Unterstützen Sie die Tabula Rasa mit einer Spende, wir würden uns freuen: Schreiben Sie eine Mail an: dr.stefangross@web.de
| Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe | Letzte Änderung: 08. November '10 |
von Pressestelle Leipzig
Am 9. November wird Prof. Kurt Masur, von 1970 bis 1997 Leipziger
Gewandhauskapellmeister und späterer Chefdirigent der New Yorker
Philharmoniker, mit der Leo-Baeck-Medaille geehrt. Der schon als DDR-Dirigent
weltweit gefeierte Künstler spielte auch bei der Friedlichen Revolution in
Leipzig vor 20 Jahren eine zentrale Rolle – der von Masur verlesene und über
den Stadtfunk verbreitete Aufruf sechs prominenter Leipziger trug zum
unblutigen Ausgang der Demonstration am 9. Oktober 1989 bei. Anschließend
war er beim London Philharmonic Orchestra und dem Pariser Orchestre National de
France. Masur ist auch Ehrengastdirigent des Israel Philharmonic Orchestra.
In Anwesenheit von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung wird Kurt Masur
die Leo-Baeck-Medaille am 9. November bei einem Festakt im New Yorker
Waldorf-Astoria-Hotel entgegennehmen. Präsentiert wird sie dem Preisträger von
Alan Gilbert, musikalischer Direktor der New Yorker Philharmonie. Nach der Eingangsrede
des deutschen Kulturstaatsministers Bernd Neumann wird Oberbürgermeister
Burkhard Jung den Werdegang des Leipziger Ehrenbürgers Masur nachzeichnen und
seine herausragende Bedeutung für die Stadt Leipzig und die deutsch-jüdische
Verständigung würdigen. Dabei rücken neben seinen herausragenden musikalischen
Qualitäten auch sein politisches Fingerspitzengefühl und seine
Durchsetzungsfähigkeit in den Fokus. Das Gewandhaus entsendet ein
Bläserquintett zum Festakt, welches anlässlich der ersten Fundraising-Tour der
"American Friends of the Gewandhaus Orchestra Leipzig" in diesen
Tagen drei Konzerte in den USA gibt.
Die nach dem liberalen deutschen Rabbiner Leo Baeck benannte
Auszeichnung - nicht zu verwechseln mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der
Juden in Deutschland - wird vom New Yorker Leo-Baeck-Institut seit 1978 an
Politiker, Künstler, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter verliehen, die
sich in besonderer Weise um die deutsch-jüdische Aussöhnung verdient gemacht
haben. Zu den bisherigen Trägern der Auszeichnung zählen der Verleger Axel
Springer, der frühere Bundespräsident Johannes Rau, der Historiker Fritz Stern,
Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Verliehen wird die Ehrung vom Leo-Baeck-Institut in New York. Die 1955
gegründete Einrichtung widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung von
Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums. Benannt ist es nach
Rabbiner Leo Baeck (1873-1956), dem Berliner Reformrabbiner, der nach 1933 als
Präsident der Reichsvertretung der deutschen Juden versuchte, gegenüber den
Nazis die Interessen der verfolgten jüdischen Minderheit zu vertreten.
Emigrationsangebote lehnte Baeck ab. 1943 wurde er nach Theresienstadt
deportiert und übersiedelte nach der Befreiung nach London.
>> Kommentar zu diesem Artikel schreiben. <<
Um diesen Artikel zu kommentieren, melden Sie sich bitte hier an.