Nördlich von Rom, an den Berghängen rund um das in einem fruchtbaren Tal
gelegene Städtchen Rieti, weisen Straßenschilder auf vier kleine Heiligtümer
hin. Es sind vier Orte, an denen Franz von Assisi zu Beginn des dreizehnten
Jahrhunderts eine gewisse Zeit verbracht hat, nachdem er mit einigen Gefährten
seine Heimatstadt in Umbrien verlassen hatte. Poggio Bustone: eine kleine
Einsiedelei an einer schroffen Felswand, in die sich die „Büßer von Assisi“ mit
Franziskus an der Spitze zurückgezogen hatten, als sie überhaupt nicht mehr
wussten, wie es weitergehen soll.
„Schade, daß der Papst nicht katholisch ist“, bemerkte Kurt
Tucholsky in seinem Sudelbuch.
Er meinte das ironisch mit Blick auf seine deutschen Zeitgenossen, denen bis
heute der Sinn für Ironie abgeht, und die sich stattdessen ernsthaft für
kompetent und genug legitimiert halten, zu entscheiden, wer oder was als
katholisch anzusehen sei. Diese Entscheidung trifft nach kirchlichem
Verständnis letztlich der jeweils regierende Papst, gleichgültig, ob er von den
einen als papa angelicus
herbeigesehnt, von den anderen als papa
haereticus verflucht wird. Solche „prophetischen“ Zuschreibungen haben im
Mittelalter eine große Rolle gespielt und sollten wohl die Papstwahlen
beeinflussen.
Stefan Groß: Inwieweit spielt die neuplatonische Philosophie
mit ihren Lehren von den drei Wesenheiten innerhalb Ihres christlichen Denkens
eine prägende Rolle? Kann man mit diesem Denken heutzutage noch philosophieren?
Prof. Dr. Spaemann: Da stecken schon in der Frage ein paar Dinge, denen ich
nicht so zustimmen würde. Zunächst was ist mein christliches Denken? Ich habe
das nie auseinander dividiert. Ich würde sagen – mein Denken, denn ob ich die
neuplatonische Philosophie einleuchtend finde oder nicht, ist für mein
Christentum nicht entscheidend und umgekehrt auch.
Die Frage nach der Bedeutung und der Funktion des
Gottesbegriffs in internationalen Beziehungen ruft auf den ersten Blick
Verwunderung hervor, jedenfalls für den Frommen. Dieser sieht seinen
Gott ja gerade jenseits aller nationalen und internationalen Relationen.
Und in der Tat steht der Gott der monotheistischen Religionen nicht nur
jenseits aller irdischen Beziehungen, sondern auch jenseits der Welt.
Zu den grundlegenden Bestimmungen des monotheistischen Gottesgedankens
gehören seine weltenthobene Transzendenz sowie seine Universalität und
Einzigkeit.
Religionskritiken, sowohl gegen ihre ideellen als auch
praktischen Grundlagen, werden so alt sein wie die schriftlich fixierten
Religionen. Sigmund Freud dürfte sowohl die subtile Kritik Ludwig Feuerbachs
(1804-1872), die zersetzende von Karl Marx (1818-1883), aber auch die
verzweifelte seines Zeitgenossen Friedrich Nietzsche (1844-1900) studiert haben,
denn er beruft sich auf „bessere Männer“, die „vollständiger, kraftvoller und
eindrucksvoller“ als er Kritik an der Religion geübt hätten. Er „habe bloß“ wie
er bekennt, „der Kritik“ seiner „großen Vorgänger etwas psychologische
Begründung hinzugefügt“.
Es ist noch nicht sehr lange her, da meinten viele durchaus
kluge Köpfe in Europa, dass es mit der Religion unaufhaltsam bergab gehe. Der
wissenschaftliche und technische Fortschritt, die immer bessere Bildung, die
einem immer größeren Teil der Menschen zuteil wird, die zunehmende Verbesserung
der sozialen und ökonomischen Verhältnisse - all dies würde, so meinten diese
Experten, zu einer Marginalisierung der Religion führen. Manche glaubten, sie
würde gänzlich verschwinden; andere waren vorsichtiger - aber die allgemeine
Ansicht war, dass die öffentliche, gesellschaftliche und politische Bedeutung
...
Warum Jesus heute einen Fernsehsender gründen würde!
Der Papst twittert, und zwar aus gutem Grund, so der neue K-TV
Chef, Martin Lohmann. Mit dem Medienexperten, der enge Kontakte zum Vatikan
pflegt, sprach die Tabula Rasa über die Herausforderungen des digitalen
Zeitalters für die christliche Botschaft. Welche Rolle spielen die Medien im
Zeitalter der Säkularisierung, und warum würde Jesus heute einen Fernsehsender
gründen – Herr Lohmann?
Die Legitimität Theologischer
Fakultäten an staatlichen Universitäten wird immer wieder einmal mit dem
Argument in Frage gestellt, ob es sich bei der Theologie überhaupt um eine Wissenschaft
handle. Die österreichische Tageszeitung Der
Standard belebte diese Debatte im Sommer des vergangenen Jahres mit einem
Beitrag. In der Ausgabe vom 14. Juni 2012 wurde beklagt, dass „theologische
Fakultäten zwar von der Uni bezahlt würden, den Lehrplan allerdings von der
Kirche erhielten“ (Laizisten gegen „steuerliche Diskriminierung
Konfessionsloser, in: Der Standard, 14. Juni 2012).
Guido Horst: Vor über einem Jahr hat Papst Benedikt im Deutschen Bundestag
das Naturrecht thematisiert. Kritiker sagten damals, der Papst wolle
eine Art „katholischer Scharia“ wieder einführen. Ist das Naturrecht
eine katholische Angelegenheit? Armin Schwibach: Nein, das Naturrecht hat
nichts mit der katholischen Kirche und die zitierte Scharia hat nichts
mit Naturrecht zu tun. Sie ist im Endeffekt sogar dessen Verleugnung.
Das Naturrecht ist, wie Benedikt XVI. dies auch früher schon sagte, „die
Quelle, aus der zusammen mit Grundrechten auch sittliche Gebote
entspringen, deren Einhaltung verpflichtend ist“.
Prälat Dr. Georg Gänswein, langjähriger Privatsekretär von Papst
Benedikt XVI., wurde zum Erzbischof und Präfekten des Päpstlichen Hauses
ernannt. Papst Benedikt XVI. erhob ihn zum
Titularerzbischof von Urbisaglia. Am 6. Januar 2013 wird in der Petersbasilika die
Bischofsweihe vollzogen werden. In dieser Funktion ist der aus dem Erzbistum Freiburg stammende
Theologe nun auch für das Päpstliche Haus
verantwortlich. In sein Aufgabenfeld fällt u.a. die Betreuung von
Staatsbesuchen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat den deutschen Pontifex in Rom besucht. Das Gespräch mit Papst
Benedikt XVI. dauerte eine Dreiviertelstunde. Wie der Bundespräsident betonte,
sei es ihm wichtig gewesen, mit dem Oberhaupt der Katholiken über die
Krisensituation in Europa, über die Rolle Deutschlands und die aktuelle Lage in Nahost zu reden. Wie der
Protestant Gauck betonte, komme er "vor allem als Mensch und als
Christ".
Ihr könnt mich alle mal.“ Das hat er natürlich nicht gedacht. Unser
Papst, Benedikt XVI., ein immer noch sehr rüstiger Mann von mittlerweile
85 Jahren. Aber ähnliche Gedanken mögen wie Blitze durch das Gehirn des
altgedienten Theologieprofessors gefahren sein, als er sich im Juli an
seinen Schreibtisch in der Sommerresidenz in Castelgandolfo setzte und
sich auf das konzentrierte, was ein Professor nun einmal am besten kann:
Texte verfassen. War es der dritte Band seines Jesus-Buchs, den er nun
endlich zu Ende bringen will?
„Die Finanzkrise ist die Folge eines permanenten
Rechtsbruchs“, sagte jüngst Paul Kirchhof. An dieses schon klassische Zitat des
Rechtsgelehrten wird man sich noch zu erinnern haben. Vor allem dann, wenn die
Folgen der Finanzkrise für alle oder wenigstens pro multis spürbar werden - und
weitere Rechtsbrüche nach sich ziehen. Denn es scheint über politische
Rechtsbrecher ein schicksalhaftes Verhängnis zu walten, daß sie nicht die
Ursachen der Krise, also die Rechtsbrüche, zu beseitigen suchen, sondern diese fortsetzen,
um die Krise zu bewältigen.
Meine erste Lourdes-Madonna habe ich als kleiner Junge im Haus von
Rheingauer Weinbauern gesehen; meine Eltern probierten unten in der Wohnküche
Wein, während mir die Tochter des Hauses, die so alt war wie ich, die Zimmer im
oberen Stockwerk zeigte. Das Schlafzimmer ihrer Eltern lag in feierlicher
kühler Erstarrtheit da, die Plumeaus waren enorm aufgeschüttelt, fest wie mit
Zement gefüllt, die Kopfkissen hatten einen scharfen Knick in der Mitte, der
ihnen zwei steife Hasenohren gab ...
Petrus wird mit rundem Vollbart dargestellt, wie Kaiser und
Könige und wie – wenn es um den Himmel geht – Gott Vater. Paulus dagegen hat
einen spitzen Bart wie die Philosophen, in der einen Hand ein Buch, in der
anderen das Schwert. Das Buch hat Paulus, weil er so wunderbare Briefe
geschrieben hat. Petrus dagegen hält in den Händen einen oder zwei Schlüssel
und im Übrigen ein Kreuz, denn wie sein Herr wurde er gekreuzigt, nur mit dem
Kopf nach unten.
Paulus gilt als der Intellektuelle, missbraucht von
Gnostikern und anderen Ketzern jeder Art. Himmelsschlüsselchen sind schlichte,
aber strahlende Frühlingsblumen.
Der Heilige Rock gehört nicht in die Kategorie religiöser Musik und
bringt nicht den Glaubenssatz „Elvis lebt“ zum Klingen. Vielmehr
„handelt“ es sich (auch hier sind Händler mit am Werk) um das Gewand
Christi ohne Naht, das seit über 500 Jahren in Trier besonders dann
erfolgreich verehrt wird, wenn es in Kirche und Welt drunter und drüber
geht. Es gilt den Gläubigen als Symbol der Einheit der Christenheit. Und
die Pilger, die dieses Jahr unerwartet zahlreich nach Trier kamen,
beteten: „ ... und führe zusammen, was getrennt ist“. Dabei mögen sie
besonders an die Einheit einer Christenheit gedacht haben, die
konfessionell gespalten ist – und es vermutlich noch lange bleiben wird.
Da staunt der Fachmann – und der Laie wundert sich (auch der, der gerade
diese Zeilen schreibt). Da wird unser Papst also bald 85 Jahre alt, und
absolviert ein Programm, das selbst einen Jungspund ins Schwitzen
bringen würde. Denn wenn Benedikt XVI. auftritt, richten sich die Augen
und die Ohren auf ihn. Da heißt es, konzentriert zu sein. Die richtigen
Worte zu finden. Zwei Mal hat der Papst in den letzten Tagen über
schwierige Themen frei gesprochen – erst zu „seinen“ Seminaristen, dann
zu den Priestern der Diözese Rom.
Am
28. Oktober dieses Jahres jährt es sich zum siebzehnhundertsten Mal,
dass das Kreuz in die Geschichte Europas eingetreten ist. Es war ein
Heide, der es für sich entdeckte und es an die Schilder seiner Soldaten
anbringen ließ. Es war der spätere Alleinherrscher Konstantin. Seither
ist das Kreuz aus der Geschichte des Abendlandes nicht mehr wegzudenken.
Schließlich hat es den Erdkreis erobert. Wo auch immer Christen
hinkamen, brachten sie das Kreuz als ihr Heilszeichen mit.
Es gibt sanftere Polster als jenes auf dem Stuhl des heiligen Ulrich,
den unlängst Walter Mixa innehatte und auf dem nun Konrad Zdarsa sitzt.
Das katholischeBistum Augsburg gilt als schwieriges Pflaster.
Der dort seit 2010 amtierende, aus Görlitz gekommene Bischof lässt sich,
so scheint es, weder von der Querelen um den in Augsburg ansässigen
nennkatholischen Handelskonzern „Weltbild“ noch von den üblichen
„kritischen Stimmen“ verdrießen, die sich für Allgäu und Oberschwaben
eine durchsäkularisierte Laienkirche wünschen.
‚Religion’ und ‚Aufklärung’ markieren zwei spannungsvolle
Stichworte in den kontroversen Debatten um das Projekt der Moderne. In der
jüngsten Gegenwart fokussierte sich die öffentliche Diskussion auf die Frage,
ob der Islam die Aufklärung noch vor sich habe. Von dem Problem der
Verträglichkeit der Religion mit der Aufklärung ist aber nicht nur der Islam
betroffen, wie die Geschichte des Christentums in der Neuzeit schnell deutlich
macht. Sie betrifft die Religion und ihr Verhältnis zur humanen Vernunft
überhaupt.
Im Februar 1989 sandte Papst Johannes
Paul II. Sie von Berlin nach Köln, gleichsam als Vorboten der Deutschen
Einheit. Nun leiten Sie als Erzbischof schon 22 Jahre eine der bedeutendsten,
reichsten Diözesen der römisch-katholischen Weltkirche in einem freien,
prosperierenden Gemeinwesen, in dem Christen die Mehrheit und Katholiken die
größte Konfession sind. Führt Ihre Biographie gewissermaßen vom Dunkel ins
Licht, von der Bedrängnis in ein „gelobtes Land“?
Mit der Formel "das Symbol ist die Sprache der Religion" räumt Paul
Tillich in seiner Religionstheorie dem Symbol eine herausragende
Stellung ein. Symbolische Kommunikation ist die Form der Kommunikation,
in der sich das religiöse Bewußtsein in seiner ihm eigentümlichen Form
ausdrückt. Damit wird der Umgang mit Symbolen zu einem entscheidenden
Charakteristikum des religiösen Bewußtseins.
Der Papst war da und hat Ärgernis gegeben. Er hat sich bei den
protestantisch fortgeschrittenen Katholiken nicht dafür entschuldigt,
daß er katholisch ist und bleiben möchte. Das ist schon ein starkes
Stück. Er hat nicht die Erwartungen erfüllt, die von Zölibatsgegnern,
Homosexuellen- und Frauenverbänden, von rätedemokratischen
Kirchenvertretern via Massenmedien seit langem laut erschallen. Nicht
einmal auf das Ansinnen des Herrn Bundespräsidenten, der von „Brüchen“
sprach, wenn es um Ehebrüche geht, ist der Papst eingegangen.
24 Jahre nach seinem Tod ist der ehemalige Kölner Erzbischof Joseph
Kardinal Höffner (1906 bis 1987) aktueller denn je. Denn im Zusammenhang
mit der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima sowie der in der
Konsequenz daraus erfolgten Energiewende der deutschen Bundesregierung
mit dem Einstieg in den Ausstieg aus der Kernenergie ist der vormalige
Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) so häufig zitiert
worden, dass die außerordentliche und nachhaltige Wirkungskraft dieses
Sozialwissenschaftlers und herausragenden Vordenkers der Sozialen
Marktwirtschaft wieder einmal überdeutlich wurde.
Dass ich ein deutscher Katholik bin, habe ich in Frankreich gelernt.
Das war auf einer der großen Pfingstwallfahrten von Paris nach Chartres;
Charles Péguy, der bedeutendste Dichter und Essayist, Redner und
Zeitschriftenmacher des „renouveau catolique“, hatte sie vor dem Ersten
Weltkrieg gegründet, nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil war sie, wie so
viele populäre, fromme Übungen eingeschlafen, um dann von der Bewegung für die
katholische Tradition wiedererweckt zu werden. Im laizistischen Paris erregt es
immer noch ungläubiges, gelegentlich entrüstetes Kopfschütteln, wenn sich der
Zug der Zehntausend vor Notre Dame formiert und seinen Weg durch die stillen
Straßen am frühen Morgen beginnt.
Die Formel ‚das, was uns unbedingt angeht’ bildet,
wie es Trutz Rendtorff 1989 formuliert hatte, die Erkennungsmelodie des
theologischen und religionsphilosophischen Denkens Paul Tillichs. Der vor 125
Jahren am 20. August in Starzeddel bei Guben im heutigen Polen geborene Tillich
gehört ohne Zweifel zu den einflussreichsten und wichtigsten Theologen des 20.
Jahrhunderts. In seinem Werk verbinden sich philosophisches und theologisches
Interesse zu einer fulminanten Synthese. Das mag auch an der griffigen Formel
‚das, was uns unbedingt angeht’ liegen, die seit den 1920er Jahren eine
Schlüsselstellung im Werk Tillichs einnimmt und in der sich unterschiedliche
Perspektiven auf Religion und Kultur überschneiden.
Die moderne Aufklärung ließ die Kirche höchstens noch als
eine Anstalt gelten, die den Untertanen wirksam Moral einbläuen konnte. So
wünschte sich Voltaire nur christliche Dienstboten, die das Verbot des
Diebstahls beachteten, weil sie Höllenstrafen befürchteten. Heute gibt es in
Deutschland keine Dienstboten mehr und auch kaum noch Christen, denen man mit
der Hölle kommen kann. Dafür haben wir immer mehr politische Herrschaften, die
sich nicht mehr christlich verpflichten lassen, sondern besonders das siebte
und achte Gebot mißachten.
Daß sich das Verhältnis, die „Korrelationalität“,
zwischen Glaube und Vernunft (fides et ratio) im theologisch-philosophischen
Denken Ratzingers als eine wichtige Säule herauskristallisieren läßt, führt zugleich
zu der Frage, wie dieses Verhältnis zu denken ist, oder anders formuliert, wem
gehört das Prä? Diese philosophische Frage innerhalb der Theologie interessiert
um so mehr, wenn die philosophische Grundlage des Christentums mit dem „Ende
der Metaphysik“selbst problematisch
geworden ist. Wie ist in einem postmetaphysischen Zeitalter und in einer Zeit,
wo das Theologische aus der „meßbaren temporalen Geographie“ verschwunden ist, wo
Gott im „Ghetto der Funktionslosigkeit“ angesiedelt wird, dann
von Vernunft zu sprechen, und was muß die Vernunft leisten, daß sie einem
zunehmend transversalem Vernunftbegriff
kritisch entgegentreten kann?
Wenn der Satz der alten Römer In
vino veritas stimmt, kann eine Religion, die den Weingenuß bei Strafe
verbietet, nur einen eingeschränkten Wahrheitsgehalt haben. Oder? Mit dieser
sich selbst beantwortenden Frage begnügt sich ein rheinischer Katholik leichter
als einer, dem die überlieferte religiöse Wahrheit gleichgültig ist und deshalb
in der Erfindung immer neuer Wahrheitsansprüche und innerweltlicher Tabus
keinerlei Rücksicht nimmt. Aber Wahrheiten der religiösen Art werden nicht
erfunden, sondern geoffenbart und entdeckt. Diese Wahrheit haben die
aufgeklärten Fanatiker der Toleranz und die modernen Relativisten des Dialogs
bis heute noch nicht entdeckt.
Lieber hätte
ich dieses Buch nicht geschrieben. Es ist nicht angenehm, der Kirche, die meine
geblieben ist, eine solch kritische Veröffentlichung widmen zu müssen. Ich
meine die katholische Kirche, die größte,
mächtigste, internationalste, in etwa auch älteste Kirche, deren Geschichte und
Geschick aber auch alle anderen Kirchen beeinflusst. Lieber hätte ich
freilich meine Zeit anderen dringenden Fragen und Projekten gewidmet, die auf
meiner Agenda stehen. [...] In der
gegenwärtigen Situation kann ich es nicht verantworten zu schweigen: Seit
Jahrzehnten habe ich auf die große Krise der katholischen Kirche, faktisch eine Kirchenleitungskrise, die sich da entwickelte,
aufmerksam gemacht - mit wechselndem und in der katholischen Hierarchie mäßigem
Erfolg.
Andreas Püttmann: Eminenz, Sie wurden 1933 in Breslau geboren, lebten 12
Jahre unter nationalsozialistischer und – nach der Vertreibung aus Schlesien
und dem Tod Ihres Vaters 1945 – mehr als 40 Jahre unter kommunistischer
Diktatur, davon 14 Jahre als Bischof. Im Februar 1989 sandte Papst Johannes
Paul II. Sie von Berlin nach Köln, gleichsam als Vorboten der Deutschen
Einheit. Nun leiten Sie als Erzbischof schon 22 Jahre eine der bedeutendsten,
reichsten Diözesen der römisch-katholischen Weltkirche in einem freien,
prosperierenden Gemeinwesen, in dem Christen die Mehrheit und Katholiken die
größte Konfession sind. Führt Ihre Biographie gewissermaßen vom Dunkel ins
Licht, von der Bedrängnis in ein „gelobtes Land“?
Willigis Jäger, geboren 1925, trat 1946 als Benediktinermönch in die Abtei Münsterschwarzach ein und studierte Philosophie und Theologie. Auf seinen Reisen im Rahmen kirchlicher Tätigkeiten kam er in Japan mit dem Zen in Kontakt, woraufhin er 6 Jahre in Zen-Klöstern verbrachte. 1996 erhielt er die volle Lehrerlaubnis als Zen-Meister, genauer als 86. Nachfolger des Buddhas, und gründete seine eigene Zen-Linie. Ein von ihm in Deutschland wiederaufgebautes und als „Zentrum für spirituelle Wege“ genutztes ehemaliges Kloster steht heute für „eine Spiritualität, die unter Berücksichtigung des zeitgenössischen Weltbildes und der modernen Wissenschaften Antworten auf die Fragen des heutigen Menschen geben will“.
"Licht der Welt, Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit" heißt der dritte Teil eines Gespräches, das der Journalist Peter Seewald mit Joseph Ratzinger, Benedikt XVI., in den letzten dreizehn Jahren führte. Im neuen Band spricht das Oberhaupt der Katholiken über seine persönliche Sicht auf sein Amt und über die gegenwärtige Situation von Glauben und Kirche. Wie der "Herder-Verlag" ankündigte, hat niemals vorher "ein Papst auf kritische Fragen zu den drängenden Problemen in Kirche und Gesellschaft in dieser Form und so offen Rede und Antwort gestanden". In der Tabula Rasa können Sie sich einen guten Überblick über das Denken des deutschen Papstes verschaffen, der mittlerweile schon über 130 Bücher veröffentlicht hat und 2011 Thüringen besuchen wird. Benedikt-Kenner Maximilian Heim gibt Auskunft.
Wir
leben im Zeichen der Unsicherheit – und auch der Degeneration. Das war vielleicht
immer schon so. Die décadence im fin de siècle hatte Friedrich
Nietzsche im 19. Jahrhundert vor Augen, als er die angeblich
verweichlichenden Wirkungen des Christentums, wie er es in einem etwas bigotten
pietistischen Biotop erlebte, einer heftigen Polemik unterzog. Den „Untergang
des Abendlandes“ hatte im 20. Jahrhundert Oswald Spengler aus ähnlichen
Gründen im Visier, kaum ahnend, daß er damit der „blonden Bestie“, dem Idealtyp
der Nationalsozialisten, den Weg freimachte.
Diese einzigartige und welterschütternde Sensation war bereits
durchgesickert, bevor das Buch auf den Markt kam. Sie bestand in der
Antwort des Papstes auf die Frage, ob man Kondome benutzen darf. Jetzt alle festhalten: Ja. Man darf. Unter Umständen. Ein
Erleichterungsseufzer entrang sich der geknechteten Christenheit, die
ja offenbar wie im Mittelalter unter bindenden päpstlichen Bullen und
Bannflüchen lebt. Leitartikler leitartikelten, Menschenrechts-Organisationen schalteten
sich ein, Abendnachrichten wurden mit der Meldung eröffnet,
Internet-Foren liefen heiß und natürlich warnte Hans Küng, der
Gegenpapst, vor einem rein taktischen Manöver – aber das tut er immer,
wenn der Papst Meinungen äußert, die auch Liberale unterschreiben
könnten.
„Wider den neuen katholischen Fundamentalismus“ – unter diesem
Schlagwort läßt sich Alan Poseners Angriff auf die Verschlußsache
Vatikan sicherlich am prägnantesten beschreiben. Posener, eigentlich
mehr Schriftsteller als Journalist, obgleich er als Blogger und
Redakteur der Welt deutschlandweit bekannt ist, hat
mit seinem neuen Buch „Benedikts Kreuzzug, Der Angriff des Vatikans auf
die Moderne“ sicherlich eins geschrieben, an dem man – auch aus
katholischer Sicht – nicht vorbeikommt.
„Herr Professor
Moltmann, Sie stellen die verblüffende Behauptung auf, dass Jesus nicht eine
neue Religion in die Welt gebracht habe, sondern neues Leben. Was meinen Sie
damit?“ Zunächst einmal habe ich diese Einsicht von Dietrich Bonhoeffer
übernommen, einem Theologen und Widerstandskämpfer, der 1945 von den Nazis
hingerichtet wurde. Bonhoeffer wiederum hat diese These von Johann Christoph
Blumhardt, einem Theologen aus dem 19. Jahrhundert. Sie können diesen Satz sehr
einfach überprüfen, indem Sie die Evangelien lesen. Ist Jesus dort aufgetreten
und hat gesagt: Ich bringe euch eine neue Religion mit Meditation und
Gottesdiensten?
Mittlerweile macht sich jeder dritte Deutsche Sorgen um die
Ausbreitung des Islams. Schon vor längerer Zeit forderte der Bamberger Bischof Schick mehr Kirchtürme
in islamischen Ländern – als Ausgleich für Moscheen in Deutschland. Nur ein Fünftel der Deutschen (22 Prozent) macht sich keine
Sorgen vor einer zu starken Ausbreitung des Islam in Deutschland. 39
Prozent hätten „ein wenig Sorge“, und 36 Prozent machten sich große
Sorgen.
Ist das Verhältnis zwischen Medien und Kirche zerrüttet? Der mediale Umgang mit den Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen legt eine Bejahung dieser Frage ebenso nahe wie beispielsweise die Berichterstattung über die Piusbruderschaft und den umstrittenen Bischof Richard Williamson. Während sich im ersteren Fall dann Medienvertreter gern als Vollstrecker und Propagandisten der Aufklärung definieren, stehen viele im zweiten Fall hilflos der Schwierigkeit gegenüber, sich in katholische - respektive kirchliche - Milieus einzufinden.
Man könnte sie auch „Inquisitoren“ nennen. Männer wie etwa
Prälat Charles Scicluna, den „Anwalt der Gerechtigkeit“ in der vatikanischen
Glaubenskongregation, der jetzt nach Malta gereist ist, um Missbrauchsopfer aufzusuchen
und der bischöflichen Kommission auf der Insel zur Aufarbeitung dieser Skandale
Beine zu machen. Oder wie Erzbischof Velasio De Paolis, den gelehrten wie auch
zutiefst spirituellen Präsidenten der Präfektur für die wirtschaftlichen
Angelegenheiten des Heiligen Stuhls, den Papst Benedikt dem Priesterorden der
Legionäre Christi als Apostolischen Delegaten vor die Nase gesetzt hat.
Wenn nichts mehr geht, geht immer noch das: Billiger ist kein Beifall zu
haben als mit der Kritik am Zölibat. Warum nur, heißt
es, werden Männer gezwungen, ein Leben lang enthaltsam zu leben? Ist das
nicht gegen die Natur? Sieht man nicht am Zölibat, wie weltfremd die
Kirche immer noch ist? Deutschland debattiert über eine Vielzahl
sexueller Übergriffe, die sich in evangelischen, katholischen und
säkularen Bildungseinrichtungen ereignet haben und die von der
jeweiligen Leitung zögerlich oder gar nicht aufgeklärt worden sind.
Nördlich von Rom, an den Berghängen rund um das in einem fruchtbaren Tal
gelegene Städtchen Rieti, weisen Straßenschilder auf vier kleine Heiligtümer
hin. Es sind vier Orte, an denen Franz von Assisi ...
Die Schwester an seiner Seite: Wer kennt Maria Ratzinger? Anton Nußbaum stellt Papst Benedikts Schwester groß heraus
(Hans Gärtner)
Einfach katholisch
(Wolfgang Ockenfels)
„Schade, daß der Papst nicht katholisch ist“, bemerkte Kurt
Tucholsky in seinem Sudelbuch.
Er meinte das ironisch mit Blick auf seine deutschen Zeitgenossen, denen bis
heute der Sinn für Ironie abgeht, und die ...
Im Interview – der neue Chefredakteur von K-TV, Martin Lohmann
(Martin Lohmann)
Herr Lohmann, welche
neuen Herausforderungen stellt es an einen etablierten Journalisten, sich der
Thematik des Christentums in einem TV-Format zu nähern?
Ganz einfach und ganz ambitioniert zugleich: Die bisher
gemachten Erfahrungen und ...
Religion im Selbstverständigungs -prozess Europas
(Christian Danz)
Welche Rolle spielt die Religion für Europa und dessen Selbstverständigungsdebatten? Ist die christliche Religion grundlegend für die europäische Identität, oder sind die Religionen nicht vielmehr ein Faktor, der zu allerhand ...
Protestantische Wissenschaftskultur. Anmerkungen zu einer alten Kontroverse
(Christian Danz)
Die Legitimität Theologischer
Fakultäten an staatlichen Universitäten wird immer wieder einmal mit dem
Argument in Frage gestellt, ob es sich bei der Theologie überhaupt um eine Wissenschaft
handle. Die österreichische Tageszeitung Der
Standard belebte ...
Die Sommerlektüre für den Baggersee (und andere Strände der Freizügigkeit)
(Martin Lohmann)
Ein Papst spricht von Sexualität, deren Schönheit und die Erfüllung durch sie. Ein Traum? In der ehelichen Vereinigung von Mann und Frau entdecken wir „den Sinn des gesamten Daseins, den ...
Die Trümmer von Galiläa: Ein Riesenpuzzle aus der Wüste
(Heike Geilen)
Mit mehr als 2,1 Milliarden Gläubigen ist das Christentum die größte Religionsgemeinschaft. Für Christen ist Jesus Christus, der "Sohn Gottes", der Heilsbringer, der Messias, der im Alten Testament von den ...
Zurück zum Naturrecht
(Guido Horst)
„Katholische Scharia“ oder Ausdruck der Natur des Menschen? Ein Gespräch mit dem Philosophen Armin Schwibach
Gewalt Macht Recht
(Wolfgang Ockenfels)
„Die
Finanzkrise ist die Folge eines permanenten Rechtsbruchs“, sagte jüngst Paul
Kirchhof. An dieses schon klassische Zitat des Rechtsgelehrten wird man
sich noch zu erinnern haben. Vor allem dann, wenn die Folgen der ...
Wie viel Schmutz, wie viel leeres Gerede
(Guido Horst)
Das Paradies muss noch warten. Der einsame Kampf Papst Benedikts zum Start des universalen Glaubensjahrs
"Ich will nur sichergehen, dass wir es sind, die unser Leben bestimmen. Nicht die Umstände" oder Der Mythos des Gegebenen
(Heike Geilen)
"Ein katholischer Priester, ein protestantischer Pfarrer und ein jüdischer Rabbi diskutieren die Frage, wann menschliches Leben beginnt. Der katholische Priester zögert keine Sekunde und sagt: Mit der Zeugung. Menschliches Leben ...
Rechtsbeschneidungen
(Wolfgang Ockenfels)
Was hat das Kölner Landgericht mit der Olympiade zu tun?
Beide Sphären, die rechtsstaatliche Ordnung wie der sportliche Wettbewerb
dienen, trotz gegenteiliger Beteuerungen, nicht unbedingt der
Völkerverständigung und dem Religionsfrieden. Sie sollen aber ...
Martin Mosebach: Offenbarung in Gips: Die Lourdes-Madonna
(Martin Mosebach)
Wäre sie doch dem Florentiner Fra Angelico erschienen. Doch sie kam Jahrhunderte später. Und hatte offenbar nicht vor, ein Kunstwerk zu werden. Warum aber die „Kommodenheiligen“ dennoch mehr sind als nur Kitsch
„Kirche ist keine Demokratie“
(Wolfgang Ockenfels)
Seit jeher hat es die Politik mit innerweltlicher Macht zu tun. Und Demokratie ist eine politische Form, die auf die Herrschaft der Mehrheit, aber auch auf Machtkontrolle hinausläuft. Darin liegt ...
Von wegen „Vaticanleaks“!
(Guido Horst)
Da
staunt der Fachmann – und der Laie wundert sich (auch der, der gerade
diese Zeilen schreibt). Da wird unser Papst also bald 85 Jahre alt, und
absolviert ein Programm, ...
Das Werkzeug der Erlösung
(Guido Horst)
Am
28. Oktober dieses Jahres jährt es sich zum siebzehnhundertsten Mal,
dass das Kreuz in die Geschichte Europas eingetreten ist. Es war ein
Heide, der es für sich entdeckte und ...
Bischof Konrad und die Gerechtigkeit
(Alexander Kissler)
Es gibt sanftere Polster als jenes auf dem Stuhl des
heiligen Ulrich, den unlängst Walter Mixa innehatte und auf dem nun
Konrad Zdarsa sitzt. Das katholische Bistum Augsburg gilt als ...
Die aufgeklärte Religion und ihre Probleme
(Christian Danz)
Gemeinsamer Kongress der Friedrich-Schleiermacher-, Ernst-Troeltsch- und der Deutschen Paul-Tillich-Gesellschaft vom 18. bis 21. März 2012 in Berlin
Der Kardinal und die Energiewende
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Jahrgedächtnis für den ehemaligen DBK-Vorsitzenden und Kölner Erzbischof Joseph Höffner
Entweltlichung und Naturrecht
(Wolfgang Ockenfels)
Der Papst war da und hat Ärgernis gegeben. Er hat sich bei den protestantisch fortgeschrittenen Katholiken nicht dafür entschuldigt, daß er katholisch ist und bleiben möchte. Das ist schon ein ...
ANSPRACHE VON PAPST BENEDIKT XVI.
(Papst Benedikt XVI.)
Berliner Reichstagsgebäude
Donnerstag, 22. September 2011
Rede des Bundespräsidenten zur Begrüßung von Papst Benedikt XVI.
(Christian Wulff)
Heiligkeit,
mit allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich hier im Park
von Schloss Bellevue versammelt haben, und im Namen der Menschen in Deutschland
sage ich Ihnen von Herzen: Herzlich willkommen! Herzlich willkommen in
Deutschland! ...
Erwartungen an den Papstbesuch – eine evangelische Perspektive
(Karl-Eckhard Hahn)
Erfurt rüstet sich für den Papstbesuch, den ersten eines Papstes in der
Stadt überhaupt. Der Blick der evangelischen Christen richtet sich dabei vor
allem auf die ökumenische Begegnung am 23.September im Augustinerkloster.
In ...
Martin Mosebach: Ein deutscher Papst in fremder Ferne
(Martin Mosebach)
Die neukatholische Romfeindschaft der Germanen-Kirche hat tiefe Wurzeln. Ob Benedikt XVI. bei seinem September-Besuch dafür aber die „Herzen des Volkes“ gewinnt?
Das, was uns unbedingt angeht – Eine Erinnerung an Paul Tillich anlässlich seines 125. Geburtstags
(Christian Danz)
Die Formel ‚das, was uns unbedingt angeht’ bildet,
wie es Trutz Rendtorff 1989 formuliert hatte, die Erkennungsmelodie des
theologischen und religionsphilosophischen Denkens Paul Tillichs. Der vor 125
Jahren am 20. August in Starzeddel ...
Einer, der umkehren und weinen konnte
(Klaus Berger)
War Petrus nicht der Substanzlose? Nein, er war wie wir. Eine Kontrastfigur zu Jesus. Petrus wurde zum Hirten bestellt, weil sich die schwachen Schafe in ihm wiedererkennen können. Die Kirche sollte Volkskirche werden, nicht ein elitärer Club
Teufelszeug
(Wolfgang Ockenfels)
Glaube und Wissen – Die kreatürliche Vernunft im Werk Joseph Ratzingers
(Stefan Groß)
„Es ist ausgeschlossen, daß unser
Glaube den Verzicht auf vernunftgemäße Erklärung oder vernunftgemäßes Forschen
verlangt. Denn wir können nicht glauben, wenn wir nicht vernünftigbegabte
Seelen hätten. Wenn es also ein Vernunftgebot ist, daß ...
Wenn Petrus kommt
(Guido Horst)
Eine gespannte Erwartung des Besuchs von Benedikt XVI. will in Deutschland nicht aufkommen – schon gar nicht jetzt, wo ein Bundesland nach dem anderen in die faule Ferienzeit hineingleitet. Da ...
Eine Frage der Wahrheit
(Wolfgang Ockenfels)
Hans Küng: Ist die Kirche noch zu retten?
(Hans Küng)
Was mich jetzt zum Schreiben drängt
Lieber hätte
ich dieses Buch nicht geschrieben. Es ist nicht angenehm, der Kirche, die meine
geblieben ist, eine solch kritische Veröffentlichung widmen zu müssen. Ich
meine ...
Kardinal Meisner: „Ein schlafender Diener wollte ich nie sein“
(Joachim Kardinal Meisner und Andreas Püttmann)
Das Gespräch des Kölner Erzbischofs, Dr. Joachim Kardinal Meisner, mit dem Publizisten Dr. Andreas Püttmann findet sich in der Zeitschrift „MUT. Forum für Kultur, Politik und Geschichte“ (Nr. 523, Mai 2011).
Das Vermächtnis Karol Wojtylas
(Guido Horst)
Was
ist für die Kirche auf Erden, die sich seit zweitausend Jahren durch „das Tal
der Tränen“ müht, schon ein halbes Jahrzehnt? Wenig, sehr wenig. Irgendwie also
ist das „Santo subito“ beim Requiem ...
Wolfgang Ockenfels: Akademisch abgehoben
(Wolfgang Ockenfels)
Zu Guttenberg
fällt mir nichts ein, was nicht schon andere gesagt haben. Sie einfach zu
zitieren, ist zu einfach, aber auch zu mühsam. Nach einem langen akademischen
Leben ist man das typisch deutsche ...
Göttliches aus naturwissenschaftlicher Sicht - Kurzversion mit Focus auf Gott und Göttliches
(Hans Sixl)
Vorbemerkungen
Wir Menschen haben schon vor Urzeiten eine Vorstellung
von Göttern und seit Moses, von einem einzigen Gott entwickelt. Wir definieren
ihn und seine Eigenschaften aus unserer rein menschlichen Sicht. Deshalb stehen
wir ...
Der Benediktinermöch und Zen-Meister Willigis Jäger und sein aufgeklärtes, entmythologisiertes Religionsverständnis
(Bernd Ehlert)
Willigis Jäger, geboren 1925, trat 1946 als
Benediktinermönch in die Abtei Münsterschwarzach ein und studierte Philosophie und
Theologie. Auf seinen Reisen im Rahmen kirchlicher Tätigkeiten kam er in Japan
mit dem Zen in ...
Das Jesus-Buch, Teil II
(Guido Horst)
Teil zwei des Jesus-Buchs des Papstes geht nun wirklich ans Eingemachte. Das wusste Joseph Ratzinger auch schon, als er 2003 begann, sein Werk als Theologe mit einem Buch über den ...
Nun geht es erst richtig los
(Guido Horst)
Zwei italienische Journalisten waren es, Paolo Rodari und Andrea Tornielli, die im vergangenen Sommer das Buch mit dem etwas martialisch klingenden Titel „Angriff auf Ratzinger“ veröffentlicht haben. Das Buch beginnt ...
Offener Brief an Norbert Lammert
(Alexander Kissler)
Lieber Bruder Norbert,
ich nehme mir die Freiheit, den Präsidenten des Deutschen Bundestages
zu duzen; nicht an ihn nämlich ist dieser Brief gerichtet, sondern an
den „engagierten katholischen Christen“, der ...
Zum Angriff auf den Zölibat aus CDU-Kreisen
(Martin Lohmann)
„Der Vorstoß einiger älterer CDU-Politiker zur Abschaffung des Zölibats katholischer Priester hat etwas Rührendes und Tragisches zugleich. Es ist bemerkenswert, dass die Unterzeichner eines entsprechenden Briefes, mit dem sie über ...
Dött: Christen müssen Flagge zeigen
Beunruhigende Tendenz zur Verfolgung und Diskriminierung
(Peter Unterberg)
Eine beunruhigende Tendenz zur Verfolgung und Diskriminierung der Christen beobachtet die Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), Marie-Luise Dött, MdB. „Weltweit sind wir Christen derzeit die Religionsgruppe, die am häufigsten ...
Der Skandal: Die Liebe
(Matthias Matussek)
Degeneration und Unsicherheit
(Wolfgang Ockenfels)
Wir
leben im Zeichen der Unsicherheit – und auch der Degeneration. Das war vielleicht
immer schon so. Die décadence im fin de siècle hatte Friedrich
Nietzsche im 19. Jahrhundert vor Augen, als er ...
Eine Nagelprobe des Glaubens
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Beeindruckende Dank- und Bittmesse unterhalb des Michaelsbergs in Siegburg
Joseph Ratzinger Papst Benedikt als Theologe
(Maximilian HeimOCist)
I.
Einführung
Am Fest Mariä Namen, das für Wien, ja für das Abendland
eine unvergessene historische Bedeutung hat – denken wir an 1683 –, am 12.
September 2006 fand an der Universität ...
Nicht von dieser Welt
(Guido Horst)
Allerheiligen steht vor der Tür. Wir haben uns
also einen Begriff vorgenommen, der in unserer schönen durchsäkularisierten
Gesellschaft ein Fremdwort geworden ist. Was Missbrauch ist, weiß jeder –
leider! Doch wenn es um ...
Missbrauch, Skandal und verschwiegene Fragen
(Alexander Kissler)
Aus vielen Zutaten ist die aktuelle Debatte über
Missbrauchsfälle an jesuitischen Schulen in den siebziger Jahren
zusammengesetzt: Eine dröhnende und späte Selbstanklage trifft auf gratismutige
Empörung, katholisches Lavieren und Kirchenhass befeuern sich wechselseitig.
Diese ...
Marx schreibt an Marx
(Reinhard Marx)
Dr. Reinhard Marx ist Erzbischof von München und Freising.
Die Wiederkehr der Inquisition
(Guido Horst)
Man könnte sie auch „Inquisitoren“ nennen. Männer wie etwa
Prälat Charles Scicluna, den „Anwalt der Gerechtigkeit“ in der vatikanischen
Glaubenskongregation, der jetzt nach Malta gereist ist, um Missbrauchsopfer aufzusuchen
und der bischöflichen Kommission ...
Von der Notwendigkeit einer »zweiten Aufklärung« - Wie man das Tor zu einer modernen Metaphysik aufstoßen kann
(Helmut Hansen)
Heilige statt Rebellen
(Guido Horst)
Es immer
gut, auf die Heiligen zu blicken. In ihnen wird sichtbar, wie Gott das Drama
des Menschen zum Guten hin formt. Besonders hilfreich ist dieser Blick aber
dann, wenn die säkulare Welt ...
Wahrheit und Dogma - Das Leben des Antony Flew
(Nathan Warszawski)
Gott kann ohne Universum existieren, das Universum nicht ohne Gott (Kabbala).
Der ärztliche Beruf in der Spannung zwischen medizinischem
Expertenwissen, ökonomischem Management und menschlicher Solidarität
(Karl Kardinal Lehmann)
Professor Dr. Dr. Karl Kardinal Lehmann ist Bischof von Mainz.
Doch das Allerheiligste ist mitten unter uns
(Guido Horst)
„Am Abend, als er
verraten wurde, nahm er das Brot...“ Die Einsetzung der Eucharistie – und
gleich daneben der Verrat. Diesem zentralen Verwandlungsvorgang der Erde bleibt
also der schlimmste Abfall von Gott überhaupt ...
Eine erstklassige Botschaft braucht erstklassige Botschafter
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Über das schwierige Verhältnis von Kirche und elektronischen Medien diskutierte ein Kolloquium des Instituts für Gesellschaftswissenschaften Walberberg
Benedikt XVI. – eine notwendige positive Provokation!
(Martin Lohmann)
Zum heutigen 83. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. gratuliert Martin Lohmann (CDU), Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken (AEK), im Namen des AEK sehr herzlich:
Frau Özkan sollte Toleranz üben
(Martin Lohmann)
Zum Ansinnen der designierten muslimischen CDU-Landesministerin, Kreuze aus öffentlichen Schulen in Niedersachsen entfernen zu lassen, erklärt Martin Lohmann (CDU), Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken (AEK):
Dampfplauderei und Dünkel
(Alexander Kissler)
Wenn nichts mehr geht, geht immer noch das: Billiger ist kein
Beifall zu haben als mit der Kritik am Zölibat. Warum nur,
heißt es, werden Männer gezwungen, ein Leben lang enthaltsam zu ...
Das vedische Zeitalter – Philosophie aus dem alten Indien
(Michael Lausberg)
1. Einleitung
Im alten
Indien liegt die Wiege eines der ältesten bekannten Zeugnisse der Philosophie
der Menschheitsgeschichte. Die Geschichte der indischen Philosophie in klar
abgetrennte Perioden einzuteilen, ist sehr schwer. Es existierte ...
Die Hermeneutik des Verdachts
(Guido Horst)
Warum sind wir so säkular? Eine Antwort aus dem deutschen Osten
(Stefan Groß)
Die Kirchen in
Deutschland leeren sich, die evangelischen mehr noch als die
katholischen. Immer mehr Gotteshäuser werden „umgewidmet“,
werden Kulturstätten und Austellungsräume. Der
Kirchgang wird zum kulturellen Event, entleert jeder Form des
religiösen Bekenntnisses. Gebaut ...
Gott und Evolution
(Nathan Warszawski)
Die verbotene jüdisch-christliche Theologie, die objektive Wahrheitsansprüche erfüllt und das Theodizeeproblem löst.
(Bernd Ehlert)
...
Jesus Christ Superstar und die Geschichte der christlichen Religion
(Lisz Hirn)
Jesus von Nazareth wird wahrscheinlich
um 4 v. Chr. in Bethlehem oder Nazareth geboren. Der Sohn eines Zimmermanns ist
ein jüdischer Wanderprediger. Etwa ab seinem
dreißigsten Lebensjahrtritt er als
Redner und Weisheitslehrer öffentlich in ...
Religiöse Imagination des Eigenen und Fremden. Zur Bedeutung und Funktion des Gottesbegriffs in den internationalen Beziehungen
(Christian Danz)
Die Frage nach der Bedeutung und der Funktion des Gottesbegriffs in internationalen Beziehungen ruft auf den ersten Blick Verwunderung hervor, jedenfalls für den Frommen. Dieser sieht seinen Gott ja gerade ...
Ja zu Zucht und Ordnung
(Guido Horst)
In Rom ist ein Buch erschienen. „Warum er heilig ist“ lautet
der Titel. Noch liegt es nur auf Italienisch vor. Es geht um den großen Papst
aus Polen. Sein Leben und seine ...
Edith-Stein-Archiv eingeweiht
(Constantin Graf von Hoensbroech)
„Wer die Wahrheit sucht, sucht
Gott – ob er es weiß oder nicht“, lautet eines der bekannten Zitate der
heiligen Edith Stein, die nicht zuletzt durch ihr eigenes Leben und ihr
umfangreiches schriftstellerisches ...
Von Gott über die Religion zur Demokratie
(Nathan Warszawski)
Sternstunde eines Theologen
(Thomas Rießinger)
Neben Joseph Ratzinger und Eugen Drewermann dürfte Hans Küng
wohl einer der bekanntesten deutschsprachigen katholischen Theologen sein, und
vermutlich liegt es daran, dass ihm das Magazin stern ein recht
ausführliches Interview gewidmet hat, ...
Glanz
und Elend
(Guido Horst)
Heiligkeit
und Sünde: Zwei Begriffe, die nicht ganz aus dem Wortschatz unserer Zeit
verschwunden sind, die aber der Bewohner unserer post-christlichen
Breitengraden nicht mehr so richtig versteht. Benedikt XVI. besucht die Synagoge
Roms, die ...
„Wahrheit macht versöhnungsbereit“
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Vom Oppositionellen zum Revolutionär: Joachim Gauck wird 70 Jahre alt
Schöpfung gegen Evolution – und kein Ende?
(Thomas Junker)
Kardinal Schönborns Intelligent-Design-Kampagne
und die katholische Kirche
Predigt im Neujahrsgottesdienst in der Frauenkirche Dresden
(Margot Käßmann)
„Euer Herz erschrecke nicht – glaubt an Gott und glaubt an mich“ – so
lautet die Losung, die uns für das neue Jahr 2010 mit auf den Weg gegeben ist.
Das ist ...
Der Mohismus im alten China
(Michael Lausberg)
Die dritte
wichtige Geistesströmung in der altchinesischen Philosophie war neben dem
Konfuzianismus und dem Taoismus der Mohismus. Diese Strömung wurde abgeleitet
von dem zwischen 500-396 v. Chr. lebenden Philosophen Mo Tse. Er verbrachte ...
Theologie als Problem - Die Rede von Gott als Unterfangen
des Menschen. Positionsmarken im Horizont neuzeitlichen Denkens
(Ulrich Büchler)
„Wer durch Gründe bewogen wird, Gottes Wirklichkeit zu glauben, der kann sicher sein, daß er von der Wirklichkeit Gottes nichts erfaßt hat; und wer mit Gottesbeweisen etwas über Gottes Wirklichkeit auszusagen meint, der disputiert über ein Phantom.“
[1]
Augustinus versus Aufklärung, Eine Anmerkung zu Alan Poseners "Benedikts Kreuzzug"
(Stefan Groß)
Alan Posener, Benedikts Kreuzzug, Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft, Ullstein Buchverlage GmbH Berlin, Berlin 2009, ISBN: 978-3-550-08793-6, Preis: 18.00 Euro
Tage mit Ewigkeitscharakter
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Monika Gräfin Metternich hat ein „Lob des Sonntags“ geschrieben
November, Monat der Entscheidung
(Guido Horst)
Reliquien und Gebeine, eine Friedhofsinsel und
nebelverhangene Gipfelkreuze: Da haben wir doch mit diesem Heft dem grauen November so richtig Tribut gezollt! Allerheiligen ist inzwischen vorbei,
Volkstrauertag und Totensonntag kommen noch. Der ...
Eine ganz andere Logik
(Guido Horst)
Es ist eine Zahl, die den deutschen Bischöfen auf ihrer jüngsten
Vollversammlung gar nicht gefallen hat: Die Austritte in Deutschland aus der
katholischen Kirche sind im Jahr 2008 dramatisch gestiegen, von 93.667 ...
Katharina II. und die Herrnhuter Brüdergemeinde in Sarepta
(Teresa Tammer)
Voraussetzungen und Entwicklung einer besonderen Siedlung deutscher Glaubensbrüder im Russland des 18. Jahrhunderts
Auf dem Weg nach Turin
(Guido Horst)
Im kommenden Frühjahr wird in Turin das Leichentuch Christi
wieder ausgestellt. Dass jetzt die im Vatikanischen Geheimarchiv arbeitende
Historikerin Barbara Frale eine bislang unveröffentlichte Entdeckung des
französischen Forschers Thierry Castex bekannt werden ließ, ...
Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der katholischen Akademie München
(Angela Merkel)
Ich glaube, dieses Jahr 2009 bietet uns ausreichend Gelegenheiten
zum Innehalten, um sich der eigenen Grundanschauungen zu versichern. Es
ist ein Jahr voller Jubiläen, ein Jahr, in dem wir daran denken, dass
vor ...
Pietismus und Modernisierung in Russland im 18. Jahrhundert
(Teresa Tammer)
Die
Hinwendung Russlands nach Westen unter Zar Peter I. (1672-1725) war die Öffnung
eines Verschlusses, durch welchen nun Menschen mit unterschiedlichen Hoffnungen
und Interessen ins Land strömten. Die Nachricht vom jungen Zaren, der ...
Dialog zwischen den Religionen als Grundlage von Frieden und Verständigung in der Welt
(Wolfgang Schäuble)
Die Welt des 21. Jahrhunderts ist zu einer globalen Welt geworden.
Menschen in den verschiedensten Teilen der Welt sind eng miteinander
verbunden. Durch Telefon, Email und das Internet können sie ständig
miteinander kommunizieren. ...
Das Miteinander der Religionen in Deutschland und Europa
(Wolfgang Schäuble)
1.
Es ist noch nicht sehr lange her, da meinten viele durchaus kluge Köpfe
in Europa, dass es mit der Religion unaufhaltsam bergab gehe. Der
wissenschaftliche und technische Fortschritt, die immer bessere
Bildung, die ...
Das elfte Gebot
(Notger Wolf)
Es gibt keine Freiheit ohne
Verantwortung und ohne die Gefahr, Schuld auf sich zu laden - man braucht kein
Christ zu sein, um diesen Zusammenhang nachvollziehbar zu finden. Man braucht
eigentlich nur die ...
Der Papst, die Juden und der Holocaust
(Guido Horst)
Vielleicht nun doch noch die Enzyklika zu sozialen Fragen in
Zeiten der Globalisierung – aber dann kehrt auch
im Vatikan die Sommerruhe ein. Und hinter uns liegt ein erstes Halbjahr
2009, das nicht ...
„Was dagegen über allen Preis erhaben ist, das hat eine
Würde." Zur Begründungsnot von Grundwerten
(Karl Kardinal Lehmann)
I.
Unser Thema „Zur Begründungsnot von Grundwerten" beschäftigt das Denken
schon seit langer Zeit, auch wenn dieser Begriff erst sehr viel später erscheint.
Ich möchte gerne zum Ausgangspunkt dieser Überlegungen einen Satz ...
Statt von Glocken werden wir bald vom Muezzin geweckt
(Notger Wolf)
Notker Wolf leitet den Benediktinerorden, berät Manager, hat eine Band und schreibt Bestseller. Er ist der ranghöchste Repräsentant des Benediktinerordens: Abtprimas Prof. Dr. Notker Wolf (Rom). Seit acht Jahren steht der 68-Jährige an der Spitze des ältesten christlichen Ordens. Vor rund 1.500 Jahren hatte ihn Benedikt von Nursia auf dem Monte Cassino südlich von Rom gegründet. Dort verfasste er auch die Benediktregel, deren Maxime „Ora et labora“ (Bete und arbeite) populär wurde. Heute gehören dem Orden weltweit etwa 8.000 Mönche und 17.000 Nonnen an. Abtprimas Wolf ist die meiste Zeit unterwegs – u. a. um die rund 1.000 Klöster, die der Orden in aller Welt betreibt, zu besuchen und sich für deren Belange einzusetzen. Rund 300.000 Flugkilometer legt der Deutsche, der 13 Sprachen kann und sieben davon fließend spricht, jedes Jahr zurück. Aber sein Rat ist auch bei Top-Managern gefragt.
Pflege des antirömischen Affekts
(Martin Lohmann)
Wir waren Papst - Von der deutschen Lust an alten Zerrbildern
Rainer Eppelmann - Markus Meckel: Die Revolution der
Pastoren
(Rainer Eppelmann und Markus Meckel)
Rainer Eppelmann, 66, musste in den 60ern wegen Wehrdienstverweigerung
in der DDR ins Gefängnis. Später war er Pfarrer in der Berliner
Samaritergemeinde,1989 Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs. 1990 wurde er
Minister für Abrüstung und ...
Evangelische Kritik am Nazistaat musste glasklar sein, war
aber nicht mehrheitsfähig. Warum ich die Barmer Erklärung liebe
(Robert Leicht)
Was machen Sie, wenn - was ja vorkommen soll - eine Predigt Sie langweilt
oder gar nervt? Ich nehme dann das Gesangbuch zur Hand und lese im hinteren
Teil, etwa über die ...
"Wer die Wahrheit sucht" - Erinnerungskultur beleben
(Annette Schavan)
Grußwort der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, MdB, anläßlich der Enthüllung des Denkmals zu Ehren von Edith Stein am 25. März 2009 in Berlin
"Gott im Haus der Wissenschaft"
(Annette Schavan)
Rede der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, MdB, anlässlich des Besuchs der Pontifica Universidad Católica de Chile (PUC)am 10. März 2009 in Santiago de Chile
Jeder soll nach seiner Façon selig werden
(Annette Schavan)
In wenigen Tagen
ist Weihnachten. Millionen Christen weltweit feiern das Fest der Geburt
Christi. Wir feiern das Kind in der Krippe, von dem Hoffnung ausgeht für alle
Menschen. Dieser Geburtstag gehört zum Fundament ...
Gleiche Rechte auch für Christen - Über eine neue Intoleranz in Europa
(Gudrun Kugler)
Vor einiger Zeit schrieb ein deutscher
Journalist: In Europa gibt es drei Gruppen, gegen die Vorurteile
gesellschaftlich akzeptiert werden: Raucher, Jäger – und Katholiken. Johannes
Paul II schreibt bereits 1983 „Neben herkömmlichen Arten ...
Israel-Tag der Kölner Synagogen-Gemeinde
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Wie eine Metapher für die Leichtigkeit und Unbeschwertheit
des bunten Fests auf dem innerstädtischen Platz stiegen die 70 blauen und
weißen Luftballons in den wolkenlosen Himmel empor, während die Fahne mit dem
kölnischen ...
Das Absolute und das Relative
(Christoph Müller)
Früher dienten die Religionen nicht nur ihrem eigentlichen Zweck, dem
Einzelnen eine feste Bindung und eine absolute Orientierung für sein
Leben zu verschaffen. In vor-wissenschaftlichen Zeiten wurden sie oft
so verstanden, als wollten ...
Religionskundliche Basiskompetenz für alle
(Josef Göbel)
Von einigen kirchlichen Kreisen wird die alte Berliner
Regelung, dass Religionsunterricht reines Wahlfach ist, als Nachteil angesehen,
den man jetzt im Zuge des Volksbegehrens aufheben möchte.
Könnte es nicht sein, dass sich ...
Der Aufstand des Bösen
(Guido Horst)
In letzter Zeit lerne ich immer mehr Menschen kennen, die in
der „Naherwartung" leben. Frauen und Männer der Kirche, Geistliche wie
ganz normale Laien, aber auch hart gesottene Kollegen, von denen man ...
Charles Darwins Evolutionsbiologie und der lange Schatten der Physikotheologie
(Christian Danz)
1. Die Natur als harmonischer Kosmos oder: langwierige
cognitive maps der Naturwissenschaften
Gern
stilisieren sich gegenwärtig Naturwissenschaftler als aufgeklärte Überwinder
von Religion und religiösen Vorurteilen.[1] Dies war
allerdings nicht immer so. Noch in ...
Warum macht die Hoffnung uns lebendig?
(Holger Fuß)
Der evangelische Theologe Jürgen Moltmann im Gespräch mit Holger Fuß über die Trägheiten des Herzens und Gott als Kritik des Menschen
"Woher kommt das Böse?"
(Bischof Joachim Wanke und Daniel Deckers)
Bischof Wanke, woher kommt das Böse in der Welt?
Die Frage nach der Herkunft des Bösen angesichts eines guten Gottes bleibt
für den Menschen ein dunkles Rätsel. Manche Begleitumstände einer ...
Vollendet die Reformation!
(Bernd Rebe)
Die >Lutherdekade< bis 2017 darf nicht in bestätigender Rückbesinnung vertan, sondern muss als neue Glaubens- Befreiungszeit genutzt werden.
Da brauch' ich nicht überlegen - Pro Reli!
(Jakob A. Bertzbach)
Oder: Religion brauchen wir nicht – Pro Ethik! Eine Abwägung zur Ethik-/Reli.-Volksabstimmung am 26. April in Berlin.
Was Protestanten aus dem Fall Williamson über den Vatikan und die katholische Kirche lernen können
(Eilert Herms)
Eine verstörende Nachricht: Die zuständige vatikanische
Kongregation nimmt im Namen des Papstes die Exkommunikation von vier Bischöfen
der Bruderschaft St. Pius X. zurück. Einer von ihnen, Richard Williamson,
leugnet seit langem öffentlich den ...
"Der Islam bietet die Lösung"
(Peter Scholl-Latour)
Die Vorstellung fällt schwer, dass vor vierzig Jahren im
Nahen Osten jener Sechstagekrieg stattgefunden hat, der dem Staat Israel nach
einem fulminanten Sieg über seine arabischen Nachbarn –Ägypten, Syrien,
Jordanien – das endgültige ...
Brief Seiner Heiligkeit, Papst Benedikt XVI., an die
Bischöfe der katholischen Kirche in Sachen Aufhebung der Exkommunikation der
vier von Erzbischof Lefebvre geweihten Bischöfe
(Papst Benedikt XVI.)
Liebe Mitbrüder im bischöflichen Dienst!
Die Aufhebung der Exkommunikation für die vier von Erzbischof Lefebvre im Jahr
1988 ohne Mandat des Heiligen Stuhls geweihten Bischöfe hat innerhalb und
außerhalb der katholischen ...
Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der katholischen Akademie
(Angela Merkel)
Sehr geehrter Herr Kardinal Sterzinsky,
sehr geehrte Vertreter der Akademie,
liebe Freunde der Akademie,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Deutschen Bundestag,
meine Damen und Herren,
herzlichen Dank für die ...
Gedanken
zum Christentum und insbesondere zur katholischen Kirche
(Notker Gloker)
Eine kritische Reflexion zu einem zweitausendjährigen und aktuellen Thema. (7.Februar 09)
Der Petrus-Komplex
(Guido Horst)
Letztlich geht es um das Petrusamt. Man hat sich in
Deutschland heiß geredet – in jenem kalten Februar: Über Papst und Vatikan,
über Traditionalisten und einen Holocaust-Leugner, über mangelnde Kommunikation
in der römischen ...
„Deutsche Erinnerungskultur kann Vorreiter für andere Länder
sein“
(Constantin Graf von Hoensbroech)
Anfang 1996 führte der
damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar als „Gedenktag für die
Opfer des Nationalsozialismus“ ein. 1945 war an diesem Tag das
Vernichtungslager Auschwitz von Soldaten der Roten Armee befreit ...
Constantin Graf von Hoensbroech im Interview mit Joachim Gauck
(Constantin Graf von Hoensbroech)
„Ostalgie ist eine Gefahr für die Demokratie“ Bekannt
ist er vor allem als ehemaliger „Bundesbeauftragter für die
Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR“: Zehn
Jahre leitete Joachim Gauck die umgangssprachlich oft nur ...