cramer.
Das Absolute als
grundloser Grund von kontingentem Dasein bildet die Voraussetzung
endlichen Sich-Bestimmens und gesteht darüber hinaus seiner
Schöpfung Freiheit zu. „Und nur weil das Absolute letzter
und absoluter Ausgang des Selbstbestimmens ist, ist das Bestimmtsein
von Bestimmten möglich.“66
Das jeweils vereinzelte Kontingente, das sich in der Differenz von
Bestimmtem an sich und Bestimmtem für es
vorfindet, partizipiert unmittelbar an den allgemeinen Kategorien
der Bestimmtheit, die Momente des Absoluten sind und dadurch
mittelbar am Absoluten selbst. Die deduktive
Kategorienlehre differenziert sich analog zu den zwei
Selbstdifferenzierungen in eine immanente Kategorienlehre und
in eine sich äußernde Kategorienlehre – eine
weitere Parallele zu Krause. Die immanente Kategorienlehre
zeigt, wie sich das Absolute als absolutes Verhältnis seiner
Momente selbst bestimmt. Die sich entäußernde
Kategorienlehre verdeutlicht dagegen, wie diese Kategorien des
Absoluten als Bestimmtheitsformen apriorischer Gültigkeit –
als an sich Bestimmte – zu Bestimmungen jedes Endlichen
werden. Mit der Qualifizierung des Unbestimmten als Aus im
Sinne des Aus-dem-Absoluten-Sein kann Cramer verdeutlichen,
daß jede kontingente Bestimmung aus dem Moment des
Nichts deduziert werden kann. Durch das Unbestimmte als Aus
wird dann zweierlei verständlich: erstens, daß das Produkt
der absoluten Negation das absolute Negat aus dem
Absoluten ist, und zweitens, daß es als dieses Aus
zugleich von einer bestimmten Bestimmtheit ist, die das
Einzelne als Kontingentes auszeichnet. Das absolute Verhältnis,
wie es sich im Sichbestimmen des Absoluten in seine Momente des Seins
und des Nichts darstellt, dient dabei als Grund endlicher
Selbstbestimmung, die als Bestimmtheit an sich in der Lage
ist, Bestimmtes für sich zu denken. Die Kategorien an
sich als allgemeine Bestimmtheiten bilden die Voraussetzung für
ein Denken des einzelnen Ichs als Bestimmtheit an sich, dem
die Transzendenzformen oder die deduktiv abgeleiteten Kategorien
zugrunde liegen. Hierbei zeigt sich deutlich eine Nähe zu
Krauses Vorgehen. Auch Krause versucht die allgemeinen Bestimmungen
aus dem Absoluten zu deduzieren, um ihnen so eine universale
Gültigkeit beizulegen.
Mit Hilfe der
Kategorien erkennt sich das Subjekt bei Cramer selbst als Bestimmtes
und vermag darüber hinaus alles Erkennbare als Bestimmtes zu
erkennen. Im Denken als Gegenstandsdenken denkt das Ich
transzendental, indem es die Kategorien in sich oder von der Form,
die es selbst ist, auf das gegenständliche Sein appliziert. Daß
diese objektive Geltungszuschreibung für jedes einzelne Subjekt
Gültigkeit zeigt, liegt einmal im ursprünglichen
Ich-Gedanken als Wahrheit aller Ist-Gedanken begründet,
zum anderen wird dies durch die universal metaphysische
Kategorienlehre verifiziert. Das Transzendenzbewußtsein, daß
Anderes ist, zeigt jedem Ich (bedingt durch die universale
Gültigkeit der Kategorien, die es als transzendente immer schon
in Anspruch nimmt), daß alles, was ein Ich denkt, d.h., was
eines Ichs Gedanken sind, nicht selbst wiederum Gedachtes, sondern
Ist-Gedanken sind. Das Denken von Transzendentem, an sich
Seiendem, gelingt nur, weil das Denken Transzendenzgedanken in
Anspruch nimmt und sich dadurch seine Transzendentalität
erzeugt. Gerade weil das Denken mit transzendenten Formen
apriorischer Natur operiert, ist es als transzendental zu
charakterisieren, eine Denkart, die wir in Krauses Kategorienlehre
nachweisen konnten.
Abschließend
bleibt zu konstatieren: Für Cramer wie für Krause bilden
die metaphysische Deduktion und die Lehre der Kategorien a
priori die Voraussetzung für den
transzendentalphilosophischen Ansatz. Hier wie dort gewinnt
das Ich die Geltung seiner im philosophischen Denken in Anspruch
genommenen Kategorien aus einem System metaphysischer
Abgesichertheit. Wenn das Ich immer schon Transzendentes, mithin
Außer ihm Seiendes, denkt, so läßt sich doch
die beanspruchte Ist-Realität nicht aus dem Ich
selbst legitimieren, sondern bedarf einer kategorialen Bestimmung,
die über dem Ich liegt. Erst von diesem Standort aus ist
wissenschaftliches Erkennen für Krause wie für
Cramer möglich. Die allgemeine Kategorienlehre gewinnt
als Ort aller Kategorien den Status von Letztbegründung. Im
Gegensatz zur metaphysischen Deduktion, wie sie Kant in der
Kritik der reinen Vernunft unternimmt, bemühen sich
Krause und Cramer um eine Genese der Kategorien in und aus
dem Absoluten selbst: nicht subjektiver Idealismus, sondern
absoluter Idealismus.
Wenn Cramer das
Bestimmte an sich als reine Qualität und reines
Sein qualifiziert, die reine Qualität aber in der reinen Leere,
im Nichts, kulminieren würde, bleibt dem Absoluten nichts
anderes übrig (analog zu Krauses Orwesen als Urwesen), als sich
als Prinzip des Seins selbst zu bestimmen. Ähnlich der
hegelschen Logik stehen sich hierbei Sein und Nichts gegenüber.
Gegenüber der hegelschen Logik aber sind Sein und Nichts hier
bereits erste Modi einer immanenten Selbstdifferenzierung. Das Ziel
der Philosophie Cramers war es – analog zu der von Krause –,
das Kontingente so aus dem Absoluten abzuleiten, daß es
als freiheitliches außer dem Absoluten und zugleich im
Absoluten vorzustellen ist. Das Kontingente als Außer
bleibt auf das Absolute bezogen, ohne daß dem Absoluten
dadurch eine Abhängigkeit vom endlich Kontingenten zu
attestieren wäre. Der Prozeß der Selbstdifferenzierung des
Absoluten (bei Krause: Urwesen) kulminiert in einer Philosophie der
Subjektivität, die eine Theorie des Absoluten als subjektives
Sich-Bestimmen voraussetzt.
Vergleicht man in
erkenntnistheoretischer Hinsicht beide Philosophien im Rekurs auf die
Termini des Pantheismus und des Dualismus, so läßt sich
ergänzend noch folgendes herausarbeiten: Krause und Cramer reden
beide keinem Dualismus das Wort, durch den Absolutes und Kontingentes
unvermittelt nebeneinander bestehen blieben. Auch ein Pantheismus im
Sinne einer emanativen All-Einheitslehre, durch die das Kontingente
nur als Relat des Absoluten zu begreifen wäre und damit
schließlich seiner Unabhängigkeit und Freiheit gegenüber
dem Absoluten verlustig ginge, wird weder von Krause noch von Cramer
intendiert. Das Absolute, welches sich als Einheit seiner Momente
(sei es Krauses Urwesen oder das Absolute Cramers) erwies, sichert
als diese Einheit, daß alles, was erkannt werden kann, von
einer übergeordneten Einheit gezeugt ist bzw. auf dieser
basiert. Die Differenz von Erkennendem und Erkanntem, die für
jede Erkenntnis konstitutiv ist, hat ihren absoluten Ort in der
reflexiven Selbstbestimmung des Absoluten, welches diese Einheit in
der Differenz erst garantiert und immer schon vollzogen hat. Dieser
Unterschied von Immer-schon-vollzogen-Haben und Vollziehen
verdeutlicht, daß im endlichen Denken diese absolute Einheit
immer schon präsent sein muß, damit Erkenntnis als
Erkenntnis ‚gelingen‘ kann.
Der Unterschied
ihrer philosophischen Überlegungen ist abschließend zu
benennen. Beide suchen nach einem Verhältnis zwischen Absolutem
und Ich; die Methode, deren sie sich dabei bedienen, ist jedoch
verschieden. Krause versucht mittels der „Schau“ einen
Zugang zum Ich und zum Absoluten zu finden; Cramers Denken hingegen
nimmt seinen Anfang von der Reflexion. Trotz dieser unterschiedlichen
Zugangsweisen konnten wir elementare Gemeinsamkeiten herausarbeiten.
Rationale Metaphysik, Die
Philosophie von Wolfgang Cramer, Hg. v. H. Radermacher und P.
Reisinger, Bd. 1, Stuttgart 1987.
Rationale Metaphysik, Die
Philosophie von Wolfgang Cramer, Hg. v. H. Radermacher, P. Reisinger
und Jürgen Stolzenberg, Bd. 2, Stuttgart 1990.
FA Fragmente und Aphorismen zum analytischen Theile des
Systems der Philosophie, Aus dem handschriftlichen Nachlasse des
Verfassers, Hg. v. P. Hohlfeld und A. Wünsche, Weimar 1897
VGW Vorlesungen über die Grundwahrheiten der
Wissenschaft, zugleich in ihrer Beziehung zum Leben. Nebst einer
kurzen Darstellung und Würdigung der bisherigen Systeme der
Philosophie, vornehmlich der neuesten von Kant, Fichte, Schelling und
Hegel, und der Lehre Jacobi’s, Dritte vermehrte und vielfach
verbesserte Auflage, Hg. v. A. Wünsche, Leipzig 1911
VSP Vorlesungen über das System der Philosophie,
Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Göttingen 1828 mit
einem neuen Vorwort und Anmerkungen von Siegfried Pflegerl, Hg. v.
Siegfried Pflegerl, Breitenfurt 1981
1
Wolfgang Cramer wird zitiert: Das Absolute und das Kontingente.
Untersuchungen zum Substanzbegriff, Frankfurt/Main 21976.
Vgl. auch: ders. Grundlegung einer Theorie des Geistes,
Frankfurt/Main 31975. Ders., Gottesbeweise und
ihre Kritik. Prüfung ihrer Beweiskraft, Frankfurt/Main 1967.
Ders., Die Monade, Das philosophische Problem vom Ursprung,
Stuttgart 1954. Ders., Vom transzendentalen zum absoluten
Idealismus, in: Kant-Studien 52, 1960/61, S. 3.32. Ders.,
Aufgaben und Methoden einer Kategorienlehre, in: Kant-Studien 52,
1960/61, S. 351-368. Ders., Spinozas Philosophie des
Absoluten, (Die absolute Reflexion, Bd. 1,) Frankfurt/Main 1966.
Ders., W.: Individuum und Kategorie, in: Einsichten, G.
Krüger zum 60. Geburtstag, Frankfurt/Main 1962, S. 39-70.
Ders., Das Absolute, in: Handbuch philosophischer
Grundbegriffe, hg. v. H. Krings, H.-M. Baumgartner, C. Wild, München
1973, S. 1-20.
2
Siehe dazu die Kritik Peter Reisingers. Vgl. ders.,
Ontologische und transzendentale Egologie, in: Rationale Metaphysik.
Die Philosophie von Wolfgang Cramer, Bd. 1, hg. v. H. Radermacher
und P. Reisinger, Stuttgart 1987, S. 140f. „Es läßt
sich allgemein sagen, daß Cramer die grundsätzliche
Kritik Kants an aller Ontologie und die durch Kant vollzogene
kopernikanische Wende in der Erkenntnisphilosophie nie akzeptiert
hat. Diese Ansicht eines Denkers, der den Wahrheitsanspruch des
Denkens nicht zugunsten der historischen Rekonstruktion des
faktischen Meinens aufgegeben hat, muß eine Provokation sein.“
3
FA, S. 34ff.
4
VGW, S. 79ff.
5
Vgl. Grundlegung (31975), S. 14.
6
Vgl. das „cogito ergo sum“. Dazu auch: Treziak, H.,
Differenz und „bin“, Schritte zu einem
phänomenologischen Urtyp, Freiburg, München 1990, S. 31.
7
Grundlegung (31975), S. 13.
8
Vom transzendentalen zum absoluten Idealismus (1960/61), S. 3-32.
9
Vgl. Wagner, Ist Metaphysik des Transzendenten möglich?
(1966), S. 297.
10
A.a.O., S. 299.
11
FA, S. 22.
12
Cramer versucht immer wieder auf diese Duplizität von
Begründetsein und Freiheit hinzuweisen.
13
Das Absolute und das Kontingente (21976), S. 19f.
14
Die Unfreiheit des kontingenten Prinzipiats sieht Cramer im Konzept
Spinozas fundiert.
15
Das Absolute und das Kontingente (21976), S. 73.
16
Vgl. dazu: Stolzenberg, J., Die Bestimmtheit – selbst, Zu
Wolfgang Cramers erster Konzeption des Absoluten, in „Die
Monade“, in: Rationale Metaphysik, Die Philosophie von
Wolfgang Cramer, Hg. v. H. Radermacher, P. Reisinger, Bd. 2,
Stuttgart 1990, S. 185ff.
17
Das Absolute und das Kontingente (21976), S. 59.
18
Ebda.
19
Vgl. zur Spinozainterpretation Cramers: Bartuschat, W., Das
Kontingente in Spinozas Philosophie des Absoluten, in: Rationale
Metaphysik. (1990), S. 99-121.
20
Gottesbeweise und ihre Kritik (1967), S. 101.
21
So auch Krause: ders., VSP, S. 124.
22
Gottesbeweise und ihre Kritik (1967), S. 20f.
23
Cramer, W., Hans Wagner: Philosophie und Reflexion, in:
Philosophische Rundschau, 11. Jahrgang, Heft 1/2, 1963, S. 68.
24
Das Absolute und das Kontingente (21976), S. 77.
25
A.a.O., S.76.
26
Ebda.
27 Vgl.
zur Tradition der Unbestimmtheit: Halfwassen, J., Idee, Dialektik
und Transzendenz, Zur Platondeutung Hegels und Schellings am
Beispiel ihrer Deutung des Timaios, in: Platon in der
abendländischen Geistesgeschichte, Neue Forschungen zum
Platonismus, hg. v. T. Kobusch und B. Mojsisch, Darmstadt 1997, S.
193-209.
28
Das Absolute und das Kontingente (21976), S. 77.
29
A.a.O., S. 79.
30
So schon Krause, ders., VSP, S. 352.
31
Vgl. Grundlegung (31975), S. 25.
32
Zur Einheit von beiden Erkenntniswegen: vgl. auch Krause, ders.,
VSP, S. 354f.
33
Vgl. dazu: Rogler, E., Subjektivität und Transzendentalität,
in: Rationale Metaphysik (1987), S. 163.
34
Vgl. dazu: Stolzenberg, J., Die Bestimmtheit, in: Rationale
Metaphysik (1990), S. 189.
35 Vgl.
dazu: Markis, D., Die Monade und der Andere, in: Rationale
Metaphysik (1987), S. 80.
36
Zur Selbstbestimmung des Absoluten: Oesch, M., Das absolute Subjekt
zwischen Restitution und Vernichtung, Anmerkungen zu Wolfgang
Cramers Natürlicher Theologie, in: Rationale Metaphysik (1990),
S. 180ff.
37
Marx, W., Von der Notwendigkeit, Subjektivitätstheorie als
monadologische Intersubjektivitätstheorie durchzuführen,
in: Rationale Metaphysik (1987), S. 98ff.
38
Die Monade (1954), S. 75.
39
Gottesbeweise und ihre Kritik (1967), S. 26.
40
Die Monade (1954), S. 67.
41
A.a.O., S. 74.
42
Vgl. zur Thematik Monade: Markis, Die Monade und der Andere, in:
Rationale Metaphysik (1987), S. 76-97, hier: S. 89.
43
A.a.O., S. 91.
44
Ebda.
45 FA,
S. 42.
46
A.a.O., S. 34ff.
47
A.a.O., S. 25. „Philosophie muss, dem Namen nach, sein ein
Streben nach Wissenschaft, versteht sich, ein echtes, richtig
geleitetes. [...] Also unsere ganze Selbstbeobachtung ist
Philosophie.“
48
Cramer, Die Monade (1954), S. 214.
49
Vgl. Stolzenberg, Die Bestimmtheit (1990), S. 192.
50
Die Monade (1954), S. 231.
51
Gottesbeweise und ihre Kritik (1967), 19f.
52
Das Absolute und das Kontingente (21976), S. 83.
53
Dazu Cramer, W., Das Absolute, in: Handbuch philosophischer
Grundbegriffe, hg. v. H. Krings, H.-M. Baumgartner und C. Wild, Bd.
1, München 1973, S. 14ff.
54
Gottesbeweise und ihre Kritik (1967), S. 22.
55
FA, S. 178.
56
Cramer, Aufgaben und Methoden (1960/61), S. 351.
57
Cramer, Aufgaben und Methoden (1960/61), S. 351-368, S. 359. „Der
Terminus ‘Kategorie’ meint natürlich nicht
Verstandeskategorien im Sinne Kants, sondern Formen der Bestimmtheit
von Bestimmten an sich. Verstandeskategorien sind
Bestimmtheitsgedanken eines einzelnen Subjekts das seinerseits als
Subjekt ein Einzelnes von einer Kategorie ist.“
58
Cramer, Vom transzendentalen zum absoluten Idealismus (1960/61), S.
23.
59
Cramer, Aufgaben und Methoden (1960/61), S. 351-368, S. 358.
60
A.a.O., S. 360.
61
A.a.O., S. 361.
62
FA, S. 34ff.
63
Vgl dazu: Wagner, H., Ist Metaphysik des Transzendenten möglich?
(1966), S. 290-327.
64
Vom transzendentalen zum absoluten Idealismus (1960/61), S.29.
65
Ebda.
66
A.a.O., S.30.
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