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Die aktuelle Juli-Ausgabe 2016 ist da!

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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe Letzte Änderung: 29.12.10

Neue "Gerbergasse 18" erschienen

von Henning Pietzsch

Die Auseinandersetzung mit der deutschen Diktaturgeschichte des 20. Jahrhunderts wird neben der fachlichen Aufarbeitung von ambivalenten Erinnerungsdiskursen im privaten wie öffentlichen Raum bestimmt. Dabei unterliegt sie einem beständig weiter zu entwickelnden Prozess der Geschichts- und Erinnerungspolitik. Beides zusammen bildet jenes ab, was wir als Erinnerungskultur bezeichnen.
In der aktuellen Ausgabe wollen wir in der Rubrik „Thema“ der Frage nachgehen, welche Erinnerungsdiskurse der Gegenwart zur Bewältigung der Diktaturgeschichte wo und wie aktuell geführt werden, und wir untersuchen Licht- und Schattenseiten bei der Aufarbeitungsgeschichte. Können Erinnerungsdiskurse über das nationalsozialistische Erbe Vorbild sein für die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur? Könnte dies helfen, den Mantel des Schweigens abzulegen und die „Jacke des Schuldigen“ anzunehmen?
In der Rubrik „Zeitgeschichte“ werden zwei Jenaer Biographien vorgestellt, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Einer war Opfer der SED-Diktatur, der andere IM-Täter.
Beide kannten sich, und eines verbindet sie: Sie versuchten jeweils vor ihrer Geschichte zu fliehen. Beide begegneten sich unverhofft an einem Ort in Brasilen, ohne die Vergangenheit des anderen zu kennen. In einem ausführlichen Beitrag berichten wir über das Leben des Herrn Johannsmeier und „sein Denkmal“, das viele Jenaer nicht haben wollten.
In der Rubrik „Zeitgeschehen“ werden passend zum Thema verschiedene Einzelbeiträge und zwei Tagungsberichte zu aktuellen Erinnerungsdiskursen ausgeführt, so über die „Volkspolizei“ und DDR-Zuchthäuser, über eine Tagung zur rumänischen Securitate in Siebenbürgen und ein Literatur- Seminar an der FSU aus Anlass des 60. Geburtstages des 1999 viel zu früh verstorbenen Dissidenten Jürgen Fuchs.
Manfred Wagner berichtet über die Neugestaltung, Eröffnung und Diskussion des neuen Museums im ehemaligen Grenzbahnhof Probstzella. Henning Pietzsch würdigt die Nominierung von Roland Jahn als möglichen neuen Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR, stellt aber auch Fragen.

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