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| Erschienen in Ausgabe: No. 34 (4/2008) | Letzte Änderung: 12. Januar '09 |
von Stefan Groß
Der 1932 in Göttingen geborene
Bernhard Vogel hatte, bevor er 1992-2003 Ministerpräsident von Thüringen
war, von 1976 bis 1988 diese politische Funktion für das Land Rheinland Pfalz
inne. Damit schaffte Vogel ein Novum innerhalb der Geschichte der Bundesrepublik,
denn er war als einziger Politiker Ministerpräsident in zwei Bundesländern.
Vogel, der eigentlich, so der
Wunsch seiner Eltern, Jurist werden sollte, studierte Politikwissenschaft,
Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaft, in München und Heidelberg, wo er
mit einer Dissertation mit dem Thema Die Unabhängigen in den Kommunalwahlen
westdeutscher Länder 1860 zum Doktor promoviert wurde. Bevor er sich für eine politische Karriene entschied, lehrte er am Institut für Politische Wissenschaft in Heidelberg.
1967 wurde Vogel Vorsitzender des
CDU-Bezirksverbandes Pfalz, 1974 Landesvorsitzender der CDU in Rheinland-Pfalz.
Von 1975 bis 2006 war er Mitglied des CDU-Bundesvorstandes. In den Jahren 1983
bis 1993 agierte er als Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, deren Vorsitz er
seit 2001 wieder innehat.
Vogel wurde am 2. Dezember 1976
zum Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt, vom 1. November 1976 bis
zum 31. Oktober 1977 fungierte er zugleich als Präsident des Bundesrates.
Darüber hinaus war er von 1981 bis 1983 als Vorsitzender der Ministerkonferenz
und vom 1. November 1987 bis zum 31. Oktober 1988 schließlich erneut Präsident
des Bundesrates.
Am 5. Februar 1992 wurde Vogel als
Nachfolger des zurückgetretenen Josef Duchaĉ zum Ministerpräsidenten des
Freistaates Thüringen gewählt. Dieses Amt gab er am 5. Juni 2003 aus
Altergründen auf. Bis 1999 war er Vorsitzender der Thüringer CDU. Bei der
Landtagswahl von 1994, wo sein Koalitionspartner, die FDP, an der
Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, ging er eine Große Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
(SPD) ein. Zu einem großen politischen Erfolg für den charismatischen
Politiker wurde die Landtagswahl von 1999. Dort gelang der CDU mit
51,0% der Stimmen die absolute Mehrheit.
Nachfolger im Amt des
Ministerpräsidenten wurde der 1958 in Heiligenstadt geborene Dieter Althaus,
der zu DDR-Zeiten Physik und Mathematik studierte, und sein Studium 1983 als
Diplom-Lehrer beendete. 1985 wurde Althaus Mitglied der CDU der DDR. Von 1991
bis 2001 war er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Eichsfeld. 1993 wurde er
zum Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden und 2000 zum Landesvorsitzenden der
CDU in Thüringen gewählt. Vom 11. Februar 1992 bis zum 1. Oktober 1999 gehörte
Althaus als Kulturminister der von Bernhard Vogel geführten
Landesregierung von Thüringen an. Am 5. Juni 2003 wurde er zum Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen
gewählt. Vom 1. November 2003 bis zum 31. Oktober 2004 war er turnusgemäß Bundesratspräsident.
Am Neujahrstag verunglückte
Althaus bei einem Skiunfall im Ski-Gebiet Riesneralm, wo er mit einer
Skifahrerin zusammenstieß, die noch auf dem Transport ins Krankenhaus ihren
tödlichen Verletzungen erlag. Althaus wurde mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma
in das Krankenhaus in Schwarzbach
im Pongau eingeliefert, später in das Universitätsklinikum Jena verlegt.
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