Drucken -

Die aktuelle Juli-Ausgabe 2016 ist da!

Feuilleton 25.10.16 Artikel lesen

Schlesischer Dichter in Thüringen und Hessen - Ausstellung zu Gustav Freytags 200. Geburtstag

Im ehemaligen Ostberlin ist am 18. August der 1930 in der schlesischen Hauptstadt Breslau geborene Historiker Kurt Pätzold einem Krebsleiden erlegen. Er war 1945 auf der Flucht mit seinen Eltern nach Thüringen gekommen und hatte von 1948 bis 1953 an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena Geschichte, Philosophie und politische Ökonomie studiert.

> Jörg Bernhard Bilke: Schlesischer Dichter in Thüringen und Hessen
 
Feuilleton 24.10.16 Artikel lesen

Buchvorstellung im Jüdischen Gemeindezentrum - Gila Lustigers Essay „Erschütterung“ - Über den Terror

In Europa begann 2015 eine neue Zeit:Die brutalen Anschläge in Paris auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt, die Attentate vom 13. November auf das Bataclan, die Restaurants, Bistros und das Stade de France - ein Jahr, das nicht nur in Frankreich von einer Vielzahl weiterer islamistischer Übergriffe, antisemitischer Attentate und einem erschreckenden Aufschwung der extremen Rechten geprägt war.

> Buchvorstellung im Jüdischen Gemeindezentrum - Gila Lustigers Essay „Erschütterung“ - Über den Terror
 
Feuilleton 25.07.16 Artikel lesen

Auf der falschen Seite des Rheins

Bild

Unser Herz sei groß genug, um zwei Menschen darin zu lieben, entgegnet die Heldin des neuen Romans, Laura Merak, vor Jahren ihrem Ehemann Richard Merak, doch der hielt das für eine Lüge.

> Auf der falschen Seite des Rheins
Nach Oben
 
Feuilleton 22.02.16 Artikel lesen

Leipzig ist unerschöpflich - Zum 90. Geburtstag Erich Loests

Drei Jahre nach seinem Tod darf man fragen, was bleiben wird von seinem umfangreichen Werk, dessen wertvollerer und diskussionswürdiger Teil nach siebenjähriger Haft im Zuchthaus Bautzen II geschrieben wurde.

> Leipzig ist unerschöpflich - Zum 90. Geburtstag Erich Loests
 
Feuilleton 22.02.16 Artikel lesen

Deutsche Literatur aus Mähren - Marie von Ebner-Eschenbach zum 100.Todestag

Den älteren Lesern im deutschen Sprachraum dürfte die Erzählung „Krambambuli“ (1883) noch aus der Schulzeit bekannt sein.

> Deutsche Literatur aus Mähren - Marie von Ebner-Eschenbach zum 100.Todestag
 
Feuilleton 20.02.16 Artikel lesen

Umberto Eco ist tot

Umberto Eco ist tot. Der Schriftsteller und Professor, weltweit bekannt durch den Bestseller-Roman „Der Name der Rose“, ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

> Umberto Eco ist tot
Nach Oben
 
Feuilleton 16.10.15 Artikel lesen

Der Schriftsteller Martin Walser erhält den Internationalen Friedrich-Nietzsche-Preis in Naumburg

Der Internationale Friedrich-Nietzsche-Preis wurde neu geschaffen und wird alle zwei Jahre verliehen. Damit hat er den zwischen 1996 und 2012 vergebenen Friedrich-Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt abgelöst. Der Preisträger 2015 ist derrenommierte Schriftsteller Martin Walser. Der Preis, der mit 15.000 Euro dotiert ist, wird für philosophisch-essayistische Werke verliehen. Der Preis wird am Samstag, den 17. Oktober, Martin Walser überreicht.

> Nietzsche lebenslänglich von Martin Walser
 
Feuilleton 13.10.15 Artikel lesen

Das „erstaunliche Wort von der ‚deutschen Chance‘“. Der Mann Otto Klepper

Bild

Wir schreiben das Jahr 1947 und Otto Klepper – ehemaliger Finanzminister der Weimarer Republik und nach der Machtergreifung der Nazis Emigrant -, sprach es als erster in der noch anwesenden Trümmerwelt für das geschlagene Deutschland aus.

> Das „erstaunliche Wort von der ‚deutschen Chance‘“. Der Mann Otto Klepper
 
Feuilleton 10.08.15 Artikel lesen

Anne Weber: Ahnen. Ein Zeitreisetagebuch

Wer schon einmal als Strandspaziergänger im Wattenmeer Deutschland oder der Niederlande den an ein aufgezogenes Spielzeug erinnernden kleinen weiß-grau-braunen Watvogel beobachten konnte, bleibt fasziniert stehen und schaut dem kleinen Gesellen ausdauern zu

> Sanderling oder: Vor und zurück
Nach Oben
 
Feuilleton 18.07.15 Artikel lesen

Verschollener Roman Siegfried Pitschmanns: Ein Schlesier im Kombinat „Schwarze Pumpe“

Die Geschichte der DDR-Literatur ist, so scheint es, auch ein Vierteljahrhundert nach dem Untergang des SED-Staates, noch nicht abgeschlossen. Die drei Bände mit Tagebüchern und sieben Bände mit Briefen der frühverstorbenen Brigitte Reimann (1933-1973), die seit 1993 erschienen sind und einen seltenen Einblick in das nichtöffentliche Literaturgeschehen vermitteln, zeigen es.

> Verschollener Roman Siegfried Pitschmanns Ein Schlesier im Kombinat „Schwarze Pumpe“
 
Feuilleton 27.05.15 Artikel lesen

Rebecca Miller: Jacobs wundersame Wiederkehr

"Das Böse ist der Stuhl des Guten." Diese Worte von Israel ben Elieser, genannt Baal Schem Tow, der als Begründer der chassidischen Bewegung innerhalb des religiösen Judentums gilt, hat Rebecca Miller ihrem Roman voran- und - das wird nach Zuschlagen der letzten Seite deutlich - auch als Leitmotiv gesetzt.

> Die Macht des Schicksals oder: "Alle Rechtschaffenheit ist eine Maske"
 
Feuilleton 13.05.15 Artikel lesen

Der Schriftsteller Reiner Kunze erhält Franz Josef Strauß-Preis

Am Samstag, den 9. Mai 2015, wurde der Schriftsteller und SED-Regimegegner Reiner Kunze mit dem Franz Josef Strauß-Preis der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet. Kunze, der derzeit im Raum Passau lebt, mußte als Bürgerrechtler und DDR-Dissident seine Heimat verlassen und siedelte 1977 in die Bundesrepublik über. Immer wieder hatte sich Kunze für die Deutsche Wiedervereinigung eingesetzt.

Nach Oben
 
Feuilleton 13.04.15 Artikel lesen

Literaturnobelpreisträger Günter Grass ist tot

Bild

Mit 87 Jahren ist am 13. April der Literaturnobelpreisträger Günter Grass an den Folgen einer Infektion in einer Lübecker Klinik gestorben. Seit 1959, mit dem Erscheinen seines Romans „Die Blechtrommel“, galt der aus Danzig gebürtige Grass als einer der wichtigsten Autoren der Welt. Grass zählte neben Martin Walser zu den derzeit renommiertesten Literaten der Bundesrepublik Deutschland.

 
Feuilleton 23.03.15 Artikel lesen

Hilfsschule Bixley I und II

Bild

Als der Schriftsteller Milan Kundera im Jahre 1981 vom Journalisten Jürgen Serke auf dem Slawisten-Kongress in Philadelphia einen Gedichtband von Ivan Blatný (21. Dezember 1919 in Brünn - 5. August 1990 in Colchester) in die Hand gedrückt bekam, begann er zu schwärmen: „Den musst du besuchen. Wenn du wissen willst, wie phantastisch tschechische Lyrik in den vierziger Jahren war, dann wirst du es bei ihm erfahren. Einer der großen. Und Momente dieser Größe findest Du in diesem Band.

> Hilfsschule Bixley I und II - Zwei Bände des großen Lyrikers Ivan Blatný in famoser Übersetzung von Frank Wolf Matthies
 
Feuilleton 11.03.15 Artikel lesen

Der renommierte Kunstkritiker Dieter Hoffmann wurde 80

Bild

Ein Leben. Und was für ein Leben. Und zum 80ten legen gleich zwei Verlage jeweils einen Übersichtsband vor. Doch wo bleibt das hochverdiente, das große Echo? Wir vergessen zu schnell.

> Trauerweidengespeitschte Kunst
Nach Oben
 
Feuilleton 17.03.15 Artikel lesen

Das Wüten der Roten Armee 1945 - Freya Kliers Buch über den Untergang Königsbergs

Kaum ein Deutscher (die wenigen Betroffenen, die noch leben, ausgenommen), dürfte sich heute an den Untergang der deutschen Provinz Ostpreußen vor 70 Jahren erinnern. Am 13. Januar 1945 begann die Offensive der „Roten Armee“, die bis 25. April, als die letzten Reste der „Wehrmacht“ im Samland ausgeschaltet waren, andauerte.

> Das Wüten der Roten Armee 1945 - Freya Kliers Buch über den Untergang Königsbergs
 
Feuilleton 17.03.15 Artikel lesen

Hilfsschule Bixley I und II - Zwei Bände des großen Lyrikers Ivan Blatný in famoser Übersetzung von Frank Wolf Matthies

Bild

Als Milan Kundera 1981 vom Journalisten Jürgen Serke auf einem Slawisten-Kongress in Philadelphia einen Gedichtband von Ivan Blatný (21. Dezember 1919 in Brünn - 5. August 1990 in Colchester) in die Hand gedrückt bekam, begann er zu schwärmen: „Den mußt du besuchen. Wenn du wissen willst, wie phantastisch tschechische Lyrik in den vierziger Jahren war, dann wirst du es bei ihm erfahren.

> Hilfsschule Bixley I und II - Zwei Bände des großen Lyrikers Ivan Blatný in famoser Übersetzung von Frank Wolf Matthies
 
Feuilleton 03.03.15 Artikel lesen

Willi Winkler: Deutschland, eine Winterreise

Willi Winklers Idee einer "Winterwanderung" durch Deutschland ist so neu nicht. Mit seinem hymnischen Gedicht "Harzreise im Winter", dem die obigen Zeilen entnommen wurden, bezieht sich z. B. auch unser Dichterfürst J. W. Goethe auf einen derartig unternommenen "Ritt" durch den Harz und die Besteigung des verschneiten Brocken im Dezember 1777.

> Willi Winkler: Deutschland, eine Winterreise
Nach Oben
 
Feuilleton 03.03.15 Artikel lesen

„Gegenspiel“ und „Fliehkräfte“ - Männliche und weibliche Versionen eines Ehedramas von Stephan Thome

Stephan Thome ist etwas gelungen, was bislang noch kein Schriftsteller vermocht hat: Er hat einen Doppelroman über ein modernes Ehedrama geschrieben, wobei der erste Roman das Erleben und die Sichtweise des Mannes schildert, der andere jenes der Frau. In beiden Romanen geht es um dieselben Personen und um dieselbe Beziehungsgeschichte.

> „Gegenspiel“ und „Fliehkräfte“ - Männliche und weibliche Versionen eines Ehedramas von Stephan Thome
 
Feuilleton 03.03.15 Artikel lesen

Zum Tod des Literaturkritikers Fritz J. Raddatz

In den Nachrufen auf den Literaturkritiker Fritz Joachim Raddatz (1931-2015), der am 26. Februar in Zürich den Freitod gewählt hat, werden die dunklen Seiten seines Lebens, zumal in den Zeitungen, für die er geschrieben hat, nicht erwähnt.

> Schludereien waren sein Arbeitsstil> Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Raddatz – Nizza, mon amour> Rezension Raddatz: Die große Einsamkeit des Rainer Maria Rilke
 
Feuilleton 08.12.14 Artikel lesen

Die Pädagogik Tolstois

Tolstoi erbte das Landgut Jasnaja Poljana im Alter von 18 Jahren. Zu dem Gut gehörten damals über 1800 Hektar Land, fünf Dörfer und 300 Leibeigene, worunter Männer im arbeitsfähigen Alter gezählt wurden. Er wurde in Jasnaja Poljana in einem schlichten Grab beerdigt Das Gut ist heute ein vielbesuchtes Museum, das seit 1921 existiert. Seine Hauptwerke Krieg und Frieden und Anna Karenina, die Tolstois literarischen Weltruhm begründeten, schrieb er auf dem Landgut.

> Die Pädagogik Tolstois
Nach Oben
 
Feuilleton 05.01.15 Artikel lesen

Schreiben, um zu überleben.- Patrick Modiano und seine Rettung durch Kreativität

Patrick Modiano, der Literaturnobelpreisträger des Jahres 2014, hatte eine lieblose und kalte Kindheit, aus der er als geschädigtes Wesen hervorging. In seinen autobiographischen Romanen „Ein Stammbaum“ und Familienstammbuch“ betont er mehrmals, dass seine Kindheit und Jugend „die leeren Jahre“ seines Lebens gewesen seien.

> Schreiben, um zu überleben.- Patrick Modiano und seine Rettung durch Kreativität.
 
Feuilleton 15.11.14 Artikel lesen

Botho Strauss: Herkunft

"Mein Vater lebt, ein Lebender, in mir / So lang ich atme lebt auch sein Gedächtnis." Dies schrieb Franz Grillparzer in seinem 1848 vollendeten Märchendrama "Libussa". Der kurze Satz könnte auch als Leitmotiv über dem schmalen Bändchen von Botho Strauss stehen.

> "Herkunftsnähe, Herkunftsferne" oder: "Ein Zoom in der Zeit" durch die Schule der Erinnerung
 
Feuilleton 27.08.14 Artikel lesen

Daniel Glattauer: Geschenkt

Bild

Copyright: www.pertramer.at

Zwei Jahre lang ging in Braunschweig ab November 2011 ein Wohltäter um, der Geld an Bedürftige verteilte. Alles begann mit einem Artikel in der "Braunschweiger Zeitung" über einen Handtaschenraub in der Stadt.

> Daniel Glattauer: Geschenkt - Der Glücksbote oder: Der "Che Guevara aus Simmering
Nach Oben
 
Feuilleton 08.10.14 Artikel lesen

Ist das ostdeutsche Kulturerbe heute vergessen?

Der Festsaal im Bonner Universitätsklub war am Nachmittag des 17. September mit fast 200 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt, als die am 12. Juni 1974 in Stuttgart gegründete „Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen“ ihren 40. Geburtstag beging.

> Die Bonner „Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen“ beging ihren 40. Geburtstag
 
Feuilleton 27.10.14 Artikel lesen

Paul Auster:
Bericht aus dem Inneren

Was er in seinem vorangegangen "Winterjournal" begann, das setzt Paul Auster in seinem "Bericht aus dem Inneren" fort. Beide Bücher stehen für einen Rückblick auf ein intensives, ein gelebtes Leben. Aus einzelnen Fetzen und Bruchstücken webt der amerikanische Schriftsteller erneut einen Teppich aus Erinnerungen. Dieses Mal geht der Blick noch weiter zurück, in seine Kindheit. Auch wenn Auster gealtert ist und die Zeichen der Zeit sich in sein Gesicht gegraben haben, so trägt er doch immer noch den Jungen von einst in sich. Und darüber schreibt er.

> "Flecken auf der Seele" oder: "Wer warst du, kleiner Mann?"
 
Feuilleton 27.10.14 Artikel lesen

Feine Herzen, grobe Herzen in Nicki Pawlows neuem Buch “Der bulgarische Arzt”

2019 wird die bulgarische Stadt Plovdiv die europäische Kulturhauptstadt. Und in Plovdiv spielt auch ein Gutteil der spannenden Handlung des Romans der 1964 in Köthen, Sachsen-Anhalt, mitten im Kalten Krieg als Tochter eines bulgarischen Vaters, des Arztes, und einer deutschen Mutter, geborenen Nicki Pawlow. In Plovdiv lebt die Familie des Vaters, dessen wuchtiger Schädel bald einem befreundeten Ostberliner Bildhauer als Vorlage für eine Karl-Marx-Büste dient.

> Feine Herzen, grobe Herzen in Nicki Pawlows neuem Buch “Der bulgarische Arzt”
Nach Oben
 
Feuilleton 27.10.14 Artikel lesen

David Nicholls:
Drei auf Reisen

"Den 3. September früh drei Uhr stahl ich mich aus dem Karlsbad weg, man hätte mich sonst nicht fortgelassen. Man merkte wohl, daß ich fort wollte. Ich ließ mich aber nicht hindern, denn es war Zeit." Als sich Johann Wolfgang von Goethe unter dem Namen Möller im Jahre 1786 aus dem böhmischen Badeort davonschlich, hatte er vor, seinem Leben eine komplett neue Wendung zu geben. Er reiste nach Italien, um Maler zu werden. Das Resultat dieser "Selbstfindung": Die gedruckte Form seiner "Italienische Reise".

> Formen der Zeit oder: Wo liegen die Ränder des Unglücks
 
Feuilleton 27.10.14 Artikel lesen

Peggy Parnass, Tita do Rêgo Silva: Kindheit

Kindheit - sich um nichts Sorgen machen, schnell und einfach Freundschaften knüpfen, nach einem Streit sofort wieder versöhnen ohne langes hin und her, sich nicht mit der Mutter streiten und auch nicht den Streit der Erwachsenen mitkriegen. Unbeschwert einfach in den Tag hineinleben und nur das Gute in der Welt sehen, weil man das Schlechte noch nicht versteht.

> Peggy Parnass, Tita do Rêgo Silva: Kindheit
 
Feuilleton 27.10.14 Artikel lesen

Dinaw Mengestu:
Unsere Namen

"Namen sind Schall und Rauch" - so lautet eine im Volksmund weit verbreitete Wendung, die ihren Ursprung in Goethes "Faust" (Der Tragödie erster Teil) hat. Sind Namen tatsächlich so unbedeutend, vergänglich und nicht greifbar wie ihr physikalischer Vergleich? Sagen sie wirklich nichts über eine Person oder eine Sache aus? Die lateinische Redensart "Nomen est omen" - "Der Name ist ein Zeichen" meint genau das Gegenteil.

> Dinaw Mengestu: Unsere Namen
Nach Oben
 
Feuilleton 15.10.14 Artikel lesen

Ein klares Bekenntnis zum Fragment - Salzburg verlieh seinen Georg-Trakl-Preis 2014 für Bildende Kunst an einen Wiener

Bild

27 Wolken aus feinem Textilgespinst segeln an unterschiedlich langen Fäden von der Zimmerdecke. Sie sind schmutzig-weiß bis nachtschwarz. Georg Trakl, der Salzburger Dichter (1887 – 1914), der vor 100 Jahren starb, zog das schmutzige dem leuchtenden Weiß ebenso vor wie die Nacht dem Tag und die Schwärze der Helle.27 Wolken aus feinem Textilgespinst segeln an unterschiedlich langen Fäden von der Zimmerdecke. Sie sind schmutzig-weiß bis nachtschwarz. Georg Trakl, der Salzburger Dichter (1887 – 1914), der vor 100 Jahren starb, zog das schmutzige dem leuchtenden Weiß ebenso vor wie die Nacht dem Tag und die Schwärze der Helle.

> Ein klares Bekenntnis zum Fragment - Salzburg verlieh seinen Georg-Trakl-Preis 2014 für Bildende Kunst an einen Wiener
 
Feuilleton 08.10.14 Artikel lesen

Michael Köhlmeier:
Zwei Herren am Strand

Bild

Clowns verfügen über vielfältige Fähigkeiten: Schauspieltalent, Beweglichkeit, Musikalität, psychologisches Einfühlungsvermögen, ein reiches Innenleben und noch über vieles mehr. Wenn sie vor ihrem Publikum stehen, machen sie ihre einstudierten Späße und tapsigen Be-wegungen, tollen herum und lachen über sich.

> "Duck-Walk-Talks" oder: Die Methode des Clowns
 
Feuilleton 08.10.14 Artikel lesen

Petra Hartlieb:
Meine wundervolle Buchhandlung

"Smoke" - ein Independent-Episodenfilm nach Paul Auster, der eine seiner Kurzgeschichten zum Drehbuch umschrieb und der 1995 auf der Berlinale den Silbernen Bären erhielt -, han-delt von einem altmodischen Tabakladen in Brooklyn.

> "Scheiße, wir haben eine Buchhandlung gekauft!" (P. Hartlieb
Nach Oben
 
Feuilleton 08.10.14 Artikel lesen

Angelika Overath:
Sie dreht sich um

Bild

Um nur wenige Meisterwerke der Kunstgeschichte rankt sich so viel Unerklärliches und Mysteriöses. Das Lächeln der Mona Lisa gilt als Inbegriff des Weiblich-Rätselhaften, ihr Porträt als Symbol des Geheimnisvoll-Distanzierten.

> Seitensprünge oder: "Alles könnte normal sein."
 
Feuilleton 18.08.14 Artikel lesen

Emile Vigneron: Der große Prinz -
Wenn der kleine Prinz erwachsen wird

Emile Vigneron denkt die Geschichte vom kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry weiter: Was passiert, wenn der kleine Prinz erwachsen wird? Wenn die Verantwortung wächst und er gezwungen ist, sein Nomadenleben in einer globalisierten Welt zu führen? Der große Prinz ist Schäfer geworden – und weil sein Planet nicht mehr genug Platz für seine 99 Schafe hat, muss er von Planet zu Planet zu ziehen. Emile Vigneron lässt den großen Prinzen Geschichten erzählen über die Orte, die Begegnungen und Erlebnisse während seiner langen Reise, die ihn schließlich in den New Yorker Central Park führt. Doch auch dort ist die Suche noch nicht zu Ende … Der Illustrator Peter Menne setzt die Geschichte des erwachsen gewordenen kleinen Prinzen in fantasievolle Bildwelten um.

> Emile Vigneron: Der große Prinz - Wenn der kleine Prinz erwachsen wird> Hamburger Abendblatt> WDR
 
Feuilleton 13.08.14 Artikel lesen

Emil Ostrovski:
Wo ein bisschen Zeit ist...

Leben an der Schwelle zum Erwachsenwerden ist vielfach nicht ganz einfach für die "Betroffen". Aus Kindern werden junge Persönlichkeiten, die nach eigenen Wegen suchen und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen sowie Identität und Selbstwertgefühl, Individualität und Autonomie herausbilden. Kritische Fragen stellen sich ihnen in den Weg: Wer bin ich eigentlich? Wo komme ich her?

> Emil Ostrovski: Wo ein bisschen Zeit ist...
Nach Oben
 
Feuilleton 13.08.14 Artikel lesen

Marion Brasch:
Wunderlich fährt nach Norden

Wer erinnert sich noch an K.I.T.T.? In der erfolgreichen US-Fernsehserie "Knight Rider" aus den 80er Jahren kämpfte das sprechende und selbstdenkende Superauto zusammen mit David Hasselhoff alias Michael Knight für Recht und Gerechtigkeit. Immer wieder rettete der sprechende Pontiac Firebird Trans AM seinem Fahrer den Hintern und hatte dabei stets einen passenden, witzigen oder manchmal ziemlich altklugen Spruch parat.

> Marion Brasch: Wunderlich fährt nach Norden
 
Feuilleton 13.08.14 Artikel lesen

Hans Keilson:
Komödie in Moll. Erzählung

Hans Keilson ist eine Jahrhundertgestalt. Am 12. Dezember 2014 würde er 105 Jahre alt werden (er starb am 31. Mai 2011). Bis ins hohe Alter hinein war der Arzt, Psychoanalytiker, Pädagoge und Schriftsteller geistig sprühend und voller Lebensenergie. Bereits als 23-Jähriger publizierte er eine bemerkenswerte Erzählung ("Das Leben geht weiter. Eine Jugend in der Zwischenkriegszeit").

> "Literatur ist das Gedächtnis der Menschheit" (Hans Keilson)
 
Feuilleton 13.08.14 Artikel lesen

Robert Seethaler:
Ein ganzes Leben

Noch bis ins 19. Jahrhundert waren die Alpen wegen der für Mensch und Tier gefährlichen und mühsamen Fortbewegung ein nahezu rundherum durch hohe Bergzüge verschlossenes Gebirgsgebiet, fernab von jeglichen Tourismusströmen. Doch schon bald weckten genau diese Regionen das Interesse von zumeist gut betuchten Bergtouristen, die sich gegen ein paar Münzen von ortskundigen Einheimischen auf ihren Gipfelbesteigungen führen ließen.

> Man muss den Blick heben, um "über sein eigenes, eng begrenztes Fleckchen Erde" hinwegschauen können
Nach Oben
 
Feuilleton 13.08.14 Artikel lesen

Neil Shubin: Das Universum in dir. Eine etwas andere Naturgeschichte

"Unsere Körper und unsere Gene sind übereinander geschichtete biologische Erfindungen, die im Laufe der Jahrmilliarden aufeinander abgestimmt wurden (...); jede Zelle und jedes Gen ist das Produkt der Wechselbeziehungen zwischen unserem Planeten und den Lebewesen." Bereits in seinem ersten Buch "Der Fisch in uns" beschäftigte sich Neil Shubin, Paläontologe und Leiter des Instituts für organische Biologie und Anatomie an der University Chicago, mit dem Ursprung des Menschen. Jeder von uns trägt die 3,5 Milliarden lange Geschichte des Lebendigen in sich.

> Neil Shubin Das Universum in dir. Eine etwas andere Naturgeschichte
 
Feuilleton 13.08.14 Artikel lesen

Kerstin Preiwuß
Restwärme

Ob am Lagerfeuer, beim Betrachten einer Kerze oder vor dem Kamin: Ein jeder hat sie wohl schon erlebt, diese Faszination und Kraft. Das züngelnde Spiel der Flammen zieht uns magisch an. Ein Feuer verändert sich ständig, hat lebendige Energie, die wir unbewusst wahrnehmen. In seinem flackernden Schein entstehen Bilder, die sich in uns hineinprojizieren und unsere Fantasie beflügeln.

> "Man muss wohl einen Ort finden für all die widersprüchlichen Gefühle..."
 
Feuilleton 13.08.14 Artikel lesen

Karl Ove Knausgård: Leben

"Ein Gefühl von Freude stieg in mir auf, aber nicht die Art von Freude, die mit Hellem, Leichtem und Unbekümmertem zu tun hat, nein, diese Freude hatte eine andere Qualität, und wenn sie auf die Melancholie und die Schönheit der Musik und der Welt traf, die um mich herum starb, glich sie dem Kummer, dem schönen Kummer, dem Liebekummer - Schönes und Schmerzvolles in einer unmöglichen Verbindung.

> Über das Verhältnis des Großen zum Kleinen im Alltag
Nach Oben
 
Feuilleton 23.07.14 Artikel lesen

Rax Rinnekangas
Der Mond flieht

"Auf den Tod nahmen wir keine Rücksicht. Wir kannten ihn nicht und dachten auch nicht an ihn, bis er in jenem Sommer in unser Leben trat. (...) Als die entsetzliche Geschichte (...) begann, rannten wir drei mit Leidenschaft etwas sehr Unschuldigem entgegen - und spürten die unheimlichen Verheißungen des Lebens in den Fingerspitzen (...) ohne zu ahnen, dass sich im Universum dieses Sommers bereits schwarze Fäden aufeinander zu bewegten, um sich zu verschlingen."

> Rax Rinnekangas - Der Mond flieht
 
Feuilleton 07.05.14 Artikel lesen

Franz Fühmann zum 30. Todestag -Doppelheft von „TEXT + KRITIK“ erschienen

Der aus dem Sudetenland stammende DDR-Schriftsteller Franz Fühmann (1922-1984) ist vor 30 Jahren, am 8. Juli 1984, an einem Krebsleiden verstorben. Geboren am 15. Januar 1922 als Sohn eines nationalgesinnten Apothekers in Rochlitz/Riesengebirge, besuchte er nach der Volksschule für vier Jahre das Jesuitenkonvikt Kalksburg bei Wien, aus dem er aber 1936 floh, um das Gymnasium im nordböhmischen Reichenberg zu besuchen, das Abitur legt er 1941 in Hohenelbe ab.

> Franz Fühmann zum 30. Todestag -Doppelheft von „TEXT + KRITIK“ erschienen
 
Feuilleton 07.05.14 Artikel lesen

Die Stadt München verlieh dem Schriftsteller Hans Pleschinski ihren Literaturpreis 2014

Alle drei Jahre wird er vergeben, der Literaturpreis der Stadt München. Den ersten erhielt Carl Amery, den letzten Keto von Waberer, 2014 kommt Hans Pleschinski in den Genuss der Ehre und der Preissumme von 10 000 Euro. „Zwischen Zivildienst und Studium“ traf der zwanzigjährige Sohn eines Dorfschmiedes aus der Lüneburger Heide 1976 in München ein, wo er noch heute wohnt, im Glockenbachviertel, und sich „keine Sekunde langweilte“ – so sein Bekenntnis zu der Stadt, die in vielen seinen Büchern nicht gerade gut wegkommt.

> „Nie war es herrlicher zu leben …“ Die Stadt München verlieh dem Schriftsteller Hans Pleschinski ihren Literaturpreis 2014
Nach Oben
 
Feuilleton 23.01.14 Artikel lesen

Die Monotonisierung
der Welt

Bild

Monotonisierung der Welt. Stärkster geistiger Eindruck von jeder Reise in den letzten Jahren, trotz aller einzelnen Beglückung: ein leises Grauen vor der Monotonisierung der Welt. Alles wird gleichförmiger in den äußeren Lebensformen, alles nivelliert sich auf ein einheitliches kulturelles Schema. Die individuellen Gebräuche der Völker schleifen sich ab, die Trachten werden uniform, die Sitten internationaler. Immer mehr scheinen die Länder gleichsam ineinandergeschoben, die Menschen nach einem Schema tätig und lebendig, immer mehr die Städte einander äußerlich ähnlich.

> Die Monotonisierung der Welt
 
Feuilleton 27.03.14 Artikel lesen

Saša Stanišić:
Vor dem Fest

"Der Fährmann hat einmal erzählt, es gebe im Dorf jemanden, der mehr Erinnerungen von anderen Leuten besitze als Erinnerungen, die seine eigenen sind.", heißt es im frisch prämierten "Heimat"-Roman von Saša Stanišić. Erinnerungen als Zeitweiser. Denn was wir heute Heimat nennen, finden wir nicht in der Zukunft und auch nicht in der Gegenwart. Heimat kommt aus unserer Vergangenheit und entfaltet an der Schnittstelle zwischen Gestern und Morgen, dem Heute, seine Wirkung, um hernach aus unseren Erfahrungen und Erlebnissen wiederum die Zukunft zu prägen. Um jene zu gestalten, bedarf es jedoch dem Wissen um das "Alte". Dazu legen wir Archive an, malen Bilder oder erzählen Geschichten: Zeitzeugen im Fluss der Erinnerung.

> "Die Nacht trägt heute drei Livreen: Was War, Was Ist, Was Wird Geschehen."
 
Feuilleton 25.03.14 Artikel lesen

Gunnar Cynybulk:
Das halbe Haus

"Seit dem Morgengrauen ist er wach, aber das Haus schläft noch. Es ist ein halbes Haus, in dem eine halbe Familie lebt. Die eine Hälfte ist da, die andere weg: gestorben, gefallen und vergessen." Das Haus steht an der Peripherie einer zwar nicht namentlich benannten, aber unschwer als Leipzig zu erkennenden Stadt. "Im Süden ist das Land aufgebrochen. Leere Dörfer stehen am Abgrund, in den Kratern tragen riesige Schaufelräder die Braunkohle ab. Nachts hört man ihr Ächzen und Kreischen. Es ist das Schlaflied des Jungen. (...) Die Vorstadt dämmert, während die eigentliche Stadt von damals träumt. Es ist eine stolze und alte Stadt mit hohen Kirchen und lichten Passagen und einem imposanten Bahnhof, da kann man besser ankommen als wegfahren. Die Stadt hat große Söhne und Töchter hervorgebracht und bedeutsame Menschen beherbergt, es wird ihm immer wieder gesagt..."

> "Frei ist ein kurzes und ein schweres Wort." oder: "Wie hat sich das Jahrhundert nur so schnell aufgebraucht?"
Nach Oben
 
Feuilleton 14.03.14 Artikel lesen

Jean Paul

Bild

Die Weimarer Klassiker mochten ihn nicht, zumindest Goethe und Schiller – jenen Johann Paul Friedrich Richter, den Franken aus Wunsiedel, 1763 geboren, der sich später Jean Paul nennen sollte. Früh begabt, aus protestantischem Elternhaus, immatrikulierte sich Paul in Leipzig. Aber anstatt der Theologie den Dienst zu erweisen, zog es das jugendliche Genie, das sich mit seinen frühen literarischen Experimenten in die Spuren von Jonathan Swift und Christian Ludwig Liscow begab, zur Literatur hin. Und bereits damals erwies sich das Genre – wie heute – als kein leichtzuwandelnder Pfad, und so blieb auch Jean Paul jene Erfahrung einer „gescheiterten Existenz“ nicht erspart. Der Autor des Siebenkäs, der mit seinem Hesperus oder 45 Hundposttage, Sofis Welt von Jostein Gaarder bereits vorausnimmt, mußte klein anfangen, finanzielle Not und familiäre Tragödien gingen dem späteren Ruhm voraus, der sich 1793 mit dem Roman Die unsichtbare Loge vorerst einstellen sollte. Dem Geist des französischen Aufklärers, Naturphilosophen und Pädagogen Jean-Jacques Rousseau verpflichtet und durch Karl Philipp Moritz geadelt, folgte der literarische Durchbruch dann peu á peu ab 1795.

> Jean Paul
 
Feuilleton 24.02.14 Artikel lesen

Uwe Kolbe:
Die Lüge

Die Gesellschaft der DDR war bis ins Innerste vergiftet. Lüge und Heuchelei durchzogen nicht nur die Politik, sondern nahezu alle Gesellschaftsschichten. Der Bruder bespitzelte den Bruder - wie im Fall Dr. Karl-Heinz Schädlich alias "IM Schäfer"-, der Ehemann schrieb Berichte über seine Frau - wie im Fall Knud Wollenberger alias "IM Donald"-, Lehrer denunzierten ihre Schüler und umgekehrt. Von der Ideologie war ein bestimmtes Bild der Gesellschaft entworfen worden und Partei, Regierung, Staat, Medien und "gute Genossen", stutzten sich die Wirklichkeit so zurecht, dass sie diesem Idealbild entsprach.

> "Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er." (Martin Luther)
 
Feuilleton 25.03.14 Artikel lesen

Lukas Bärfuss:
Koala

Bild

Wallstein Verlag

"Wir hatten selten Gelegenheit, uns zu sehen; mein Bruder bewegte sich kaum aus jener Stadt heraus, die ich dreiundzwanzig Jahre früher nicht ganz freiwillig verlassen und seither gemieden hatte. Wir führten verschiedene Leben, außer der Mutter und einigen nicht ausschließlich angenehmen Kindheits- und Jugenderinnerungen teilten wir wenig, und gewöhnlich reichten uns zwei Stunden, um der still empfundenen Verpflichtung, sich als Brüder nicht ganz aus den Augen zu verlieren, Genüge zu tun." Grund für den Ich-Erzähler in Lukas Bärfuss' Roman, sich nun doch intensiver und vielleicht zum ersten Mal wirklich mit seinem (Halb-)Bruder auseinanderzusetzen, ist dessen selbst herbeigeführter Tod. Doch das Öffnen der offensichtlich verschlossenen Tür, ein Neubau der abgebrannten Brücken, erweist sich als bedrohliche Fahrt durch einen dichten Nebel in das eigene Innere und in das Innere der Welt.

> "Eine andere Möglichkeit der Existenz"
Nach Oben
 
Feuilleton 24.03.14 Artikel lesen

Martin Walser wird 87

Als ich meinen Computer fragte, wie oft Nietzsche bei mir vorkomme, antwortete er: 732 Mal. Ich darauf: Das könnte mich interessieren. Und er bediente mich bzw. mein Interesse. Bald genug merkte ich, daß ich nie etwas über Nietzsche gesagt oder geschrieben habe. Ich hatte nie eine Meinung über Nietzsche. Es war immer ein begriffloser Umgang. Ich habe Nietzsche brauchen können. Geglaubt, daß ich ihn brauchen könne. Wie das vor sich ging, ist hier noch einmal festgehalten. Es waren Anrufungen. Bezeichnend ist schon, in wie verschiedenen Problem-Augenblicken ich ihn angerufen habe. Zitiert auch, aber noch öfter angerufen als zitiert.

> Nietzsche lebenslänglich
 
Feuilleton 12.02.14 Artikel lesen

Péter Nádas: Parallelgeschichten

"Es ist mir das Gleiche, woher ich ausgehe; denn dort werde ich auch ankommen." Dieses, dem Roman vorangestellte Zitat des griechischen Philosophen Parmenides, drückt in einem Satz den Duktus des epochalen Opus Maximus von Péter Nádas aus. Der ungarische Autor hat sich in seinen "Parallelgeschichten" wirkungsvoll der Denkweisen dieses Vorsokratikers bedient. Denn genau wie Parmenides geht es Nádas darum, die Alltagswahrnehmung der Welt als eine Scheinwahrheit aufzudecken, während die wirkliche Welt ein unveränderliches, ungeschaffenes, unzerstörbares Ganzes sei. 18 Jahre schrieb der ungarische Autor an diesem Dickicht aus Lebensgeschichten, die in ein globales Ganzes eingewoben sind.

> Péter Nádas Parallelgeschichten
 
Feuilleton 07.09.12 Artikel lesen

Martin Walser:
Das dreizehnte Kapitel

Auf einer Feier im Schloss Bellevue anlässlich des 50. Geburtstages von Korbinian Schneilin, einem angesehenen Molekular-Biologen und Unternehmer, sitzt der renommierte Belletrist Basil Schlupp, Autor des Erfolgsbuchs "Strandhafer", am Tisch der Frau des Bundespräsidenten. Doch nicht sie erregt sein Aufsehen, sondern die Dame auf "höchstens halb zwei". Die 45-jährige Maja Schneilin, Professorin für Theologie und Gattin des Jubilars, mit ihrem "antiblonden" Haar und den "zierlichen Lachexplosionen" aus einem Mund voller "vibrierender Bereitschaft", erscheint ihm mit einer derart weiblichen Unverwechselbarkeit, dass es um den armen Schreiberling geschehen ist.

> Gefühlsausführlichkeiten im Nähe-Glück oder doch nur Dekorateure des Nichts
Nach Oben
 
Feuilleton 19.12.13 Artikel lesen

Wolken - Welt
des Flüchtigen

Der Schriftsteller Walter Benjamin hat einmal den Begriff der Metamorphose als "Wolkenwandelbarkeit der Dinge" beschrieben. Dies trifft fürwahr einen zentralen Aspekt im Wesen der Wolken. Ein springender Delphin, ein Pinguin mit Hut oder ein drohender Kobold beim Glühweintrinken: Die bizarrsten Objekte treiben mitunter am Firmament, wenn man auf einer Sommerwiese liegt, den Blick nach oben richtet und seinen Gedanken freien Lauf lässt. Ihre Vielfältigkeit, ihr ständiger Wandel berühren die Seele und bringen uns zum Träumen. Ihr Widerspruch schafft Bewegung im Inneren, aber gleichzeitig strahlen sie auch eine große Ruhe aus.

> "Jedes Kunstwerk ist ein Augenblick"
 
Feuilleton 08.10.13 Artikel lesen

Paul Auster:
Winterjournal

"Sprich jetzt, bevor es zu spät ist, und hoffentlich kannst du so lange sprechen, bis nichts mehr zu sagen ist. Schließlich verrinnt die Zeit.", ist auf der ersten Seite von Paul Austers "Winterjournal" zu lesen. Zu sagen hat der US-amerikanische Autor mit jüdischen Wurzeln sehr viel. Denn seine mittlerweile 66 Lebensjahre bergen eine Fülle an physischen und psychischen Freuden, aber auch Schmerzen. Wobei sich letztere zweifelsohne beharrlicher und hartnäckiger in sein Gedächtnis gegraben haben, als es vielleicht die alltäglichen Genüsse eines warmen Bades, eines guten Essens oder des warmen Gefühls der Sonne auf dem Gesicht konnten.

> Ein "Katalog von Sinnesdaten" oder: Eine "Phänomenologie des Atmens"
 
Feuilleton 02.12.13 Artikel lesen

Iris Radisch: Camus
Das Ideal der Einfachheit

"Für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet", wurde 1957 dem damals 43-Jährigen der Literaturnobelpreis verliehen. Am 7. November 2013 wäre Albert Camus 100 Jahre alt geworden. Doch er schaffte nicht einmal die Hälfte. Nur zwei Jahre nach der höchsten literarischen Ehrung war er tot. Umgekommen auf der Landstraße nahe Villeblevin bei einem tragischen Verkehrsunfall. Iris Radisch hat 57 Jahre nach der schwedischen eine deutsche "Laudatio" verfasst. Sie würdigt den in der Nähe von Algier, in Mondovi, Algerien, geborenen Schriftsteller, Bühnenautor und "Philosoph des Absurden" auf ihre ganz persönliche Art: eine Biografie, die in allen Belangen seinem Sujet würdig wird.

> Heike Geilen: Der "kleine Hemingway des Montparnasse"
Nach Oben
 
Feuilleton 22.11.13 Artikel lesen

J. M. Coetzee:
Die Kindheit Jesu

"Warum sind wir hier?", fragt der fünfjährige David den 45-jährigen Simon. "Wir haben die Chance bekommen zu leben und wir haben diese Chance ergriffen. Zu leben ist großartig. Das Größte, was man sich vorstellen kann." Ein bedeutungsschwangerer, aber auch ungemein widersprüchlicher Satz. Leben, egal unter welchen Bedingungen und ohne die Frage eines Davor und Danach? Ist Leben absolut oder was gehört unabdingbar dazu? Wie soll man leben und was ist die menschliche Natur? Keinen geringeren Fragen stellt sich der J. M. Coetzee in seinem neuen, sehr philosophisch angehauchten Roman, der zudem jede Menge biblische Bezüge aufweist und diese mit literarischen Anleihen verwebt ...

> Heike Geilen: Nichts fehlt! Nichts fehlt?
 
Feuilleton 29.11.13 Artikel lesen

Georg von Wallwitz: Die
Erfindung des Wohlstandes

"Mit der Verteilung von Eigentum und Lasten verhält es sich wie mit einem Fußballspiel, das am nächsten Morgen Stadtgespräch ist. Jeder hat dazu eine Meinung, die Wahrheit des Geschehens liegt aber unformulierbar und unbegreiflich auf dem Platz und entzieht sich allen Worten und aller Logik. Es ist viel einfacher, sich darauf zu einigen, was nicht passiert ist, als auf das tatsächliche Geschehen. Und wie beim Fußball kann man dennoch nicht darüber schweigen, denn Verteilung, Gerechtigkeit und Wohlstand haben einen Zusammenhang, der ausgesprochen sein will." Genau dies war offensichtlich das Ansinnen von Georg von Wallwitz, als er sich damit trug, dieses Buch zu schreiben.

> "Wohlstand hat erreicht, wer die meisten Sachen hat" oder: "Haste was, dann biste was"
 
Feuilleton 26.11.13 Artikel lesen

Monika Maron
Zwischenspiel

Träume begleiten unsere Nächte und erscheinen uns zuweilen so deutlich wie die Realität. Sie können ein Bild in einem leuchtenden, strahlenden Gold malen oder nur schemenhafte Schleier in tiefem Grau bis dunklem Schwarz ziehen. Nach dem Erwachen verflüchtigen sich diese Impressionen der Nacht, die vielfach unsere Befindlichkeiten und Gefühle widerspiegeln, allerdings schnell wieder im Nirwana des schwer Greifbaren. Zurück bleibt vielleicht noch ein diffuser Schatten oder ein sich auflösendes Bild "tanzender, farbiger Punkte, die jeden Augenblick davonfliegen könnten, um sich an anderer Stelle wieder zusammenzusetzen."

> Im "Erinnerungskeller"
Nach Oben
 
Feuilleton 20.11.13 Artikel lesen

Kristopher Jansma:
Die Flecken des Leoparden

"Die besten Romanciers lassen einen beim Lesen glauben, ihre Geschichten seien wirklich. Man hält den Atem an, wenn Raskolnikow sich seiner Nachbarin mit gezückter Axt nähert. Man weint, wenn niemand zu Gatsbys Beerdigung kommt. Und wenn man erkennt, wie geschickt man reingelegt wurde, liebt man den Autor umso mehr." Schriftsteller verzaubern, begeistern, entführen den Leser in andere Welten oder enttäuschen. Es gibt einfache Texte und komplizierte. Manche sagen in einem Satz alles, wieder andere gestalten ihre Erzählung ausufernd-opulent.

> "Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."
 
Feuilleton 08.10.13 Artikel lesen

Die Rückkehr
des Karl Schmidt

Die Beatles reiten noch auf der Erfolgswelle ihres Albums "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band", das am 1. Juni 1967 erschienen ist und als eines der ersten Konzeptalben der Popgeschichte gilt, als sie im August des gleichen Jahres in den Südwesten Englands aufbrechen. Hier drehen sie ihren dritten Spielfilm, bei dem sie erstmals nicht nur Darsteller sind, sondern auch als Autoren und Regisseure verantwortlich zeichnen. "Magical Mystery Tour", ein surrealistischer Lobgesang auf die Kultur der nordenglischen Arbeiterklasse, zeichnet sich durch eine relativ zusammenhanglose Handlung, begleitet durch eine Gruppe feierwütiger Briten auf ihrer Busreise in den Urlaub ans Meer, aus.

> Kontaktstoned, aber: Irgendwas bleibt
 
Feuilleton 06.09.13 Artikel lesen

Frank Kunert:
Wunderland

Ein permanent verspätetes Kaninchen, das verwirrende Selbstgespräche führt, eine ungeduldige Königin, die ständig anderer Leute Köpfe fordert, ein altkluges Ei, das auf einer Mauer sitzt und den Wörtern neue Bedeutungen gibt - wohl jeder kennt das berühmte Kinderbuch von Lewis Carroll. In ihm betritt Alice eine Welt voller Absurditäten, in welcher die herkömmliche Logik und die alltäglichen Verhaltensregeln aufgehoben sind. Fieberhaft sucht sie nach dem Sinn im Unsinn und gerät dabei selber völlig aus dem Lot. Mit seinem Weltbestseller "Alice im Wunderland" schuf Lewis Carroll ein surreales Traumspiel, ...

> Die alltäglichen Absurditäten des Lebens
Nach Oben
 
Feuilleton 02.09.13 Artikel lesen

Thomas Glavinic:
Das größere Wunder

"Ein Leben ist nur dann geschützt, wenn es einer Sache gewidmet ist, die größer ist als der Mensch, der es lebt und der Sache dient." Große Worte von Thomas Glavinic bzw. seinem Protagonisten Jonas des für den Deutschen Buchpreis 2013 nominierten neuen Romans. Gedanken, die ihm während seines an physische und psychische Grenzen gehenden Marsches auf das Dach der Welt - den Mount Everest - kommen. Es ist eben jener Jonas, der bereits in zwei früheren Büchern des österreichischen Autors auftritt. Nach "Die Arbeit der Nacht" (2006) und "Das Leben der Wünsche" (2009) liegt nun der Abschluss der Trilogie vor. Ein würdiges Finale mit einem großartigen Text!

> König der Zeitkapsel oder: "Jeder ist jemand"
 
Feuilleton 31.08.13 Artikel lesen

Daniel Kehlmann "F"

1974 erfand ein ungarischer Professor für Physik und Design einen bunten Plastikwürfel, der sich zu Beginn der achtziger Jahre wie ein Virus in der Welt auszubreiten begann. Seitdem fummeln Millionen Menschen an der Erfindung von Ernö Rubik herum und versuchen, die Schichten des Zauberwürfels so zu verdrehen, dass alle Seiten gleichfarbig werden. Zwar ist der große Hype mittlerweile verebbt, doch scheint es immer noch ein gewisses Interesse zu geben. Seit einigen Jahren fasziniert das bunte Spielzeug sogar die Wissenschaft. 43.252.003.274.489.856.000 Ausrichtungsmöglichkeiten soll es geben.

> "Die Mechanismen des Bewusstseins" oder: "Ich bin niemand!"
 
Feuilleton 31.08.13 Artikel lesen

Linde Salber:
Hermann-Kant

Es ist schon ein gewagtes Unterfangen, ein biografisches Buch über einen Autor zu schreiben, den man kennt, mehrmals getroffen hat und offensichtlich schätzt. Die Bewertungsskala verschiebt sich danach zugunsten dessen, über den man schreibt, und das entstehende Buch wird furchtbar langweilig. Erschwerend kommt in diesem Fall dazu, dass die Verfasserin keine Literaturwissenschaftlerin ist, sondern ausgebildete Psychologin, wenn auch mit Doktortitel. Was dabei herausgekommen ist, ist kein kritisch abwägendes Buch über einen politisch umstrittenen Autor und sein literarisches Werk, sondern eine Art von Gefälligkeitsgutachten im Umfang von 632 Seiten.

> Linde Salber: Hermann-Kant-Biografie
Nach Oben
 
Feuilleton 11.06.13 Artikel lesen

Anna Seghers zum
30. Todestag am 1. Juni

Am 4. Oktober 1965, vier Jahre nach dem Bau der Mauer in Berlin, las Anna Seghers in der Mainzer Stadtbücherei ihre autobiografische Erzählung „Der Ausflug der toten Mädchen“ (1944). Der Raum war überfüllt, dichtgedrängt saßen die Zuhörer, einige Studenten hatten keinen Platz mehr gefunden und sich zu ihren Füßen niedergelassen. Rechts von ihr im Publikum saß Lore Wolf, ihre Exilgefährtin in Frankreich, die in Paris das Manuskript des Romans „Das siebte Kreuz“ (1942) abgeschrieben hatte.

> Jörg Bernhard Bilke: Anna Seghers zum 30. Todestag am 1. Juni
 
Feuilleton 10.05.13 Artikel lesen

Franz Hessel:
Pariser Romane

Bild

"Ich schreibe etwas zitterig, doch es geht. Aber wird Dich dies alles, was ich da schreibe, noch angehen, Claude? Bist du nicht am Ende auch eingestellt in das Gegenwärtige, das Zielbewusste, den Sinn der Zeit? Und ich veralte immer mehr mit meinen Gedanken an das vergangene, vergehende Paris und an die Gebärden eines Mädchenkindes, das inzwischen längst aus meinem Leben verschwunden und am Ende auch eingestellt ist in das Jetzt. Vielleicht ist sie inzwischen Braut oder kriegsgetraute Gattin eines Fliegerhelden oder U-Boot-Kommandanten."

> Da wurde der Fremde ein Gast oder: Was ist aus unserer Welt geworden?
 
Feuilleton 15.04.13 Artikel lesen

"Die Welt ist alles,
was der Fall ist!

Bild

"Was für eine außerordentliche Veränderung stattfindet ..., wenn erstmals die Tatsache ins Bewusstsein dringt, dass alles davon abhängt, wie eine Sache das erste Mal gedacht wird, wenn, in der Folge, Denken in seiner Absolutheit eine augenscheinliche Wirklichkeit ersetzt." Dieser Gedanke von Sören Kierkegaard könnte als Leitmotiv für das Buch des1927 in Albany geborenen und 2010 in New York verstorbenen Autors der Postmoderne stehen. Denn David Marksons lässt den Leser an einem ungewöhnlichen Denkprozess seiner Protagonistin teilhaben. Sie denkt sich eine Welt, die irgendwie aus der Zeit fiel, neu.

> Aus der Zeit gefallen oder: "Die Welt ist alles, was der Fall ist."
Nach Oben
 
Feuilleton 21.02.13 Artikel lesen

Sergej Lebedew: Der
Himmel auf ihren Schultern

Vor tausenden von Jahren wurden die Verse des Gilgamesh-Epos auf Tontafeln verewigt. Sie thematisieren vor allem die Suche des darin "besungenen" sumerischen Königs nach Unsterblichkeit, nachdem sein aus Lehm geschaffener und Mensch gewordener Bruder Enkidu einer heimtückischen Krankheit zum Opfer fiel. Auch im Roman von Sergej Lebedew, der 2011 auf der Longlist des russischen Buchpreises "Nazbest" stand, begibt sich der Protagonist auf eine derart rastlose "Jagd" nach Ewigkeit und Unvergänglichkeit.

> Heike Geilen: Der Mann ohne Vergangenheit oder: Am Abgrund des Vergessens
 
Feuilleton 07.01.13 Artikel lesen

Christoph Ransmayr: Atlas
eines ängstlichen Mannes

"In Christchurch hatte ein Junge mit dem Revolver seines Vaters einen Freund erschossen. An der Nordküste waren drei Dutzend Grindwale gestrandet und erstickt, und drei von fünf Besatzungsmitgliedern waren ertrunken, nachdem ein Fischkutter in einer Monsterwelle gekentert war. In Afghanistan war Krieg. In einer Kleinstadt des amerikanischen Mittelwestens war ein Schüler Amok gelaufen." Meldungen wie diese geistern tagtäglich durch die Gazetten, beherrschen die Berichterstattungen auf der ganzen Welt. Doch unter ihrer destruktiven Oberfläche sucht sich ein zartes Pflänzchen seinen Weg ins Licht. Es trägt den Namen Hoffnung, erwachsen aus der Schönheit des Augenblicks.

> Am Rande der Wildnis oder: Auf dem kürzesten Weg zu den Sternen
 
Feuilleton 23.10.12 Artikel lesen

Wer war eigentlich
August von Kotzebue?

"Das eigentliche Theatertalent der Deutschen war Kotzebue; er und seine Deutschen, die der höheren sowohl als die der mittleren Gesellschaft, gehörten notwendig zusammen; und die Zeitgenossen hätten von ihm im Ernste sagen dürfen: „In ihm leben, weben und sind wir.“ Hier war nichts Erzwungenes, Angebildetes, Halb- und Angeniessendes: was er wollte und konnte, wurde verstanden.“ So Nietzsche, einer der wenigen wichtigen nachgeborenen Befürworter des großen Theatertalents, das zu Lebzeiten immer wieder polarisierte. Annette Seemann begibt sich in der Tabula Rasa auf Spurensuche.

> Annette Seemann: August von Kotzebue
Nach Oben
 
Feuilleton 15.10.12 Artikel lesen

Arthur Rimbaud -
Moloch der Einsamkeit

Bild

Am Anfang steht ganz zwingend die Frage nach dem Schöpfer selbst. Wer war der Mensch, das Wesen, die Gestalt – wer oder was steckte hinter jener schillernden, wortgewaltigen Fassade, die jeder überflüssigen Verzierung entbehrte und in ihrer vollen Pracht bis heute staunend bewundert wird, wiewohl sie, misst man ihre Maße an vergleichbaren Entwürfen, in einen winzigen Vorgarten passt? Welche Person verbarg sich hinter dem Werk und was hat es überhaupt mit diesem merkwürdigen Versteckspiel auf sich, ...

> Arthur Rimbaud – Moloch der Einsamkeit
 
Feuilleton 17.10.12 Artikel lesen

Roger Willemsen
Momentum

"Als Kind war ich schlampig, unfähig, die Dinge zusammenzuhalten, dabei unkorrigierbar selbst durch den Satz: 'Du wirst in deinem Leben noch bittere Tränen vergießen über deine Unordnung.' Der Satz blieb stehen, der elterlichen Autorität wegen, und weil 'mein Leben' darin vorkam, für das ich kein Gefühl hatte. Tatsächlich sammelte ich vieles, verlor aber auch vieles, eine Kaurimuschel, einen Kanichenschädel, einen Hornlöffel, ein altes Puppenauge in einer Metallkapsel.", schreibt Roger Willemsen in seinem neuen Buch "Momentum".

> Visuelles Geräuschdesign oder Wo sind die Momente?
 
Feuilleton 12.10.12 Artikel lesen

Der Kaufmann
von Venedig

Bild

"Der Kaufmann von Venedig" gehört zu Shakespeares bekanntesten, aber auch zu seinen problematischsten, vieldeutigsten und höchst polarisierenden Stücken. Der heiteren und romantischen Rahmenhandlung wegen gilt es nach wie vor als Komödie. Doch die gegenläufigen Tonlagen, seine doppelbödigen Charaktere, die Mischung verschiedenster Themen und Motive, die vielseitige Sprache und nicht zuletzt der abgründige Shylock machen es zu einem schillernden Werk, das sich keinem Genre eindeutig zuordnen lässt.

> "Alles ist nicht Gold, was gleißt, manchen in Gefahr es reißt."
Nach Oben
 
Feuilleton 07.10.12 Artikel lesen

"Gehen wir nach Amerika,
die Sonne putzen"

Amerika - der Inbegriff des freien Lebens und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dies mag einerseits am dortigen unbeschwerten Lebensstil liegen, andererseits aber auch, weil die USA für jeden das passende Fleckchen Erde bereithält. Das finden auch Anna, ihr Bruder Michael und der Rest ihrer Clique, allen voran der charismatische " Komantsche". Es ist Sommer und die Heranwachsenden lungern mehr gelangweilt als agil, mehr angetrunken, als nüchtern, am Baggersee ihres Heimatortes herum.

> "Gehen wir nach Amerika, die Sonne putzen.
 
Feuilleton 02.10.12 Artikel lesen

Michail Schischkin
Briefsteller

"Neues aus der Wissenschaft: Berechnungen zufolge haben sich die meisten Menschen in den vergangenen fünf Jahrtausenden nicht aus freien Stücken einander genähert, sondern in der Art von Bäumen, die sich weder ihre Nachbarn noch ihre Bestäuber selbst aussuchen, Äste und Wurzeln einfach infolge ihres Wachstums miteinander verflechten. Außerdem spielt die Zeit verrückt, das haben Experimente bewiesen.

> Das Leben spult sich ab als endlose Kartoffelschale oder Die Zeit ist aus den Fugen
 
Feuilleton 08.09.12 Artikel lesen

Über Literatur
und Politik

Bild

Wenn es um das Verhältnis von Politik und Literatur geht, wird der Gemeinplatz vom garstigen politischen Lied gern zitiert. Wir finden ihn natürlich in Goethes Faust, wo sonst! In Auer­bachs Keller sagt Brander: "Ein garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied!" (Goethe 1808: Z. 2092) und spricht damit eine zur Goethezeit weit verbreitete Ansicht aus, die Johann Gottfried Herder 1792 gar "Politisch Lied, ein böses, böses Lied" nennt. Es geht mir um eine Besichtigung vor allem der deutschsprachigen literarischen Landschaft und um ihr Verhältnis zur Politik.

> Karl-Heinz Hense: Politisch Lied, gar garstig Lied - Über Literatur und Politik
Nach Oben
 
Feuilleton 07.09.12 Artikel lesen

Henning Ritter:
Verehrte Denker

Bild

Mit diesen Worten beginnt Carl Schmitts "Ballade vom reinen Sein", die er unter dem Pseudonym Erich Strauß in den fünfziger Jahren veröffentlichte. Sie zeigt nur zu gut, dass der 1985 fast hundertjährig verstorbene Jurist und politische Denker, der zu einem der einflussreichsten und gleichzeitig umstrittensten deutschen Gelehrten im 20. Jahrhundert avancierte, vielseitig interessiert war und überall originelle Gesichtspunkte ins Spiel brachte. Henning Ritter, der sich bereits in jungen Jahren von dessen "Art zu sehen, zu denken, fasziniert von der Spannung, die er zu erzeugen vermochte" magisch berührt fühlte, führt mit Carl Schmitt seine "biografischen Inszenierungen" an.

> Ästhetische Reflexionen
 
Feuilleton 27.06.11 Artikel lesen

Frankreich und Deutschland
Anne Germaine Luise de Stäel

Bild

Anne Germaine Louise de Staël-Holstein, geborene Necker, geboren 1766, gestorben 1817, war eine der ungewöhnlichsten Frauen an der Schwelle des 18. zum 19. Jahrhundert. Wer war sie, eine patriotische Französin, eine in der Wolle gefärbte Schweizerin, eine reiselustige Europäerin avant la lettre? Und: was war Heimat für die unstete, über 20 Jahre aus Frankreich exilierte Intellektuelle, deren Besuch in Weimar im Winter 1803/04 hier in Hofkreisen, aber insbesondere auch bei Goethe, Schiller und Wieland für große Aufregung sorgte?

> Annette Seemann: Madame de Stäel
 
Feuilleton 25.06.12 Artikel lesen

Charlotte
von Kalb

Bild

„Charlotte ist eine große sonderbare weibliche Seele, ein wirkliches Studium für mich, die einem größeren Geist als der meinige ist, zu schaffen geben kann. Mit jedem Fortschritt unsers Umgangs entdecke ich neue Erscheinungen in ihr, die mich, wie schöne Partien in einer weiten Landschaft überraschen, und entzücken.“ Dies schrieb Schiller an seinen Freund Körner im Juli 1787.

> Annette Seemann: Charlotte von Kalb - Anlässlich ihres 250 Geburtstags
Nach Oben
 
Feuilleton 05.09.11 Artikel lesen

Mario Vargas Llosa fordert
mehr politisches Engagement

Für den Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa steht außer Frage, wie er gegenüber dem Magazin „Der Spiegel“ betonte, daß ein Schriftsteller sich politisch positionieren muß. Wie der 75-Jährige betonte, dürfe sich ein Schriftsteller nicht davor scheuen, sich auch die Hände schmutzig zu machen. Eine seiner Hauptaufgaben bleibe es, sich kritisch in politische Debatten einzumischen. Dabei sei es wichtig, daß Schlagwörter durch Ideen ersetzt werden – statt flüchtiger Aktualität gilt es nach dem bleibenden Sinn zu suchen. Llosa war 1990 in Peru als Präsidentschaftskandidat angetreten. Die Tabula Rasa stellt ihn als politischen Schriftsteller vor.

> Michael Lausberg: Mario Vargas Llosa - ein politischer Schriftsteller
 
Feuilleton 11.07.11 Artikel lesen

Martin Walser und
Emanuel Swedenborg

Bild

Für den in der Nähe von Überlingen am Bodensee lebenden Schriftsteller Martin Walser gehören Religion und Literatur einfach zusammen. In seinem neuesten Roman "Muttersohn" hat er daher versucht, die Fehlentwicklungen der Vergangenheit wieder zusammen zu fügen, da er davon überzeugt ist, daß in der europäischen Geistesgeschichte Religion und Literatur oft auseinandergegangen sind. Für seinen Romanprotagonisten Percy im neuen Buch, in dem auch Passagen aus „Mein Jenseits“ eingeflossen sind, sei deshalb das Weihnachtsevangelium das Schönste; es sei reine Literatur. Martin Walsers neues Buch trägt auch mystische Züge, insbesondere der schwedische Philosoph und Mystiker Emanuel Swedenborg (Foto) (1688-1772) hat Walser tief beeinflußt.

 
Feuilleton 05.07.11 Artikel lesen

Érik Orsenna - Lied
für eine geliebte Frau

Érik Orsenna, seit 1998 Mitglied der Académie Française und bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet (unter anderem mit dem Prix Goncourt), ist ein unglaublich vielseitiger Schriftsteller. Sein Oeuvre offenbart sich so breitgefächert wie wohl kaum bei einem anderen Autor. Egal, ob er über Baumwolle („Weiße Plantagen“), die Faszination des Golfstroms („Lob des Golfstroms“), die Antarktis („Großer Süden“), unser Lebenselixier („Die Zukunft des Wasser“) oder seine Zeit als Ghostwriter von François Mitterrand und das Alltagsleben im Elysée-Palast schreibt, wenn man seine Bücher liest, gewinnt man schnell den Eindruck, einem Autor begegnet zu sein, der [...] seinen literarischen Stoff strickt.

> Vollendete Zukunft:
Nach Oben
 
Feuilleton 24.06.11 Artikel lesen

Martin Walsers neuer Roman
"Muttersohn" ist erschienen

"Muttersohn" ist der neueste Roman aus der Feder Martin Walsers (84). Walser, der zu den wichtigsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur zählt, hatte erst vor kurzem den dritten Band seiner Tagebücher (1974-1978), seinen kleinen Essay zu Nietzsche und seine Novelle "Mein Jenseits" veröffentlicht. In „Muttersohn“, 500-Seiten, erzählt er die Geschichte von Anton Percy Schlugen, der die Gegenden zwischen Donau und Bodensee durchwanderte und dann Krankenpfleger in der Psychiatrie wird. Wie seine Mutter Fini, eine Schneiderin, die sogar Goethes "Iphigenie" auswendig kann, den Dichter Rilke liebt und später als Terroristen-Sympathisantin entlassen wird, fühlt sich auch der Sohn vom Unbeweisbaren angezogen.

> Martin Walser: Nietzsche lebenslänglich
 
Feuilleton 10.06.11 Artikel lesen

Zum Tod von
Jorge Semprún

Mit Jorge Semprun verliert Europa einen der größten Intellektuellen des Zwanzigsten Jahrhunderts, einen Schriftsteller und Denker, wie ihn das 21. Jahrhundert so dringend bräuchte. Größe bezeichnet hier nicht in erster Linie Erfolg, Zeitgeistkonformität, Berühmtheit, sondern bedeutet Klugheit im Sinne der Vermählung von Intelligenz und Moral und Wahrheit im Sinne von Wahrhaftigkeit. Intellektueller wird man nach Max Frisch nicht durch Gehabe oder auch nur überragende Intelligenz und Bildung (woran es Semprún nicht mangelte), sondern erst dadurch, daß man diese in den Dienst des Allgemeinwohls stellt.

> Ein Denker, wie ihn das 21. Jahrhundert so dringend bräuchte
 
Feuilleton 09.04.11 Artikel lesen

Robert Menasse kontra
Habermas und Enzensberger

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hat in der "Die Welt" die Europäische Union gegen die Kritik, die Jürgen Habermas und Hans Magnus Enzensberger formuliert haben, verteidigt. Wie der 1954 in Wien geborene Menasse betonte, seien die Defizite der EU eine Folge des Widerstands der Nationalstaaten, ohne den das Europäische Parlament jedenfalls freier und die Kommission stärker wäre. "Es ist ein Unterschied, ob man, wie Deutschland 1945, eine Demokratie geschenkt bekommt, oder ob man unter völlig veränderten Bedingungen ein demokratisches System entwickeln muss." Auch mit Blick auf die Bürgerrechte ist die Europäische Union oft fortschrittlicher und rationaler als jeder einzelne Mitgliedsstaat. Der Schriftsteller arbeitet derzeit an einem neuen Roman und hat sich in das Milieu der Brüsseler EU-Behörden begeben.

Nach Oben
 
Feuilleton 07.02.11 Artikel lesen

Arno Geiger und die
Akzeptanz der Demenz

Der Schriftsteller Arno Geiger, 1968 in Bregenz, Österrreich, geboren, hat unterstrichen, daß die Demezkrankheit für ihn einfach ein Schicksal ist. Wie der Preisträger des "Deutschen Buchpreises" (2005) betonte, sind Charakter und Haltung in bestimmten Situationen wichtiger als Intelligenz. Geiger, der seit 1993 als freier Schriftsteller in Wien lebt, kam zu diesem Schluß durch ganz private Erfahrungen mit seinem an Demenz erkrankten Vater. Das Problem mit der Intelligenz sei, daß man ihr Schwinden immer erklären wolle, betont Geiger im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Demenzkrankheit muß man vielmehr als Schicksal ansehen; zwar sei sein Vater zwar noch blitzgescheit, kann aber die Welt nicht mehr zentrieren. Vor zwei Jahren setzte sich der Journalist Tilman Jens mit der Erkrankung seines Vaters, Walter Jens kritisch auseinander - das Buch sorgte für Schlagzeilen. Auch Ursula von der Leyen vermerkte kritisch, daß die Alzheimerkrankheit immer noch ein Tabuthema ist.

> Demenz: Der lange Abschied von Walter Jens und das Resümee seines Sohnes Tilman> Demenz – ein unabwendbares Schicksal oder doch nicht?> Ursula von der Leyen: "Immer noch eine Tabudiagnose"
 
Feuilleton 08.03.11 Artikel lesen

Neue Biografie über
Lou Andreas Salomé

Vielleicht wäre die „kleine Wahrheit“ aus dem Kult-Buch "Zarathustra" des Philosophen Friedrich Nietzsche, diese "böse Handlungsanleitung für gekränkte frauenbesuchende Männer nie geschrieben worden, hätte er nicht das Mädchen getroffen, dem er jetzt mit so starken Absichten entgegengeht.", schreibt die auf erstklassige Künstlerbiografien spezialisierte Kerstin Decker. Das Mädchen ist die 21-jährige Lolja Salomé, die dem "Übermenschen", dem "Hochgebirgsdenker" begegnet ist und ihn in einen nahezu magischen Bann zieht. Lou Andreas-Salomé avanciert zu seiner "Glaubensgenossin", seinem "Geschwistergehirn", einer "Inkarnation seines Übermenschenideals".

> Heike Geilen: Autorin ihres Daseins
 
Feuilleton 14.03.11 Artikel lesen

Heinrich-von-Kleist-Jahr

Bild

Scheitern als Lebensprinzip, so könnte man kurz Heinrich von Kleists irdisches Schicksal umschreiben. Und diese Maxime unterstrich der berühmte Dramatiker selbst, als er sich zuletzt als „nichtsnütziges Glied der menschlichen Gesellschaft“ bezeichnete. Dabei hatte der 1777 im Frankfurt/Oder geborene Dichter die besten Voraussetzungen für eine gesellschaftliche Karriere; er kam aus einer einflußreichen pommerschen Familie, ausgestattet also mit dem besten Pedigree, hatte von Jugend an beste Beziehungen zu einem erlesenen Kreis einflußreicher Politiker des preußischen Staatsapparates. Anfang der 90er Jahre des 18. Jahrhunderts trat er in das das 3. Bataillon des Garderegiments in Potsdam ein, wurde Leutnant; 1797 befreundete er sich mit Ernst von Pfuel, dem späteren preußischen Ministerpräsidenten.

> Stefan Groß: Der postmoderne Heinrich von Kleist
Nach Oben
 
Feuilleton 07.02.11 Artikel lesen

Thomas Glavinics "Lisa"
bei Hanser erschienen

Direkt, offen, mit einem Hang zu wunderbar bizarrem Humor und immer ein bisschen kryptisch... Genau so liest sich ein echter Glavinic. Sein Protagonist ist, wie schon in "Die Arbeit der Nacht", seinem großartigen Roman aus dem Jahr 2006, wieder einmal allein. Fast allein. Nur seinen achtjährigen Sohn hat er bei sich, in dieser abgeschiedenen Berghütte, in die er sich zurückgezogen hat, in die er geflüchtet ist. Irgendetwas lauert da draußen auf ihn, eine unbestimmte Gefahr, eine brutale Serienmörderin, der man den Namen Lisa gibt und die ihr Unwesen auf der ganzen Welt treibt. DNA-Spuren dieser Frau sind im Lauf vieler Jahre nahezu bei allen Verbrechen gefunden worden. Nun scheint sie es auf ihn abgesehen zu haben. Die Anzeichen mehren sich. Die Paranoia wächst.

> Intelligenter Wüstling und Leidender am Gesamtzustand der individuellen Unerträglichkeit
 
Feuilleton 18.01.11 Artikel lesen

Laudatio von Norbert
Lammert auf Cees Nooteboom

Unter den Literaturpreisträgern der Konrad-Adenauer-Stiftung stammt ganz sicher nicht zufällig ein großer Teil aus Ost- und Ostmitteleuropa oder aus der ehemaligen DDR. Mit Cees Nooteboom ist nun erstmals ein Autor eines westeuropäischen Nachbarlandes Literaturpreisträger der Stiftung. Ein Jahr nach Uwe Tellkamp und seiner Innenansicht auf zwanzig Jahre deutsche Einheit nun die Außenansicht eines westeuropäischen Nachbarn auf Deutschland. Cees Nootebooms herausragendes literarisches Werk hat eine auffällige europäische Dimension, die politisch wie kulturell von großer Bedeutung ist, jenseits von Ideologien und verengenden Weltanschauungen. Er gehört zu den Intellektuellen unserer Gegenwart, die den Wert unseres kulturellen Erbes kennen und davon literarisch Zeugnis ablegen.

> Norbert Lammert: Das Paradies ist nebenan. Europa und die folgenden Geschichten.
 
Feuilleton 09.12.10 Artikel lesen

Martin Walser über seine
Erfahrungen mit Nietzsche

Als ich meinen Computer fragte, wie oft Nietzsche bei mir vorkomme, antwortete er: 732 Mal. Ich darauf: Das könnte mich interessieren. Und er bediente mich bzw. mein Interesse. Bald genug merkte ich, daß ich nie etwas über Nietzsche gesagt oder geschrieben habe. Ich hatte nie eine Meinung über Nietzsche. Es war immer ein begriffloser Umgang. Ich habe Nietzsche brauchen können. Geglaubt, daß ich ihn brauchen könne. Wie das vor sich ging, ist hier noch einmal festgehalten. Es waren Anrufungen. Bezeichnend ist schon, in wie verschiedenen Problem-Augenblicken ich ihn angerufen habe. Zitiert auch, aber noch öfter angerufen als zitiert.

> Nietzsche lebenslänglich
Nach Oben
 
Feuilleton 02.11.10 Artikel lesen

Haruki Murakamis "1Q84"

Für seine surreale Beschreibung einer dystopischen Welt ist Haruki Murakami schon lange bekannt. Gefühlsmäßig verarmte und vereinsamte Menschen, mitunter Gewalt, Paralleluniversen, deren Grenzen zur realen Welt fließend und daher von dieser kaum zu unterscheiden sind, durchziehen das gesamte Oeuvre des japanischen Autors. Sein neuestes Werk bildet hierbei keine Ausnahme. Mit „1Q84“ bezieht er sich zudem auf George Orwells Zukunftsroman „1984“.

> Schicksalsgemeinschaft oder Diese Welt gibt es nicht mehr
 
Feuilleton 17.11.10 Artikel lesen

Denker des Realismus:
Lew Tolstoi (1828-1910)

Daß der Ruhm ihm nicht unwichtig gewesen war, daraus hat Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi (Foto), geboren am 9. September 1828, nie einen Hehl gemacht. Und ruhmreich war sein Leben, von den Anfängen im Krimkrieg bis hin zu den erfüllten Tagen auf seinem Gut Jasnaja Poljana. Bereits mit seinen literarischen Skizzen, den „Sewastopoler Erzählungen“ öffnete sich für ihn die Tür zum Erfolg. Von Moskau bis ins tiefe Sibirien hinein laß man seine Schriften fortan, vergötterte ihn, den Adligen mit sozialistischen Anschauungen und zuhöchst menschlichen Gefühlen, ihn, der dem Denken Rousseaus sich zutiefst gegenüber verpflichtet wußte, der aus dem Geist der wahren Pädagogik heraus seine Bauern und ihre Kinder zu würdigen Bürgern formen und frommen wollte.

> Vor 100 Jahren starb Lew Tolstoi
 
Feuilleton 06.10.10 Artikel lesen

"Wir amüsieren uns zu Tode":
Die Ritualisierung des Privaten

L'Homme Revolté – so viel Camus muß fünfzig Jahre nach seinem Tod sein! Doch wogegen rebelliert der moderne Mensch? Gegen den Verlust seiner Privatsphäre, die er durch den Einbruch der Öffentlichkeit in ihrer Würde und Ansehen gefährdet sieht. Sei es die Vorratsdatenspeicherung Elena oder das krakenartige Netzwerk von Google und seiner geradezu anmaßenden Überwachung der Weltöffentlichkeit. Street-View heißt das Kampfwort der Stunde und die Bedrohung durch diese Gigantomanie zwingt auch Alleskönner wie den „Focus“-Chef Helmut Markwort zur Kapitulation.

> "Wir amüsieren uns zu Tode" – Das Internet frißt seine Kinder
Nach Oben
 
Feuilleton 06.10.10 Artikel lesen

Das Kreuz mit dem C

Bild

Foto: Butzon & Bercker

Das C der CDU - es ist ein Kreuz mit diesem Buchstaben geworden, der für so viel Anspruch steht. Viele wenden sich enttäuscht ab von einer Partei, die für christliche Grundwerte stehen will. Wofür steht dieses C heute noch? Wofür darf es stehen? Ist es Hindernis auf dem Weg in die Moderne? Nur schmückendes Beiwerk für Festtagsreden? Wird es zur Herausforderung für Politiker und Bürger? Martin Lohmann, Moderator, politischer Journalist und Querdenker, geht diesen Fragen mit Leidenschaft nach. Dabei kommt der überzeugte Christ und Buchautor zu verblüffenden Antworten.

> Wie christlich ist die Union?
 
Feuilleton 06.10.10 Artikel lesen

Sigmund Freud und die
Frage nach der Dichtung

Uns Laien hat es immer mächtig gereizt zu wissen, woher diese merk­würdige Persönlichkeit, der Dichter, seine Stoffe nimmt – etwa im Sinne der Frage, die jener Kardinal an den Ariosto richtetet – und wie er es zustande bringt, uns mit ihnen so zu ergreifen, Erregungen in uns her­vorzurufen, deren wir uns vielleicht nicht einmal für fähig gehalten hätten. Unser Interesse hiefür wird nur gesteigert durch den Umstand, daß der Dichter selbst, wenn wir ihn befragen, uns keine oder keine befriedigende Auskunft gibt, und wird gar nicht gestört durch unser Wissen, daß die beste Einsicht in die Bedingungen der dichterischen Stoffwahl und in das Wesen der poetischen Gestaltungskunst nichts dazu beitragen würde, uns selbst zu Dichtern zu machen.

> Der Dichter und das Phantasieren
 
Feuilleton 06.10.10 Artikel lesen

Katholische Intellektuelle im 20. Jahrhundert

Bild

Ob in Philosophie, Literatur, Bildenden Künsten, Publizistik oder Politik – katholische deutsche Intellektuelle haben die geistige Landschaft des 20. Jahrhunderts wesentlich mitgeprägt. Sie stellten Fragen an die Zeit und ihre Mitmenschen, die anderen nicht einfielen oder die sie nicht zu stellen wagten. Hans-Rüdiger Schwab hat 39 Porträts ganz unterschiedlicher Männer und Frauen – Laien allesamt – zusammengestellt, die den großen Spannungsbogen katholischen Geisteslebens im 20. Jahrhundert widerspiegeln.

> Der non-konforme Katholik
Nach Oben
 
Feuilleton 29.09.10 Artikel lesen

Wo waren Sie diesen Sommer?
Über die Kunst des Reisens

Der Sommer ist die abendländische Reisezeit schlechthin. Studenten strömen mit Rucksäcken in alle Welt und wer es sich als Berufstätiger oder Arbeitsloser leisten kann, nimmt sich Urlaub, um etwas von der Welt zu sehen oder zumindest vom eigenen Garten. Reisen ist aber nicht gleich reisen. Um von der Kunst des Reisens sprechen können, muss man zuallererst die Dinge erwähnen, die der Kunst des Reisens abträglich sind bzw. die Kunst des Reisens erschweren. Der Begriff Tourismus“ ist zum Überbegriff des Reisens geworden, obgleich im Deutschen noch im 20. Jahrhundert der Terminus „Fremdenverkehr“ gebräuchlicher war.

> Die Kunst des Reisens
 
Feuilleton 22.09.10 Artikel lesen

Von der Natur und den
ungewollten Ähnlichkeiten

Was mich immer tief alteriert hat, das ist die Selbstverständlichkeit, mit der die meisten Menschen ihr Gesicht tragen. Gefiel mir eines oder das andere nicht, so kam, wie um das Maß voll zu machen, die Beschönigung eines unbeteiligten Dritten dazu: der Mann könne doch für sein Gesicht nicht. Kein Standpunkt ist haltloser. Denn die Verantwortung, die einer für seine Nase übernimmt, ist mindestens so begründet wie die, die er für seine politische Oberzeugung trägt. Für die politische Überzeugung kann der Mensch in den meisten Fällen überhaupt nicht verant­wortlich gemacht werden, da sie ihm von Geburt oder durch fehlerhafte Erziehung, durch mitgebrachte Schwäche der geistigen Veranlagung oder durch das verderbliche Beispiel der Umgebung anhaftet.

> Von den Gesichtern
 
Feuilleton 17.08.10 Artikel lesen

Vierzehn Knoten bis Greenwich:
Das Leben der Lasker-Schüler

Viele Schriftsteller - so auch Johann Wolfgang von Goethe - fassten die Lust und den positiven Bildungseffekt einer Reise in Worte: "Die Reise gleicht einem Spiel; / es ist immer Gewinn und Verlust dabei, / und meist von der unerwarteten Seite; / man empfängt mehr oder weniger, als man hofft. / Für Naturen wie die meine ist eine Reise unschätzbar: / sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet." In Olli Jalonens neuem Roman, der für den Finlandia Prize nominiert war und dessen Werk nun erstmals kongenial von Stefan Moster ins Deutschen übertragen wurde, geht es gleichfalls um eine Reise oder eher um einen Wettbewerb, einen sehr ungewöhnlichen noch dazu.

> Die Schlange beißt sich in den Schwanz
Nach Oben
 
Feuilleton 14.08.10 Artikel lesen

Pure Lust am Schreiben:
Die "Verbrechen" von Schirach

Der 1964 in München geborene Promi-Rechtsanwalt Ferdinand von Schirach, der unter anderem auch Günter Schabowski im sogenannten Politbüroprozeß verteidigte, schreibt, wie er nun bekannte, seine Geschichten aus reiner Freude. Bekannt wurde er mit seinem Erzählband "Verbrechen" 2009 und mit seinem neuen Buch "Schuld". Auch wenn Schirach Mörder und Vergewaltiger in seinem Arbeitsalltag verteidigt, sieht er sich nicht schuldig, hat kein schlechtes Gewissen, das er sich von der Seele schreiben müßte. In einen Prozeß nicht eingreifen zu können, wie es etwa bei Gerichtsreportern der Fall ist, würde der Enkel von NSDAP-Reichsjugendführer Baldur Benedikt von Schirach nicht ertragen.

 
Feuilleton 12.08.10 Artikel lesen

Die Notwendigkeit tragischen Denkens

Dieser Essay behandelt die These, dass eine Renaissance des tragischen Denkens in unserer abendländischen Kultur notwendig ist und dieses Denken allein die nötige Schlagkraft hat, um den Vigor des Abendlandes neu zu entfachen, welcher in Zeiten der gegenwärtigen Wirtschaftskrise besonders leidet.

> Die Notwendigkeit tragischen Denkens in Krisenzeiten
 
Feuilleton 11.08.10 Artikel lesen

Christa Wolfs "Stadt der Engel"

Christa Wolf erhält den Uwe-Johnson-Preis. Das neue Buch der 81-Jährigen, "Stadt der Engel" sei "ein faszinierendes Netzwerk, in dem die Ich-Erzählerin einmal mehr alltägliche Begebenheiten, Gefühle und Erinnerungen verwebt," hieß es zur Begründung von der Jury. Der "Nordkurier" aus Neubrandenburg vergibt den mit 12.500 Euro dotierten Preis gemeinsam mit der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft alle zwei Jahre.

> Christa Wolf: „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr.Freud“
Nach Oben
 
Feuilleton 04.07.10 Artikel lesen

Der Papst und die Piusbrüder

Bild

Wie sehr der Fall der Pius-Brüderschaft nicht nur zu innerkirchlichen Anfeindungen führte, sondern mit der Kritik der Bundeskanzlerin an Papst Benedikt XVI. auch zu politischen, ist allerorten gegenwärtig. Eine ganze Bibliothek läßt sich mit zu diesem Thema kontrovers und hitzig geführten Debatten und Publikationen mittlerweile füllen. Gleich mit zwei Neuerscheinungen, genauer: mit einer neuen und einer zweiten und neu eingeleiteten Auflage, wartet der Verlag Butzon und Bercker zum Thema Pius-Brüderschaft und Liturgiereform auf.

> Der Papst und die Pius-Brüderschaft
 

 

Artikel in dieser Rubrik:

Artikel lesen

Geboren in Rochlitz im Riesengebirge-Aufsätze zum Prosawerk Franz Fühmanns

(Jörg Bernhard Bilke)

Der DDR-Schriftsteller Franz Fühmann (1922-1984), der im Alter von 62 Jahren einem Krebsleiden erlag, wurde im nordböhmischen Rochlitz an der Iser geboren, wo sein Vater eine Apotheke betrieb. Nach dem Abitur 1941 wurde ...

 
Artikel lesen

Hat Carolin Emcke den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verdient?

(Hans-Martin Esser)

Als ich heute um 12:00 h das Radio anstellte in der Hoffnung, den Presseclub zu hören, dachte ich, eine leiernde Platte, die zu langsam abgespielt wird, mit der Stimme von ...

 
Artikel lesen

Erläuterungen zum Interview der Muslimin Yildiz

(Jörg Bernhard Bilke)

Die Zeitung NEUES DEUTSCHLAND, Zentralorgan der Schwundpartei DIE LINKE, ist nicht gerade ein Freund der bürgerlichen Gesellschaft. Das Interview mit der Frankfurter Muslimin Leyla Aysha Yildiz (25), das das Blatt am 29. August ...

 
Artikel lesen

Alfred Kantorowicz und der Spanische Bürgerkrieg - Die beiden Fassungen des Kriegstagebuchs

(Jörg Bernhard Bilke)

Im Sommer 1956, zwei Jahrzehnte nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs am 17. Juli 1936, fand in Ostberlin, der Hauptstadt des SED-Staates, eine merkwürdige Ehrung statt: Neben Hunderten von überlebenden Spanienkämpfern, die wegen ihres ...

 
Artikel lesen

Schlesischer Historiker verstorben - Zum Tode Kurt Pätzoldts

(Jörg Bernhard Bilke)

 
Artikel lesen

Erfüllungsgehilfe der Staatsmacht - Zum Tod Hermann Kants

(Jörg Bernhard Bilke)

Knapp zehn Wochen nach seinem 90. Geburtstag (14.Juni) verstarb der DDR-Schriftsteller Hermann Kant am 14. August in einem Krankenhausbett in Neustrelitz/Mecklenburg. Seine in Köln lebende Biografin Linde Salber war in der Stunde seines ...

 
Artikel lesen

Schlesischer Dichter in Thüringen und Hessen
Ausstellung zu Gustav Freytags 200. Geburtstag

(Jörg Bernhard Bilke)

Der 200. Geburtstag des aus Kreuzburg in Oberschlesien stammenden Schriftstellers Gustav Freytag (1816-1895) am 13. Juli ist im wiedervereinigten Deutschland kaum wahrgenommen worden. So trägt die Ausstellung im Spiegelsaal der ...

 
Artikel lesen

Ein Stein auf meinem Herzen

(Anna Zanco-Prestel)

Nun dass auch Max Mannheimer im Alter von 96 Jahren die Bühne verlassen hat, auf der er seit Anfang der 80er Jahre als „Mahner und Versöhner“ – wie ihn Die ...

 
Artikel lesen

Tasten, Töne und Tumulte - Ein Buch voller Musik: dick, schrullig und kein bisschen langweilig

(Hans Gärtner)

Ist ja wohl recht nebensächlich, dass Puccinis „Turandot“ anderthalb Jahre warten musste, bis Toscanini sie uraufführte, auch nicht ungewöhnlich. Aber dass man Paganini erst nach 36 Jahren zur ewigen Ruhe bettete – ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Auf der falschen Seite des Rheins

(Axel Reitel)

Richard warf ihr einen zornigen Blick zu. Durch die richtige Kombination aller Erkenntnisse lasse sich die Wahrheit finden. Jeder finde nur seine eigene Wahrheit, entgegnete Hans. Die entwendete Handschrift, S.39 ...

 
Artikel lesen

Der mit dem „Tschick“ berühmt wurde …
… malte auch toll. Das Münchner Literaturhaus beweist es 150mal

(Hans Gärtner)

In Berlin, vor einem Jahr, stellte Jens Kloppmann nur ca. zwei Drittel der jetzt im Münchner Literaturhaus zu sehenden Mal- und Zeichenarbeiten Wolfgang Herrndorfs aus. Wolfgang Herrndorf – der Schriftsteller aus Hamburg, der ...

 
Artikel lesen

Deutsche Literatur aus Mähren - Marie von Ebner-Eschenbach zum 100.Todestag

(Jörg Bernhard Bilke)

Den älteren Lesern im deutschen Sprachraum dürfte die Erzählung „Krambambuli“ (1883) noch aus der Schulzeit bekannt sein. Es ist die anrührende Geschichte eines Jagdhundes, der sich zwischen zwei Herren, einem ...

 
Artikel lesen

Leipzig ist unerschöpflich -
Zum 90. Geburtstag Erich Loests

(Jörg Bernhard Bilke)

Am 24. Februar trafen sich in Leipzig-Gohlis die engsten Freunde Erich Loests, um des Autors 90. Geburtstag zu feiern. Am Vormittag wurde die dortige Bibliothek nach Erich Loest (1926-2013) benannt, ...

 
Artikel lesen

Umberto Eco ist tot - Glosse

(Stefan Groß)

Umberto Eco ist tot. Der Schriftsteller und Professor, weltweit bekannt durch den Bestseller-Roman „Der Name der Rose“, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Eco, der Sohn eines Buchhändlers, wurde am 5. ...

 
Artikel lesen

Essay zum Artikel von Stefan Groß in der Tabula Rasa (1/2016) „AfD im Aufwind- Ende der Demokratie- Wie rechts sind wir wirklich?“

(Michael Lausberg)

Die AfD befindet sich aktuell auf einem politischen Höhenflug. Beim aktuell alles beherrschenden Thema, der deutschen und internationalen Flüchtlingspolitik, profitiert sie von rassistischen Steilvorlagen in allen sich demokratisch nennenden und dem Grundgesetz verpflichteten ...

 
Artikel lesen

Geht das merkelanische Zeitalter zu Ende? Muss Merkel gehen? Nein, aber…

(Stefan Groß)

Bundeskanzlerin Angela Merkel leidet unter Starrsinn und Realitätsverlust. Sie muss jetzt auf die Stimme ihres Volkes hören. Die Bundesbürger haben sich nun ihrerseits eine Willkommenskultur von Seiten der Kanzlerin redlich verdient

 
Artikel lesen

„Laut is worn, de staade Zeit …“ - Bairische Weihnachtsgedichte, gefunden und zum Lesen sortiert

(Hans Gärtner)

Da legt man sich, seit Jahren, eine kleine bayrische Weihnachts-Bibliothek an, um grad in der „staadn“ Zeit etwas in diese Passendes lesen zu können. Ein, zwei Meter lang steht Weihnachtliches im Regal, ...

 
Artikel lesen

Von Oberschlesien nach Weimar
Harry Thürk zum zehnten Todestag

(Jörg Bernhard Bilke)

Nach Oben
 
Artikel lesen

Das „erstaunliche Wort von der ‚deutschen Chance‘“. Der Mann Otto Klepper

(Axel Reitel)

Wir schreiben das Jahr 1947 und Otto Klepper - ehemaliger Finanzminister der Weimarer Republik und nach der Machtergreifung der Nazis Emigrant -, sprach es als erster in der noch anwesenden Trümmerwelt für das ...

 
Artikel lesen

Sanderling oder: Vor und zurück

(Heike Geilen)

Wer schon einmal als Strandspaziergänger im Wattenmeer Deutschland oder der Niederlande den an ein aufgezogenes Spielzeug erinnernden kleinen weiß-grau-braunen Watvogel beobachten konnte, bleibt fasziniert stehen und schaut dem kleinen Gesellen ...

 
Artikel lesen

Die Macht des Schicksals oder: "Alle Rechtschaffenheit ist eine Maske"

(Heike Geilen)

"Das Böse ist der Stuhl des Guten." Diese Worte von Israel ben Elieser, genannt Baal Schem Tow, der als Begründer der chassidischen Bewegung innerhalb des religiösen Judentums gilt, hat Rebecca ...

 
Artikel lesen

Mit pädagogischer Absicht
Ein ungewöhnliches Buch: Kinder haben mitgeschrieben

(Hans Gärtner)

 
Artikel lesen

Rückzug ins Leben oder: Frei wie ein Vogel

(Heike Geilen)

Henry David Thoreau war 28 Jahre alt, als er 1845 beschloss, eine kleine Hütte an einem See zu bauen, um sich dort für eine Weile dem Tumult der Zivilisation zu ...

 
Artikel lesen

"Ich werde zum durchsichtigen Auge" im dröhnenden Menuett der Wildnis

(Heike Geilen)

Die Jagd auf mehr oder weniger wilde Tiere nimmt in Karl Mays facettenreichen Abenteuererzählungen oft eine wichtige Rolle ein. Ob Büffel oder Mustangs mit dem Lasso eingefangen, Grizzlybären mit dem ...

 
Artikel lesen

Ein Hort des Entzückens - Deutscher Kolumnist schreibt den Fußball in die hohe Literatur

(Axel Reitel)

„Auch jetzt noch sind die sonntäglichen Sportveranstaltungen in einem zu Bersten gefüllten Stadion und das Theater, das ich mit einer Leidenschaft ohnegleichen liebte, die einzigen Stätten auf der Welt, wo ich mich unschuldig ...

 
Artikel lesen

Hilfsschule Bixley I und II - Zwei Bände des großen Lyrikers Ivan Blatný in famoser Übersetzung von Frank Wolf Matthies

(Axel Reitel)

 
Artikel lesen

Ein Erklärungsversuch

(Heike Geilen)

Am 28. Dezember 1984, einem nasskalten Freitag, wird vor dem CENTRUM-Warenhaus in Dresden der fünf Monate alte, schlafende Felix aus dem davor abgestellten Kinderwagen entführt. Wenige Tage später findet man ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Schludereien waren sein Arbeitsstil - Zum Tod des Literaturkritikers Fritz J. Raddatz

(Jörg Bernhard Bilke)

In den Nachrufen auf den Literaturkritiker Fritz Joachim Raddatz (1931-2015), der am 26. Februar in Zürich den Freitod gewählt hat, werden die dunklen Seiten seines Lebens, zumal in den Zeitungen, ...

 
Artikel lesen

„Gegenspiel“ und „Fliehkräfte“ - Männliche und weibliche Versionen eines Ehedramas von Stephan Thome

(Herbert Csef)

„Gemeinsame Lebenslügen sind komplizierte Gebilde, aber das zugrundeliegende Prinzip ist simpel: Der eine will nicht hören, was der andere sich nicht zu sagen traut.“ (Stephan Thome, Gegenspiel 2015) Stephan Thome ist etwas gelungen, was ...

 
Artikel lesen

Schreiben, um zu überleben.- Patrick Modiano und seine Rettung durch Kreativität.

(Herbert Csef)

„Das Schreiben ist eine Droge, die ich brauche, um nicht unterzugehen.“ „Beim Schreiben finde ich meine wahre Stimme.“ Patrick Modiano im Jahre 2014 in einem Interview mit Iris ...

 
Artikel lesen

Die Pädagogik Tolstois

(Michael Lausberg)

Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi zählte zu den bedeutendsten libertären Reformpädagogen, die antiautoritäre Strömungen in der Erziehung wie die Summerhill-Pädagogik weltweit im 20. Jahrhundert beeinflusst haben. Für ihn existierte ein Zusammenhang zwischen Bildung, Freiheit und Erfahrung, was er als Einheit verstand. Seine Pädagogik wurde durch die Verarmung der Bauern und durch den despotischen Charakter der zaristischen Regimes geprägt. Die russisch-orthodoxe Kirche war eine weitere autoritäre Institution, deren Erziehungspraxis Tolstoi für die kinderfeindliche Erziehung verantwortlich machte.

 
Artikel lesen

"Herkunftsnähe, Herkunftsferne" oder: "Ein Zoom in der Zeit" durch die Schule der Erinnerung

(Heike Geilen)

"Mein Vater lebt, ein Lebender, in mir So lang ich atme lebt auch sein Gedächtnis." Dies schrieb Franz Grillparzer in seinem 1848 vollendeten Märchendrama "Libussa". Der kurze Satz könnte auch ...

 
Artikel lesen

Seine ganze Seele hing an dieser Gegend - Das neue Adalbert-Stifter-Museum in Lackenhäuser – eine mustergültige Literaten-Gedenkstätte

(Hans Gärtner)

Ein Steig, ein Bayernwalddenkmal, ein Rad- und Wanderweg, sogar ein „Kunst- und Literaturwanderwegsystem“ sind nach Adalbert Stifter benannt. Seit kurzem auch das einzige diesem Dichter gewidmete Museum, „Stifter und der Wald“, auf deutschem Boden: ...

 
Artikel lesen

Die Ruhe Gottes

(Nathan Warszawski)

Noch nie haben in Deutschland so viele Menschen über soviel freie Zeit verfügt. Es ist nicht lange her, dass nur Reiche und Mächtige den Luxus der Muße genossen haben und Tagelöhner und ...

 
Artikel lesen

Feine Herzen, grobe Herzen in Nicki Pawlows neuem Buch “Der bulgarische Arzt”

(Axel Reitel)

2019 wird die bulgarische Stadt Plovdiv die europäische Kulturhauptstadt. Und in Plovdiv spielt auch ein Gutteil der spannenden Handlung des Romans der 1964 in Köthen, Sachsen-Anhalt, mitten im Kalten Krieg als Tochter eines ...

 
Artikel lesen

"Flecken auf der Seele" oder: "Wer warst du, kleiner Mann?"

(Heike Geilen)

Was er in seinem vorangegangen "Winterjournal" begann, das setzt Paul Auster in seinem "Bericht aus dem Inneren" fort. Beide Bücher stehen für einen Rückblick auf ein intensives, ein gelebtes Leben. ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Eine Wirklichkeit, "in der alles im Stillstand verharrt, abgetrennt vom Vorher und abgetrennt vom Nachher"

(Heike Geilen)

"Schlechte Nachrichten aus dem Westen: Es herrscht Ruhe rund um die Azoren - Europas Wetterküche ist außer Betrieb. Das Thermometer steigt seit Wochen, die Stimmung sinkt täglich: drückende Hitze lastet ...

 
Artikel lesen

Leerstellen im Leben

(Heike Geilen)

"Namen sind Schall und Rauch" - so lautet eine im Volksmund weit verbreitete Wendung, die ihren Ursprung in Goethes "Faust" (Der Tragödie erster Teil) hat. Sind Namen tatsächlich so unbedeutend, ...

 
Artikel lesen

Ein klares Bekenntnis zum Fragment - Salzburg verlieh seinen Georg-Trakl-Preis 2014 für Bildende Kunst an einen Wiener

(Hans Gärtner)

Daniel Domig, Jg. 1983, vor seinem mit dem Georg Trakl-Preis für Bildende Kunst 2014 ausgezeichneten Werk „Dear Mr Grodek“ (Foto: Hans Gärtner) ...

 
Artikel lesen

Daniel Glattauer: Geschenkt - Der Glücksbote oder: Der "Che Guevara aus Simmering

(Heike Geilen)

 
Artikel lesen

Über das Verhältnis des Großen zum Kleinen im Alltag

(Heike Geilen)

"Ein Gefühl von Freude stieg in mir auf, aber nicht die Art von Freude, die mit Hellem, Leichtem und Unbekümmertem zu tun hat, nein, diese Freude hatte eine andere Qualität, ...

 
Artikel lesen

"Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden." (S. Kierkegaard)

(Heike Geilen)

Patchworkfamilien sind längst nichts Exotisches mehr. Sie scheinen zur gesellschaftlichen Normalität zu werden. Jede siebte Familie in Deutschland ist derart "zusammengeflickt". Eine derartige Familienkonstellation stellt besondere Herausforderungen an alle Beteiligten. Das Leben in ihr ...

 
Artikel lesen

Man muss den Blick heben, um "über sein eigenes, eng begrenztes Fleckchen Erde" hinwegschauen können

(Heike Geilen)

Noch bis ins 19. Jahrhundert waren die Alpen wegen der für Mensch und Tier gefährlichen und mühsamen Fortbewegung ein nahezu rundherum durch hohe Bergzüge verschlossenes Gebirgsgebiet, fernab von jeglichen Tourismusströmen. ...

 
Artikel lesen

"Man muss wohl einen Ort finden für all die widersprüchlichen Gefühle..."

(Heike Geilen)

Ob am Lagerfeuer, beim Betrachten einer Kerze oder vor dem Kamin: Ein jeder hat sie wohl schon erlebt, diese Faszination und Kraft. Das züngelnde Spiel der Flammen zieht uns magisch ...

 
Artikel lesen

MÜNCHNER – EMIGRANT – WELTBÜRGER -
Lion Feuchtwangers neue Biografie

(Anna Zanco-Prestel)

Nach Oben
 
Artikel lesen

Archiv des Lebens

(Heike Geilen)

"Ich brauche das tägliche Notieren und Schreiben (...) lebensnotwendig, ich brauche es seit den frühen Kindertagen, seither habe ich nicht aufgehört, Tag für Tag notierend und skizzierend zu schreiben. Inzwischen ...

 
Artikel lesen

"Einklang von Bewegung und Ruhe"

(Heike Geilen)

"Verwunderlich ist, dass wir diese Bäume ansehen und uns nicht mehr wundern." Der Philosoph und Schriftsteller Ralph Waldo Emerson äußerste dieses Befremden über den Umgang oder die Wahrnehmung dieser faszinierenden "Geschöpfe". ...

 
Artikel lesen

„Strohblumenzeit ist Winterzeit“

(Axel Reitel)

 
Artikel lesen

"Wenn du fantasieren willst, brauchst du die Wirklichkeit." oder: "Jeder Ort hat sein Schicksal" (Ch. Ransmayr)

(Heike Geilen)

Ein Traum, ein Traum ist unser Leben Auf Erden hier; Wie Schatten auf den Wogen schweben Und schwinden wir Und messen unsere trägen Schritte Nach Raum und Zeit Und sind, wir wissen´s nicht, in Mitte ...

 
Artikel lesen

"Erkenne dich selbst!"

(Heike Geilen)

Wann? Ca. 400 vor Christus Wo? Ein Marktplatz in Athen Wer? Ein bärtiger Mann mit zerfurchter Stirn Wieder einmal hat sich eine Menschenmenge auf dem Marktplatz von Athen um den wunderlichen ...

 
Artikel lesen

Stefanie Zweig verstorben:
Schriftstellerin aus Oberschlesien

(Jörg Bernhard Bilke)

In Frankfurt am Main verstarb am Freitag, 25. April, die Erfolgsschriftstellerin Stefanie Zweig, die 1995 mit ihrem autobiografischen Roman „Nirgendwo in Afrika“ berühmt wurde. Dieser Roman wurde 2001 von Caroline Link verfilmt, der ...

 
Artikel lesen

Im Erfahrungsraum Prinzip Hoffnung -Franz Hodjaks neuer Gedichtband
"Der Gedanke, mich selbst zu entführen, bot sich an"

(Axel Reitel)

[…] vielleicht sind wir doch keine Wunderkinder, sondern Arschlöcher, die eine Taube brauchen, um das zu sehen, was sie nicht begreifen." Franz Hodjak "Gedicht mit Taube" Der neue Gedichtband von ...

 
Artikel lesen

"Eine andere Möglichkeit der Existenz"

(Heike Geilen)

"Wir hatten selten Gelegenheit, uns zu sehen; mein Bruder bewegte sich kaum aus jener Stadt heraus, die ich dreiundzwanzig Jahre früher nicht ganz freiwillig verlassen und seither gemieden hatte. Wir ...

 
Artikel lesen

"Die Nacht trägt heute drei Livreen: Was War, Was Ist, Was Wird Geschehen."

(Heike Geilen)

"Der Fährmann hat einmal erzählt, es gebe im Dorf jemanden, der mehr Erinnerungen von anderen Leuten besitze als Erinnerungen, die seine eigenen sind.", heißt es im frisch prämierten "Heimat"-Roman von ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Die gute Kritik „Die Wahrheit will keiner mehr hören.“-
Mit
„Willy 100“ gelingt dem Autor und Regisseur Johann Jakob Wurster ein in jedere Hinsicht überzeugendes Stück,mit wunderbarer Musik von Thomas Lotz.

(Axel Reitel)

Alle: "Ja, das brächte uns an den Galgen, wie wir da sind." Shake. Sommernachtstraum, 1. Aufzug, 2 Szene. Eine Stube in der Hütte. All. That would hang us every mother's son. ...

 
Artikel lesen

Das gescheiterte Kunstwerk Liebe der "karfunkelhaften Diva der Dichtkunst" und des "heiteren, abenteuerlustigen Melancholikers"

(Heike Geilen)

"In ihrer Nähe gibt es nur sie, in ihrer Nähe beginnt der Wahn.", lässt Max Frisch seinen Montauk über die junge Verlagsangestellte Lynn sinnieren. Auch wenn die Erzählung nur Fiktion ...

 
Artikel lesen

Der "kleine Hemingway des Montparnasse"

(Heike Geilen)

"Für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet", wurde 1957 dem damals 43-Jährigen der Literaturnobelpreis verliehen. Am 7. November 2013 wäre Albert Camus 100 ...

 
Artikel lesen

Im "Erinnerungskeller" oder: "Die Verwandlung des Alltäglichen in seine impressionistische Variante"

(Heike Geilen)

Träume begleiten unsere Nächte und erscheinen uns zuweilen so deutlich wie die Realität. Sie können ein Bild in einem leuchtenden, strahlenden Gold malen oder nur schemenhafte Schleier in tiefem Grau ...

 
Artikel lesen

Nichts fehlt! Nichts fehlt?

(Heike Geilen)

"Warum sind wir hier?", fragt der fünfjährige David den 45-jährigen Simon. "Wir haben die Chance bekommen zu leben und wir haben diese Chance ergriffen. Zu leben ist großartig. Das Größte, ...

 
Artikel lesen

Zeitenwende 1945:
Erich Loests letzte Erzählung

(Jörg Bernhard Bilke)

Mit seiner letzten Erzählung, die wenige Tage vor seinem überraschenden Tod am 12. September erschien, ist Erich Loest zu seinen Anfängen als DDR-Nachwuchsautor zurückgekehrt. Fünf Jahre nach Kriegende hatte er ...

 
Artikel lesen

"Die Mechanismen des Bewusstseins" oder: "Ich bin niemand!"

(Heike Geilen)

1974 erfand ein ungarischer Professor für Physik und Design einen bunten Plastikwürfel, der sich zu Beginn der achtziger Jahre wie ein Virus in der Welt auszubreiten begann. Seitdem fummeln Millionen ...

 
Artikel lesen

"Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen"

(Heike Geilen)

"Die Erinnerung an ein bestimmtes Bild ist nichts anderes als Trauer um einen bestimmten Augenblick", schrieb Marcel Proust. Auch Patricia Mante-Proust, seine Großnichte (er war der Onkel ihrer Großmutter) und Verwalterin seines Nachlasses, ...

 
Artikel lesen

"Es ist mir entsetzlich zu wissen, dass ich Sie anstecke..." (Th. Bernhard)

(Heike Geilen)

Im Mai 1963, also genau vor fünfzig Jahren, erscheint ein Buch, das angesichts der in ihm vorherrschenden Finsternis, wohl einiges an Verwirrung im damaligen Literaturbetrieb ausgelöst haben dürfte. Zwar wurde ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Werte schaffen Werte:
Warum wir Studiengebühren brauchen!

(Thomas Goppel)

Stefan Groß: Herr Dr. Goppel, ich zitiere Sie: „Erst Bildung eröffnet dem Menschen Chancen für ein Leben in Freiheit, Selbstentfaltung und Verantwortung.” Wenn Bildung ein Gut erster Klasse ist, widerspricht dem nicht, dass ...

 
Artikel lesen

Am Rande der Wildnis oder: Auf dem kürzesten Weg zu den Sternen

(Heike Geilen)

"In Christchurch hatte ein Junge mit dem Revolver seines Vaters einen Freund erschossen. An der Nordküste waren drei Dutzend Grindwale gestrandet und erstickt, und drei von fünf Besatzungsmitgliedern waren ertrunken, nachdem ein Fischkutter ...

 
Artikel lesen

"Ich sollte eine vielgestaltige Lektüre sein / Selbst für mich!" (Fernando Pessoa)

(Heike Geilen)

 
Artikel lesen

Fühlen oder Verdrängen

(Heike Geilen)

Im Frühjahr 2010 wurde die niederländische Schriftstellerin, klassisch ausgebildete Pianistin und Psychoanalytikerin Anna Enquist gefragt, ob sie an einem Projekt des Klinikums der Freien Universität Amsterdam mitarbeiten würde, das sich ...

 
Artikel lesen

Visuelles Geräuschdesign oder Wo sind die Momente?

(Heike Geilen)

"Als Kind war ich schlampig, unfähig, die Dinge zusammenzuhalten, dabei unkorrigierbar selbst durch den Satz: 'Du wirst in deinem Leben noch bittere Tränen vergießen über deine Unordnung.' Der Satz blieb ...

 
Artikel lesen

"Alles ist nicht Gold, was gleißt, manchen in Gefahr es reißt."

(Heike Geilen)

"Der Kaufmann von Venedig" gehört zu Shakespeares bekanntesten, aber auch zu seinen problematischsten, vieldeutigsten und höchst polarisierenden Stücken. Der heiteren und romantischen Rahmenhandlung wegen gilt es nach wie vor als Komödie. Doch die gegenläufigen ...

 
Artikel lesen

Wirklichkeitssplitter - Scherben - Weltvermehrung im Meer der Erinnerung

(Heike Geilen)

"Der denkende Mensch zermartert ächzend sein Gehirn, er weiß, dass seine Erwägungen immer nur Möglichkeiten und keine Gewissheiten ergeben werden, dass andere Betrachtungen alles wieder in Frage stellen werden, er ...

 
Artikel lesen

Peter Rühmkorf - Ein Poet mit viel Puste

(Heike Geilen)

Wünsch mir im Himmel einen Platz (auch wenn die Balken brächen) Bei Bellmann, Benn und Ringelnatz Und wünschte, dass sie einen Satz In einem Atem sprächen: nimm Platz! Dieses Gedicht von Peter Rühmkorf könnte auch ...

 
Artikel lesen

Grenzüberschreitungen oder Die Zeit und die Ewigkeit

(Heike Geilen)

Wie fühlt es sich an, "wenn das Hörbare und das Unhörbare, das Ferne und das Nahe, das Innere und das Äußere, das Tote und das Lebendige gleichzeitig da wären, keines wäre über dem ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Gefühlsausführlichkeiten im Nähe-Glück oder doch nur Dekorateure des Nichts

(Heike Geilen)

"Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle ...

 
Artikel lesen

„Wofür stehst Du?“- Giovanni di Lorenzo fragt, sucht und findet Antworten - Ein Leseabend mit dem ZEIT-Chefredakteur im Münchner Lustspielhaus

(Liane Bednarz)

Das Lustspielhaus unweit der Münchner Freiheit ist eine Kleinkunstbühne, ein Kabarett im Herzen Schwabings. Hier sitzt man an Tischen und diniert vor der Vorstellung. Axel Hacke, der zusammen mit Giovanni di Lorenzo den 2010 erschienenen Bestseller „Wofür stehst Du?“ geschrieben hat, tritt hier monatlich auf. An diesem Abend im August aber ist di Lorenzo zu Gast. Um aus dem gemeinsamen Werk zu lesen. Das klingt vielversprechend, auch wenn der Titel des Buchs zunächst etwas abgegriffen wirkt.

 
Artikel lesen

Dichter der Sintflut, des Weltuntergangs:
Zur DDR-Rezeption Gottfried Benns

(Jörg Bernhard Bilke)

Der Berliner Lyriker Gottfried Benn (1886-1956), der die Jahre 1935/45 als Arzt in der „Wehrmacht“ überstand und mit seinen späten Gedichten in den Nachkriegsjahren zu unerhörtem Ruhm fand, blieb DDR-Lesern ...

 
Artikel lesen

Der ewige Sucher – Heinrich von Kleist (1777-1811)

(Stefan Groß)

Scheitern als Prinzip, so könnte man das Leben des 1777 in Frankfurt an der Oder geborenen Heinrich von Kleist prägnant umschreiben. Dabei hatte der Dichter die besten Voraussetzungen für eine gesellschaftliche Karriere; der ...

 
Artikel lesen

Eine Art literarische Realitätenvermittlung

(Heike Geilen)

"Auslöschung - Ein Zerfall"... ein vernichtender, ein destruktiver Titel, den sich Thomas Bernhard für seinen letzten Roman einfallen lassen hat. Doch wie er selbst gegen Ende des großartigen Buches schreibt, denkt er nicht ...

 
Artikel lesen

Madame de Staël - Deutschland und Frankreich. Der Heimatbegriff einer Intellektuellen am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert

(Annette Seemann)

Anne Germaine Louise de Staël-Holstein, geborene Necker, geboren 1766, gestorben 1817, war eine der ungewöhnlichsten Frauen an der Schwelle des 18. zum 19. Jahrhundert. Wer war sie, eine patriotische Französin, ...

 
Artikel lesen

Zum Tode von Jorge Semprun (10. Dezember 1923 - 7. Juni 2011) - Ein Denker, wie ihn das 21. Jahrhundert so dringend bräuchte

(Lutz Rathenow und Siegfried Reiprich)

 
Artikel lesen

August von Kotzebue

(Annette Seemann)

„Das eigentliche Theatertalent der Deutschen war Kotzebue; er und seine Deutschen, die der höheren sowohl als die der mittleren Gesellschaft, gehörten notwendig zusammen; und die Zeitgenossen hätten von ihm im ...

 
Artikel lesen

Der post-moderne Heinrich von Kleist

(Stefan Groß)

Scheitern als Lebensprinzip, so könnte man kurz Heinrich von Kleists irdisches Schicksal umschreiben. Und diese Maxime unterstrich der berühmte Dramatiker selbst, als er sich zuletzt als „nichtsnütziges Glied der menschlichen ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Autorin ihres Daseins

(Heike Geilen)

"Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" Vielleicht wäre die „kleine Wahrheit“ aus dem Kult-Buch "Zarathustra" des Philosophen Friedrich Nietzsche, diese "böse Handlungsanleitung für gekränkte frauenbesuchende Männer nie geschrieben worden, hätte er nicht ...

 
Artikel lesen

"Die Sonne ist vom Himmel gefallen"

(Heike Geilen)

Mit dieser Schlagzeile wartet die Wiener Presse im Jahr 1910 in einer ihren Gazetten auf und deutet damit eine sich anbahnende Sensation in der hiesigen Schachwelt an. Aufsehenerregender konnte das stattfindende Ereignis nicht ...

 
Artikel lesen

Das Paradies ist nebenan. Europa und die folgenden Geschichten.

(Norbert Lammert)

Laudatio auf Cees Nooteboom am 12.12.2010

 
Artikel lesen

Nietzsche lebenslänglich

(Martin Walser)

Als ich meinen Computer fragte, wie oft Nietzsche bei mir vorkomme, antwortete er: 732 Mal. Ich darauf: Das könnte mich interessieren. Und er bediente mich bzw. mein Interesse. Bald genug merkte ich, ...

 
Artikel lesen

Vor 100 Jahren starb Lew Tolstoi

(Stefan Groß)

Daß der Ruhm ihm nicht unwichtig gewesen war, daraus hat Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi, geboren am 9. September 1828, nie einen Hehl gemacht. Und ruhmreich war sein Leben, von den Anfängen im ...

 
Artikel lesen

Anna Seghers, Briefe 1953/83

(Jörg Bernhard Bilke)

Der zweite Band der Briefe von Anna Seghers, vom Jahr des Arbeiteraufstands am 17. Juni 1953 bis ins Jahr ihres Todes 1983, sechs Jahre vorm Untergang des SED-Staates, ist zweifellos ...

 
Artikel lesen

Mario Vargas Llosa - ein politischer Schriftsteller

(Michael Lausberg)

Am 7.10.2010 wurde der Schriftsteller Mario Vargas Llosa mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, der am 10.12. 2010 offiziell verliehen wird. Die Juroren in Stockholm würdigten Vargas Llosa mit der Preisverleihung „für seine Kartographie ...

 
Artikel lesen

Der Dichter und das Phantasieren

(Sigmund Freud)

Uns Laien hat es immer mächtig gereizt zu wissen, woher diese merk­würdige Persönlichkeit, der Dichter, seine Stoffe nimmt – etwa im Sinne der Frage, die jener Kardinal an den Ariosto richtetet – ...

 
Artikel lesen

Von den Gesichtern

(Karl Kraus)

Was mich immer tief alteriert hat, das ist die Selbstverständlichkeit, mit der die meisten Menschen ihr Gesicht tragen. Gefiel mir eines oder das andere nicht, so kam, wie um das Maß voll ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Was Kunst können sollte - Ein posthumes Interview mit Antonin Artaud

(Lisz Hirn)

Antonin Artaud kommt 1896 in Marseille zur Welt. Er erwirbt sich im Laufe seines Lebens einen Ruf als Regisseur, Schauspieler und Theatertheoretiker. Ein Interview über die wuchernde Theaterunkultur, gesellschaftlichen Ausstoß und die postmoderne Obszönität ...

 
Artikel lesen

Die Kunst des Reisens

(Lisz Hirn)

...

 
Artikel lesen

Leben wir in einer mythischen oder logischen Welt?

(Lisz Hirn)

 
Artikel lesen

Zur Erinnerung an Rainer Maria Rilke

(Stefan Groß)

Zaghaft und verspielt kommt das lyrische Frühwerk Rainer Maria Rilkes dem Leser in den Blick, zaghaft die Versuche, jene große Emotionalität zu binden, die in einer Seele schlummert, die noch ungeformt, sich ...

 
Artikel lesen

Heinrich Heine als Journalist

(Stefan Groß)

Gescholten und bewundert, gepriesen und verabscheut, die Facetten der Heineinterpretation sind vielgestaltig. Spektakulär ist Heine auf jeden Fall gewesen, auch wenn sein Abtritt von der Weltbühne vor 150 Jahren alles andere war. Das ...

 
Artikel lesen

Urheberrecht und Hegemann-Wahn

(Bettina Röhl)

Anti-It-Girl Helene Hegemann verletzt offenbar notorisch Urheberrechte Dritter. Ihr Buch, eine etwas verkorkste Ansammlung von Wörtern, ist, unbeschadet dessen dass gerade so etwas von der Rezension zu Kunst erklärt wird, offenbar ein Konglomerat ...

 
Artikel lesen

Prometheus´ Erben. Das Tragische als Schlüssel zur Erneuerung der abendländischen Kultur.

(Lisz Hirn)

...

 
Artikel lesen

Rassist und Antisemit oder Patriot und Gelehrter?

(Constantin Graf von Hoensbroech)

Die Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald streitet über ihren Namenspatron

 
Artikel lesen

"Schillers Vermächtnis: Kulturelle Bildung" - Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler bei der Wiedereröffnung des Schiller-Nationalmuseums am 250. Geburtstag Friedrich Schillers

(Horst Köhler)

"Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei - und wär' er in Ketten geboren". Das ist eine der bekanntesten Sentenzen von Friedrich Schiller - und es ist sozusagen reinster Schiller: ...

Nach Oben
 
Artikel lesen

Ciceroni: Cioran, Celibidache. Oder: über Musik.

(Daniel Krause)

Cioran Es herrscht kein Mangel an musikwissenschaftlichen Abhandlungen. Anders verhält es sich mit Musik-Philosophie: Zeitgenössische Ästhetik be­fasst sich viel eher mit Bildender Kunst und Literatur. Sollte die viel be­schwor­ene Sprachferne aller Musik – aller ...

 
Artikel lesen

Nietzsches Zarathustra

(Marco Meng)

Nietzsches Zarathustra ist ein gewaltiges Opus und beeinflusste vielleicht die Geistesgeschichte der Menschheit mehr als jedes andere literarische Werk. Sagte ich, literarisches Werk? Ist es aber nicht vielmehr ein philosophisches? Was offenbart sein ...

 
Artikel lesen

Der schöne Schein aus Wachs. Madame Tussaud feiert in Berlin ihr einjähriges.

(Lutz Rathenow)

„Nein, der macht mir Angst!“ bekräftigt die junge Dame entschlossen und tritt weg von Willy Brandt, mit dem sie sich nicht fotografieren lassen will: „Wer ist denn das eigentlich?“ legt sie nach. ...

 
Artikel lesen

Das Ziel und das Heil des Menschen. Eine Groteske des lautstarken Lebens unweit der Krise

(Ulrich Büchler)

Die Sicherung: das Ziel des Menschen Der einzelne Mensch hat immer ein Ziel. Mindestens eines, sein Minimalziel. Was auch immer er tut, sein Tun ist, sofern es bewusst geschieht, zuerst auf ...

 
Artikel lesen

Zum Gedenken an den Vater der Psychoanalyse: Sigmund Freud - 70. Todestag

(Sophie Bartholome)

„Das Unbewusste ist viel moralischer, als das Bewusste wahrhaben will.“

 
Artikel lesen

De felicitate.

(Lisz Hirn)

Was bedeutet es heutzutage, glücklich zu sein?

 
Artikel lesen

Die Notwendigkeit tragischen Denkens in Krisenzeiten

(Lisz Hirn)

“Car le tragique n´est pas une épreuve parmi beaucoup d´autres, il est l´épreuve par excellence de l´exister comme homme.”[1] (François Chirpaz) Dieser Essay behandelt die These, dass eine Renaissance des tragischen Denkens ...

 
Artikel lesen

Welchen Zweck hat Wahrheit?

(Teresa Tammer)

Essay zu Richard Rortys Solidarität oder Objektivität?

 
Artikel lesen

Antisemitismus und Literatur

(Marcel Reich-Ranicki)

Bettina Röhl im Interview mit Marcel Reich-Ranicki

Nach Oben
 
Artikel lesen

Marcel Reich-Ranicki - der große Theaterdonner im deutschen Literaturbetrieb!

(Bettina Röhl)

Reich-Ranicki ist ein großartiger Provokateur und ein verkannter Opportunist. Ein Film zeigt jetzt sein frühes Leben und auch sein Überleben im Warschauer Ghetto. Aus diesem Anlass erscheint hier ein Nachdruck des Interviews der Autorin ...

 
Artikel lesen

Unwissen macht nichts?
Das Prinzip Verantwortung wird 30

(Teresa Tammer)

Vor 30 Jahren erschien ein Buch mit dem Titel: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Der Autor, Hans Jonas (1903-1993), schrieb es als Antwort auf die drängenden Fragen der ...

 
Artikel lesen

Warum Vorlesen wichtig ist

(Lutz Rathenow)

Warum wollen kleine Kinder bestimmte Bilderbücher immer wieder vorgelesen bekommen? Bis sie diese auswendig können. Um diese selbst wieder und wieder durchzublättern und sich plötzlich eine eigene Lesefähigkeit vorzuspielen. Lesefähigkeit bedeutet Denkfähigkeit, sie führt zu Handlungsmöglichkeiten und ist keineswegs nur Ausdruck simpler Anpassung.

 
Artikel lesen

Das geteilte Bilderbuch

(Lutz Rathenow)

Wir reden viel über Pisa und Lesekompetenz, kümmern uns aber beschämend wenig um die ersten konkreten Leseanregungen in Form von Büchern. Wäre unser Interesse an dem, was Kinder zuerst zu lesen bekommen, größer, wäre der diskutierenden Feuilleton-Öffentlichkeit längst ein Problem aufgefallen: der gespaltene deutsch-deutsche Bilderbuchmarkt.

 
Artikel lesen

Ernst Osterkamp: Einsamkeit. Über ein Problem in Leben und Werk des späten Goethe

(Ernst Osterkamp)

In einem mit den Künstlern und dem Publikum seiner Zeit bitter hadernden Rückblick auf die im Jahre 1805, dem Todesjahr Schillers, durchgeführte letzte Weimarische Kunstausstellung hat Goethe die düstere Prognose for­mu­liert: „die Weimarischen Kunstfreunde, ...

 
Artikel lesen

Hilft das Lesen in der Not? Warum unsere Wirtschaftskrise eine Krise der Moderne ist

(Hartmut Böhme)

Vielleicht sind die Reservoirs der westlichen Kulturen erschöpft. Der Mo­tor des Fortschritts und der Ausdifferenzierung scheint ein Auslaufmodell zu sein. Ideenverlassenheit, Welt- und Selbstfremdheit, Traditionsverlust, „das Grauen“ (Joseph Conrad) sind die Stichwörter der Moderne ...

 
Artikel lesen

Die Kunst des Loslassens

(Heike Geilen)

Frido Mann Achterbahn. Ein Lebensweg Rowohlt Verlag, Reinbek (Mai 2008) 383 Seiten, Gebunden ISBN-10: 3498045105 ISBN-13: 978-3498045104 Preis: 19,90 EURO

 
Artikel lesen

Schöngeist, Freiheitskämpfer und Bauer

(Heike Geilen)

Elke Heidenreich Eine Reise durch Verdis Italien. Flieg, Gedanke.. Gekürzte Lesung; Sprecherin: Elke Heidenreich Random House Audio (Oktober 2008) 2 CDs, ca. 146 Minuten ISBN-10: 3866049285 ISBN-13: 978-3866049284 Preis: 19,95 EURO

 
Artikel lesen

Was können wir von Friedrich Schiller lernen?

(Stefan Groß)

Die intellektuelle Welt ist sich einig: Friedrich Schiller bleibt der große Wortführer des 19. Jahrhunderts – auch in Sachen Politik. Er war aber, dies lässt sich nicht bestreiten, kein rein politisierender Philosoph, wenngleich ...

Nach Oben

Neueste Artikel ▲

Meist gelesene ▼

  •  
  • Anzeige
  •  
  • Anzeige
  •  
  •  
  •  
Zum Seitenanfang zurück