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| Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe | Letzte Änderung: 19. Februar '10 |
von Egidius Schwarz
Seine erstaunliche Karriere begann in Halle an der Saale. Georg Friedrich
Händel wurde am 23. Februar 1685 im "Haus zum Gelben Hirschen" als
Sohn eines Mediziners geboren. Der früh talentierte Händel wurde von Wilhelm
Zachow in Orgelspiel, Harmonielehre und Komposition unterrichtet. Durch seinen
Lehrer erhielt er nicht nur tiefere Einblicke in die deutsche Musiktradition,
sondern wurde auch mit den Kompositionen neuer italienischer und französischer
Meister vertraut. 1702 schrieb sich der junge Händel an der Universität in
Halle ein, um Jura zu studieren. Jedoch schon vier Wochen später nahm er seine
erste Stelle als Organist an der reformierten Schloß- und Domkirche an. Ein jährliches
Gehalt von 50 Reichstalern machte den 17-Jährigen finanziell unabhängig. Mit 18
Jahren ging Händel nach Hamburg. Später setzte er als Geiger im Ensemble des
Opernhauses am Gänsemarkt seine Karriere fort. Bald trat er auch als Cembalist,
Kapellmeister und Komponist hervor: Vier deutschsprachige Opern entstanden in
dieser Zeit, zu denen "Almira" und "Nero"
gehören.
Mit 21 Jahren ging Händel nach Italien, bereiste das Land und stand zeitweilig
im Dienst des Marchese Francesco Maria Ruspoli in Rom. Dort schrieb er Opern,
die vom Papst verboten wurden, aber auch – durch Corelli, Scarlatti und
Carissimi beeinflußt – weltliche und geistliche Kantaten sowie Oratorien. In
Florenz, bei den Medici, wo das päpstliche Opern-Verbot nicht galt, komponierte
er seinen "Rodrigo" (1707). Zu einem Triumph wurde die Uraufführung
seiner "Agrippina" in Venedig (1709).
Nach einem Aufenthalt als Kapellmeister beim Kurfürsten von Hannover ging
Händel nach London, das er 1711 nur zur Premiere seines „Rinaldo“ besuchen
wollte. Aus der Stippvisite wurde ein Aufenthalt von 50 Lebensjahren. Bereits 1712
übersiedelte er nach London. Dort entstanden Werke wie das "Utrechter
Tedeum. Zu Ehren des Kurfürsten von Hannover, der 1714 als King George I. den
englischen Thron bestieg, schrieb er die "Wassermusik". Später wurde
er Hofkapellmeister und stand im Dienst seines Mäzens, dem Herzog von Chandos
in Cannons.
1719 bekam Händel, der mittlerweile die Londoner
Musikszene dominierte, den Auftrag, ein königliches Opernhaus – die Royal
Academy of Music – zu gründen, für das er zwischen 1720 und 1728 auch 14
italienische Opern schrieb, u.a. "Radamisto" (1729), "Giulio
Cesare in Egitto" (1724) oder "Tamerlano" (1724).
Nach anfänglichen Erfolgen wurde die als "Adelsoper" geltende
italienische Opera seria vom Publikum abgelehnt. Insbesondere durch Gay und
Pepusch mit ihrer "Beggars' Opera" wurde Händels Einfluß in London
zusehends kleiner. Daraufhin, und ob des wirtschaftlichen Mißerfolges, wurde
1728 das königliche Opernunternehmen aufgelöst, auch zwei Neugründungen
scheiterten. Diese mißliche Lage führte zur Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Komponisten. Kurz nach dem gesundheitlichen
Zusammenbruch entschloß sich Händel 1737 dazu, das Unternehmen Oper aufzugeben.
Das Opern-Schaffen trat zugunsten des Oratorien-Schaffen 1740 in den
Hintergrund. In das Jahr 1742 fällt sein "Messias", der überall
gefeiert und zu einer "zweiten Nationalhymne" wurde. Ein Jahr später,
1743, entstand das "Dettinger Te Deum" zur Feier des Sieges König
Georgs II. über die Franzosen. Zum Aachener Frieden 1748 komponierte Händel die
"Feuerwerksmusik". 1750 begann er bei der Arbeit an seinem Oratorium
"Jephta" zunehmend zu erblinden. Bereits acht Jahre später starb der
begnadete Komponist am 14. April 1759. Seine Grablege befindet sich in Westminster
Abbey. Händel hinterließ ein umfangreiches Werk, darunter 40 Opern und 25
Oratorien.
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