Philosophie und Wissenschaft
02. Februar '12
Zur Definition Gottes
Klare und eindeutige Definitionen aller verwendeten Begriffe
stellen die Voraussetzung für jede sinnvolle Kommunikation und für jede
fundierte wissenschaftliche Arbeit dar. Dies gilt insbesondere für die Frage
nach Gott, bei der nicht nur die verschiedenen Religionen sondern auch die
einzelnen Menschen von unterschiedlichen Vorstellungen ausgehen. Als Grundlage
für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Natur- und Geisteswissenschaften
wird eine interdisziplinär nutzbare und für alle Weltreligionen relevante
Definition Gottes abgeleitet, die sich auf eindeutige Kernaussagen der
Religionsgeschichte und auf unsere Erwartungen an einen Gott bezieht, der über
allen anderen Gottheiten steht.
> Hans Sixl: Zur Definition Gottes - aus naturwissenschaftlicher Sicht
Philosophie und Wissenschaft
08. November '11
Im Gespräch:
Julian Nida-Rümelin
Die Geisteswissenschaften sind gegenwärtig durch die
Reformen an den Universitäten unter Druck geraten. Das darf man nicht auf die
leichte Schulter nehmen. Ich fürchte, zumindest sehe ich darin eine Gefahr,
dass sich hier eine Entwicklung wiederholt, wie sie aus den USA ziemlich vertraut
ist, d. h. dass die harten Wissenschaften, insbesondere die
Naturwissenschaften, aber auch die social sciences
im Sinne einer harten
Wissenschaft sehr stark dominieren...
> Stefan Groß im Interview mit Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin – Die Zukunft der Philosophie
Philosophie und Wissenschaft
30. Dezember '11
Ludwig Feuerbach
Ludwig Feuerbachs These, dass die sterblichen, beschränkten Menschen
nach Vollkommenheit streben und deshalb eine Macht kreieren, die diese
fehlenden Eigenschaften besitzt, hat in Zeiten der beherrschenden
Stellung der christlichen Dogmatik in der BRD nichts von seiner
Aktualität eingebüßt.
> 160 Jahre „Das Wesen des Christentums“
Philosophie und Wissenschaft
23. Dezember '11
Robert Spaemann:
Über Glauben und Wissen
Der letzte Mensch von dem Nietzsche spricht, ist in seinen
Augen etwas ganz Negatives. Der letzte Mensch ist der Mensch, der wie der
Erdfloh am längsten lebt. Dies ist der Mensch, der ein wenig arbeiten, sich ein
bißchen amüsieren will, ein wenig Drogen konsumieren möchte, aber nicht so
viel, damit dies der Gesundheit nicht schadet. Nietzsche gibt also ein Bild vom
letzten Menschen, für den es nichts mehr gibt, was einen unbedingten Wert hat.
> Über Glauben und Wissen, Gott und Moderne - Robert Spaemann im Gespräch mit Stefan Groß
Philosophie und Wissenschaft
16. November '11
Philosophische Probleme
der Mathematik
Obwohl vermutlich jeder Leser im
Laufe seines Lebens mehr als einmal mit Mathematik konfrontiert wurde – sei es
als Schüler, der sich mit mehr oder weniger Begeisterung an mathematischen
Aufgaben abmüht, oder als Benutzer von Technik, bei deren Entwicklung ein gewisses
Maß an Mathematik unverzichtbar ist –, so kann doch kaum jemand auf die Frage,
was Mathematik eigentlich sei, eine klare und möglichst überschaubare Antwort
geben.
> Thomas Rießinger: Wahrheit oder Spiel - Philosophische Probleme der Mathematik
Philosophie und Wissenschaft
10. Januar '12
Geist und Leben aus der
Sicht der Naturwissenschaft
Geist und Leben spielen in der
Philosophie und in der Theologie eine zentrale Rolle. Wer ist das geistige Ich
in uns? Wo kommt es her? Warum kann es ein von unserem Körper weitgehend
unabhängiges Leben führen? Ist der menschliche Geist unsterblich?, lauten die
Fragen, die schon seit Jahrtausenden die Menschheit bewegen.
Schon vor Sokrates erkannten die Philosophen,
dass der Geist des Menschen Ursprung, Mittel und Produkt denkender und
schöpferischer Handlungen ist. Nach religiöser Tradition ist er von Gott
geschaffen, von Gott beseelt und von Gott mit Verstand, Vernunft und Weisheit
versehen.
> Hans Sixl: Geist und Leben aus naturwissenschaftlicher Sicht
Philosophie und Wissenschaft
14. Dezember '11
John Miltons
politische Philosophie
John Milton (9.12.1608-8.11.1674) war ein englischer Dichter und
Staatsphilosoph. Milton wurde im Elternhaus und später im Christ College der
Universität Cambridge streng puritanisch erzogen.Er
widersetzte sich dem Wunsch seines Vaters, Theologe zu werden und widmete sich
stattdessen der Historie und dem Studium der klassischen Literatur. Sein
Jugendwerk „Comus“, das ein Maskenspiel allegorischer Art darstellte, spiegelte
seine puritanische Erziehung wider.
> John Miltons politische Theorie
Philosophie und Wissenschaft
11. November '11
Michel Foucault:
Der Mensch als Untertan
Es ist eine in der Foucault-Forschung gängige Praxis, das Werk
des französischen Historiker-Philosophen in verschiedene Phasen
zu unterteilen. Man wird um dieses Vorgehen selbst dann nicht
herumkommen, wenn man versucht, stärker die Einheit der Theorie
als ihre Brüche und Umkehrungen zu betonen. Ich orientiere mich
an einer Einteilung in vier Phasen, die ich im folgenden kurz
erläutern will: In der ersten Phase zeigt Foucaults Denken einen
stark surrealistischen Einschlag, der sich mit von Heidegger
abgeleiteten existenzphilosophischen Motiven zu einer Art
‚Gegenpsychologie‘ verbindet, wie sie exemplarisch
in der „Introduction“ zu Ludwig
Binswangers Le rêve et
l’existence zum Vorschein kommt.
> Der Mensch als Untertan
Philosophie und Wissenschaft
16. November '11
Sigmund Freuds
Zukunftsillusionen
Religionskritiken,
sowohl gegen ihre ideellen als auch praktischen Grundlagen, werden so alt sein
wie die schriftlich fixierten Religionen. Sigmund
Freud dürfte sowohl die subtile Kritik Ludwig
Feuerbachs (1804-1872), die zersetzende von Karl Marx (1818-1883), aber auch die verzweifelte seines Zeitgenossen
Friedrich Nietzsche (1844-1900)
studiert haben, denn er beruft sich auf „bessere Männer“, die „vollständiger,
kraftvoller und eindrucksvoller“ als er Kritik an der Religion geübt hätten.
> Sigmund Freuds Zukunftsillusionen
Philosophie und Wissenschaft
15. November '11
Nachhaltigkeit
Ich beginne mein Referat mit einem gewissen Zögern. Auf der einen Seite das
Bemühen um Diskursphilosophie, mit dem weitreichenden Ansatz, möglichst alle,
auch den Fernnächsten, auch zukünftige Generationen einzubeziehen, auf der
anderen Seite – das wirkt vor den Niederungen der Politik wie ein luzider,
glänzender Tempel – die Niederungen der Politik, in denen in der Regel nicht
nach diesem Verfahren des Diskurses vorgegangen wird, sondern wo, mehr oder
weniger brutal, Interessenpolitik eine Rolle spielt.
> Günter Altner: Nachhaltigkeit
Philosophie und Wissenschaft
15. November '11
Kolonialisierung -
neu betrachtet
Wenn es um das Verhältnis von Kolonialisierung und
Aufklärung geht, gibt im 20. Jahrhundert der bekannte Eröffnungssatz der Dialektik
der Aufklärung den Ton an: „Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden
Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als
Herren einzusetzen, aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen
Unheils.“
> Walther Ch. Zimmerli: Aspekte einer Philosophie der technologischen Zivilisation
Philosophie und Wissenschaft
12. November '11
Die Verständlichkeit
der Wissenschaft
Darüber,
was Wissenschaft sei, lässt sich streiten.
Eine Ende der Debatte ist nicht in Sicht, und dies, obwohl der
Begriff ‚Wissenschaft’ seit mindestens einem Jahrhundert
Gegenstand sorgfältiger Reflexionen ist. Im gegebenen Rahmen
einen Lösungsvorschlag zu formulieren, wäre
vermessen. Aber einen Aspekt des Problems einer isolierten
Betrachtung zu unterziehen, das kann gelingen: Es gilt, die These zu
entfalten, dass ‚Verständlichkeit’ als
Minimalbedingung für Wissenschaft anzusehen ist.
> Daniel Krause: Zum Niedergang der Diskussionskultur in den Geisteswissenschaften
Philosophie und Wissenschaft
11. November '11
Meister Eckhart und
das Christentum
Das
Christentum besaß zu keiner Zeit eine einheitliche Lehre oder
Theologie. Meister Eckhart eröffnet den Zugang zu einer alten
christlichen negativen Theologie und Tradition, die eng mit der
Philosophie (des Neuplatonismus) und dem Entstehen der christlichen
Theologie überhaupt verbunden ist. Diese negative Theologie
gründet entsprechend des Philosophiebezuges auf der Vernunft,
geht gleichzeitig aber trotz dieses natürlichen und vernünftigen
Ansatzes in einer wahren Transzendenz und Mystik über alles
Weltliche hinaus. Gerade in der heutigen Zeit mit ihren religiösen
Problemen ist diese strikte negative Theologie in ihrer Vernunft
dabei alles andere als überholt.
> Meister Eckhart und die wahren Wurzeln des Christentums
Philosophie und Wissenschaft
10. November '11
Magazin Philosophie
Philosophisches Wissen hat nach wir vor Konjunktur. Immer mehr Verlage nützen den Trend der Zeit, um neue Magazine auf den Markt zu bringen. Dabei geht es nicht um die Philosophie als rein-akademische Wissenschaft im Elfenbeinturm, sondern um ein philosophisches Wissen, das praxisnah vermittelt wird, das die hochkomplexen Theorien der abendländischen Geistesgeschichte so verwandelt, daß die Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Bücher von Richard David Precht sprechen für diesen Erfolg. Auch die Tabula Rasa hat ein Ressort Philosophie, in dem Sie gern nachblättern können.
> Philosophie und Wissenschaft
Philosophie und Wissenschaft
05. November '11
John Miltons
politische Theorie
John Milton (9.12.1608-8.11.1674) war ein englischer Dichter
und Staatsphilosoph. Milton wurde im Elternhaus und später im Christ College
der Universität Cambridge streng puritanisch erzogen. Er widersetzte sich dem
Wunsch seines Vaters, Theologe zu werden und widmete sich stattdessen der
Historie und dem Studium der klassischen Literatur. Sein Jugendwerk „Comus“,
das ein Maskenspiel allegorischer Art darstellte, spiegelte seine puritanische
Erziehung wider.
> John Miltons politische Theorie
Philosophie und Wissenschaft
17. Oktober '11
Wille und Freiheit bei
Schelling und Nietzsche
Das Un-vernünftige des Willens als Prinzip der Philosophie setzend,
gelangen sowohl Schelling wie auch Nietzsche – wenn auch auf verschiedenen
Wegen – zu einem gemeinen Scheitern. Dieses zeigt sich einerseits, bei
Schelling, nach den Untersuchungen über
das Wesen des menschlichen Freiheit (wo das Thema des Willens die
ursprüngliche Freiheit und ihre wesentliche Unsystematischkeit erleuchtet), als
die Unmöglichkeit ein vollständiges System des Wissens zu definieren; bei
Nietzsche, anderseits, als die unüberwindliche Schwierigkeit sein
systematisches Werk, den Willen zur Macht
(d.h. das Projekt der ‚Übermachtigung’ des idealistischen Willens, die als die
absolute Freiheit des Ursprungs endlich gelesen werden soll) zu fassen.
> Wille und Freiheit zwischen dem ewigen Mögen Schellings und dem Wille zur Macht Nietzsches
Philosophie und Wissenschaft
16. August '11
Albert Camus: Unfalltod
oder Auftragsmord des KGB?
Der französische Philosoph und Existentialist, Albert Camus,
war immer ein Freund der klaren Worte. So klar wie sein Denken, so klar war
auch seine Kritik an der Politik der damaligen Sowjetunion. Ganz Frankreich
trauerte nach seinem Unfalltod am 4. Januar 1960, als der Schriftsteller auf
dem Weg nach Paris bei einem Autounfall ums Leben kam. Eigentlich wollte der
Romancier mit seiner Frau und den Kindern die Bahn nehmen. Sein italienischer
Verleger Michel Gallimard überredete ihn jedoch, ihn mit dem Auto zu chauffieren.
Jetzt verdichteten sich Gerüchte, daß der Literaturnobelpreisträger Camus durch
den sowjetischen Geheimdienst getötet worden sein soll.
> Steffen Dietzsch: Camus’ Tod oder Nichts scheint trügerischer als Tatsachen
Philosophie und Wissenschaft
26. September '10
Rudolf Eucken und der Idealismus
Nie war eine Gegenwart
vergangenheitsinteressierter als unsere eigene. Je moderner wir
leben, umso ausgreifender entwickeln sich kulturell Tendenzen der
Selbsthistorisierung. Exemplarisch heisst das: Die Zeitabstände
zwischen den Feiern zur Erinnerung an ein- und dasselbe Ereignis
verkürzen sich. Universitätsjubiläen des grossen Stils, zwischen
denen früher viele Jahrzehnte liegen durften, werden heute bereits
nach Ablauf von zwei Lustren abermals fällig.
> Hermann Lübbe: Rudolf Eucken und der Idealismus. Deutsche Weltanschauung nobelpreisgekrönt
Philosophie und Wissenschaft
03. Januar '11
Der moderne Relativismus:
Robert Spaemann im Gespräch
Seit Jahren zählt der 1927 in Berlin geborene Philosoph Robert Spaemann
zu den bekanntesten deutschen Denkern. Immer wieder schaltet er sich
ein, wenn es um die großen Fragen der Menschheit geht, wenn der Mensch
und seine Würde, sein Personsein, auf dem Spiel stehen. Spaemann, der auch als Berater des Papstes fungiert,
spricht mit Stefan Groß über Gott, den Glauben, die
Moderne und den Wertrelativismus. Für Aufsehen sorgte Spaemann, der mit
"Glück und Wohlwollen" eines seiner wichtigsten Bücher vorlegte, mit
seinem Buch "Der letzte Gottesbeweis", einem Beweis Gottes aus der
Grammatik.
> Über Glauben und Wissen, Gott und Moderne - Robert Spaemann im Gespräch (Teil I)
Philosophie und Wissenschaft
16. Dezember '10
Was darf ich hoffen?
Herr Schnädelbach
In
Ihrem Grundkurs zur Philosophie, den Sie herausgegeben haben mit
Ekkehard Martens, da gehen Sie von den kantischen Fragen aus. Sie
zitieren Kant: „Alles Interesse meiner Vernunft – das spekulative sowohl
als das praktische – vereinigt sich in folgenden drei Fragen: 1. Was
kann ich wissen, 2. Was soll ich tun, 3. Was darf ich hoffen.“ In den
Vorlesungen über Logik fügt Kant noch die Frage „Was ist der Mensch?“
hinzu. In Ihrem letzten Aufsatzband reden Sie wieder von allen vier
Fragen Kants, aber dann ist so eine Frage wie „Was darf ich hoffen?“
> Herbert Schnädelbach: Erinnern, Glauben und Wissen
Philosophie und Wissenschaft
15. Juni '11
Aspekte einer Philosophie
der technologischen Zivilisation
Wenn es um das Verhältnis von Kolonialisierung und
Aufklärung geht, gibt im 20. Jahrhundert der bekannte Eröffnungssatz der Dialektik
der Aufklärung den Ton an: „Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden
Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als
Herren einzusetzen, aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen
Unheils.“ Hier geht es von allem Aufklärungsanfang an um Kolonialisierung, und
zwar gleichsam um eine gut gemeinte Kolonialisierung. Wir haben nämlich vergessen,
dass der Begriff „Kolonialisierung“ in seinem ursprünglichen Kontext eine ausgesprochen
positive Konnotation hatte, und zwar, bis die unbeabsichtigten unerwünschten
Nebenfolgen der Kolonialisierung bemerkt wurden.
> Walther Ch. Zimmerli: Kolonialisierung - neu betrachtet
Philosophie und Wissenschaft
01. Juni '11
Peter Singer und
der Utilitarismus
Der australische Philosoph Peter Singer erhält den Ethik-Preis
der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs). Der Festakt zur Preisverleihung findet am
Freitag, 3. Juni 2011, in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main
statt. Peter Singer wird für sein engagiertes Eintreten für Tierrechte
ausgezeichnet, insbesondere für die Initiierung des Great Ape Project. Die
Auszeichnung hat bereits im Vorfeld erbitterte Kontroversen ausgelöst, vor
allem unter Menschen, die dem durchschnittlichen physischen und psychischen Ideal
nicht entsprechen. Der Utilitarismus ist der zum
Scheitern verurteilte Versuch, die vom Menschen erkannten Naturgesetze
auf eine menschliche Ideologie zu übertragen.
> Der Utilitarismus des Peter Singer
Philosophie und Wissenschaft
09. Mai '11
David Hume
300. Geburtstag
Vor dreihundert Jahren, am 7. Mai 1711, wurde der Philosoph, Nationalökonom und Historiker David Hume im schottischen Edinburgh geboren. Hume zählt bis heute zu den
größten Denkern des 18. Jahrhundert und gilt als der Vollender des englischen
Empirismus und als Begründer des erkenntnistheoretischen Positivismus, der auch
noch den Königsberger Philosophen Immanuel Kant beeinflußte. Sein wohl
berühmtestes Werk ist die „Untersuchung über den menschlichen Verstand“. Für
Hume stand fest, daß das menschliche Denken nur das miteinander verbinden kann,
was ihm durch äußere Sinneswahrnehmung und durch innere Erfahrung (Erinnerung und Einbildungskraft) gegeben ist.
> Frank Stäudner: Die Metaphysik David Humes
Philosophie und Wissenschaft
05. Mai '11
Michel Onfrays
"Anti-Freud"
Der französische Popularphilosoph Michel Onfray, der in den letzten Jahren mit seinem Epikurismus für eine Philosophie des Leibes und der Sinne plädierte, später die Abkehr von den Religionen proklamierte, hat sich nun mit Sigmund Freud und insbesondere mit dessen Psychoanalyse kritisch auseinandersetzt. In seinem "Anti-Freud", ein Buch, das in Frankreich im vergangenen Jahr für Schlagzeilen in der linken Intellektuellenszene sorgte, entlarvt Onfray die Psychoanalyse im Gewand der freudschen Rhetorik als „großartiges Märchen“ und als eine kollektive
Wahnvorstellung, der alle erliegen. Letztendlich nutzte die Analyse nur einem: Freud selbst.
Philosophie und Wissenschaft
07. April '11
Georg Büchner
und der Idealismus
Der Satz Georg Büchners über die
„abscheuliche Kunstsprache“ der Philosophie verweist auf mehr als das
unmittelbare Unbehagen des Rezipienten einer jeden lebendigen Sinnlichkeit
entbehrender Metaphysik, jene „trostlose Wüste“, die ihr vorgeworfen wird.Büchner stellt die Forderung auf,
für „menschliche Verhältnisse eine menschliche Sprache suchen“. Dies
enthält die Forderung nach einer menschlichen Philosophie, die aber, wenn sie
Realitätsgehalt haben sollte, auf menschliche Verhältnisse rekurrieren müsste.
Metaphysik, wie überhaupt abstraktes Denken, war für Büchner nicht nur
Denkform, sondern kam dem Sein wesentlich selbst zu.
> Michael Lausberg: Georg Büchner und der Idealismus
Philosophie und Wissenschaft
16. Maerz '11
Nachhaltigkeit - Verantwortung
zwischen Diskurs und Erfolg
Im Thema klingt ein gewisser Pessimismus an, und ich möchte herausarbeiten, daß das Element des Diskurses im Vorfeld der Entscheidungsfindung wichtiger politischer Entwicklungen unverzichtbar ist und im Blick auf die Zukunft auch immer wichtiger wird. Das Thema ist so formuliert: Nachhaltigkeit – über die fast ausweglosen Schwierigkeiten des gesellschaftlichen Diskurses. Erhard Eppler hat in der Süddeutschen Zeitung vom 26. Oktober geschrieben: „Wer jetzt nicht mehr Demokratie wagt, wird sehr viel mehr Polizei brauchen.“ Das ist natürlich im Blick auf den Konflikt Stuttgart 21 formuliert. Man könnte auch sagen: wer jetzt, ob in Stuttgart oder an anderen Konfliktpunkten, nicht mehr Diskurs wagt, wird sehr viel mehr Polizei brauchen.
> Günter Altner: Nachhaltigkeit
Philosophie und Wissenschaft
10. Maerz '11
Der Ausverkauf
europäischer Tugenden
Keine historische Ideologie hat die Geschichte des europäischen Monopols
derart verfestigt wie das kapitalistische System. Mit seinem globalen
Siegeszug übernahmen auch die europäischen Werte die Vorherrschaft. Der
Kapitalismus ist bekanntlich eine Konzeption, die sich auf das
Gewinnstreben des Einzelnen richtet. Es ist daher evident, die
kapitalistischen Ideologien durch eine subjektive Werttheorie zu
repräsentieren, in welchen der wertende Mensch zwischen seinem Maßstab
und der zu bewertenden Sache eine Beziehung herstellt, ergo ein
Werturteil bildet. Der Wert eines Gutes ergibt sich in der
Volkswirtschaftslehre aus dem Angebot zum einen und der Nachfrage zum
anderen.
> Lisz Hirn: EUROPAS WERTEINDUSTRIE
Philosophie und Wissenschaft
14. Maerz '11
Die Wiederkehr
des Intellektuellen
Die Intellektuellen, immer wieder einmal totgesagt, leben noch.
Zumindest sieht es für die Betrachter der deutschsprachigen Szene so
aus, auch wenn einige behaupten, dass die hiesigen
Intellektuellenstreitigkeiten kleinlicher und gehässiger ausgetragen
würden als diejenigen in Frankreich. Wie auch immer: in Deutschland
bewegt wieder einmal ein Sturm den Blätterwald. Gewiss, es mag mehr ein
Sturm im Wasserglas sein, aber für deutsche Verhältnisse ist es bereits
ein veritabler Orkan, und zwar - endlich wieder einmal! - ein
Intellektuellenstreit, pikanterweise angezettelt ausgerechnet im
Vorgarten der Frankfurter Lordsiegelbewahrer der Kritischen Theorie.
> Walther Ch. Zimmerli: Die ewige Wiederkehr der Intellektuellen
Philosophie und Wissenschaft
12. Januar '11
Ist Lieben eine Kunst?
Nachgefragt bei Erich Fromm
Erich Fromm
wird um 1900 in Frankfurt am Main geboren. Sein Interesse gilt schon früh der
Psychologie und der Philosophie, insbesondere der praktischen Philosophie. In
diesem Sinne schlägt er den Weg der Frankfurter Schule ein, die unter der
Schirmherrschaft der berühmten Philosophen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer
steht und sich mit der Innovation des marxistischen Gedankenguts
auseinandersetzt. Wahrscheinlich wurde Erich Fromm in diesem Kreis zu seinen
sozial-philosophischen Konzepten inspiriert.
> Ist Lieben eine Kunst? Nachgefragt bei Erich Fromm
Philosophie und Wissenschaft
22. November '10
Was ist eigentlich
Diskurspragmatik?
Fichtes Diktum, daß die jeweilige Philosophie vom je reflektierenden Individuum abhänge, ist zum Gemeinplatz der Geschichte des abendländischen Denkens geworden. Doch was ist dran, an Ludwig Wittgenstein, an Jürgen Habermas (Foto), dem lingustic turn, an der modernen Sprachphilosophie und der sogenannten Transzendental-pragmatik. Der Philosoph Dietrich Böhler, Vertreter der "Berliner Diskurspragmatik" in der Nachfolge der Diskursethik gab prägnante und eingängige Aufschlüsse zu diesem Thema. Lesen Sie in der Tabula Rasa mehr dazu.
> Dietrich Böhler: Der Universalitätsanspruch der Diskurspragmatik
Philosophie und Wissenschaft
17. Dezember '10
Sloterdijk meets
Schopenhauer
Der Philosoph Arthur Schopenhauer (geboren 1788, gestorben 1860) hat heute erst sein Publikum gefunden, er wird gelesen, gelesen und gelesen. Zeit seines Lebens kämpfte er gegen die Kathederphilosophie, gegen Hegel und die Dialektik. Wie keinem anderen Denker vor ihm gelingt dem Danziger Bürgersohn die Synthese zwischen Platonismus, indischer Weisheitslehre und Kantianismus. Und auch Friedrich Nietzsche, der Titan aus dem kleinen Ort Röcken bei Naumburg, hatte seinen Lehrer einst gefeiert, bevor er sich abwandte. Aber ohne Schopenhauer wäre Nietzsche nicht das, was er war. Doch 2010 ist Schopenhauer-Jahr.
> Schopenhauer
Philosophie und Wissenschaft
10. Oktober '10
Radikalismus auf leisen Sohlen
„Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel
für den Menschen ist aber der Mensch selbst.“ Dieser Satz aus Marxens Einleitung
zur Kritik der Hegelschen Rechtphilosophie paßt wie kaum ein anderer auf
das vorliegende Buch. Der Autor, bisher nicht gerade durch publizistische
Breitenwirkung aufgefallen, setzt mit diesem Pamphlet zum gesellschaftlichen
Rundumschlag an. Das bisweilen selbstbewußt, zumeist aber polemisch
Vorgetragene wirkt durch sein Ansinnen, sich zu beinahe allen etablierten
Denkstilen und Weltanschauungen in Gegnerschaft zu setzen, als anregende
intellektuelle Provokation: Beinahe auf jeder Seite verspürt man als Leser das
Bedürfnis, den Ausführungen und Behauptungen des Autors zu widersprechen.
Bezeichnend ist dabei Küppers’ eigentümliches stilistisches Schwanken zwischen
wissenschaftlicher Bescheidenheit auf der einen und technologisch imprägnierter
Omnipotenzanmaßung auf der anderen Seite.
> Radikalismus auf leisen Sohlen
Philosophie und Wissenschaft
02. Oktober '10
Mythos versus Logos
Was haben wir heutzutage mit dem „Mythischen“ zu tun? Leben wir nicht in
einer „logischen“ und wissenschaftlichen Lebenswelt? Der Begriff
„Mythos“ hat keinen Seltenheitswert aus. Ganz im Gegenteil: fast überall
ist „er“ auffind- und lesbar, adelt sowohl Werbeprodukte als auch
(historische) Persönlichkeiten. Aber was eigentlich das Wort „Mythos“ in
der Urform bedeutet, stellt für den Normalverbraucher selbst einen
Mythos dar. Was ist unter „Mythos“ zu verstehen? Und wie lässt sich der
„Mythos“ vom „Logos“ differenzieren?
> Leben wir in einer mythischen oder logischen Welt?
Philosophie und Wissenschaft
30. September '10
Postmoderne und Gartenkunst:
Facetten der Gestaltung
Der Begriff der Postmoderne
verdeutlicht einen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sichtbar
gewordenen kulturellen Wandel. „Schon die Konstruktion des Terminus gibt aber
zu erkennen, dass sich >Postmoderne< in ein Verhältnis zur
>Moderne< begibt.“ Dabei kommen diesem Begriff höchst
unterschiedliche Bedeutungenzu. So „verweist er zunächst auf die Entwicklungen
in den Künsten, die sich von der klassischen Moderne und den historischen
Avantgarden fortbewegen.“ Diese Entfernung von den Idealen der
klassischen Kunst wird vor allem im Bereich der Architektur und Literatur, als
auch in Film, Theaterkunst und Musik deutlich.
> Postmoderne Ästhetik - Das Verhältnis von Ästhetik, Kunst und Natur
Philosophie und Wissenschaft
26. September '10
Von Nietzsche zum Liberalismus
Die letzte Schrift Nietzsches, bevor er von seinen inneren
Widersprüchen langsam in die geistige Umnachtung gerissen wird, Ecce Homo,
enthält den berühmten Passus: „Ich kenne mein Los. Es wird sich einmal an
meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen, – an eine Krisis,
wie es keine auf Erden gab, an die tiefste Gewissens-Collision, an eine
Entscheidung gegen alles, was bis dahin geglaubt, gefordert, geheiligt worden
war.“ Dies wahnhafte Erleben löst heute Befremden, höchstens Bedauern aus, man
kennt die Gefahren des sich vereinsamenden Denkers, Soziologen sprechen gern
vom „Wahnsinn des Selbstseinwollens“
> Von Nietzsche zum Liberalismus
Philosophie und Wissenschaft
25. September '10
Die Welt als Wille:
Schopenhauer zum 150.
Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) zählt
heutzutage – neben Nietzsche – zu den meist gelesenen Autoren. Die Klarheit der
Sprache, die Eindeutigkeit der Formulierungen und die Argumentation verleihen
seiner Philosophie Ausdruck. Wie Nietzsche wird Schopenhauer, der um seinen
philosophischen Auftrag wußte, die akademische Lehrbahn versagt. Ein Versuch in
Berlin nach dem Tod Hegels dessen Professur zu übernehmen, mißlang. Der in
Danzig geborene und in seiner Wohnung in Frankfurt/Main verstorbene Schopenhauer
begreift sich einerseits als Vollender des kantischen Systems, andererseits
steht er in der vorkantischen Tradition des Platonismus.
> Arthur Schopenhauer - Die Welt als Wille und Vorstellung (I.)> Arthur Schopenhauer - Die Welt als Wille und Vorstellung (II.)
Philosophie und Wissenschaft
24. September '10
Was ist ein Individuum?
Die Philosophie des griechischen Neuplatonikers Plotin (205-270 n. Chr.)
ist in den vergangenen Jahrzehnten vermehrt als originärer Beitrag zu
Grundfragen der Metaphysik, der philosophischen Anthropologie und auch
der Ethik anerkannt worden. Dabei hat gerade auch das Phänomen der
menschlichen Individualität einige Aufmerksamkeit gefunden, dessen
Realität Plotin fraglos anerkennt, das aber im Rahmen einer
neuplatonischen, das Eine über das Viele stellenden Metaphysik nicht
leicht zu erklären ist.
> Einheit, Individualität und Selbstbewußtsein in Plotins Metaphysik der Seele
Philosophie und Wissenschaft
22. September '10
Welche Macht hat die Philosophie?
Wenn man den geistigen Autoritäten und Inhabern der
kulturellen Deutungshoheit Glauben schenken darf, so ist etwas im Begriff, an
sein Ende zu gelangen – oder es ist schon zu Ende. In der Zeitschrift Merkur stellt Karl-Heinz Bohrer im Juli 2010
die resignativ anmutende Frage: „Welche Macht hat die Philosophie heute noch?“ Ebenso
kreist Peter Sloterdijks neues Buch, das aus einer Tübinger Vorlesung vom
Sommer 2009 hervorgegangen ist, um dieses Problem, hat aber gegenüber Bohrer
den didaktischen Vorteil, zunächst große Mühe auf die Beantwortung der Frage
„Was ist Philosophie?“ zu verwenden.
> Die Prekarität der Philosophie
Philosophie und Wissenschaft
22. September '10
Zur Ästhetik der Musik:
Von der Antike zur Gegenwart
Richard Wagner hat
in Auseinandersetzung mit der Antike „ein Ideal für [s]eine musische
Kunstanschauung“ herausgearbeitet. Im Unterschied zur
vorangegangenen Operntradition, mit der er brechen wollte, sollte bei seinen
Musikdramen der ethisch-rituelle Gehalt eine zentrale Rolle spielen. Auf diese
Weise wollte er auch eine kulturelle Revolution auslösen. Seine Intentionen
hinsichtlich der ethischen Bedeutung von Musikdramen waren jedoch durchaus
analog zu denen der Erfinder der Oper, die diese am Ende des 16. Jh. in Florenz
auf der Basis einer intensiven Auseinandersetzung mit der antiken
Musikphilosophie entwickelten.
> Einige Überlegungen zur antiken und modernen Musikphilosophie
Philosophie und Wissenschaft
01. September '10
Michel Serres' Bekenntnis
zum Unpolitischen
Der französische Professor für Philosophie Michel Serres, der auch in Stanford lehrte, bekennt in der "Süddeutschen Zeitung", daß er kein Interesse daran habe, mit Dinosuariern zu spielen. Der Autor von "Der Parasit" ist sich dahingehend sicher, daß sich die Welt derart verändert hat, daß die politischen Institutionen dagegen wie Dinosaurier wirken. Die Kluft zwischen politischer Welt und Wirklichkeit sei so derart groß, daß man sich die Beschäftigung mit der Politik restlos verkneifen kann, da sich die wahren Dinge ohnehin nicht in dieser ereigneten. Auch wiederholte Serres seinen Vorschlag, daß die Naturelemente den Status einer juristischen
Person erhalten sollten, denn dann könnte das Meer, wie bei der Ölpest im
Golf von Mexiko, den BP-Konzern verklagen. Der Philosoph ist sich auch sicher, daß er mit seinen Thesen auf Spott stößt, aber die Machtlosigkeit,
mit der die Politik auf die Katastrophe reagierte, zeigt mit Nachhaltigkeit, daß man in einem derartigen Fall anders denken müßte.
Philosophie und Wissenschaft
18. Juli '10
Der Philosoph des Politischen
Richard Hooker war ein anglikanischer Priester, der zusammen mit Thomas Cranmer und Matthew Parker das Denken der anglikanischen Kirche wesentlich mitbestimmte. In seinem Werk „Of The Laws Of Ecclesiastical Polity”, wo er sich mit der anglikanischen Kirchenverfassung auseinandersetzte, breitet er seine Gedanken zur politischen Theorie aus. Zu seinen Lebzeiten sind davon die Bücher I-IV (1593) und V (1597) erschienen. Hooker vertritt einen Gesetzesbegriff, der die Natur als göttliche Schöpfungsordnung und die von den Menschen selbst geschaffenen weltlichen und geistlichen Ordnungen umfasst
> Die politische Philosophie Richard Hookers
Artikel in dieser Rubrik:
Zur Definition Gottes - aus naturwissenschaftlicher Sicht
(Hans Sixl)
Abstract
Klare und eindeutige Definitionen aller
verwendeten Begriffe stellen die Voraussetzung für jede sinnvolle Kommunikation
und für jede fundierte wissenschaftliche Arbeit dar. Dies gilt insbesondere für
die Frage nach Gott, bei der ...
Geist und Leben aus naturwissenschaftlicher Sicht
(Hans Sixl)
160 Jahre „Das Wesen des Christentums“
(Michael Lausberg)
Ludwig
Feuerbachs These, dass die sterblichen, beschränkten Menschen nach
Vollkommenheit streben und deshalb eine Macht kreieren, die diese fehlenden
Eigenschaften besitzt, hat in Zeiten der beherrschenden Stellung der christlichen
Dogmatik in der BRD nichts ...
Der Mensch als Untertan
(Robert Lembke)
Zum Begriff der Subjektivierung bei Michel Foucault
Robert Lembke
John Miltons politische Theorie
(Michael Lausberg)
Biographische Notizen
John Milton (9.12.1608-8.11.1674) war ein englischer Dichter und
Staatsphilosoph. Milton wurde im Elternhaus und später im Christ College der
Universität Cambridge streng puritanisch erzogen.[1] Er
widersetzte sich dem Wunsch seines ...
Wille und Freiheit zwischen dem ewigen Mögen Schellings und dem Wille zur Macht Nietzsches
(Emilio Carlo Corriero)
Einleitung
Das Un-vernünftige des Willens als Prinzip der Philosophie setzend,
gelangen sowohl Schelling wie auch Nietzsche – wenn auch auf verschiedenen
Wegen – zu einem gemeinen Scheitern. Dieses zeigt sich einerseits, ...
´Sprich dein Wort und zerbrich!´ - Über Friedrich Nietzsche
(Shanto Trdic)
„Mein ganzes Leben hat sich vor meinen
Blicken
zersetzt:
dieses ganze unheimliche verborgen gehaltene
Leben,
das alle sechs Jahre einen Schritt thut und gar nichts
weiter
will als diesen Schritt: während alles übrige, allgemeine
menschliche
Beziehungen, ...
Von der Tugend der Gerechtigkeit zur Gerechtigkeit des Marktes – Der Widerspruch von religiöser Hoffnung und politischer Analyse in Adam Smith Theorie des freien Marktes
(Burkhard Kühnemund)
Einleitung
Gemeinhin
wird unter dem Adam Smith-Problem der Widerspruch zwischen der auf Sympathie gegründeten‚Theorie der ethischen Gefühle’ und dem auf Eigeninteresse
beruhenden ‚Wohlstand der Nationen’
verstanden.Auch wenn Sympathie nicht
mit altruistischem Handeln gleichzusetzen ...
Interview mit Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin – Die Zukunft der Philosophie
(Julian Nida-Rümelin)
Die Tabula Rasa hat auf dem XXII. Kongress für Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie mit ihrem Präsidenten, Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D., gesprochen.
Julian Nida-Rümelin –
Die „Welt der Gründe“
(Julian Nida-Rümelin)
Herr Professor
Nida-Rümelin, Sie haben als Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Philosophie dem diesjährigen Kongress das Thema „Welt der Gründe“
vorangestellt. Warum sollten wir 2011 darüber reflektieren und was ist diese
„Welt der Gründe“?
...
Camus’ Tod oder Nichts scheint trügerischer als Tatsachen
(Steffen Dietzsch)
Eine Tatsache ist eine Tatsache –
denkt man kurzschlüssig … Sie scheint zunächst fest umrissen, handgreiflich,
verlässlich, man kommt eine zeitlang gut mit ihr voran, aber dann – kurz vor
dem Gipfel (ihrer ...
Nach dem Bankrott
(Jürgen Habermas)
Der Privatisierungswahn ist an sein Ende gekommen. Nicht der Markt, sondern die Politik ist für das Gemeinwohl zuständig: Ein Gespräch mit dem Philosophen Jürgen Habermas über die Notwendigkeit einer internationalen Weltordnung
Kolonialisierung - neu betrachtet
Aspekte einer Philosophie der technologischen Zivilisation
(Walther Ch. Zimmerli)
Der Felsen, an den unser Denken geschmiedet ist Wenn es um das Verhältnis von Kolonialisierung und
Aufklärung geht, gibt im 20. Jahrhundert der bekannte Eröffnungssatz der Dialektik
der Aufklärung den Ton ...
Der Utilitarismus des Peter Singer
(Nathan Warszawski)
Der australische Philosoph Peter Singer erhält den Ethik-Preis
der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs). Der Festakt zur Preisverleihung findet am
Freitag, 3. Juni 2011, in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main
statt. Peter Singer wird ...
Die Metaphysik David Humes
(Frank Stäudner)
Einleitung
Das Kernstück der Erkenntnistheorie des schottischen Philosophen
David Hume (1711-1776) ist die Kausalanalyse: die Untersuchung über
Art und Weise, wie kausale Verknüpfungen zwischen Ursachen und Wirkungen
hergestellt werden. Daß diese hergestellt werden ...
Ethnizitäts-Kontroverse - zwischen konstruierter Objektivität und subjektivem Konstrukt
(Philipp Legrand)
Zusammenfassung
Der Artikel widmet sich der
Ethnizitäts-Diskussion und beschäftigt sich mit verschiedenen Ansätzen
objektivistischer und konstruktivistischer Interpretationen ethnischer
Erscheinungen. Defizite beider Erklärungsansätze werden dargestellt und auf
integrative Konzepte, die sowohl objektivistische als auch konstruktivistische
Elemente ...
Die ethischen Vorstellungen von G.H. Mead
(Michael Lausberg)
1) Einleitung
George Herbert Mead (1863-1931) war bis zu seinem Tode Professor für
Philosophie und Sozialpsychologie an der Universität Chicago. Beeinflusst durch
die Evolutionstheorie Darwins verstand Mead das Bewusstsein des Menschen als
evolutionäres Projekt ...
Georg Büchner und der Idealismus
(Michael Lausberg)
1. Einleitung
In der Abhandlung wird die Frage
untersucht, wie das Verhältnis Georg Büchners, der trotz seines frühen Todes
als einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller gilt, zum Idealismus war.
Der Idealismus ...
Nachhaltigkeit – über die „fast“ ausweglosen Schwierigkeiten des gesellschaftlichen Diskurses.
(Günter Altner)
Verantwortung zwischen Diskurs und Erfolg.
Philosophische und wirtschaftsethische Perspektiven
Walther Ch. Zimmerli: Die ewige Wiederkehr der Intellektuellen
(Walther Ch. Zimmerli)
Die ewige Wiederkehr der Intellektuellen1 Die Intellektuellen, immer wieder einmal totgesagt, leben noch. Zumindest sieht es für die Betrachter der deutschsprachigen Szene so aus, auch wenn einige behaupten, dass ...
Moral und Politik
(Dietrich Böhler)
Geneigte Leser, zumal Günter Altner, haben vorgeschlagen, diesen Handbuchartikel aus dem „Lexikon des Sozialismus“, hg. von Thomas Meyer u.a., Bund-Verlag, Köln 1986, zur Diskussion zu stellen. Das geschieht hier in leicht bearbeiteter Form – und erweitert durch den energiepolitischen Passus aus Helmut Schmidts Bilanz „Ausser Dienst (2008). Fortgesetzt wird so die Konfrontation von politischer Dialogethik, in deren Perspektive der Artikel verfaßt ist, und der, sich als verantwortungsethisch verstehenden, Politik des hochgeachteten Bundeskanzlers a. D. Helmut Schmidt. Ein Denk- und vielleicht Lehrstück zur politischen Ethik ...
EUROPAS WERTEINDUSTRIE -
Der Ausverkauf europäischer Tugenden
(Lisz Hirn)
Sigmund Freuds Zukunftsillusionen
(Siegmar Faust)
Ein paar Vorworte
Religionskritiken,
sowohl gegen ihre ideellen als auch praktischen Grundlagen, werden so alt sein
wie die schriftlich fixierten Religionen. Sigmund
Freud dürfte sowohl die subtile Kritik Ludwig
Feuerbachs (1804-1872), die zersetzende ...
Über Glauben und Wissen, Gott und Moderne - Robert Spaemann im Gespräch mit Stefan Groß (Teil II)
(Robert Spaemann)
Stefan Groß: Wie
läßt sich Ihrer Meinung nach der zunehmende Werterelativismus stoppen? Benedikt
XVI. plädiert für eine Überordnung der Ethik über die Politik. Wie stehen Sie
dazu?
Prof. Dr. mult. Robert Spaemann: ...
Über Glauben und Wissen, Gott und Moderne - Robert Spaemann im Gespräch (Teil I)
(Robert Spaemann)
Inwieweit spielt die neuplatonische Philosophie mit ihren Lehren von den drei
Wesenheiten innerhalb Ihres christlichen Denkens eine prägende Rolle? Kann man
mit diesem Denken heutzutage noch philosophieren?
Da stecken schon in ...
Der Universalitätsanspruch der Diskurspragmatik und die relativistische Selbstgefährdung der pragmatischen Wende oder des „dritten Paradigmas“.
(Dietrich Böhler)
Die Berliner Diskurspragmatik fiel nicht vom Himmel. Nicht
allein, daß sie auf meinen Ansatz einer Philosophie und Theorie der Rechts- und
Sozialwissenschaften als kritische Reflexion bzw. als
transzendentalphilosophische Theorie des Sozialen (1970 und ...
Das Nietzsche-Dokumentationszentrum in Naumburg/Saale
(Andreas Urs Sommer)
Zur Eröffnung am 14. Oktober 2010
Finanzkrise und Neue Ökonomien
(Bernd Villhauer)
Herbsttagung des Darmstädter „Instituts für Praxis der Philosophie“ beschäftigte sich mit Wirtschaftsfragen
Erinnern, Glauben und Wissen
(Herbert Schnädelbach)
In Ihrem Grundkurs zur Philosophie, den Sie herausgegeben haben mit Ekkehard Martens, da gehen Sie von den kantischen Fragen aus. Sie zitieren Kant: „Alles Interesse meiner Vernunft – das spekulative ...
Radikalismus auf leisen Sohlen
(Robert Lembke)
Bernd-Olaf Küppers, Wissen statt Moral. Fünf Thesen zur Wissensgesellschaft, Köln: Fackelträger-Verlag 2010, 192 S.
Postmoderne Ästhetik - Das Verhältnis von Ästhetik, Kunst und Natur
(Stephanie Schmidt)
1.Einleitung
Der Begriff der Postmoderne
verdeutlicht einen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sichtbar
gewordenen kulturellen Wandel. „Schon die Konstruktion des Terminus gibt aber
zu erkennen, dass sich >Postmoderne< in ein ...
Wahrheit oder Spiel - Philosophische Probleme der Mathematik
(Thomas Rießinger)
Obwohl vermutlich jeder Leser im
Laufe seines Lebens mehr als einmal mit Mathematik konfrontiert wurde – sei es
als Schüler, der sich mit mehr oder weniger Begeisterung an mathematischen
Aufgaben abmüht, oder als ...
Was sollen wir jetzt tun?
(Lisz Hirn)
“Die Welt [...] besteht im wesentlichen aus Dingen, die
Gebilde von Menschenhand sind; und diese Dinge, die ohne den Menschen nie
entstanden wären, sind wiederum die Bedingung menschlicher Existenz. Die
Menschen leben also ...
Arthur Schopenhauer - Die Welt als Wille und Vorstellung (II.)
(Stefan Groß)
Fortsetzung von Teil I Vom rationalen Standort aus gesehen ist nicht zu erklären,
warum ein Mensch mit einem anderen Mitleid empfindet. Rationalen und
zweckbestimmten Vorstellungen steht das Mitleid quer. Ein kategorischer
Imperativ ...
Arthur Schopenhauer - Die Welt als Wille und Vorstellung (I.)
(Stefan Groß)
Einleitung Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) zählt
heutzutage – neben Nietzsche – zu den meist gelesenen Autoren. Die Klarheit der
Sprache, die Eindeutigkeit der Formulierungen und die Argumentation verleihen
seiner Philosophie Ausdruck. ...
Einige Überlegungen zur antiken und modernen Musikphilosophie
(Stefan Lorenz Sorgner)
In memoriam
Vincenzo Galilei Es ist schwer, sich deutlich vorzustellen, in welcher
Art die Musik von je ihre besondere Macht der Erscheinungswelt gegenüber
äußerte. Uns muß es dünken, daß die Musik der ...
Die Prekarität der Philosophie
(Robert Lembke)
Wenn man den geistigen Autoritäten und Inhabern der
kulturellen Deutungshoheit Glauben schenken darf, so ist etwas im Begriff, an
sein Ende zu gelangen – oder es ist schon zu Ende. In der ...
Hans Jonas – Zum hundertsten Geburtstag
(Stefan Groß)
Der Philosoph Hans Jonas zählt in unserem Jahrhundert zu
denjenigen bedeutsamen Persönlichkeiten, die im Mittelpunkt öffentlicher
Diskussionen stehen. Jonas ist analytischer Philosoph, der einerseits von den
Errungenschaften der Kantischen Philosophie ausgeht, andererseits als ...
Deskriptive Zugänge zur Seele nach Wilhelm von Ockham
(Romy Schmidt)
I
Dass
Autoritäten fehlbar sind, steht außer Zweifel, es sei denn, so Ockham, man
argumentiere von der Autorität desjenigen her, der sich nicht täuscht noch
täuschen lassen kann. Entsprechend folge nicht ‚Aristoteles hat ...
Arabische Philosophie im Mittelalter
(Michael Lausberg)
1)Einleitung
Im arabischen Raum existierten
parallel zur christlichen Scholastik verschiedene Philosophen, die auf die
griechische Philosophie zurückgriffen. Die arabische Philosophie besaß aufgrund
der Tatsache, dass über die vollständigen Schriften des Aristoteles ...
Asymmetrische Dialektik?
Bemerkungen zum Umgang mit der Subjekt-Objekt-Dichotomie bei Theodor W. Adorno und Bruno Latour
(David Kaeß)
„Wann also trifft die Seele die
Wahrheit? Denn wenn sie mit dem Leibe versucht, etwas zu betrachten, dann
offenbar wird sie von diesem hintergangen. […] Und sie denkt offenbar am
besten, wenn nichts ...
DIE REVOLTE GEHT WEITER
(Lisz Hirn)
„Über den Nihilismus hinaus bereiten wir alle
in den Ruinen eine Renaissance vor. Doch wenige wissen es.“ Zum 50. Mal
jährt sich heuer der Todestag Albert Camus´.
Was von der Revolte
übrig ...
Die politische Philosophie Richard Hookers
(Michael Lausberg)
Richard Hooker (März 1554 – 3 11. 1600)
war ein anglikanischer Priester, der zusammen mit Thomas Cranmer[1] und
Matthew Parker[2] das Denken der
anglikanischen Kirche wesentlich mitbestimmte. In seinem Werk „Of The Laws ...
Nietzsche on Facebook? - Postmoderne Welten des Philosophierens
(Lisz Hirn)
Hand auf´s Herz: Sind Sie bei
Facebook? Haben Sie einen persönlichen Account, den Sie regelmäßig nutzen, um
neue Freunde zu „adden“ und sich zu „connecten“? Auch die Philosophie nimmt
teil am postmodernen Reigen ...
Von Nietzsche zum Liberalismus
(Robert Lembke)
Die
letzte Schrift Nietzsches, bevor er von seinen inneren Widersprüchen langsam in
die geistige Umnachtung gerissen wird, Ecce
Homo, enthält den berühmten Passus: „Ich kenne mein Los. Es wird sich
einmal an meinen Namen ...
Was ist ein Individuum? Einheit, Individualität und Selbstbewußtsein in Plotins Metaphysik der Seele[1]
(Christian Tornau)
1. Einleitung
Die Philosophie
des griechischen Neuplatonikers Plotin (205-270 n. Chr.) ist in den vergangenen
Jahrzehnten vermehrt als originärer Beitrag zu Grundfragen der Metaphysik, der
philosophischen Anthropologie und auch der Ethik anerkannt worden. ...
Die Vorstellungen Platons von Krieg und Frieden
(Michael Lausberg)
Die Geschichte des Begriffs der Toleranz
(Michael Lausberg)
1 Einleitung
Der lateinische Begriff der tolerantia wurde von Martin Luther als
„Tollerantz“ in die deutsche Sprache übertragen. Der Autor geht in der
nachfolgenden Untersuchung von folgender Definition aus:i
„Toleranz ...
Die Aufgabe des Denkens und das Geviert
(Alejandro Rojas Jiménez)
Zur Rolle von Moral und Ethik in der modernen Gesellschaft
(Geraldine Ermisch)
Im
Kapitel zehn „Die Moral der Gesellschaft: Paradigm Lost“ aus Reese-Schäfers
„Niklas Luhmann: Zur Einführung“ erläutert der Autor den Standpunkt des
Soziologen Luhmann in Hinblick auf die Rolle von Moral und Ethik in ...
Theodicy shading off
into Anthropodicy in Milton,
Twain and Kant
(Karim Akerma)
Antinatalism as Eve’s Escape Route in the Face of Wrongful Creation, Unrequested Existence and the Evil of Freedom
Leitbilder der philosophischen Entwicklungsphase Bakunins
(Michael Lausberg)
Im Jahre
1835 quittierte Bakunin seinen Dienst als Leutnant in der russischen Armee und
wechselte an die Universität Moskau.[1] Hier
lernte er den jungen Dichter Nikolay W. Stankjewitsch kennen, von dem er seinen
ersten ...
Die Angst vor der Technik
(Teresa Tammer)
Kann bessere Wissenschaft die Angst vor der Technik überwinden?
Nietzsche: "Vom Freigeist zum Übermenschen"
(Lisz Hirn)
Friedrich
Nietzsche diskutiert in seiner Philosophie zwei anthropologische Ideale, die
chronologisch eindeutig voneinander unterscheidbar sind: Der Philosoph
konstruiert zum einen in seinen „frühen“ Werken das Ideal des „freien Geistes“,
zum anderen erörtert er in ...
Philosophische Aspekte der Gartenkunst am Beispiel des Wörlitzer Parks
(Stefan Groß)
Abstract
Wie in vielen englischen Gärten der damaligen Zeit, wurde auch im Wörlitzer
Gartenreich die regelmäßig-barocke Anordnung der Natur zugunsten des freien
Spiels der freien Formen aufgehoben. Die Natur wurde ...
Die Ausnahme. Zum 50. Todestag von Albert Camus
(Robert Lembke)
Heute vor 50 Jahren war die Welt mit einem Male ärmer geworden. Von ihr gegangen war Albert Camus, gestorben bei einem Autounfall mit seinem Verleger Gallimard, als dieser ihm seinen ...
Schopenhauer: Kunst und Wille
(Lisz Hirn)
...
"Basedow
und das Dessauer Philanthropin"
(Michael Lausberg)
Rousseaus pädagogische
Gedanken haben in der europäischen Geisteswelt außerordentlich gewirkt, am
tiefsten aber wohl in Deutschland.[1] Sie
förderten vor allem jene schulreformatorischen Bestrebungen der deutschen Aufklärung,
die sich um 1770 in dem Kreise der ...
Schopenhauer
(Peter Sloterdijk)
Schopenhauer ist der erste Denker
ersten Ranges gewesen, der aus der abendländischen Vernunftkirche ausgetreten
ist. Neben Marx und den Junghegelianern war er derjenige, der den
revolutionären Bruch im Denken des 19. Jahrhunderts in ...
Zum Tode von Claude Lévi-Strauss – Ein Rückblick
(Michael Lausberg)
Claude Lévi-Strauss, der „wohl bedeutendste
Ethnologe des 20. Jahrhunderts“[1], verstarb am 30.
Oktober 2009 in
Paris. In seinen Forschungen entwickelte er die ethnologische Methode des
Strukturalismus weiter, insbesondere zur Analyse der Verwandtschaftssysteme und
Denkformen der ...
Die Stellung des Subjekts bei Foucault und Habermas
(Markus Paulus)
Zusammenfassung
The query
for the nature of human subjects, their position between social forces and
self-determined agency has been a topic of philosophy and social theory since
their origins. This paper confronts ...
Die Resonanz des gobinistischen Rassenbegriffs bei Wagner
und Nietzsche
(Michael Lausberg)
Einleitung Der Grundinhalt des Rassismus, d.h. eine Über- oder
Unterlegenheit einer bestimmten Menschengruppe gegenüber einer anderen, die als
Abstammungs- oder Fortpflanzungsgemeinschaften mit „artgleichen“ physischen,
psychischen und charakterlichen Eigenschaften aufgefasst wird, ist
wahrscheinlich ...
Ist der Versuch einer Ethik für die technologische
Zivilisation gescheitert? - Eine kritische Besprechung von Hans Jonas‘ „Das
Prinzip Verantwortung, Versuch einer Ethik für die technologische
Zivilisation.“
(Geraldine Ermisch)
In Hans Jonas’ ethischem Hauptwerk Das Prinzip Verantwortung, Versuch einer
Ethik für die technologische Zivilisation erklärt der Autor die Grundzüge und
Eigenschaften traditioneller Ethikformen und verdeutlicht, welche neuen
Anforderungen eine der heutigen technisierten ...
Das Epiphänomen des Bewußtseins
(Borislaw Wankow)
Ich verstehe das Bewußtsein nicht. Ich habe nichts Vernünftiges
oder Intelligentes darüber zu sagen.
(Der große Evolutionsbiologe John Maynard Smith im Gespräch mit Robert
Wright1)
Stuart: Was ist Bewußtsein?
Al: ...
Das ökonomistische Projekt der Macht im Spiegel der Systemkrise - Eine Analyse, Kritik und Polemik zur politischen Rollenidentität
(Ulrich Büchler)
„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den
eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese
Chance beruht.“[1]
„Die fast unlösbare Aufgabe
besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von ...
Deleuzes Hegel-Kritik
(Stefan Groß)
I. Einleitung
Gilles Deleuzes Denken ist
spannungsreich und abwechslungsvoll, nicht umsonst plädiert er in seinem
Hauptwerk Differenz und Wiederholung
letztendlich dafür, daß ein Buch entweder wie ein Kriminal- oder wie ein
Science-Fiction-Roman geschrieben ...
Christentum und Repräsentation
(Gonsalv K. Mainberger)
Die
christliche Religion ist, wie die anderen Buchreligionen, ein
Repräsentationssystem. Spezifisches Merkmal ist die „Gottesperspektive“[1], ein Blickwinkel, der den
Religionsausübenden zwar von einer fremden Instanz auferlegt und überantwortet
ist, von ihnen aber im Zuge ...
Die Philosophie des Konfuzius
(Michael Lausberg)
1) Einleitung
Die
auf Konfuzius zurückgehende, neben Daoismus und Buddhismus
einflussreichste philosophische Geisteshaltung in China und
Ostasien ist der Konfuzianismus, der in China seit der Han-Dynastie
(206 v. Chr. – 220 n. Chr.) ...
Ethik als TÜV der Religionen
(Jakob A. Bertzbach)
Interview vom 24.04.09 mit dem Berliner Ethikdozenten Jakob A. Bertzbach zu Ethik, Religion und Volksabstimmungen
Die Funktion der Religion und die Autonomie der Politik
(Volker Gerhardt)
Braucht die demokratische Gesellschaft Religion?
SPD-Bundestagsfraktion und Arbeitskreis Christen in der SPD
Berlin, Bundestag, 13. März 2009
Correctness. Über Moral als Mittel der Meinungskontrolle
(Hermann Lübbe)
Hermann Lübbe: „Die Herrschaft von Correctness - Regeln
fixiert partielle Realitätsverluste“.
„Correctness“ gilt im englisch angereicherten Neudeutsch als Neologismus für
die uns angesonnene Beachtung moralisch qualifizierter Verhaltensregeln von
öffentlicher Relevanz. In dieser ...
Rudolf Eucken und der Idealismus. Deutsche Weltanschauung nobelpreisgekrönt.
(Hermann Lübbe)
Professor Dr. Dr. hc. Hermann Lübbe zählt zu den einflußreichsten Philosophen in der Bundesrepublik. Zuletzt sind von ihm folgende Bücher erschienen: Vom Parteigenossen zum Bundesbürger. Über beschwiegene und historisierte Vergangenheiten. München, 2007; Die Zivilisationsökumene. Globalisierung kulturell, technisch und politisch. München, 2005; Religion nach der Aufklärung. München, 2004; Modernisierungsgewinner. Religion, Geschichtssinn, Direkte Demokratie und Moral. München, 2004.
Kritische Anmerkungen zu Bernd Ehlerts Kritik: „Der
Denkfehler und die Inhumanität der „Neuen Atheisten“ um Richard Dawkins.“
(Notker Gloker)
Erschienen in: TABVLA RASA, Die Zeitung für Mitteldeutschland. Ausgabe 30. Oktober 2007.
Was heißt Frausein?
(Heike Geilen)
Hans-Martin Schönherr-Mann
Simone de Beauvoir und das andere Geschlecht
Dtv (November 2007)
238 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3423246480
ISBN-13: 978-3423246484
Preis: 14,50 EURO
Samuel von Pufendorfs politische Philosophie
(Michael Lausberg)
1. Einleitung
Samuel von Pufendorf war der führende Staatstheoretiker im Deutschland des
aufgeklärten Absolutismus. Neben staats- und völkerrechtlichen Schriften
verfasste er als Historiograph für die Regenten von Brandenburg und Schweden geschichtliche
Werke. ...
Probleme der Induktion und Deduktion
(Borislaw Wankow)
Zusammenfassung:
Es werden Induktion
und Deduktion bzw. Verifikation und Falsifikation als vermeintlich
grundlegende Verfahren für die Begründung der Wissenschaft
und damit den Erkenntnisgewinn untersucht. Der Schwerpunkt liegt auf
der Kritik von Karl Poppers wissenschaftstheoretischen Ansichten.
Dabei ...
VIDAY REFLEXION
EN EL PENSAMIENTO ANTIGUO: PLOTINO Y PSEUDO DIONISIO AREOPAGITA
(Stefan Groß)
Junto a la
filosofía de Platón y Aristóteles fue especialmente el Neoplatonismo, el que
influenció sistemáticamente la filosofía cristiana de occidente. Por un período
de mil años las preguntas planteadas por el platonismo ...
Lebenswelt und Wissenschaft
(Alejandro Rojas Jiménez)
Es
hat neulich eine Sitzung in Heidelberg stattgefunden, wo besprochen
wurde, worin das wissenschaftliche Phänomen spezifisch besteht.
Sollte die Intuition des Wiener Kreises richtig sein, dann würde die
Suche nach dem Spezifischen des wissenschaftlichen ...
Philosophie
auf dem „Holodeck“ – wie könnte sie aussehen?
(Ralf Beuthan)
Zu A. F. Kochs „Versuch über Wahrheit und Zeit“ (Paderborn: Mentis 2006/ ISBN: 3897855615)