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| Erschienen in Ausgabe: No. 22 (2/2005) | Letzte Änderung: 27. Januar '09 |
Sind die Handlungen des Menschen vollkommen determiniert oder gibt es eine Freiheit des Willens?
von Borislaw Wankow
In der Abhandlung
werden die Bedingungen der Möglichkeit von Willensfreiheit
zunächst prinzipiell und dann unter Berücksichtigung der
modernen Wissenschaft, insbesondere der Physik, untersucht. Es werden
empirische Tests, die über das Vorliegen von Willensfreiheit
Auskunft geben könnten, diskutiert.
In Deutschland wird in
letzter Zeit eine teilweise intensive Debatte über die
Willensfreiheit geführt, die ihren Weg sogar auf die Seiten von
Blättern wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gefunden hat.
Im folgenden sollen einige grundsätzliche Überlegungen zu
diesem Problem angestellt werden. Ziel dieser Abhandlung ist es zum
einen, die Bedingungen anzugeben, unter denen Willensfreiheit möglich
erscheint. Zum anderen aber soll die empirische Testbarkeit
dieser Erwägungen untersucht werden, d.h. es soll der Frage
nachgegangen werden, ob die wissenschaftliche Forschung Aufschluß
über das Vorliegen oder Nichtvorliegen der Willensfreiheit geben
könnte.
Offenkundig unterstellt
Willensfreiheit einen bestimmten Grad an Dualismus sowie
Interaktionismus zwischen Körper und Geist. Dazu schreibt John
Searle: „Es scheint, als müßten wir, wenn wir
radikale Freiheit haben wollen, ein Selbst postulieren, das imstande
ist, in die kausale Ordnung der Welt einzugreifen.“ (1986)
Das Problem der
Willensfreiheit (und damit der moralischen Verantwortung des
Menschen) hängt darüber hinaus eng mit der Frage zusammen,
ob die Welt sich insgesamt deterministisch oder indeterministisch
verhält. Der Begriff des Determinismus wiederum tritt in
der Literatur in einer Reihe von Spielarten auf. Für das Problem
der Willensfreiheit ist vor allem der Determinismus in seiner
physikalischen Form relevant, d.h. die Auffassung, daß alles in
der Welt nach festen kausalen Gesetzen abläuft, jeder Zustand
der Welt vom vorangegangen Zustand abhängig ist und vollständig
durch ihn determiniert wird. In der Geschichte der Philosophie
wurden verschiedene Ansichten über das Verhältnis von
Determinismus und freiem Willen geäußert. Es gibt
Philosophen, die den Determinismus akzeptieren und die Freiheit für
illusorisch erklären. Eine zweite Gruppe lehnt den Determinismus
ab und plädiert zugunsten der Freiheit und eine dritte Richtung
schließlich hält den Determinismus für vereinbar mit
der Freiheit oder sogar für eine Voraussetzung der
Freiheit.
Es gilt also zu
untersuchen, ob sich die physikalische Welt deterministisch oder
indeterministisch verhält und in einem zweiten Schritt ist das
Verhältnis des Subjekts als eventueller Träger des freien
Willens zur objektiven physikalischen Welt festzustellen.
Wenn die Welt
deterministisch und kausal abgeschlossen ist, ist nicht einzusehen,
wie das Subjekt die Freiheit des Willens realisieren könnte.
Willensfreiheit und Determinismus sind trotz der scharfsinnigen
Untersuchungen und Ausflüchte mancher Philosophen letztlich
inkompatibel, es sei denn, man würde den Begriff der Freiheit
und der Willensfreiheit mit einem neuen Sinn belegen. Unserer Meinung
nach ist es lediglich dann gerechtfertigt, von Freiheit zu sprechen,
wenn die Freiheit eine Freiheit des Subjekts zur Einwirkung auf die
materielle Welt nach seinen Absichten und Vorstellungen ist. Wenn
nämlich im materiellen Träger des Subjekts – im
Gehirn – alle Vorgänge nach rigiden deterministischen
Gesetzen ablaufen, degradiert das Subjekt zum Epiphänomen, zum
Seiteneffekt der Neurodynamik ohne Möglichkeiten, kausal in die
Prozesse im Gehirn einzugreifen. Trotz unserer subjektiv erlebten
Freiheit wäre in einem solchen System für Freiheit kein
Platz.
Der
Indeterminismus wiederum behauptet, daß es in der Welt
Ereignisse gibt, die nicht vollständig durch frühere
Zustände bestimmt sind. Die radikale indeterministische These
wäre, daß es in der Welt vollkommen chaotisch und
unvorhersehbar zugeht. In diesem Falle bliebe allerdings für die
Willensfreiheit ebenfalls kein Raum. Denn wenn alles in der
materiellen Welt absolut regellos erfolgt, ist das Subjekt in seiner
Freiheit ebenso stark beschränkt wie im Falle, da alles mit
Notwendigkeit geschieht. Es hätte nämlich keine
Möglichkeit, die vollkommen chaotischen Ereignisse in der
Außenwelt in bestimmte Bahnen zu lenken. Die Analyse zeigt
aber, daß nur eine indeterministische, aber nicht
chaotische Welt dem Subjekt zumindest hypothetisch gewisse
Möglichkeiten zur Einflußnahme auf die Geschehnisse und
damit für die Ausübung der Willensfreiheit bietet. Nur in
einer indeterministischen Welt, in der Wahrscheinlichkeiten eine
Rolle spielen, könnte das Subjekt z.B. über die
Beeinflussung von Wahrscheinlichkeiten Ereignisse nach seinem Willen
steuern. Willensfreiheit schließt demnach den strengen
Determinismus wie den absoluten Indeterminismus aus und impliziert
eine „gemäßigt“ indeterministische Welt.
Karl Popper, der
zusammen mit John Eccles einen starken Interaktionismus verteidigt,
bei dem die relative Autonomie des Geistes gegenüber dem
materiellen Gehirn postuliert wird, meint, daß die Interaktion
von Geist und Gehirn „die Möglichkeit einer Wechselwirkung
von außen” impliziert, “von etwas noch Unbekanntem,
das, sofern wir die Physik abschließen wollen, der
physikalischen Welt hinzugefügt werden müßte.”
(Popper, Eccles, 1982) Dies ist jedoch eine widersprüchliche
Annahme. Eine intuitiv einleuchtende Definition der materiellen
Welt und damit auch des Gehirns als Teil dieser Welt ist, daß
Materie das ist, was den Gesetzen der Physik unterworfen ist
(anscheinend will Popper dies auch nicht anders verstanden wissen).
Bei Carl Friedrich v. Weizsäcker heißt es: “Wie
würden wir Materie definieren? Die einzig sinnvolle Definition
eines hinreichend generalisierten Materiebegriffes wäre
wahrscheinlich, daß Materie das ist, was den Gesetzen der
Physik gehorcht.” (1986) Wenn man nun wie Popper postuliert,
daß die Gesetze einer wenn auch erweiterten Physik für das
Subjekt (bei Popper: der selbstbewußte Geist) bindend sind,
dann besagte das implizit, daß der Geist seinen ideellen Status
verlöre und sozusagen Teil der materiellen Welt (in Poppers
Terminologie: Welt 1) würde. Wenn aber der Geist letztlich
physikalisch beschreibbar ist, kann er nicht frei sein. Denn das
liefe auf einen reduktionistischen Standpunkt hinaus und stünde
im Widerspruch zur dualistischen Hypothese. V. Weizsäcker drückt
das so aus: “Die Gesetze der Physik sind Gesetze für
Vorhersagen entscheidbarer Alternativen. Wenn solche Vorhersagen
über das Bewußtsein möglich sind, wird die
Behauptung, daß das Bewußtsein Materie ist, fast auf
eine Tautologie reduziert.” (1986)
Viel eher im Einklang
mit dem Dualismus von Geist und Materie stünde die Annahme, daß
die Interaktion von Gehirn und Geist prinzipiell nicht restlos
unter die Gesetze einer wie auch immer erweiterten Physik fällt.
In einer dualistischen Hypothese müssen sich die materielle und
die geistige Welt wenigstens bis zu einem gewissen Grade
ausschließen. Es darf mithin keinen
physikalisch-mathematischen Formalismus geben, der diese
Wechselwirkung vollständig ausdrückt. Freiheit ist eben
deshalb Freiheit, weil sie nicht gesetzmäßig erfolgt.
Wir stehen dann jedoch vor der schwierigen Aufgabe, einen Vorgang in
der Welt zu finden, der außerphysikalisch ist, dennoch kausale
Kräfte besitzt und von dem angebbar ist, daß er niemals
ganz unter die Gesetze einer hypothetischen künftigen Physik
fallen wird. Es ist überhaupt schwer, sich einen solchen
Vorgang vorzustellen, geschweige denn zu beweisen, daß er
niemals wissenschaftlich ganz erklärbar sein wird. Und doch
zieht echte Willensfreiheit notwendigerweise gerade so einen
außerphysikalischen Mechanismus nach sich. Zentral für
die Willensfreiheit ist demnach das Postulat, daß das Subjekt
bzw. seine Handlungen prinzipiell nicht endgültig durch
physikalische Gesetze beschreibbar sein dürfen.
Selbstredend kann es in
Zusammenhang damit angezeigt erscheinen, den Begriff des
physikalischen Gesetzes präziser zu fassen und ebensowenig soll
dies besagen, Untersuchungen über den Feinmechanismus der
eventuellen Interaktion von Körper und Geist seien überflüssig
oder unmöglich. Es soll lediglich angedeutet werden, daß
bei einschlägigen Forschungen damit gerechnet werden muß,
an die Grenze wissenschaftlicher Erklärungsmöglichkeiten
zu stoßen.
Es ist zuweilen
behauptet worden, daß in einer deterministischen Welt
Willensfreiheit nur unter Verletzung der fundamentalen
Erhaltungssätze der Physik (Energieerhaltungssatz) möglich
ist. In Wirklichkeit muß aber zwischen Determinismus und den
Erhaltungssätzen keine direkte Abhängigkeit bestehen.
Eine Verletzung der Erhaltungssätze würde dem
Determinismus nicht unbedingt widersprechen, sofern die
Verletzung selbst deterministischer Natur ist, d.h.
deterministischen physikalischen Gesetzen folgt und prinzipiell durch
diese beschreibbar und damit vorhersagbar ist. Wenn also nicht
einfach eine Verletzung stattfinden soll, sondern eine, die
Willensfreiheit nach sich zieht, muß sie selbst quasi
„unphysikalisch“ sein. Wenn jedoch die Verletzung der
Erhaltungssätze unphysikalisch erfolgt, bedeutete dies im
Umkehrschluß, daß sich die Welt zumindest an bestimmten
Punkten indeterministisch verhält und der
uneingeschränkte Determinismus aufzugeben ist. Determinismus und
Willensfreiheit sind also unter allen Umständen unverträglich.
Das entscheidende Moment für die Willensfreiheit ist demzufolge
nicht allein und noch nicht einmal so sehr der deterministische
oder indeterministische Charakter der physikalischen Welt an
sich, sondern die Möglichkeit der Beschreibung der Welt.
Mit dem Auftauchen der
Quantenmechanik in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts kann der
alte Laplacesche Determinismus mechanischer Prägung als
überwunden gelten. Zumindest auf Mikroebene scheint die Welt von
zufallsartigen Prozessen beherrscht, demzufolge
indeterministisch zu sein. Nichtsdestoweniger gibt es mathematische
Formalismen, die das Verhalten der Mikroobjekte beschreiben. Auch die
Mikrowelt unterliegt physikalischen Gesetzen, obgleich diese
probabilistischen Charakter tragen. Insofern legt die Quantenmechanik
ein indeterministisches, aber kein unphysikalisches
Weltbild nahe. Es ist übrigens nicht klar, wie weit
nach oben sich der vermeintliche Indeterminismus der
Quantenmechanik erstreckt. Billardkugeln z.B. werden üblicherweise
als deterministische Objekte behandelt, die den Gesetzen der
klassischen Mechanik unterliegen. Es ist allerdings unbekannt, wo die
Grenze zwischen Quantenmechanik und klassischer Mechanik zu ziehen
ist und ob eine solche Demarkationslinie überhaupt existiert.
Formal läßt sich die Quantenmechanik sicher auch auf
Billardkugeln anwenden, nur liefert sie dann praktisch keine
Wahrscheinlichkeitsaussagen wie im Falle mikroskopischer
Objekte, z.B. Elektronen. Vielmehr gehen aus dem mathematischen
Apparat der Quantenmechanik erdrückende Wahrscheinlichkeiten für
ein bestimmtes Verhalten der makroskopischen Kugeln hervor.
Durch das Prisma der Quantenmechanik betrachtet, scheint die reale
Welt nicht deterministisch zu sein, aber auch nicht vollkommen
chaotisch-indeterministisch. Die Ereignisse darin erfolgen nach
wohldefinierten Gesetzen, und zwar mit einer gewissen,
angebbaren Wahrscheinlichkeit.
Carl Friedrich von
Weizsäcker fragt an einer Stelle, ob man das Subjekt monistisch
in die Welt aufnehmen oder dualistisch aus ihr ausschließen
soll und meint, die Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik
verzichte darauf, auch das Subjekt zu beschreiben. (1974) Dazu wäre
zu sagen, daß jeder Versuch, das Subjekt quantenmechanisch zu
beschreiben, mit Willensfreiheit unvereinbar wäre, denn was
physikalischen Gesetzen unterworfen ist - und mögen sie
probabilistisch sein -, kann nicht frei sein.
Wie steht es jedoch um
die empirische Testbarkeit der Hypothesen über die
Willensfreiheit? Auf den ersten Blick könnte Willensfreiheit als
ein metaphysisches Problem par excellence aussehen.
Einflußreiche antimetaphysische Strömungen haben
immer wieder von der Philosophie strenge Wissenschaftlichkeit im
Sinne empirischer Überprüfbarkeit gefordert. Sie sind in
diesem Anspruch bisweilen vermutlich zu weit gegangen. Was bliebe
denn von der Philosophie, wenn man das spekulative, metaphysische
Moment daraus verbannen würde? Gerade die höchsten Fragen
über Gott, den Menschen und die Welt, die traditionell dem Feld
der Philosophie zugeordnet werden, entpuppen sich oft als empirisch
nicht überprüfbar. Und wo ich nichts Sicheres wissen kann,
bleibt mir, entweder nicht darüber zu reden und mit Wittgenstein
zu schweigen, oder aber zu spekulieren. Nichtsdestoweniger sind
Experimente vorstellbar, die zumindest Anhaltspunkte über die
Existenz der Freiheit des Willens geben könnten. Die
faszinierenden, inzwischen fast klassischen, jedoch kontrovers
diskutierten Versuche von Libet (1978, 1985) und Libet et al.
(1983) sollen uns an dieser Stelle nicht beschäftigen, zumal es
uns um eine möglichst fundamentale Betrachtungsweise der
Problematik geht.
Um Aufschluß über
die Willensfreiheit zu bekommen, muß man natürlich vor
allem die materielle Basis des Geistes – das Gehirn –
untersuchen. Falls nun unsere Forschungen uns eines Tages zur
Schlußfolgerung gelangen lassen, daß im Gehirn alles in
Übereinstimmung mit den Gesetzen der klassischen Physik oder
auch der Quantenmechanik, sofern Mikroereignisse für bestimmte
Abläufe im Gehirn relevant sein sollten, erfolgt, stehen der
starke Dualismus und damit die Freiheit des Willens auf verlorenem
Posten. Dies würde bedeuten, daß der Materialismus oder
Epiphänomenalismus korrekt sind und die Willensfreiheit bloß
eine Illusion ist. Im übrigen ist es unwahrscheinlich, daß
neuartige makroskopische Prozesse, die aber „unphysikalisch“
sind, im Gehirn eine Rolle spielen könnten oder aber daß
im Hirngewebe eine Verletzung der Erhaltungssätze der Physik
stattfindet. Dies wäre uns vermutlich längst aufgefallen.
Daher ist die Suche nach neuartigen Phänomenen auf
makroskopischer Ebene im Gehirn wenig aussichtsreich.
Es kann indessen auch
dazu kommen, daß im Gehirn, möglicherweise auf Mikroebene,
neue, unbekannte Phänomene, entdeckt werden (vielleicht im Sinne
von Hameroff (1987), Penrose (1991) oder Eccles (1993, 1996), welche
Ereignisse auf Quantenniveau im Gehirn für bedeutsam halten),
die nicht (ganz) durch physikalische Gesetze beschreibbar sind. Im
übrigen müssen diese hypothetischen mikroskopischen
Erscheinungen makroskopische Effekte haben, irgendwie auf die
makroskopische Ebene durchschlagen. Denn die menschlichen Aktionen,
bei denen Willensfreiheit im Spiel ist, ereignen sich auf
makroskopischem Niveau. Und nun gibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder, diese neuartigen Phänomene fallen unter die Gesetze
einer künftigen, umfassenderen Physik, dann kann infolge unserer
Materie-Definition keine Willensfreiheit bestehen. Oder aber es
läßt sich nachweisen, daß kein wie auch immer
gearteter physikalischer Mechanismus existiert, der eine Erklärung
dafür liefern könnte. Gerade dies jedoch ist schwierig oder
gar unmöglich. Denn das würde die Aufgabe eines der
fundamentalen Postulate wissenschaftlicher Forschung verlangen –
die unablässige Suche nach Erklärungen, nach neuen,
umfassenderen Theorien und Gesetzen. Woher soll man a priori wissen,
daß eine Erscheinung, die uns heute rätselhaft und
unerklärlich vorkommt, nicht irgendwann doch expliziert
werden kann? Es ist zumindest derzeit nicht einzusehen, wie
sozusagen wissenschaftlich der Nachweis geführt werden
könnte, daß etwas außerwissenschaftlich ist.
Insofern würde die Entdeckung unbekannter Phänomene im
Gehirn die Frage der Existenz der Willensfreiheit wahrscheinlich
weiter offen lassen.
Willensfreiheit setzt
also ein relativ autonomes Subjekt, eine indeterministische Welt
und Vorgänge voraus, die den Rahmen der Physik bis zu einem
gewissen Grade sprengen. Sie müssen kausal in die Welt „von
außen“ eingreifen, dürfen aber wissenschaftlich
nicht ganz faßbar sein.
Schließlich aber
ist festzustellen, daß beim gegenwärtigen Kenntnisstand
die deterministische Erklärung der Vorgänge im Gehirn die
plausibelste ist. Die Voraussetzungen, unter denen Willensfreiheit
möglich erscheint, transzendieren gleichsam die Grenzen
unseres heutigen wissenschaftlichen Weltbildes. Es gibt vorerst
keine sicheren Hinweise darauf, daß im Nervengewebe
Quanteneffekte bedeutsam sind, geschweige denn Vorgänge, die
sich außerhalb der Physik abspielen. Dies jedoch legt
nahe, daß die subjektiv erlebte Freiheit des Willens lediglich
eine Täuschung darstellt mit allen daraus erwachsenden
Konsequenzen, auf die hier nicht eingegangen werden kann.
Eccles, J. (1993), Die
Evolution des Gehirns. Die Erschaffung des Selbst, München:
Piper
Eccles, J. (1996), Wie
das Selbst sein Gehirn steuert, München: Piper
Hameroff,
S. (1987), Ultimate Computing, North-Holland
Libet,
B. (1978), Neuronal vs. subjective timing for a conscious sensory
experience. In: Buser, P.A., Rougeul-Buser, A. (Hg.), Cerebral
Correlates of Conscious Experience, Elsevier/North Holland,
Amsterdam u.a., S. 69-82
Libet,
B. (1985), Unconscious cerebral initiative and the role of
conscious will in voluntary action. Behav. Brain Sciences 8:
529-566
Libet,
B., Gleason, C.A., Wright, E.W., Pearl, D.K. (1983), Time of
conscious intention to act in relation to onset of cerebral activity
(readiness-potential). Brain 106: 623-642
Penrose, R. (1991),
Computerdenken: Des Kaisers neue Kleider oder die Debatte um
künstliche Intelligenz, Bewußtsein und die Gesetze der
Physik, Heidelberg: Spektrum der-Wissenschaft
Popper, K., Eccles, J.
(1982), Das Ich und sein Gehirn, München, Zürich:
Piper
Searle, J. (1986),
Geist, Hirn und Wissenschaft, Frankfurt: Suhrkamp
Weizsäcker, C. F.
v. (1986), Die Einheit der Natur, München: Deutscher
Taschenbuch Verlag
Weizsäcker, C. F.
v. (1986), Die philosophische Interpretation der modernen Physik,
Halle (Saale): Nova Acta Leopoldina
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