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Erschienen in Ausgabe: No 88 (06/2013) Letzte Änderung: 25.05.13

Wie in einem Farbenrausch - Der Maler Peter Hartel im Schwabinger „Arts 'n' Board“

von Anna Zanco-Prestel

Nach den letzten Ausstellungen in Peking, Mallorca und New York kehrt Peter Hartel wiedernach München zurück, wo er eineReihe großformatiger Gemälde, darunter neue Arbeiten aus der jüngsten Produktion, in der Galerie Richter & Masset im Schwabinger „Arts 'n' Boards“ präsentiert.
Gemälde, in denen sich die Farbe gegen ein Geflecht von schwunghaften, meist schwarzen Linien durchsetzt und ein Wechselspiel zwischen Hell und Dunkel kreiert, das kontrastreicher nicht sein könnte. Neulich tauchen darin auch weiße Elemente wie Federn in der Luft schwebend,dieder Komposition große Leichtigkeit verleihen, die Leichtigkeit des Seins... Vor den Augen des Betrachters kristallisiert sich ein Kaleidoskop mal kompakter, greller, malhell leuchtender bis transparenter Farben oder gar Neonarben, welche komplexe Gefüge schaffen, die knappe, oft enigmatische Titel tragen wie „Crush“„Columbus Circle“ oder „Pay Attention“.
Peter Hartls „intuitive“ Art zu malen lässt in manchen seiner ausdrucksstarken Bildern auf einmal figurative Gebilde ans Licht treten, die sichin eindrucksvollen Kombinationen in ein abstraktes Ganzes einfügen. Daraus resultieren faszinierende Kompositionen, die in ihrem wilden Wuchern den Augenblick festhalten, wie das sich Öffnen eines Blumenkelchs, das Aufblühen einer Palme oder das sich Materialisieren einer Traumlandschaft, quasi einer Fata Morgana, deren Da-Sein nur ephemerer Natur ist.
Ein vulkanischer Farbenausbruch, der sich auf jeder Leinwandwiederholt, allerdings in Formen undAbstufungen, die sich kontinuierlich erneuern. Peter Hartels stark expressiver Stil trägt in seiner innerlichen Komplexität und emotionaler Vielschichtigkeit einen eigenen, persönlichen Charakter, der sich immer wieder zu erkennen gibt , selbst wenn er sich im völlig neuen Gewand vergegenwärtigt.Sean Scully, bei dem Peter Hartel sein Studium an der Kunstakademie in München absolviert hat, definierte zurecht das Werk seines Schülers als „Exemplifizierung eines imaginiertenIrgendetwas“und – an Kandinskj anknüpfend - als „Explosion des Lebens im Kosmos“.Ein Werk mit „brandstiftender“Wirkung, das die unter der Asche schlummernde Glutder Leidenschaft und des Erotismus hemmungslos nach Außen projiziert, und - wie in einem Feuerwerk -Gefühle der Freude um sich verbreitet. Freude am Leben, am irdischen Sein im Jetzt in Symbiose mit einer Welt , die durch die Macht der Kunst ihre schönste Seite offenbart.
Dr. Peter Hartl, über viele Jahre ein angesehener Röntgenspezialist mit eigener Praxis in München und seit 2012 Präsident der traditionsreichen Allotria-Gesellschaft mit Sitz im Künstlerhaus, hat in letzter Zeit ein neues Talent bei sich entdeckt: das des Bühnenbildners.Daran erinnerte in seiner Laudatio zur Eröffnung der Werkschau Edmund Gleede, der eine Auswahl seiner Bilder für seine Inszenierung von Kleists „Zerbrochenen Krug“ auf die Bühne gebracht hat, um eine heitere Note in die nüchtern-düstere Atmosphäre des „Black Box“ im Gasteig einzubringen. Ein großer Erfolg, der sich - nach den Erwartungen des Regisseurs - im kommenden Sommerbei der von ihmgeplanten Inszenierung der „Fledermaus“ im Theater in der Leopoldstraße wiederholen wird.
Bis zum 15.06.2013 täglich in der Belgradstr. 9.
www.ubidoc.de

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