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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe Letzte Änderung: 27.09.16

DASMAXIMUM gab Walter De Maria und Blinky Palermo in der „Neuen Halle“ ein Zuhause

Die neuen Nachbarn der Frau Ultramarin

von Hans Gärtner

Traunreut. Natürlich hatten, neben weiteren Lokalgrößen, Peter Lämmerhirdt und Robert Anzeneder vom Freundes- und Förderkreis DASMAXIMUM ihr Erscheinen zugesagt, als Birgit Löffler zur Eröffnung der „Neuen Halle“ ihres Traunreuter Museums eingeladen hatte. Dann aber waren auch so honorable Persönlichkeiten wie Rachel Salamander, Stephanie von Pfuel oder Romancier Norbert Niemann unter den rund 200 Eröffnungs-Gästen aus nah und fern auszumachen. Lediglich der Stifter selbst, Heiner Friedrich, musste wegen eines wichtigen Termins in Übersee absagen, als die Komplettierung seines einzigartigen Stifter-Opus, einer „Insel der Kunst zwischen Salzburg und München“, fröhlich gefeiert wurde. Die Schwester Heike Friedrich überbrachte den unterm strahlend blauen Chiemgau-Himmel Versammelten die Grüße des Ferngebliebenen, der sich um Traunreuts „Glücksfall“ und „Juwel“ – so der zu Recht stolze Zweite Bürgermeister in seiner Begrüßungsrede – ein ehrendes Gedenken, auch der gesamten Kunstwelt, sicherte.
Ein langjähriger Traum Heiner Friedrichs sei, so dessen Schwester, in Erfüllung gegangen. Friedrich hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich bei der Einrichtung der „Neuen Halle“ maßgeblich mitzuwirken. Es geht bei DASMAXIMUM ja nicht um Wechsel-Ausstellungen, sondern um eine „dauerhafte Setzung“ von Kunstwerken ab 1945. So war bereits 2011 das Konzept von Anbeginn klar: DASMAXIUM ist ein Künstlermuseum und, ganz entscheidend, ein Tageslichtmuseum, zurückzuführen auf mäzenatisches Handeln. Die Kunsthistorikerin Birgit Löffler hat sich anlässlich der „Neuen Halle“-Eröffnung deutlich hervorgehobene große Verdienste um das auf mehrere Gebäude verteilte einzigartige Museum für Gegenwartskunst erworben, vollkommen nach der Direktive des Stifters, der „Kunst Öffentlichkeit zu verleihen“ – als „das Wichtigste, was wir im Raum der Kultur schaffen können“.

Ab sofort haben Georg Baseltiz` hölzerne „Frau Ultramarin“ (2004), John Chamberlains stahlblecherne Lorelei (1982), Dan Flavins „European Couples“ (1966-71), Uwe Lausens „Adam“ (1965), Maria Zerres` „Siddharta“ (2010), Imi Knoebels Serien und Andy Warhols Extreme (die nirgendwo auf der Welt zu sehen sind) neue Nachbarn bekommen. In der 800 Quadratmeter großen vierten Halle sind Schlüsselwerke des US-amerikanischen Künstlers Walter De Maria (1935 – 2013) und einen „breiten Überblick über das Schaffen“ bietende Arbeiten des gebürtigen Leipzigers Blinky Palermo zu sehen, der, Meisterschüler von Joseph Beuys, 1977 starb. John Chamberlins Alufolien-Skulptur „Hairlesschiffon“ bewacht das neue Zuhause. Chefkuratorin Corinna Thierolf ermunterte in ihrer Eröffnungsrede unter freiem Himmel eine gespannt lauschende Zuhörerschaft mit ausführlichen Werkanalysen, sich den ebenso „hochpolitischen“ wie poetisch deklarierten Schöpfungen beider Traunreuter Neuzugänge betrachtend und denkend zu widmen.

DASMAXIMUM, Traunreut, Fridtjof-Nansen-Straße 16 (www.dasmaximum.com) hat geöffnet:Sa, So 12 – 18 Uhr (bis 29. 10.), Sa, So 11 – 16 Uhr (30. 10. – 25. 3.). Ganzer Dezember und Neujahr geschlossen. Gruppenführungen nach Vereinbarung (Tel. 08669-1203713)

Foto
Die soeben eröffnete „Neue Halle“ des nun kompletten Museums DASMAXIMUM bewacht John Chamberlains Alufolien-Skulptur „Hairlesschiffon“ (1986 – 2008). Foto: Hans Gärtner

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