Bei einem Bombenattentat im Regierungsviertel von Oslo und einem
Massaker in einem Ferienlager der sozialdemokratischen
Jugendorganisation auf der Insel Utöya am 22.7.2011 wurden insgesamt 93
Menschen getötet. Die Anschläge in Norwegen wurden spontan von den
hegemonialen bürgerlichen Medien in ein Konstrukt islamistischer
Bedrohung gestellt. Nachdem der Norweger Anders Breivik als Täter
ermittelt wurde, musste diese Deutung revidiert werden. Die meisten
Medien gingen kommentarlos und fast ohne Selbstreflexion von einem
Kontext (islamistischer Terror) zum anderen (rechter Anschlag) über.
In der Medizin geht es
um Gesundheit, letztendlich um Leben und Tod, was der durchschnittliche
Mensch höher als den schnöden Mammon bewertet. Zu Unrecht. Denn
Gesundheit hat ihren Preis. Die Mentalität des deutschen
Krankenversicherten läutet das Ende eben dieser Versicherung ein. Die
Versicherungsbeiträge monatlich korrekt entrichtet, erwartet der
Leidende, dass alles erdenklich Teuere ihm angetan werde, auf dass der
status quo ante wiederhergestellt werde.
Die Aussage, dass mit dem Lügen das Denken anfängt, soll keineswegs
implizieren, dass die Kanzlerin aller Deutschen über ein
außerordentliches Denkvermögen verfügt, obwohl einige Zeitgenossen
aufgrund der Überschrift zu dieser Schlussfolgerung gelangen könnten. Vielmehr
soll die Behandlung des Themas dazu anregen, sich über die Sprache und
die hieraus bestehenden Zusammenhänge zwischen Wissen und Geist
Vorstellungen anzueignen. Es ist deshalb unumgänglich, sich mit den
Erkenntnissen des Sprachtheoretikers, Psychologen und Mediziners Karl
Bühler (1879-1963) auseinanderzusetzen, welcher ein Funktionsmodell
(Organon-Modell) der Sprache entwickelte.
Im Streit um die Vorratsdatenspeicherung hat Bundesjustizministerin
Leutheusser-Schnarrenberger ihren Kompromissvorschlag verteidigt. Der
Bürger, der nichts zu verbergen habe, weil er unschuldig sei, dürfe
nicht überwacht werden, so die FDP-Politikerin. Darüber hinaus zeigte sich die Ministerin zuversichtlich, daß es noch in der
ersten Jahreshälfte 2012 zu einer einvernehmlichen Regelung kommen werde. Leutheusser-Schnarrenberger plädiert für ein Modell, nach dem
Telekommunikationsdaten einer Person erst dann aufbewahrt werden sollen,
wenn ein konkreter Verdacht gegen diese besteht.
In Deutschland leben 82 Millionen Menschen, davon sind 40 Millionen
erwerbstätig. Sie arbeiten Voll- oder Teilzeit, einige sind selbständig.
Weitaus die meisten sind Arbeitnehmer in einem sozialversicherungspflichtigen
Arbeitsverhältnis. Die übrigen 42 Millionen Einwohner leben von dem
Sozialprodukt, welches die kleinere Hälfte der Einwohner hervorbringt (und von
unentgeltlichen Leistungen innerhalb der eigenen Familie oder Nachbarschaft).
Christliche Politiker gehören in Europa zu einer aussterbenden Gattung.
Die wenigen bekennenden Christen, die den Beruf des Politikers
ergreifen, scheinen im lauten Getümmel der Machtspiele die Berufung zur
Heiligkeit zu überhören. Jedenfalls gibt es nur ganz wenige Politiker,
die von der Kirche seliggesprochen werden könnten. Dazu gehören vor
allem Robert Schuman und Alcide de Gasperi. Weniger Konrad Adenauer, der
war nicht nur römisch-, sondern auch rheinisch-katholisch.
Wer etwas zu sagen hat, der sagt es am Rande.
Entscheidend ist selten, was auf Kongressen oder bei Tagungen, bei
Ministertreffen oder Verhandlungsgesprächen Thema wird. Entscheidend ist
fast immer, was an deren Rande geschieht. Der Rahmen bestimmt über das
Bild, die Lobby schlägt das Podium, der Wandelgang das Forum.
Zentrifugal ist unser Leben.
Eine Landesministerin verkündet den schlagenden Satz
„am Rande der Klausur“ ihrer Fraktion. Der Beitrittsvertrag der
Europäischen Union mit Kroatien wird „am Rande des EU-Gipfels“
unterzeichnet.
Im Jahr 1762 bestieg eine Frau den russischen Thron, die den
Zaren, ihren Ehemann, zuvor verhaften, absetzen und umbringen ließ. Katharina
II. (1729-1796) verstand sich als die „bessere“ Herrscherin und begründete dies
u.a. mit den Ideen der Aufklärung, die sie verkündete zu vertreten, und mit der
Traditionslinie seit Peter dem Großen, in die sie sich zu stellen
beabsichtigte. Ihre Verdienste für das Russische Reich waren fürwahr
außerordentlich, sodass die Geschichtsschreibung ihr ebenso den Beinamen „die
Große“ verlieh.
Konsumrausch und Bekenntnisscheu, organisierte
Vorfreude ohne echte Festfreude, Rührseligkeit statt Anspruch,
Herausforderung, Heiterkeit: Damit dürfte die in weiten Teilen der
spätmodernen Gesellschaft vorherrschende Weihnachtskrise, geboren aus Unwissenheit oder echter Gegnerschaft,
beschrieben sein. Dass unlängst ein Kandidat bei einer TV-Quiz-Show
ausschied, weil er den vierten Advent auf die Zeit nach Heiligabend
verlegte, passt ins Bild.
Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Göring-Eckardt, hat die
Bundesbürger dahingehend aufgerufen, ihren Lebensstil drastisch zu ändern. Wie die Politikerin der Grünen betonte, lebt die Menschheit derzeit in einer Zeit von Rohstoff-Knappheit und Klimakrise. Für die aus Thüringen stammende Politikerin liegt der Fokus bei der Umstrukturierung des Lebensstils auf der Besinnung auf traditionelle Werte - zu denen sie Solidarität und Vertrauen zählt.
Mit Jahresbeginn werden die Hartz-IV-Sätze erhöht. Beispielsweise für alleinlebende Erwachsene um 10 Euro auf 374 Euro monatlich. Hingegen sinkt der Beitrag zur
Rentenversicherung um 0,3 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent. In der
Zeitarbeitsbranche wird ab dem 1. Januar 2012 ein gesetzlicher Mindestlohn in Kraft gelten. Durch das Inkrafttreten des Familienpflegezeitgesetzes haben Beschäftigte in Zukunft die Möglichkeit, zur Pflege eines Angehörigen ihre Arbeitszeit für maximal
zwei Jahre zu reduzieren. Dafür ist dann ein Lohnausgleich vorgesehen, der
verrechnet wird, wenn die Betroffenen wieder voll arbeiten.
Der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (geb. 1931) wurde am Samstag in der Münchner Residenz mit dem Franz-Josef-Strauß-Preis der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet. Wie der Stiftungsvorsitzende der Seidel-Stiftung, Hans Zehetmair, betonte, sei der 80-jährige Politiker «ein Mann, der die Welt fundamental zum Besseren verändert hat». Der ehemalige sowjetische Präsident wurde als «hervorragender Staatsmann des 20. Jahrhunderts» für seine Verdienste beim Fall des Eisernen Vorhangs und bei der daraus resultierenden deutschen Wiedervereinigung gewürdigt.
Kaum ein Thema ist stärker tabuisiert, als die Frage: „Warum
haben wir Kinder?“ Das soeben erschienene philosophie-Magazin ist nicht
nur deswegen zu beglückwünschen, weil es gleich in der ersten Ausgabe, für
Januar 2012, dieser im deutschen Denken unterbelichteten Frage das Dossier
widmet, sondern zumal auch deshalb, weil darin von Wolfram Eilenberger das
Gebot des philanthropischen Antinatalismus („Kinderlosigkeit ist die
Nächstenliebe unserer Zeit“) bedacht wird: „Du sollst nicht zeugen!“
Die Reise, die der Dortmunder Journalist Kurt Lichtenstein (1911-1961)
am 9. Oktober 1961 in Lübeck angetreten hatte, endete drei Tage später
mit seinem Tod an der innerdeutschen Grenze. Er war als Reporter der
sozialdemokratischen Zeitung „Westfälische Rundschau“ in Dortmund
unterwegs gewesen und hatte einen Bericht über die Stimmungslage der
westdeutschen Bevölkerung an der DDR- Grenze schreiben wollen, acht
Wochen nach dem Mauerbau in Berlin.
Der 1934 in Zerbst/Anhalt geborene DDR-Schriftsteller Manfred Bieler hat
nach seiner Ausbürgerung 1969 in München einen äußerst spannenden Roman
veröffentlicht, der in diesem Jahr, wo wir des Mauerbaus vom 13. August
1961 gedenken, hochaktuell ist: „Maria Morzeck oder Das Kaninchen bin
ich“. Es ist ein Roman über das so plötzlich geteilte Berlin, über die
Teilung Deutschlands, die erst 28 Jahre später ihr Ende fand, gespiegelt
in den Schicksalen einfacher Leute, die auf einmal der Staatsmacht
hilflos ausgeliefert waren!
Der frühere Minister für Arbeit und Sozialordnung, Norbert Blüm, hat beim traditionellen Buß- und Bettagsgespräch auf dem Petersberg bei Bonn die Führungsspitze seiner Partei um Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgefordert, sich stärker zu christlichen Werten zu bekennen. „Ich denke, dass eine christliche Partei betonen muss, was an ihrer
Politik spezifisch christlich ist“, so Blüm. Für den CDU-Politiker steht außer Frage, daß, um Ehe und Familie zu retten, der „Homo oeconomicus“ in die
Schranken gewiesen werden muß.
Auf dem CDU-Parteitag brachte die
Kanzlerin aller Deutschen zur Kenntnis, dass sie offensichtlich im Besitz eines
Kompass ist, der in eine bestimmte Richtung weisen würde. Kritiker aus der
Basis stellen hinter vorgehaltener Hand die Frage, ob Frau Dr. Merkel bewusst
ist, dass ein Magnetkompass eine Missweisung aufweist, die dazu führen kann,
dass man nicht zum Ziel gelangt. Der geographische Pol ist nicht identisch mit
dem magnetischen Pol. Es ist ziemlich auffällig, dass
die Parteispitze, in diesem Fall Frau Dr. Merkel, ständig darauf hinweist,
Deutschland dienen zu wollen.
Die neonazistische Mordserie, von
der Bild-Zeitung verharmlosend „Döner-Morde“ getauft, beherrscht seit mehr als
einer Woche die Medien in der Bundesrepublik. Selbst in konservativen Zeitungen
wie der FAZ oder den Springer-Medien wird plötzlich eine „Gefahr von rechts“
erkannt und ein wie auch immer geartetes „hartes Durchgreifen“ gefordert. Die
Forderung nach einem NPD-Verbot hat Konjunktur. Das Versagen der
Inlandsgeheimdienste ist nicht mehr zu leugnen, vor allem strukturelle
Änderungen werden gefordert. An die Möglichkeit personeller oder
programmatischer Änderungen scheint kaum jemand denken zu wollen.
Er war gefürchtet und geliebt, ein Exzentriker blieb er immer. In seinen Filmen spielte Klaus Kinski immer einen Verbrecher oder Geistesgestörten, in Interviews war er unberechenbar, legendär waren seine Talk-Show-Auftritte immer. Vor 20 Jahren ist der in Danzig geborene Schauspieler gestorben. Hinterlassen hat der damals 65-jährige Kinski ein Werk voller Spektakel. Die Tabula Rasa erinnert an ihn.
Nach den Definitionen der
Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
ist die Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten
mit einer progredienten, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten
Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative
Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen
Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen
höchste Priorität besitzt“, die über eine rein palliative Therapie hinausgeht.
Nicht die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis, sondern die
Lebensqualität, also die Wünsche, Ziele und das Befinden des Patienten stehen
im Vordergrund der Behandlung.
Im vergangenen Jahrhundert hat
sich die Bildungsbeteiligung signifikant erhöht. Trotzdem weisen
Bildungsforscher immer daraufhin, dass nicht allen Kindern der Zugang zu
Schulformen gleichermaßen offen steht. Durch die Veröffentlichung der
PISA-Ergebnisse (PISA: Programme for International Student Assessment) gewann
das Thema soziale Disparitäten in der Bildungsbeteiligung und dem
Kompetenzerwerb signifikant an Bedeutung in der bildungssoziologischen und
-politischen Debatte.
Der 1970 geborene Schriftsteller und Historiker Philipp Blom
ist der Ansicht, daß der Blick durch die Philosophie geweitet werden kann. Wie er
betonte, kann die Philosophie zwar nicht den Euro „stabilisieren oder die
Schulden wegzaubern, aber sie kann helfen". Durch die Philosophie wird der
Blick auf die Welt radikal verändert, denn durch die philosophische Reflexion
kommt man zur Einsicht, daß das eigene Scheitern auch Teil des Menschseins ist.
Wenn man dieses Phänomen akzeptiert, könnte die Gesellschaft menschlicher werden. Bekanntheit
erlangte Blom mit seinen Werken wie "Sammelwunder, Sammelwahn" oder
"Der taumelnde Kontinent".
Gern
stilisieren sich gegenwärtig Naturwissenschaftler als aufgeklärte Überwinder
von Religion und religiösen Vorurteilen. Dies war
allerdings nicht immer so. Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich Naturwissenschaftler
wie Ernst Haeckel mit dem Mikroskop bewaffnet auf die Suche nach dem Plan
Gottes in der Natur gemacht. Am 21. 12. 1853 schreibt Haeckel an seine Eltern
über seine anatomischen Studien des inneren Aufbaus von Meerestieren: »Man wird
wirklich ganz ...
Die
Kunst des essayistischen Schreibens erfordert, daß der
Schreiber sich selbst unkenntlich
genug macht, um durch Formen und Themen immer wieder verblüffen
zu können. Der Essay soll in knapper Form pointiert neue
Interessengebiete erkunden oder vertraute Gegenstände der Kultur
neu beleuchten. Es läßt sich aber nicht vermeiden, daß
die Person des Essayisten im Lauf der Zeit kenntlich wird, daß
der Essay, der scheinbar aus kurzen Beschreibungen verschiedener
Phänomene besteht, in eine Selbstbeschreibung mündet.
Menschen, die Zeit haben, überlegen zuweilen, ob es Gott gibt. Das Ende
aller Überlegungen ist bekannt: Mitglieder dieses Universum verfügen
weder über die Fähigkeit, die Existenz Gottes zu beweisen, noch sie zu
widerlegen. Nun wissen die Leser, dass es in der Logik verschiedene
Arten von Aussagen gibt. Solche, die sich verifizieren, also beweisen
lassen, solche, die sich falsifizieren, also widerlegen lassen, und
solche, die sich weder verifizieren, noch falsifizieren lassen.
Man kann weithin unwahrhaftig mit der eigenen Schuld
umgehen: man kann sie leugnen oder abstreiten, sie verhehlen und totschweigen,
man kann sie machtvoll verdrängen, sie zuweisen oder übertragen, man kann sie
planvoll untergliedern und aufteilen, sie kunstvoll tarnen und verbergen, man
kann sie stilvoll fälschen und unkenntlich machen, sie prachtvoll verfremden,
verkleiden und verschleiern, man kann sie zuchtvoll einhüllen, vermummen und
ummanteln, sie verdecken und verpacken, sie maßvoll verwischen und vertuschen,
man kann sie glanzvoll verzerren und entstellen, sie weihevoll einnebeln und
verdunkeln, überspielen und tünchen, man kann sie schönen und ausschmücken,
verzieren und verbrämen, ...
Die Gerechtigkeit ist niemals ein
Zustand, sondern nichts als ein Ziel. Und wie es scheint: ein bewegliches,
voller Dynamik. Sie ist bestenfalls für einen Moment zu erhalten. Aber schon im
nächsten entwichen. Auf Dauer scheint sie nirgends zu weilen, nirgends zuhause.
Sie erweistsich ohnehin als flüchtiger
Gast. Kaum ist ihr Platz gemacht und sie eingezogen, da sucht sie das Weite.
Dabei ist sie keineswegs leicht zu beeindrucken. Nicht ein einziges Wort vermag
das zu erreichen. Es bedarf überhaupt keines, damit sie kommt oder geht, ein-
oder auszieht. Davon hängt sie nicht ab. Ob gut oder böse, es spielt keine
Rolle - gegen Worte ist sie immun. Das macht gerade ihr Wesen aus: darauf
nichts zu geben.
Eine
neue Generation von Skeptikern und Naturwissenschaftlern ist mit
missionarischem Eifer und dem Ziel aufgebrochen, die Welt vom
religiösen Glauben zu befreien, oder sich zumindest der Rückkehr
der Religionen aktiv in den Weg zu stellen. Der Auslöser dafür
ist bei vielen das Trauma der Anschläge vom 11. September 2001.
Als „Papst“ dieser sogenannten „Neuen Atheisten“
wird der Evolutionsbiologe Richard Dawkins angesehen,
dessen Buch „Der Gotteswahn“ nach seinem für Furore
sorgenden Auftritt in den USA und in Großbritannien nun in
Deutschland erschienen ist. Auch als direkte Antwort zum religiösen
Kreationismus, der die Evolutionstheorie ablehnt und bekämpft,
stützt und beruft sich die neue atheistische Bewegung gerade auf
die Evolution und auf Darwin.
Kachelmann, Guttenberg, Strauss-Kahn – um nur einige wenige
prominente Namen für aktuelle Fälle zu nennen, an denen sich die Fragen nach
dem Umgang zwischen Justiz und Medien einerseits sowie dem eigenen
Selbstverständnis der Medien und Journalisten beim Umgang mit der Justiz und
juristischen Sachverhalten andererseits zuletzt derart heftiggestellt haben, dass die Reflexion über die
Berichterstattung und Rolle der Medien bei juristischen Ereignissen selbst zu
einem Topos der Berichterstattung geworden ist. Wie gehen Medien mit
rechtsstaatlichen Verfahren um? Werden Medien allzu eilfertig zum Handlanger
eigener oder fremder Interessen bei der Berichterstattung über Ermittlungen
oder Verfahren?
„Unüberbrückbare
Differenzen“ bei der Bauausführung, Terminplanung sowie bei den Kosten werden
dem Architekten vorgeworfen, der „in der technischen Abwicklung den eigenen
gestalterischen und qualitativen Anforderungen nicht mehr gerecht“ wird. So
lautet im Kern die Begründung, warum die Türkisch Islamische Union der Anstalt
für Religion (Ditib) als Bauherrin der geplanten Kölner Großmoschee ihrem
Architekten Paul Böhm mit sofortiger Wirkung gekündigt hat. Böhm, der sich in
den teilweise hitzigen Debatten um den Neubau stets weit mehr denn nur als
kompetenter Architekt und Bauleiter für die Moschee positioniert hat, wehrt
sich gegen die Anschuldigungen und kündigte seinerseits.
Die Medien sind tagtäglich
von den unterschiedlichsten Hiobsbotschaften aus aller Welt gefüllt und
verbreiten sie bis ans Ende der Welt.
Unsere gesamte Wahrnehmung ist von bevorstehenden, aktuellen und möglichen
Katastrophen beherrscht, die uns zumeist in Form von Bildern der Ereignisse
zugeführt werden. Wenn es stimmt, dass unsere Wahrnehmung durch diese
Ereignisse geprägt werden und unsere Sinne durch solcherlei Informationen
geprägt werden, dass muss man sich der Frage stellen, inwiefern Katastrophen
unser Leben „beherrschen“ beziehungsweise ob Katastrophen unser Leben bestimmen
und in welchem Ausmaß.
Wie sieht das Ende einer Epoche aus? Veränderungen gehen
langsam voran, so dass man sich daran gewöhnt, sie nicht zu bemerken. Stellen
Sie sich vor, dass nach der nächsten Bundestagwahl der Bundestag mit genügender
Mehrheit beschließen würde, keine freien Wahlen mehr zuzulassen. Der
Normalbürger würde in den nächsten vier Jahren nichts davon spüren! Manchmal endet eine Epoche mit einem Paukenschlag, den man
Revolution nennt. Unvermutet weht eine fremde Fahne über das Parlament der
Hauptstadt und über das Rathausdach der Kleinstadt. Revolutionen sind selten
geworden. So selten, dass Politiker und Journalisten sie herbeireden.
Der Ausruf „Der Teufel ist los!“ geht auf die Vorstellung der
tausendjährigen Herrschaft von Jesus Christus und seiner Anhänger zurück. In
dieser Epoche ist der Teufel gebunden und sitzt quasi im Abgrund fest. Danach
allerdings wird er für „eine kleine Zeit“ losgelassen, so heißt es zumindest in
der „Offenbarung“ (20,3). Es scheint, dass diese „kleine“ Zeit gekommen ist.
Wir schreiben das 21. Jahrhundert und wir können nicht einmal mehr sagen, dass
der Teufel los ist, weil wir gar keine Vorstellung mehr davon haben, was denn
dieser „Teufel“, der „Satanas“ überhaupt sein soll.
Eines kann man Frank-Walter Steinmeier nicht in Abrede
stellen,dass er nicht erfinderisch ist,
die für ihn offensichtlich unverständlichen Tatbestände mit markigen Formulierungen
zu versehen. In der Tat kann man die Ergebnisse auf dem „Schuldengipfel“ als
eine Operation am offenen Herzen bezeichnen. Allerdings wirkt Herr Steinmeier
wenig glaubwürdig, wenn er im Bundestag seine Ahnungslosigkeit und sein
Unverständnis einer Hebelung kundtut.
Der amerikanische Medienunternehmer Rupert Murdoch hat bei seiner Wiederwahl in die Konzernspitze viele Gegenstimmen
entgegen nehmen müssen. Dies geht aus einer Börsenmitteilung der "News Corporation"
hervor, in der die genauen Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung genannt werden. Die Aktionäre
stimmten zu 14 Prozent gegen Rupert Murdoch - den Haupteigner. Noch schlimmer traf es
seine Söhne James und Lachlan, denn diese mußten jeweils rund 35 Prozent
Gegenstimmen hinnehmen. James Murdoch wird als Chef des Europageschäfts
für den Abhörskandal bei der britischen Zeitung "News of the World"
mitverantwortlich gemacht.
Der Aufstand 1921 der Matrosen von Kronstadt gegen die Sowjetherrschaft
unter Lenin und Trotzki in der russischen Hauptstadt Petersburg war weit
mehr als nur eine lokale Erhebung gegen die Willkür subalterner
Funktionäre. Was hier, drei Jahre nach dem Bürgerkrieg 1917/20, von der
Führung der Kommunistischen Partei gegen die aufbegehrende Bevölkerung
exekutiert wurde, lief nach einem Aktionsmuster ab, mit dem fortan alle
Aufstände in der Sowjetunion wie nach 1945 im Ostblock überhaupt
niedergeschlagen und im Blut erstickt wurden, vom Aufstand des 17. Juni
1953 über den Ungarnaufstand 1956 bis zum „Prager Frühling“ 1968.
Es gibt weit über 100 Erlebnisberichte aus DDR-Zuchthäusern! Der erste
stammte von Eva Müthel, die sechs Jahre eingesperrt war, und trug den
Titel „Für dich blüht kein Baum“ (1957), der bisher letzte wurde von dem
Dresdner Geschwisterpaar Dorothea Ebert und Michael Proksch unter dem
Titel „Und plötzlich waren wir Verbrecher“ (2010) veröffentlicht. Das
Buch Thomas Raufeisens, der 1962 in Hannover geboren wurde, nimmt
innerhalb der DDR-Gefängnisliteratur eine Sonderstellung ein, nicht
wegen der Haftbedingungen, die nicht anders waren als die seiner
Mitgefangenen, sondern weil der Verfasser von seinem Vater Armin
Raufeisen (1928-1987) in den SED-Staat verschleppt und damit in ein
unsägliches Unglück gestürzt wurde, das über Nacht sein junges Leben
völlig veränderte.
Verteidigungsminister Thomas de Maizière will den geplanten
Personalabbau von 36.000 Stellen bei der Bundeswehr mit einem milliardenschweren
Maßnahmenpaket sozial abfedern. Im Rahmen der Einsparungen sind Dienstzeitverkürzungen und vorzeitiger
Ruhestand geplant. Umgekehrt, so der CDU-Minister, muß die Attraktivität der Truppe verbessert
werden. Die Kosten dafür bezifferte de Maizière auf eine Milliarde
Euro bis 2015. Der Verteidigungsminister will die Zahl der
Berufs- und Zeitsoldaten von 186.000 auf 170.000 verringern; die
Zahl der Zivilbeschäftigten wird von derzeit 76.000 auf 55.000 reduziert.
Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung verleiht im Dezember den Franz
Josef Strauß-Preis an den ehemaligen sowjetischen Staatspräsidenten und
Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow. Diesen Vorstandsbeschluss teilte
Stiftungsvorsitzender Hans Zehetmair am Freitag in München mit. „Michail
Gorbatschow wird für seine großen Verdienste gewürdigt, die er sich bei der
Überwindung des Ost-West-Konflikts und als Wegbereiter der Wiedervereinigung
für Deutschland, Europa und den Frieden in der Welt erworben hat“, begründet
Staatsminister a.D. Hans Zehetmair die Verleihung.
Nachdem ein Rom in der Stadt
Katuniza, 160 Kilometer östlich von Sofia, für den Tod eines 19-Jährigen
Jugendlichen verantwortlich gemacht worden war, kam es zu pogromartigen
Ausschreitungen von rechten Bulgaren.Mehrere Häuser und Autos des Beschuldigten wurden in Brand gesetzt.
Fußballhooligans aus dem benachbarten Plovdiv schlossen sich den gewaltsamen
Ausschreitungen an. Es kam zu Auseinandersetzungen mit den angerückten
Polizisten. Dabei starb ein 16-jähriger Junge angeblich an Herzversagen, fünf
Menschen wurden verletzt. Die Polizei nahm seitdem rund 400 Randalierer fest.
Zudem wurde der Rom selbst festgenommen.
Nietzsche hat es, als Denker wider gängige Gewohnheiten,
sehr weit gebracht. Seine Strahlkraft ist ungebrochen. Manisch, gleich einem
Zwangsneurotiker, ging er zu Werke; und zugrunde. Als Großer des Geistes wirkte
er, im raschen Anschluss an eine eher abrupt ausgebrochene, wiewohl ein volles
Jahrzehnt währende Umnachtung, ungemein stiftend; bald auch über Deutschlands
Grenzen hinweg. Seine tiefschürfenden, so unermüdlich wie resolut bohrenden
Fragestellungen haben manche Quelle zum Sprudeln gebracht. Sein weiter, allzu
schweifender Blick hat der Philosophie insgesamt weitflächige Grundlagen zurück
gewonnen: fruchtbare Böden, die sich auf recht vielfältige Art und Weise
beackern lassen.
Gemeinhin wird unter dem Adam Smith-Problem der Widerspruch
zwischen der auf Sympathie gegründeten‚Theorie der ethischen Gefühle’ und dem
auf Eigeninteresse beruhenden ‚Wohlstand der Nationen’ verstanden.Auch wenn
Sympathie nicht mit altruistischem Handeln gleichzusetzen und Eigeninteresse
nicht als radikaler Egoismus zu interpretieren ist, so bleibt zunächst eine
Differenz zwischen ethischer und ökonomischer Theorie. Die ‚Theorie der
ethischen Gefühle’ basiert auf der menschlichen Befähigung zum empathischen
Verstehen der Beweggründe der Anderen, der ‚Wohlstand der Nationen’ dagegen auf
egoistisch am Markt handelnder menschlicher Selbstliebe.
Totale Kehre beim Springerkonzern: Zuerst hatte Mathias Döpfner alles auf die Online-Medien gesetzt, nun scheint er einen völlig neuen Kurswechsel zurück zum traditionellen Blatt anzuvisieren. Nicht anders ist die gewollte Übernahme der WAZ-Gruppe zu interpretieren, die dem Konzernchef gerade vorschwebt. Aber in den Reihen der WAZ regt sich dagegen Widerstand. So will der Verleger der österreichischen
"Kronen Zeitung", Christoph Dichand, die Übernahme durch den Springer-Konzern verhindern. Wenn die Anteile
der WAZ-Gruppe an der Boulevardzeitung zum Verkauf stünden, wird man
diese selbst übernehmen, so Dichand gegenüber dem Handelsblatt. Die Familie
Dichand hält bereits die Hälfte der "Kronen Zeitung" und hat damit für die
WAZ-Anteile ein Vorkaufsrecht.
Noch am Dienstag wurde darüber spekuliert, ob der ehemalige Chef von Apple, Steve Jobs, bei der Präsentation des neuen iPhone 4S mit auftreten wird, mittlerweile ist aber klar, daß Jobs mit seinem Rücktrittsschreiben Ende August als
Konzernchef fast bis zum Schluß durchgehalten hat. Das Computergenie ist am 5. Oktober 2011 im Alter
von 56 Jahren gestorben. Apple hatte lange Jahre nur ein Gesicht, und dies war Jobs, dem es gelang, seine Fangemeinde von Jahr zu Jahr kontinuierlich wachsen zu lassen. Apple steht bis heute für eine eigene Philosophie.
Die Vereinten Nationen haben in New York bekannt gegeben,
daß weltweit derzeit 6,1 Millionen Lehrer fehlen. Allein zwei Millionen neue
Stellen müßten geschaffen werden, um den Kindern einen Elementarunterricht zu
gewährleisten. Vier Millionen Lehrkräfte sind darüber hinaus nötig, um
diejenigen Kollegen zu ersetzen, die aufgrund von Pensionierung, Krankheit oder
Karrierewechsel ihren Beruf verlassen. Auch Bundespräsident Christian Wulff (CDU)
hatte am Tag des Lehrers davor gewarnt, die Lehrer mit ihren Aufgaben allein zu
lassen oder mit Erwartungen zu überladen.
Der Fall
John Demjanjuk zeigt, wie schwierig es ist, die Zusammenarbeit zwischen
Einheimischen und ihren deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkriegs zu
bewerten. 1920 wurde Iwan Mykolajowytsch Demjanjuk in einem ukrainischen Dorf
geboren. Er diente in der Roten Armee und kam 1942 in deutsche
Kriegsgefangenschaft. Aus der Gefangenschaft wurde er als „Hilfswilliger“
rekrutiert, von der SS ausgebildet und in nationalsozialistischen
Konzentrations- und Vernichtungslagern als Wachmann eingesetzt. Nach dem Krieg
wanderten er und seine Familie in die USA aus.
Dieser Tage
scheint sich die Welt, um das zu drehen, von dem anscheinend viel zu wenig da
ist. Klar ist vom lieben Geld die Rede. Man hasst oder liebt es, brauchen tut
man es, besser mehr, als zu wenig. Geld scheint das Realste unserer Existenz zu
sein, es scheint unser Überleben zu gewährleisten. Geld spiegelt unsere
menschliche Bedürfniswelt wieder und unseren Versuch, diese zu befrieden. Viele reden
ungern über finanzielle Angelegenheiten, werden aber gerade von Geldfragen
intensivst beschäftigt und von Geldsorgen geplagt; bei manchen sind letztere
existentiell.
Auf dem XXII. Kongress für Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie, der unter dem Titel "Welt der Gründe" stand und in München tagte, hat die Tabula Rasa mit dem Präsidenten Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin gesprochen. Ein Auszug, der sich speziell mit dem Titelthema beschäftigt, wird hier vorab Online gestellt. Ein längeres Interview mit dem ehemaligen Staatsminister im Kabinett Schröder widmete sich unterschiedlichsten Themen: Welche Perspektive hat die Philosophie in der Zukunft? Wie kann die Philosophie praktisch werden? Was hat man sich unter einem Humanismus als Leitkultur vorzustellen? Wie kann man den Philosophieunterricht in den Schulen integrieren? Was kann eine Philosophie der Freiheit im 21. Jahrhundert leisten?
In diesem Artikel möchte ich eine auf den ersten Blick ganz
absonderliche These vertreten. Sie lautet: Nichts hindert so sehr am Lernen wie
die Schule. Damit meine ich nicht, dass die Theorie grau und die Praxis das
eigentliche Erstrebenswerte ist, sondern dass der Zweck der Schule ist, die
Menschen schlecht auszubilden.
Seit die PISA-Studie im Jahr 2000 den deutschen Schulen die
Illusion geraubt hat, ein herausragendes Bildungssystem zu besitzen, wird über
die Verbesserung der Lernvoraussetzung an den Schulen diskutiert.
Der Weltfußballer Oliver Kahn hat sich auch nach seiner
aktiven Karriere als Fußballer hohe Ziele gesteckt. Mit der neu gegründeten „Oliver
Kahn Stiftung“ will die Fußballegende insbesondere junge Menschen motivieren, für
ihre Visionen zu kämpfen. Unterstützt wird das pädagogische Projekt durch Kahns
Buch „Du packst es! Wie du schaffst, was du willst", in dem der ehemalige Torhüter des FC-Bayern München Jugendlichen –
unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – einen Leitfaden an die Hand gibt, wie
sie mit persönlichen Niederlagen umgehen können, und wie es ihnen gelingen kann,
sich selbst zu motivieren. Grundlage des Programms und insbesondere aller Schulprojekte, die Kahn bundesweit realisiert,
ist das Leitmotiv „Du packst es!“
Vielleicht
hatte Spengler doch recht mit seiner markigen These vom „Untergang des
Abendlandes“. Statt Abendland sprechen wir, obwohl es geographisch kaum mehr
Sinn macht, inzwischen von „dem Westen“. Desgleichen weckt das Wort Untergang
irreführende Assoziationen,es klingt nach plötzlichem Verschwinden, z.B. einer
Stadt wie Atlantis oder Pompeji. Gemeint aber hatte es Spengler anders, nämlich
als langsamen und schmerzhaften Niedergang, als Martyrium des kulturellen
Verfalls im großen Maßstab.
Die Väter des Grundgesetzes haben die Institution des
Bundesverfassungsgerichts aus der Erkenntnis heraus geschaffen, da ihnen
aus leidvoller Erfahrung bekannt war, wie sich politische Parteien aus
Gründen des Machterhalts und der Durchsetzung von Weltanschauungen immer
weiter von den in der Verfassung geregelten Grundsätzen entfernen. Dass
auch eine Änderung in der Verfassung möglich ist, dürfte bekannt sein.
Allerdings hat man aus naheliegenden Gründen dieses nur möglich gemacht,
wenn eine Zweidrittelmehrheit dieser zustimmt.
Lisz Hirn im intimen Dialog mit der aufstrebenden bildenden Künstlerin Caroline Schell in ihrem aufgelösten Atelier in Wien. Sie hat bereits erfolgreich zahlreiche Ausstellungen absolviert und sich als Sandperformerin einen internationalen Namen gemacht. Ein Schicksal wie van Gogh scheint ihr dank steigender Popularität erspart zu bleiben. Im September bezieht sie ihr neues Revier in Paris. Schell ist die Nichte des berühmten Schauspielers, Oscarpreisträgers, Regisseurs und Produzenten Maximilian Schell.
"Niemand hat die Absicht,
eine Mauer zu errichten", versicherte der Staatsratsvorsitzende der
Deutschen Demokratischen Republik (DDR), Walter Ulbricht, am 15. Juni 1961 bei
einer internationalen Pressekonferenz auf die Frage nach der möglichen
Errichtung einer baulich erkennbaren Staatsgrenze zwischen Ost- und
West-Berlin. Ulbricht war damit der erste überhaupt, der den Begriff Mauer
verwandte. Zwei Monate später, am 13. August, begann bekanntlich der Bau der im
DDR-Staatsjargon propagandistisch auch als "befestigte Staatsgrenze"
bezeichneten Mauer.
Das Thema „Asyl“ nimmt nicht nur in den Medien einen großen
Platz ein, sondern auch in den Köpfen der Menschen, wo dieses zumeist negativ
konnotiert ist. Die Gesellschaft im Allgemeinen scheint AsylantInnen als
Bedrohung der sozialen Ordnung und Sicherheit wahrzunehmen. Wie soll also mit
„den“ AsylantInnen umgegangen werden? Welcher Umgang soll gepflegt, welche
Regeln aufgestellt werden und zu welchen Maßnahmen ist der Staat gegenüber den
Fremden verpflichtet? Welche Bedrohungen gibt es und wie können diese reduziert
oder eliminiert werden? In welchem Verhältnis stehen Asyl und Gastfreundschaft?
Diese Fragen nehmen auch die Philosophie in Verantwortung.
Als vielleicht größte Veränderung der Menschheit im Verlaufe
des 20. Jahrhunderts kann der Wechsel von der Außensteuerung auf die
Innensteuerung des sozialen Verhaltens gelten. Soziologen und Sozialpsychologen
sprechen von der Subjektivierung oder Internalisierung von Motiven und
Handlungsorientierungen. Die Psychoanalyse Sigmund Freuds spricht vom
„Über-Ich“, in dem sich heute die Gesellschaft versammelt. Die Gesellschaft ist
also in uns. Eine neuere soziologische Schule, der sogenannte Neoinstitutionalismus,
verallgemeinert diesen Prozess, indem sie auf die „Skripte“ aufmerksam macht,
die in allen Institutionen und Organisationen das Handeln steuern.
Ein Slogan ging in die Geschichte der abendländischen
Mediengeschichte ein und dieser stammte von keinem anderen als dem
Medientheoretiker und Professor für Literatur, Marshall McLuhan: „Das Medium
ist die Botschaft“. Frühzeitig, schon während seines Studiums in Cambrigde,
widmete sich der vor hundert Jahren, am 21. Juli 1911, in Kanada geborene McLuhan dem Thema von
Inhalt und Medium, beschäftigte sich mit der Macht, die dem Medium innewohnt,
die Inhalte zu transportieren, letztendlich gar zu verändern. Während sich das
Mittelalter auf die Logik konzentrierte, das Denken und die Scholien in den
Mittelpunkt stellte, sah McLuhan in der aufbrechenden Renaissance keineswegs
die vielbeschworene Neuentdeckung der Antike, sondern eine Zeit, die die Beschäftigung
mit der Sprache und der Rhetorik wieder in ihren Fokus rückte. Und für das 20.
Jahrhundert prophezeite er, daß dieses wiederum durch die Rückkehr der
Grammatik bestimmt sein wird.
Nach der
Katastrophe in Fukujima fordern Bürger aus allen Teilen der Gesellschaft einen
raschen Umstieg auf regenerative Energien. Bereits heute sind in Süddeutschland
viele Hausdächer mit Photovoltaikanlagen bestückt und in Norddeutschland
beherrschen Windräder das Landschaftsbild. Das Abschalten von sieben
Kernkraftwerken hatte bislang keine Konsequenzen und auch dies bestätigt die
These, dass ein Umstieg auf regenerative Energien rasch umsetzbar sei.
Mancher Feuilletonleser wurde in letzter Zeit vielleicht auf
den Film „The Tree of Life“ aufmerksam, der mit den Hollywoodgrößen Brad Pitt,
Sean Penn und Jessica Chastain auch recht prominent besetzt ist. Aber die Stars
des Streifens sind in diesem Fall nicht das Interessante, sondern sein
Regisseur, der in diesem Fall auch das Drehbuch geschrieben hat. Terrance
Malick gilt nämlich als Philosoph und Poet in seiner Branche, deren
Medienrummel er sich üblicherweise konsequent entzieht. Und nicht nur das, er hat
sich an einer Promotion versucht über Wittgenstein und Heidegger und übersetzte
1969 auch dessen Aufsatz Vom Wesen des Grundes (1929) ins Englische.
Niemand dürfte heutzutage
ernsthaft bestreiten, dass der Unternehmenskultur und den Elementen des
Führungsstils eine erhebliche Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg eines
Unternehmens beizumessen ist.
Deshalb ist es als erstaunlich zu
bezeichnen, dass die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass diesen
Erfolgsfaktoren offensichtlich immer weniger Bedeutung beigemessen wird. Die
festzustellende, ständige Erosion, der Unternehmenskulturen in den Unternehmen
ist deshalb auch bemerkenswert, da in allen Managerlehrgängen und ähnlichen
Veranstaltungen sehr deutlich auf die Notwendigkeit einer entsprechenden Kultur,
welche diese Bezeichnung verdient, hingewiesen wird. Dass diese sich dann im
Führungsstil niederzuschlagen hat, dürfte als selbstverständlich anzusehen
sein.
Folgenschwere Entscheidung - Ein Plädoyer für die Kernkraft
Jeder Angeklagte hat das Recht
auf einen Pflichtverteidiger. Auch die Kernenergie. Vielleicht bin ich der
Richtige für diese Aufgabe, denn ich hatte schon immer Sympathien für die
Kernenergie und ich ändere nicht leichtfertig meine Meinung. Folgenschwere Entscheidungen
wie der Ausstieg aus der Kernenergie und der Umstieg auf die regenerativen
Energien sollten auf einer nüchternen Analyse der Lage beruhen. Die
dringendsten Probleme der Menschheit sind die Bevölkerungszunahme um eine
Milliarde alle 12 Jahre, die Verknappung des Erdöls und die Klimaerwärmung
Über kaum ein Thema wird in den letzten Jahren so intensiv
und so kontrovers diskutiert wie über die sogenannte Präimplantationsdiagnostik
(PID). Die Tabula Rasa sprach über diese Thematik, die im Juli auf der
Tagesordnung des Deutschen Bundestages stehen wird, mit dem katholischen
Publizisten, Theologen und Historiker Martin Lohmann. Lohmann, ehemaliger
stellvertretender Chefredakteur des „Rheinischer Merkur“, arbeitet als
Verlagsleiter des Kölner Kirchenzeitungsverlages Bachem Medien und ist
ehrenamtlich Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht BVL. Zudem ist
er Sprecher des von ihm initiierten und mitbegründeten Arbeitskreises
Engagierter Katholiken (AEK) in der CDU. Zuletzt erschien sein Buch "Das Kreuz mit dem C".
Die umfangreiche Arbeit an der von der Nationalen Akademie der
Wissenschaften Leopoldina betreuten historisch-kritischen Ausgabe von
„Goethes Schriften zur Naturwissenschaft“ ist nach 70 Jahren
abgeschlossen. Die Leopoldina-Ausgabe bietet dem Leser erstmals
sämtliche Texte Johann Wolfgang von Goethes zur Naturforschung,
kommentiert in chronologischer Ordnung mit den zugeordneten Materialien
und ergänzt um zeitgenössische Zeugnisse. Die Ausgabe zeigt zudem
Verbindungen auf, die zwischen seinem naturwissenschaftlichen und
literarischen Werk sowie den geistigen und wissenschaftlichen Strömungen
seiner Zeit bestehen. Sie umfasst 21 Text- und Kommentarbände mit
mehreren Unterbänden.
Da scheinen sich viele heute
einig: die Rede von Risikorationalität sei als Ideologie zu deklarieren und zu
vermeiden, wie Ulrich Beck neulich in der FAZ schrieb. Unser Risikosoziologe
weiß natürlich, dass seine Risikoverwerfung nicht ohne Kosten zu bekommen sei –
da wird so ganz nebenbei eine Zeitenwende herbeigeredet und unsere Gegenwart just
als eine – zumindest energietechnische – Endzeit
unterstellt (die er als Energiewende
= Demokratiewende entdramatisieren will). Denn wenn das weitere Reden vom
Risiko, das man einzugehen gewillt sein muß, als Übergehen ins ideologische Reden zu begreifen wäre,
dann wird der Begriff Risiko als für
die technische Moderne überhaupt entbehrlich und bloß noch sozusagen ‚historistisch’
interessant.
Auf der Leipziger Buchmesse sprach der deutsche
Unternehmer, Manager, Verleger und Moderator Konstantin Neven DuMont
mit Stefan Groß über die Zukunft des digitalen Zeitalters, über Pay Content, über das
Ipad und über seine persönlichen Lese-Interessen. DuMont war bis 2010
Vorsitzender des publizistischen Beirates der "Berliner Zeitung", des
"Berliner Kuriers", der "Hamburger Morgenpost", er war Vorsitzender des
Herausgeberrates der "Frankfurter Rundschau" und Herausgeber des "Kölner
Stadt-Anzeigers", des "Express" und der "Mitteldeutschen Zeitung". Er
engagiert sich als Aufsichtsrat für die Deutsche Presse-Agentur, ist
Mitglied vom Deutschen Presserat, Vorstandsmitglied der Freunde
"Wallraf-Richartz-Museum" und "Museum Ludwig" in Köln.
Nachdem sie das Ende des Sozialismus ausgerufen hatten,
suchten linke Karrieristen und rechte Abzocker nach einer neuen Legitimation
dafür, sich den Ratlosen und Ratsuchenden in aller Welt als Heilsbringer ideell
und materiell zu empfehlen. Bemerkenswerterweise einigten sich Links und Rechts
auf die Ideologie des Multikulturalismus als neue Menschheitsbeglückung. Selbst bei großzügigster Interpretation aller vorliegenden
Veröffentlichungen zum Multikulturalismus läßt sich aber leider nur
feststellen, daß es überhaupt keine konkreten Vorstellungen davon gibt, wie
eine multikulturelle Gesellschaft funktionieren soll.
Seit mehr als 75 Jahren wird die Marke Bogner mit dieser Maxime geführt, erst vom Vater, seit 1977 von Willy Bogner junior. Was einst in einem Münchner Hinterhof ins Leben gerufen wurde, ist heute eines der international bekanntesten Sportmodelabel. Nach Wolfgang Joop und Karl Lagerfeld ist Willy Bogner der dritte Stardesigner, der mit eigener Ausstellung im Apoldaer Kunsthaus Avantgarde zu Gast ist. Der Herausgeber des "07 Das Stadtmagazin" traf den Designer im thüringischen Apolda und sprach mit diesem auch über die Leidenschaft für Sport und Mode.
Im zweiten Teil des Gespräches mit Robert Spaemann spricht der renommierte Philosophieprofessor über den derzeitigen Werterelativismus, über eine Ethik in Zeiten des anything goes, über den Machbarkeitswahn, über Nietzsches "Letzten Menschen", über die Präimplantationsdiagnostik (PID) und über den Gottesbegriff nach Auschwitz. Spaemann zählt zu den bekanntesten deutschen Denkern. Im Dezember 2010 hatte der in Berlin geborene Denker der Tabula Rasa ein ausführliches Interview gegeben.
Keine historische Ideologie hat die Geschichte des europäischen Monopols
derart verfestigt wie das kapitalistische System. Mit seinem globalen
Siegeszug übernahmen auch die europäischen Werte die Vorherrschaft. Der
Kapitalismus ist bekanntlich eine Konzeption, die sich auf das
Gewinnstreben des Einzelnen richtet. Es ist daher evident, die
kapitalistischen Ideologien durch eine subjektive Werttheorie zu
repräsentieren, in welchen der wertende Mensch zwischen seinem Maßstab
und der zu bewertenden Sache eine Beziehung herstellt, ergo ein
Werturteil bildet.
Die
Fernsehsendung „Bauer sucht Frau“ ist sicherlich manchem bekannt. Darin präsentiert
sich auch der ein oder andere ostdeutsche Bauer immer wieder gern – zur
(Schaden-)Freude eines Millionenpublikums. Weit weniger vertraut dürfte aber
vielen sein, dass der Bauernstand in Ostdeutschland noch immer von den
Auswirkungen der sozialistischen Agrarpolitik geprägt ist. Denn die ostdeutsche
Landwirtschaft in den Jahren des SED-Regimes ist auch über 20 Jahre nach dem
Fall der Mauer ein in der Breite vernachlässigtes Thema im, zugegebener Maßen,
weiten Feld der DDRAufarbeitung.
Internetnutzer haben einen Vorteil, wenn sich diese für den
Naturforscher Charles Darwin interessieren, um beispielsweise der Frage
nachzugehen, wie dieser auf seine Theorie von der Entwicklung der Arten
gekommen ist. Einige Wissenschaftseinrichtungen in England haben die
persönlichen Arbeitsnotizen des Evolutionsforschers ins Internet gestellt. Damit
wird für den Interessierten sichtbar, welche Literatur Darwin gelesen hat und
welche Probleme sich daraus für ihn ergaben. Der Naturforscher hatte in 730
Bänden seiner insgesamt 1480 Bücher Bleistiftnotizen an den Rand gemacht. In
der Universität von Cambridge ist seine Bibliothek zu bewundern. Die Tabula
Rasa fragt: Ist Darwin Atheist?
Bevor man sich mit diesem Thema
befasst, dürfte es zum Vorteil gereichen, sich mit dem Begriff „öffentliche
Meinung“ zu befassen. Dieser Begriff tauchte wohl erstmalig bei Jean-Jacques Rousseau
(1712-1778) auf, in dem Sinne, dass die öffentliche Meinung eine Urteilsinstanz
ist, vor dessen Missbilligung man sich hüten soll. Bezogen auf die heutige Zeit,
sollte man von einer vorherrschenden öffentlichen Meinung sprechen, da nicht
davon auszugehen ist, dass die öffentliche Meinung in allen Punkten einheitlich
ist.
Es ist festzustellen, dass man
sich bereits im 18. Jahrhundert über dieses Problem erhebliche Gedanken gemacht
hat. Man hat bereits zum damaligen Zeitpunkt erkannt, wie wichtig es ist, die vorherrschende
öffentliche Meinung zu kennen, und um dann u. U. diese so zu steuern, damit
wirtschaftliche und politische Interessen optimal bedient werden können.
Für den Berliner Medienphilosophen Norbert Bolz gibt es den
Begriff das "Publikum" nicht mehr, da dieser im Zeitalter des
Internets überholt ist. Für Bolz ist das Netz weniger ein Medium zur
Informationsgewinnung, sondern vielmehr ein Kommunikationsmedium, denn die
Bürger benutzen das Internet, um sich dadurch selbst zu organisieren. Für die
sogenannten alten Medien sieht der in Ludwigshafen geborene Philosoph zunehmend
eine "Wonne der Passivität". Diese zeige sich letztendlich als
Gegenpol zur ständigen Internetaktivität, weil sie den Genuß verspricht, nicht
in einen Dialog eintreten zu können, oder zu müssen. Film und Fernsehen könnten dadurch in der Zukunft eine "ökologische Nische" finden.
Für den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler und Theologen Friedrich Schorlemmer ist es eine ausgemachte Sache, daß sich die wirkliche Einheit der Deutschen noch eine geraume Zeit hinziehen wird. Wie das 1944 in Wittenberge geborene SPD-Mitglied betonte, seien 40 Jahre so prägend, daß die deutsche Einheit
auch jetzt noch nicht mental, wirtschaftlich und kulturell vollzogen wurde. Schorlemmer rechnet damit, daß es mindestens noch zwei Jahrzehnte brauche, bis endlich die Mauer aus den Köpfen der Bundesbürger verschwunden sei. Am 15. Juni vor
50 Jahren hatte der damalige DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht
verkündet, daß niemand die Absicht habe, eine Mauer zu errichten, bereits zwei Monate danach haben die Bauarbeiten am innerdeutschen "Schutzwall" begonnen.
Wer kennt nicht die berühmte Strophe “Ein Freund, ein guter
Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt. Ein Freund bleibt immer
Freund, und wenn die ganze Welt zusammenfällt”? Aber wie schaut Freundschaft
2.0 aus beziehungsweise was ist unter dem Terminus “Freundschaft” eigentlich zu
verstehen? Freundschaft kennzeichnet eine positive Anziehung und Beziehung
zwischen Menschen, die sich durch Vertrauen, Sympathie, Wertschätzung und
Verständnis auszeichnet. Es gibt Nutzfreundschaften, Zweckfreundschaften und
die “reine” Freundschaft. So weit die Theorie, doch wie schaut die heutige
Praxis aus?
Psychologe, Psychotherapeuten, Psychiater,
Politiker, Gurus und Geistliche schreiben regelmäßig Beiträge zum Thema
“Glück”. Die Buchläden bieten eine schier unermessliche Auswahl an Literatur
zur (Selbst-) Hilfe. Und obgleich es so vieles gibt, das uns glücklich machen
soll/kann/will, sind wir es erstaunlicherweise selten. Dieses Erstaunen führt
uns zu einer Disziplin, für die dieses Phänomenaußerordentlich interessant ist: die Philosophie. Nun stellt sich die
Frage, was eine PhilosophIn zu dieser Sache sagen kann. Kann die Philosophie
eine neue Perspektive zu den Fragen “Was ist Glück?” und “Was bedeutet Glück?”
liefern?
Ein Papst spricht von Sexualität, deren Schönheit und die
Erfüllung durch sie. Ein Traum? In der ehelichen Vereinigung von Mann und Frau entdecken
wir „den Sinn des gesamten Daseins, den Sinn des Lebens“? Ein Pontifex, der
daran erinnert, dass die Sexualität etwas unglaublich Wertvolles und
Beglückendes ist? Das Christentum sei keineswegs körperfeindlich, sagt
ausgerechnet der Petrusnachfolger. Ja, es sei sogar ausgesprochen körperfreundlich,
lustvoll und ganzheitlich. Und überhaupt: Das Ganze lässt sich auch noch
biblisch begründen. Von wegen Verklemmtheit! Wäre es nicht wunderbar, der
oberste Sittenlehrer würde mit Hochachtung und Wertschätzung von Sexualität
sprechen, so dass aus der ansonsten doch rasch so empfundenen „Straße mit
lauter Verbotsschildern“ eine Allee der beglückenden Empfehlungen, eine einzige
Einladung zur Liebe würde?
Der Literaturwissenschaftler Hans Mayer (1907-2001) hat sich während der
anderthalb Jahrzehnte 1948/63, in denen er als Professor an der
Leipziger Universität wirkte, zu tagespolitischen Fragen höchst selten
geäußert. Seine Antrittsvorlesung vom 20. Juli 1949 war dem anscheinend
gegenwartsfernen Thema „Goethe und Hegel“ gewidmet. Und dennoch waren
seine überfüllten Vorlesungen, obwohl „nur“ deutsche Literaturgeschichte
vorgetragen wurde, im berühmten Hörsaal 40 hochpolitische Vorgänge. Wie
Hans Mayer dort auf seine Zuhörer aus allen Fakultäten wirkte, hat sein
Schüler Uwe Johnson (1934-1984) zum 60. Geburtstag 1967 eindrucksvoll
beschrieben.
Viele glaubten ihn nun los zu sein, den Dämon besiegt zu haben - und dies für alle Zeiten. Nach dem Fall der sozialistischen Regime vor zwanzig Jahren hatte auch alles den Anschein, daß Karl Marx (1818-1883) nicht wieder in den Köpfen auftauchen würde, aus den Universitäten und ihren Lehrplänen ist er inzwischen ganz verschwunden. Doch nach der globalen Finanzkrise, die auch nach wie vor ihre Schrecken zeitigt, hat der Trierer Kapitalismuskritiker, Philosoph, Journalist und Utopist wieder Konjunktur. Was ist dran an Marx, können wir wieder von ihm lernen? Die Tabula Rasa blickt ins Archiv.
In Zeiten des ökofundamentalistisch motivierten Wut- bzw.
Angstbürgers von ‚Stuttgart 21‘ und Fukushima erlebt ein altbekanntes deutsches
Motiv eine Renaissance - nämlich das der Technikskepsis. In diesem Zusammenhang
wird oft das Denken Martin Heideggers zur Flankierung diverser Attacken in
Stellung gebracht. Und tatsächlich scheinen seine Schriften um die 1950er Jahre
herum davon zu strotzen, die Menschen vor dem vorstellenden Herstellen, der
Machenschaft und der Ermächtigung durch das ‚Ge-stell‘ zu warnen. Lässt sich
die Bodenhaftung und Natursehnsucht, das Aufbegehren gegen das
Maschinenzeitalter und dessen Rationalismen als ideeller Gravitationskern
Deutschlands ausmachen und eine Linie ziehen von der Frühromantik um 1800 bis
hin zu Heidegger?
Das Ministerkomitee des Europarates hat in seinem Bericht vom 25. Mai
2011 vor dem Reduktionismus der friesischen und sorbischen Sprache
gewarnt. Dem Bericht zufolge sind Nordfriesisch, Saterfriesisch und
Niedersorbisch vom Aussterben bedroht. Das Komitee fordert die
Bundesrepublik auf, mehr für den Erhalt dieser Minderheitensprachen zu
tun. Der Europarat empfiehlt, diese Sprachen im Schulunterricht stärker
zu fördern und Rundfunk- sowie Fernsehsendungen vermehrt in den
Minderheitensprachen auszustrahlen, um das Interesse an diesen zu
erhalten und zu fördern.
Die westdeutschen Linken haben einen Vorteil auf Deutschlands politischem Parkett - sie haben einfach immer recht, wissen, was das Gute ist und setzen es tatkräftig um - ohne zur Seite zu schauen, und schon gar nicht nach rechts. Daß sie mit ihrer linken Blickweise ziemlich fanatisch sind, dogmatisch argumentieren und irgendwie angespannter und verklemmter durchs Leben gehen, hat Spiegel-Autor Jan Fleischhauer erkannt, der eben nicht aus Versehen links geworden ist, auch wenn sein Bestseller diesen Titel trägt, sondern weil ihn das Linke Geute störte, das ewige Recht-haben-Wollen, die Meinungsdiktatur und einen Anspruch in der Wahrheitsfrage, die selbst das Oberhaupt der Katholiken blaß daneben erscheinen läßt?
Arbeitslosigkeit gehört zu den größten gesellschaftlichen Problemen in
Deutschland. Einmal im Monat werden Arbeitslosenzahlen präsentiert.
Derzeit liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 3,08 Millionen und die
Arbeitslosenquote bei durchschnittlich 7,3 Prozent. Die latente Zahl der
Arbeitssuchenden dürfte um einiges höher sein. Mit der Hartz-IV Reform
vom 1. Januar 2005 gelten rechtlich gesehen nach SGB III § 16 Personen
als arbeitslos, „die vorübergehend nicht in einem
Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige
Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur
für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit
arbeitslos gemeldet haben“.
Der 18. Mai 2011, der Tag, an dem deutsche Soldaten in mehr
oder weniger Notwehr mehr oder weniger friedliche oder feindliche einheimische
Demonstranten verletzt und getötet haben, sollte den Abzug deutscher Soldaten
aus Afghanistan einleiten, auch wenn bisher die üblichen Pazifisten, Experten und
Moralisten mehr oder weniger überraschend leise treten oder schweigen. Was könnten die Ursachen für einen plötzlichen und
vorzeitigen Abzug sein? Analysieren wir als Einstiegshilfe den unvorhersehbaren
Ausstieg aus der Kernenergie.
Können sie sich noch an Eugen Drewermann erinnern? Richtig,
den kennen wir doch. Das war dieser nette, etwas linkisch wirkende Onkel von
nebenan, meist in eine spießige Strickjacke gehüllt, wie das scheue Schaf in
weiche Wolle, und so kam er auch ständig rüber: im Grunde völlig harmlos,
wiewohl ganz fest und unbeirrt in seinen Ansichten, die er auch heute mit
Nachdruck vertritt, ohne das ihn noch irgendwer ernstlich zur Kenntnis nähme.
In seiner ruhigen, nachdenklichen Art glich Drewermann dem chronisch zerstreuten,
etwas unbeholfen agierenden Professorentypus, wiewohl er in der Hauptsache ein
echter Seelsorger war, den es eher zufällig in Talk-Shows oder auf lärmende
Marktplätze verschlug.
Die Aufklärung
brachte dem Erziehungswesen völlig neue Impulse. Sie
forderte eine Hinwendung zu naturgemäßer Pädagogik, die von Vernunft und
sittlicher Lebensweise gekennzeichnet war. Die Erziehung wurde auf alle
Angehörigen der Bevölkerung ausgedehnt, vor allem auf die Bildung von Frauen
sowie die Weiterbildung von Erwachsenen. Wissenschaftliche Verfahrensweisen
wurden auch auf praktische Tätigkeiten (Realbildung, landwirtschaftliche und
gewerbliche Erziehung) ausgedehnt. Philanthropine
oder "Werkstätten der Menschenfreundschaft"
standen am Beginn moderner Schulreform.
Man sollte es doch tatsächlich nicht für möglich halten, im
"Spiegel-Online" mokiert sich doch ein merkwürdiger „Journalist“
darüber, dass die Deutschen an einer Datenphobie leiden. Es dürfte
jedoch Tatsache sein, dass die Deutschen eher an einer berechtigten
Phobie gegen die Menschen leiden, welche aus politischen und
wirtschaftlichen Interessen Zahlenwerke und Datenbestände schaffen, um
wissenschaftliche Erkenntnisse vorzutäuschen oder gewisse Handlungen zu
rechtfertigen. Offensichtlich ist dieses leider sehr häufig der Fall. Manche
Journalisten leiden offensichtlich unter einer Gedächtnis-Phobie, da
diese wohl vergessen haben, wie man in deutschen Großunternehmen wie
Bundesbahn und Telekom Daten gegen verdächtige Mitarbeiter und
vermeintliche Schädlinge gesammelt, und hinter dem Rücken der
Betroffenen verwendet hat.
Anläßlich des Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus, am 8. Mai 1945, widmet sich die Tabula Rasa einem Zeitzeugen, dem 97 Jahre alten Priester Hermann Scheipers aus Ochtrup, der der letzte Überlebende aus dem Priesterblock des KZ Dachau ist. Weil er den Staat durch "freundschaftlichen Verkehr mit
Angehörigen feindlichen Volkstums" gefährdete, kam Hermann Scheipers im
Oktober 1940 in das Polizeigefängnis von Leipzig. Die Angehörigen
"feindlichen Volkstums" waren polnische Zwangsarbeiter. Aus Sicht des
jungen Geistlichen gehörten auch sie zu den "Söhnen und Töchtern Gottes,
denen meine Liebe und Fürsorge als Priester und Seelsorger galt". Aus
Sicht der Nationalsozialisten aber handelte es sich um
"Untermenschen", für die Scheipers Gottesdienst gefeiert hatte. Sechs
Monate war er im Polizeigefängnis inhaftiert.
Demographischer Wandel - die Zahl der Alzheimerpatienten in Deutschlandland steigt rasant und wird in den nächsten Jahren weitere Rekordmarken erklimmen. Fast 2 Millionen Menschen sind derzeit von der Krankheit betroffen, Experten rechnen für das Jahr 2030 mit 2,5 Millionen. Bekanntestes Opfer der letzten Tage, der Fotograph, Maler und selbsternannte Playboy Gunter Sachs, der sich in seinem Schweizer Chalet wegen seiner Alzheimer-Krankheit erschossen hatte. Der 78-jährige Ex-Mann von Brigit Bardot hat damit die Konsequenz gezogen: Im Abschiedsbrief hieß es: "Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand [...]." Auch der Literaturprofessor Walter Jens aus Tübingen erkrankte vor Jahren an Alzheimer, sein Sohn Tilmann hatte 2009 darüber ein Buch geschrieben.
Nach der verheerenden Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima in Japan
wurden die Forderungen nach einem Ausstieg aus der Energiegewinnung
durch Kernkraft und der Förderung nachhaltiger sauberer Energiegewinnung
wieder lauter. Auch die Protestkundgebungen für alternative
Energiegewinnung und gegen die Kernenergie erfreuten sich in jüngster
Vergangenheit wieder eines regen Zulaufs. Die Windkraftanlagen zählen zu dieser ökologisch sinnvollen Alternative. Aber...
Daß ein Politiker überhaupt nach akademischen Würden strebt,
ist schon fast strafwürdig. Es gibt in der Politik schon zu viele
Wissenschaftler, für die, nach dem Wort eines Spaßvogels, die Wissenschaft
nicht dazu da ist, Probleme zu lösen, sondern zu vervielfältigen – durch
permanente Differenzierung der Terminologie. Was wir dringend brauchen sind
tatkräftige Politiker, die komplexe Probleme lösen, d.h. zunächst sinnvoll
vereinfachen. Und da wäre vielleicht von Guttenberg noch einiges zu
erwarten. „Smoke on the water“, der Rocksong von Deep Purple, war sein
Abschiedslied beim Großen Zapfenstreich.
Am Rande des Medienkongresses von „taz“ und „der Freitag“
traf die Tabula Rasa den Verleger und Herausgeber des „der Freitag“ und sprach
mit ihm über die Zukunft des Online-Journalismus, über kleine Internetseiten
und deren Kampf ums Überleben. Thema dabei war die „mediale Zersplitterung“,
das Prekariat der Journalisten und der Kampf von Online gegen das Printmedium.
Am Kongreß in Berlin nahmen über 1500 Gäste aus Wirtschaft, Politik und den
Medien teil, darunter prominente Journalisten wie Werner d’Inka, Matthias
Matussek, Ranga Yogeshwar
u. a.
Wie die „BILD“-Zeitung informierte, haben die Arbeitsagenturen
2010 so viele Strafen wie noch nie zuvor gegen Hartz-IV-Empfänger ausgesprochen.
Insgesamt wurden 828.708 Sanktionen verhängt. Dies waren rund 14 Prozent mehr
als 2009. Ein Großteil der Strafen hatte sich gegen Hartz-IV-Bezieher
gerichtet, die sich zu spät arbeitslos gemeldet haben, die nicht zu
vereinbarten Terminen in der Arbeitsagentur erschienen oder die keine
Bewerbungen geschrieben haben. In 102.631 Fällen wurden Sanktionen
ausgesprochen worden, weil sich die Betroffenen geweigert hätten, eine
zumutbare Arbeit, Ausbildung oder einen 1-Euro-Job anzunehmen. Auch die Höhe
der Sanktionen ist gestiegen. So haben die Betroffenen 123,72 Euro weniger
monatliche Unterstützung erhalten, während 2009 die durchschnittliche Kürzung
noch bei 114,31 Euro gelegen hatte.
Von der Öffentlichkeit weitgehend
unbemerkt, wurden weitreichende Verschärfungen der Hartz IV-Gesetze (SGB II)
vorgenommen. Die Gesetzgebung wurde den Wünschen der Bundesregierung angepasst,
welche immer noch publiziert, dass die Wiedereingliederung der Betroffenen
weitgehend von Druck und Repressalien abhängig wäre. Die Sanktionen gegen Erwerbslose
wurden dahingehend erleichtert, dass eine Ankündigung der Androhung einer
Leistungskürzung nicht mehr erforderlich ist. Nunmehr kann auch ein schlechtes
Verhalten, es handelt sich hierbei nicht umeinen Aprilscherz, künftig sanktioniert werden. Sanktionen müssen nicht
mehr umgehend verhängt werden, sondern Kürzungen bis zu einem Zeitraum von
Monaten nach dem vermeintlichen Verstoß von mehr als hundert Prozent, sind
möglich.
„Urzustand“ und „Schleier des Nichtwissens“ sind die
Reagenzien für eines der bekanntesten philosophischen Gedankenexperimente. Der
Experimentator, John Rawls (1921-2002), bedient sich dieser philosophischen
Chemikalien, um Gerechtigkeitsgrundsätze zu ermitteln. Was sind der Urzustand
und der Schleier des Nichtwissens? Anders als für Teile der älteren politischen
Philosophie, ist der Urzustand für Rawls kein vergangener tatsächlicher oder
rekonstruierter Naturzustand, sondern ein Fragezustand, in den sich jeder von
uns zu jedem beliebigen Zeitpunkt gemeinsam mit anderen versetzen kann, um mit
ihnen in fairer Verhandlung und Übereinkunft Grundsätze der Gerechtigkeit zu
gewinnen
Nachdem sie das Ende des Sozialismus ausgerufen
hatten, suchten linke Karrieristen und rechte Abzocker nach einer neuen
Legitimation dafür, sich den Ratlosen und Ratsuchenden in aller Welt als
Heilsbringer ideell und materiell zu empfehlen. Bemerkenswerterweise
einigten sich Links und Rechts auf die Ideologie des Multikulturalismus
als neue Menschheitsbeglückung. Selbst bei großzügigster
Interpretation aller vorliegenden Veröffentlichungen zum
Multikulturalismus läßt sich aber leider nur feststellen, daß es
überhaupt keine konkreten Vorstellungen davon gibt, wie eine
multikulturelle Gesellschaft funktionieren soll. Denn was Links und
Rechts unter Multikultur als Lösung des Problems halbwegs friedfertigen
Zusammenlebens von unterschiedlichen Ethnien, Sprach- und
Kulturgemeinschaften Wirtschafts- und Gesellschaftsformen ausgeben, ist
bestenfalls die Benennung oder Beschreibung des Problems, nicht aber
seine Lösung.
Kein westliches Land ist so technikfeindlich und
fortschrittspessimistisch wie Deutschland. Nirgendwo auf der Welt sind
Atomkraft, Gentechnik und Stammzellenforschung so geächtet, Chemieangst
und Mobilfunkfurcht so verbreitet. Trotz höchster Sicherheitsstandards
ist der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossene Sache, während alle
anderen deren Vorteile gerade wieder entdecken und nutzen. Eine
CSU-Agrarministerin tut im Jahr 2009 alles, um die Pflanzengentechnik
abzuwürgen. Universitäten haben resigniert und die Forschung auf diesem
Gebiet aufgegeben. 80 Prozent der Gentechnikforscher sind bereits
ausgewandert oder wollen es tun. Wichtige Grundlagen der
Pflanzengentechnik wurden einst in deutschen Labors entwickelt. Doch
Fortschritt war gestern.
Haben die Fachhochschulen in der gewandelten
Hochschullandschaft „nach Bologna und PISA“ noch eine Existenzberechtigung? Die
Frage mag den meisten Beobachtern ketzerisch erscheinen, sind sich doch Medien,
Politiker und Hochschulleitungen sicher, dass die Fachhochschulen ausgeweitet
werden sollen. Der allgemein angegebene Grund: sie sind anwendungs- also
praxisorientiert (als „Universities of Applied Sciences“) und viel billiger als
die Universitäten. Ich werde diesen common sense infrage stellen. Nach meiner
Auffassung spricht sehr viel dafür, die Fachhochschulen – wo immer dies möglich
ist – in die Universitäten zu integrieren (und die verbleibenden
Fachhochschulen mit Berufsakademien und Fachschulen als eine Art College zu
behandeln).
Narzisstische Gesellschaft fördert seelisches Leid
Wenn sich in diesem Lande in den Unternehmen immer häufiger
perverse Verhaltensweisen bemerkbar machen, dann dürfte es daran liegen, dass
sich die Werteverhältnisse aufgrund des Zeitgeistes, welcher vom
Neoliberalismus geprägt wird, verschoben haben. Es lässt sich nicht
verheimlichen, dass diese Gesellschaft förmlich zum Egotrip einlädt. Der
zunehmende wirtschaftliche Zynismus fördert narzisstische Verhaltensweisen, und
somit die seelische Gewalt gegenüber den vermeintlich Schwächeren dieser
Gesellschaft. Diese Gesellschaft wird immer oberflächlicher. Es zählt
ausschließlich Geld, Erfolg und ein makelloser Lebenslauf.
Vor der Deutschen Islamkonferenz hat Bundesinnenminister Friedrich seine
Aussage zur kulturellen Ausgrenzung des Islams im ARD-Morgenmagazin vom
29.3.2011 bekräftigt. Friedrich verweist darauf, dass diejenigen
Muslime, welche in Deutschland leben zu dieser Gesellschaft zwar
gehören, jedoch nicht Teil der kulturellen Identität des Landes seien. Für
Friedrich scheint sich die Identität dieses Landes auf Grundlage
folgender Fragen zu erschließen: „Wo kommen die Deutschen her? Wo kommt
die Kultur dieses Landes her? Was hat unsere Wertemaßstäbe geprägt?“ Für
Friedrich ergibt sich daraus eine „klare“ Antwort, nämlich die
christlich-abendländische Kultur. Bei der Frage, was eigentlich unter dem Kulturbegriff zu verstehen ist, trifft man auf eine Vielzahl von Definitionen.
In ihrer Regierungserklärung vom 17. März 2011 findet die Bundeskanzlerin Worte, mit denen die Bevölkerung dieses Landes entängstigt werden soll, das circa ein Fünftel seines Strombedarfs mittels Kernspaltung deckt: „Derart gewaltige Erdbeben und Flutwellen, wie sie Japan getroffen haben, treffen uns nach allen Erfahrungen und wissenschaftlichen Erwartungen nicht.“ Blicken wir zurück: Anlässlich ihrer Vereidigung im Jahr 2005 gelobte die Kanzlerin, ihr Bestes geben zu wollen, um Schaden vom deutschen Volk abzuwenden: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ (Art. 56 GG)
Im vergangenen Jahrhundert hat
sich die Bildungsbeteiligung signifikant erhöht. Trotzdem weisen
Bildungsforscher immer wieder daraufhin, dass nicht allen Kindern der Zugang zu
Schulformen gleichermaßen offen steht. Durch die Veröffentlichung der
PISA - Ergebnisse (PISA: Programme for International Student Assessment) gewann
das Thema soziale Disparitäten in der Bildungsbeteiligung und dem
Kompetenzerwerb signifikant an Bedeutung in der bildungssoziologischen und
-politischen Debatte.
Zwei italienische Journalisten waren es, Paolo Rodari und Andrea
Tornielli, die im vergangenen Sommer das Buch mit dem etwas martialisch
klingenden Titel „Angriff auf Ratzinger“ veröffentlicht haben. Das Buch
beginnt mit einem längeren Zitat. Es spricht ein Kurienkardinal, der
anonym bleiben will, aber seine Einschätzung des deutschen Pontifikats
dennoch den beiden Autoren anvertrauen wollte. Und so diktierte er ihnen
diese Sätze: „Ich habe immer noch, als ob es heute wäre, die Worte im
Ohr, die ich einen damals äußerst einflußreichen Kardinal der römischen
Kurie am Tag nach der Wahl Benedikts XVI. sagen hörte: ,Zwei, drei Jahre
– länger als zwei, drei Jahre wird das nicht dauern’, wobei er seine
Worte mit einer Art beschwichtigenden Geste begleitete.
Es
ist eine Binsenweisheit, dass Binsenweisheiten immer wiederholt werden müssen,
damit diese nicht in Vergessenheit geraten. Eine Binsenweisheit ist es, dass
Politik nichts mit Moral zu tun haben muss, sondern diese durch das Volk den
Politikern ständig zur Pflicht zu machen ist. Einer
Studie gemäß, die von renommierten Psychologen durchgeführt wurde, sollen
Menschen mit Macht beim Lügen wahre Könner sein. Mit anderen Worten, Mächtige
sind die besseren Lügner.
Der Gewinner der diesjährigen Oscarnacht ist das britische Drama um den stotternden König Georg VI. Der Film hatte die
diesjährigen Academy Awards dominiert und räumte die Preise für den besten
Film, für die beste Regie, für das beste Drehbuch und für den besten Hauptdarsteller (Colin
Firth) ab. Beste Schauspielerin wurde Natalie Portman in "Black Swan". Hingegen konnte "True Grit" der Coen-Brüder trotz Nominierungenen keinen Preis mit nach Hause nehmen.
Wer kennt nicht die berühmte Strophe “Ein Freund, ein guter
Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt. Ein Freund bleibt immer
Freund, und wenn die ganze Welt zusammenfällt”? Aber wie schaut Freundschaft
2.0 aus beziehungsweise was ist unter dem Terminus “Freundschaft” eigentlich zu
verstehen? Freundschaft kennzeichnet eine positive Anziehung und Beziehung
zwischen Menschen, die sich durch Vertrauen, Sympathie, Wertschätzung und
Verständnis auszeichnet. Es gibt Nutzfreundschaften, Zweckfreundschaften und
die “reine” Freundschaft. So weit die Theorie, doch wie schaut die heutige
Praxis aus?
Schwarze Löcher sind real, realer zumindest als die
geschichtlichen Überlieferungen aus dem "Black Hole von Kalkutta",
einem berühmt berüchtigten Kerker im kolonialen Indien, in dem in der Nacht vom
20. Juni 1756 ein grauenvolles Massaker stattgefunden haben soll. Das Universum ist voll von ihnen, und sie gehören wohl zu denbizarrsten,
gewaltigsten und spektakulärsten Körpern der Astrophysik. Es handelt sich um
besonders kompakte und dichte Objekte, aus denen nicht einmal das Licht zu
entkommen vermag. Verstehen lassen sich diese Merkwürdigkeiten der Natur nur
sehr schwer.
Fluchtpunkt Anarchie, Endstation Terror – Tod in Stammheim. Was über den
Andreas Baader zu Lebzeiten und seither berichtet wurde, verstärkt
einmal mehr die Vermutung, dass mittels gängiger, griffiger
Allgemeinplätze ein auf Anhieb schlüssiges, überzeugendes Bild
konstruiert werden kann, dass erst auf den zweiten, dritten Blick an
Schärfe und Kontur verliert, weil die Widersprüche und Ungereimtheiten
in den Details liegen, die von den ´Kennern´ gerne übersehen werden.
Wenn sich der frühe Baader, zum Beispiel, als gerissener
Kleinkrimineller hervor tat, dann war dies eine Rolle, die er gut
gebracht hat; aber es war nicht die einzige, so wenig wie die des
Maulhelden, der andere abstößt oder in seinen Bann zieht – je nachdem.
Nicht bloß die Agrarindustrie hat ihre Fleischskandale, auch die
Philosophie: Seit vielen Jahrhunderten zerbrechen sich große Denker den
Kopf darüber – sei es im Ohrensessel, sei es bei Tisch –, wie sie es bei
aller Liebe zur Wahrheit bewerkstelligen können, auf das noch sehr viel
leidenschaftlicher geliebte Fleisch nicht verzichten zu müssen.
Insbesondere zwei Probleme stehen dem Weg des Fleisches auf den
Tellermittelpunkt der Denker im Wege. Da ist zum einen das christliche
Gebot „Du sollst nicht töten!“, zum anderen das fast immer überreiche
Parallelangebot an nichttierischer Nahrung.
Der Freistaat Thüringen will mit einem neuen Gedenkstättenkonzept zukünftig an die
DDR-Vergangenheit erinnern. Der Erfurter Landtag billigte den Vorschlag
einer Historikerkomission. Dieser sieht eine verbesserte
Zusammenarbeit von Gedenkstätten bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur
und eine stärkere Würdigung bürgerschaftlichen Engagements vor. Darüber hinaus sollen sich die Kommunen finanziell stärker an der Förderung dieser
Einrichtungen beteiligen. Der Vorsitzende der Komission, Volkhard
Knigge, bezeichnete den Entschluß als eine große Chance, denn der Freistaat sei das einzige
Bundesland mit einem derartigen Konzept.
Der Film "Tal der Wölfe -
Palästina" basiert auf einer türkischen Serie, die zur besten türkischen
Fernsehzeit läuft. Wenn die Serie läuft, sind die Straßen Istanbuls befahrbar! Da das Thema von den Türken sehr gut
angenommen worden ist, sind geschäftstüchtige Kulturschaffende auf den Gedanken
gekommen, aus der Serie einen Abend füllenden Film zu drehen. Es soll der
teuerste Film sein, der jemals in der Türkei gedreht worden ist. Sehr
erfolgreich. Der finanzielle Erfolg bei den im
Ausland lebenden Türken soll wiederholt werden.
Anti-Aging-Medizin was ist das? Der Kampf gegen das
Altwerden? Will diese Medizin den ewigen Wunsch der Menschheit, jung zu
bleiben, mit wissenschaftlicher Methodologie bewahrheiten? Oder steigen
Menschen mit dem äußeren Habitus des Alters in ein Bad und verlassen es in der
äußeren Gestalt der Jugend, so wie Lucas Cranach d.Ä. (1546) in einem Gemälde
der Nachwelt überliefert hat? as die Haut anbelangt, so ist die moderne
Dermatologie diesem Ziel schon ein Stück näher gerückt. Aber es wäre viel zu
eng gesehen, wenn die Anti-Aging-Medizin nur die Erhaltung der äußeren Gestalt
als wünschenswert sich zum Ziel setzen würde, und sie hätte wohl auch die
Ideologie der Eitelkeit zum Inhalt. Es ist der Blick in die Statistik, der den
Anlass und den tieferen Grund für die Etablierung dieses neuen Medizin-Zweiges
uns aufzeigt. Die Menge an Arzneimittelverordnungen in Deutschland steigt mit
dem kalendarischen Alter exponentiell, der steile Anstieg beginnt mit dem
45sten Lebensjahr.
Gemessen an den wahren Herausforderungen des globalen Klimawandels war
Cancún eine verheerende Pleite. Angesichts des eigenen Verbrauchs ist die EU
nun aber in der Pflicht, allein voranzuschreiten, sollte der Kompromiss von
Cancún nicht umgesetzt werden können. Der weltweite naturwissenschaftliche Konsens legt nahe: Will man drastische
ökonomische Schäden, Klimakriege um schwindende Nahrungs- und
Trinkwasservorräte und Millionen Tote vermeiden, müssten die globalen (!) Klimagasemissionen
bis 2050 um etwa 80 Prozent sinken. Dabei haben wir Deutschen pro Kopf die
zweieinhalbfachen Emissionen wie die Chinesen und die 30-fachen Emissionen wie
die Afrikaner.
Es seien, hörten wir, Wege zum
Kommunismus zu beschreiten, um zu wissen, ob das, was man Kommunismus nennen
sollte, möglich sei. Hat er sich also vom unbedingten Glaubensbekenntnis – entweder ER oder Barbarei – von ehedem auf
diese empiristische Metapher zurückgezogen? Aber auch sie hilft kaum weiter,
sie behindert eher klares – kognitives – Verstehen dieses Großidols. Kommunistisch – was heißt dass? Das
Problem, das er sich stellt, ist es, die sogenannte soziale Frage zu lösen, und zwar endgültig! Endgültig, d. h. radikal, d. i. an die Wurzel gehen:
damit war nichts Geringeres gemeint, als die Aufhebung des Privateigentums
zugunsten des Gemeineigentums in Gang zu setzen.
Heutzutage gibt es ein breites und beinahe unüberschaubares
Angebot an Beratungsmöglichkeiten. Alle haben ein
vorgebliches Ziel: sie wollen dem Menschen helfen, seine Probleme zu verarbeiten
und sich selbst höher zu entwickeln bzw. zu entfalten. So weit klingt alles
logisch und wünschenswert. Vor allem da es ein Grundbedürfnis des Menschen zu
sein scheint, ein erfülltes Leben zu führen, sein Leben gelingen zu lassen.
Es gibt gute und schlechte
Freunde. Nachdem mich jemand überredet hatte, eine Glosse über das Thema »Work
Life Balance« zu schreiben, war ich nach einer Weile überzeugt, es habe sich um
einen Freund der letzteren Sorte gehandelt: Von Stund an ging es mir jedenfalls
so miserabel wie dem bärtigen Mann in der bekannten Geschichte, der, nachdem ihn
jemand gefragt hatte, ob sein Bart beim Schlafen über oder unter der Bettdecke
liege, kein Auge mehr zu tun konnte. Ich lebte sozusagen nach dem frei nach
Heine formulierten Motto »Denk ich an Work-Life in der Nacht, so bin ich um den
Schlaf gebracht«.
Nach der Initiative D21 profitiert eine große Mehrheit der Deutschen immer noch nicht von den Möglichkeiten der
digitalen Medien. So ist das World Wide Web für
drei Viertel der Bevölkerung kein fester Bestandteil ihres täglichen
Lebens. D21-Vorstand Ulrich Herrmann betonte bei der Präsentation der Studie "Digitale Gesellschaft", daß die meisten Deutschen noch nicht in der digitalen
Gesellschaft angekommen sind. Die Tabula Rasa hat Frank Schirrmachers Buch "Payback" rezensiert.
Nach mehr
als 50 Jahren wird nun die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Zum
letzten Mal werden am 3. Januar junge Männer regulär zum Grundwehrdienst
eingezogen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums
müssen bundesweit noch rund 12.000 Wehrpflichtige ihren Grundwehrdienst antreten. Zum zweiten Einberufungstermin - Anfang März - rücken dann nur noch
Freiwillige ein. Zum 1. Juli 2011 wird die allgemeine Wehrpflicht
ausgesetzt. Die Zahl der Bundeswehrsoldaten soll von 240.000
auf 185.000 zurückgehen. Auch der Zivildienst wird künftig entfallen.
Dass Deutschland ein zweigeteiltes Land sei, und zwar genuin,
dass war einem Deutschland so sehr verbundenen Schriftstellerkreis wie dem
spanischen um Ortega y Gasset schon
zu Zeiten tiefster deutscher Einheit (im Kaiserreich) offensichtlich. Es habe
„im Gesamtverlauf seiner Geschichte die Unfähigkeit bewiesen, eine kulturelle
Einheit zu bilden“, so ein diesbezüglich
markantes Diktum.Es sei kennzeichnend
für den Mangel an politischer Kultur der Deutschen, dass sie die „sozialen
Widersprüche und Disharmonien nicht gewahr“ werden und „gar mit Stolz ein
Dasein aus unterschiedlichen und heterogenen Lebensfragmenten führen“ und eben
niemals „vor Durst nach Einigkeit verschmachten.“
Klimaökonomen unterschätzen die drohenden
Klimaschäden. Der Klimawandel kommt schneller und drastischer als vermutet. Es geht
aus aktueller Sicht der Naturwissenschaftler für 2050 im Grunde um minus 95 %
Klimagase in den Industriestaaten und minus 80 % weltweit, will man
katastrophale Schäden vermeiden. Wer wie Nick Stern global nur 50 % will (oder
wie andere noch viel weniger), droht
große Klimaschäden in Kauf zu nehmen. Ökonomen stützen damit gerade die aktuelle,
lasche Mainstream-Klimapolitik. Die bisher im Schnitt die Emissionen in
westlichen Ländern lediglich konstant hält, und zwar so, dass ein Deutscher
immer noch die dreifache Pro-Kopf-Emissionsmenge hat wie ein Chinese.
Er ist einer der bekanntesten deutschen Chefärzte, Manfred Lütz. Sein Krankenhaus für psychisch Kranke liegt nahe Köln. Um dort hinzugelangen, benutze man die Abfahrt Köln "Wahn". Und der Chefarzt, der nebenbei noch Theologe ist, weil er glaubt, daß die Medizin allein verdumme, tourt als Medienstar durch Deutschland, kaum eine Talkshow ohne ihn. Sein neuer Clou: er will seinen Bestseller "Irre! Wir behandeln die Falschen, unser Problem sind die Normalen" auf die Bühne bringen. Hier ein Auszug aus dem Buch, das seit Monaten in der "Spiegel"-Liste zu finden ist.
„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Als er
stammelnd die Grenzen für offen erklärt, ist sich Günter Schabowski der
Sprengkraft seiner Worte nicht bewußt. Vor nunmehr einundzwanzig Jahren wurde das Undenkbare greifbar. Zuerst fiel die Mauer in den Köpfen, dann in den Herzen. Viele Anhänger der ehemaligen DDR haben Schabowski die Grenzöffnung und damit die Zerschlagung ihrer Republik nicht verziehen. Heute lebt der ehemalige Journalist des "Neuen Deutschlands" zurückgezogen in Berlin, auch mit seiner Gesundheit steht es nicht bestens. Schabowsiki, soviel ist sicher, ist einer der wenigen der Ex-SED-Führungs-Clique, der bereut hat, der sich wendete, und der dafür bezahlen mußte. Die denkwürdigen Ereignisse von 1989 analysiert für die Tabula Rasa Graf von Hoensbroech.
Wenn es klappt, dann wird der vitale Greis
auch noch mit über Neunzig Jahren um den Erdball rasen, vor Ort recherchieren
und, wieder im heimischen Exil angelangt, unermüdlich die unvermeidliche
Katastrophe, den Schlamassel prophezeihen – so, und nur so musste es schließlich wieder kommen: so kam es immer schon. Grimmig und grantig
gebärdet sich der Alte dann, und wenn ihm irgendwelche Schönredner dazwischen
funken, kann er schon mal richtig böse werden.
Die Zeitungen sind voll von Abnormalen. Da gibt es abnormale Verbrecher,
abnormal hohe Kreditzinsen, abnormal kleine Löhne und abnormal schöne
Mannequins, die bis zur Abnormalität retuschiert werden. Fazit: Überall
lacht uns das Abnormale entgegen und wir saugen es gierig auf. Warum
streben wir es dann an, „normal“ zu sein bzw. als normal wahrgenommen zu
werden? Was bedeutet das Wort „normal“? Normen sind soziale
Vorschriften, die das Verhalten des Einzelnen in Bezug auf die soziale
Gruppe regeln sollen.
Es gibt Filme, die Zeitgeschichte widerspiegeln und es gibt
solche, die Zeitgeschichte schreiben. Oliver Stones „Wall Street“ aus dem Jahre
1987 tat beides. In diesem Finanzthriller wurden Arbeits- und
Lebensverhältnisse geschildert, die vorher nur wenige interessiert hatten.
Investmentbanker waren in den 80er vor „Wall Street“ für ein breiteres Publikum
ungefähr so interessant wie die Krawatten der lokalen Kreissparkassenleiter.
Stones Film änderte das… Und er änderte das in ambivalenter Weise.
Dieter Winderlich war begeisterter „Volkspolizist“ der
ersten Stunde und eingefleischter Marxist-Leninist. Beide Überzeugungen
vertritt der ehemalige Generalmajor und, nach Karl Maron und Friedrich Dickel,
letzte Anführer der „Deutschen Volkspolizei“ noch heute. Man kann das nachlesen
in einem Artikel, den er zum 65. Gründungstag der „Volkspolizei“, aus der
später, als sie noch „Kasernierte Volkspolizei“ hieß, die „Deutsche
Grenzpolizei“ als Vorläufer der DDR-Grenztruppen, das „Ministerium für
Staatssicherheit“ und 1956 die „Nationale Volksarmee“ hervorgingen, am 1. Juli
2010 veröffentlicht hat. Dort schwärmte er von der „antifaschistischen Polizei
des Volkes“, in der „junge Arbeiter und Bauern“ gedient hätten.
Das Leben des Dichters Oskar Pastior hat Herta Müller (Foto) zu ihrem viel gerühmten Roman „Atemschaukel“ inspiriert. Und sie war nach den Enthüllungen von Pastiors Spitzeltätigkeit für den rumänischen Geheimdienst Securitate tief gekränkt und darüber bestürzt. Ihre Sicht auf den Freund und Büchner-Preisträger hatte sich verändert. Auch ein anderer Freund Pastiors, Dieter Schlesak, hat nun in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über dessen Spitzeltätigkeit reflektiert. "Meine Jugend im Rumänien der sechziger Jahre war anders, als ich sie bisher im Gedächtnis hatte. Sie wird durch die Lektüre zu einem Netz von ekelhaften Gemeinheiten, Verrat und Abgründen der tödlichen Gefahren." Die Tabula Rasa wirft nochmals einen Blick auf eine Tagung in Jena, die sich diesem Thema angenommen hatte. Der Schriftsteller Richard Wagner hat sich nunmehr dafür ausgesprochen, die
Oskar-Pastior-Stiftung nicht mehr fortzuführen und auch keinen Pastior-Preis
zu vergeben. Seins Werk hat weiterhin
künstlerisch Bestand, seiner
Dichtung fehlt jede moralische Instanz, daher kann man diese weiterhin
lesen.
Gerade frisch aus der Druckpresse erreicht die geneigte Leserschaft
ein kleiner Sammelband zu „20 Jahre Friedlichen Revolution – Warschau – Leipzig
– Berlin – Jena“. Herausgeber ist das Collegium Europaeum Jenense (CEJ) der
Friedrich Schiller Universität Jena unter Federführung von Prof. Dr. Martin
Herrmann als Herausgeber. Der Sammelband geht zurück auf das gleichnamige
Kolloquium vom 19. Juni 2009, welches vom CEJ, der Stadt Jena und der
Ostthüringer Zeitung (OTZ) organisiert wurde. Der Sammelband vereint die
überarbeiteten Vorträge dieser Tagung.
Es ist an der Zeit, einmal gründlich und mit gebotener
Nüchternheit über einen Begriff nachzudenken, der mittlerweile so inflationär,
oberflächlich und konform verwendet wird, dass die eigentliche Problematik, die
er birgt, klammheimlich hinter der mutwillig geblähten Fassade zu verschwinden
droht. Über Integration wird derzeit so unvermittelt wie unverhohlen
schwadroniert, schamlos wie selbstverständlich, unverbindlich und unschuldig,
ausdauernd bis ausufernd; stets und ständig. Das Wort ist in aller Munde und
noch die kleinste publizistische Abhandlung kann nicht mehr ohne auskommen,
will sie auch nur in Ansätzen ernst genommen werden. Aber genau hier liegt das
Problem: diese begriffliche Vereinbarung wird selbst gar nicht ernst genommen,
wird gebraucht, als hantiere man mit einer Tube Alleskleber, die schon
sämtliche inhaltliche Einzelteile binden, halten mag.
Zwei Dinge sind auseinanderzuhalten: Auf der einen Seite die
jüngst bekanntgegebene Förderung des Lehrfaches Islamische Theologie etwa an
den Universitäten von Tübingen und Münster. Auf der anderen Seite der
Islamunterricht an allgemeinbildenden Schulen. Begrüßenswert ist die Förderung
des Faches Islamische Theologie genau dann, wenn durch sie eine ergebnisoffene
historisch-kritische Auslegung des Koran gefördert wird. Abzulehnen ist
schulische Islamkunde dann, wenn sie separierend wirkt, statt integrierend
angelegt zu sein. Um nicht separierend zu wirken, muss dort, wo Religion an
Schulen unterrichtet wird, das Thema Islam Teil eines umfassenderen Unterrichtsfaches
sein.
Zunächst wollen wir eine Begriffsdefinition versuchen, die
sich mit Dumping im eigentlichen und im übertragenen Sinn beschäftigt. Was also
verstehen wir unter Dumping? Vom englischen „to dump“ – also „abladen,
wegschütten, loswerden“ kommt der Ausdruck, der das Anbieten von Waren zu sehr
niedrigen Preisen beschreibt. Dumping dient a) der Erlangung einer stärkeren
Markposition oder b) dem Eintritt in diese Märkte durch extrem niedrigpreisige
Angebote. Wichtig ist, dass Dumping in wirtschaftswissenschaftlichem Sinn nicht
einfach nur starke Preissenkungen bedeutet, sondern dass hier bewusst ein
kurzzeitiger Verlust einkalkuliert wird, damit man langfristig seine Position
verbessert.
Bereits im Jahr 1992 ging es um – das Gespenst der
Politikverdrossenheit. Und die Gesellschaft für deutsche Sprache hatte es
damals zum Wort des Jahres gekürt. Auch achtzehn Jahre danach ist es weiterhin
ein geflügeltes Wort, steht es doch exemplarisch und nach wie vor für die Frustration
der kleinen Leute, die enttäuscht von der Politik sind, die sich aber vor allem
aus dem Herrschaftsdiskurs ausgegrenzt wissen, und die sich im Gegenzug mehr
direkte Demokratie in der Republik wünschen. 2002, zehn Jahre später, hatte der Historiker Arnulf Baring sein
„Bürger auf die Barrikaden!“ gefordert und zugleich diagnostiziert, daß
hilflose Politiker das Land verrotten lassen würden.
Eine überzeugende Antwort auf die fundamentalethische Frage,
warum überhaupt Menschen hervorgebracht werden sollen, kennt Sarrazin ebenso
wenig wie die Philosophie seit der griechischen Antike: „Es gibt schließlich
keine rationale Begründung dafür, weshalb sich Individuen, Familien, ein Stamm,
ein Volk überhaupt fortpflanzen. [...] Jeder muss selber entscheiden, ob er es
für wertvoll erachtet, Nachkommen zu haben, dass seine Familie sich fortpflanzt
und sein Volk in seiner kulturellen und physischen Eigenart eine Zukunft hat.“
Ca. 300 000 Schönheitsoperationen werden in Deutschland
jährlich vorgenommen – Tendenz stark steigend. Der Hauptteil der sogenannten
freiwilligen Patienten sind Frauen, nur jeder 5. Mann legt sich
unters Messer. Trotzdem steht eine Vielzahl der Menschen dem Thema noch sehr
kritisch gegenüber gegenüber und Maßnahmen wie Gesichtsstraffung und Faltenbehandlungen
werden von der Umwelt nicht immer wohlwollend verbucht.
Vielleicht sind die Reservoirs der westlichen Kulturen
erschöpft. Der Motor des Fortschritts und der Ausdifferenzierung scheint ein
Auslaufmodell zu sein. Ideenverlassenheit, Welt- und Selbstfremdheit,
Traditionsverlust, „das Grauen“ (Joseph Conrad) sind die Stichwörter der Moderne seit
1900. Zwar lauft alles auf hohem Niveau weiter, doch scheint es keine
substanziellen Ziele mehr zu geben, sondern es gilt, Krisen zu managen,
Misserfolge zu vermeiden, Konflikte stillzustellen, Geld zu verdienen und sich
irgendwie zu amüsieren (sofern all das noch gelingt).
Wir leben in einer Demokratie, genießen große Freiheit. Dennoch sind
viele Menschen mit den politischen Verhältnissen im Land unzufrieden.
In Ost wie West gibt es Sehnsucht nach dem Sozialismus. Das ist
bedenklich, meint der Ex-Stasi-Beauftragte Joachim Gauck. Er vermutet hinter der Verdrossenheit vor allem Angst. Die Tabula Rasa sprach mit Joachim Gauck.
Charles Darwin (1809-1882) war fasziniert von der Vielfalt
der Lebewesen auf unserer Erde. Und er war ein großer Naturforscher, der eine
riesige Fülle von Beobachtungsmaterial gesammelt und viele Bücher dazu
geschrieben hat. Weltberühmt wurde er durch die Theorie, die er in dem Buch Über
die Entstehung der Arten (1859) darlegt und begründet.
Nach der Definition der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist Palliativmedizin
die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten
und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung,
für die das Hauptziel der Begleitung die Aufrechterhaltung der
Lebensqualität ist. Die Tabula Rasa fragt nach.
Als Philanthropismus wird die Lehre von der Erziehung zur
Natürlichkeit, Vernunft und Menschenfreundschaft bezeichnet. Das erzieherische Programm des Philanthropismus, eines wesentlichen Zweiges der
deutschen Pädagogik während der Aufklärung (1720-1790), stand am Anfang der
modernen Bildungsreformen im 19. Jahrhundert. Schon vor dem Erscheinen von Rousseaus
"Emile" verfolgten philanthropische Pädagogen eine Erziehung, die auf
die Natur von Kindern und Jugendlichen abgestimmt war.
Eine
versierte Lektorin redigierte zurecht in einem Manuskript das Erwähnen von
Demenzen. Das Wort Demenz leitet sich – wie so vieles in der
medizinischen Wissenschaft - von dem lateinische Wort dementia (ohne Geist)
ab und bedeutet in unserem Sprachgebrauch ein Defizit an geistiger,
emotionaler und sozialer Leistungsfähigkeit. Es wird also die Summe von
vielgestaltigen Zeichen (Symptomkomplex) einer mangelnden Funktion unseres
Gehirns so bezeichnet.
Sport in der DDR, dies war nicht nur, wie jetzt eine
Ausstellung in Leipzig dokumentiert, Leben an der Leistungsgrenze, sondern auch
für viele, die der Herrgott mit einem Großhirn ausgestattet hatte, eine
Strapaze sondergleichen. Die Sportstunde, die sogenannte, mehrmals pro Woche verordnete Körperkultur, die den
Körper härten und die Seele geschmeidig werden lassen sollte, entartete in den
meisten Schulstunden ...
Hand auf´s Herz: Sind Sie bei Facebook? Haben Sie einen persönlichen
Account, den Sie regelmäßig nutzen, um neue Freunde zu „adden“ und sich
zu „connecten“? Auch die Philosophie nimmt teil am postmodernen Reigen
des virtuellen Zeitalters und zwar in Form von schizophilen Profilen.
Hier trifft man virtuelle Tote in zehnfacher, manchmal sogar
hundertfacher Form, zum Teil mit falscher Orthographie, aber zumeist
leben sie in der virtuellen Welt mit denselben Personen (oder besser
gesagt mit „personas“ im Sinne von Masken) wie im realen Leben.
Einem Team um den 1946 geborenen "Herrn der Gene", dem Genforscher J. Craig Venter, ist es erstmals gelungen, ein
Bakterium mit künstlichem Erbgut zu schaffen. Wie der Entschlüsseler der DNA, Venter, mitteilte, ist damit eine
große Hürde auf dem Weg zur Entwicklung maßgeschneiderter Bakterien
überwunden. Die Bakterien mit dem Namen Mycoplasma mycoides JCVI-syn1.0 sollen künftig Kraftstoffe herstellen oder
Schadstoffe beseitigen können.
Alzheimer gilt in Deutschland noch als
Tabudiagnose. Derzeit zeigt die Medizin therapeutische Hilflosigkeit. So wurde in der
Pflegeversicherung die Demenz als besondere
Pflegeform erst vor kurzer Zeit berücksichtigt. Dabei erkranken jedes Jahr fast 250.000 Menschen an Demenz. Von den 1,1 Millionen Betroffenen in Deutschland werden gut zwei
Drittel zu Hause, von ihren Angehörigen versorgt.
Ganz so heiter und unbeschwert, wie es die einleitenden Worte
des gelernten Mediziners und wortgewandten Eckart von Hirschhausen mutmaßen
lassen, ist das neue Buch von Manfred Lütz dann doch nicht, was nicht heißt,
daß man zuerst über Hirschhausen und dann über Lütz nicht herzlich lachen kann.
Denn: „Ich möchte mir das Gehirn möglichst lange frisch halten, indem ich es
möglichst selten benutze“ oder: „Aristoteles dachte noch, das Hirn sei nur ein
Apparat, um das Blut zu kühlen. Und wie wir heute wissen, hat er bei vielen
Menschen recht behalten …“, bleiben schöne Kalauer.
„Das hat doch nichts
mit uns zu tun!“. Die Anschläge in deutschsprachigen Medien
(Michael Lausberg)
Sinn und Unsinn medizinischer Zertifikate
(Nathan Warszawski)
In der Medizin geht es
um Gesundheit, letztendlich um Leben und Tod, was der durchschnittliche
Mensch höher als den schnöden Mammon bewertet. Zu Unrecht. Denn
Gesundheit hat ihren Preis. Die ...
Mit dem Lügen fängt das Denken an
(Rainer Westphal)
Die Aussage, dass mit dem Lügen das Denken anfängt, soll keineswegs implizieren, dass die Kanzlerin aller Deutschen über ein außerordentliches Denkvermögen verfügt, obwohl einige Zeitgenossen aufgrund der Überschrift zu dieser ...
Das Vernichten von Artefakten
(Nathan Warszawski)
Es liegt in der Natur des Menschen, Kunstwerke zu schaffen und zu vernichten. Vernichtet werden die Kunstwerke meist nicht vom Künstler selber, sondern in böser Absicht von Menschen, die das ...
Katharina II. und die Leibeigenschaft 1762 – 1796
(Teresa Tammer)
Unser Bundespräsident II
(Notker Gloker)
In einem Interview am Mittwoch, 04.01.12 „entschuldigte“ sich unser Staatsoberhaupt wegen der Entgleisungen bei seinen ungerechtfertigten finanzträchtigen Vorteilen zum Häuslebau und seiner massiven Mediendrohung gegenüber der Bildzeitung. Er entschuldigte sich ...
Unser Bundespräsident
(Notker Gloker)
Ein Kapitel zum Fremdschämen! So etwas hat unsere
schwarz-gelbe Koalition als Inbegriff der Integrität, der moralischen
Leuchtkraft, der Glaubwürdigkeit unserem Staat vorangestellt! Einen spießigen
Krämer, der, wenn er in die Enge getrieben wird, ...
Die Weihnachtsbotschaft Chestertons
(Alexander Kissler)
Konsumrausch und Bekenntnisscheu, organisierte
Vorfreude ohne echte Festfreude, Rührseligkeit statt Anspruch,
Herausforderung, Heiterkeit: Damit dürfte die in weiten Teilen der
spätmodernen Gesellschaft vorherrschende Weihnachtskrise, geboren aus Unwissenheit oder echter Gegnerschaft,
...
Immer am Rand lang
(Alexander Kissler)
Wer etwas zu sagen hat, der sagt es am Rande.
Entscheidend ist selten, was auf Kongressen oder bei Tagungen, bei
Ministertreffen oder Verhandlungsgesprächen Thema wird. Entscheidend ist
fast immer, was ...
Wie teuer ist uns Europa?
(Wolfgang Ockenfels)
The Sense of Life Paradigm Shift Caused by Natural Sciences
(Hans Sixl)
Introduction
Questions concerning the sense and meaning
of life have a long history. In the past they have been mainly involved with
philosophical and religious conceptions of the world, of man and ...
Entscheidung in Brüssel für eine Fiskalunion
(Rainer Westphal)
Von der Existenzverwünschung zur Daseins-Anklage
(Karim Akerma)
Antinatalismus in Georges Poulets unbekanntem Meisterwerk „Nichts ist...“
Die Sprache der Vögel Wie ich den 13. August erlebte
(Jörg Bernhard Bilke)
Politischer Mord im Zwielicht Der unnötige Tod Kurt Lichtensteins
(Jörg Bernhard Bilke)
Leserbrief zum Tod Franz Josef Degenhardts
(Jörg Bernhard Bilke)
Der Denkmalstreit von Döbeln Ein Rentner korrigiert die Geschichte
(Jörg Bernhard Bilke)
Die einstige Kreisstadt Döbeln liegt südöstlich von Leipzig an der Autobahn nach Dresden. Hier wurde 1934 der DDR-Schriftsteller Rainer Kirsch geboren, und 1969 veröffentlichte der DDR-Dramatiker Helmut Baierl (1926-2005) sein ...
Ostberlin nach dem Mauerbau
Manfred Bielers Roman „Maria Morzeck“
(Jörg Bernhard Bilke)
Anmerkungen zu Reden der Parteivorsitzenden Frau Dr. Merkel auf dem CDU-Parteitag in Leipzig
(Rainer Westphal)
Auf dem CDU-Parteitag brachte die
Kanzlerin aller Deutschen zur Kenntnis, dass sie offensichtlich im Besitz eines
Kompass ist, der in eine bestimmte Richtung weisen würde. Kritiker aus der
Basis stellen hinter vorgehaltener Hand ...
Der normale gesellschaftliche Rassismus in Deutschland
(Michael Lausberg)
Die neonazistische Mordserie, von
der Bild-Zeitung verharmlosend „Döner-Morde“ getauft, beherrscht seit mehr als
einer Woche die Medien in der Bundesrepublik. Selbst in konservativen Zeitungen
wie der FAZ oder den Springer-Medien wird plötzlich eine ...
Vorsicht Starkstrom: Der Fall Kinski
(Shanto Trdic)
„Höchste Kunst ist nichts anderes
als
potenzierte Natur.“
Josef Kainz
Der Mann
hatte sich, wie schon so oft, in eine Schimpfkanonade brachialeren Kalibers
hineinmanövriert; schoss jetzt Salve um Salve seinem Gegenüber vor ...
Tribüne statt Spielfeld
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Abschlussdiskussion zu Medien und Gericht beim ifp-Jahrestreffen
Verhärtet wie Beton
(Constantin von Hoensbroech und Ulrike von Hoensbroech)
Artet die Entlassung des Architekten für den Neubau der Zentralmoschee in Köln zum Kulturkampf aus?
Gedanken zu Europa: Demokratie ist ineffizient, Klima ist unbeständig
(Nathan Warszawski)
Wie sieht das Ende einer Epoche aus? Veränderungen gehen
langsam voran, so dass man sich daran gewöhnt, sie nicht zu bemerken. Stellen
Sie sich vor, dass nach der nächsten Bundestagwahl der Bundestag ...
Der Teufel ist los! - Endzeiten des 21. Jahrhunderts
(Lisz Hirn)
Der Ausruf „Der Teufel ist los!“ geht auf die Vorstellung der
tausendjährigen Herrschaft von Jesus Christus und seiner Anhänger zurück. In
dieser Epoche ist der Teufel gebunden und sitzt quasi im Abgrund ...
Die Operation am offenen Herzen
(Rainer Westphal)
Eines kann man Frank-Walter Steinmeier nicht in Abrede
stellen,dass er nicht erfinderisch ist,
die für ihn offensichtlich unverständlichen Tatbestände mit markigen Formulierungen
zu versehen. In der Tat kann man die Ergebnisse auf dem ...
Der Aufstand von Kronstadt 1921 - Wie die Sowjetmacht ein Blutbad anrichtete
(Jörg Bernhard Bilke)
Rechte Gewalt gegen Roma in Bulgarien
(Michael Lausberg)
Kurz vor den bulgarischen Präsidentschaftswahlen kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen die Minderheit der Roma. Die extrem rechte Partei „Ataka“ erhofft sich durch die aufgeheizte Stimmung Gewinne bei den Wahlen.
Neue Initiative zur Förderung von Minderheiten gegründet
(kein Autor)
Minderheitenkulturen und -sprachen sind einem stetigen Rückgang ausgesetzt. Mithilfe einer neu gegründeten internationalen Initiative aus Hannover, die sich MEVE (Minderheiten in Europa – Vielfalt erleben) nennt, soll das Interesse für ...
Steve Jobs ist tot, Steve Jobs lebt!
(Jan Löw)
Er stand für die
Idee, Befehlszeilen für Computerprogramme hinter kleinen Bildsymbolen zu
verstecken. Niemand musste mehr Programmiersprachen lernen. Was für eine
Befreiung! Die Computermaus eroberte die Welt. Grafiker und Bildbearbeiter
zahlten gern den mehrfachen ...
„Kollaborateure“ in der Ukraine – Opfer oder Täter?
(Teresa Tammer)
1.
Einleitung – Der Fall Demjanjuk
„Jetzt, am Ende meines Lebens, versucht Deutschland -
die Nation, die ohne Gnade und grausam Millionen unschuldiger Menschen ermordet
hat - meine Würde, meine Seele, meinen ...
Vom Un/Sinn des Geldes - Kleine Annalen des kostbarsten Düngers der Welt
(Lisz Hirn)
Dieser Tage
scheint sich die Welt, um das zu drehen, von dem anscheinend viel zu wenig da
ist. Klar ist vom lieben Geld die Rede. Man hasst oder liebt es, brauchen tut
man ...
Haben Schlangen Längs- oder Quermuskeln? Was an unserem Schulsystem nicht stimmt
(Frank Schweizer)
In diesem Artikel möchte ich eine auf den ersten Blick ganz
absonderliche These vertreten. Sie lautet: Nichts hindert so sehr am Lernen wie
die Schule. Damit meine ich nicht, dass die Theorie ...
Das Ende des Pazifismus …
(Nathan Warszawski)
Der deutsche Pazifismus moderner Prägung tauchte auf, als
die Deutschen erneut und innerhalb eines halben Jahrhunderts einen Weltkrieg
verloren hatten. Nicht die Millionen Toten und Vertriebenen der eigenen Nation,
schon gar nicht die ...
Spenglers Schatten
(Robert Lembke)
Implodiert der Westen? Zum drohenden finanziellen Bankrott kommt der geistige
Neues aus dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe
(Rainer Westphal)
Offener Brief - An die Parteivorsitzenden der Linken Gesine Lötzsch und Klaus Ernst - An den Vorsitzenden der Linksfraktion im Deutschen Bundestag Gregor Gysi
(Gerold Hildebrand)
„Keine Zusammenarbeit mit der Jungen Welt!“
Sehr geehrte Frau Lötzsch, sehr geehrter Herr Ernst, sehr
geehrter Herr Gysi,
am 13. August 2011, dem 50. Jahrestag des Mauerbaus, hat sich
die Zeitung ...
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!
(Constantin Graf von Hoensbroech)
"Niemand hat die Absicht,
eine Mauer zu errichten", versicherte der Staatsratsvorsitzende der
Deutschen Demokratischen Republik (DDR), Walter Ulbricht, am 15. Juni 1961 bei
einer internationalen Pressekonferenz auf die Frage nach der möglichen
Errichtung einer ...
„Ich bin mit der Kunst verheiratet!“
(Lisz Hirn)
Lisz Hirn im intimen Dialog mit der
aufstrebenden bildenden Künstlerin Caroline Schell in ihrem aufgelösten Atelier
in Wien. Sie hat bereits erfolgreich zahlreiche Ausstellungen absolviert und
sich als Sandperformerin einen internationalen Namen gemacht. ...
Die Junge Freiheit - Stichwortgeber für einen antimuslimischen Rassismus
(Michael Lausberg)
Der norwegische Massenmörder Breivik begründete seine Taten unter anderem mit der angeblichen Islamisierung Norwegens und Westeuropas. In der Bundesrepublik ist der antimuslimische Rassismus schon seit Jahren salonfähig geworden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit.
Mord aus reinen Begriffen?
(Steffen Dietzsch)
Wir sind immer noch ziemlich
irritiert über die augenscheinlich gänzlich emotionslosen Tötungsabläufe des
jungen Massenmörders von Oslo. Was in jener Stunde dort die mit Bosheit
unerfahrenen, wehrlosen Kindern und Jugendlichen über sich ergehen ...
Eine Ode an die Lebendigkeit. Versuch einer ‚vorsokratischen‘ Filmrezension
(Christian J. Grothaus)
Die gar nicht so fabelhafte Welt der AsylantInnen
(Lisz Hirn)
"Prokrustes
nötigte die vorüber-ziehenden Wanderer, sich auf ein Bett niederzulegen und war
einer zu lang für das Bett, dann schlug er ihm die herausragenden Körperteile
ab; denen aber, die kleiner waren, zog er ...
Marshall McLuhan: "Das Medium ist die Botschaft"
(Stefan Groß)
Ein Slogan ging in die Geschichte der abendländischen
Mediengeschichte ein und dieser stammte von keinem anderen als dem
Medientheoretiker und Professor für Literatur, Marshall McLuhan: „Das Medium
ist die Botschaft“. Frühzeitig, schon während ...
Was kostet der Umstieg auf die regenerativen Energien wirklich?
(Gerd Ganteför)
Eine folgenschwere Entscheidung - Ein Plädoyer für die Kernkraft
(Gerd Ganteför)
Jeder Angeklagte hat das Recht
auf einen Pflichtverteidiger. Auch die Kernenergie. Vielleicht bin ich der
Richtige für diese Aufgabe, denn ich hatte schon immer Sympathien für die
Kernenergie und ich ändere nicht leichtfertig ...
Ideologie gegen evolutionären Fortschritt
(Nathan Warszawski)
Seit Urzeiten kennen Mensch und manches Tier den technischen
Fortschritt. Anfangs vollzog er sich im Schneckentempo, alle Jahrtausende eine bedeutende
technische Erneuerung. Den Waffen aus Bronze folgten Waffen aus Eisen. Das
Individuum lebte ...
Der mitfühlende Liberalismus oder die Arroganz der Neoliberalen
(Rainer Westphal)
Wenn es denn wahr sein sollte,
dass Zukunft ohne Herkunft nicht möglich ist, dann kann man der FDP nur
anraten, dieses schnellstens zu beherzigen, um nicht aus der Parteienlandschaft
der Bundesrepublik Deutschland endgültig ...
Grundeinkommen als soziale Zukunftsidee
(Michael Opielka)
Als vielleicht größte Veränderung der Menschheit im Verlaufe
des 20. Jahrhunderts kann der Wechsel von der Außensteuerung auf die Innensteuerung
des sozialen Verhaltens gelten. Soziologen und Sozialpsychologen sprechen von
der Subjektivierung oder Internalisierung ...
Seid fruchtbar und mehret euch!
(Nathan Warszawski)
Der erste Befehl Gottes an seine lebenden Geschöpfe steht im
ersten Kapitel des ersten Buches der Bibel, Satz 22, am 5.Tag der Schöpfung:
- Und Gott segnete seine Geschöpfe und sagte: „Seid
fruchtbar, ...
Restrisiko … gibt uns das Risiko den Rest?
(Steffen Dietzsch)
Da scheinen sich viele heute
einig: die Rede von Risikorationalität sei als Ideologie zu deklarieren und zu
vermeiden, wie Ulrich Beck neulich in der FAZ schrieb. Unser Risikosoziologe
weiß natürlich, dass seine Risikoverwerfung ...
Nachruf auf Melanie Weber
(Lutz Rathenow)
Am Wochenende verstarb Melanie Weber im Alter von 72 Jahren nach langer schwerer Krankheit. Zeit ihres Lebens setzte sich die 1940 in Annaberg-Buchholz Geborene für Informationsfreiheit und Aufklärung ein. Als ...
Das Kreuz mit der PID - Interview mit Martin Lohmann
(Martin Lohmann)
Über kaum ein Thema
wird in den letzten Jahren so intensiv und so kontrovers diskutiert wie über
die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID). Philosophen wie Robert
Spaemann, Ludger Honnefelder, aber auch Juristen wie Ernst-Wolfgang Böckenförde
und ...
Die Manipulation der öffentlichen Meinung
(Rainer Westphal)
Bevor man sich mit diesem Thema
befasst, dürfte es zum Vorteil gereichen, sich mit dem Begriff „öffentliche
Meinung“ zu befassen. Dieser Begriff tauchte wohl erstmalig bei Jean-Jacques Rousseau
(1712-1778) auf, in dem Sinne, ...
Die Ulbricht-Maschine - Zur Kritik des ideologischen Staats-Streichs in Gestalt des antifaschistischen Reform-Staats
(Ulrich Schacht)
Hans Mayer und der 17. Juni 1953 - Unbekannter Text aufgefunden
(Jörg Bernhard Bilke)
Der Blick auf das Wesen der Technik
(Christian J. Grothaus)
In Zeiten des ökofundamentalistisch motivierten
Wut- bzw. Angstbürgers von ‚Stuttgart 21‘ und Fukushima erlebt ein altbekanntes
deutsches Motiv eine Renaissance - nämlich das der Technikskepsis. In diesem
Zusammenhang wird oft das Denken Martin ...
Friesisch und Sorbisch vom Aussterben bedroht
(kein Autor)
Das Ministerkomitee des Europarates hat in seinem Bericht vom 25. Mai 2011 vor dem Reduktionismus der friesischen und sorbischen Sprache gewarnt. Dem Bericht zufolge sind Nordfriesisch, Saterfriesisch und Niedersorbisch vom ...
Interview mit Bestseller-Autor und Spiegel-Redakteur Jan Fleischhauer
(Jan Fleischhauer)
Wie kann man aus
Versehen ein Konservativer werden?
Wenn man wie ich aus einer linken Familie stammt und
irgendwann Zweifel an bestimmten Verstiegenheiten bekommt.
Sie sind kein Bekenntniskonservativer!
Nicht wie beispielsweise Roland ...
Arbeitslosigkeit – hoffen, bangen, resignieren
(kein Autor)
Arbeitslosigkeit gehört zu den
größten gesellschaftlichen Problemen in Deutschland. Einmal im Monat werden
Arbeitslosenzahlen präsentiert. Derzeit liegt die Zahl der Arbeitslosen bei
3,08 Millionen und die Arbeitslosenquote bei durchschnittlich 7,3 Prozent. Die
latente Zahl ...
Vom Drewermann zum Guttenberg
(Shanto Trdic)
Einige flüchtige und freie, kurz und
knapp referierte Gedanken über den Islam, Gott und die Welt; sprunghaft in der
Sache, ironisch in Ton und Gebärde
„Wer
aber Beleidigungen in Geduld erträgt ...
Friedrich Eberhard von Rochow-Pädagoge und aufklärerischer Sozialreformer
(Michael Lausberg)
Die Aufklärung
brachte dem Erziehungswesen völlig neue Impulse.[1] Sie
forderte eine Hinwendung zu naturgemäßer Pädagogik, die von Vernunft und
sittlicher Lebensweise gekennzeichnet war. Die Erziehung wurde auf alle
Angehörigen der Bevölkerung ausgedehnt, vor allem ...
Unternehmenskultur, Führungsstil und Ethik
(Rainer Westphal)
Niemand dürfte heutzutage
ernsthaft bestreiten, dass der Unternehmenskultur und den Elementen des
Führungsstils eine erhebliche Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg eines
Unternehmens beizumessen ist.
Deshalb ist es als erstaunlich zu
bezeichnen, dass die Erfahrungen der ...
„Leidenschaft für Sport und Mode“ - Interview mit Willy Bogner
(Willy Bogner und Florian Görmar)
Seit mehr als 75 Jahren wird die Marke Bogner mit dieser Maxime geführt, erst vom Vater, seit 1977 von Willy Bogner junior. Was einst in einem Münchner Hinterhof ins Leben ...
Zensus 2011 – „Röntgendienststelle“ nimmt Arbeit auf
(kein Autor)
Heute beginnt nach 24 Jahren die erste Volkszählung seit der Wiedervereinigung.
Im Zuge des Zensus werden Informationen über demographische und geographische
sowie erwerbs-, bildungs-, haushalts-, familien-, gebäude- und
wohnungsstatistische Merkmale erhoben.
Bei der ...
Die Phobie gegen Medienkraken
(Rainer Westphal)
Als politisch interessierter
Mensch kommt man nicht darum herum, sich mit Artikeln von Online-Zeitungen, die
gewissen Medienkraken zuzuordnen sind, zu befassen.
Leider ist festzustellen, dass
die Berichterstattung und Meinungsbildung, besonders in der Springer-Presse,
teilweise wüste ...
Staatsfeind in beiden deutschen Diktaturen
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Der 97 Jahre alte Priester Hermann Scheipers aus Ochtrup ist der letzte Überlebende aus dem Priesterblock des KZ Dachau
Staatsverleumdung - Waren DDR-Zuchthäuser Sanatorien?
(Jörg Bernhard Bilke)
VOPO-General im Ruhestand Dieter Winderlich brauchte über
ein Jahr, um auf meine Kritik an seinem Artikel „Was geschah im Zuchthaus
Hoheneck?“ zu reagieren. Wenn er so weiter macht, wird er noch die ...
Schmutziges Geheimnis sauberer Energiegewinnung
(kein Autor)
Nach der verheerenden Katastrophe
im Kernkraftwerk Fukushima in Japan wurden die Forderungen nach einem Ausstieg
aus der Energiegewinnung durch Kernkraft und der Förderung nachhaltiger
sauberer Energiegewinnung wieder lauter. Auch die Protestkundgebungen für
alternative Energiegewinnung ...
Anmerkungen zum Glaubensstreit in der Kölner Fußballarena
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Ob
Frank Schaefer seine gegenwärtige Situation als Glaubensprüfung empfindet, ist
öffentlich nicht bekannt. Es würde aber nicht verwundern, wenn auch diese Frage
demnächst in der Öffentlichkeit diskutiert würde. Schließlich wurde vor rund
zwei Wochen ...
Datenphobie der Deutschen
(Rainer Westphal)
Man sollte es doch tatsächlich
nicht für möglich halten, im "Spiegel-Online" mokiert sich doch ein merkwürdiger
„Journalist“ darüber, dass die Deutschen an einer Datenphobie leiden. Es dürfte
jedoch Tatsache sein, dass die Deutschen ...
Beispielloser Narzissmus gegenüber ALG-II-Empfängern
(Rainer Westphal)
Die Bild-Zeitung ist wieder zu
einer Propaganda-Aktion ohnegleichen angelaufen. Mit der Überschrift
„Hartz-IV-Schande“ dürfte sie allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen
haben; dahingehend, wie man in dieser Gesellschaft mit Erwerbslosen,
insbesondere mit den ...
Minimal-invasive Operationen 2.0 - Interview mit Prof. Runnebaum von der Frauenklinik am UKJ
(Ingo Runnebaum)
Immer mehr Patienten
fordern eine schmerzarme Behandlung und nach einer Operation perfekte
ästhetische Ergebnisse. Die Methode der Millimeter-kleinen Schnitte wird Minimal-invasive
Chirurgie (MIC) oder auch Schlüssellochchirurgie genannt. Was ist darunter zu
verstehen?
Für ...
Die Tabula Rasa im Gespräch mit dem Verleger der Wochenzeitung „der Freitag“, Jakob Augstein
(Jakob Augstein)
Was verstehen Sie unter
einer medialen „Zersplitterung“, von der auch auf dem Medienkongress, einer
gemeinsamen Veranstaltung der „taz“ und dem „der Freitag“, am 8. und 9. April 2011
in Berlin die Rede war? ...
Seinsunwilligkeit vor dem Schleier gebürtlichen Nichtwissens - Von John Rawls zu Samuel Butler
(Karim Akerma)
„Urzustand“ und „Schleier des Nichtwissens“ sind die
Reagenzien für eines der bekanntesten philosophischen Gedankenexperimente. Der
Experimentator, John Rawls (1921-2002), bedient sich dieser philosophischen
Chemikalien, um Gerechtigkeitsgrundsätze zu ermitteln. Was sind der Urzustand
und der ...
Ernst Christian Trapp – Theoretiker der philanthropischen Erziehung
(Michael Lausberg)
Gestützt auf die pädagogische Theorie Rousseaus entwickelte sich eine schulreformatorische
Bestrebung der deutschen Aufklärung, die sich um 1770 in dem Kreise der so
genannten Philanthropen („Menschenfreunde“) verdichteten.[1]
Ernst Christian Trapp (1745-1818) gilt ...
Die Angst der Deutschen vor der Zukunft in die Vergangenheit
(Nathan Warszawski)
Kein westliches Land
ist so technikfeindlich und fortschrittspessimistisch wie Deutschland.
Nirgendwo auf der Welt sind Atomkraft, Gentechnik und Stammzellenforschung so
geächtet, Chemieangst und Mobilfunkfurcht so verbreitet. Trotz höchster
Sicherheitsstandards ist der Ausstieg aus der ...
Aus zwei mach eins? Zur Entwicklung der Fachhochschulen am Beispiel Jena
(Michael Opielka)
Haben die Fachhochschulen in der gewandelten
Hochschullandschaft „nach Bologna und PISA“ noch eine Existenzberechtigung? Die
Frage mag den meisten Beobachtern ketzerisch erscheinen, sind sich doch Medien,
Politiker und Hochschulleitungen sicher, dass die Fachhochschulen ...
Warum eine narzisstische Gesellschaft seelische Gewalt fördert
(Rainer Westphal)
Wenn sich in diesem Lande in den
Unternehmen immer häufiger perverse Verhaltensweisen bemerkbar machen, dann
dürfte es daran liegen, dass sich die Werteverhältnisse aufgrund des Zeitgeistes,
welcher vom Neoliberalismus geprägt wird, verschoben haben. ...
Offener Brief an einen „Erzieher“ des Zuchthauses Cottbus
(Siegmar Faust)
Europa hat eine religiöse Mission
(Guido Horst)
Als
hätte er es geahnt. Zum vergangenen Jahreswechsel, in der Botschaft zum Weltfriedenstag,
hat Papst Benedikt die gegenseitige Achtung der Religionen, Fundamentalismus
und Gewaltfreiheit thematisiert. Und wenige Tage später, vor den beim Vatikan
akkreditierten ...
Kanzlerin muss sofortiges Herunterfahren aller AKW einleiten: „Das absolut Unwahrscheinliche wurde Realität“ – Widerspruch in Regierungserklärung vom 17. März 2011
(Karim Akerma und Martin Sehrt)
In ihrer Regierungserklärung vom 17. März 2011[1]
findet die Bundeskanzlerin Worte, mit denen die Bevölkerung dieses Landes
entängstigt werden soll, das circa ein Fünftel seines Strombedarfs mittels
Kernspaltung deckt:
(1) „Derart gewaltige Erdbeben ...
Der Schein vom Sein – zum Theater einer objektivistischen Kulturinterpretation
(Philipp Legrand)
Vor der Deutschen Islamkonferenz
hat Bundesinnenminister Friedrich seine Aussage zur kulturellen Ausgrenzung des
Islams im ARD-Morgenmagazin vom 29.3.2011 bekräftigt. Friedrich verweist
darauf, dass diejenigen Muslime, welche in Deutschland leben zu dieser
Gesellschaft zwar gehören, ...
Moratorium und Atomethik
(Notker Gloker)
Herr Brüderle hat ja die Katze schon aus dem Sack gelassen
als er am 14 März 2011 vor dem Bundesverband der deutschen Industrie sinngemäß
sagte, das ganze Moratoriumsgedöns sei nur dem Wahlkampf ...
Rückschlag für die „braune Regionalpartei“?
(Michael Lausberg)
Das Abschneiden der NPD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Atom-Moratorium rechtmäßig - weitere Nutzung der Atomenergie wäre ein Grundrechtsverstoß - neue Energiepolitik nicht ohne Suffizienz
(Felix Ekardt)
Zu der aktuellen Debatte um das deutsche Atom-Moratorium und
die künftige Energiepolitik erklärt Felix Ekardt, Professor für Umweltrecht an
der Uni Rostock und Leiter der Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und
Klimapolitik:
(1) Ein deutsches ...
Interview mit Konstantin Neven DuMont über die Zukunft des digitalen Zeitalters
(Konstantin Neven DuMont)
Steht
die klassische Zeitung vor dem Aus?
Konstantin Neven DuMont: Sie steht nicht vor dem Aus, aber
sie wird in Zukunft weiter an Auflage verlieren, weil sich die Menschen
zunehmend auch eben ...
Wissenswertes rund um die Brust – Im Gespräch mit dem Jenaer Frauenarzt Prof. Dr. Ingo B. Runnebaum
(Ingo Runnebaum)
OB Jung begrüßt Porsche-Entscheidung: „Automobilstandort Leipzig auf der Überholspur“
(Kommunikation Leipzig)
Die Entscheidung im Aufsichtsrat der Porsche AG ist
gefallen. Wie das Unternehmen informierte, wird es seine neue Baureihe mit der
Modell-Bezeichnung „Cajun“ im Leipziger Porsche-Werk produzieren, dafür rund
500 Millionen Euro am Standort ...
Die Reproduktion sozialer Ungleichheiten im deutschen Schulsystem – Mythos Chancengleichheit
(Philipp Legrand)
1 Einleitung
Im vergangenen Jahrhundert hat
sich hierzulande die Bildungsbeteiligung signifikant erhöht. Trotzdem weisen
Bildungsforscher immer wieder daraufhin, dass nicht allen Kindern der Zugang zu
Schulformen gleichermaßen offen steht. Durch die Veröffentlichung ...
Die Jenaer Frauenklinik mit Herz: Tradition verpflichtet
(Ingo Runnebaum)
Herr Professor Runnebaum, die Jenaer
Klinik ist deutschlandweit und international eine der bekanntesten Kliniken für
Frauenheilkunde, sie wurde 1778 gegründet und ist die zweitälteste der
Bundesrepublik, einige der berühmtesten Frauenärzte haben hier gewirkt. ...
Die Deutschen, die Leitkultur und der Biosprit
(Stefan Groß)
Sie sind schon ein merkwürdiges Volk – die Deutschen.
Einerseits ein Land von Geistestitanen, das die Lessings, Kants, Reinholds und
Schillers hervorgebracht hat, die alles in Gang setzten, um ihre Landsmänner
aus der ...
Phobien und andere Krankheiten
(Wolfgang Ockenfels)
Manche Muslime fühlen sich gerne beleidigt und üben sich in Selbstmitleid. Denn
wer sich als unschuldiges Opfer beklagt, genießt das Mitleid der
Öffentlichkeit. Wer aber jeden Anflug von Kritik gierig aufgreift, um ...
Die Politik und die intellektuelle Redlichkeit
(Rainer Westphal)
Es
ist eine Binsenweisheit, dass Binsenweisheiten immer wiederholt werden müssen,
damit diese nicht in Vergessenheit geraten. Eine Binsenweisheit ist es, dass
Politik nichts mit Moral zu tun haben muss, sondern diese durch das ...
Warum eigentlich immer nur Herr Guttenberg?
(Egidius Schwarz)
Sicherlich, der Verteidigungsminister hat einen
überflüssigen Fehler begangen, den er bereut. Daß er daraus die Konsequenz
gezogen hat, ist vollkommen richtig und auch, daß er seinen Titel der Bayreuther
Universität zurückgeben will. Richtig ...
Wer warum heute noch Freunde braucht
(Lisz Hirn)
Gäbe man einem Menschen alle Herrlichkeit der Welt, was hilft´s, wenn er keinen Freund hat, dem er es sagen kann? (Catharina Elisabeth Goethe) Wer kennt nicht die berühmte Strophe ...
Carnedizee - Philosophie als fleischlastiges Denken statt brotlose Kunst
(Karim Akerma)
Der Fleischskandal der Philosophie im Ausgang von
Aurelius Augustinus
Nicht bloß die Agrarindustrie hat ihre Fleischskandale, auch
die Philosophie: Seit vielen Jahrhunderten zerbrechen sich große Denker den
Kopf darüber – sei es im ...
Opfer mit Durchblick stellen die Welt in Frage
(Siegmar Faust)
Die SED- und Stasi-Opfer sind
Störenfriede wie einst die überlebenden Juden. Sie sind und waren das schlechte
Gewissen nicht nur der Täter, sondern vor allem der Gleichgültigen, die nicht
so genau hinsehen wollten ...
Die etwas andere Filmkritik Tal der Wölfe – Palästina
(Nathan Warszawski)
Der Film "Tal der Wölfe -
Palästina" basiert auf einer türkischen Serie, die zur besten türkischen
Fernsehzeit läuft. Wenn die Serie läuft, sind die Straßen Istanbuls befahrbar!
Da das Thema von den ...
Europa am Abgrund - Falsche Hoffnungen auf einen demokratischen Islam
(Shanto Trdic)
„Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und gewiss nicht als Freunde. Denn sie werden als Eroberer kommen. Und sie werden sie ...
Vier Schanzen und die Naturaustreibung
(Alexander Kissler)
Die Natur ist ja so schön, wäre sie nur nicht in der
Natur: Diesen Stoßseufzer hat schon jeder einmal angestimmt, dem ein
Regen ein Picknick verhagelte, der beim Kraxeln sich ...
Pfarrer Albrecht Hey im Gespräch mit der Tabula Rasa
(Albrecht Hey)
Wie muß man sich
den Alltag auf dem Schulschiff der Bundeswehr, der Gorch Fock, vorstellen? Wie
lange ist die Besatzung am Stück auf See?
Die Offiziersanwärter, die vor ihrem Dienst bereits ...
Morde nicht!
(Nathan Warszawski)
לֹא תִרְצָח
Das jüdische sechste Gebot ist kurz. Es besteht aus zwei Worten
(lo tirzach : לֹא
תִרְצָח) und sechs Buchstaben.
Kein Satz hat die Welt mehr bewegt als dieses kurze eindringliche Verbot. ...
Abtreibung – ein Grundrecht des (weiblichen) Menschen
(Lisz Hirn)
Warum man in Österreich dennoch protestiert und diskutiert
Leuchtende Pfade zum Kommunismus
(Steffen Dietzsch)
Es seien, hörten wir, Wege zum
Kommunismus zu beschreiten, um zu wissen, ob das, was man Kommunismus nennen
sollte, möglich sei. Hat er sich also vom unbedingten Glaubensbekenntnis – entweder ER oder ...
Das Ende des unendlichen Wachstums
(Felix Ekardt)
Gemessen an den wahren Herausforderungen des globalen Klimawandels war
Cancún eine verheerende Pleite. Angesichts des eigenen Verbrauchs ist die EU
nun aber in der Pflicht, allein voranzuschreiten, sollte der Kompromiss von
Cancún nicht ...
WER BIN ICH? - Eine Einführung in die Philosophische Lebensberatung
(Lisz Hirn)
Wer ständig glücklich
sein will, muss sich oft verändern. Nur die Weisesten und Dümmsten ändern sich
nie. (Konfuzius, chinesischer Denker
und Moraltheoretiker)
Heutzutage gibt es ein breites und beinahe unüberschaubares
Angebot an Beratungsmöglichkeiten. ...
Die Geschichte von Herrn Johannsmeier und (s)einem Denkmal
(Henning Pietzsch)
Kriegskind, Stasihäftling, Erfolgsunternehmer und Denkmalstifter
28. Dezember 2010: Tag der unschuldigen Kinder
(Nathan Warszawski)
Der Kölner Erzbischof Joachim Meisner hat die Präimplantationsdiagnostik (PID) mit dem biblischen Kindermord von Bethlehem verglichen. König Herodes habe eine Selektion nach ganz bestimmten Kriterien vorgenommen, genau dies täten heute ...
Trainingszentren statt Ein-Euro-Jobs für Arbeitslose
(Rainer Westphal)
Rechtzeitig zum Jahreswechsel wird in den Medien die Absicht der Bundesregierung verbreitet, Trainingszentren für Langzeitarbeitslose zu schaffen, um diese intensiver zu fördern und zu fordern. Mit dieser Propaganda will man ...
Ist Lieben eine Kunst? Nachgefragt bei Erich Fromm
(Lisz Hirn)
Vom Unfug des Gleichgewichts - Nachdenken über „Work Life Balance“
(Walther Ch. Zimmerli)
WikiLeaks – Geheimnisverrat Online
(Tobias Fresenius)
Das Streben nach unbedingter Enthüllung scheint an seinen eigenen Maßstäben zu scheitern.
Nach der Schlichtung
von Stuttgart
(Steffen Dietzsch)
Die Wochen der
Schlichtungsdiskurse sind vorbei und mit ihnen auch die Illusionen, die zu
ihrer Einrichtung führte. Die zivilgesellschaftliche Unruhe-Situation nach der Schlichtung ist dieselbe wie
davor, und noch nicht einmal mit dem ...
Der philosophische Hintergrund hirnbezogener Todeskriterien [1]
(Karim Akerma)
Die Mehrzahl der Philosophen, die sich in den vergangenen
Jahrzehnten zum hirnbezogenen Todeskriterium geäußert haben, hat überaus
kritisch Stellung bezogen. Nachstehend präsentiere ich einige kritische
Reaktionen, um dann zu erörtern, was mir der ...
Rede von Prof. Dr. Richard Schröder anlässlich der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages zum 56. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953
(Richard Schröder)
Meine Damen und Herren! Der 17.Juni war in der Bundesrepublik
Staatsfeiertag. Es ist mir allerdings bis heute noch kein Westdeutscher
begegnet, der mir genauer erklären konnte, wie es dazu kam ...
Höllenfahrt auf totem Gleis -
Mutmaßungen über Andreas Baader
(Shanto Trdic)
Anmerkung des Verfassers: der Text wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends verfasst, also geraume Zeit vor Auftauchen der Stammheimbänder . Somit konnte auch die bislang einzige umfassende Biografie (Herrmann, Stern: Andreas Baader. Das Leben eines Staatsfeindes) nicht berücksichtigt werden.
Eine vorweihnachtliche Betrachtung - Erich Kästner (1899-1974)
(Erich Kästner)
Es hatte schon wieder geklingelt. Das neuntemal im Verlauf der letzten
Stunde! Heute hatten, so schien es, die Liebhaber von Klingelknöpfen Ausgang.
Mürrisch rollte ich mich türwärts und öffnete.
Wer, glauben Sie, ...
Der Weihnachtsbaum - Hans Christian Andersen (1805-1875)
(Hans Christian Andersen)
Draußen im Wald stand ein niedlicher kleiner Tannenbaum. Er hatte einen
guten Platz. Die Sonnenstrahlen liebkosten ihn, und der Wind strich durch seine
Zweige. Im nächsten Jahr war der Baum schon um ...
Der deutsche Weg der Akten-Aufklärung war richtig!
(Lutz Rathenow)
Was ist schon klar an dieser Geschichte, die ein wenig wie eine Parodie der aufgeregten Stasi-Diskussionen im Herbst 1991 und im Frühjahr 1992 in Deutschland wirkt. Jetzt geht es um ...
Die Folgen der Staatssicherheit bis heute
(Siegmar Faust)
Bazon Brock: Die Kultur zivilisieren
(Bazon Brock)
Nachdem sie das Ende des Sozialismus ausgerufen hatten, suchten linke Karrieristen und rechte Abzocker nach einer neuen Legitimation dafür, sich den Ratlosen und Ratsuchenden in aller Welt als Heilsbringer ideell ...
Das Klima, die Sache mit Kundus und die Gier nach Ewigkeit
(Alexander Kissler)
Die großen K’s beherrschen den Augenblick: Kundus
und Krise, Kopenhagen und Klima. In beiden Fällen kommt für den
Betrachter ein fünftes K hinzu, das die Dinge undurchdringlich macht,
die Komplexität. ...
Guttenbergsche Geschichtsprophetie
(Alexander Kissler)
Von zweierlei Art kann das akademische Vorwort sein. Oft dient es dem Dank an die Lehrer und stellt die Arbeit umständlich unter den Scheffel, damit sie desto heller erstrahle. Solches ...
ABNORMAL NORMAL
(Lisz Hirn)
„Was wir «normal» nennen, ist ein Produkt von Verdrängung, Verleugnung, Isolierung, Projektion, Introjektion und anderen Formen destruktiver Aktion gegen die Erfahrung.“ (Ronald D. Laing, Phänomenologie der Erfahrung)
Die „Volkspolizei“ und die DDR-Zuchthäuser - Dieter Winderlichs „humaner Strafvollzug“
(Jörg Bernhard Bilke)
Dieter Winderlich war begeisterter „Volkspolizist“ der
ersten Stunde und eingefleischter Marxist-Leninist. Beide Überzeugungen
vertritt der ehemalige Generalmajor und, nach Karl Maron und Friedrich Dickel,
letzte Anführer der „Deutschen Volkspolizei“ noch heute. Man kann ...
Hans Jonas' Kritik am Hirntod
(Hans Jonas)
"Beim irreversiblen Koma, wie die Harvard-Gruppe es
definierte, ist der springende Punkt natürlich genau der, dass es ein Zustand
ist, der die Reaktivierung irgendeines Gehirnteils in jedem Sinne ausschließt.
Das Gehirn, so müssen ...
Quo vadis? Wohin geht die Bundeswehr? - Ein Kommentar
(Rainer Westphal)
Nunmehr hat unser Herr Verteidigungsminister Karl-Theodor
Freiherr von und zu Gutenberg in seiner unendlichen Güte, Weitsicht, Klug- und
Weisheit in der Öffentlichkeit bekannt gegeben, dass unsere Bundeswehr auch zur
Sicherung der wirtschaftlichen Interessen ...
Die Singularität der Schoah
(Nathan Warszawski)
Der die Ungerechtigkeit der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern, am dritten und am vierten Glied (Schemot 34,7)
Hannah Arendt und die Friedliche Revolution
(Teresa Tammer)
Welche Rollen spielten Macht und Gewalt im Herbst 1989?
Kritik der Kritik der Klimaökonomik von Felix Ekardt
(Nathan Warszawski)
Felix Ekardt trifft den Nagel auf den Kopf mit seiner These:
Wachstum stößt in
einer endlichen Welt irgendwann an Grenzen … Es kann nicht die gesamte Welt …
unendlich immer reicher werden. Auch ...
Warum das Geld nie schläft
(Bernd Villhauer)
Die Fortsetzung von Oliver Stones berühmtem Film „Wall Street“
Chronist aus Leidenschaft - Peter Scholl-Latour
(Shanto Trdic)
Wenn es klappt, dann wird der vitale Greis
auch noch mit über Neunzig Jahren um den Erdball rasen, vor Ort recherchieren
und, wieder im heimischen Exil angelangt, unermüdlich die unvermeidliche
Katastrophe, den Schlamassel ...
Kritik der Klimaökonomik
(Felix Ekardt)
Der
Klimawandel ist das größte Problem des 21. Jahrhunderts. Zerstören wir die
klimatische Grundlage menschlicher Existenz, brauchen wir uns über Finanzkrisen
und Arbeitsplätze keine Gedanken mehr zu machen.[1] Trotzdem
steht in den Sternen, ob ...
Der Sog der Vergangenheit – Zur Tagung “Die Securitate in Siebenbürgen”, Jena, 24.-26 September 2010
(Anngret Lieb)
Wie oft feiern wir, dass etwas vergangen und vorbei ist.
So wie in diesem Jahr, da das Ende der DDR nun 20 Jahre zurückliegt.
Erinnerungen werden wach an den Taumel der Wendezeit, ...
Christoph Butterwegge:Hartz IV auf dem Prüfstand: „menschenwürdiges Existenzminimum“ oder „anstrengungsloser Wohlstand“?
(Christoph Butterwegge)
Am 9. Februar 2010 verkündete
das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sein Aufsehen erregendes Urteil zu
den Regelsätzen beim Arbeitslosengeld II und beim Sozialgeld (Az. 1 BvL 1/09, 1
BvL 3/09 und 1 BvL 4/09), ...
Ritter der Übermoral
(Antje Vollmer)
Früher, zu den Zeiten von Heinrich Böll und Christa Wolf, von Günther Grass
und Wolf Biermann, war es vor allem die Politik, die sich mit den Künstlern
anlegte. Das ist lange her. ...
Rassismus und Autoritarismus - eine Konstante der bundesrepublikanischen Gesellschaft
(Michael Lausberg)
Die repräsentative Studie „Die
Mitte in der Krise - Rechtesextreme Einstellungen in Deutschland 2010“ im
Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, wo im Frühjahr 2010 mehr als 2.400
Menschen im Alter von 14 bis 90 Jahren ...
Islamkunde – ein Schulfach mit Integrationsproblemen? Für eine integrative Religionskunde statt trennenden Islamunterricht
(Karim Akerma)
Zwei Dinge sind auseinanderzuhalten: Auf der einen Seite die
von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, im Oktober
2010 bekanntgegebene Förderung des Lehrfaches Islamische Theologie etwa an den
Universitäten von Tübingen ...
Von Deutschlands Beruf - Oder: Europa und der deutsche Geist
(Steffen Dietzsch)
Es bedarf wohl keiner friedlichen Revolution mehr in
Deutschland…
(Henning Pietzsch)
Ein Tagungsband zu 20 Jahre Friedliche Revolution
Halle will „Stadt der Wissenschaft 2012“ werden
(Pressestelle der Dresdner Oberbürgermeisterin)
Stadt und Wissenschaft wollen stärker voneinander partizipieren
Meinungsfreiheit ohne Grenzen
(Andreas Artmann)
Die Lage der Medienfreiheit in Europa hat sich weiter
verschlechtert. Dies ist ein Ergebnis der heute veröffentlichten Rangliste zur
Lage der Pressefreiheit 2010 von Reporter ohne Grenzen (ROG). Der bereits bei
der vorherigen ...
Die Kallwass, die Filzlaus und ich
(Alexander Kissler)
Erwischt: Ich bin „eine Wand“. Ich habe eine
„narzisstische Persönlichkeit“. Ich bestehe aus Vorurteilen. Ich höre
nicht zu. Ich lasse mich nicht ein. Ich bin nicht interessiert. Das
alles erfuhr ...
Sarrazins Weg von der Amöbe zum Menschen und zurück
(Karim Akerma)
Eine überzeugende Antwort auf die
fundamentalethische Frage, warum überhaupt Menschen hervorgebracht werden
sollen, kennt Sarrazin ebenso wenig wie die Philosophie seit der griechischen Antike:
„Es gibt schließlich keine rationale Begründung dafür, weshalb sich ...
Antinatalismus und letzte Menschen in der Literatur - Erinnerung an einen vergessenen Roman Karl Ettlingers (1882-1939)
(Karim Akerma)
Inhalt:
1. Karl
Ettlingers letzte Menschen
2.
Antinatalismus bei Arno Schmidt
3. Guido
Morsellis nichtkatastrophale Aufhebung der Menschheit
4. Herbert
Rosendorfers Entwurf einer Soloexistenz
5. Anhang. Thomas Glavinic, Die Arbeit der Nacht
Wenn wir ...
Integration als Problem - Zur Tragik eines Begriffs
(Shanto Trdic)
„Gott
(gepriesen sei Er!) befiehlt, sich auf
Ihn
(gelobt sei Er!) zu verlassen, die Demokratie
befiehlt,
sich auf das Volk zu verlassen. Kann
man
die Gottlosigkeit weiter treiben?
Und
als eine weitere Gottlosigkeit ...
„Geiz ist geil“ - Über Lohn- und Preisdumping
(Bernd Villhauer)
Zunächst wollen wir eine Begriffsdefinition
versuchen, die sich mit Dumping im eigentlichen und im übertragenen Sinn
beschäftigt. Was also verstehen wir unter Dumping? Vom englischen „to dump“ –
also „abladen, wegschütten, loswerden“ kommt ...
Wie weiter mit der DDR?
(Lutz Rathenow)
Jeder, der die DDR erlebt hat, glaubt etwas von ihr zu
verstehen. Aber weiß er auch genügend über sie? Wollte und will er überhaupt
etwas über politische Strukturen und ökonomische Hintergründe wissen? ...
Ehnert, Hitler und die Postmoderne
(Alexander Kissler)
Die Monotonisierung der Welt
(Stefan Zweig)
Monotonisierung der Welt. Stärkster geistiger Eindruck von
jeder Reise in den letzten Jahren, trotz aller einzelnen Beglückung: ein leises
Grauen vor der Monotonisierung der Welt. Alles wird gleichförmiger in den
äußeren Lebensformen, alles ...
Die herrschenden Eliten und die Politikverdrossenheit
(Stefan Groß)
Bereits im Jahr 1992 ging es um – das Gespenst der
Politikverdrossenheit. Und die Gesellschaft für deutsche Sprache hatte es
damals zum Wort des Jahres gekürt. Auch achtzehn Jahre danach ist es ...
Wie krank ist unser Gesundheits-System?
(Bodo G. Kaibel)
Leider sind in unserer Gesellschaft viele Werte verloren
gegangen, viele unerfüllbare Ansprüche werden dennoch sorglos erfüllt von
Menschen, die nicht im Traum daran denken, hierfür die Verantwortung zu
übernehmen. Und sich dafür übersteigerte ...
Hurra, wie sind die Größten
(Stefan Groß)
George Bush ist es allemal – Guido Westerwelle sowieso,
die Kanzlerin ist in ungetrübter und fast unantastbarer Heiligkeit die
Herrscherin über ihr Königreich und regiert aus dem Reich der Mitte über ihre
Vasallen ...
Die türkische Frage
(Friedrich Engels)
Es ist noch nicht lange her, daß sich das westeuropäische Publikum und die Amerikaner ein annähernd genaues Urteil über die türkischen Angelegenheiten bilden konnten. Bis zur griechischen Insurrektion war die ...
Auf Öl und Fleisch fahren wir ab
(Karim Akerma)
Wenn
die von der Sonne ausgehenden Photonen den dritten Planeten des Sonnensystems
erreichen, erwärmen und beleuchten sie einen von seinen Bewohnern in eine
gigantische Tankstelle verwandelten Himmelskörper, dessen größte und am
dichtesten bewohnte Häuser ...
Das Principal-Agent-Problem bei der organisierten Partnervermittlung
Das Bedürfnis in einer intakten Partnerschaft zu leben, wird heute
öffentlich thematisiert wie nie. Im world wide web wimmelt es von
Partnerbörsen, die dem modernen Partnersuchenden auf möglichst
rationale Art und Weise aus ...
Was ich vom Fußball lernte
(Alexander Kissler)
Nun ist sie vorbei, die Fußball-Weltmeisterschaft, die, wer
sich nicht regresspflichtig machen will, „FIFA WM 2010“ nennen muss. Das
Produkt hat seinen natürlichen Entsorgungszeitpunkt erreicht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum
ist abgelaufen. Das Nachfolgemodell, die „FIFA ...
Revitalisierung von Aufenthaltsqualität und Kaufkraft
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Wirtschaft und Handel im Kölner Severinsviertel ein Jahr nach der Einsturzkatastrophe des Historischen Archivs
Die Pädagogik Christian Gotthilf Salzmanns
(Michael Lausberg)
Als Philanthropismus wird die Lehre von der Erziehung zur
Natürlichkeit, Vernunft und Menschenfreundschaft bezeichnet. Das
Erziehungsprogramm des Philanthropismus, eines wesentlichen Zweiges der
deutschen Pädagogik während der Aufklärung (1720-1790), stand am Anfang der
modernen Bildungsreformen ...
Und Sarrazin hat doch recht
(Stefan Groß)
Nicht nur Thilo Sarrazin hat es in seinem jüngsten Buch zur
Sprache gebracht, auch Arnulf Baring, Hans-Olaf Henkel und Oswald Metzger haben
in Talkrunden immer wieder darauf hingewiesen. Der klägliche Befund: Die
deutsche ...
"Wir
amüsieren uns zu Tode" – Das Internet frißt seine Kinder
(Stefan Groß)
L'Homme
Revolté – so viel Camus muß fünfzig Jahre nach seinem Tod sein! Doch wogegen
rebelliert der moderne Mensch? Gegen den Verlust seiner Privatsphäre, die er
durch den Einbruch der Öffentlichkeit in ihrer ...
Eine
nationale Aufgabe
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Mit der "Stiftung Stadtgedächtnis" sollen die beschädigten Dokumente aus dem eingestürzten Historischen Archiv der Stadt Köln wiederhergestellt werden.
Die eine und die andere Krise
(Alexander Kissler)
Eine Krise ist ein Wendepunkt, ein Moment der Entscheidung, ist jenes Nu, das die Weichen neu stellt. Schmerzen sind sein Erkennungsmal. Krisen legen offen, was lange schon schief lief. In ...
Dossier iPad – Chancen und Risiken durch neue Lesegeräte
(Andreas Artmann)
Mit in weniger als 60 Tagen zwei Millionen verkaufter iPads
hat der amerikanische Technologie-Konzern Apple einen Launch geschafft, den
selbst die verwegensten Analysten nicht für möglich gehalten hätten. 67,2
Prozent der im dpa/ots-Medientrendmonitor ...
Unkenntnis über die „Umsiedler“
(Jörg Bernhard Bilke)
Landsberg/Warthe und Landsberg in Ostpreußen
Schmutzige Verarbeitung personenbezogener Daten
(Rainer Westphal)
Entgegen der landläufigen Meinung
gibt es nicht nur eine schmutzige Uran-Bombe, sondern auch eine schmutzige Verarbeitung
personenbezogener Daten,kurz:
schmutzige Personaldatenverarbeitung genannt.
Diese Art von
Personaldatenverarbeitung in extremer Form finden wir bei der Datenspeicherung
der Bundesagentur ...
Bundesjogis Seligsprechung
(Alexander Kissler)
Die Fußball-Weltmeisterschaft hat begonnen. Das heißt für die
Leser vermeintlicher Fachzeitschriften: Kritik hat Sendepause, Sportjournalismus
wird zum angewandten Fan-Sein. Jetzt werden, je nach
Verbreitungsgebiet, Helden gemacht, Stars gepriesen, Führer gebenedeit. Ein
besonders eindrückliches Beispiel ...
Von der liebenswerten Wissenschaft der Pflanzen
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Naturerlebnis und Lebenslust: der Schlosspark Dennenlohe
Das gewöhnliche Unwesen. - Drei Exempel zum Umgang mit Schuld
(Ulrich Büchler)
„Heutzutage bietet uns der Beruf des Heuchlers die größten Vorteile (…) nur die Heuchelei ist ein privilegiertes Laster, das mit eigner Hand der ganzen Welt das Maul stopft und sich ...
Moeller van den Bruck: Ein „geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus“ - Ein kritischer Rückblick zum 85. Todestag
(Michael Lausberg)
Arthur Moeller van den Bruck (23.4.1876-30.5.1925) war ein deutscher Publizist, der dem völkischen Nationalismus in der Weimarer Republik zugeordnet werden kann. Er gehörte zu den führenden Vertretern der „Konservativen Revolution“ in den 1920er Jahren und gilt als „geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus“.
Die verwestlichte Ostalgie
(Lutz Rathenow)
Vergangenheit wird heute nicht aufgebarbeitet, sondern
gewinnbringend recycelt. Schriftsteller und Bürgerrechtler Lutz Rathenow
analysiert die erinnerte DDR - als Marke und Medienprodukt.
Der Markt fand seine möglichen Überlebenswege für eine
DDR nach der DDR. ...
Rassismus in der „Mitte der Gesellschaft“: Der Fall Heinz Buschkowsky
(Michael Lausberg)
Mit seinen rassistischen Äußerungen zur Migrations- und Integrationspolitik sorgte der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln ,Heinz Buschkowsky (SPD), für mediales Aufsehen. Nun bekam er für sein „Engagement für die Integration von Einwanderern und für bessere Schul- und Ausbildungsbedingungen“ in Berlin den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis verliehen.
Perspektiven einer Philosophie des Fußballs
(Lukas Kaelin)
Perspektiven einer Philosophie des Fußballs[1]
1. Einleitung
Das Problem
der deutschen Philosophen sei es, „daß sie, was vor ihren Füßen liegt, in den
Wolken suchen.“[2] Die Wahrheit läge dann,
folgt man Schopenhauer, ...
Antisemitismus und Literatur
(Bettina Röhl)
Ein Interview mit Marcel Reich-Ranicki
Generation Burnout - Selbstbeschränkung versus Informationswahn
(Egidius Schwarz)
Miriam Meckel, Das Glück der Unerreichbarkeit, Wege aus der Kommunikationsfalle, 4. Auflage 2008, Murmann-Verlag GmbH, Hamburg 2008, ISBN: 978-3-86774-002-9, Preis: 18.00 Euro
"Benedikts Schweigen, sind wir noch Papst?"
(Stefan Groß)
TV-Kritik zu Anne Will "Late Night"
Von der Kunst, sich einen schönen Garten anzulegen
(Stefan Groß)
Es ist ein leichthändig geschriebenes und dem Leser
wohlgefälliges, kleines Buch, darüber auch ein höchst persönliches, das die
hierzulande gern zur Gartenpäpstin erhobene Ikone der Hortomanie, Gabriella
Pape, nunmehr im Irisiana-Verlag vorgelegt hat. ...
Nachlese: Scheinheiligkeit und Moral
(Notker Gloker)
Es vergeht kein Tag, an dem einem
nicht die Galle hochsteigt ob der Nachricht aus deutschen Landen.
Herr Zollitsch, der Oberhirte der
deutschen Bischofskonferenz, erschien zum Rapport beim Papst Benedikt XVI, um
unter ...
Wie weiter in Afghanistan? - Der runde Tisch der Bundeswehr
(Rainer Westphal)
Kaum ist der Chef der Agentur für Arbeit, Herr Dr. Weise,
Vorsitzender des Strukturausschusses der Bundeswehr geworden, da
kommt der Vorschlag aus einer gewissen Ecke, dass die Bundeswehr
einen "Runden ...
Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei der Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Deutschen Bundestages zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa
(Richard von Weizsäcker)
I.
Viele Völker gedenken heute des Tages, an dem der Zweite Weltkrieg
in Europa zu Ende ging. Seinem Schicksal gemäß hat jedes Volk dabei seine
eigenen Gefühle. Sieg oder Niederlage, ...
Frank-Jürgen Weise - der neue Mann für die Bundeswehr
(Rainer Westphal)
Es hatte sich bereits vor einigen Wochen angekündigt, dass D. Frank-J. Weise, Vorstandsmitglied
der Bundesagentur für Arbeit, zu einem der mächtigsten Leute in der BRD gehören
wird. Aufgrund der Tatsache, dass dieser ...
Familienformern von konservativ bis postmodern
Eine Folge der immer höher werdenden Zahl von Trennungen und
Scheidungen ist auch die steigende Zahl von Stieffamilien, denn
Partner, die sich getrennt haben, gehen früher oder später
selbstverständlich eine neue Partnerschaft ein ...
C3-16f: Der Jackpot des Glücks
(Heike Geilen)
Richard Powers setzt sich in seinem neuen Roman komplex mit dem Thema Glück auseinander
Es gibt keine "Uni ohne Arndt"
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Der Senat der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald votiert deutlich gegen eine Namensänderung
Die neue Unübersichtlichkeit – Zwischen Seelenheil
und
emotionaler Verdammung
(Stefan Groß)
Eine Anmerkung zu Frank Schirrmachers "Payback"
Zur Philosophie der Erschütterung - Erdbeben als Euthanasie und Kostenseite künftigen Nutzens im Denken Rousseaus und Kants
(Karim Akerma)
Ihr Unglücklichen seid, Land, du bist zu beklagen!
Du entsetzliche Ansammlung, ach, aller Plagen!
Schmerz, der sinnlos doch ist, aber ewig nicht ruht!
Philosophen, getäuscht, sagen: „Alles ist gut.“
Kommt, ...
Demenz – ein unabwendbares Schicksal oder doch nicht?
(Annegret Balogh)
Eine versierte Lektorin korrigierte zu Recht in einem Manuskript das Erwähnen von Demenzen. Das Wort Demenz leitet sich – wie so vieles in der Medizin - von dem lateinische Wort ...
Die Kehren der Gerechtigkeit - Spuren einer haltlosen Tugend.Ein Zwischenruf zur Sozialstaatsdebatte
(Ulrich Büchler)
„So ist denn das Gerechte die Mitte zwischen
Gewinn und Verlust“.[1]
Spurensuche: das Wesen der Gerechtigkeit
Die Gerechtigkeit ist niemals ein
Zustand, sondern nichts als ein Ziel. Und wie ...
Margot Käßmann – Eine Frau mit Rückgrat
(Stefan Groß)
Rückgrat zeigte die Ratspräsidentin der EKD mit ihrem Rücktritt allemal, auch gegen die Gegnerschaft in den eigenen Reihen, denn beargwöhnt wurde die dynamische Theologin immer vom Kreis der evangelischen Orthodoxen. ...
Berlin, Berlin
(Lutz Rathenow)
Diese Stadt glaubt vor allem an sich selbst – in jedem
Winkel immer an jenen Teil des Ortes, den sie von sich wahrnimmt. Zum Beispiel
in meinem kleinen Hochhaus – die Erbauer ...
Bekenntnisse eines Unsportlichen
(Egidius Schwarz)
Sport in der DDR, dies war nicht nur, wie jetzt eine
Ausstellung in Leipzig "Wir gegen uns, Sport im geteilten Deutschland" dokumentiert, Leben an der Leistungsgrenze, sondern auch
für viele, die der ...
Die Toten von Winnenden und die Mitschuld der Amok-Industrie
(Bettina Röhl)
Amoklauf in Winnenden. 15 Menschen hat ein 17-jähriger Massenmörder in einem Blutrausch erschossen, und weitere Menschen verletzt, zum Teil schwer. Die Amok-Industrie erreicht routinemäßg ihre Betriebstemperatur. Wahrhafte Trauer wird gestört.
Der MDR und die Ostalgie
(Egidius Schwarz)
Manch einer hatte sie fast vergessen, die Wende vor zwanzig
Jahren. Und wer sie nicht vergißt, oder vergessen kann, der manche
Unarten des Ostens erfolgreich verdrängt hatte, dankt die Rückkehr in
graue Vorzeiten ...
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
(Manfred Lütz)
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, wer ist das schon wirklich? Doch es gibt Menschen, die an einer Krankheit leiden, die sie genau solche extremen Höhen und Tiefen erleben lässt.
Zwischen Staatsvertrag und Wettbewerb
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Eine Podiumsdiskussion in Hamburg fragte nach der Elitenbildung in der deutschen Medienlandschaft
Postalische und philatelistische Grabenkämpfe
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Anmerkungen zum Postkrieg zwischen den beiden deutschen Staaten sowie den Übergangsregelungen von der Wende bis zur Wiedervereinigung von Deutscher Post und Deutscher Bundespost
20 Jahre friedliche Revolution
(Horst Köhler)
Rede von Bundespräsident Horst Köhler
Politisches Interview
(Philipp Rösler)
Warum engagieren Sie sich politisch?
Um erstens etwas zu bewegen und zweitens, weil es Freude macht.
Was bedeutet für Sie liberal?
Freiheit, Verantwortung und Toleranz.
Wer ...
Die Antwort eines evolutionären Humanismus auf heutige Menschheitsprobleme wie dem Klimawandel
(Bernd Ehlert)
Angesichts der heutigen Menschheitsprobleme ist es dringend
erforderlich, auch das geistige Sein und Verhalten des Menschen umfassend aus
der Evolutionstheorie abzuleiten. Es stellt sich so die Frage, inwieweit
altbekannte Instinkte wie die Gier ...
Die Revolution in Thüringen
(Henning Pietzsch)
Zwischen Stillhalten und herausgehobener Stellung
Die schöne neue Welt des Papstes
(Thomas Junker)
Wer
Zweifel hatte, ob eine weitere Kritik am Papst und an der katholischen Kirche
notwendig und zeitgemäß ist, der wurde durch das ‚Philosophische Quartett’ vom
29. November 2009, bei dem Alan Posener geladen ...
Christen und Atheisten
(Notker Gloker)
Das Thema muss enger gefasst werden: Atheismus und Kirche.
Wie irre sind wir eigentlich?
(Stefan Groß)
Manfred Lütz, Irre! Wir behandeln die Falschen, Unser Problem sind die Normalen, Mit einem Vorwort von Eckart von Hirschhausen, Gütersloher Verlagshaus, München 2009, 190 Seiten, Preis: 17, 90 Euro
Bildung für alle
(Horst Köhler)
Bundespräsident Horst Köhler, 21. September 2006, Kepler-Oberschule, Berlin-Neukölln
Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler bei der Verleihung
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Gegner des SED-Unrechts
(Horst Köhler)
Ich
möchte Ihnen zuerst von einem jungen Mann erzählen. Als 16-Jähriger
wollte er, was viele in seinem Alter wollen: Partys feiern, Musik
hören, lange Haare haben, reisen. Er war nicht wirklich politisch. Aber
er ...
9.November 1989 Eine Berliner Nacht
(Bettina Röhl)
Wende in der coolen TEMPO-Redaktion. Plötzlich waren New Yorker Underground und Londoner Nightlife out und der geile Gregor Gysi und die PDS standen hoch im Kurs.
Kein Atheist: Wie Darwin zu Religion und Schöpfungsglauben stand
(Hans Kessler)
Charles
Darwin (1809-1882) war fasziniert von der Vielfalt der Lebewesen auf unserer
Erde. Und er war ein großer Naturforscher, der eine riesige Fülle von
Beobachtungsmaterial gesammelt und viele Bücher dazu geschrieben hat.
Weltberühmt wurde ...
Tod von Benno Ohnesorg: Staatsmord aus Berlin?
(Bettina Röhl)
Günter
Grass bei der SS, Karl-Heinz Kurras bei der Stasi. Was braucht die
Republik noch, um die altlinken Mythen und die der Neuen Linken zu
dekuvrieren? Die letzten Pfeiler der hoch ideologisierten, aber
außerordentlich ...
Ein Philosoph der handfesten Dinge
(Hans-Martin Lohmann)
Warum es sich wieder lohnt, Marx zu lesen
„Kein Schießbefehl: Soldaten müssen in Recht und Ordnung
eingehegt bleiben“
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr, zu Gast beim Bund Katholischer Unternehmer in Köln
Bestimmen Katastrophen unser Leben?
(Lisz Hirn)
"Katastrophen kennt allein der Mensch, sofern er sie überlebt; die Natur kennt keine Katastrophen."
(Max Frisch)
Im Schweinsgalopp
(Bodo G. Kaibel)
Impfen, Ja oder Nein?
Warum das Gerede vom Fall der Mauer ein ewig Gestriges ist
(Egidius Schwarz)
Deutschland schickt sich wieder an, Jahrestage zu feiern, in
allen Gazetten tönt es, wird die friedliche Revolution vor zwanzig Jahren
besungen. Fast klingt es wie eine vielbeschworene Verheißung von einst
glücklichen Tagen, als ...
Selbstporträt, kurz vor Mauerfall
(Lutz Rathenow)
Der Herbst 89 als aufgeregte Zeit:
die DDR begann durchzudrehen, und ihre Macht über sich zu verlieren.
Dennoch gab es noch viel Angst. Rechnete ich mit einer halb
chinesischen Lösung, einem kleineren Massaker ...
Thilo Sarrazin und die Heuchel-Gesellschaft
(Bettina Röhl)
Zu
einem Erfolg auf dem Felde der Integration gibt es keine Alternative.
Das sollte jedem bewusst sein und daran sollte jeder mitarbeiten. Mit
der gnadenlos praktizierten, plumpen und brutalen Tabuisierung des
Themas Integration wird ...
Merkel und das C: Martin Lohmann befürchtet Verfallsdatum
(Stefan Groß)
Der katholische Publizist und stellvertretende Vorsitzende
der Joseph-Höffner-Gesellschaft, Martin Lohmann, ist skeptisch, inwieweit
Angela Merkel es ernst meint mit ihren immer häufiger werdenden Aussagen zum C.
Seit Erscheinen seines Buches „Das Kreuz mit ...
Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen
Militärjustiz
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Der Deutsche Bundestag berät am 8. September 2009 über die Aufhebung der Todesurteile gegen Deserteure der Wehrmacht
Die unbegriffene DDR
(Lutz Rathenow)
Schon 1870 lobte Theodor Fontane die Spreewaldgurke. Der humusreiche
Boden im feuchten Spreewald und eine spezielle Gewürz-Mixtur bei der
Zubereitung machen ihren Geschmack aus. Warum hat es nun gerade dieses
Regionalprodukt an die ...
Jeder hat das
Schicksal,......
(Bodo G. Kaibel)
.....das er verdient. Das klingt grausam. Ist aber oft einfach nur
logisch. Nicht die Schweine-Grippe oder Vogel-Grippe sind die größte Gefahr.
Sondern Sie selbst. Beispiel: „die Menschen-Grippe!“,an der jedes Jahr über 20.000 ...
Anmerkungen zur
Glaubwürdigkeitskrise des Sports
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Zu Beginn dieses Artikels muss
ein Geständnis stehen. Der Verfasser räumt ein, dass auch er wieder viele
Fernsehübertragungen von der Tour de France gesehen hat. Nicht genug damit.
Auch die Weltmeisterschaften der Leichtathleten ...
Niemand hatte die Absicht, (nur) eine Mauer zu errichten
(Lutz Rathenow)
Manche Banken sind zum Sitzen und ausruhen da und kosten ab und zu Geld,
weil sie erneuert werden müssen. Andere haben viele Mitarbeiter und sollten
Geld verwalten und erwirtschaften und erweisen sich ...
Fremde Heimat
(Franziska Sieber)
Die Integration der sogenannten Umsiedler nach 1945 in Jena
Vor 40 Jahren: In Deutschland beginnt die Moderne
(Daniel Krause)
Abstract
Die Erinnerung an 1968 ist, in Deutschland wenigstens, lebendiger denn je:
Es wird munter gestritten. Die Aufregung um Stasi-Verstrickungen
bundesrepublikanischer ‚Eliten’ – zwischen rechts und links, polizeilichem
Tagesgeschäft und parlamentarischer Arbeit – ist ...
Westliche Werte und Moral
(Notker Gloker)
Unsere „Wertegemeinschaft“: Christentum, Zivilisation, Demokratie, Business und Finanzen. (März 2009)
Was hält die Gesellschaft zusammen?
(Wolfgang Schäuble)
Die Frage, was die Gesellschaft zusammenhält, hat
eine hohe praktische Bedeutung. Sie stellt sich für uns in einer Zeit
durchgreifender Veränderungen. Veränderungen gab es natürlich schon
immer, aber wir leben heute in einer ...
Gerechtigkeitslücke –
soziale Arithmetik oder der untaugliche Versuch der Gleichmacherei
(Ewald Zachmann)
Der Begriff „Gerechtigkeitslücke“
hat seit Jahren Konjunktur in der Politik. Er klingt verheißungsvoll, kann
immer wieder verwendet werden gleichsam einem perpetuummobile, erweist sich am Ende jedoch als ein
Placebo.
Ein Beispiel: Mit großem
Posaunenklang ...
Wir haben keine Wahl als Europa zu mögen
(Lutz Rathenow)
Europa besteht aus
mehreren gefühlten Europas. Da ist das saturierte Westeuropa, das
keiner so richtig mag, was auch daran zu merken ist, das es beim
europäischen Song-Wettbewerb kaum noch Stimmen bekommt. In dem ...
Das Foto
(Lutz Rathenow)
Fotografien sind Fingerabdrücke einer Gegenwart, die
für einen Moment erstarrt und im Augenblicke des Betrachtens schon zur
Vergangenheit geworden ist. Und künftig werden diese Bilder als ein
Echo des Vergangenen im Moment des ...
Milch aus glücklichen Dosen Oder: über unseren Glauben an den Fortschritt
(Marco Meng)
Man kann einem Blinden einen Stummfilm zeigen,
macht ihm aber dadurch wohl nur wenig Freude. So lässt sich vielleicht
plastisch unser Verhältnis zum Fortschritt beschreiben. Wir wissen, dass sich
die Welt in ...
Was ist der Osten?
(Lutz Rathenow)
Natürlich gerät der Osten immer wieder zyklisch in den Blick:
Negativ-Schlagzeilen und gelegentliche gut gemeinte positive
Leuchtturm-Vorzeigobjekte wechseln einander ab. Bei der EM vereinten
sich Ost und West weitgehend im Einig-Fußballbegeisterungsland. Man
brauchte über ...
"Immer noch eine Tabudiagnose"
(Ursula von der Leyen)
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen erläutert, wie die Familie mit der Alzheimer-Krankheit ihres Vaters Ernst Albrecht umgeht.
Quo vadis, Thüringen?
(Lutz Rathenow)
Der Fall Althaus bewegt in Thüringen die Menschen wie kaum ein anderes politisches Thema. Viele werden Althaus nicht wählen - vor allem jene, die der CDU ohnehin nicht die Stimme gaben. Sie haben skeptische Medien und kühle Argumente auf ihrer Seite.
Einer stirbt immer
(Lutz Rathenow)
Eine Episode von ihm wurde oft erzählt – der von der Stasi ganz real verfolgte
Schriftsteller Günter Ullmann ließ sich in den achtziger Jahren die Zähne
ziehen, weil er glaubte, das ihm ...
Der "ganzheitliche Ansatz" der Palliativmedizin
(Ulrich Wedding)
Ein Gespräch mit dem Chefarzt der Palliativstation des Universitätsklinikums Jena, PD. Dr. Ulrich Wedding.
Der Traum vom perfekten Menschen - Zwischen Machbarkeit und seinen Grenzen
(Stefan Schultze-Mosgau)
Interview zur ästhetischen Chirurgie in der Universitätsklinik Jena mit Prof. Dr. Dr. Schultze-Mosgau.
"1848 - Erbe und Verpflichtung"
(Horst Köhler)
Rede von Bundespräsident Horst Köhler beim Festakt "Frankfurt - Weimar - Bonn - Berlin, Deutschlands Weg zur Demokratie" aus Anlass des 160. Jahrestages der ersten deutschen Verfassung
Populärphilosophie - Ein unordentliches Geschäft?
(Egidius Schwarz)
Selten war Philosophie so populär wie in diesen Zeiten. Was sich
üblicherweise nur am Kamin in später Stunde im erlesenen Kreis bei Panzer oder
Scobel abspielte, hat nun auch die abendlichen Sendeplätze ...
Anti-Aging-Medizin
(Annegret Balogh)
Anti-Aging-Medizin was ist das? Der Kampf gegen das
Altwerden? Will diese Medizin den ewigen Wunsch der Menschheit, jung zu
bleiben, mit wissenschaftlicher Methodologie bewahrheiten? Oder steigen
Menschen mit dem äußeren Habitus des Alters ...
Armut und Kapitalismus - Der bedeutendste
deutsche Kommunist heißt Aldi
(Bettina Röhl)
Sie brauchen nur den ersten Satz dieses
Beitrages zu lesen. Dann haben sie es und die Bundestagswahl 2009 ist
auch schon entschieden: Der größte und bedeutendste Kommunist der
Bundesrepublik Deutschland ist Aldi. (bitte ...
Bodo Ramelow im Gespräch
(Bodo Ramelow im Gespräch mit Jens Mende)
Bodo Ramelow (MdB) ist der Ministerpräsidenten-Kandidat der Thüringer Linkspartei. Welche Inhalte hat linke Politik im Jahr 2009 den Wählern anzubieten? Würde eine stärkere SPD den Linken Stimmen kosten? Kann es der Linkspartei in Thüringen gelingen, die CDU-Regierung abzulösen?
Der neue Deal im Strafverfahren
(Ewald Zachmann)
Der Deal oder weniger anrüchig ausgedrückt die
Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Angeklagten
über das Strafmaß soll nun gesetzlich geregelt werden. Die Bundesregierung
sieht Handlungsbedarf, weil es seit über 20 Jahren zum ...
Über die Schutzwürdigkeit des Lebens
(Stefan Groß)
Die Diskussionen über Würde und Schutzbedürftigkeit des
Embryos, die Fragen nach den Grenzen molekularer Forschung, die Pro- und
Contradiskussionen sowohl um Erlaubnis und Verbot der
Präimplantationsdiagnostik (PID oder PGD) als auch Diskussionen über ...
„Ostalgie ist eine Gefahr für die Demokratie“
(Joachim Gauck)
Constantin Graf von Hoensbroech im Interview mit Joachim Gauck