Kunst und Künstler
28. Januar '12 (gestern)
300. Geburtstag
von Friedrich II.
Liebe Jubiläumsgäste, wenn Friedrich II. jetzt in den Saal schauen
könnte, wäre er wohl zufrieden: passend zur großen Bühne ein großes
Publikum! So viele, die sein Leben erforscht, sein Erbe entdeckt,
gerettet und gepflegt haben – oft hartnäckig und mit preußischer
Hingabe, wie einst der König selbst. Ich glaube, so mancher von Ihnen
hier im Saal hätte zu Friedrichs Lebzeiten eine Einladung zur berühmten
Tafelrunde erhalten. Weltoffene, belesene und kulturinteressierte
Mitstreiter wusste der Monarch besonders zu schätzen. Allerdings hätte
man an dieser Tafel einige Wahrheiten – zum Beispiel über Niederlagen
auf dem Schlachtfeld – schweigsam mit dem Wein herunterschlucken müssen.
Denn was sein Image betraf, kannte der Herrscher kein Pardon!
> Festakt zum 300. Geburtstag von Friedrich II.
Der Blick in die Welt
28. Januar '12 (gestern)
Mit Büchern
durch die Wüste
2006 gründet die Buchhändlerin Jamila Hassoune aus Marrakech die
Caravane du Livre, einen mobilen Raum der Kultur, mit der sie,
unterstützt von Wissenschaftlern, Literaten, Lehrern und Künstlern,
Wissen und Weisheit in die entlegensten Winkeln Südmarokkos bringt. Ein
Interview über Philanthropie, Bibliophilie und unerschütterliche
Hartnäckigkeit. "Zuerst muss ich sagen, dass viele marokkanische Frauen Aktivistinnen sind; sie arbeiten draußen, um ihr tägliches Brot zu verdienen und ihre Familie durchzubringen. Du arbeitest, um etwas um dich herum zu verändern, du macht alles, um den Jungen die Chance auf eine bessere Zukunft zu geben... Deshalb habe ich die Bücherkarawane (Caravane du Livre) ins Leben gerufen, um hier einen Beitrag zu leisten."
> "Die Bücherkarawane von Marrakech"
Politik
28. Januar '12 (gestern)
Die FDP, die Freiheit und
das neue Grundsatzprogramm
Die Liberalen wollen künftig als Partei des mündigen Bürgers, der fairen Bürgergesellschaft und
als „einzige Partei der Freiheit“ ihre derzeitige politische Krise überwinden. Die neue Leitidee der FDP geht aus dem Entwurf für das neue Grundsatzprogramm hervor. In dem 30-seitigen Entwurf mit dem Titel "Freiheitsthesen" heißt es: „Als
einzige Partei in Deutschland mache die FDP die Freiheit des einzelnen
Menschen zum Maß, Mittel und Zweck ihrer Politik.“ Dabei wird auch betont, daß nur in einer liberalen Gesellschaft ein „sozialer Aufstieg für jeden möglich“ sei. Stefan Groß sprach mit dem damaligen FDP-Generalsekretär über neue Perspektiven.
> FDP-Generalsekretär Christian Lindner im Gespräch mit Stefan Groß
Gesellschaft
27. Januar '12
Leutheusser-Schnarrenberger
und die Vorratsdatenspeicherung
Im Streit um die Vorratsdatenspeicherung hat Bundesjustizministerin
Leutheusser-Schnarrenberger ihren Kompromissvorschlag verteidigt. Der
Bürger, der nichts zu verbergen habe, weil er unschuldig sei, dürfe
nicht überwacht werden, so die FDP-Politikerin. Darüber hinaus zeigte sich die Ministerin zuversichtlich, daß es noch in der
ersten Jahreshälfte 2012 zu einer einvernehmlichen Regelung kommen werde. Leutheusser-Schnarrenberger plädiert für ein Modell, nach dem
Telekommunikationsdaten einer Person erst dann aufbewahrt werden sollen,
wenn ein konkreter Verdacht gegen diese besteht.
> Schmutzige Verarbeitung personenbezogener Daten 
Gesellschaft
23. Dezember '11
Helmut Schmidt:
Demografie heute
In Deutschland leben 82 Millionen Menschen, davon sind 40 Millionen
erwerbstätig. Sie arbeiten Voll- oder Teilzeit, einige sind selbständig.
Weitaus die meisten sind Arbeitnehmer in einem sozialversicherungspflichtigen
Arbeitsverhältnis. Die übrigen 42 Millionen Einwohner leben von dem
Sozialprodukt, welches die kleinere Hälfte der Einwohner hervorbringt (und von
unentgeltlichen Leistungen innerhalb der eigenen Familie oder Nachbarschaft).
> Helmut Schmidt: Überalterung und Schrumpfung zwingen zum Umbau
Philosophie und Wissenschaft
08. November '11
Im Gespräch:
Julian Nida-Rümelin
Die Geisteswissenschaften sind gegenwärtig durch die
Reformen an den Universitäten unter Druck geraten. Das darf man nicht auf die
leichte Schulter nehmen. Ich fürchte, zumindest sehe ich darin eine Gefahr,
dass sich hier eine Entwicklung wiederholt, wie sie aus den USA ziemlich vertraut
ist, d. h. dass die harten Wissenschaften, insbesondere die
Naturwissenschaften, aber auch die social sciences
im Sinne einer harten
Wissenschaft sehr stark dominieren...
> Stefan Groß im Interview mit Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin – Die Zukunft der Philosophie
Kunst und Künstler
20. Januar '12
Mario Vargas Llosa
und das Cervantes-Institut
Der peruanisch-spanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa hat dem
spanischen Cervantes-Institut eine Absage erteilt. Wie der Nobelpreisträger
betonte, sei die ihm vom Kulturinstitut angebotene Leitung nicht vereinbar mit
seiner literarischen Tätigkeit. Spaniens König Juan Carlos hatte den
Literaturnobelpreisträger im Namen der Regierung für das Amt
vorgeschlagen. Vargas Llosa hatte den Posten 1996 allerdings schon einmal
abgelehnt.
> Mario Vargas Llosa - ein politischer Schriftsteller
Kirche und Religion
20. Januar '12
Bischof Konrad Zdarsa
und die Gerechtigkeit
Es gibt sanftere Polster als jenes auf dem Stuhl des heiligen Ulrich,
den unlängst Walter Mixa innehatte und auf dem nun Konrad Zdarsa sitzt.
Das katholischeBistum Augsburg gilt als schwieriges Pflaster.
Der dort seit 2010 amtierende, aus Görlitz gekommene Bischof lässt sich,
so scheint es, weder von der Querelen um den in Augsburg ansässigen
nennkatholischen Handelskonzern „Weltbild“ noch von den üblichen
„kritischen Stimmen“ verdrießen, die sich für Allgäu und Oberschwaben
eine durchsäkularisierte Laienkirche wünschen.
> Alexander Kissler: Bischof Konrad und die Gerechtigkeit
Buchbesprechungen
09. Januar '12
Tobias Hürter - Was
zwischen Träumen geschieht!
"Was ist das? Der Mensch wünscht es sich herbei, und
wenn er es endlich hat, lernt er es nicht kennen." Mit diesem Rätsel
brachte bereits Leonardo da Vinci das Paradoxe und Geheimnisvolle dieser
menschlichen Notwendigkeit auf den Punkt. Der Schlaf ist ein faszinierendes
Phänomen. Man meint, ohne Schlaf nicht leben zu können. Für Körper, Geist und
Seele scheint er unentbehrlich. Aber niemand weiß, was er tut, wenn er schläft,
und warum er es tut. "Wir verbringen den ganzen Tag bei klarem
Bewusstsein, dann legen wir uns ins Bett, knipsen das Licht aus und – was?
> Wenn der Wächter schläft, sind die Gedanken frei
Gesellschaft
20. Dezember '11
Wie teuer ist
uns Europa?
Christliche Politiker gehören in Europa zu einer aussterbenden Gattung.
Die wenigen bekennenden Christen, die den Beruf des Politikers
ergreifen, scheinen im lauten Getümmel der Machtspiele die Berufung zur
Heiligkeit zu überhören. Jedenfalls gibt es nur ganz wenige Politiker,
die von der Kirche seliggesprochen werden könnten. Dazu gehören vor
allem Robert Schuman und Alcide de Gasperi. Weniger Konrad Adenauer, der
war nicht nur römisch-, sondern auch rheinisch-katholisch.
> Wolfgang Ockenfels: Wie teuer ist uns Europa? 
Philosophie und Wissenschaft
30. Dezember '11
Ludwig Feuerbach
Ludwig Feuerbachs These, dass die sterblichen, beschränkten Menschen
nach Vollkommenheit streben und deshalb eine Macht kreieren, die diese
fehlenden Eigenschaften besitzt, hat in Zeiten der beherrschenden
Stellung der christlichen Dogmatik in der BRD nichts von seiner
Aktualität eingebüßt.
> 160 Jahre „Das Wesen des Christentums“
Buchbesprechungen
15. Januar '12
Jeffrey Eugenides
"Die Liebeshandlung"
Es gibt Leute, die sich nie verliebt hätten, wenn sie nicht von der Liebe hätten sprechen hören." Diesen Satz von François de La Rochefoucauld (Foto) stellt Jeffrey Eugenides seinem lang erwarteten neuen Roman voran. Doch gleich im Anschluss hinterfragt er mit einem Auszug des Songtextes "Once in a lifetime" von Talking Head die Liebe und deren zuweilen zu Tage tretende Schmerzen:
> Heike Geilen: Die Ahnung von Unglück oder Sprachvielfalt der Liebe
Hier hat unsere Redaktion allerlei Lesenswertes für Sie im Netz zusammengesucht:
Al-Qaida
Pakistanischer Arzt verriet Osama Bin Laden an CIA
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